[0001] Die Erfindung betrifft ein Befestigungssystem für Sonnensegel aus Gewebebahnen zur
Abschattung und als Wetterschutz für Terrassen, Hausbalkone und dergleichen, wobei
das Sonnensegel von zwei parallel zueinander verlaufenden Führungen wie Seilen oder
Drähten mit unterschiedlicher vertikaler Höhenlage getragen wird, die Führungen jeweils
zwischen zwei Spann- bzw. Haltereinrichtungen verlaufen, die an einer Hauswand befestigt
sind und die Spann- bzw. Haltereinrichtung für die untere Führung aus zwei etwa horizontal
und etwa rechtwinklig zur Hauswand angeordneten Haltestreben besteht, die die untere
Führung zwischen ihren vorderen Enden tragen.
[0002] Von zwei Seilführungen getragene Sonnensegel sind beispielsweise aus dem deutschen
Gebrauchsmuster 29519259 oder der internationalen Patenanmeldung PCT/DE98/01976 bekannt.
[0003] Die Sonnensegel sind an den Seilführungen beispielsweise mit Hilfe von Laufhaken
befestigt und können dadurch seitlich zusammengeschoben bzw. entfernt werden.
[0004] Wie sich durch praktische Erprobung herausstellte, unterliegen aber insbesondere
großflächige Sonnensegel einer erheblichen Krafteinwirkung z.B. durch Windbeaufschlagung,
so dass sich die Seilführungen zum Tragen des Sonnensegels trotz vorhandener Spannelemente
im Laufe der Zeit längen bzw. die Halterarme, an denen die Seilführungen befestigt
sind, in Richtung zum Sonnensegel verformen, so dass für die Halterarme entsprechend
schwere und massive Konstruktionen erforderlich sind.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein gattungsgemäßes Befestigungssystem
zu schaffen, bei dem mit reduziertem Materialaufwand eine ausreichende Zugspannung
auf die untere Führung aufgebracht werden kann.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass für jede Haltestrebe mindestens
ein auf die Haltestrebe wirkendes Zug- oder Biegeelement zur Erzeugung einer nach
aussen wirkenden Zugkraft auf die von den Haltestreben getragene Führung vorgesehen
ist.
[0007] Dieses Zugelement besteht vorzugsweise aus einem Spannseil, dass mit seinem einen
Ende am vorderen Ende der Haltestrebe angreift und mit seinem anderen Ende seitlich
auf der zum Sonnensegel abgewandten Seite z.B. an der Hauswand oder den Befestigungsorganen
für die Haltestreben befestigt ist.
[0008] Ein derartiges Zugelement kann äußerst effektiv verhindern, dass sich die Haltestreben
aufgrund der über die Führung einwirkenden Zugkräfte nach innen verbiegen bzw. verformen,
so dass die Seilführung zum Tragen des Sonnensegels ständig unter Zugbelastung steht
und so ein Durchhängen verhindert wird.
[0009] Bei der Befestigung der Zugelemente ist es vorteilhaft, die wandseitigen Befestigungspunkte
in Höhe oder unterhalb der Befestigungspunkte der Haltestreben anzuordnen, um auf
diese Weise auch Zugspannungen aufnehmen zu können, die aufgrund des nach oben verlaufenden
Sonnensegels auftreten können.
[0010] Die z.B. als Drahtseile oder Drähte ausgebildeten Zugelemente können im Prinzip seitlich
zu den Haltestreben separat an der Wand befestigt werden, es ist jedoch vorteilhaft,
zur wandseitigen Befestigung der Zugelemente die Befestigungsorgane für die Haltestreben
z.B. Winkellaschen zu verwenden, da auf diese Weise keine zusätzlichen Dübel bzw.
Schrauben in die Hauswand eingebracht werden müssen. An den Winkellaschen sind dazu
vorzugsweise Ösen, Bohrungen oder Haltenippel ausgebildet, an denen die Zugseile befestigt
werden können.
[0011] Die Winkellaschen werden in bekannter Weise mit Hilfe von parallel zur Hauswand verlaufenden
Befestigungsschenkeln mittels Schraubverbindungen an der Hauswand befestigt.
[0012] Um eine genügend hohe Zugspannung auf die äußeren Enden der Haltestreben aufbringen
zu können, wird bei der Montage zweckmäßigerweise wie folgt verfahren: die z.B. kreisrunden
Haltestreben werden in Längsrichtung verschiebbar in bogenförmige Aufnahmen zwischen
den Schenkeln der Winkellaschen eingesteckt und die Winkellasche vormontiert, wobei
die Haltestrebe in Richtung zur Hauswand geringfügig über die Winkellasche vorsteht.
