Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft ein Multifunktionswerkzeug mit mindestens einem Gruppenwerkzeug,
dessen Elemente in einem Griff verstaubar sind. Weiter bezieht sich die Erfindung
auf ein Gruppenwerkzeug für ein solches Multifunktionswerkzeug.
Stand der Technik
[0002] Multifunktionswerkzeuge sind ein seit langem bekanntes Hilfsmittel für allgemeine
und teils spezifische Anwendungen. Weit verbreitet sind die sogenannten "Schweizer
Taschenmesser", welche es in den verschiedensten Ausführungsformen gibt. Dabei handelt
es sich jeweils um Gruppenwerkzeuge, die im Griff verstaut werden. Unter dem Begriff
Gruppenwerkzeug werden mehrere einzelne, zu einer Gruppe zusammengefasste Werkzeugelemente
(z. B. Schraubenzieher, Zapfenzieher, Messer, Büchsenöffner, Schere etc.) verstanden,
welche um eine gemeinsame Achse drehbar gehalten sind. Die einzelnen Werkzeugelemente
können im Griff vollständig verstaut werden. Zur Verbesserung der Ergreifbarkeit können
die einzelnen Werkzeugelemente derart vorstehen, dass keine Verletzungsgefahr für
einen Benutzer besteht. Bei einzelnen Ausführungsformen sind im Griff bzw. dem Gehäuse
weitere einzelne Werkzeugelemente (z. B. Zahnstocher, Pinzette, etc.) untergebracht.
Für bestimmte Anwender (z. B. Angler) bietet beispielsweise die Firma Victorinox,
Schweiz, ein Standardmesser "Angler" an, das neben verschiedenen in solchen Taschenmessern
üblichen Werkzeugen beispielsweise auch einen Schupper und Hakenlöser umfasst.
[0003] Aus der WO 98/18599 A (Victorinox) und der US 5,978,993 A sind Ausführungen bekannt,
welche zwei, miteinander gelenkig verbundene Griffe aufweisen. Diese gelenkige Verbindung
kann ein Zangenwerkzeug oder eine Schere sein. Um die Funktionalität dieser Ausführungsform
zu erhöhen, ist beispielsweise zu dem Gegenstand gemäss der US 5,978,993 A (Leatherman)
ein Adapter erhältlich, in dem vor allem Steckschlüssel eingesetzt werden können.
[0004] Die US 5,916,277 (Dallas) offenbart ein Multifunktionswerkzeug, welches an einem
Ende des Griffs ein auswechselbares Einzelwerkzeug und an dem anderen Ende ein mit
dem Griff unlösbar verbundenes Gruppenwerkzeug aufweist. Das Gruppenwerkzeug umfasst
mehrere einzeln ausklappbare Werkzeugelemente, die im Griff verstaut werden. Das auswechselbare
Einzelwerkzeug kann eine Zange sein.
[0005] All diese Ausführungsformen sind mit allgemeinen Werkzeugelementen ausgerüstet. Spezifische
und individuelle Benutzerwünsche können nicht berücksichtigt werden. In der Freizeit
aktive Benutzer wollen beispielsweise an einem Tag angeln gehen und am nächsten Tag
eine Fahrradtour unternehmen. Dabei müssen sie für allfällige Notfälle dementsprechendes
Standardwerkzeug mitnehmen. Auch innerhalb der Branchen - z. B. benötigt ein Flussfischer
nicht zwingend die gleichen Werkzeugelemente, wie sie ein Seefischer benötigt - werden
mit den bekannten Ausführungen die verschiedenen Bedürfnisse zu wenig berücksichtigt.
Darstellung der Erfindung
[0006] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Multifunktionswerkzeug der eingangs genannten Art
zu schaffen, welches verschiedenste Bedürfnisse eines in mehreren Bereichen eines
Berufes und insbesondere der Freizeit aktiven Benutzers angepasst werden kann.
[0007] Die Lösung der Aufgabe ist durch die Merkmale des Anspruchs 1 definiert. Gemäss der
Erfindung weist das Multifunktionswerkzeug ein Gruppenwerkzeug auf, welches mit dem
Griff durch eine lösbare Kupplung verbunden ist.
