[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Einleiten eines insbesondere
gasförmigen Behandlungsmediums in einen mit flüssigem Metall gefüllten Behälter, bestehend
aus einem metallischen Innenrohr mit einer Armierung aus Metall zur Sicherung einer
von mindestens einem Austrittskanal durchdrungenen, feuerfesten Ummantelung.
[0002] Eine derartige Vorrichtung, die auch als Tauchlanze bezeichnet wird, ist aus der
EP-PS 0 261 365 bekannt. Mit dieser Vorrichtung werden Behandlungsmedien, wie Gase,
insbesondere inerte Gase und/oder Trägergase mit Feststoffen, beispielsweise schlackenbildende
Stoffe und Kohlenstoff, in das flüssige Metall eingeleitet. Bei dieser bekannten Vorrichtung
ist die auf dem Innenrohr befestigte Armierung aus Metall aus mindestens einem schraubenlinienförmig
aufgewickelten Rippenband gebildet, welches rechtwinkligen Querschnitt aufweist und
hochkant zur Längsachse des Innenrohres angeordnet ist. Bei einer derartig ausgebildeten
Armierung besteht, insbesondere durch den Querschnitt des Rippenbandes bedingt, die
Gefahr einer Kerbwirkung. Dies bedeutet, dass - von den Ecken des Rippenbandes ausgehend
- Kerben bzw. Risse in der feuerfesten Ummantelung entstehen können, durch die die
Vorrichtung entweder unbrauchbar bzw. deren Standzeit erheblich reduziert wird. Zwischen
dem Rippenband und der Ummantelung findet darüber hinaus keine innige Verankerung
statt. Dies bringt es mit sich, dass durch die kühlere Temperatur eines im Innenrohr
strömenden Behandlungsmediums über das Rippenband keine nennenswerte Abkühlung der
feuerfesten Ummantelung stattfinden kann.
[0003] Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zum Einleiten
eines insbesondere gasförmigen Behandlungsmediums in einen mit flüssigem Metall gefüllten
Behälter zu schaffen, bei der die Kerbwirkung erheblich reduziert und damit die Standzeit
erhöht wird. Die Verbindung zwischen der Armierung und der feuerfesten Ummantelung
soll verbessert werden, so dass ein größerer Wärmeübergang von der Armierung an die
feuerfeste Ummantelung erreicht wird.
[0004] Zur Lösung dieser Aufgabe wird gemäß der Erfindung bei einer Vorrichtung der eingangs
beschriebenen Gattung vorgeschlagen, dass die Armierung aus mindestens zwei gewellten
und außen gegeneinander versetzt auf dem Innenrohr befestigten Stäben gebildet ist,
die zumindest einen abgerundeten Außenquerschnitt aufweisen.
[0005] Durch eine derartig ausgebildete Armierung wird die Kerbwirkung, die die Armierung
auf die feuerfeste Ummantelung ausüben kann, erheblich reduziert, was zu einer Erhöhung
der Standzeit der Vorrichtung beiträgt. Durch den zwangsläufig größeren Querschnitt
der Armierung wird der Wärmeübergang von der Armierung auf die feuerfeste Ummantelung
verbessert. Dies trägt aber auch zu einer Erhöhung der Biegesteifigkeit und einer
Reduzierung der Torsionsgefahr der Vorrichtung bei.
[0006] Weitere Merkmale einer Vorrichtung gemäß der Erfindung sind in der Ansprüchen 2 bis
5 offenbart.
[0007] Die Erfindung wird nachfolgend anhand in einer Zeichnung dargestellter Ausführungsbeispiele
näher erläutert. Dabei zeigen
- Fig. 1
- einen Längsschnitt durch eine Vorrichtung gemäß der Erfindung und
- Fig. 2
- eine Aufrißdarstellung eines Innenrohres mit einer anders ausgestalteten Armierung.
[0008] In der Figur 1 der Zeichnung ist der untere Bereich einer Vorrichtung, die auch als
Tauchlanze bezeichnet wird, gezeigt, die zum Einleiten eines insbesondere gasförmigen
Behandlungsmediums in einen mit flüssigem Metall gefüllten Behälter dient. Diese Vorrichtung
besteht zunächst aus einem metallischen Rohr, nachfolgend als Innenrohr 1 bezeichnet,
mit verhältnismäßig großem Querschnitt, welches in seinem unteren bzw. Eintauchbereich
durch eine Platte 2 verschlossen ist. In diese Platte 2 ist ein Austrittsrohr 3 eingesetzt.
Der untere Bereich des Innenrohres 1 ist von einer feuerfesten Ummantelung 4 aus keramischem
Werkstoff umschlossen, in der sich ein Austrittskanal 3a befindet. Um diese Ummantelung
4 auf dem Innenrohr 1 zu sichern, ist dasselbe mit einer metallischen Armierung 5
versehen.
