Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Verbinden des Endes einer auslaufenden
Materialbahn mit dem Bahnanfang einer neuen Wickelrolle beim Abwickeln von Materialbahnen,
insbesondere Papier- oder Kartonbahnen, von einer Wickelrolle.
Stand der Technik
[0002] Bei Abwickelvorrichtungen für Wickelrollen aus Materialbahnen, beispielsweise Papieroder
Kartonbahnen, sind Splicevorrichtungen bekannt, die das Ende der auslaufenden Materialbahn
mit dem Bahnanfang einer neuen Wickelrolle verbinden. Beim Abwickeln von schweren
Papierrollen, die auf durchgehende Metallachsen (Tamboure) aufgewickelt sind und bei
einer Bahnbreite von 8 m und mehr ein Gewicht von über 50 t aufweisen können, werden
zum Splicen üblicherweise die Abwickelvorrichtung und die nachfolgende Verarbeitungsmaschine
stillgesetzt.
[0003] Aus der EP 0 462 157-B1 ist eine Vorrichtung bekannt, die eine Einrichtung zum Durchtrennen
und Halten der ablaufenden Bahn aufweist. Die Halteeinrichtung für die ablaufende
Bahn ist schwenkbar gelagert, um diese gegen eine eingewechselte volle Wickelrolle
zu drücken, an deren Bahnanfang ein Klebestreifen angebracht ist. Es wird so eine
Verbindung hergestellt, bei der das Ende der auslaufenden Bahn mit dem Bahnanfang
der neuen Wicketrolle an der Splicestelle überlappt.
[0004] Eine Vorrichtung der gattungsgemäßen Art ist aus DE 43 25 944 Al bekannt. Diese Vorrichtung
weist eine Halteeinrichtung zum Halten des Endes der auslaufenden Bahn auf, die feststehend
an einer Bahnseite der ablaufenden Bahn angeordnet ist und zwei Halteelemente aufweist,
die in Bahnlaufrichtung mit Abstand voneinander angeordnet sind. Eine Bahntransporteinrichtung
dient zum Aufnehmen des Bahnanfangs einer vollen Wickelrolle an deren Umfang und zum
Transport des Bahnanfangs bis hinter den Bereich der Haltevorrichtung. Zum Durchtrennen
der Bahn ist ein Trennmesser in einer Nut der Halteeinrichtung zwischen den beiden
Halteelementen angeordnet. An der anderen Bahnseite ist ein auf- und abbewegbarer
Streifengeber angeordnet, mit dem sich ein klebender Verbindungsstreifen gegen die
Bahnen bewegen läßt. Bei der Bewegung eines Druckstücks gegen das Halteelement werden
die ablaufenden Bahn und der Anfang der neuen Bahn gemeinsam durchgetrennt. Dadurch
liegen das neue Bahnende und der neue Bahnanfang unmittelbar nebeneinander und können
so lückenlos miteinander verbunden werden.
[0005] Eine derartige, als Buttsplice bezeichnete Verbindung ohne Überlappung der beiden
Bahnen hat den Vorteil, daß die Verbindungsstelle nicht die doppelte Bahndicke aufweist
und auch kein stufenförmiger Absatz (Stoß) an der Splicestelle entsteht. Ein Stoß
an der Splicestelle kann in nachfolgenden Verarbeitungsmaschinen zu Störungen führen.
[0006] Eine weitere Vorrichtung zum Herstellen eines Buttsplice bei Filmrollen ist aus US
4 120 739 A bekannt.
Darstellung der Erfindung
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der gattungsgemäßen Art
so zu verbessern, daß eine überlappungsfreie Verbindung von sehr breiten Papierbahnen
hergestellt werden kann.
[0008] Diese Aufgabe wird mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
[0009] Die Unteransprüche erhalten bevorzugte, da besonders vorteilhafte Ausgestaltungen
der Erfindung.
[0010] Um das Bahnende mit dem Bahnanfang doppelseitig, also auf beiden Bahnseiten, zu verkleben,
ist bei der Ausführungsform nach Anspruch 5 im Zwischenraum zwischen den beiden Halteelementen
ein zweiter Wagen quer über die Arbeitsbreite bewegbar gelagert. Dieser Wagen trägt
ein zweites Klebebandauftragsgerät. Bei der Ausführungsform nach Anspruch 6 kann der
zweite Wagen an den ersten, mit einem Fahrantrieb verbundenen Wagen angekuppelt werden;
beispielsweise mittels eines bewegbaren Bolzens. Er wird so beim Bahntrennen und beim
Auftragen der Klebebänder von dem ersten Wagen mitgeschleppt.
[0011] Die Patentansprüche 7 und 8 beanspruchen die bevorzugte Ausführungsform der Erfindung,
bei der der Wagen aus zwei Teilen besteht, die über eine Brücke starr miteinander
verbunden sind. Beidseits der Brücke ist jeweils ein Trennmesser angeordnet. Diese
Ausführungsform hat gegenüber der Ausführungsform mit zwei Wagen den Vorteil, daß
in beide Bewegungsrichtungen des Wagens geschnitten werden kann. Der Wagen braucht
somit nach dem Durchschneiden der ablaufenden Bahn nicht in seine Ausgangsposition
zurückbewegt zu werden, um den neuen Bahnanfang vor dem Verkleben durchzuschneiden.
[0012] Die Vorrichtung nach den Ansprüchen 7 und 8 hat den weiteren Vorteil, daß keine zusätzliche
Lagerung für einen zweiten Wagen in der Halteeinrichtung erforderlich ist. Weiterhin
sind aufgrund ihrer festen Verbindung die beiden Wagenteile mit den an ihnen befestigten
Elementen zum Schneiden und Klebebandauftragen exakt zueinander ausgerichtet. Eine
exakte Ausrichtung der Elemente an beiden Wagen bzw. beiden Wagenteilen ist erforderlich,
damit die Bahnen störungsfrei und exakt bei möglichst großer Arbeitsgeschwindigkeit
geschnitten und die Klebebänder aufgetragen werden können.
Kurze Beschreibung der Zeichnung
[0013] Die Zeichnung dient zur Erläuterung der Erfindung anhand eines vereinfacht dargestellten
Ausführungsbeispiels.
- Figur 1
- zeigt in Seitenansicht den Aufbau einer erfindungsgemäßen Splicevorrichtung.
- Figur 2
- zeigt in einer vergrößerten Darstellung die Halteeinrichtung und die Bahntrenn- und
Klebebandauftragseinrichtung beim Durchtrennen der Materialbahn.
- Figur 3
- zeigt die Halteeinrichtung und die Bahntrenn- und Klebebandauftragseinrichtung beim
Auftragen der Klebebänder.
- Figur 4
- zeigt ausschnittsweise eine Ansicht gegen Bahnlaufrichtung auf die Halteeinrichtung.
