[0001] Die Erfindung betrifft einen Gebäudekonstruktions-Profilstab gemäß dem Oberbegriff
von Anspruch 1.
[0002] Ein solcher Gebäudekonstruktions-Profilstab ist aus der EP 0 784 126 A2 bekannt.
Aus der EP 0 960 985 A2 ist ein Profilstab mit zwei Längsnuten auf der Oberseite der
Profilköpfe bekannt. Aus dieser Schrift ist auch eine Dimensionierung bekannt, die
ein Ineinanderhaken von zwei Profilköpfen von zwei gleich ausgebildeten Profilstäben
ermöglicht.
[0003] Durch die Erfindung soll die Aufgabe gelöst werden, einen Gebäudekonstruktios-Profilstab
zu schaffen, welcher eine einfache Querschnittsform hat, die preiswert herstellbar
ist und welche auch von ungelernten Arbeitskräften dazu verwendet werden kann, Gebäude
in Skelettbauweise schnell zu errichten.
[0004] Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung durch die kennzeichnenden Merkmale von Anspruch
1 gelöst.
[0005] Die Erfindung hat insbesondere folgende Vorteile:
Der Profilstab hat einen einfachen Querschnitt, ist einfach herstellbar und auf einfache
Weise verwendbar zur schnellen Errichtung von Skelettgebäuden. Die Profilstäbe sind
so konstruiert, daß nur mit einer einzigen Profilart, welche gleiche Querschnittsform
und gleiche Querschnittsabmessungen hat, die überwiegende Anzahl von allen Trägern
und Stützen von Gebäudeskeletten damit gebildet werden kann. Die Erfindung ermöglicht
eine grundsolide, gesunde, elegante, überaus schnell montierbare Bauweise. Sie ist
auch gegen Erdbeben sicher, hat für alle Klimazonen eine lange Lebensdauer. Die Profilstäbe
sind außerdem recycelbar. Sie bestehen vorzugsweise aus einer Aluminiumlegierung,
können jedoch aus einem anderen Material bestehen, beispielsweise aus Aluminium, Eisen
oder Kunststoff. Die mit den erfindungsgemäßen Profilstäben errichteten Gebäude können
auf einfache Weise mit Isolierungen versehen werden. Die Erfindung ermöglicht die
Vermeidung von Feuchtigkeiten in den Gebäudewänden und eine gute Schalldämmung. Die
Erfindung ermöglicht eine kostengünstige Bauweise. Mit ihr sind alle Dachformen herstellbar,
vom Flachdach bis zum Steildach, gewünschtenfalls auch mit Kies oder mit Pflanzen
belegt.
[0006] Weitere Merkmale der Erfindung sind in den Unteransprüchen enthalten.
[0007] Die Erfindung wird im folgenden mit Bezug auf die Zeichnungen anhand einer bevorzugten
Ausführungsform und anhand von bevorzugten Anwendungsmöglichkeiten beschrieben. In
den Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1
- eine Stirnansicht eines Gebäudekonstruktions-Profilstabes nach der Erfindung,
- Fig. 2
- eine abgebrochene Seitenansicht des Profilstabes von Fig. 1,
- Fig. 3
- eine Stirnansicht von zwei übereinander angeordneten Profilstäben von Fig. 1, welche
zu einem Träger für große Spannweiten miteinander verbunden sind,
- Fig. 4
- eine Stirnansicht von drei nebeneinander angeordneten, ineinander gesetzten Profilstäben
von Fig. 1, welche zur Bildung eines hochbelastbaren Trägers oder einer hochbelastbaren
Stütze miteinander verbunden sind,
- Fig. 5
- eine Stirnansicht von zwei ineinander gehakten Profilstäben von Fig. 1,
- Fig. 6
- eine Stirnansicht eines Profilstabes von Fig. 1 in Kombination mit weiteren Bauelementen.
[0008] In Fig. 1 sind bevorzugte Maße des Profilstabes nach der Erfindung angegeben.
