[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Überwachen des Betriebes eines Dampferzeugers
für Gargeräte.
[0002] Gargeräte, insbesondere Heißluftdämpfern, bei denen die aufzubereitenden Speisen
mittels Dampf und Heißluft gegart werden, weisen in der Regel einen Dampferzeuger
auf, der den für den Dämpfvorgang notwendigen Dampf liefert.
[0003] Damit für eine kontinuierliche Dampferzeugung immer genügend Wasser vorhanden ist
und die Heizflächen des Dampferzeugers nicht trocken erhitzt werden, was zum Auslösen
eines Sicherheitstemperaturbegrenzers oder zum vorzeitigen Verschleiß der Heizkörper
führen würde, sind diese Dampferzeuger mit Wasserfüllstandsüberwachungseinrichtungen
versehen. In vorteilhafter Weise werden hierbei Füllstandselektroden eingesetzt, mit
deren Hilfe über die elektrische Leitfähigkeit des Wassers der Füllstand im Dampferzeuger
gemessen werden kann.
[0004] Beim Betrieb solcher Dampferzeuger bereitet hartes und somit mineralhaltiges Wasser
Probleme, die nicht nur zu Beeinträchtigungen und kurzzeitigen Störungen, sondern
auch zu einem vollständigen Ausfall des Dampferzeugers führen können.
[0005] Bei der Erwärmung von Wasser über 60°C fallen die gelösten Mineralien aus und können
besonders bei Vorhandensein von Kalzium und Magnesium zu einem harten Kalkbelag führen.
Diese Verkalkung führt zu einer Verminderung des Wärmeübergangs zwischen der Heizfläche
und dem eingefüllten Wasser, was zu einer Überhitzung der Heizflächen führen kann.
Weiterhin kann die Verkalkung im Dampferzeuger zu einer Verstopfung von Zu- und Abläufen
führen, insbesondere durch von den Heizflächen sich ablösende Kalkteile.
[0006] Aus der EP 0 383 327 A1 ist ein Dampferzeuger für Gargeräte mit einer Entkalkungseinrichtung
bekannt, bei welcher in einstellbaren Intervallen in Abhängigkeit von der Betriebsdauer
und/oder der Temperatur der Heizeinrichtung automatisch eine Durchspülung des Dampferzeugers
und damit eine Abführung von am Boden des Dampferzeugers sich ansammelnden Kalkteilen
erfolgt. Hierdurch können aber nur die von den Wänden oder den Heizflächen abgefallenen
Kalkteile entfernt werden. Die Spülung erfolgt dabei in unmittelbarer Nähe des Bodens
des Dampferzeugers, wodurch diese Sedimentteile ausgetragen werden.
[0007] Bei höherer Konzentration an Phosphaten, Kalzium, Magnesium, Karbonat, Sulfat und
Natrium im Wasser des Dampferzeugers steigt nicht nur die Gefahr der Verkalkung, sondern
auch die Neigung des Wassers beim Sieden aufzuschäumen. Eine Konzentrationserhöhung
dieser Stoffe entsteht bei mineralhaltigem Wasser im Dampferzeuger zwangsläufig durch
die Nachspeisung von immer wieder neuem, frischem Wasser zum Ausgleich des bereits
verdampften Wassers. Das Wasser wird sichtbar trüb und beginnt ab einer bestimmten
Konzentration der oben genannte Stoffe beim Sieden zu schäumen.
[0008] Die Folge erhöhter Mineralstoffkonzentrationen im Wasser ist nicht nur die Verkalkung
des Dampferzeugers, sondern auch ein Versagen der Füllstandsüberwachung im Dampferzeuger
auf der Basis der elektrischen Leitfähigkeit wegen der eintretenden Aufschäumung,
da Schaum ebenfalls elektrisch leitfähig ist. Die Füllstandselektroden können dann
nicht mehr den tatsächlichen Wasserstand messen, da eine Unterscheidung zwischen Schaum
und Wasser durch diese Elektroden nicht möglich ist. Die Folge hiervon ist, daß die
Füllstandsüberwachungselektroden einen Wasserstand anzeigen, der tatsächlich nicht
vorhanden ist, wodurch der Wasserstand bis unter die Heizflächen absinkt, was zu einer
Überhitzung der Heizflächen führt. In diesem Zustand hört dann bei Fehlen von Wasser
der Siedevorgang auf, wodurch der Schaum wieder zusammenfällt, und dann die Meldung
über fehlendes Wasser häufig zu spät kommt. Ein solcher Vorgang führt demgemäß nicht
nur zur Schädigung des Dampferzeugers und insbesondere seiner Heizflächen, sondern
auch zu einer Unterbrechung des Garvorganges wegen fehlender Dampfproduktion.