- Figur 5
- zeigt eine Draufsicht auf die beiden Wagen mit jeweils einem Klebebandspender.
- Die Figuren 6 bis 15
- zeigen die Arbeitsweise der Splicevorrichtung.
- Figur 16
- zeigt in Seitenansicht den Aufbau einer alternativen Splicevorrichtung mit einem zweiteiligen
Wagen.
- Figur 17
- zeigt in einer vergrößerten Darstellung die Halteeinrichtung und die Bahntrenn- und
Klebebandauftragseinrichtung beim Durchtrennen der Materialbahn.
- Figur 18
- zeigt eine Draufsicht auf den zweiteiligen Wagen der Bahntrenn- und Klebebandauftragseinrichtung.
Wege zur Ausführung der Erfindung
[0014] Die nachfolgend beschriebenen Ausführungsformen der Erfindung sind jeweils Bestandteil
einer Abwickelvorrichtung für schwere Papierrollen 1, die auf als Tamboure bezeichnete
durchgehende Metallachsen aufgewickelt sind und bei einer Bahnbreite von 8 m und mehr
ein Gewicht von über 50 t aufweisen können. Die Wickelrolle ist mit ihrem Tambour
2 in einem Abwickelgestell mit zwei seitlichen Ständern 3 eingehängt. Ein seitlicher
Bremsgenerator, der sowohl die Wickelrolle 1 im generatorischen Betrieb abbremsen,
als auch im motorischen Betrieb antreiben kann, ist in der vereinfachten Zeichnung
nicht dargestellt. Die Papierbahn 4 wird von der Wickelrolle 1 von oben (wie in den
Ausführungsbeispielen) oder unten abgezogen und zu einer nachfolgend angeordneten
Rollenschneid- und -wickelmaschine geführt, wo sie in Einzelbahnen längsgeteilt und
zu kleineren Wickelrollen aufgewickelt wird.
[0015] Mit Abstand hinter der Abwickelvorrichtung und außerhalb des Durchmesserbereichs
einer vollen Wickelrolle 1 ist eine Splicevorrichtung 5 angeordnet, durch die die
Bahn 4 geführt wird. Mittels der Splicevorrichtung 5 wird bei einem Wickelrollenwechsel
das Ende der auslaufenden Bahn mit dem Bahnanfang einer neuen Wickelrolle stoßfrei,
also ohne Überlappung der beiden Bahnen, in einem sogenannten Butt-Splice verbunden.
[0016] Die Splicevorrichtung 5 enthält als wesentlicher Bestandteil eine feststehend angeordnete
Bahnhalteeinrichtung 6 mit zwei Halteelementen 7, 8, die in Bahnlaufrichtung mit einem
Abstand von ca. 50 mm voneinander angeordnet sind. Jedes Halteelement 7, 8 weist eine
sich parallel zur Bahn 4 quer über die maximale Bahnbreite erstreckende Haltefläche
auf, mit der die Bahn 4 festgehalten werden kann. In Bahnlaufrichtung vor der Halteeinrichtung
6 ist eine Leitrolle 9 angeordnet, die in Zusammenwirkung mit einer hinter der Splicevorrichtung
5 angeordneten weiteren Leitrolle 10 die Bahn beim Abwickeln mit geringem, jedoch
ausreichendem Abstand an den Halteflächen der Halteelemente 7, 8 vorbeiführt, wie
in Figur 1 dargestellt ist.
[0017] Bevorzugt sind die beiden Halteelemente 7, 8 mit Unterdruck beaufschlagbare Saugkästen,
deren der Bahn 4 zugewandte Wand als Haltefläche Saugöffnungen 11 aufweist, um die
Bahn 4 anzusaugen und so zu halten. Die Saugöffnungen 11 sind in Figur 4 dargestellt.
[0018] Im Bereich der Bahnhalteeinrichtung 6 ist auf der anderen Seite der Bahn 4 eine Bahntrenn-
und Klebebandauftragseinrichtung 12 angeordnet, die gegen die Bahnhalteeinrichtung
6 schwenkbar gelagert ist. Die Bahntrenn- und Klebebandauftragseinrichtung 12 besteht
aus einem schwenkbar gelagerten und zur Bahn 4 hin offenen Balken 13, in dem ein quer
über die Arbeitsbreite verfahrbarer Wagen 14 gelagert ist. Als Fahrantrieb dient eine
an dem Balken 13 befestigte und sich über dessen Länge erstreckende Linearantriebseinheit
15, deren Mitnehmer mit dem Wagen 14 verbunden ist.
Der in den Figuren 2, 3 und 5 vergrößert dargestellte Wagen 14 trägt zumindest ein
Trennmesser 16, bevorzugt ein Kreismesser, zum Durchtrennen der Bahn 4, und zumindest
ein Klebebandauftragsgerät 17. Die Bahntrenn- und Klebebandauftragseinrichtung 12
ist so gegen die Bahnhaltevorrichtung 6 schwenkbar gelagert, dass beim Anschwenken
gegen die Bahn 4 diese von dem Schwenkbalken 13 gegen beide Halteelemente 7, 8 gedrückt
wird. Dabei nähert sich der Wagen 14 dem Zwischenraum zwischen den beiden Halteelementen
7, 8. In angeschwenkter Position kann das Messer 16 in seine Schneidposition mit seiner
Schneidkante im Zwischenraum zwischen den beiden Halteelementen 7, 8 bewegt werden
(Figur 2), und das Klebebandauftragsgerät 17 ist zum Auftragen eines Klebebands 18
gegen die Bahn 4 bewegbar (Figur 3). Der Wagen 14 ist in dem Balken 13 so gelagert,
dass er sich in der angeschwenkten Position störungsfrei über die Arbeitsbreite bewegen
kann.
[0019] Bevorzugt ist im Zwischenraum zwischen den beiden Halteelementen 7, 8 ein zweites
Klebebandauftragsgerät 19 angeordnet, das an einem quer über die Arbeitsbreite bewegbar
gelagerten Wagen befestigt ist. So kann das Bahnende mit dem Bahnanfang einer neuen
Wickelrolle doppelseitig, also auf beiden Bahnseiten verklebt werden.
[0020] Bei der Ausführungsform nach den Figuren 1 bis 15 ist das zweite Klebebandauftragsgerät
19 an einem getrennten, quer über die Arbeitsbreite bewegbaren Wagen 20 befestigt.
Der Wagen 20 des Klebebandauftraggerätes 19 ist an einer Linearführung 21 gelagert,
die sich über die Arbeitsbreite erstreckend auf dem Boden des Zwischenraums zwischen
den Halteelementen 7,8 der Halteeinrichtung 6 befestigt ist.