[0008] Der Benutzer kann so die für ihn notwendigen Gruppenwerkzeuge in einem Multifunktionswerkzeug
je nach Bedarf individuell zusammensetzen. Er muss nicht mehr für verschiedene Anwendungen
verschiedene Multifunktionswerkzeuge kaufen, sondern kann an dem Griff, welcher einem
Grundmodul gleichgesetzt werden kann, entsprechende Gruppenwerkzeuge anordnen. Ein
Angler versieht sein zusammensteckbares Multifunktionswerkzeug mit einem Gruppenwerkzeug,
welches beispielsweise einen Hakenlöser, Schupper usw. umfasst. Ein Jäger dagegen
ergänzt das Grundmodul mit einem Gruppenwerkzeug, das beispielsweise mit einem grossen
Messer, einer Säge etc. ausgerüstet ist. Spielt der gleiche Benutzer beispielsweise
Golf, versieht er sein zusammensteckbares Multifunktionswerkzeug mit dem entsprechenden
Gruppenwerkzeug, welches die für ihn benötigten Werkzeugelemente umfasst.
[0009] Die Querschnittform des Griffs kann beliebig gestaltet werden. Damit auch längere
Werkzeugelemente im Griff verstaubar sind, ist eine U-förmige Querschnittform bevorzugt.
Im Prinzip genügt es, wenn zwei Seitenwände vorhanden sind, zwischen denen das Werkzeugelement
eingerastet werden kann. Ganz kurze Werkzeugelemente können unter Umständen im Gruppenwerkzeug
selbst verstaut werden, so dass im Griff kein entsprechender Stauraum vorgesehen sein
muss. Es ist denkbar, den Griff des Multifunktionswerkzeugs als ein Wechselgriff auszubilden,
welcher konstruktionsmässig auf bestimmte Werkzeugelemente (z. B. lange Messer oder
dergleichen) ausgerichtet ist.
[0010] Vorzugsweise hat der Griff an beiden Enden Kupplungsmittel, an denen Gruppenwerkzeuge
lösbar befestigt werden können. Es können auch Spezialgriffe beispielsweise mit einem
T-förmigen Griff verwendet werden, welche nur an einem Ende die Möglichkeit zur Anordnung
eines Kupplungsmittels bieten. Dieses Kupplungsmittel wird vorzugsweise derart ausgebildet,
dass das Gruppenwerkzeug beim Einsetzen einrastet. Durch Betätigen eines Entriegelungsknopfs
kann das Gruppenwerkzeug entfernt und beispielsweise durch ein anderes Gruppenwerkzeug
ersetzt werden.
[0011] Zur Halterung des Kupplungsmittels kann der grundsätzlich U-förmige Griff in dem
Bereich des Kupplungsmittels eine geschlossene Querschnittform, z. B. die Form eines
hohlen Rechtecks, aufweisen.
[0012] Das Kupplungsstück kann derart ausgebildet sein, dass das Werkzeugelement an diesem
beweglich oder fixiert befestigt ist. Bei bestimmten Anwendungen ist es eine Bedingung
für einen einwandfreien Gebrauch des Werkzeugs, dass das zur Anwendung vorgesehene
Werkzeug unverschieblich gehalten ist (z. B. ein Schraubenzieher). Die Kupplung im
Griff kann deshalb derart ausgestaltet sein, dass ein eingesetztes Werkzeugelement
verriegelt werden kann und damit unerwünschte Bewegungen des Werkzeugelements vermieden
werden.
[0013] Neben Gruppenwerkzeugen kann an dem Griff auch ein Einzelwerkzeug (z. B. ein Filetiermesser,
wie es Angler verwenden) angebracht werden. Je nach Bedarf kann an einem Griff ein
eigentlicher Haltegriff zur Erhöhung des Bedienungskomforts befestigt werden.
[0014] Eine bevorzugte Ausführungsform eines erfindungsgemässen Multifunktionswerkzeugs
weist zwei Griffe auf, welche über ein gelenkiges Verbindungsteil miteinander verbunden
sind. Das gelenkige Verbindungsteil ist über die lösbaren Kupplungen mit den Griffen
verbunden und weist an jedem der beiden Kupplungsteile je einen Bolzen auf, um welche
die Griffe drehbar sind. Dadurch ist es möglich, das Multifunktionswerkzeug derart
zusammenzuklappen, dass die Griffe parallel und nahe zueinander beabstandet sind.
