[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Bestimmung der Position eines Ankers, der
einem elektromagnetischen Stellgerät zugeordnet ist, gemäß des Oberbegriffs des Patentanspruchs
1.
[0002] Der Stellantrieb ist einem elektromechanischen Stellgerät zugeordnet, das beispielsweise
ein als Gaswechselventil einer Brennkraftmaschine ausgebildetes Stellglied hat. Ein
derartiges Stellgerät hat also ein Gaswechselventil und einen Stellantrieb. Der Stellantrieb
weist vorzugsweise zwei Elektromagnete auf, zwischen denen jeweils gegen die Kraft
eines Rückstellmittels ein Anker durch Abschalten des Erregerspulenstroms des gerade
haltenden Elektromagneten und Einschalten des Erregerspulenstroms des nun fangenden
Elektromagneten bewegt werden kann.
[0003] Ein Verfahren zur Bestimmung der Position des Ankers ist aus DE 19836769 bekannt.
In diesem Verfahren wird die Wegposition aus der zeitlichen Ableitung der Ströme durch
die Erregerspule und der Spannungsabfälle an der Erregerspule an jeweils zwei Zeitpunkten
ermittelt. Das Verfahren hat den Nachteil, dass für die genaue Ermittlung der Wegposition
zeitlich stark veränderliche Spannungsabfälle erforderlich sind. Zusätzlich basiert
die Auswertemethode auf einer Näherungsformel, die nur im Bereich großer Luftspalte
(>□
~~.□m) genau ist und in dem für eine Regelung des Aktuators mit geringen Auftreffgeschwindigkeiten
wichtigen Bereich kleiner Luftspalte große Ungenauigkeiten aufweist. Das Verfahren
ist daher nur adaptiv regelbar und in einem geschlossenen Regelkreis ohne Adaption
nur schwer realisierbar. Zusätzlich ist für eine zufriedenstellende Auswertung eine
sehr frühe Bestromung der Erregerspule auf ein hohes Stromniveau erforderlich, die
zu hohen elektrischen Verlusten führt.
[0004] Ein weiteres Auswerteverfahren benötigt eine Messspule, wie aus JP 7224624A bekannt,
in welcher die Messspule zur Auswertung der Wegposition angewandt wird. Dieses Verfahren
führt zu einem erhöhten Aufwand für Verkabelung und Kontaktierungstechnik und reduziert
zusätzlich den zur Verfügung stehenden Wickelraum für die Erregerspule.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, ein Verfahren zur Bestimmung der Position
eines Ankers zu schaffen, das eine genauere Auswertung zulässt.
[0006] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
[0007] Das erfindungsgemäße Verfahren hat den Vorteil, dass mit nur einer Erregerspule je
Elektromagnet eine im Vergleich zu DE 19836769 genauere Auswertung der Wegposition
realisiert wird. Im Gegensatz zum bekannten Verfahren ist nur die Auswertung des Absolutstromes
erforderlich und auf eine Erfassung der Spannungsabfälle an der Erregerspule kann
gegebenenfalls verzichtet werden. Zusätzlich kann mit dem Verfahren kontinuierlich
die Position ausgewertet werden, d.h. der Auswertezeitpunkt ist nicht so zu wählen,
dass hohe veränderliche Spannungsabfälle an der Erregerspule anliegen müssen. Zusätzlich
ist bei dem Verfahren ein niedriges Messstromniveau ausreichend, um eine genaue Wegposition
zu bestimmen. Dies wirkt sich insbesondere vorteilhaft auf den elektrischen Energiebedarf
während der Bewegungsphase des Ankers von einer Anlagefläche des Elektromagneten zur
anderen Anlagefläche aus. Eine wesentliche Verbesserung kann das Verfahren im Bereich
kleiner Luftspalte erzielen, da die Wegposition in Gegensatz zu der in DE 19836769
beschriebenen Näherungsfunktion bei dem erfindungsgemäßen Verfahren durch Interpolation
eines für den Magneten genau ermittelten Kennfeldes bzw. einer funktionalen Abbildung
des Kennfeldes ermittelt wird. Durch die höhere Genauigkeit vor allem im Bereich kleiner
Luftspalte ist eine Regelung, die die Aufprallgeschwindigkeit des Ankers auf die Anlagefläche
des Elektromagneten minimiert, leichter zu realisieren. Eine adaptive Regelung, ist
im Gegensatz zum in DE 19836769 beschriebenen Verfahren nicht erforderlich.
[0008] Für ein gegebenes Magnetsystem kann ein Kennlinienfeld mittels einer FEM-Methode
ermittelt werden, bei dem der Zusammenhang zwischen Strom durch die Erregerspule,
magnetischer Fluss der Erregerspule sowie dem Luftspalt zwischen Anker und der Anlagefläche
am Magneten ermittelt werden kann. Aus dem Kennfeld kann bei bekannten magnetischen
Fluss und Strom eindeutig die Position des Ankers festgestellt werden. Der Strom wird
gemessen und der magnetische Fluss der Erregerspule wird, wie im weiteren beschrieben
wird, berechnet.
[0009] Bekanntlich lässt sich der magnetische Fluss einer Erregerspule wie folgt ermitteln:

wobei:
- Φ
- Magnetischer Fluss durch die Erregerspule
- N:
- Anzahl der Windungen der Erregerspule
- Uind:
- Induktionsspannung der Erregerspule
[0010] Die Induktionsspannung ergibt sich bekannterweise aus

oder

Mit:
- Uind:
- Induktionsspannung der Erregerspule
- URCU :
- Spannungsabfall am Widerstand der Erregerspule
- USpule :
- Spannung an der Erregerspule
- ISpule:
- Strom durch die Erregerspule
- RSpule:
- Widerstand der Erregerspule
[0011] Der magnetische Fluss ist somit darstellbar als folgende Funktion:

[0012] Der magnetische Fluss durch die Erregerspule kann somit durch Messung des Erregerspulenstroms
sowie Messung des Spannungsabfalls an der Erregerspule ermittelt werden.