[0021] In Figur 5 sind der Aufbau der beiden Wagen 14, 20 mit den daran befestigten Aggregaten
detaillierter dargestellt:
[0022] Da nur der Wagen 14 mit einem Fahrantrieb verbunden ist, kann der zweite Wagen 20
mittels eines bewegbaren Bolzens 21 an ihn gekuppelt werden. An den Wagen 14 angekuppelt,
wird der Wagen 20 von diesem beim Bahntrennen und beim Auftragen der Klebebänder 18
mitgeschleppt. Der Kupplungsboizen 21 wird von einer pneumatischen Kolben-Zylinder-Einheit
22 betätigt, die ihn in eine angepaßte Bohrung in einem auf dem Wagen 20 befestigten
Kupplungsstück 23 bewegt. Das Kreismesser 16 ist auf dem Wagen 14 ebenfalls in Richtung
zum Wagen 20 mittels einer Kolben-Zytinder-Einheit 24 bewegbar gelagert, damit es
zum Schneiden gegen eine am Wagen 20 befestigten Gegenrolle 25 bewegt werden kann.
Zum Auftragen der Klebebänder 18 wird es in eine inaktive Position mit Abstand von
der Gegenrolle 25 zurückbewegt.
[0023] Die Komponenten der beiden Klebebandauftragsgeräte 17, 19 sind in etwa spiegelbildlich
zur Bahnebene angeordnet. Jedes Klebebandauftragsgerät 17, 19 enthält eine Vorratsrolle
26, von der das Klebeband 18 abgezogen wird und von Leitrollen 27, 28 zur Bahnebene
hin geführt wird. Zum Anpressen des jeweiligen Klebebandes 18 gegen die Bahn 4 dienen
Klemmrollen 29, 30, die mit Abstand voneinander angeordnet sind. Zwischen den beiden
Klemmrollen 29, 30 ist jeweils eine Abreißklinge 31 zum Durchtrennen des jeweiligen
Klebebandes 18 gelagert. Beide vorderen Klemmrollen 29 eines Wagens 14, 20 sind mittels
einer zugehörigen Kolben-Zylinder-Einheit 32 voneinander wegschwenkbar gelagert. Beim
Rückschwenken einer Klemmrolle 29 ändert sich der Lauf des Klebebandes 18 zwischen
der Rolle 28 und der Klemmrolle 30 so, dass das Klebeband 18 von der Abreißklinge
31 durchgetrennt wird. Die hintere Klemmrolle 30 des Wagens 14 ist zusätzlich gemeinsam
mit der Abreißklinge 31 auf einer Schwenkplatte 33 um eine Achse 34 zur Bahnebene
hin und zurück schwenkbar gelagert. An der Schwenkplatte 33 greift eine Kolben-Zylinder-Einheit
35 an, von der die Klemmrolle 30 gegen die Klemmrolle 30 des anderen Wagens 20 angestellt
werden kann. In der in Figur 5 dargestellten Anstellposition befindet sich die Abreißklinge
31 des Wagens 14 mit geringem Abstand von dem Klebeband 18, so dass das Klebeband
18 beim Rückschwenken der vorderen Klemmrolle 29 durchgetrennt wird.
[0024] Wie aus der Ansicht gegen Bahnlaufrichtung nach Figur 4 ersichtlich, erstreckt sich
das untere Halteelement 8 an beiden Längsseiten der Vorrichtung bis über die maximale
Bahnbreite hinaus, die etwa der Breite des oberen Halteelementes 7 entspricht. Gleiches
gilt für den unteren Schenkel des Schwenkbalkens 13 der Bahntrenn- und Klebebandauftragseinrichtung
12, an dem der Wagen 14 gelagert ist. Beide Wagen 14, 20 mit den Klebstoffauftragsgeräten
17, 19 können so über die maximale Bahnbreite hinaus in seitliche Parkpositionen bewegt
werden. An einer Längsseite ist in dem Bereich der so verlängerten Klebebandauftragsstrecke
außerhalb der maximalen Bahnbreite ein mit der Bahnebene fluchtendes Blech 36 angeordnet,
gegen das die Klemmrollen 29, 30 der Klebebandauftragsgeräte 17, 19 zu Beginn des
Klebebandauftrages bewegbar sind. Sind wie im vorliegenden Ausführungsbeispiel zwei
Klebebandauftragsgeräte 17, 19 für einen beidseitigen Klebebandauftrag vorhanden,
so werden die Klemmrollen 29, 30 zu Beginn des Klebebandauftrages jeweils gegen eine
Seite des Blechs 36 bewegt. Der Anfang der Klebebänder 18 wird so beim Klebebandauftrag
zunächst auf dem Blech 26 aufgeklebt, anschließend fährt das Klebebandauftragsgerät
17, 19 auf die andere Seite (in Figur 4 von links nach rechts) und zieht dabei die
Klebebänder 18 von den Vorratsrollen 26 ab. Der für das Abziehen der Klebebänder 18
notwendige Zug wird so nicht von der empfindlichen Bahn 4, sondern von dem feststehenden
Blech 36 aufgenommen. Nicht dargestellt ist in den Zeichnungen ein zwischen dem Blech
36 und dem oberen Halteelement 7 angeordnetes Trennmesser, von dem die Klebebänder
18 nach dem Auftragen unmittelbar neben dem Halteelement 7 durchgetrennt werden.
[0025] Als weiteres Element enthält die Splicevorrichtung 5 eine Bahntransporteinrichtung
37, mittels der ein Bahnanfang von einer vollen Wickelrolle 1 an deren Umfang aufgenommen
und bis hinter den Bereich der Haltevorrichtung 6 transportiert werden kann. Bevorzugt
besteht die Bahntransporteinrichtung 37 aus einem Saugrohr 38, das am freien Ende
von zwei seitlichen Schwenkhebeln 39 frei drehbar gelagert ist. Das Saugrohr 38 ist
an ein Unterdruckgebläse angeschlossen und weist auf seinem Umfang Saugöffnungen auf,
um den Bahnanfang einer neuen Wickelrolle 1 aufzunehmen und zu halten. Die Schwenkhebel
39 sind so gestaltet und schwenkbar gelagert, dass das Saugrohr 38 einerseits gegen
den Umfang einer vollen Wickelrolle 1 bewegt werden kann, andererseits durch den Zwischenraum
zwischen der Haitevorrichtung 6 und der rückgeschwenkten Bahntrenn- und Klebebandauftragseinrichtung
12 in Bahntaufrichtung bis hinter die Haltevorrichtung 6 bewegt werden kann.
[0026] An der hinter der Splicevorrichtung 5 angeordneten Leitrolle 10 ist eine Klemmvorrichtung
40 angeordnet, mit der sich das Ende einer ablaufenen Bahn 4 an der Leitrolle 10 festklemmen
läßt, um es festzuhalten.