In einer solchen Transportstellung kann das Multifunktionswerkzeug beispielsweise
in einem Etui untergebracht und an einem Gürtel getragen werden. Will ein Benutzer
das Multifunktionswerkzeug aus der Transportstellung in die Arbeitsstellung bringen,
so muss er die Griffe wieder um die Bolzen der Kupplungsstücke des Verbindungsteils
zurückdrehen.
[0015] Der gelenkige Verbindungsteil ist in einer bevorzugten Ausführungsform als Einzelwerkzeug
ausgebildet. Dieses Einzelwerkzeug kann je nach Anwendungsgebiet beispielsweise ein
Zangenkopf, eine Schere, ein Seitenschneider oder etwas Ähnliches sein.
[0016] Neben der Anordnung von Gruppen- und Einzelwerkzeugen an den Griffen ist es auch
denkbar, zwei Griffe im Sinne einer Verlängerung auf einer gemeinsamen Achse miteinander
direkt oder mittels eines Zwischenstücks zu verbinden. Ein solches Zwischenstück ist
vorzugsweise entsprechend dem Kupplungsmittel ausgebildet, welches die Anordnung der
Gruppen- und Einzelwerkzeuge ermöglicht. So können schwer zugängliche Arbeiten beispielsweise
innerhalb einer Nische mit beschränkten Platzverhältnissen vorgenommen und es kann
auch mehr Kraft bzw. Schwung übertragen werden.
[0017] Die Länge der Griffe kann verschieden ausgebildet sein und hängt im Wesentlichen
von den angebotenen Werkzeugelementen ab. Im Hinblick auf den modulartigen Aufbau
des Multifunktionswerkzeugs werden vorzugsweise nur ein bis zwei Arten von Grifflängen
angeboten. Da diese Griffe vorzugsweise miteinander verbunden werden können, sind
beliebige benutzerspezifische Längen zusammensteckbar. Alle Elemente des Multifunktionswerkzeugs
sollen miteinander, weitgehend unabhängig von einander kombiniert werden können.
[0018] Das mindestens an einem Griff befestigte Gruppenwerkzeug umfasst mehrere auf einer
gemeinsamen Achse drehbar gelagerte Werkzeugelemente. Das gesamte Gruppenwerkzeug
ist vorzugsweise im Griff verstaubar. Die einzelnen Werkzeugelemente stehen vorzugsweise
im verstauten Zustand aus dem Stauraum in geeigneter Weise leicht vor, damit sie vom
Benutzer erfasst und ausgeklappt werden können. je nach Bedarf wird das entsprechende
Werkzeugelement des Gruppenwerkzeugs einzeln ausgeklappt. Es kann ein Sicherungsmechanismus
vorgesehen werden, welcher das unabsichtliche Einklappen eines in Arbeitsstellung
befindlichen Werkzeugelements verhindert.
[0019] In einer bevorzugten Ausführung kann ein Bolzen, welcher die Achse des Gruppenwerkzeugs
bildet, derart entfernt werden, dass das Gruppenwerkzeug von jedem Benutzer selbst
zerlegt und entsprechend den individuellen Bedürfnissen wieder mit möglichst wenig
Handgriffen zusammengebaut werden kann. Damit wird es dem Benutzer ermöglicht, sein
auf seine persönlichen Bedürfnisse zugeschnittenes Multifunktionswerkzeug zu erstellen
(z. B. heute angeln, morgen radfahren). Weiter ist es ihm möglich, einzelne defekte
Werkzeugelemente weitgehend selbst und kostengünstig auszutauschen. Somit können auch
spezifische Bedürfnisse innerhalb eines Anwendungsgebiets berücksichtigt werden.