[0013] Eine weitere Vereinfachung der Erfassung des magnetischen Flusses ist möglich durch
Berechnung der Erregerspulenspannung in Abhängigkeit des Betriebszustandes einer Leistungsendstufenschaltung.
Bei einer bekannten Leistungsendstufe, die halbe H-Brücke genannt wird, sind vier
verschiedene Betriebszustände möglich. Diese sind Ruhezustand (RZ), Aufmagnetisierungszustand
(AMZ), Freilauf (FL) sowie schnelle Stromrückführung (SSR) mit Energierückführung.
[0014] Im Betriebszustand des Aufmagnetisierens (AMZ) kann der Spannungsabfall an der Erregerspule
wie folgt ermittelt werden:

mit
- Ri:
- Widerstände beim Aufmagnetisieren (z.B. Widerstände der MOS-Transistoren, Widerstände
Verkabelung und Kontaktierung, Messwiderstände)
- Uv:
- Versorgungsspannung
[0015] Im Betriebszustand der Schnellen Energierückführung (SSR) entspricht die Erregerspulenspannung
der negativen Versorgerspannung, den Spannungsabfällen an beiden Dioden, die sich
im Stromkreis befinden sowie den Verlusten an Messwiderstand und den Kontaktierungs-
und Verkabelungswiderständen:

mit:
- Ri:
- Widerstände der in Schaltzustand des harten Abschaltens mit Energierückführung (Messwiderstände,
Kontaktierungs- und Leitungswiderstande)
- 2*UD:
- Spannungsabfall an den beiden Dioden beim harten Abschalten
[0016] Im Betriebszustand des Freilaufs wird die Erregerspulenspannung durch den Spannungsabfall
an der Freilaufdiode sowie den Verlusten am Messwiderstand und dem MOS-Transistor
sowie der Widerstände bestimmt. Die Erregerspulenspannung ist dann näherungsweise

mit:
- Ri:
- Widerstände im Schaltzustand des Freilaufs (Messwiderstände, Widerstand der MOS-Transistoren)
- UD:
- Spannungsabfall an der Diode im Freilaufkreis
[0017] In jedem Betriebszustand kann die Erregerspulenspannung und somit der magnetische
Fluss rechnerisch bestimmt werden. Zur Ermittlung der Wegposition ist somit lediglich
eine Erfassung des Stroms erforderlich.
[0018] Bei einer Anwendung des Verfahrens bei Elektromagneten mit Wirbelströmen wird der
magnetische Fluß durch die Erregerspule aufgrund von Wirbelströmen reduziert. Zur
Genauigkeitserhöhung muß die Induktionsspannung, die den magnetischen Fluss erzeugt,
daher um den Einfluss der Wirbelströme korrigiert werden, damit die genauere Berechnung
des magnetischen Flusses möglich ist. Bei Elektromagneten mit sehr geringen Wirbelstromverlusten
kann der Einfluss der Wirbelströme durch einen Faktor berücksichtigt werden.

mit
- RW:
- Wirbelstromwiderstand
- RErregerspule
- Erregerspulenwiderstand
- Uind,korrigiert:
- Induktionsspannung nach Berücksichtigung von Wirbelstromeinflüssen
- Uind:
- Induktionsspannung der Erregerspule
[0019] Für eine genaue Wirbelstromerfassung ist eine genaue Modellierung des zeitlich veränderlichen
Wirbelstromwiderstandes erforderlich. Dies ist bei Elektromagneten mit geringen Wirbelstromverlusten
vorteilhaft, bei Elektromagneten mit signifikanten Wirbelstromverlusten unbedingt
erforderlich. Bei Elektromagneten mit geringen Wirbelstromverlusten kann der Wirbelstromwiderstand
näherungsweise als konstant angesetzt werden.
[0020] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden anhand der schematischen Figuren der Zeichnung
näher erläutert.
- Fig. 1
- zeigt die Anordnung des Stellgerätes und einer Steuereinrichtung in einer Verbrennungskraftmaschine.
- Fig. 2a und Fig. 2b
- zeigen verschiedene Ausführungsformen eines elektromagnetischen Stellgerätes, bei
denen das erfindungsgemäße Verfahren zur Positionsbestimmung angewandt werden kann.
- Fig. 3a
- zeigt eine mögliche Ausführung einer Leistungsendstufe, die in einer Steuereinrichtung
Verwendung finden kann.
- Fig. 3b
- beschreibt eine mögliche Anordnung von Strom- und Spannungsmessern innerhalb der Leistungsendstufe,
die die für das Verfahren notwendigen Größen liefern.
- Fig. 3c
- beschreibt eine alternative Ausführung einer Leistungsendstufe, die beim erfindungsgemäßen
Verfahren eingesetzt werden kann.
- Fig. 4
- zeigt ein beispielhaftes Kennfeld, das den Zusammenhang zwischen Strom, magnetischen
Fluss durch die Erregerspule und Luftspalt bzw. Position des Ankers relativ zur Anlagefläche
der Elektromagneten beschreibt.
- Fig. 5a-5d
- zeigen den zeitlich veränderlichen Stromverlauf der Erregerspulen und die Position
des Ankers.