[0027] In den Figuren 6 bis 15 sind die einzelnen Schritte zur Durchführung eines Bahnsplices
dargestellt:
[0028] Die Figuren 1 und 6 zeigen die Splicevorrichtung 5 in ihrer Ruheposition, während
die Bahn 4 von der Wickelrolle 1, 41 abgewickelt wird. Die Bahntrenn- und Klebebandauftragseinrichtung
12 ist zurückgeschwenkt, das Saugrohr 38 befindet sich in einer Parkposition, entweder
unterhalb der Haltevorrichtung 6 (Figur 6) oder oberhalb der Haltevorrichtung 6 (Figur
15). Die Bahnklemmeinrichtung 40 ist inaktiv. Die Bahn 4 läuft von den Leitrollen
9, 10 umgelenkt mit geringem Abstand an den Halteflächen der Halteelemente 7, 8 vorbei.
[0029] Ist die Wickelrolle 1 bis auf eine Restrolle 41 mit einer geringen Anzahl von Papierlagen
abgewickelt, so wird der Abwickelvorgang abgebremst. Die stillstehende Bahn 4 wird
von der Klemmeinrichtung 40 an der Leitrolle 10 festgeklemmt. Die beiden Wagen 14,
20 befinden sich an einer Seite neben der Bahn 4 in der in Figur 4 dargestellten Position.
Nachdem die beiden Halteelemente 7, 8 durch Einschalten der Saugluft aktiviert sind,
schwenkt der Balken 13 gegen die Halteeinrichtung 6, wobei sich der in ihm gelagerte
Wagen 14 gegen den in der Halteeinrichtung 6 gelagerten Wagen 20 bewegt. In der angeschwenkten
Position klemmen die beiden Schenkel des Balkens 13 zusätzlich die Bahn 4 an den Halteelementen
7, 8 fest. Die beiden Wagen 14, 20 werden mittels des Kupplungsbolzens 21 aneinander
gekuppelt, und das Trennmesser 16 wird gegen die Gegenrolle 25 bewegt. Anschließend
fahren die beiden Schlitten 14, 20 mit dem aktivierten Messer 16 quer über die Bahnbreite,
dabei wird die Bahn 4 zwischen den beiden Halteelementen 7, 8 durchgetrennt. Die beiden
Klebebandspender 17, 19 sind dabei inaktiv, so dass ausschließlich geschnitten, aber
kein Klebeband aufgetragen wird. Beim Trennvorgang werden die miteinander gekuppelten
Wagen 14, 20 so bewegt, dass zuerst das Trennmesser 16 die gespannte Bahn 4 trennt.
Anschließend fährt der Kupplungsbolzen 21 in den Trennspalt zwischen die beiden Bahnen
ein und bewegt sich durch den Schnnitt. In der Darstellung nach Figur 5 werden die
beiden Wagen 14, 20 beim Schneiden von oben nach unten bewegt. Nach dem Durchtrennen
der Bahn 4 fahren die Schlitten 14, 20 wieder zurück in ihre Ruheposition neben der
Bahn 4 (Figur 7).
[0030] Anschließend wird das obere, sich näher an der Abwickelvorrichtung befindliche Halteelement
7 inaktiviert, indem die Saugluft abgeschaltet wird. Wie in Figur 8 dargestellt, wird
der Balken 13 zurück in seine Ruheposition geschwenkt. Danach wird das mit der Restrolle
41 verbundene Bahnende durch Rückwärtsdrehen des Generators aus der Splicevorrichtung
5 gezogen, und die Restrolle 41 wird aus dem Abwickelgestell entfernt. Das Ende der
ablaufenden Bahn 42 wird von dem weiterhin aktiven unteren Halteelement 8 gehalten.
Danach wird eine neue Wickelrolle 1 in das Abwickelgestell so eingehängt, dass ihr
Bahnanfang 43 exakt im Bewegungsbereich des Saugrohrs 38 positioniert ist.
[0031] Das Saugrohr 38 wird anschließend aus seiner Ruheposition gegen die volle Wickelrolle
1 geschwenkt, während die Saugluft in seinem Inneren eingeschaltet ist (Figur 9).
Der Bahnanfang 43 wird von dem Saugrohr 38 angesaugt und an dessen Mantelfläche gehalten.
Anschließend wird die Wickelrolle 1 in Abwickelrichtung gedreht, wobei sich das frei
drehbar gelagerte und an der Wickelrolle 1 anliegende Saugrohr 18 mitdreht und dabei
eine gewisse Bahnlänge aufwickelt. Die Wickelrolle 1 wird wieder abgestoppt, wenn
auf dem Saugrohr 38 eine Bahnlänge aufgewickelt ist, die zumindest der Bewegungsstrecke
des Saugrohrs 38 in die abgesenkte Position hinter dem Bahnhalteelement 6 entspricht.
[0032] Danach wird das Saugrohr 38 bis hinter die Bahnhalteeinrichtung 6 abgeschwenkt (Figur
10). Beim Abschwenken wird die auf ihm aufgewickelte Bahn 43 wieder abgewickelt, wobei
in der Endposition noch mindestens 1,5 Lagen das Saugrohr 18 umschlingen. Nachdem
das obere Halteelement 7 durch Einschalten der Saugluft wieder aktiviert wurde, schwenkt
der Balken 13 erneut gegen die Halteeinrichtung 6 (Figur 11). Wie vorstehend zu Figur
7 beschrieben, wird nun der Bahnanfang 43 der neuen Wickelrolle 1 entlang der gleichen
Schnittlinie zwischen den beiden Halteelementen 7, 8 durchgetrennt. Anschließend schwenkt
der Balken 13 wieder in seine Ruheposition, damit der abgetrennte Bahnanfang hinter
dem Halteelement 7 auf das Saugrohr 38 aufgewickelt werden kann. Zum Aufwickeln setzt
das Saugrohr 38 mit seiner Unterseite auf eine in Figur 12 angedeutete Antriebsrolle
44 auf, von der es gedreht wird.