[0020] Durch den modulartigen Aufbau des Multifunktionswerkzeugs im Gesamten und zusätzlich
der einzelnen Gruppenwerkzeuge, kann nach Erwerb eines Grund-Kits dieses beliebig
ergänzt werden. Dies kann zu einer eigentlichen Werkzeugsammlung führen, welche beispielsweise
in einem Werkzeugkoffer untergebracht ist. Will jemand dem Benutzer ein Geschenk machen,
so kann er ihm ein oder mehrere Werkzeugelemente schenken, die dieser nach seinen
Bedürfnissen im Multifunktionswerkzeug integriert.
[0021] Die einzelnen Elemente des Multifunktionswerkzeugs sind vorzugsweise alle miteinander
kombinierbar, können aber verschiedene Längen aufweisen. Auf Grund dieser Voraussetzungen
ist es denkbar, dass an einem Griff zwei Gruppenwerkzeuge angeordnet werden, welche
einzelne Werkzeugelemente mit einer Länge, welche länger als die Halbe Grifflänge
ist, aufweisen. Wenn diese Werkzeugelemente im Griff verstaut werden sollen, stossen
diese aneinander. Damit dem Benutzer eine Hilfe betreffend der sinnvollen Kombinationen
gegeben wird, werden die einzelnen Elemente des Multifunktionswerkzeugs mit Kennungen
versehen. Die angebrachte Kennung kann ein Stanzzeichen oder eine Gravur sein.
[0022] Vorzugsweise handelt es sich um eine farbliche Kennung, welche beispielsweise auf
eine Beschichtung, eine lonen-lmplantierung, eine Verchromung oder Vernickelung der
einzelnen Elemente beruht. Beispielsweise umfasst das Multifunktionswerkzeug eine
Variante eines kurzen Griffs, mit welchem beispielsweise ein kleines Taschenmesser
erstellt werden kann und einem langen Griff, welcher beispielsweise die doppelte Länge
des kurzen Griffs aufweist. An den Enden des kurzen Griffs ist jeweils eine Kennung
(z. B. schwarz) angebracht. Die Gruppenwerkzeuge, welche an diesem Griff befestigt
werden können, weisen eine Kennung (z. B. gelb) auf, welche mit diesem Griff kombinierbar
ist. Der grosse Griff seinerseits ist mit einer anderen Kennung (z. B. weiss) und
die in diesem Griff verstaubaren Werkzeugelemente mit einer weiteren Kennung (z. B.
blau und rot) versehen. Dem Benutzer wird beispielsweise in der Bedienungsanleitung
darauf hingewiesen, dass schwarz mit gelb, aber nicht mit blau kombinierbar ist. Dementsprechend
kann weiss mit rot aber auch mit blau kombiniert werden.
[0023] Da die Beschichtung bzw. die Veredelung der Werkzeugelemente erst nach dem Stanzvorgang
erfolgt, wird infolge der Verwendbarkeit von Stahl geringerer Qualität und des damit
verbundenen geringeren Werkzeugverschleisses bei der Herstellung eine kostengünstigere
Produktion gewährleistet. Des Weiteren kann die Langlebigkeit der einzelnen Elemente
erhöht werden, da diese Veredelungen bzw. Beschichtungen als Verschleissschutz wirken.
Es kann aber auch veredelter Stahl zur Herstellung aller oder nur einzelner Werkzeugelemente
verwendet werden.
[0024] Die farbliche Kennung erzeugt neben der Hilfestellung bei den Kombinationsmöglichkeiten
auch andere optische Effekte, wie beispielsweise die optische Aufwertung des Produkts.
Es kann ein Tarn- bzw. ein Täuschungseffekt erzeugt werden, wie er für den Einsatz
eines solchen Multifunktionswerkzeugs durch die Armee oder von Anglern erwünscht ist.
[0025] Aus der nachfolgenden Detailbeschreibung und der Gesamtheit der Patentansprüche ergeben
sich weitere vorteilhafte Ausführungsformen und Merkmalskombinationen der Erfindung.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0026] Die zur Erläuterung des Ausführungsbeispiels verwendeten Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1
- Eine schematische Ansicht eines erfindungsgemässen zusammensteckbaren Multifunktionswerkzeugs,
- Fig. 2
- eine schematische Ansicht von beispielhaften Kombinationen mit verschiedenen Gruppen-
und Einzelwerkzeugen, und
- Fig. 3a, b
- ein schematisches Beispiel eines Kupplungsmechanismus im verriegelten und entriegelten
Zustand.