- Fig. 6a und Fig. 6b
- zeigen Ablaufdiagramme zum Bestimmen der Position X des Ankers;
- Fig. 7
- zeigt ein Diagramm des Luftspalts δ über dem Fluß Φ;
- Fig 8a bis 8c
- zeigen Diagramme verschiedener Strommessverfahren.
[0021] Ein elektromechanisches Stellgerät
1 (gemäß Fig.1) umfasst ein Stellglied
9, das hier als Gaswechselventil ausgebildet ist. Der Stellantrieb besteht aus zwei
Elektromagneten
5a und
5b. An beiden Elektromagneten sind jeweils mindestens eine Erregerspule
12a bzw.
12b angeordnet. Es ist ein Anker
6 vorgesehen, der sich bei seiner Schwenkbewegung zwischen der Anlagefläche an dem
oberen Elektromagneten und der Anlagefläche an dem unteren Elektromagneten bewegt.
Bei einer Bewegung des Ankers hin zur unteren Anlagefläche dient eine Feder
8 als Rückstellmittel, während bei einer Bewegung hin zur oberen Anlagefläche ein Drehstab
7 als Rückstellmittel dient. Der Anker
6 ist in seiner Ruheposition in der Mittelstellung zwischen oberer und unterer Anlagefläche
gezeigt. Die Ansteuerung des Stellgerätes erfolgt über eine Steuereinrichtung, die
aus einer Steuereinheit
3 und Leistungsendstufen
2, 4 besteht. Die Erregerspulen
12 a und
12 b des Stellgerätes sind mit den Leistungsendstufen
2 und
4 über Kabel
10 leitend verbunden. In der Steuereinheit
3 werden Messstellen von Strom und Spannungsabfällen erfasst und/oder Signale von einer
nicht dargestellten übergeordneten Steuerereinrichtung für Motorbetriebsfunktionen
erfasst und Stellsignale erzeugt, in deren Abhängigkeit die beiden Erregerspulen des
Stellgeräts gesteuert werden. Die Steuereinheit
3 hat einen Regler, dessen Regelgrößen der Strom durch die Erregerspulen
I1, I2 sowie der Spannungsabfall
U1,Spule, U2,Spule an den Erregerspulen der beiden Elektromagnete sind. Der Regler liefert die Steuersignale
für die Steuerleitungen
L1, L2 für die obere Leistungsendstufe
2 sowie die Steuersignale
L1', L2' für die untere Leistungsendstufe
4, mit der die Steuereinheit mit den Leistungsendstufen leitend verbunden sind. Da in
der Erfindung ein Verfahren zur Positionsbestimmung erläutert, wird auf die Ausgestaltung
des Regler und deren Funktionalität nicht näher eingegangen.
[0022] In der Fig.
1 sind zwei Magnete mit je einer Spule vorgesehen. Es ist auch möglich, durch besondere
Polausbildung mit einer Spule auszukommen, die dann für beide Funktionen (Halten und
Fangen) eingesetzt wird.
[0023] In
Fig. 2a und
Fig. 2b sind mögliche Ausführungen eines elektromechanischen Stellgerätes dargestellt. In
Fig. 2a ist ein aus DE 19825728 bekanntes elektromechanisches Stellgerät dargestellt,
in dem die Betätigung des Stellgliedes durch den Anker
6' direkt erfolgt und eine obere und untere Rückstellfeder die Rückstellkraft des Ankers
erzeugen. In
Fig. 2b ist ein aus der Patentanmeldung PCT EP 9908755 bekanntes Stellgerät dargestellt,
das dadurch gekennzeichnet ist, das es einen im Hebel integrierten Anker
6" aufweist. Bei diesem Stellgerät erzeugt eine Ventilrückstellfeder die eine Rückstellkraft,
während ein im Ankerrohr gelagerter Drehstab die andere Gegenkraft liefert.
[0024] Der in
Fig. 3a dargestellte Aufbau einer Leistungsendstufe umfasst neben der Erregerspule W einen
ersten Transistor
TR1 und einen zweiten Transistor
TR2, dessen Gate-Anschlüsse mit den Steuerleitungen L
1 und L
2 elektrisch leitend verbunden sind. Ferner umfasst die Leistungsendstufe eine Diode
D1 und eine Freilaufdiode
D2 sowie den Messwiderstand
RMess, der für die Strommessung des Stroms durch die Erregerspule vorgesehen ist. Ein zusätzlicher
Widerstand R
1 dient zur Abbildung der Widerstände der Kontaktierung und Stromleitung. Die Leistungsendstufe
kann in vier verschiedenen Betriebszuständen gesteuert werden, die jeweils charakterisiert
sind durch den jeweiligen Schaltzustand der Transistoren TR
1 und TR
2. Die Betriebszustände sind Ruhezustand (RZ), Aufmagnetisieren (AMZ), Freilauf (FL)
sowie hartes Abschalten mit schneller Stromrückführung (SSR). Liegt an den Gate-Anschlüssen
der vorzugsweise als MOS-Transistor ausgebildeten Transistoren TR
1 und TR
2 ein hohes Spannungspotential an, so ist der jeweilige Transistor von seinem Drain-Anschluss
zum Source-Anschluss leitend. Liegt am Gate-Anschluss ein niedriges Spannungspotential
an, so sperrt der Transistor von seinem Drain-Anschluss zu seinem Source-Anschluss.
[0025] Im Ruhezustand RZ sind die Transistoren TR1 und TR2 nicht leitend und der Strom durch
die Erregerspule ist ebenfalls Null.