[0009] Mit der weiter oben beschriebenen bekannten Einrichtung bei einem Dampferzeuger lassen
sich die Probleme, die mit der Schaumbildung aufgrund eines hohen Härtegrades des
Wassers zusammenhängen, nicht lösen. Diese bekannte Vorrichtung berücksichtigt somit
nicht die Härte des Wassers oder den Verkalkungsgrad des Dampferzeugers, sondern entfernt
nur in einstellbaren Intervallen die am Boden des Dampferzeugers sich ansammelnden,
losen Kalkteile.
[0010] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren aufzuzeigen, mit dessen Hilfe die sich
bei hartem Wasser ergebenden Nachteile, die insbesondere mit der Schaumbildung zusammenhängen,
weitgehend zu vermeiden, das heißt, der Gefahr einer Verkalkung und einer Fehlanzeige
durch Schaumbildung in Verbindung mit einer Überhitzung der Heizflächen entgegenzuwirken.
[0011] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß während des Betriebes des
Dampferzeugers zumindest ein wesentlicher Betriebsparameter desselben gemessen, der
gemessene. Ist-Wert mit einem Soll-Wert verglichen und das Ergebnis des Vergleiches
als Regelgröße oder Steuergröße für die Behebung der Ursache der Abweichung oder für
die Abschaltung des Dampferzeugers verwendet wird und daß der jeweilige Soll-Wert
bei einem unbeeinträchtigten Dampferzeuger erfaßt und abgespeichert wird. Der jeweilige
Soll-Wert für jeden Betriebsparameter wird also bei einem neuen Dampferzeuger oder
bei einem sorgfältig entkalkten Dampferzeuger in der ersten noch nicht beeinträchtigten
Betriebsphase festgestellt und dient somit als Vergleichswert bei späteren Messungen
während des Betriebes eines Dampferzeugers. Bei der Feststellung des Soll-Wertes werden
bei einem unbeeinträchtigten Dampferzeuger, d.h. bei einem neuen Dampferzeuger oder
bei einem sorgfältig entkalkten Dampferzeuger, mehrere Messungen durchgeführt, um
einen Mittelwert zu erhalten, da bestimmte Zufälligkeiten, wie Stromschwankungen,
auszuschließen sind.
[0012] Die erhaltene Regelgröße oder Steuergröße wird vorzugsweise für die Durchführung
eines Wasserwechslers oder eines Entkalkungsvorganges herangezogen.
[0013] Ein wesentlicher Parameter ist der Zeitabstand zwischen zwei aufeinanderfolgenden
Frischwasserauffüllvorgängen bei Siedetemperatur des Wassers im Dampferzeuger in Abhängigkeit
von einer vorgegebenen Heizleistung. In der Praxis wird man bei verschiedenen Heizleistungen
die jeweiligen Zeitabstände bei einem noch unbeeinträchtigten Dampferzeuger messen
und abspeichern und so die jeweiligen Soll-Werte für einen späteren Vergleich erhalten.
[0014] Weitere wesentliche Betriebsparameter sind die Siedetemperatur des Wassers im Dampferzeuger,
die von der Höhe über dem Meeresspiegel abhängt, die Fülldauer zwischen den von den
Füllstandsüberwachungseinrichtungen festgelegten Niedrig- und Hochwasserständen des
Dampferzeugers, die Fülldauer bis zum Höchststand nach vollständiger Entleerung des
Dampferzeugers und die Temperaturänderungsgeschwindigkeit des Wassers im Dampferzeuger
bei vorgegebener Heizleistung, das heißt bei jeweils verschiedenen Heizleistungen.
Diese Aufzählung wesentlicher Betriebsparameter ist nicht abschließend, sondern umfaßt
nur diejenigen, die bevorzugt bei der Durchführung des Verfahrens nach der Erfindung
berücksichtigt werden. Diese bei der ersten Inbetriebnahme eines Dampferzeugers gemessenen
und gespeicherten Soll-Werte werden bei der späteren Überwachung mit den dann gemessenen
Ist-Werten verglichen. Das Ergebnis dieses Vergleichs stellt eine Regelgröße oder
eine Steuergröße dar, die dann zu den nachfolgend beschriebenen Eingriffen in den
Betriebsablauf eines Dampferzeugers führen.
