(19)
(11) EP 1 162 328 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
12.12.2001  Patentblatt  2001/50

(21) Anmeldenummer: 01112191.0

(22) Anmeldetag:  18.05.2001
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7: E04F 10/02
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH CY DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK RO SI

(30) Priorität: 07.06.2000 DE 10027764

(71) Anmelder: Müller-Peddinghaus, Reiner, Prof. Dr.
51467 Bergisch Gladbach (DE)

(72) Erfinder:
  • Müller-Peddinghaus, Reiner, Prof. Dr.
    51467 Bergisch Gladbach (DE)

(74) Vertreter: Patentanwälte Lippert, Stachow, Schmidt & Partner 
Frankenforster Strasse 135-137
51427 Bergisch Gladbach
51427 Bergisch Gladbach (DE)

   


(54) Befestigungssystem für Sonnensegel


(57) Zur Stabilitätserhöhung einer Seilführung für ein Sonnensegel 1 wird vorgeschlagen, die die Seilführung (3) tragenden Haltestreben (7, 8) mittels seitlicher Zugelemente (9, 10) vorzuspannen (Fig. 1).




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft ein Befestigungssystem für Sonnensegel aus Gewebebahnen zur Abschattung und als Wetterschutz für Terrassen, Hausbalkone und dergleichen, wobei das Sonnensegel von zwei parallel zueinander verlaufenden Führungen wie Seilen oder Drähten mit unterschiedlicher vertikaler Höhenlage getragen wird, die Führungen jeweils zwischen zwei Spann- bzw. Haltereinrichtungen verlaufen, die an einer Hauswand befestigt sind und die Spann- bzw. Haltereinrichtung für die untere Führung aus zwei etwa horizontal und etwa rechtwinklig zur Hauswand angeordneten Haltestreben besteht, die die untere Führung zwischen ihren vorderen Enden tragen.

[0002] Von zwei Seilführungen getragene Sonnensegel sind beispielsweise aus dem deutschen Gebrauchsmuster 29519259 oder der internationalen Patenanmeldung PCT/DE98/01976 bekannt.

[0003] Die Sonnensegel sind an den Seilführungen beispielsweise mit Hilfe von Laufhaken befestigt und können dadurch seitlich zusammengeschoben bzw. entfernt werden.

[0004] Wie sich durch praktische Erprobung herausstellte, unterliegen aber insbesondere großflächige Sonnensegel einer erheblichen Krafteinwirkung z.B. durch Windbeaufschlagung, so dass sich die Seilführungen zum Tragen des Sonnensegels trotz vorhandener Spannelemente im Laufe der Zeit längen bzw. die Halterarme, an denen die Seilführungen befestigt sind, in Richtung zum Sonnensegel verformen, so dass für die Halterarme entsprechend schwere und massive Konstruktionen erforderlich sind.

[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein gattungsgemäßes Befestigungssystem zu schaffen, bei dem mit reduziertem Materialaufwand eine ausreichende Zugspannung auf die untere Führung aufgebracht werden kann.

[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass für jede Haltestrebe mindestens ein auf die Haltestrebe wirkendes Zug- oder Biegeelement zur Erzeugung einer nach aussen wirkenden Zugkraft auf die von den Haltestreben getragene Führung vorgesehen ist.

[0007] Dieses Zugelement besteht vorzugsweise aus einem Spannseil, dass mit seinem einen Ende am vorderen Ende der Haltestrebe angreift und mit seinem anderen Ende seitlich auf der zum Sonnensegel abgewandten Seite z.B. an der Hauswand oder den Befestigungsorganen für die Haltestreben befestigt ist.

[0008] Ein derartiges Zugelement kann äußerst effektiv verhindern, dass sich die Haltestreben aufgrund der über die Führung einwirkenden Zugkräfte nach innen verbiegen bzw. verformen, so dass die Seilführung zum Tragen des Sonnensegels ständig unter Zugbelastung steht und so ein Durchhängen verhindert wird.

[0009] Bei der Befestigung der Zugelemente ist es vorteilhaft, die wandseitigen Befestigungspunkte in Höhe oder unterhalb der Befestigungspunkte der Haltestreben anzuordnen, um auf diese Weise auch Zugspannungen aufnehmen zu können, die aufgrund des nach oben verlaufenden Sonnensegels auftreten können.

[0010] Die z.B. als Drahtseile oder Drähte ausgebildeten Zugelemente können im Prinzip seitlich zu den Haltestreben separat an der Wand befestigt werden, es ist jedoch vorteilhaft, zur wandseitigen Befestigung der Zugelemente die Befestigungsorgane für die Haltestreben z.B. Winkellaschen zu verwenden, da auf diese Weise keine zusätzlichen Dübel bzw. Schrauben in die Hauswand eingebracht werden müssen. An den Winkellaschen sind dazu vorzugsweise Ösen, Bohrungen oder Haltenippel ausgebildet, an denen die Zugseile befestigt werden können.

[0011] Die Winkellaschen werden in bekannter Weise mit Hilfe von parallel zur Hauswand verlaufenden Befestigungsschenkeln mittels Schraubverbindungen an der Hauswand befestigt.

