[0001] Die Erfindung betrifft einen Schließzylinder mit einem in einem Zylindergehäuse drehbar
gelagerten Zylinderkern mit einem insbesondere profilierten Schlüsselkanal und mit
mindestens einem elektrischen Drehantrieb im Zylindergehäuse und einem mit dem Drehantrieb
zusammenwirkenden Sperrkörper zwischen dem Zylindergehäuse und dem Zylinderkern.
[0002] Für eine Haustüre werden Schließzylinder meist im Rahmen einer Schließanlage benötigt,
die mit dem Flachschlüssel geöffnet werden können. Es gibt eine Vielzahl von Anwendungsfällen,
bei welchen eine meist zusätzliche Fernbetätigung des Zylinders wünschenswert ist.
In einem Büro etwa sollen die Mitarbeiter tagsüber Zugang haben, jedoch nachts oder
an Wochenenden nicht aufsperren können. Ferner ist gerade bei Schließanlagen ein zusätzliches
elektronisches Kriterium oder Sperrgeheimnis (über ein Transceiversignal oder einen
Codesender in der Schlüsselreide zweckmäßig, um einer Anlage besonders hohe Sicherheit
zu verleihen und sie allenfalls auch nachträglich noch erweitern zu können.
[0003] In diesem Sinn ist eine Einrichtung zum elektromagnetischen Verriegeln eines Schließzylinders
bekannt, die einen kleinen elektromagnetischen Drehantrieb im Zylindergehäuse etwa
in der Position eines Gehäusestiftes aufweist. Im Gegensatz zu ebenfalls bekannten
Hubmagneten arbeitet der Drehantrieb mit einem Sperrkörper zusammen, der sperrend
in den Zylinderkern eingreift und vom Drehantrieb an einem Zurückweichen gehindert
wird. Nur in einer bestimmten Drehlage des Rotors dieses Drehantriebs, der dem Wesen
nach einem Elektromotor entspricht, kann der Sperrkörper aus der federbeaufschlagten
vorgeschobenen Sperrlage in eine Ausnehmung des Rotors eintauchen und aus dem Zylinderkern
zurückweisen. Dazu weist der Sperrkörper stirnseitig Schrägflächen auf, die mit schrägen
Anlageflächen der Ausnehmung im Zylinderkern zusammenwirken. Wird also der Zylinderkern
mit Hilfe eines passenden Schlüssels gedreht, dann drücken die genannten Schrägflächen
dem Sperrkörper radial nach unten in die Ausnehmung des in die Freigabestellung stehenden
Rotors.
[0004] Die Erfindung zielt darauf ab, einen Schließzylinder mit elektromechanischer Verriegelung
auf einem anderen Sperrprinzip ohne Schrägflächenanlage in der Verriegelungsstellung
zu schaffen. Dies wird dadurch erreicht, dass der Sperrkörper verdrehbar ist und stirnseitig,
dem Zylinderkern zugeordnet, ein quer zur Drehachse des Sperrkörpers orientiertes
diametrales Profil aufweist, dessen Seitenfläche in der Sperrstellung etwa quer zur
Umfangsrichtung des Zylinderkernes steht und an einem radial ausgerichteten Anschlag
des Zylinderkernes dessen Drehung blockierend anliegt und dass der Anschlag in der
Freigabestellung des Sperrkörpers, in der das Profil des Sperrkörpers in die Umfangsrichtung
weist, außerhalb des Profilquerschnitts liegt und der Zylinderkern am Sperrkörper
vorbei verdrehbar ist. Der Sperrkörper (z.B. ein kreiszylindrischer Stift) weicht
also aus der Sperrstellung zum Zwecke der Freigabe nicht zurück, sondern er verdreht
sich z.B. um 90°, sodass das stirnseitige Profil des Sperrkörpers einen Anschlag des
Zylinderkerns bei dessen Drehung passieren lässt. Damit werden Kräfte bei Gewaltanwendung
in der Sperrstellung vom Drehantrieb, der hier ebenfalls von einem kleinen Elektromotor
gebildet wird, ferngehalten. Es ist zweckmäßig, wenn das Profil des Sperrkörpers in
einer Gehäuse-Ringnut liegt und mindestens ein Vorsprung am Zylinderkern, beispielsweise
ein radial ausgerichteter Bolzen, in die Gehäuse-Ringnut greift und wenn das Profil
in der Freigabestellung mit der Gehäuse-Ringnut mindestens fluchtet bzw. in der Sperrstellung
in die Gehäuse-Ringnut eingreift und diese blockiert. Der Zylinderkern bleibt dabei
unverändert. Er erhält bloß einen Stift oder Bolzen, mit dem der Sperrkörper zusammenwirkt.