[0009] Die Armierung 5 besteht im dargestellten Ausführungsbeispiel aus zwei Stäben 6 mit
kreisförmigem Querschnitt, die als Wendel geformt und auf dem Innenrohr 1 befestigt
sind. In der Zeichnung ist jedoch nur ein Stab 6 dargestellt. In vorteilhafter Weise
sind die Stäbe 6 gleichmäßig über den Umfang des Innenrohres 1 verteilt angeordnet.
Durch die wendelartige Ausgestaltung der Stäbe 6 sind dieselben nur an einzelnen Stellen
fest mit dem Innenrohr 1 verbunden. Dies bedeutet, dass die feuerfeste Ummantelung
4 aus keramischem Werkstoff die Stäbe 6 teilweise voll umschließt, was eine gute Verbindung
der Ummantelung 4 mit der Armierung 5 und damit mit dem Innenrohr 1 mit sich bringt.
Durch den kreisförmigen Querschnitt der Stäbe 6 der Armierung 5 wird von denselben
keinerlei Kerbwirkung auf die Ummantelung 4 ausgeübt, wodurch sich die Standzeit der
Vorrichtung bzw. Tauchlanze erhöht. Durch den Querschnitt der Stäbe 6 und durch die
wendelartige Form wird eine großflächige Berührung der Ummantelung 4 mit den Stäben
6 bzw. der Armierung 5 erreicht. Dies trägt dazu bei, dass die Ummantelung 4 von einem
durch das Innenrohr 1 strömenden Gas mit einer niedrigen Temperatur über die Armierung
5 gekühlt werden kann. Durch den Querschnitt und die Form der Armierung 5 wird die
Biegesteifigkeit der Vorrichtung erhöht, während sich gleichzeitig die Torsion verringert.
Wird zumindest ein Stab 6 der Armierung 5 hohl ausgebildet, kann durch denselben zusätzlich
ein Medium zur Kühlung der Ummantelung 4 geleitet werden. Ferner besteht die Möglichkeit,
über eine hohle Armierung 5 zusätzlich ein weiteres, insbesondere gasförmiges Medium
in das flüssige Metall einzuleiten. Dazu muß die hohle Armierung 2 einen entsprechenden,
äußeren Anschluß und im Bereich der Ummantelung 3 einen Auslaßkanal besitzen.
[0010] Der Abstand zwischen den einzelnen Wendeln bzw. Windungen der Stäbe 6 der Armierung
5 beträgt in Abhängigkeit vom Durchmesser des Innenrohres 1 etwa 50 bis 200 mm. Der
Durchmesser der Stäbe 6 der Armierung 5 kann zwischen 3 und 20 mm betragen, wobei
der Außendurchmesser der Wendeln etwa 15 bis 40 mm ist. Bei einer hohlen Ausgestaltung
eines Stabes 6 der Armierung 5 beträgt dessen Wandstärke mindestens 0,5 mm.
[0011] Aus der Figur 1 der Zeichnung ist ersichtlich, dass die aus mindestens zwei gewellten
Stäben 6 gebildete Armierung 5 verschränkt auf dem Innenrohr 1 angeordnet ist. Die
Verschränkung erstreckt sich in der Zeichnung um einen Winkel von etwa 45°; diese
Verschränkung kann jedoch auch größer, beispielsweise 360° und mehr sein.
[0012] Bei dem Ausführungsbeispiel der Figur 2 sind die Stäbe 6 der Armierung 5 nicht verschränkt,
sondern verlaufen genau parallel zur Achse des Innenrohres 1.
[0013] In Abänderung der erläuterten Ausführungsbeispiele ist es möglich, die Stäbe 6, die
die Armierung 5 bilden, als in einer Ebene gewellt auszubilden. Diese gewellten Stäbe
6 können dann entweder entsprechend der Figur 1 verschränkt oder entsprechend der
Figur 2 axial zur Achse des Innenrohres 1 verlaufend auf dem Innenrohr 1 befestigt
sein. Die Wellen der Stäbe 6 nehmen dann eine radiale Lage zum Innenrohr 1 ein.
1. Vorrichtung zum Einleiten eines insbesondere gasförmigen Behandlungsmediums in einen
mit flüssigem Metall gefüllten Behälter, bestehend aus einem metallischen Innenrohr
mit einer Armierung aus Metall zur Sicherung einer von mindestens einem Austrittskanal
durchdrungenen, feuerfesten Ummantelung,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Armierung (5) aus mindestens zwei gewellten und außen gegeneinander versetzt
auf dem Innenrohr (1) befestigten Stäben (6) gebildet ist, die zumindest einen abgerundeten
Außenquerschnitt aufweisen.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die gewellten Stäbe (6) als Wendel ausgebildet sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Stäbe (6) kreisförmigen oder ovalen Querschnitt aufweisen.
4. Vorrichtung nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Stäbe (6) hohl ausgebildet sind.
5. Vorrichtung nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Stäbe (6) verschränkt auf dem Innenrohr (1) angeordnet sind.