[0012] Um eine genügend hohe Zugspannung auf die äußeren Enden der Haltestreben aufbringen zu können, wird bei der Montage zweckmäßigerweise wie folgt verfahren: die z.B. kreisrunden Haltestreben werden in Längsrichtung verschiebbar in bogenförmige Aufnahmen zwischen den Schenkeln der Winkellaschen eingesteckt und die Winkellasche vormontiert, wobei die Haltestrebe in Richtung zur Hauswand geringfügig über die Winkellasche vorsteht. Nunmehr wird das seitlich verlaufende Zugseil in entsprechende Montagevorrichtungen am vorderen Ende der Haltestrebe bzw. an der Winkellasche eingehängt und die vormontierte Winkellasche durch Festdrehen der Befestigungsschrauben zur Wand hin bewegt. Dadurch schiebt sich die bewegliche Haltestrebe nach außen, so dass aufgrund der fixen Länge des Spannseiles eine Vorspannung erzeugt wird, die ihrerseits eine vergleichsweise hohe Zugspannung in der unteren Führung, die zwischen den beiden Haltestreben verläuft, hervorruft.

[0013] Durch das Unterlegen von Distanzscheiben unter das wandseitige Ende der Haltestrebe kann die Verspannung auf die Führung bewi Bedarf auch später noch erhöht werden.

[0014] Eine weitere Möglichkeit, um eine im Laufe der Zeit auftretende Längung der Seilelemente kompensieren zu können, besteht darin, an ihren Enden bekannte Spanneinrichtungen in Form von gegenläufig zu verdrehenden Schrauben oder dergleichen vorzusehen.

[0015] Bei einer weiteren erfindungsgemäßen Lösung der gestellten Aufgabe sind die Haltestreben aus einem federelastischen Material wie beispielsweise Stahl hergestellt. Bereits bei der Fertigung wird ihnen durch Biegen eine gekrümmte Form aufgeprägt, wobei der Krümmungsradius vom verwendeten Material und insbesondere von der Größe und Breite des zu befestigenden Sonnensegels abhängig ist.

[0016] Das Aufbringen einer Zugkraft auf die untere Führung kann bei dieser Ausführung durch ein Verdrehen der Haltestreben in den Aufnahmen der Winkellaschen erfolgen, wobei das Führungsseil die Streben entgegen ihrem aufgeprägten Krümmungsradius geringfügig verbiegt.

[0017] Die Erfindung ist in der Zeichnung beispielsweise beschrieben und wird anhand der Figurenbeschreibung im einzelnen erläutert. Es zeigen
Fig. 1
eine perspektivische Seitenansicht auf das Befestigungssystem,
Fig. 2
eine Draufsicht auf das Befestigungssystem gemäß Fig. 1 von oben und
Fig. 3
eine perspektivische Darstellung einer Winkellasche zur Befestigung der Haltestreben an einer Hauswand.


[0018] Das schematisch in Fig. 1 dargestellte Befestigungssystem dient zum Tragen eines Sonnensegels 1, das zwischen einer oberen Seilführung 2 und einer unteren Seilführung 3 z.B. mittels nicht dargestellter Laufhaken hängend befestigt ist.

[0019] Die obere Seilführung 2 ist mit Hilfe von Halteeinrichtungen 4, 5 an einer Hauswand 6 befestigt. Die Seilführung 2 kann mit Hilfe von nicht dargestellten Spannelementen gespannt werden.

[0020] Die untere Seilführung 3 verläuft parallel zur Seilführung 2 und wird von zwei Haltestreben 7, 8 getragen, die im Abstand zueinander an der Hauswand 6 befestigt sind und sich etwa rechtwinklig zur Hauswand 6 erstrecken. Seitlich zu den Haltestreben 7, 8 sind zwei Zugelemente 9, 10 in Form von Zugseilen vorgesehen, die im gespannten Zustand spitzwinklig zu den Haltestreben 7, 8 verlaufen und mit ihrem wandseitigen Ende jeweils an der Hauswand 6 seitlich zu den Haltestreben 7, 8 befestigt sind, während das andere Ende am vorderen Endbereich 11, 12 der Haltestrebe 7 bzw. 8 angreift. Auf diese Weise wird eine Zugspannung erzeugt, die über die Haltestreben 7, 8 auf die von ihnen getragene Seilführung 3 wirkt. Die wandseitigen Befestigungspunkt der Zugelemente 9 und 10 befinden sich im gezeigten Ausführungsbeispiel auf gleicher Höhe wie die Befestigungspunkte für die Haltestreben 7, 8.

[0021] Bei der Draufsicht gemäß Fig. 2 sind die zur Befestigung der Haltestreben 7, 8 verwendeten Winkellaschen 13, 14 zu erkennen, die auch zur wandseitigen Befestigung der Spannseile 9, 10 dienen können und die in Fig. 3 in einer perspektivischen Ansicht im einzelnen dargestellt sind. Die Winkellaschen 13, 14 weisen zwei rechtwinklig zueinander stehende Schenkel 15, 16 auf, die in dem von ihnen eingeschlossenen Winkel zwei bogenförmig gekrümmte Aufnahmen 17, 18 zum längsverschieblichen Führen einer Haltestrebe 7, 8 aufweisen. Die Schenkel 15, 16 einer Winkellasche tragen jeweils abgewinkelte Befestigungslaschen 19, 20 mit deren Hilfe die Winkellaschen über Schraubverbindungen an einer Hauswand befestigt werden können.