[0033] Nachdem der abgetrennte Bahnanfang aufgewickelt ist, wird der Bahnanfang 43 der neuen
Wickelrolle von dem oberen Halteelement 7, das Ende der ablaufenden Bahn 42 von dem
unteren Halteelement 8 gehalten. Die beiden Bahnenden befinden sich überlappungsfrei
in der Bahnebene unmittelbar übereinander. Der Balken 13 schwenkt nun - wie in Figur
13 dargestellt - erneut gegen das Halteelement 6, dabei werden die beiden Wagen 14,
20 mit den beiden Klebebandauftragsgeräten 17, 19 in ihre Startposition an dem Blech
36 bewegt (in Figur 4 links). Die beiden Klebebandauftragsgeräte 17, 19 werden nun
aktiviert, indem die Klemmrollen 28, 29 der beiden Wagen 14, 20 gegeneinander bewegt
werden. Die beiden gekuppelten Wagen 14, 20 fahren anschließend quer über die Arbeitsbreite
(in Figur 4 von links nach rechts ), dabei wird zunächst auf beide Seiten des Blechs
36 jeweils ein Klebeband 18 aufgetragen. Der beim Abziehen von den Vorratsrollen 26
auftretende Zug der Klebebänder 18 wird dabei von dem Blech 36 aufgenommen, an dem
die beiden Anfänge der Klebebänder 18 festgeklebt sind. Nach Verlassen des Blechs
36 wird auf jede Bahnseite ein Klebeband 18 aufgetragen. Beim Auftragen der Klebebänder
18 ist das Trennmesser 16 inaktiviert, also zurückgeschwenkt. Durch den Auftrag jeweils
eines Klebebandes 18 auf jeder Bahnseite werden die beiden unmittelbar nebeneinander
befindlichen Bahnenden auf beiden Bahnseiten miteinander verbunden.
[0034] Der Klebevorgang wird bei der Rückwärtsbewegung der beiden Wagen 14, 20 durchgeführt.
Hierbei fährt jetzt zuerst der Kupplungsbolzen 21 in den Trennspalt zwischen die beiden
Bahnen 42, 43, anschließend werden dann die Klebebänder 18 auf die Vorder- und Rückseite
der Bahnen 42, 43 aufgetragen.
[0035] Durch den genügend großen Abstand zwischen dem Kupplungsbolzen 21 und den Klebeband-Auftragsgeräten
17, 19 können sich die beiden Kanten der Bahnen 42, 43 wieder so weit annähern, dass
die Klebung einwandfrei durchgeführt werden kann.
[0036] Wenn die beiden Wagen 14, 20 auf der anderen Seite der Vorrichtung angekommen sind,
werden die beiden ersten Klemmrollen 29 zurückgeschwenkt, dabei werden die Klebebänder
18 von den Klingen 31 durchgetrennt. An der Startseite trennt ein zwischen dem Blech
und dem Halteelement 7 angeordnetes Trennmesser außerhalb der Bahnbreite die beiden
aufeinandergeklebten Klebebänder 18 durch.
[0037] Nach dem Verkleben der beiden Bahnenden wird die Saugluft des Saugrohrs 38 abgeschaltet,
der Balken 13 wird wieder in seine Ruheposition geschwenkt, die beiden Halteelemente
7, 8 werden inaktiviert, und die Klemmvorrichtung 40 wird gelöst (Figur 14). Alle
Elemente der Splicevorrichtung 5 befinden sich in ihrer Ruheposition, so dass mit
dem Abwickeln der neuen Wickelrolle 1 begonnen werden kann.
[0038] In Figur 15 ist eine alternative Ruheposition für das Saugrohr 38 dargestellt. Das
Saugrohr 38 ist soweit hochgeschwenkt, dass es sich im Bereich oberhalb der Halteeinrichtung
6 und der Bahntrenn- und Klebebandauftragseinrichtung 12 befindet. Diese Position
hat den Vorteil, dass eine Bedienungsperson den Bahnrest einfach von dem Saugrohr
38 entfernen kann, um es für den nächsten Splicevorgang vorzubereiten. Nach dem Entfernen
des Bahnrestes kann das Saugrohr 38 in dieser Position stehen bleiben oder in die
andere Ruheposition hinter der Halteeinrichtung 6 abgesenkt werden, bis der nächste
Rollenwechsel ansteht.
[0039] In den Figuren 16 - 18 sind der Aufbau und die Arbeitsweise der bevorzugten Ausführungsform
mit einem zweiteiligen Wagen 14 dargestellt. Der in Figur 17 vergrößert und in Figur
18 in einer Draufsicht dargestellte Wagen trägt als Bahntrenneinrichtung zwei Trennmesser
16, 45 und als Klebebandauftragseinrichtung zwei Klebebandauftragsgeräte 17, 19. Der
Aufbau des Wagens 14 mit den daran befestigten Aggregaten ist in Figur 18 detaillierter
dargestellt:
[0040] Der Wagen 14 enthält eine zweiteilig ausgeführte Grundplatte, deren beiden Teile
46, 47 über eine Brücke 48 starr miteinander verbunden sind. Außerhalb des Bereichs
der Brücke 48 sind die beiden Teile 46, 47 durch einen Schlitz 49 voneinander getrennt,
der sich in der angeschwenkten Arbeitsposition der Bahntrenn- und Klebebandauftragseinrichtung
12 im Bereich der Bahnebene 4 befindet. Die beiden als Kreismesser ausgebildeten Trennmesser
16, 45 sind unmittelbar neben der Brücke 48 auf dem Teil 46 in Richtung zum Teil 47
mittels einer Kolben-Zylinder-Einheit 24 bewegbar gelagert. Jedes der beiden Kreismesser
16, 45 kann so zum Schneiden gegen eine am Teil 47 befestigte Gegenrolle 25 bewegt
werden. Zum Auftragen der Klebebänder 18 werden die Kreismesser 16, 45 in eine inaktive
Position mit Abstand von den Gegenrollen 25 zurückbewegt.
[0041] Die Komponenten der beiden Klebebandauftragsgeräte 17, 19 sind in etwa spiegelbildlich
zur Ebene der Bahn 4 angeordnet. Jedes Klebebandauftragsgerät 17, 19 enthält eine
Vorratsrolle 26, von der das Klebeband 18 abgezogen und von Leitrollen 27, 28 zur
Bahnebene hin geführt wird. Zum Anpressen des jeweiligen Klebebandes 18 gegen die
Bahn 4 dienen Klemmrollen 29, 30, die mit Abstand voneinander angeordnet sind. Zwischen
den beiden Klemmrollen 29, 30 ist jeweils eine Abreißklinge 31 zum Durchtrennen des
jeweiligen Klebebandes 18 gelagert. Beide vorderen Klemmrollen 29 eines Wagenteils
46, 47 sind mittels einer zugehörigen Kolben-Zylinder-Einheit 32 voneinander wegschwenkbar
gelagert. Beim Rückschwenken einer Klemmrolle 29 ändert sich der Lauf des Klebebandes
18 zwischen der Rolle 28 und der Klemmrolle 30 so, dass das Klebeband 18 von der Abreißklinge
31 durchgetrennt wird. Die hintere Klemmrolle 30 am Wagenteil 46 ist zusätzlich gemeinsam
mit der Abreißklinge 31 auf einer Schwenkplatte 33 um eine Achse 34 zur Bahnebene
hin und zurück schwenkbar gelagert. An der Schwenkplatte 33 greift eine Kolben-Zylinder-Einheit
35 an, von der die Klemmrolle 30 gegen die Klemmrolle 30 des anderen Wagenteils 47
angestellt werden kann. In der in Figur 18 dargestellten Anstellposition befindet
sich die Abreißklinge 31 des Wagens 14 mit geringem Abstand von dem Klebeband 18,
so dass das Klebeband 18 beim Rückschwenken der vorderen Klemmrolle 29 durchgetrennt
wird.