[0027] Grundsätzlich sind in den Figuren gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen versehen.
Wege zur Ausführung der Erfindung
[0028] Figur 1 zeigt eine schematische Ansicht eines erfindungsgemässen zusammensteckbaren
Multifunktionswerkzeugs 1. Dieses Multifunktionswerkzeug 1 hat zwei Griffe 2 und 3,
welche über einen Zangenkopf 4 beweglich miteinander verbunden sind. Dieser Zangenkopf
4 ist jeweils mit einem Ende der Griffe 2 und 3 lösbar gekuppelt. An den anderen Enden
der Griffe 2 bzw. 3 sind die Gruppenwerkzeuge 5 bzw. 6 wie der Zangenkopf 4 lösbar
angeordnet. Durch Betätigen des Entriegelungsknopfs 7 und Ziehen an den entsprechenden
Teilen können die dargestellten Gruppenwerkzeuge 5 bzw. 6 und der Zangenkopf 4 von
den Griffen 2 bzw. 3 entfernt werden.
[0029] Das Gruppenwerkzeug 5 weist mehrere Werkzeugelemente, wie beispielsweise eine grosse
Messerklinge 8, eine Holzfeile 9, eine Ahle 10, ein Kreuzschraubenzieher 11 und einen
Büchsenöffner 12 auf. Das Gruppenwerkzeug 6 umfasst im vorliegenden Beispiel eine
Metallfeile 13, eine Sägezahnklinge 14, eine kleine Messerklinge 15, einen kleinen
Flachschraubenzieher 16 und einen grossen Flachschraubenzieher 17. Der Kreuzschraubenzieher
11 des Gruppenwerkzeugs 5 kann auch derart ausgebildet sein, dass er wie ein Steckschlüsselsatz
aufgebaut ist und somit die Funktion der Flachschraubenzieher 16 und 17 übernehmen
kann. So könnte bei dem Gruppenwerkzeug 6 auf diese Werkzeugelemente zu Gunsten anderer
Werkzeugelemente verzichtet werden. Die Anordnung der Werkzeugelemente der Gruppenwerkzeuge
5 und 6 ist beispielhaft und kann je nach Bedarf an die individuellen Bedürfnisse
angepasst werden. Sämtliche Werkzeugelemente sind mittels eines Bolzen 18 an einer
Gruppenwerkzeughalterung 19 derart gehalten, dass sie auf einer gemeinsamen Achse
drehbar und im Griff 2 bzw. 3 verstaubar sind. Jede der Gruppenwerkzeughalterung 19
weist vorzugsweise einen Sicherungshebel 20 auf, welcher ein unbeabsichtigtes Einklappen
eines zum Gebrauch ausgeklappten Werkzeugelements verhindert.
[0030] Wird der Bolzen 18 beispielsweise des Gruppenwerkzeugs 6 entfernt, kann dieses in
die einzelnen Werkzeugelemente und die Gruppenwerkzeughalterung 19 zerlegt werden.
Nachdem die Werkzeugelemente durch den Benutzer ausgetauscht bzw. ersetzt worden sind,
werden diese wieder in die Gruppenwerkzeughalterung 19 eingesetzt und mittels des
Bolzen 18 zu einem Gruppenwerkzeug verbunden. Es bedarf deshalb nicht unbedingt mehrerer
Gruppenwerkzeuge, damit verschiedene Anwendungsbereiche abgedeckt werden können. Auch
nur der Ersatz einzelner und auch einzelner defekter Werkzeugelemente ist möglich.
[0031] Der Zangenkopf 4 weist an beiden seiner Kupplungsstücke Bolzen 36 auf. Um diese Bolzen
36 sind die entsprechenden Griffe 2 bzw. 3 derart drehbar, dass das Multifunktionswerkzeug
1 zusammengefaltet werden kann. Die Griffe 2 und 3 sind in dieser Transportstellung
parallel und nahe zueinander beabstandet. Die Transportstellung ergibt eine Kompaktheit,
welche es ermöglicht das Multifunktionswerkzeug 1 bequem beispielsweise in einem am
Gürtel befestigten Etui mitzunehmen. Werden die Griffe 2 und 3 wieder um die Bolzen
36 zurückgedreht befindet sich das Multifunktionswerkzeug in der Arbeitsstellung.