Ähnlich einer Weichenstellung oder einer Ventileinsatzverstellung wird also die Bahn
des Bolzens in der Ringnut durch eine Querstellung oder Schrägstellung des Sperrkörpers
blockiert. Diese Konstruktion hat darüber hinaus noch den Effekt, dass der Zylinderkern
durch den oder die in die Gehäuse-Ringnut greifenden Bolzen oder Zapfen gegen Herausziehen,
also gegen axiale Gewaltanwendung gesichert ist.
[0005] Alternativ ist eine Ausführungsvariante dadurch gekennzeichnet, dass das Profil,
beispielsweise ein Schwalbenschwanzprofil oder Hammerkopfprofil, in eine Ausnehmung
im Zylinderkern eingreift, in der der Sperrkörper z.B. um 90° frei verdrehbar ist
und an die vorzugsweise diametral in Drehrichtung des Zylinderkernes Nuten anschließen,
deren Querschnitt bzw. Eintrittsquerschnitt mit dem Profil in der Freigabestellung
des Sperrkörpers fluchtet und in der Sperrstellung an dem aus der fluchtenden Stellung,
z.B. um 90°, verdrehten Querstellung des Sperrkörpers sperrend anliegt. Der in die
Ausnehmung des Zylinderkerns ragende Sperrkörper wird also zur Freigabe nicht zurückgezogen,
sondern so verdreht, dass er bzw. sein stirnseitiges bzw. kopfseitiges Ende mit der
diametral verlaufenden Profilierung eine seitlich in Umfangsrichtung des Zylinderkerns
verlaufende Nut bei der Kerndrehung durchgreift. Diese Nut kann den komplementären
Querschnitt des kopfseitigen Sperrkörperprofils aufweisen oder einen Querschnitt aufweisen,
der zwischen dem Querschnitt des kopfseitigen Sperrkörperprofils und einem Rechteckprofil
entsprechend der Projektion des um 90° verdrehten Sperrkörperprofils (Seitenansicht
des Sperrkörpers im Kopfbereich =Kopfhöhe x Sperrkörperdurchmesser). Wenn der Sperrkörper
auf einem Mitnehmer des Drehantriebes axial gefedert verschiebbar gelagert ist und
wenn die Nut bzw. die Nuten beiderseits der Ausnehmung zur Mantelfläche des Zylinderkernes
hin auslaufen, läuft der Sperrkörper aus dem Inneren des Zylinderkerns heraus, nachdem
durch seine Drehung der Zylinderkern freigegeben wurde. Der Sperrkörper tritt in das
Gehäuse gegen Federkraft ein und liegt kopfseitig sodann im Laufe der Drehung an der
Mantelfläche des Zylinderkerns an. Damit ist es bei einer 360°-Drehung des Zylinderkerns
nicht notwendig, den Schlüsselrücken dem Sperrkörperprofil entsprechend zu profilieren,
denn der Sperrkörper läuft über den Schlüsselrücken bei der Kerndrehung hinweg, um
gegen Ende der 360°-Drehung wieder in die Ausnehmung einzulaufen. In dieser kann der
Sperrkörper vom Drehantrieb in die Sperrstellung verdreht werden.
[0006] Eine besonders zweckmäßige Weiterbildung der Erfindung liegt darin, dass der Sperrkörper
in seiner Sperrstellung gegen ein Zurückweichen gegen die Federkraft verriegelt ist,
wobei insbesondere ein Vorsprung des Sperrkörpers in der Sperrstellung eine axiale
Anlagefläche am Zylindergehäuse oder am Zylinderkern, insbesondere im Inneren der
Ausnehmung, übergreift. Um zu verhindern, dass der Sperrkörper in Sperrstellung durch
aufgeschaukelte Schwingungen aus der Ausnehmung im Zylinderkern zurückweicht, wird
der Kopf des Sperrkörpers in der Ausnehmung gegen ein Zurückweichen durch Hintergreifen
eines Profils im Zylinderkern in seiner axialen Position festgehalten. Diese Maßnahme
lässt aber eine Drehung z.B. um 90° zu. Sie kann durch eine Hinterschneidung an der
Frontseite (Rückseite) des Profils des Sperrkörpers, also kopfseitig an der bestehen
bleibenden Mantelfläche des kreiszylindrischen Sperrkörpers, realisiert sein, welche
Hinterschneidung ein Vorsprung in der Ausnehmung des Zylinderkerns hintergreift.