Im Betriebszustand des Aufmagnetisierens AMZ werden beide Transistoren leitend betrieben.
Strom fließt dann von der Spannungsquelle mit dem Potential der Versorgerspannung
durch den Transistor TR
1, die Erregerspule, durch den Messwiderstand R
mess und den Transistor TR
2 hin zu einem Masseanschluss, der auf einem Bezugspotential ist.
Im Betriebszustand des Freilaufs wird Transistor TR
2 leitend betrieben und Transistor TR
1 nicht leitend. Fließt im Zeitpunkt des Überganges in den Betriebszustand des Freilaufs
FL ein Strom durch die Erregerspule W, so wird die Freilaufdiode D2 leitend und der
Strom durch die erste Erregerspule nimmt abhängig von den Verlusten im Widerstand
der Erregerspule, dem Transistor TR
2, dem Messwiderstand R
mess und der Freilaufdiode D2 ab.
Im Betriebszustand der schnellen Stromrückführung SSR werden die Transistoren TR
1 und TR
2 nicht leitend betrieben. Fließt beim Übergang in den Betriebszustand der schnellen
Stromrückführung SSR ein Strom durch die Erregerspule W, so werden die Freilaufdiode
D2 und die Diode D1 leitend. Der Strom fließt dann von dem Bezugspotential über die
Freilaufdiode D1, die Erregerspule, den Messwiderstand R
mess, die Diode D2 hin zur Spannungsquelle mit dem Spannungspotential der negativen Versorgerspannung
U
v. Wird die Erregerspule nicht in Sättigung betrieben, so ist der Spannungsabfall in
der Erregerspule gleich der negativen Versorgerspannung U
v zuzüglich der negativen Durchlassspannungen der Freilaufdiode D1 und der Diode D2
und den Verlusten am Messwiderstand.
[0026] In
Fig. 3b ist die Positionierung der Messstellen zur Erfassung des Stromes durch die Erregerspule
sowie des Spannungsabfalls an der Erregerspule in der Leistungsendstufe beschrieben.
So wird der Spannungsabfall U
Spule zwischen der Zuführungsleistung zur Erregerspule und der Rückführungsleistung erfasst.
Der Strom I wird aus dem Spannungsabfall am Messwiderstand R
mess ermittelt. Alternative Positionierungen der Messstellen zur Erfassung des Stromes
durch die Erregerspule sind ebenfalls möglich. Außerdem kann statt des Messwiderstandes
auch ein Hall-Element zur Strommessung eingesetzt werden.
[0027] In
Fig. 3c ist eine alternative Endstufenbeschaltung dargestellt. Bei dieser Anordnung muss
in der Aufmagnetisierungsphase (AMZ) nur der eine MOS-Transitor TR1 geschaltet werden.
Der Strom fließt dann über die Erregerspule W, den Messwiderstand zum Masseanschluss
der auf einem Bezugspotential liegt. In der Freilaufphase (FL) wird der zweite MOS-Transitor
TR2 geschaltet und der erste MOS-Transitor abgeschaltet. Fließt im Zeitpunkt des Überganges
in den Betriebszustand des Freilaufs FL ein Strom durch die Erregerspule, so wird
die Freilaufdiode D1 leitend und der Strom durch die Erregerspule nimmt abhängig von
den Verlusten im Widerstand der Erregerspule, dem Transistor TR1, dem Messwiderstand
R
mess und der Freilaufdiode D1 ab. Im Betriebszustand der schnellen Stromrückführung (SSR)
werden beide MOS-Transistoren abgeschaltet. Die Zener-Diode D2' wird dann wirksam.
Fließt ein Strom durch die Erregerspule nimmt dieser abhängig von der Zener-Spannung,
den Verlusten an der Freilaufdiode D1', dem Widerstand der Erregerspule und dem Messwiderstand
R
mess ab. Der Vorteil dieser Endstufenbeschaltung liegt in den geringeren Verlusten beim
Einschalten der Erregerspule und der geringeren Belastung der beiden MOS-Transistoren.
Dies führt zu geringeren Kosten, ermöglicht jedoch im Gegensatz zur in Fig.3a und
3b beschriebenen Endstufenbeschaltung keine Rückspeisung der Energie im Betriebszustand
der schnellen Stromrückführung. Diese Beschaltung eignet sich besonders für Elektromagnete
die geringe mechanische Verluste zu überwinden haben
[0028] Als Alternative zu der beschriebenen Endstufenbeschaltungen sind auch andere Schaltungsvarianten
denkbar wie z.B. eine Vollbrücke mit vier MOS-Transistoren. Alternative Schaltungsvarianten
sind geeignet, wenn sie mindestens drei unterschiedliche Betriebszustände ermöglichen.
[0029] In
Fig. 4 ist ein Kennlinienfeld eines Elektromagneten aufgezeigt, in dem der Zusammenhang
zwischen Strom I durch die Erregerspule, dem magnetischem Fluss Φ (Vµs) der Erregerspule
sowie dem Luftspalt zwischen Anker und der Anlagefläche am Magneten ermittelt werden
kann. Aus dem Kennlinienfeld kann bei bekannten magnetischen Fluss und Strom durch
die Erregerspule der Luftspalt zwischen Anker und der Anlagefläche des Magneten ermittelt
werden und somit die Position des Ankers beziehungsweise des Ventils bestimmt werden.