Die Griffe 2 und 3 schliessen dann einen Winkel im Bereich von etwa 20° ein.
[0032] Eine schematische Ansicht von beispielhaften Kombinationen mit verschiedenen Gruppen-
und Einzelwerkzeugen wird in Figur 2 dargestellt, Die zusammengesetzten Bestandteile
des Multifunktionswerkzeugs 1 entsprechen denen, welche im Zusammenhang mit der Figur
1 beschrieben sind. Im Sinne einer Variante dazu, kann der Zangenkopf 4 durch einen
Fischerzangenkopf 21, wie er beispielsweise von Anglern benötigt wird, ersetzt werden.
Dasselbe gilt beispielhaft für das Gruppenwerkzeug 5, welches hier andeutungsweise
durch das Gruppenwerkzeug 22 ersetzt werden kann. Um bei einem Anwendungsbeispiel
des Multifunktionswerkzeugs 1 für Angler zu bleiben, umfasst das hier dargestellte
Gruppenwerkzeug 22 eine Säge 23, einen Schupper 24, eine kleine Messerklinge 15, einen
Kreuzschraubenzieher 11 und einen grossen Flachschraubenzieher 17.
[0033] In den weiteren Ausführungen zu der Figur 2 wird eine Variante des Multifunktionswerkzeugs
1 dargestellt, bei der auf eine gelenkige oder sonstige Verbindung der Griffe 2 und
3 verzichtet wird. An dem Griff 3 wird der Zangenkopf 4 entfernt und ein Gruppenwerkzeug,
welches beispielsweise dem Gruppenwerkzeug 22 entspricht eingesetzt. Das nun zur Verfügung
stehende Multifunktionswerkzeug 1 ähnelt einem bereits bekannten Taschenmesser. Im
Gegensatz dazu sind die Gruppenwerkzeuge 6 bzw. 22 lösbar an dem Griff 3 gekuppelt.
Anstatt dem Gruppenwerkzeug 22 kann auch ein Haltegriff 25 angeordnet werden, was
vor allem bei engen Platzverhältnissen erwünscht sein kann, um beispielsweise eine
Schraube in einer Nische zu lösen bzw. zu befestigen. In weiteren Varianten wird anstelle
des Gruppenwerkzeugs 6 ein Filetiermesser 26, ein Magnet 27 oder eine Lampe 28 am
Griff 3 befestigt. Sämtliche dargestellten Kombinationen sind beispielhaft und alle
Variationen können prinzipiell in beliebiger Form kombiniert werden.
[0034] Zum besseren Verständnis des Systems der Kennungen der einzelnen Bestandteile des
Multifunktionswerkzeugs 1 werden beispielhafte Abmessungen eingeführt. Die Griffe
2 und 3 weisen jeweils eine Länge von 12 cm auf und sind beide weiss beschichtet.
Das längste Werkzeugelement des Gruppenwerkzeug mit 6 cm Länge ist beispielsweise
die Metallfeile 13. Bei dem Gruppenwerkzeug 22 ist das längste Werkzeugelement beispielsweise
die Säge 23, welche eine Länge von 6 cm aufweist. Beide Gruppenwerkzeuge 5 und 22
sind blau beschichtet. Das Gruppenwerkzeug 5 hat als längstes Werkzeugelement die
Holzfeile 4, welche 8 cm lang ist und das Gruppenwerkzeug 5 ist rot beschichtet. Ein
nicht dargestelltes Gruppenwerkzeug hat als längstes Werkzeugelement eine 4 cm lange
Ahle und ist gelb beschichtet. Wird ein kürzerer Griff als der beschriebene (z. B.
8 cm lang) verwendet, weist dieser beispielsweise eine schwarze Beschichtung auf.