[0007] Bei der Ausführungsform mit einem den Zylinderkern überragenden Bolzen, der in eine
Ringnut des Gehäuses greift, kann der Sperrkörper als Profil stirnseitig einen diametralen
Einschnitt aufweisen, dessen Querschnitt etwa dem Nutenquerschnitt entspricht. Somit
befindet sich ein Teilstück der Ringnut auf der Stirnseite des Sperrkörpers. In der
Drehstellung des Sperrkörpers in der der Einschnitt mit der Ringnut fluchtet, kann
der Zylinderkern durchgedreht werden. Fluchtet jedoch der Ausschnitt nicht, dann schlägt
der Bolzen an der Mantelfläche des Sperrkörpers an. Der Sperrkörper muss dabei nicht
unbedingt um 90° in die Querstellung verdreht sein. Es genügt bereits eine geringere
Verdrehung, die sicherstellt, dass der Bolzen in der Ringnut den Sperrkörper von sich
aus nicht zurückdrehen kann. Wenn zwei Bolzen in einem Winkelabstand zum Sperrkörper
vorgesehen sind, der eine beschränkte Verdrehung des Zylinderkernes zur Wechselbetätigung
eines Einstemmschlosses ermöglicht, dann kann zwar der Schließzylinder nicht gesperrt
werden, jedoch bleibt die Möglichkeit der Fallenbetätigung in einem Einstemmschloss
über den Schließzylinder erhalten. Dieser Spielraum verursacht eine geringe Zeitverzögerung,
in der die Elektronik mit Sicherheit, z.B. einem Sperrbefehl, ausgeführt hat. Damit
wird sichergestellt, dass die eventuelle Ansprechzeit der Elektronik ohne negative
Auswirkungen bleibt und der Schließzylinder bzw. dessen Elektronik nicht durch sehr
rasches Wegdrehen aus der Grundstellung umgangen werden kann.
[0008] Für den Fall, dass der Bolzen des Zylinderkerns in der Grundstellung genau in der
Drehachse des Sperrkörpers liegt, bewirkt eine Querstellung des stirnseitigen Einschnitts
infolge Verdrehung des Sperrkörpers eine Lagefixierung des Zylinderkerns. Dieser kann
weder nach links noch nach rechts verdreht werden. Eine einseitige Verdrehung ist
dann möglich, wenn an Stelle des Einschnitts (U-Profil) bloß eine z.B. exzentrisch
angeordnete Sperrfläche (L-Profil) stirnseitig am Sperrkörper vorgesehen ist.
[0009] Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes sind in den Zeichnungen dargestellt.
[0010] Fig. 1 zeigt einen Querschnitt durch einen Schließzylinder in Freigabestellung, Fig.
2 den Schließzylinder nach Fig. 1 in Sperrstellung, Fig. 3 eine Ausführungsvariante
zu Fig. 1 in Freigabestellung, Fig. 4 den Schließzylinder nach Fig. 3 in Sperrstellung,
Fig. 5 eine weitere Variante zu Fig. 1 in Sperrstellung, Fig. 6 ein Detail aus Fig.
5 in Explosion-Schrägrissdarstellung, Fig. 7 den Schließzylinder nach Fig. 5 in Freigabestellung
und Fig. 8 ein Detail aus Fig. 7 in Explosions-Schrägrissdarstellung.
[0011] Ein Schließzylinder umfasst ein Zylindergehäuse 1, in dem ein Zylinderkern 2 drehbar
gelagert ist. Zwischen Zylindergehäuse 1 und Zylinderkern 2 sind in Gehäuse- und Kernbohrungen
mehrere gefederte geteilte Zuhaltungsstifte in bekannter Weise vorgesehen, die durch
den mechanischen Teil (Schlüsselbart mit Zahnungen) eines Flachschlüssels auf Teilung
gebracht werden können, sodass der Zylinderkern 2 gedreht werden kann, wenn nicht
noch andere Gesperre zur Wirkung kommen. Ein solches Gesperre ist als zusätzliche
Maßnahme in einem herkömmlichen mechanischen Schließzylinder Gegenstand der Erfindung.