[0015] Wenn bei Überschreiten des Zeitabstands-Soll-Wertes für das Frischwasserauffüllen
bei Siedetemperatur eine kleine Menge kalten Frischwassers in den Dampferzeuger gespritzt
oder gesprüht wird, so läßt sich hierdurch ein möglicherweise gebildeter Schaum zum
Zusammenfallen bringen. Liegt eine solche Schaumbildung vor und wird etwas kaltes
Wasser eingesprüht, so ist nach dem Zusammenfallen des Schaumes die Füllstandsregelung
des Dampferzeugers wieder in der Lage, einen eventuell vorhandenen Wassermangel zu
erkennen, wodurch das fehlende Wasser nachgefüllt und eine Überhitzung der Heizflächen
vermieden werden kann.
[0016] Die Sicherheit beim Betrieb des Dampferzeugers wird auch bei einfacher Ausgestaltung
dadurch erhöht, dass ein konstanter Zeitabschnitt und eine Wassermenge, die geringer
ist als die verdampfte Wassermenge während dieses Zeitabschnittes, für das Einspritzen
oder Einsprühen von Wasser in den Dampferzeuger festgelegt wird. Hierdurch wird eine
Schaumbildung und gleichzeitig auch ein Überfüllen des Dampferzeugers vermieden.
[0017] Stellt die Füllstandsmeßeinrichtung nach dem kurzen Einsprühen von Frischwasser keinen
Mangel fest, so wird in weiterer Ausgestaltung der Erfindung bei der Feststellung
einer ausreichenden Wasserfüllhöhe nach dem Einsprühen von Frischwasser in den Dampferzeuger
wegen Überschreitens des Zeitabstands-Soll-Wertes mindestens eine Spülung umfassend
eine Entleerung und eine Füllung des Dampferzeugers mit Frischwasser durchgeführt.
Hierdurch kann festgestellt werden, ob für das Überschreiten des Zeitabstands-Soll-Wertes
ein, durch Reinigungsmittel hervorgerufener Schaum, welcher sich nicht durch Einsprühen
von Frischwasser auflösen lässt, die Ursache war. Die Durchführung von mindestens
einer Spülung führt dann dazu, das Reinigungsmittel und damit die Ursache für die
Schaumbildung zu beseitigen. Liegt dann immer noch eine Abweichung zum Zeitabstands-Soll-Wert
vor, so ist die Füllstandsmeßeinrichtung zu überprüfen.
[0018] Wenn eine solche Störung nicht vorliegt, wird nach Feststellen der richtigen Funktionsweise
der Füllstandsüberwachungseinrichtung nach dem Einsprühen von Frischwasser mindestens
eine Spülung, umfassend eine Entleerung und eine Füllung des Dampferzeugers mit Frischwasser
nach Ablauf des laufenden Garprogrammes durchgeführt. Es wird also, wenn eine durch
Reinigungsschaum entstandene Störung nicht vorliegt, nach dem Einsprühen von Frischwasser
ein Wassermangel festgestellt, zunächst der Dampferzeuger mit Wasser aufgefüllt und
angenommen, dass die Ursache für das Überschreiten des Zeitabstands-Soll-Wertes eine
hohe Konzentration an Mineralien und damit aufschäumendes Wasser war. In diesem Falle
wird deshalb erst nach Ablauf des Garprogrammes und Unterschreiten einer bestimmten
Temperatur im Dampferzeuger eine Spülung durchgeführt, um den laufenden Garvorgang
nicht zu stören, weil diese festgestellte Störung durch das Nachfüllen von Wasser
behoben und damit die Gefahr einer Überhitzung der Heizflächen beseitigt wurde. Diese
Maßnahme wird durchgeführt, um einer zunehmenden Erhöhung der Konzentration an Mineralien
im Wasser des Dampferzeugers vorzubeugen, die Ursache für die Schaumbildung und das
dadurch ausgelöste Einsprühen von einer kleinen Menge Frischwasser in den Dampferzeuger
war.