Die Ermittlung des Luftspaltes erfolgt durch Interpolation des Kennlinienfeldes, wie
in
Fig. 4 gezeigt, bzw. durch Berechnung mittels einer Funktion, die das Kennfeldes in ausreichender
Genauigkeit abbildet. Zur möglichst genauen Ermittlung der Wegposition ist es vorteilhaft,
die Wegposition in dem Kennlinienbereich zu ermitteln, in dem eine hohe Auflösung
zwischen Luftspalt und der Messgrößen magnetischer Fluss und Strom gegeben ist, d.h.
vorzugsweise im Bereich kleiner Luftspalte und eines großes magnetischen Flusses durch
die Erregerspule.
[0030] In den
Figuren 5a bis
d sind verschiedene Verfahren der Ermittlung des Stromes und des magnetischen Flusses
zur Positionsbestimmung während der Bewegungsphase von der Anlagefläche eines Elektromagneten
zur Anlagefläche des anderen Elektromagneten dargestellt. In den
Figuren 5a bis
d ist der zeitliche Ablauf der Erregerstromniveaus
I1 und
I2 durch die beiden Erregerspulen der Elektromagnete sowie die Position
X des Ankers dargestellt.
[0031] In einem ersten in
Fig. 5a dargestellten Verfahren wird der Anker durch Bestromung der Erregerspule mit dem
Strom I
1 zunächst beispielweise mittels eines Zweipunktreglers auf einem Haltestromnivau I
H gehalten. In diesem Zustand befindet sich der Anker an der Anlagefläche eines Elektromagneten.
Die Position
X ist dann s1. Zur Einleitung der Bewegung wird der Strom vom Haltestromniveau I
H auf ein Messstromniveau I
M reduziert und für die Zeit Δt
M auf dem Messstromniveau gehalten. Nachdem der Strom ein Stromniveau I
S erreicht, welches geringfügig unter dem Haltestromniveau und über dem Messstromniveau
liegt, setzt die Hubbewegung ein. Mittels der Flussänderung und der Stromänderung
kann die Position des Ankers beim Ablösevorgang von der Anlagefläche des Elektromagneten
kontinuierlich ermittelt werden. Die Wegposition ist solange ermittelbar, bis der
Messstrom nach der Zeit Δt
M abgeschaltet wird. Nach Abschalten des Messstroms wird der Fangsstrom I
2 der Erregerspule des anderen Elektromagneten aktiviert. Dieser Fangstrom kompensiert
die mechanischen Verluste während der Hubbewegung und gewährleistet, dass der Anker
sich hin bis zum Anliegen an der Anlagefläche des gegenüberliegenden Elektromagneten
bewegt. Nach Einschalten des Fangstromes wird der Strom I
2 der zweiten Erregerspule und der magnetische Fluss ausgewertet. Während des Zeitintervalls
Δt
F kann die Position des Ankers kontinuierlich bestimmt werden. Nach Auftreffen des
Ankers auf die Anlagefläche des gegenüberliegenden Elektromagneten (Position s2) wird
der Anker wieder durch das Haltestromniveau I
H an der Anlagefläche des Elektromagneten gehalten.
[0032] Das in
Fig. 5b dargestellt Verfahren unterscheidet sich von dem in Fig.5a dargestellten Verfahren
dadurch, dass der Strom der ersten Erregerspule I
1 nach der Haltephase Δt
H im Anschluss auf Null zurückgeführt wird. Die Bestimmung der Position kann somit
nur in einem kurzen Zeitintervall nach Beginn der Ankerbewegung erfolgen. Der Strom
I
2 der Erregerspule des Fangmagneten wird dann zuerst auf einem Messstromniveau I
M gesetzt und dann auf das Fangstromniveau I
F erhöht. Die Auswertung der Position erfolgt dann sowohl im Messstrombetrieb als auch
im Fangstrombetrieb. Das zweite Verfahren ist vorteilhaft in Hinblick auf den elektrischen
Energiebedarf für eine Fangphase, hat jedoch den Nachteil dass die Wegposition durch
Auswertung der Fangspule ungenauer erfasst werden kann, da die Auswertung in einem
Kennfeldbereich erfolgt, in dem eine geringe Auflösung vorhanden ist.
[0033] In dem in
Fig. 5c beschriebenen Verfahren werden beide Erregerspulen für eine bestimmte Zeitdauer auf
einem Messstromniveau Δt
M1 und Δt
M2 betrieben. Zeitweise erfolgt der Betrieb parallel. Dieses Verfahren hat den Vorteil,
dass lückenlos die Wegposition ermittelt werden kann und gegebenenfalls Ungenauigkeiten
bei der Wegpositionserfassung bedingt durch Schwankungen der Widerstände und Ungenauigkeiten
der Strommessung durch redundante Auswertung kompensiert werden.
[0034] In dem in
Fig. 5d beschriebenen vierten Verfahren wird die Wegposition nur beim Abschalten des Stroms
I
1 und während des Wirkens des Fangstromes I
2 ermittelt. Die Wegposition kann dann nur zu Beginn des Ablösevorgangs des Ankers
von der Anlagefläche am Elektromagneten sowie nach Einsetzen des Fangstromes ermittelt
werden. Dieses Verfahren ist vorteilhaft, da die elektrische Leistungsaufnahme während
der Fangphase sowie die Bremswirkung des abschaltenden Elektromagneten minimiert werden
kann.
[0035] In
Fig. 6a und
Fig. 6b sind Ablaufdiagramme zur Erfassung der Ankerposition dargestellt, die in der Steuereinheit
3 abgearbeitet werden. Das Programm berechnet die Position X des Ankers, wenn sich
der Anker von der Position s1 zur Position s2 bewegt. Ein äquivalentes Programm, das
die Position X berechnet, wenn sich der Anker von der Position s2 zur Position s1
bewegt, ist ebenfalls vorgesehen.