An Stelle einer mechanischen Zuhaltung befindet sich in einer vergrößerten Zylindergehäusebohrung
ein Drehantrieb 3, wie z.B. ein Elektromotor, dessen Rotor eine Drehbewegung von 90°
vor und zurück ausführen kann. Der Drehantrieb 3 ist über ein Kupplungsstück 4 mit
einem Sperrkörper 5 drehfest verbunden. Das Kupplungsstück 4 entfällt, wenn der Sperrkörper
5 unmittelbar mit dem Rotor des Drehantriebes zusammenwirkt. Im Zylindergehäuse 1
befindet sich eine Ringnut 6, die den Zylinderkern 2 in der Querschnittsebene des
Drehantriebes 3 und des Sperrkörpers 5 umgibt. In diese Ringnut 6 ragt ein Bolzen
7 (Fig. 3, 4) bzw. ragen zwei Bolzen 8, 9 (Fig. 1, 2). Der Sperrkörper 5 hat stirnseitig
bzw. kopfseitig ein quer zu seiner Drehachse ausgerichtetes Profil 10, welches in
den Fig. 1 bis 4 als U-förmiger Einschnitt ausgebildet ist. Dieses Profil ist gleich
oder größer als das Querschnittsprofil der Ringnut 6, in die die Bolzen 7 bzw. 8,
9 eintauchen. Der Drehantrieb 3 kann den Sperrkörper 5 in zwei Positionen drehen,
nämlich mit seinem Profil 10 m Längsrichtung zur Nut oder in Querrichtung zur Nut.
In Längsrichtung gemäß Fig. 1 und 3 fluchtet das Profil 10 mit der Nut 6 und setzt
die Nut 6 gewissermaßen fort. Der Zylinderkern 2 kann durchgedreht werden, weil der
bzw. die Bolzen 7 bzw. 8, 9 den Sperrkörper 5 ungehindert passieren können.
[0012] Wenn der Sperrkörper 5 jedoch mit seinem Profil 10 quer zur Ringnut 6 steht, dann
ist gemäß Fig. 2 die Ringnut 6 zwischen den beiden Bolzen 8, 9 blockiert und der Zylinderkern
2 kann nicht bzw. in sehr geringem Maße verdreht werden. Eine kleine Drehung kann
wünschenswert sein, um einerseits eine Wechselbetätigung allenfalls zuzulassen und
bzw. oder um sicherzustellen, dass die für das Erkennen eines Codes, z.B. eines Transceivers,
an der Schlüsselreide notwendige Ansprechzeit in der Vergleichsschaltung, die dem
Schließzylinder zugeordnet ist, zur Verfügung steht.
[0013] Bei der Ausführung nach Fig. 4 ist nur der eine Bolzen 7 vorgesehen, der in der Sperrstellung
von dem Profil 10 an der Stirnseite des Sperrkörpers 5 festgehalten wird. Dieses Profil
10 entspricht gemäß Fig. 4 dem Querschnitt der Nut 6 und ist in der Sperrstellung
quergestellt. Wäre das Profil einseitig offen, dann könnte der Zylinderkern 2 nur
in eine Richtung gedreht werden.
[0014] Die Ausführung nach den Fig. 5 bis 8 folgen dem oben beschriebenen Sperrprinzip.
Der Drehantrieb 3 verdreht einen Sperrkörper 11, der stirnseitig ein Profil 10 aufweist,
welches gemäß Fig. 6 oder 8 sehr deutlich als Schwalbenschwanzoder Hammerkopfprofil
erkennbar ist. Dieser Sperrkörper 11 könnte in eine Ringnut im Zylinderkern 2 greifen.
Es müsste dann allerdings jeder Schlüssel im Schlüsselrücken eine dem Nutquerschnitt
mindestens entsprechende Ausnehmung aufweisen. Dieses Ausführungsbeispiel geht darüber
hinaus und bildet eine Nut 12 im Zylinderkern 2 nur über ein Teilstück des Umfangs
des Zylinderkernes 2 aus, wobei die Nut 12 sichelförmig gegen den vollen Zylinderkerndurchmesser
hin auslauft. Der Sperrkörper 11 ist auf dem Drehantrieb 3 drehfest, jedoch gegen
die Kraft einer Feder 13 zurückschiebbar gelagert. Der Drehantrieb 3 beeinflusst oder
behindert das Zurückschieben des Sperrkörpers 11 in keiner Weise, denn einzig und
allein die sichelförmige Nut 12 bewirkt bei der Drehung des Zylinderkernes 2 ein Einschieben
des bereits in die Offenstellung verdrehten Sperrkörpers 11. Der Sperrkörper 11 greift
kopfseitig mit seinem Profil 10 in eine Ausnehmung 14 des Zylinderkernes 2, an welche
beiderseits die Nut 12 anschließt. Während die Ausnehmung 14 eine Drehung des Sperrkörpers
11 zulässt, kann das Profil 10 nur in einer Drehlage in die Nut 12 eintreten. In der
Drehlage gemäß Fig. 6 ist dies nicht möglich. Das Schwalbenschwanz- oder Hammerkopfprofil
steht quer zum Eintrittsquerschnitt in die Nut 12. Eine Drehung des Zylinderkernes
2 wird bereits nach einem kleinen Drehwinkel blockiert.