[0042] Der Wagen 14 ist in dem Schwenkbalken 13 so gelagert, dass bei dessen Anschwenken
gegen die Halteelemente 7, 18 sich der Wagenteil 47 in den Zwischenraum zwischen den
beiden Halteelementen 7, 8 bewegt. In angeschwenkter Position befindet sich der Wagenteil
46 auf der einen Bahnseite, der Wagenteil 47 auf der anderen Bahnseite, wie in Figur
17 dargestellt ist. In dieser Position werden die Schneidkanten der beiden Messer
16, 45 beim Andrücken gegen die jeweils zugeordnete Gegenrolle 25 durch die Bahnebene
bewegt, daher wird die Bahn 4 bei einer Bewegung des Schlittens quer über die Bahnbreite
von dem jeweils aktivierten Kreismesser 16, 45 durchgetrennt.
[0043] Die beiden beidseits der festen Brücke 48 angeordneten Messer 16, 45 ermöglichen
so, die Bahn 4 bei beiden möglichen Bewegungsrichtungen des Schlittens 14 durchzutrennen.
Das jeweils in Bewegungsrichtung vordere Kreismesser 16, 45 wird aktiviert, so dass
sich die nachfolgende Brücke 48 durch den Schnitt bewegen kann.
[0044] Ein Bahnsplice wird bei der Ausführungsform nach den Figuren 16 bis 18 im wesentlichen
mit den Schritten durchgeführt, die in den Figuren 6 bis 15 dargestellt sind. Nachfolgend
werden daher nur die wesentlichen Schritte und die Änderungen gegenüber dieser Verfahrensweise
dargestellt:
[0045] Wenn die Wickelrolle 1 bis auf eine Restrolle abgewickelt ist, wird zunächst der
Abwickelvorgang abgebremst. Die stillstehende Bahn 4 wird von der Klemmeinrichtung
40 an der Leitrolle 10 festgeklemmt, und die beiden Halteelemente 7, 8 werden durch
Einschalten der Saugluft aktiviert. Anschließend schwenkt der Balken 13 gegen die
Halteeinrichtung 6, wobei sich der Wagen 14 an einer Seite neben der Bahn 4 befindet.
[0046] Beim Anschwenken bewegt sich der Wagenteil 47 in den Zwischenraum zwischen den beiden
Halteelementen 7, 8, wie in Figur 17 dargestellt ist. Die beiden Schenkel des Balkens
13 klemmen die Bahn 4 zusätzlich an den Halteelementen 7, 8 fest.
[0047] Anschließend wird der Wagen 14 mit dem aktivierten Trennmesser 45 quer über die Bahnbreite
bewegt und die Bahn 4 durchgeschnitten. Damit sich die Brücke 48 durch den Schnitt
bewegen kann, erfolgt die Bewegung des Wagens 14 in der Darstellung nach Figur 18
von unten nach oben. Beim Schneiden sind die beiden Klebebandspender 17, 19 inaktiv,
es wird keine Klebeband 18 aufgetragen.
[0048] Nachdem das obere Halteelement 7 inaktiviert wurde, wird der Balken 13 zurück in
seine Ruheposition geschwenkt, und die Restrolle wird aus dem Abwickelgestell 3 entfernt.
Nach dem Einhängen einer neuen Wickelrolle 1 in das Abwickelgestell 3 wird das Saugrohr
38 der Bahntransporteinrichtung 37 gegen die volle Wickelrolle 1 geschwenkt, während
die Saugluft in seinem Inneren eingeschaltet ist. Auf dem Saugrohr 38 wird der Bahnanfang
in einer Bahnlänge aufgewickelt, die zumindest der Bewegungsstrecke des Saugrohrs
38 in die abgesenkte Position hinter der Bahnhalteeinrichtung 6 entspricht.
[0049] Anschließend wird der Bahnanfang der neuen Wickelrolle 1 bis hinter die Bahnhalteeinrichtung
6 transportiert, indem das Saugrohr 38 abgeschwenkt wird. Dabei wird die auf ihm aufgewickelte
Bahn 4 bis auf wenige Lagen abgewickelt.
[0050] Nachdem das obere Halteelement 7 durch Einschalten der Saugluft wieder aktiviert
wurde, schwenkt der Balken 13 erneut gegen die Halteeinrichtung 6. Der Bahnanfang
der neuen Wickelrolle 1 wird entlang der gleichen Schnittlinie zwischen den beiden
Halteelementen 7, 8 durchgetrennt, indem der Wagen 14 mit dem aktivierten Kreismesser
16 in Gegenrichtung über die Bahnbreite bewegt wird; in Figur 18 von oben nach unten.
Dabei bewegt sich die Brücke 48 wieder hinter dem aktiven Trennmesser 16 durch den
Schnitt. Es ist somit nicht erforderlich, den Wagen 14 vor dem zweiten Schneidvorgang
wieder an die ursprüngliche Bahnseite zurückzufahren.
[0051] Der so geschaffene neue Bahnanfang der neuen Wickelrolle 1 wird von dem oberen Halteelement
7, das Ende der ablaufenden Bahn von dem unteren Halteelement 8 gehalten. Die beiden
Bahnenden befinden sich überlappungsfrei in der Bahnebene unmittelbar nebeneinander.
Anschließend schwenkt der Balken 13 erneut gegen das Halteelement 6, dabei werden
die beiden Klebebandauftragsgeräte 17, 19 aktiviert. Dazu werden die Klemmrollen 28,
29 der beiden Wagenteile 46, 47 gegeneinander bewegt. Der Wagen 14 fährt anschließend
quer über die Arbeitsbreite (in Figur 18 von unten nach oben), dabei wird auf jede
Bahnseite ein Klebeband 18 aufgetragen. Beim Auftragen der Klebebänder 18 sind die
Trennmesser 16, 45 inaktiviert, also in einer zurückgezogenen Position. Die Brücke
48 bewegt sich vor dem die Bahnenden verbindenden Auftragen der Klebebänder 18 durch
den Zwischenraum zwischen den beiden Bahnenden. Auch zum Auftragen der Klebebänder
18 ist keine Leerfahrt des Wagens 14 erforderlich.