[0036] In
Fig. 6a ist das Ablaufdiagramm zur Erfassung der Ankerposition beim Abschalten der einen
Haltespule dargestellt, d.h. beim Beginn der Hubbewegung des Ankers. In einem ersten
Schritt S1 wird das Programm gestartet. In einem zweiten Schritt S2 wird dem Strom
I
1 der Haltestromwert I
H, dem magnetischen Fluss Φ
1 der Haltfluss Φ
H, sowie der Position X der Anfangswert
s1 zugeordnet. Im Schritt S3 wird dem Strom I
1 ein Anfangsstromwert I
0 < I
H, dem magnetischen Fluss Φ
1 ein Anfangsfluss Φ
1, sowie der Position X
1 der Anfangswert S1 zugeordnet. In einem vierten Schritt S4 wird geprüft, ob der gemessene
Strom I
1 das eingestellte Haltestromniveau unterschreitet, d.h. es wird geprüft, ob die Hubbewegung
beginnt. Sofern die Bedingung erfüllt ist, wird im Schritt S5 ein neuer Stromwert
I
M ermittelt und die Induktionsspannung U
ind der Erregerspule berechnet. Aus der Induktionspannung wird in Schritt S6 ein neuer
Wert des magnetischen Flusses Φ
1 berechnet und zwar mit Hilfe des Anfangswerts des magnetischen Flusses Φ
0 und der Integration der Induktionsspannung. Die Ermittlung der Position X erfolgt
in Schritt S7 durch Interpolation des Kennfeldes. In Schritt S8 wird geprüft, ob der
gemessene Strom größer ist als ein unterer Grenzwert I
U, der in der Regel sehr klein oder gleich Null ist. Ist die Bedingung nicht erfüllt,
wird die Ermittlung der Wegposition fortgesetzt. Ist die Bedingung erfüllt, wird in
Schritt S9 der Strom I
1 sowie der magnetische Fluss Φ
1 gleich Null gesetzt. In Schritt S10 wird die Positionsbestimmung abgeschlossen.
[0037] In
Fig. 6b ist das Ablaufdiagramm zur Erfassung der Ankerposition beim Einschalten des Fangstromes
I
2 dargestellt, d.h. die Bestimmung der Wegposition nach bereits eingesetzter Ankerbewegung.
In einem ersten Schritt S1 wird das Programm gestartet. In einem zweiten Schritt S2
wird der Strom I
2 sowie magnetischer Fluss Φ
1 Null gesetzt. Im Schritt S3 wird dem Strom I
2 der Anfangsstromwert I
0, dem magnetischen Fluss Φ
2 der Anfangsfluss Φ
0, zugeordnet. In einem vierten Schritt S4 wird geprüft, ob der gemessene Strom größer
als Null ist, d.h. es wird geprüft, ob der Fangstrom eingeschaltet wurde. Sofern die
Bedingung erfüllt ist, wird im Schritt S5 ein neuer Stromwert I
2 = I
F ermittelt und die Induktionsspannung U
ind der Erregerspule berechnet. Aus der Induktionspannung wird in Schritt S6 ein neuer
Wert des magnetischen Flusses Φ
2 berechnet und zwar mit Hilfe Anfangswerts des magnetischen Flusses Φ
0 und der Integration der Induktionsspannung. Die Ermittlung der Position X erfolgt
in Schritt S7 durch Interpolation des Kennfeldes. In Schritt S8 wird geprüft, ob der
Anker die Position s2 erreicht hat, d.h. ob die Ankerbewegung abgeschlossen ist. Ist
die Bedingung nicht erfüllt, so wird die Ermittlung der Wegposition fortgesetzt. Ist
die Bedingung erfüllt, wird der Strom I
2 gleich dem Haltestrom I
H gesetzt, dem magnetischen Fluss Φ
2 der Haltefluss Φ
H zugeordnet und der Position X gleich der Endposition s2 zugeordnet. In Schritt S10
wird abgefragt, ob die Positionsbestimmung abgebrochen werden soll. Diese Abfrage
ermöglicht eine Fortsetzung der Wegbestimmung während der Haltephase, um genauere
Anfangsflusswerte sowie Anfangsstromwerte für den Abschaltvorgang der aus der Haltephase
zu erhalten, sowie um festzustellen, ob sich der Anker während der Haltephase ablöst.
Ein Meßverfahren, welches zur Positionsbestimmung dient, muß gewährleisten, daß insbesondere
bei schnell schaltenden elektromechanischen Aktuatoren eine hohe Genauigkeit der Positionsermittlung
erzielt wird, gleichzeitig darf die Dynamik der Anker / Ventilbewegung nicht stark
beeinträchtigt werden. Zusätzlich ist gefordert, dass der Energiebedarf des Messverfahrens
möglichst gering gehalten wird.
[0038] Die Genauigkeit der Positionsbestimmung hängt ab von der Genauigkeit der ermittelten
Kennfelder sowie der Genauigkeit der Kennfeldinterpolation beziehungsweise der Genauigkeit,
die mittels einer Berechnung mit einer Funktion erzielt werden kann. Aus dem in Fig.
4 dargestellten Kennfeld wird ersichtlich, dass mit abnehmendem magnetischen Fluss
es zunehmend schwieriger wird, mittels Kennfeldinterpolation die Position zu bestimmen.