[0009] Der Gebäudekonstruktions-Profilstab 2 nach der Erfindung enthält zwei Profilköpfe
4 und 6 und einen diese beiden Profilköpfe 4 und 6 miteinander verbindenden Steg 8,
die zusammen ein einziges Materialstück aus Aluminium, einer Aluminiumlegierung, aus
Eisen, Kunststoff oder einem ählichen Material sind. Eine Aluminiumlegierung wird
bevorzugt, weil sie hochbelastbar, korrosionsbeständig und für viele Klimazonen wärmebeständig
ist.
[0010] Die beiden Profilköpfe 4 und 6 ragen nach beiden Querseiten symmetrisch gleich weit
über den Steg 8 hinaus, haben eine rechteckige äußere Querschnittsform und haben die
gleiche Kopfbreite KB, welche je größer ist als die äußere Kopfhöhe KH1 des einen
Profilkopfes 4 bzw. KH2 des anderen Profilkopfes 6.
[0011] Der Steg 8 ist ein Vollprofil und hat zwei zueinander parallele Seitenflächen 10
und 12, die sich durch Querarme unterbrochen oder vorzugsweise ununterbrochen von
Profilkopf zu Profilkopf 4 bzw. 6 erstrecken.
[0012] Der eine Profilkopf 4 ist auf seiner Oberseite mit einer einzigen Längsnut 14 versehen,
die symmetrisch zur Kopfmitte angeordnet ist und in Profilquerrichtung beidseitig
hinterschnitten ist und über die Breite des Steges 8 beidseitig symmetrisch gleichweit
hinausragt.
[0013] Der andere Profilkopf 6 hat eine Kopfhöhe KH2, die kleiner als ein Viertel, vorzugsweise
kleiner als ein Fünftel seiner Kopfbreite KB ist. Die Oberseite dieses anderen Profilkopfes
6 hat eine einzige, flache Oberfläche 16, die sich über die gesamte Oberseite ununterbrochen
erstreckt. Dadurch hat dieser andere Profilkopf die Form eines flachen Stranges oder
Bandes, welches beidseitig symmetrisch gleichweit über den Steg 8 in Querrichtung
hinausragt.
[0014] Die Unterseiten der beiden Profilköpfe 4 und 6 sind durch flache ununterbrochene
Oberflächen 18, 20, 22 und 24 gebildet, die sich je vom Steg 8 bis zu den äußeren
Querseiten 26, 28, 30, 32 des betreffenden Profilkopfes 4 bzw. 6 erstrecken. Diese
Querseiten sind vorzugsweise flache ununterbrochene Flächen. Die Ecken und Kanten
der Profilköpfe sind vorzugsweise abgerundet. Der eine Profilkopf 4 hat zwei Querrippen
34 und 36, welche an die Oberseite dieses Profilkopfes 4 angrenzen, in Querrichtung
nach innen gegeneinander gerichtet sind und eine Engstelle der Längsnut 14 an ihrer
Oberseite bilden. Gemäß der bevorzugten Ausführungsform hat die Längsnut 14 unter
den Querrippen 34 und 36 einen rechteckigen Querschnitt, und vorzugsweise auch im
Bereich zwischen diesen Querrippen 34 und 36. Die Querrippen erstrecken sich in Profillängsrichtung
über die gesamte Profillänge.
[0015] Gemäß der bevorzugten Ausführungsform haben die Seitenwände 45, 46 des einen Profilkopfes
4 an ihren durch die Querrippen 34 und 36 verdickten Enden je eine Breit WB, die kleiner
als die Höhe HH der Hinterschneidung 40 bzw. 42 unter der Querrippe 34 bzw. 36, und
kleiner als die Engstelle der Längsnut 14 ist, so daß in diese Hinterschneidung 40
oder 42 der eine Profilkopf 4 eines gleich ausgebildeten anderen Gebäudekonstruktions-Profilstabes
in Profilquerrichtung einhängbar ist, wie dies Fig. 5 zeigt.
[0016] Die im folgenden genannten Abmessungen des Profilstabes sind wichtig, weil dadurch
der Profilstab für eine Vielzahl von Gebäudegrößen als Träger oder Stütze verwendbar
ist, ohne daß Profilstäbe mit anderen Querschnittsabmessungen oder anderen Querschnittsformen
erforderlich sind.