[0022] Es sei erwähnt, dass anstelle der im Ausführungsbeispiel vorgesehenen zwei bogenförmig gekrümmten Aufnahmen 17 und 18 in Form von Rohrschellen auch andere Befestigungsmöglichkeiten, zum Beispiel durch seitliche Haltenoppen, lediglich eine Rohrschelle oder sonstige Halterungen verwendet werden können.

[0023] Auch ist es problemlos möglich, die Haltestreben zwei- oder mehrteilig auszubilden, wobei zur Verbindung der Einzelteile Aufsteckbolzen oder Innenführungen verwendet werden können.

[0024] Das erfindungsgemäße Befestigungssystem erlaubt es darüber hinaus, zwei oder mehr Sonnensegel hintereinander an einer Hauswand befestigen zu können, wobei dann gegebenenfalls die Zahl der mittleren Haltestreben reduziert werden kann. Der Zwischenbereich zwischen den benachbarten Sonnensegeln kann durch eine zusätzliche Stoffbahn überdeckt werden.

Bezugszeichenliste



[0025] 
1
Sonnensegel
2
obere Seilführung
3
untere Seilführung
4
Haltereinrichtung
5
Haltereinrichtung
6
Hauswand
7
Haltestrebe
8
Haltestrebe
9
Zugelement
10
Zugelement
11
vorderer Endbereich
12
vorderer Endbereich
13
Winkellasche
14
Winkellasche
15
Schenkel
16
Schenkel
17
Aufnahme
18
Aufnahme
19
Befestigungslasche
20
Befestigungslasche



Ansprüche

1. Befestigungssystem für Sonnensegel aus Gewebebahnen zur Abschattung und als Wetterschutz für Terassen, Hausbalkone und dergleichen, wobei das Sonnensegel von zwei parallel zueinander laufenden Führungen wie Seilen oder Drähten mit unterschiedlicher vertikaler Höhenlage getragen wird, die Führungen jeweils zwischen zwei Spann- bzw. Haltereinrichtungen verlaufen, die an einer Hauswand befestigt sind und die Spann- bzw. Haltereinrichtung für die untere Führung aus zwei etwa horizontal und etwa rechtwinklig zur Hauswand angeordneten Haltestreben besteht, die die untere Führung zwischen ihrem vorderen Enden tragen, dadurch gekennzeichnet, dass für jede Haltestrebe (7, 8) mindestens ein auf die Haltestrebe (7, 8) wirkendes Zugelement (9, 10) oder Biegeelement zur Erzeugung einer nach aussen wirkenden Zugkraft auf die von den Haltestreben (7, 8) getragenen Führung (3) vorgesehen ist.
 
2. Befestigungssystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Zugelemente (9, 10) mit einem Ende am vorderen Endbereich (11, 12) der Haltestreben (7, 8) angreifen und mit ihrem anderen Ende seitlich auf der zum Sonnensegel (1) abgewandten Seite der Haltestreben (7, 8) an der Hauswand (6), den wandseitigen Befestigungsorganen (11, 14) für die Haltestreben (7, 8) oder den Haltestreben (7, 8) befestigt sind.
 
3. Befestigungssystem nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die wandseitigen Befestigungspunkte der Zugelemente (9, 10) in Höhe oder unterhalb der Befestigungspunkte der Haltestreben (7, 8) liegen.
 
4. Befestigungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Zugelemente (9, 10) als Zugseile oder Zugdrähte ausgebildet sind.
 
5. Befestigungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Haltestreben (7, 8) mit Hilfe von Winkellaschen (13, 14) an der Hauswand (6) befestigt sind, in deren Aufnahmen (17, 18) die Haltestreben (7, 8) in ihrer Längsrichtung und/oder Umfangsrichtung bewegbar angeordnet sind.
 
6. Befestigungssystem nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Winkellaschen (13, 14) seitlich zur Aufnahme (17, 18) für die Haltestreben (7, 8) angeordnete Befestigungseinrichtungen wie Ösen, Bohrungen oder dergleichen zur Befestigung der Zugelemente (9, 10) aufweisen.
 
7. Befestigungssystem nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Winkellaschen (13, 14) mittels Schraubverbindungen an der Hauswand (5) befestigbar sind.
 
8. Befestigungssystem nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Haltestreben zur Erzeugung einer Zugkraft auf die von ihnen getragenen Führung (3) gekrümmt ausgebildet sind.
 
9. Befestigungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Seilführungen (2, 3) mindestens eine Spanneinrichtung zur Erzeugung einer Zugspannung aufweisen.
 
10. Befestigungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Zugelemente (9, 10) mindestens eine Spanneinrichtung zur Erzeugung eine Zugspannung aufweisen.
 




Zeichnung