Dies wird noch deutlicher bei Betrachtung der Fig. 7, in der der Luftspalt δ über
dem Fluß Φ aufgetragen ist. Die von der Regelung geforderte Genauigkeit der Positionsbestimmung
kann also nur gewährleistet werden, wenn in Abhängigkeit des Luftspaltes zwischen
Anker und Magnet ein entsprechender Mindestflusswert vorliegt.
[0039] Bei der Erfindung kann die Positionsauswertung nur dann sinnvoll erfolgen, wenn der
magnetische Fluß Φ größer ist als ein definierter Mindestflusswert Φ
min, der in Abhängigkeit des Luftspaltes aus der jeweiligen Genauigkeit der Kennfeldinterpolation
/ der Berechnung mittels Näherungsfunktion abgeleitet wird.
[0040] In dem in Fig. 8a dargestellten Messverfahren, bei dem die Ströme I
µ1 und I
µ2, der Weg x des Ankers und der Fluß Φ über der Zeit aufgetragen sind und das dem der
Fig. 5 a entspricht, kann eine Positionsauswertung mit hoher Genauigkeit bis zum Zeitpunkt
t1 erfolgen, solange gilt, dass Φ>Φ
min. Danach wird die Positionsauswertung ungenau und muß mit geeigneten Hilfsmethoden
für ein Regelverfahren ausgewertet werden. Ab dem Zeitpunkt t2 wird die Positionsauswertung
wieder genauer, da Φ>Φ
min wieder erfüllt ist.
[0041] Dieses Verfahren weist die Vorteile eines geringen Energiebedarfs, einer geringen
Beeinträchtigung der Dynamik und eine gute Auswertung der Anfangs- und Endbewegung
auf. Es ist jedoch nur eine schlechte oder keine sinnvolle Auswertung im Mittenbereich
der Ankerbewegung möglich.
[0042] In dem zweiten Messverfahren gemäß Fig. 8b wird der Erregerstrom des einen Magneten
iM1 zuerst auf ein niedrigeres Stromniveau reduziert, damit gewährleistet ist, dass
die Magnetkraft kleiner als die Federkraft wird und der Anker beginnt, sich zu bewegen.
Damit ist gewährleistet, dass die Dynamik des Elektromagneten so gering wie möglich
beeinträchtigt wird. Danach wird der Erregerstrom entsprechend der Forderung Φ>Φ
min wieder erhöht, so dass über einen längeren Zeitraum, nämlich bis zum Zeitpunkt t3,
eine genaue Positionsauswertung möglich ist. Sofern das Regelverfahren eine diskontinuierliche
Positionsauswertung gestattet, wird der Zeitpunkt t3 so gewählt, dass solange es notwendig
ist eine Positionsauswertung erfolgen kann. Danach wird der Erregerstrom des Fangmagneten
iM2 zugeschaltet. Sobald dabei der Mindestflusswert Φ
min wieder erreicht ist, kann die Position wieder mit der geforderten Genauigkeit ermittelt
werden.
Erfordert ein Regelverfahren eine kontinuierliche Positionsauswertung, so wird der
Erregerstrom iM1 später erst abgeschaltet, so dass gewährleistet ist, dass bis zu
Zeitpunkt t3 die Positionsauswertung durchgeführt werden kann. Hier wird der Abschaltzeitpunkt
so bemessen, dass während des gesamten Messverfahrens immer der Mindestflusswert Φ
min durch den Erregerstrom durch die eine oder andere Erregerspule erreicht wird.
[0043] Hier ist eine Auswertung der Position über einen längeren Zeitraum bzw. eine kontinuierliche
Auswertung mit hoher Genauigkeit möglich, allerdings auf Kosten eines höheren Energiebedarfs
und einer geringfügigen Beeinträchtigung der Dynamik.
[0044] Der Fig. 8c liegt ein diskontinuierliches Verfahren zu Grunde, mit dem zusätzlich
zur Anfangs- und Endbewegung Referenzpunkte der Wegposition in der Bewegungsmitte
ermittelt werden können, weil eine Bestromung von iM1 und iM2 in der Mitte so erfolgt,
dass zeitweise Φ
min überschritten wird. Dieses Verfahren weist einen geringen Energiebedarf und die geringste
Beeinträchtigung der Dynamik auf. Es ist jedoch nur eine diskontinuierliche Positionsermittlung
möglich. Der Vorteil gegenüber dem Verfahren der Fig. 8a liegt darin, dass genauere
Referenzpunkte der Position ermittelt werden können.
[0045] In der Fig. 7 ist als Ergebnis der Anwendung des Verfahrens der Fig. 8b und 8c in
Form von auswertbaren Kurven gezeigt.
1. Verfahren zum Bestimmen der Position eines Ankers (
6), der einem Stellantrieb zugeordnet ist, wobei der Stellantrieb mindestens einen
Elektromagneten (
5a,
5b) mit mindestens einer Erregerspule
(12a, 12b) aufweist, wobei der Anker
(6) zwischen einer ersten Anlagefläche an dem Elektromagneten und einer zweiten Anlagefläche
bewegt wird,
dadurch gekennzeichnet,
a. dass der Strom in und gegebenenfalls der Spannungsabfall an der wenigstens einen
Erregerspule (12a, 12b) ermittelt wird,
b. dass der magnetische Fluss Φ durch die Erregerspule (12a, 12b) durch Integration der induzierten Spannung ermittelt wird, wobei die induzierte
Spannung entweder berechnet wird aus dem Strom durch die Erregerspule unter Berücksichtigung
des Betriebszustandes der Leistungsendstufe oder aus dem Strom durch die Erregerspule
und dem Spannungsabfall an der Erregerspule ermittelt wird und
c. dass die Wegposition durch ein Kennfeld oder eine Funktion, das bzw. die den Zusammenhang
zwischen dem magnetischen Fluss Φ, dem Strom I und der Wegposition abbildet, ermittelt
wird.
2. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zur Ermittlung des Stromes ein Strommessverfahren angewandt wird, bei dem zuerst
der Strom wenigstens der einen Erregerspule ermittelt wird, wobei das Stromniveau
variiert zwischen einem Haltestromniveau und einem Messstromniveau und anschließend
der Fangstrom der wenigstens einen Erregerspule ausgewertet wird (Fig. 5a).
3. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zur Ermittlung des Stromes ein Strommessverfahren angewandt wird, bei dem zuerst
der Strom der wenigstens einen Erregerspule ermittelt wird, wobei das Stromniveau
von einem Haltestromniveau abgeschaltet wird und anschließend der Fangstrom der wenigstens
einen Erregerspule ausgewertet wird, bei dem der Fangstrom zwischen variierenden Fangstromniveaus
und einem konstanten Messstromniveau ausgewertet wird (Fig 5b).
4. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zur Ermittlung des Stromes ein Strommessverfahren angewandt wird, bei dem zuerst
der Strom der wenigstens einen Erregerspule ermittelt wird, wobei das Stromniveau
variiert zwischen einem Haltestromniveau und einem Messstromniveau und anschließend
der Fangstrom der wenigstens einen Erregerspule ausgewertet wird, wobei der Fangstrom
zwischen variierenden Fangstromniveaus und einem konstanten Messstromniveau ausgewertet
wird (Fig. 5c).
5. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zur Ermittlung des Stromes ein Strommessverfahren angewandt wird, bei dem zuerst
der Strom der wenigstens einen Erregerspule ermittelt wird, wobei das Stromniveau
von einem Haltestromniveau abschaltet wird und anschließend der Fangstrom der wenigstens
einen Erregerspule ausgewertet wird, wobei der Fangstrom bei variierenden Fangstromniveaus
ausgewertet wird (Fig. 5d).
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Wegposition durch Interpolation eines Kennfeldes ermittelt oder mittels einer
Funktion, die das Kennfeld abbildet, berechnet wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass zu einer genaueren Berechnung des magnetischen Flusses eine Korrekturfunktion zur
Berücksichtigung der Wirbelstromverluste verwendet wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass Leistungsendstufen eingesetzt werden, die mehrere Betriebszustände wie das Aufmagnetisieren
(AMZ), den Freilauf (FL) und eine schnelle Stromrückführung (SSR) ermöglichen.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-5, dadurch gekennzeichnet, dass die Strommessung alternativ durch einen Messwiderstand oder ein Hall-Element erfolgt.
10. Verfahren zur Strombestimmung, insbesondere nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in Abhängigkeit der geforderten Genauigkeit des Regelverfahrens ein Mindestflußwert
Φmin festgelegt wird und dass in Abhängigkeit von Mindestflusswert Φmin ein Strommessverfahren zur Anwendung kommt, bei dem in den für das Regelverfahren
relevanten Wegbereichen die Bedingung Φmin > Φmin erfüllt ist.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß der Mindestflusswert Φmin in Abhängigkeit vom Luftspalt unterschiedlich festgelegt wird.
12. Verfahren nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Strom der Erregerspulen so bemessen wird, daß über den gesamten Hubbereich der
Mindestflusswert Φmin überschritten ist, so dass eine kontinuierliche Weg-Auswertung möglich ist (Fig.
8b).
13. Verfahren nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Strom der Erregerspulen so bemessen wird, dass zu Anfang und am Ende der Hubbewegung
Φmin überschritten ist und dass eine Stromanhebung im Mittenbereich vorgenommen wird,
die eine Flussgröße Φmin verursacht (Fig. 8c).
14. Verfahren nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass ein Strommessverfahren angewandt wird, bei dem der Haltestrom, der wenigstens einen
Erregerwicklung auf ein solches Niveau (I1) abgesenkt wird, dass sich der Anker (6) vom Haltemagneten ablöst, dass danach der Strom der Haltewicklung für eine Zeit erhöht
wird derart, dass ein vorgegebener Wert Φmin des magnetischen Flusses nicht unterschritten wird und dass schließlich der Fangstrom
eingeschaltet wird (Fig. 8b).
15. Verfahren nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass bei Verwendung je einer Erregerwicklung für den Halte- und Fangstrom der Strom in
der Halteerregerwicklung abgeschaltet wird, bevor der Fangstrom eingeschaltet wird
(Fig. 8b).
16. Verfahren nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass bei Verwendung je einer Erregerabwicklung für den Halte- und Fangstrom sich die Erregerströme
zeitweise überlappen Fig. 8b).
17. Verfahren nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass ein Strommessverfahren angewandt wird, bei dem der Haltestrom der wenigstens eine
Erregerwicklung zuerst abgeschaltet wird, so dass sich der Anker vom Haltemagneten
ablöst, dass danach der Strom der Wicklung der wenigstens einen Erregerwicklung für
eine Zeit erhöht wird derart, dass der vorgegebene Wert Φmin des magnetischen Flusses nicht unterschritten wird und dass danach der Fangstrom
eingeschaltet wird (Fig. 8c).
18. Verfahren nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass bei Verwendung je einer Erregerwicklung für den Halte- und den Fangstrom der Strom
in der Halteerregerwicklung und / oder der Strom in der Fangerregerwicklung derart
geregelt wird, dass Φmin nicht unterschritten wird.