[0015] In dieser Blockierstellung kann allenfalls eine Besonderheit vorgesehen sein, wie
sie in der Fig. 6 dargestellt ist:
[0016] Ein Vorsprung 15 des Profils 10 übergreift eine Anlagefläche 16 in der Ausnehmung
14, sodass ein Zurückschieben etwa durch einen Versuch, den Sperrkörper in axiale
Schwingungen zu versetzen, nicht möglich ist. Diese Verriegelung kann auch zwischen
dem Schaft des Sperrkörpers 11 und dem Zylindergehäuse 1 vorgesehen sein. Nur nach
Verdrehung des Sperrkörpers 11 aus der Position nach Fig. 6 in die Position gemäß
Fig. 8 ist diese Verriegelung gelöst und der Sperrkörper 11 kann mit seiner Profilschmalseite
in die Nut 12 nach links und nach rechts eindringen. Der profilierte Abschnitt des
Sperrkörpers rastet durch diese Verdrehung aus der Verrieglung gegen eine vertikale
Bewegung aus. In Fig. 8 ist diese Verriegelung (Vorsprung 15, Anlagefläche 16) nicht
nochmals dargestellt.
[0017] Wie bereits erwähnt, ist das oben beschriebene elektromechanische Gesperre im Allgemeinen
zusätzlich zu den mechanischen Zuhaltungen in einem Schließzylinder enthalten. Ein
Schlüssel, der somit einen solchen Schließzylinder sperren kann, hat einen entsprechend
gezahnten Schlüsselbart und trägt ferner einen Codesender, z.B. als Griffstück auf
der Schlüsselreide, der bei Annäherung an den Schließzylinder oder durch das Anstecken
ausgelöst, ein Codesignal aussendet. An der Tür, z.B. in einem Drückerschild oder
allenfalls sogar im Schließzylinder selbst, befindet sich eine Empfängerschaltung,
die das Codesignal als Ist-Signal empfängt und mit dem oder einer Mehrzahl von zulässigen
Soll-Codes vergleicht. Bei festgestellter Codeübereinstimmung wird der Drehantrieb
3 im Sinne eines Verdrehens des Sperrkörpers 5 bzw. 11 in Längsstellung seines Profils
10, also in Freigabestellung beaufschlagt. Unter der Voraussetzung, dass auch die
Zahnung des Schlüsselbarts richtig ist, also die Zahnung die geteilten, gefederten
Zuhaltungsstifte (Kern- und Gehäusestifte) auf Teilung bringt, kann der Zylinderkern
2 im Zylindergehäuse 1 gedreht und ein Einstemmschloss od. dgl. geöffnet, also ein
Schlossriegel zurückgezogen werden. Sobald der Schlüssel dann abgezogen wird, verschieben
sich die mechanischen Zuhaltungen im Schließzylinder in die Sperrstellung, und der
Drehantrieb 3 dreht den Sperrkörpers 5 bzw. 11 mit seinem kopfseitigen Profil 10 quer
(oder schräg) zur Nut 6 bzw. 12. Wenn sodann jemand bloß mit einem mechanischen Schlüssel
sperren möchte, dann können wohl die mechanischen Zuhaltungen entriegelt werden, nicht
aber die Elektronik mit dem elektromechanischen Gesperre. Wenn aber gemäß Fig. 1 und
2 die Bolzen 8, 9 einen entsprechend großen Winkel (z.B. 30°) einschließen, dann kann
der Wechsel eines Einstemmschlosses betätigt werden. Damit kann bei einer Türe mit
Knauf die Falle zurückgezogen werden. Das Schloss mit dem Riegel zu- oder aufsperren
kann jedoch nur der Inhaber eines Schlüssels mit elektronischem Codesender. Damit
ist es möglich, ein Büro z.B. nachts so zuzusperren, dass niemand Zugang hat und tagsüber
den Mitarbeitern, die nur über einen rein mechanischen Schlüssel verfügen, Zutritt
zu ermöglichen. Im Rahmen einer Schließanlage ist diese Möglichkeit äußerst vorteilhaft,
da gewisse Bereiche ohne Zusatzschloss ergänzend durch elektronische bzw. elektromechanische
Maßnahmen gemäß der Erfindung abgesichert sein können.