[0052] Wenn der Wagen 14 auf der anderen Seite angekommen ist, werden die beiden ersten
Klemmrollen 29 zurückgeschwenkt, dabei werden die Klebebänder 18 von den Klingen 31
durchgetrennt. Die Saugluft des Saugrohrs 28 wird abgeschaltet, der Balken 13 wieder
in seine Ruheposition geschwenkt. Nachdem die beiden Halteelemente 7, 8 inaktiviert
sind und die Klemmeinrichtung 40 gelöst wurde, befinden sich alle Elemente der Splicevorrichtung
5 wieder in ihrer Ruheposition. Es kann anschließend mit dem Abwickeln der neuen Wickelrolle
1 begonnen werden.
1. Vorrichtung zum Verbinden des Endes einer auslaufenden Materialbahn (42) mit dem Bahnanfang
(43) einer neuen vollen Wickelrolle (1) beim Abwickeln von Materialbahnen (4), insbesondere
von Papier- oder Kartonbahnen, mit einer Einrichtung (16) zum Durchtrennen der Bahn
(4), einer Halteeinrichtung (6) zum Halten des Endes der auslaufenden Materialbahn
(42), die feststehend an einer Bahnseite der ablaufenden Materialbahn (4) angeordnet
ist und zwei Halteelemente (7, 8) aufweist, die in Bahnlaufrichtung mit Abstand voneinander
angeordnet sind, mit einer Bahntransporteinrichtung (37) zum Aufnehmen des Bahnanfangs
(43) der vollen Wickelrolle (1) an deren Umfang und zum Transport des Bahnanfangs
(43) bis hinter den Bereich der Halteveinrichtung (6), und mit einer an der anderen
Bahnseite gegen die Halteeinrichtung (6) bewegbar gelagerten Klebebandauftragseinrichtung
(12), dadurch gekennzeichnet, daß an der anderen Bahnseite eine Bahntrennund Klebebandauftragseinrichtung (12) gegen
die Halteeinrichtung (6) bewegbar gelagert ist, die einen quer über die Arbeitsbreite
verfahrbaren Wagen (14) enthält, der ein Trennmesser (16), bevorzugt ein Kreismesser,
und ein Klebebandauftragsgerät (17) enthält, wobei bei der Bewegung der Bahntrenn-
und Klebebandauftragseinrichtung (12) gegen die Halteeinrichtung (6) die Schneidkante
des Trennmessers (16) durch die Bahnebene in den Zwischenraum zwischen den beiden
Halteelementen (7, 8) bewegbar ist und die Halteelemente (7, 8) einzeln aktivierbar
sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass hinter der Halteeinrichtung (6) eine Einrichtung (40) zum Festklemmen der auslaufenden
Bahn (42) angeordnet ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Halteelemente (7, 8) Saugkästen sind, deren der Bahn (4) zugewandte Wand
als Haltefläche Saugöffnungen (11) aufweist, wobei sich die Halteflächen parallel
zur Bahn (4) erstrecken.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Bahntrenn- und Kiebebandauftragseinrichtung (12) einen schwenkbar gelagerten
und zur Bahn (4) hin offenen Balken (13) enthält, in dem der Wagen (14) gelagert ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen den Halteelementen (7, 8) der Halteeinrichtung (6) ein weiterer, quer über
die Arbeitsbreite bewegbarer Wagen (20) angeordnet ist, der ein weiteres Klebebandauftragsgerät
(19) trägt.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass einer der Wagen (14) einen Fahrantrieb (15) aufweist und der andere Wagen (20) an
den ersten Wagen (14) ankuppelbar ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Wagen (14) aus zwei Teilen (46, 47) besteht, die über eine Brücke (48) starr
miteinander verbunden sind und dass beidseits der Brücke (48) jeweils ein Trennmesser
(16, 45) angeordnet ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass auf jedem der beiden Teile (46, 47) des Wagens ein Klebebandauftragsgerät (17, 19)
angeordnet ist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Klebebandauftragsgerät (17, 19) quer zur Bahnlaufrichtung und zumindest an einer
Längsseite der Vorrichtung bis über die maximale Bahnbreite hinaus verfahrbar ist,
und dass im Bereich der verlängerten Fahrstrecke außerhalb der maximalen Bahnbreite
ein mit der Bahnebene fluchtendes Blech (36) angeordnet ist, gegen das das Klebebandauftragsgerät
(17, 19) zu Beginn des Klebebandauftrages bewegbar ist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Bahntransporteinrichtung (37) ein Saugrohr (38) enthält, das am Ende von zwei
seitlichen Schwenkhebeln (39) drehbar gelagert ist und mittels der Schwenkhebel (39)
vom Umfang einer vollen Wickelrolle (1) bis hinter die Bahnhalteeinrichtung (6) bewegbar
ist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Saugrohr (38) an dem freien Ende der Schwenkhebel (39) frei drehbar gelagert
ist.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass in Bahnlaufrichtung vor und hinter der Halteeinrichtung (6) jeweils eine Leitrolle
(9, 10) angeordnet ist, von denen die Bahn (4) mit geringem Abstand an den Halteelementen
(7, 8) vorbeigeführt wird.
1. Apparatus for connecting the end of an outgoing material web (42) to the web start
(43) of a new full wound reel (1) when unwinding material webs (4), in particular
paper or board webs, comprising a device (16) for severing the web (4), a holding
device (6) for holding the end of the outgoing material web (42), which device is
arranged to be stationary on one side of the outgoing material web (4) and has two
holding elements (7, 8) which are arranged at a distance from each other in the web
running direction, comprising a web transport device (37) for holding the web start
(43) of the full wound reel (1) at its circumference and for transporting the web
start (43) until it is behind the region of the holding device (6), and comprising
an adhesive tape applying device (12) which is mounted on the other side of the web
such that it can be moved towards the holding device (6), characterized in that, on the other side of the web, a web severing and adhesive tape applying device (12)
is mounted such that it can be moved against the holding device (6), contains a carriage
(14) which can be moved transversely over the working width and contains a severing
knife (16), preferably a circular knife, and an adhesive tape applicator (17), it
being possible, during the movement of the web severing and adhesive tape applying
device (12) against the holding device (6), for the cutting edge of the severing knife
(16) to be moved through the plane of the web into the interspace between the two
holding elements (7, 8) and for the holding elements (7, 8) to he activated individually.
2. Apparatus according to Claim 1, characterized in that behind the holding device (6) there is arranged a device (40) for clamping the outgoing
web (42) firmly.
3. Apparatus according to Claim 1 or 2, characterized in that the two holding elements (7, 8) are suction boxes, whose wall facing the web (4)
has suction openings (11) as a holding surface, the holding surfaces extending parallel
to the web (4).
4. Apparatus according to Claim 3, characterized in that the web severing and adhesive tape applying device (12) contains a beam (13) which
is mounted such that it can be pivoted, is open towards the web (4) and in which the
carriage (14) is mounted.