Einzelwerkzeuge, welche nicht im Griff verstaut werden können beispielsweise mit einer
gelben Beschichtung versehen sein. In der nachfolgenden Tabelle sind beispielhaft
mögliche Kombinationen gemäss der farblichen Beschichtung dargestellt:
| Griff |
1. Element |
2. Element |
| weiss |
blau |
blau |
| weiss |
blau |
gelb |
| weiss |
rot |
gelb |
| weiss |
gelb |
gelb |
| schwarz |
gelb |
gelb |
[0035] Da in einer bevorzugten Ausführungsform die einzelnen Werkzeugelemente der Gruppenwerkzeuge
auswechselbar sind, können diese entsprechend ihrer Länge separat gekennzeichnet werden.
Alle Werkzeugelemente, die in einem kleinen Griff - mit schwarzer Beschichtung - verstaut
werden können, sind mit der entsprechenden Kennung - in diesem Beispiel einer gelben
Beschichtung - versehen. Vorzugsweise wird in einer solchen Ausführungsform den verschiedenen
Farben eine entsprechende Wichtigkeit zugeordnet. Weist ein zusammengestelltes Gruppenwerkzeug
beispielsweise Werkzeugelemente mit einer gelben und blauen Kennung auf, so ist die
blaue Kennung für die Beurteilung der Kombinierbarkeit massgebend.
[0036] Figur 3a zeigt ein schematisches Beispiel eines Kupplungsmechanismus 29 im verriegelten
Zustand. Der Entriegelungsknopf 7 ist in einer ersten Öffnung 33 des Gehäuses 35 beispielsweise
des Griffs 2 angeordnet und das eingesetzte Element - ein Einzel- bzw. Gruppenwerkzeug
- befindet sich im eingekuppelten Zustand. Am Gehäuse 35 ist innerhalb von diesem
ein Federelement 30 angeordnet. Der Riegel 31, welcher zu dem eingesetzten Element
gehört, ist derart ausgebildet, dass er den Entriegelungsknopf 7 und das Federelement
30 zumindest teilweise umfasst. Des Weiteren weist der Riegel 31 einen Riegelvorsprung
32 auf, welcher das eingesetzte Element in einer zweiten Öffnung 34 des Gehäuses 35
sichert. Wird ein Element beispielsweise in den Griff 2 eingeschoben, erfolgt das
Einrasten des Elements im Griff, wenn der Riegelvorsprung 32 die zweite Öffnung 34
erreicht hat.
[0037] Soll nun ein Element beispielsweise von dem Griff 2 entfernt werden, so muss, wie
in Figur 3b dargestellt, auf den Entriegelungsknopf 7 Druck ausgeübt werden. Durch
den konstruktiven Aufbau des Mechanismus übt dieser Entriegelungsknopf 7 seinerseits
Druck auf das Federelement 30 in der Art aus, dass dieses den Riegel 31 anhebt. Der
Riegel 31 wird soweit angehoben, dass der Riegelvorsprung 32 sich innerhalb des Gehäuses
35 befindet. D. h. der Riegelvorsprung 32 ist um mehr als die Wandstärke des Gehäuses
35 angehoben. Durch Ziehen an dem zu entfernenden Element, wird dieses entfernt.
[0038] Selbstverständlich beschränkte sich die Erfindung nicht auf die in den Figuren gezeigten
Ausführungsbeispiele. Eine Variante zu der dargestellten Ausgestaltung des Kupplungsmechanismus
ist eine einfache Steckverbindung. Die Elemente werden direkt oder mittels eines Zwischenstücks
zusammengesteckt, ohne dass diese verriegelt werden. Zur Verbesserung der Verbindungseigenschaften
einer solchen Steckverbindung kann das Kupplungsmittel mit einem elastisch verformbaren
Material (z. B. Gummi) umgeben sein, welches die Reibung an den zu verbindenden Elementen
erhöht.
[0039] Wird nur ein Ende des Griffs zur Befestigung eines Elements verwendet, kann an dem
anderen Ende eine Abdeckkappe angeordnet werden, welche bei Bedarf wieder entfernt
werden kann. Auch die Ausgestaltung eines Griffs, der grundsätzlich nur an einem Ende
eine Befestigungsmöglichkeit vorsieht, ist denkbar.