1. Schließzylinder mit einem in einem Zylindergehäuse drehbar gelagerten Zylinderkern
mit einem insbesondere profilierten Schlüsselkanal und mit mindestens einem elektrischen
Drehantrieb im Zylindergehäuse und einem mit dem Drehantrieb zusammenwirkenden Sperrkörper
zwischen dem Zylindergehäuse und dem Zylinderkern, dadurch gekennzeichnet, dass der Sperrkörper (5, 11) verdrehbar ist und stirnseitig, dem Zylinderkern (2) zugeordnet,
ein quer zur Drehachse des Sperrkörpers (5, 11) orientiertes diametrales Profil (10)
aufweist, dessen Seitenfläche in der Sperrstellung etwa quer zur Umfangsrichtung des
Zylinderkernes (2) steht und an einem radial ausgerichteten Anschlag des Zylinderkernes
(2) dessen Drehung blockierend anliegt und dass der Anschlag in der Freigabestellung
des Sperrkörpers (5, 11), in der das Profil (10) des Sperrkörpers (5, 11) in die Umfangsrichtung
weist, außerhalb des Profilquerschnitts liegt und der Zylinderkern (2) am Sperrkörper
(5, 11) vorbei verdrehbar ist.
2. Schließzylinder nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Profil (10) des Sperrkörpers (5, 11) in einer Gehäuse-Ringnut (6) liegt und mindestens
ein Vorsprung am Zylinderkern, beispielsweise ein radial ausgerichteter Bolzen (7;
8, 9), in die Gehäuse-Ringnut (6) greift und dass das Profil (10) in der Freigabestellung
mit der Gehäuse-Ringnut (6) mindestens fluchtet bzw. in der Sperrstellung in die Gehäuse-Ringnut
(6) eingreift und diese blockiert.
3. Schließzylinder nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Profil (10), beispielsweise ein Schwalbenschwanzprofil oder Hammerkopfprofil,
in eine Ausnehmung (14) im Zylinderkern (2) eingreift, in der der Sperrkörper (11)
z.B. um 90° frei verdrehbar ist und an die vorzugsweise diametral in Drehrichtung
des Zylinderkernes (2) Nuten (12) anschließen, deren Querschnitt bzw. Eintrittsquerschnitt
mit dem Profil (10) in der Freigabestellung des Sperrkörpers (11) fluchtet und in
der Sperrstellung an dem aus der fluchtenden Stellung z.B. um 90° verdrehten Querstellung
des Sperrkörpers (11) sperrend anliegt.
4. Schließzylinder nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Sperrkörper (11) auf einem Mitnehmer des Drehantriebes (3) axial gefedert verschiebbar
gelagert ist und dass die Nut bzw. die Nuten (12) beiderseits der Ausnehmung (14)
zur Mantelfläche des Zylinderkernes hin auslaufen.
5. Schließzylinder nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Sperrkörper (11) in seiner Sperrstellung gegen ein Zurückweichen gegen die Federkraft
verriegelt ist, wobei insbesondere ein Vorsprung (15) des Sperrkörpers (11) in der
Sperrstellung eine axiale Anlagefläche (16) am Zylindergehäuse (1) oder am Zylinderkern
(2), insbesondere im Inneren der Ausnehmung (14) übergreift.
6. Schließzylinder nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Sperrkörper (5) als Profil (10) stirnseitig einen diametralen Einschnitt aufweist,
dessen Querschnitt etwa dem Nutenquerschnitt (6) entspricht.
7. Schließzylinder nach einem der Ansprüche 1, 2 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass zwei Bolzen (8, 9) in einem Winkelabstand zum Sperrkörper (5) vorgesehen sind, der
eine beschränkte Verdrehung des Zylinderkernes (2) zur Wechselbetätigung eines Einstemmschlosses
bzw. zur Überbrückung einer Ansprechzeit einer den Drehantrieb (3) steuernden Elektronik
ermöglicht.
8. Schließzylinder nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Bolzen (7) in der Sperrstellung in dem quer zur Nut (6) orientierten Einschnitt
des Profils (10) liegt.