5. Apparatus according to Claim 3 or 4, characterized in that between the holding elements (7, 8) of the holding device (6) there is arranged a
further carriage (20) which can be moved transversely over the working width and which
bears a further adhesive tape applicator (19).
6. Apparatus according to Claim 5, characterized in that one of the carriages (14) has a traction drive (15), and the other carriage (20)
can be coupled to the first carriage (14).
7. Apparatus according to Claim 3 or 4, characterized in that the carriage (14) comprises two parts (46, 47), which are rigidly connected to each
other by a bridge (48), and in that in each case a severing knife (16, 45) is arranged on either side of the bridge (48).
8. Apparatus according to Claim 7, characterized in that an adhesive tape applicator (17, 19) is arranged on each of the two parts (46, 47)
of the carriage.
9. Apparatus according to one of Claims 1 to 8, characterized in that the adhesive tape applicator (17, 19) can be moved transversely with respect to the
web running direction and, at least on one long side of the apparatus, until beyond
the maximum web width, and in that, in the region of the lengthened travel, outside the maximum web width, there is
arranged a metal sheet (36) which is aligned with the plane of the web and against
which the adhesive tape applicator (17, 19) can be moved at the start of the adhesive
tape application.
10. Apparatus according to one of Claims 1 to 9, characterized in that the web transport device (37) contains a suction pipe (38), which is rotatably mounted
at the end of two lateral pivoting levers (39) and, by means of the pivoting levers
(39), can be moved from the circumference of a full wound reel (1) until behind the
web holding device (6).
11. Apparatus according to Claim 10, characterized in that the suction pipe (38) is freely rotatably mounted at the free end of the pivoting
levers (39).
12. Apparatus according to one of Claims 1 to 11, characterized in that, in the web running direction, upstream and downstream of the holding device (6),
in each case a guide roller (9, 10) is arranged, by which the web (4) is led past
the holding elements (7, 8) at a short distance.
1. Dispositif pour raccorder la fin d'une nappe de matière (42) en défilement, à l'amorce
(43) de la nappe d'un nouveau rouleau débiteur plein (1) pendant le déroulage de nappes
de matière (4), en particulier de nappes de papier ou de carton, comprenant un dispositif
(16) pour sectionner la nappe (4), un dispositif de maintien (6), pour maintenir la
fin de la nappe de matière (42) en défilement, monté stationnaire d'un côté de la
nappe de matière (4) en défilement et présentant deux éléments de maintien (7, 8)
espacés l'un de l'autre dans le sens d'amenée de la nappe, un dispositif de transport
de nappe (37) interceptant l'amorce (43) de la nappe du rouleau débiteur plein (1)
au niveau de sa périphérie et transportant l'amorce (43) de la nappe jusque derrière
la zone du dispositif de maintien (6), et un dispositif (12) d'application de bandes
adhésives monté avec une aptitude de déplacement contre le dispositif de maintien
(6), de l'autre côté de la nappe, caractérisé en ce que de l'autre côté de la nappe, un dispositif (12) de sectionnement de nappe et d'application
de bandes adhésives est monté avec une aptitude de déplacement contre le dispositif
de maintien (6) et comprend un chariot (14) déplaçable transversalement au-dessus
de la largeur de travail et présentant une lame de sectionnement (16), de préférence
une lame circulaire, et un applicateur (17) de bandes adhésives, l'arête tranchante
de la lame de sectionnement (16) pouvant être déplacée au travers du plan de la nappe,
dans l'intervalle séparant les deux éléments de maintien (7, 8), pendant la course
du dispositif (12) de sectionnement de nappe et d'application de bandes adhésives,
et les éléments de maintien (7, 8) étant activables individuellement.
2. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'un dispositif (40) pour serrer la bande (42) en défilement est disposé derrière le
dispositif de maintien (6).
3. Dispositif selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que les deux éléments de maintien (7, 8) sont des caisses aspirantes dont la paroi dirigée
vers la nappe (4) présente, en tant que surface de maintien, des orifices d'aspiration
(11), les surfaces de maintien s'étendant parallèlement à la nappe (4).
4. Dispositif selon la revendication 3, caractérisé en ce que le dispositif (12) de sectionnement de nappe et d'application de bandes adhésives
comporte une poutre (13) montée pivotante et ouverte dans la direction de la nappe
(4), dans laquelle est monté le chariot (14).
5. Dispositif selon la revendication 3 ou 4, caractérisé en ce qu'entre les éléments de maintien (7, 8) du dispositif de maintien (6), on prévoit un
autre chariot (20) mobile transversalement au-dessus de la largeur de travail, qui
porte un autre applicateur (19) de bandes adhésives.
6. Dispositif selon la revendication 5, caractérisé en ce qu'un des chariots (14) présente un organe d'entraînement en translation (15), et l'autre
chariot (20) peut être accouplé au premier chariot (14).
7. Dispositif selon la revendication 3 ou 4, caractérisé en ce que le chariot (14) se compose de deux parties (46, 47) raccordées à liaison complète
par un pont (48), et en ce qu'une lame de sectionnement (16, 45) est disposée de part et d'autre du pont (48).
8. Dispositif selon la revendication 7, caractérisé en ce qu'un applicateur (17, 19) de bandes adhésives est disposé sur chacune des deux parties
(46, 47) du chariot.
9. Dispositif selon l'une des revendications 1 à 8, caractérisé en ce que l'applicateur (17, 19) de bandes adhésives est déplaçable transversalement par rapport
au sens d'amenée de la nappe et au moins d'un côté de la longueur du dispositif, jusqu'au
delà de la largeur maximum de la nappe, et en ce que dans la zone de la course prolongée, à l'extérieur de la largeur maximum de la nappe,
on a prévu une tôle (36) alignée sur le plan de la nappe, contre laquelle l'applicateur
(17, 19) de bandes adhésives peut être amené au commencement de l'application de bandes
adhésives.
10. Dispositif selon l'une des revendications 1 à 9, caractérisé en ce que le dispositif (37) de transport de nappe comporte un tube aspirant (38) monté à rotation
à l'extrémité de deux leviers latéraux pivotants (39), et qui peut être amené, au
moyen des leviers pivotants (39), de la périphérie d'un rouleau débiteur plein (1)
jusque derrière le dispositif de maintien de nappe (6).
11. Dispositif selon la revendication 10, caractérisé en ce que le tube aspirant (38) est monté à rotation libre à l'extrémité libre des leviers
pivotants (39).
12. Dispositif selon l'une des revendications 1 à 11, caractérisé en ce que dans le sens d'amenée de la nappe, on a prévu en amont et en aval du dispositif de
maintien (6), des galets de conduite (9, 10), qui font défiler la nappe (4) à une
courte distance devant les éléments de maintien (7, 8).