Nunmehr wird das seitlich verlaufende Zugseil in entsprechende Montagevorrichtungen
am vorderen Ende der Haltestrebe bzw. an der Winkellasche eingehängt und die vormontierte
Winkellasche durch Festdrehen der Befestigungsschrauben zur Wand hin bewegt. Dadurch
schiebt sich die bewegliche Haltestrebe nach außen, so dass aufgrund der fixen Länge
des Spannseiles eine Vorspannung erzeugt wird, die ihrerseits eine vergleichsweise
hohe Zugspannung in der unteren Führung, die zwischen den beiden Haltestreben verläuft,
hervorruft.
[0013] Durch das Unterlegen von Distanzscheiben unter das wandseitige Ende der Haltestrebe
kann die Verspannung auf die Führung bewi Bedarf auch später noch erhöht werden.
[0014] Eine weitere Möglichkeit, um eine im Laufe der Zeit auftretende Längung der Seilelemente
kompensieren zu können, besteht darin, an ihren Enden bekannte Spanneinrichtungen
in Form von gegenläufig zu verdrehenden Schrauben oder dergleichen vorzusehen.
[0015] Bei einer weiteren erfindungsgemäßen Lösung der gestellten Aufgabe sind die Haltestreben
aus einem federelastischen Material wie beispielsweise Stahl hergestellt. Bereits
bei der Fertigung wird ihnen durch Biegen eine gekrümmte Form aufgeprägt, wobei der
Krümmungsradius vom verwendeten Material und insbesondere von der Größe und Breite
des zu befestigenden Sonnensegels abhängig ist.
[0016] Das Aufbringen einer Zugkraft auf die untere Führung kann bei dieser Ausführung durch
ein Verdrehen der Haltestreben in den Aufnahmen der Winkellaschen erfolgen, wobei
das Führungsseil die Streben entgegen ihrem aufgeprägten Krümmungsradius geringfügig
verbiegt.
[0017] Die Erfindung ist in der Zeichnung beispielsweise beschrieben und wird anhand der
Figurenbeschreibung im einzelnen erläutert. Es zeigen
- Fig. 1
- eine perspektivische Seitenansicht auf das Befestigungssystem,
- Fig. 2
- eine Draufsicht auf das Befestigungssystem gemäß Fig. 1 von oben und
- Fig. 3
- eine perspektivische Darstellung einer Winkellasche zur Befestigung der Haltestreben
an einer Hauswand.
[0018] Das schematisch in Fig. 1 dargestellte Befestigungssystem dient zum Tragen eines
Sonnensegels 1, das zwischen einer oberen Seilführung 2 und einer unteren Seilführung
3 z.B. mittels nicht dargestellter Laufhaken hängend befestigt ist.
[0019] Die obere Seilführung 2 ist mit Hilfe von Halteeinrichtungen 4, 5 an einer Hauswand
6 befestigt. Die Seilführung 2 kann mit Hilfe von nicht dargestellten Spannelementen
gespannt werden.
[0020] Die untere Seilführung 3 verläuft parallel zur Seilführung 2 und wird von zwei Haltestreben
7, 8 getragen, die im Abstand zueinander an der Hauswand 6 befestigt sind und sich
etwa rechtwinklig zur Hauswand 6 erstrecken. Seitlich zu den Haltestreben 7, 8 sind
zwei Zugelemente 9, 10 in Form von Zugseilen vorgesehen, die im gespannten Zustand
spitzwinklig zu den Haltestreben 7, 8 verlaufen und mit ihrem wandseitigen Ende jeweils
an der Hauswand 6 seitlich zu den Haltestreben 7, 8 befestigt sind, während das andere
Ende am vorderen Endbereich 11, 12 der Haltestrebe 7 bzw. 8 angreift. Auf diese Weise
wird eine Zugspannung erzeugt, die über die Haltestreben 7, 8 auf die von ihnen getragene
Seilführung 3 wirkt. Die wandseitigen Befestigungspunkt der Zugelemente 9 und 10 befinden
sich im gezeigten Ausführungsbeispiel auf gleicher Höhe wie die Befestigungspunkte
für die Haltestreben 7, 8.
[0021] Bei der Draufsicht gemäß Fig. 2 sind die zur Befestigung der Haltestreben 7, 8 verwendeten
Winkellaschen 13, 14 zu erkennen, die auch zur wandseitigen Befestigung der Spannseile
9, 10 dienen können und die in Fig. 3 in einer perspektivischen Ansicht im einzelnen
dargestellt sind. Die Winkellaschen 13, 14 weisen zwei rechtwinklig zueinander stehende
Schenkel 15, 16 auf, die in dem von ihnen eingeschlossenen Winkel zwei bogenförmig
gekrümmte Aufnahmen 17, 18 zum längsverschieblichen Führen einer Haltestrebe 7, 8
aufweisen. Die Schenkel 15, 16 einer Winkellasche tragen jeweils abgewinkelte Befestigungslaschen
19, 20 mit deren Hilfe die Winkellaschen über Schraubverbindungen an einer Hauswand
befestigt werden können.