[0017] Gemäß den bevorzugten Ausführungsformen der Erfindung liegt die Kopfbreite KB bei
jedem der beiden Profilköpfe 4 und 6 zwischen 38 mm und 42 mm, vorzugsweise bei 40
mm; die Kopfhöhe KH1 des einen Profilkopfes 4 liegt zwischen 22 mm und 26 mm, vorzugsweise
bei 24 mm; die Kopfhöhe KH2 des anderen Profilkopfes 6 liegt zwischen 4 mm und 8 mm,
vorzugsweise bei 6 mm; die Profilhöhe PH, über die Oberseiten der beiden Profilköpfe
4 und 6 gemessen, liegt im Bereich zwischen 100 mm und 140 mm, vorzugsweise bei 120
mm; und der Höhenabstand KA der Profilköpfe 4 und 6 voneinander liegt zwischen 70
mm und 110 mm, vorzugsweise bei 90 mm.
[0018] Die Wandstärke WS des Steges 8 und mindestens auch die Wandstärke WS des Nutbodens
44 und der Nutseitenwände 45 und 46 liegt im Bereich zwischen 3 mm und 6 mm, vorzugsweise
bei 3,5 mm.
[0019] Die Dicke R der Querrippen 34 und 36 kann gleich groß sein wie die Wandstärke WS
oder vorzugsweise bei 6 mm liegen. Die Rippenhöhe RH in Profilquerrichtung liegt vorzugsweise
bei 5 mm.
[0020] Damit hat die Längsnut 14 vorzugsweise eine Innenbreite Nl von 33 mm und eine Engstellenbreite
EB von 23 mm.
[0021] Gemäß Fig. 3 können zwei gleiche Profilstäbe 2 hochkant aufeinander angeordnet werden,
wobei ihre als Flachprofil ausgebildeten anderen Profilköpfe 6 aneinander angrenzen
und miteinander verschraubt werden können. Die beiden voneinander abgewandt angeordneten
einen Profilköpfe 4 können einen Einsatz 50 zur Befestigung von Platten oder Brettern
oder anderen Elementen 52 beispielsweise mittels Schrauben 54 enthalten.
[0022] Gemäß Fig. 4 können drei Profilstäbe 2 seitlich ineinander gefügt und in ihrem Mittelbereich
beispieslweise durch Schrauben 56 miteinander verbunden werden.
[0023] Fig. 5 zeigt, wie bereits beschrieben, zwei ineinander gehakte Profilstäbe 2 von
Fig. 1.
[0024] Fig. 6 zeigt den Profilstab 2 von Fig. 1. An seinem einen Profilkopf 4 sind von außen
mittels Schrauben 54 Platten oder Bretter 52 oder andere Elemente an einem Einsatz
50 befestigt, welcher in die hinterschnittene Längsnut 14 eingesetzt ist.
[0025] An dem als Flachprofil ausgebildeten Profilkopf 6 ist ein Bauelement 52, z. B. eine
Platte oder ein Brett von der Wandinnenseite her durch einen Bügel 62 befestigt, welcher
von der Innenseite her durch eine Schraube 58 an dem Bauelement 52 angeschraubt ist
und sich an seinem einen Ende an diesem Element 52 und an seinem anderen Ende an dem
anderen Profilkopf 6 abstützt. Dadurch kann das Bauelement 52 Relativbewegungen zum
Profilstab 2 ausführen, da solchen Relativbewegungen nur kleine Widerstände an den
Kontaktstellen des Bügels 62 mit dem Bauelement 52 und dem Profilstab 2 entgegenstehen.
Ferner zeigt Fig. 6, wie der Höhenabstand zwischen den beiden Profilköpfen 4 und 6
oder daran befestigten Elementen 52 zur Unterbringung von Wärmeisolationsmaterial
60 oder zur Unterbringung von elektrischen Leitungen, von Wasserleitungen und/oder
von Heizungsleitungen verwendet werden kann.