[0040] Der Griff kann in einer Variante zweiteilig aufgebaut sein. Dies in der Art, dass
er teleskopartig zusammengeschoben werden kann und somit eine Verkürzung der ursprünglichen
Länge erlaubt. Gehalten werden diese Teile des Griffs beispielsweise mittels Reibung
oder einer Rasterung. An den Enden, welche nicht ineinander geschoben werden, sind
wie bei der oben beschriebenen Ausführung Kupplungsmittel angeordnet.
[0041] Da sämtliche Elemente des Multifunktionswerkzeugs 1 beliebig austauschbar sind, können
verschiedene Qualitäten der einzelnen Elemente verwendet werden. Dies ermöglicht,
mehrere Preissegmente auf dem Markt abzudecken. Benötigt oder wünscht ein Benutzer
eine bessere Qualität beispielsweise einer Messerklinge, erwirbt er diese und ersetzt
sie an dem entsprechenden Gruppenwerkzeug.
[0042] Die Austauschbarkeit der Elemente der Gruppenwerkzeuge lässt sich auch dadurch erreichen,
dass auf einer gemeinsamen Achse mehrere Werkzeug-Sockel ("Halterungsstummel") drehbar
gelagert sind, auf welche die Einzelwerkzeuge z.B. aufgesteckt werden können.
[0043] Zusammenfassend ist festzustellen, dass durch das Multifunktionswerkzeug 1 ein Werkzeug
geschaffen wurde, das alle benutzerspezifischen Wünsche, welche in verschiedenen Anwendungsgebieten
anfallen können, berücksichtigen kann. Es muss nicht mehr für jeden Anwendungsbereich
ein separates Werkzeug beschafft werden. Wechselt ein Benutzer sein Hobby, bleibt
die getätigte Investition wenigstens zum Teil erhalten, da er sein Multifunktionswerkzeug
1 den neuen Gegebenheiten und Wünschen anpassen kann.
1. Zusammensetzbares Multifunktionswerkzeug mit mindestens einem Gruppenwerkzeug (5 bzw.
6), dessen Elemente in einem Griff (2 bzw. 3) verstaubar sind, dadurch gekennzeichnet, dass Gruppenwerkzeug (5 bzw. 6) und Griff (2 bzw. 3) durch eine lösbare Kupplung verbunden
sind.
2. Multifunktionswerkzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Griff (2 bzw. 3) zwei mit Kupplungsmitteln ausgebildete Enden hat.
3. Multifunktionswerkzeug nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Kupplung verriegelbar ist.
4. Multifunktionswerkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass es zusätzlich ein Einzelwerkzeug (25, 26, 27 bzw. 28) umfasst, welches am Griff (2
bzw.3) auswechselbar befestigt werden kann.
5. Multifunktionswerkzeug insbesondere nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass es zwei Griffe (2 und 3) mit Kupplungen aufweist und dass diese über ein gelenkiges
Verbindungsteil (4 bzw. 21) derart miteinander verbindbar sind, dass sie aus einer
nicht parallelen Arbeitsstellung in eine parallele Transportstellung gebracht werden
können.
6. Multifunktionswerkzeug nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Verbindungsteil (4 bzw. 21) ein Einzelwerkzeug, insbesondere ein Zangenkopf (4)
ist.
7. Multifunktionswerkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest zwei Griffe (2 und 3) im Sinne einer Verlängerung auf einer gemeinsamen
Achse starr miteinander verbindbar sind.
8. Multifunktionswerkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Gruppenwerkzeug (5, 6 bzw. 22) mehrere auf einer gemeinsamen Achse drehbar gelagerte
Werkzeugelemente umfasst.
9. Multifunktionswerkzeug nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Werkzeugelemente eines Gruppenwerkzeugs (5, 6 bzw. 22) zerlegbar bzw. wieder
zusammensetzbar ausgebildet sind.
10. Multifunktionswerkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Gruppenwerkzeuge (5, 6 bzw. 22) und die Einzelwerkzeuge (25, 26, 27 bzw. 28)
mit einer Kennung, insbesondere einer Kennung farblicher Art versehen sind.