[0022] Es sei erwähnt, dass anstelle der im Ausführungsbeispiel vorgesehenen zwei bogenförmig
gekrümmten Aufnahmen 17 und 18 in Form von Rohrschellen auch andere Befestigungsmöglichkeiten,
zum Beispiel durch seitliche Haltenoppen, lediglich eine Rohrschelle oder sonstige
Halterungen verwendet werden können.
[0023] Auch ist es problemlos möglich, die Haltestreben zwei- oder mehrteilig auszubilden,
wobei zur Verbindung der Einzelteile Aufsteckbolzen oder Innenführungen verwendet
werden können.
[0024] Das erfindungsgemäße Befestigungssystem erlaubt es darüber hinaus, zwei oder mehr
Sonnensegel hintereinander an einer Hauswand befestigen zu können, wobei dann gegebenenfalls
die Zahl der mittleren Haltestreben reduziert werden kann. Der Zwischenbereich zwischen
den benachbarten Sonnensegeln kann durch eine zusätzliche Stoffbahn überdeckt werden.
Bezugszeichenliste
[0025]
- 1
- Sonnensegel
- 2
- obere Seilführung
- 3
- untere Seilführung
- 4
- Haltereinrichtung
- 5
- Haltereinrichtung
- 6
- Hauswand
- 7
- Haltestrebe
- 8
- Haltestrebe
- 9
- Zugelement
- 10
- Zugelement
- 11
- vorderer Endbereich
- 12
- vorderer Endbereich
- 13
- Winkellasche
- 14
- Winkellasche
- 15
- Schenkel
- 16
- Schenkel
- 17
- Aufnahme
- 18
- Aufnahme
- 19
- Befestigungslasche
- 20
- Befestigungslasche
1. Befestigungssystem für Sonnensegel aus Gewebebahnen zur Abschattung und als Wetterschutz
für Terassen, Hausbalkone und dergleichen, wobei das Sonnensegel von zwei parallel
zueinander laufenden Führungen wie Seilen oder Drähten mit unterschiedlicher vertikaler
Höhenlage getragen wird, die Führungen jeweils zwischen zwei Spann- bzw. Haltereinrichtungen
verlaufen, die an einer Hauswand befestigt sind und die Spann- bzw. Haltereinrichtung
für die untere Führung aus zwei etwa horizontal und etwa rechtwinklig zur Hauswand
angeordneten Haltestreben besteht, die die untere Führung zwischen ihrem vorderen
Enden tragen, dadurch gekennzeichnet, dass für jede Haltestrebe (7, 8) mindestens ein auf die Haltestrebe (7, 8) wirkendes Zugelement
(9, 10) oder Biegeelement zur Erzeugung einer nach aussen wirkenden Zugkraft auf die
von den Haltestreben (7, 8) getragenen Führung (3) vorgesehen ist.
2. Befestigungssystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Zugelemente (9, 10) mit einem Ende am vorderen Endbereich (11, 12) der Haltestreben
(7, 8) angreifen und mit ihrem anderen Ende seitlich auf der zum Sonnensegel (1) abgewandten
Seite der Haltestreben (7, 8) an der Hauswand (6), den wandseitigen Befestigungsorganen
(11, 14) für die Haltestreben (7, 8) oder den Haltestreben (7, 8) befestigt sind.
3. Befestigungssystem nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die wandseitigen Befestigungspunkte der Zugelemente (9, 10) in Höhe oder unterhalb
der Befestigungspunkte der Haltestreben (7, 8) liegen.
4. Befestigungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Zugelemente (9, 10) als Zugseile oder Zugdrähte ausgebildet sind.
5. Befestigungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Haltestreben (7, 8) mit Hilfe von Winkellaschen (13, 14) an der Hauswand (6)
befestigt sind, in deren Aufnahmen (17, 18) die Haltestreben (7, 8) in ihrer Längsrichtung
und/oder Umfangsrichtung bewegbar angeordnet sind.
6. Befestigungssystem nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Winkellaschen (13, 14) seitlich zur Aufnahme (17, 18) für die Haltestreben (7,
8) angeordnete Befestigungseinrichtungen wie Ösen, Bohrungen oder dergleichen zur
Befestigung der Zugelemente (9, 10) aufweisen.
7. Befestigungssystem nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Winkellaschen (13, 14) mittels Schraubverbindungen an der Hauswand (5) befestigbar
sind.
8. Befestigungssystem nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Haltestreben zur Erzeugung einer Zugkraft auf die von ihnen getragenen Führung
(3) gekrümmt ausgebildet sind.
9. Befestigungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Seilführungen (2, 3) mindestens eine Spanneinrichtung zur Erzeugung einer Zugspannung
aufweisen.
10. Befestigungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Zugelemente (9, 10) mindestens eine Spanneinrichtung zur Erzeugung eine Zugspannung
aufweisen.