[0019] Um den eingangs erläuterten Folgen, die sich aus einer hohen Wasserhärte und der
Erhöhung der Konzentration an Mineralien in dem Wasser des Dampferzeugers ergeben,
noch weiter vorzubeugen, ist in Weiterbildung der Erfindung vorgesehen, daß die Anzahl
der Einsprühvorgänge gezählt und abgespeichert wird und daß in Abhängigkeit von dieser
Anzahl je vorgebener Zeiteinheit die Notwendigkeit einer Entkalkung angezeigt und
bei Nichtdurchführung die Heizung für den Dampferzeuger abgeschaltet wird.
[0020] Es ist aber auch möglich, daß die Anzahl der Einsprühvorgänge gezählt und abgespeichert
wird und daß in Abhängigkeit von dieser Anzahl je vorgebener Zeiteinheit eine Entkalkung
des Dampferzeugers automatisch durchgeführt wird. Hier kann insbesondere eine chemische
Entkalkung durchgeführt werden, die alle Kalkablagerungen entfernt und nicht nur zu
einer Entfernung der Kalksedimente am Boden des Dampferzeugers führt.
1. Verfahren zum Überwachen des Betriebes eines Dampferzeugers für Gargeräte, dadurch gekennzeichnet, daß während des Betriebes des Dampferzeugers zumindest ein wesentlicher Betriebsparameter
desselben gemessen, der gemessene Ist-Wert mit einem Soll-Wert verglichen und das
Ergebnis des Vergleichs als Regelgröße oder Steuergröße für die Behebung der Ursache
der Abweichung oder für die Abschaltung des Dampferzeugers verwendet wird und daß
der jeweilige Soll-Wert bei einem unbeeinträchtigten Dampferzeuger erfasst und abgespeichert
wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein wesentlicher Betriebsparameter der Zeitabstand zwischen zwei aufeinanderfolgenden
Frischwasserauffüllvorgängen bei Siedetemperatur des Wassers im Dampferzeuger in Abhängigkeit
von einer vorgegebenen Heizleistung ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß ein wesentlicher Betriebsparameter die Siedetemperatur des Wassers im Dampferzeuger
ist.
4. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß ein wesentlicher Betriebsparameter die Fülldauer zwischen den von den Füllstandsüberwachungseinrichtungen
festgelegten Niedrig- und Hochwasserständen des Dampferzeugers ist.
5. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß ein wesentlicher Betriebsparameter die Fülldauer bis zum Höchststand nach vollständiger
Entleerung des Dampferzeugers ist.
6. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß ein wesentlicher Betriebsparameter die Temperaturänderungsgeschwindigkeit des Wassers
im Dampferzeuger bei vorgegebener Heizleistung ist.
7. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß bei Überschreiten des Zeitabstands-Soll-Wertes für das Frischwasserauffüllen bei
Siedetemperatur eine kleine Menge kalten Frischwassers in den Dampferzeuger gespritzt
oder gesprüht wird.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass ein konstanter Zeitabschnitt und eine Wassermenge, die geringer ist als die verdampfte
Wassermenge während dieses Zeitabschnittes, für das Einspritzen oder Einsprühen von
Wasser in den Dampferzeuger festgelegt wird.
9. Verfahren nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß bei der Feststellung einer ausreichenden Wasserfüllhöhe nach dem Einsprühen von Frischwasser
in den Dampferzeuger trotz Überschreitens des Zeitabstands-Soll-Wertes mindestens
eine Spülung umfassend eine Entleerung und eine Füllung des Dampferzeugers mit Frischwasser
durchgeführt wird.
10. Verfahren nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß nach Feststellen der richtigen Funktionsweise der Füllstandsüberwachungseinrichtung
nach dem Einsprühen von Frischwasser mindestens eine Spülung umfassend eine Entleerung
und eine Füllung des Dampferzeugers mit Frischwasser nach Ablauf des laufenden Garprogrammes
durchgeführt wird.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Anzahl der Einsprühvorgänge gezählt und abgespeichert wird und daß in Abhängigkeit
von dieser Anzahl je vorgegebener Zeiteinheit die Notwendigkeit einer Entkalkung angezeigt
und bei Nichtdurchführung die Heizung für den Dampferzeuger abgeschaltet wird.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Anzahl der Einsprühvorgänge gezählt und abgespeichert wird und daß in Abhängigkeit
von dieser Anzahl je vorgegebener Zeiteinheit eine automatische Entkalkung des Dampferzeugers
durchgeführt wird.