1. Gebäudekonstruktions-Profilstab bestehend aus zwei Profilköpfen (4,6) und aus einem
diese Profilköpfe (4,6) miteinander verbindenden Steg (8), die zusammen ein einziges
Materialstück sind, wobei beide Profilköpfe (4,6) nach beiden Querseiten symmetrisch
gleich weit über den Steg (8) überstehen, eine rechteckige äußere Querschnittsform
und die gleiche Kopfbreite (KB) haben, welche je größer als die Kopfhöhe (KH1,KH2)
ist, wobei der Steg (8) ein Vollprofil ist und zwei zueinander parallele Seitenflächen
hat, wobei der eine Profilkopf (4) auf seiner Oberseite mit einer einzigen Längsnut
(14) versehen ist, die symmetrisch zur Kopfmitte angeordnet ist, in Profilquerrichtung
beidseitig hinterschnitten ist und über die Breite des Steges (8) beidseitig symmetrisch
gleichweit hinausragt,
dadurch gekennzeichnet,
daß der andere Profilkopf (6) eine Kopfhöhe (KH2) hat, die kleiner als ein Viertel seiner
Kopfbreite (KB) ist, und daß die Oberseite dieses anderen Profilkopfes (6) durch eine
einzige flache Oberfläche gebildet ist, die sich über die ganze Oberseite ununterbrochen
erstreckt.
2. Gebäudekonstruktions-Profilstab nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der eine Profilkopf (4) an seine Oberseite angrenzend zwei Querrippen (34,36) hat,
die in Querrichtung nach innen gegeneinander gerichtet sind und eine Engstelle der
Längsnut (14) an ihrer Oberseite bilden, und daß die Längsnut (14) unter den Querrippen
(34,36) einen rechteckigen Querschnitt hat.
3. Gebäudekonstruktions-Profilstab nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Unterseiten der beiden Profilköpfe (4,6) durch flache ununterbrochene Oberflächen(18,20,22,24)
gebildet sind, die sich je vom Steg (8) bis zu den äußeren Querseiten (26,28,30,32)
des betreffenden Profilkopfes (4 bzw. 6) erstrecken.
4. Gebäudekonstruktions-Profilstab nach Anspruch 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Seitenwände (45,46) des einen Profilkopfes (4) an ihren durch je eine der Querrippen
(34,36) verdickten Enden eine Breite (WB) haben, die kleiner als die Höhe (HH) der
Hinterschneidung (40 bzw. 42) der Längsnut (14) und kleiner als die Engstelle der
Längsnut (14) ist, so daß in diese Hinterschneidung (40,42) der eine Profilkopf (4)
eines gleich ausgebildeten anderen Gebäudekonstruktions-Profilstabes (2) in Profilquerrichtung
einsetzbar ist.
5. Gebäudekonstruktions-Profilstab nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Kopfbreite (KB) bei jedem der beiden Profilköpfe (4,6) zwischen 38 mm und 42
mm, vorzugsweise bei 40 mm liegt.
6. Gebäudekonstruktions-Profilstab nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Kopfhöhe (KH2) des anderen Profilkopfes (6) zwischen 4 mm und 8 mm, vorzugsweise
bei 6 mm liegt.
7. Gebäudekonstruktions-Profilstab nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Kopfhöhe (KH1) des einen Profilkopfes (4), welcher die Längsnut (14) hat, zwischen
22 mm und 26 mm beträgt, vorzugsweise bei 24 mm liegt.
8. Gebäudekonstruktions-Profilstab nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Profilhöhe (PH), über die Oberseite der beiden Profilköpfe (4,6) gemessen, im
Bereich zwischen 100 mm und 140 mm liegt, vorzugsweise bei 120 mm.
9. Gebäudekonstruktions-Profilstab nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Höhenabstand (KA) zwischen den beiden Profilköpfen (4,6) zwischen 70 mm und 110
mm liegt, vorzugsweise bei 90 mm.
10. Gebäudekonstruktions-Profilstab nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Dicke (WS) des Steges (8) und die Dicke mindestens der Nutbodenwand (44) sowie
die Dicke der angrenzenden Nutseitenwandbereiche (45,46) der Längsnut (14) des einen
Profilkopfes (4) zwischen 3 mm und 6 mm beträgt, vorzugsweise bei 3,5 mm liegt.