[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren, um die Bodennaht eines auf einer
mit Faltorganen ausgerüsteten Beutelverpackungsmaschine hergestellten Standbeutels
umzulegen und am Boden anzuheften und eine Vorrichtung für die Durchführung des Verfahrens,
wie im Oberbegriff der Ansprüche 1 bzw. 2 definiert.
[0002] Bei der Herstellung von Beuteln auf den bekannten Beutelverpackungsmaschinen ist
es bekannt, auch sogenannte "Standbeutel" zu produzieren. Standbeutel sind, im Sinne
dieser Erfindung, solche Beutel, welche , ausgehend von einer flexiblen Folienbahn,
auf einer ebenfalls bekannten, mit Faltorganen ausgerüsteten Beutelverpackungsmaschine
hergestellt werden. Sie sind dadurch charakterisiert, dass sie einen flachen Boden
aufweisen, im Sinne einer Standfläche, und somit in der Lage sind, eine aufrechte
Position einzunehmen und stabil zu halten. Beutelverpackungsmaschinen, wie sie für
die Herstellung solcher Standbeutel verwendet werden, sind aus der Praxis bestens
bekannt, sowie die entsprechenden Standbeutel auch. Es handelt sich um Maschinen,
welche auch in der Patentlitertur bekannt sind (siehe u.a. die DE-C 303 1399) und
die mit besonderen Faltorganen ausgerüstet sind. Solche Beutelverpackungsmaschinen
bestehen grundsätzlich aus einem Gehäuse, in welchem die Arbeitsorgane fixiert sind.
Die wichtigsten Organe sind die Folienbahnzuführung mit Folienrolle und Führungs-
und Förderrolle, der sogenannte Formatsatz mit Füllrohr zum Befüllen des Produktes
in aus einer flexiblen Folienbahn herzustellenden Beutel und eine Formschulter, über
welche die Folienbahn gezogen wird, um sie zu einem Schlauch zu formen, eine Längsverschliessvorrichtung,
um die Längsnaht des Beutels zu erzeugen und eine Querverschliessvorrichtung, um die
Quernaht zu erzeugen, d.h. den Beutel zu verschliessen. Zu diesen Organen, welche
in jeder Beutelverpackungsmaschine vorhanden sind, kommen, im Falle der Herstellung
von Standbeuteln, zusätzliche, ebenfalls bekannte Faltorgane, welche die Funktion
haben, nach dem Füllrohr den Beutel zu verformen und ihm eine rechteckige Standfläche
zu geben. In einem solchen Fall ist das Ende des Füllrohres nicht rund (wie es für
normale "Kissenbeutel" üblich ist), sondern rechteckig geformt, was zur Herstellung
des Standbeutels verhilft. Alles das ist jedoch Stand der Technik und wird in der
Praxis laufend durchgeführt und braucht somit hier nicht ausführlich erklärt zu werden.
Die vorliegende Erfindung beschäftigt sich nicht mit der Bildung des Standbodens und
mit den dazu nötigen Einrichtungen in einer Beutelverpackungsmaschine, welche als
bekannt betrachtet werden müssen, sondern spezifisch mit der Umlegung und der Anheftung
der Bodennaht am Boden selber, damit der Boden möglichst flach resultiert und die
Bodennaht keine Behinderung beim Aufstellen des Beutels auf einer Fläche darstellen
kann. Es handelt sich also hier nur darum, die Bodennaht am Boden des Beutels satt
anzuheften.
[0003] Nach dem heutigen, aus der Praxis bekannten Stand der Technik ist es üblich, die
Umlegung der Bodennaht mittels Schiebeplatten oder mit einem Luftstrahl (sogenannte
Luftumlegung) zu realisieren. Nach dieser Methode ist es zwar möglich, die Bodennaht
umzulegen, nicht jedoch , sie am Boden des Beutels anzuheften. Weiter kennt der Fachmann,
von einer bekannten Beutelverpackungsmaschine (sogenannter Butler 3 der Fa. PMB-UVA,
NL), eine Umlegungs- und Anheftungstechnologie, welche darin besteht, dass, nachdem
die Querverschliessvorrichtung die Bodennaht hergestellt hat und der vorherige Beutel
fallen gelassen wurde, der ganze Formatsatz pneumatisch auf die Querverschliessvorrichtung
abgesenkt wird. Dadurch, dass die Verschliessvorrichtung warm ist, wird damit die
Bodennaht am Boden umgelegt und angeheftet, da das Folienmaterial thermisch weich
wird (es handelt sich in der Regel um eine Kunststoffolie). Dieses bekannte Verfahren,
welches im Prinzip eine korrekt angeheftete Bodennaht herzustellen vermag, hat leider
noch einige wesentliche Nachteile, welche durch die Verschiebung des ganzen Formatsatzes
gegeben sind. Die entsprechende Vorrichtung ist kompliziert und teuer, die erreichbaren
Geschwindigkeiten sind (als Folge der relativ grossen Massen, welche bewegt werden
müssen) tief, jeder Typ von Formatsatz bedingt eine Anpassung der Senk- und Hebebewegung
desselben und, was besonders gravierend ist, die Folie wird örtlich durch hohe Spannungen
stark belastet, da die Folienabzugsriemen nicht mit dem Formatsatz mitgenommen werden
(was das Ganze noch komplizieren würde) und somit am Riemen hohe Zugspannungen erzeugt
werden. Dazu kommen noch schwer zu lösende Synchronisationsprobleme, da die senkrechte
Bewegung des Formatsatzes pneumatisch realisiert wird, und jeder weiss, dass ein solcher
Antrieb immer unpräzise zu steuern ist.
[0004] Die vorliegende Erfindung bezweckt, die obengenannten Nachteile des Standes der Technik
zu beheben und ein Verfahren, sowie die entsprechende Vorrichtung, vorzuschlagen,
welche die Herstellung einer perfekt umgelegten und angehefteten Bodennaht eines Standbeutels
gestatten, und dies ohne Produktionseinschränkungen der Maschine und mit hoher Präzision
der Bewegungen der beteiligten Elemente der Maschine. Weiter soll die Maschine einfach
und billig sein.
[0005] Alle diese Zwecke werden mit einem Verfahren zur Umlegung und Anheftung der Beute(naht
eines Standbeutels entsprechend dem Oberbegriff des Anspruches 1 und durch die Merkmale
des kennzeichnenden Teils des Anspruches 1 erreicht. Die für die Durchführung des
erfinderischen Verfahrens nötige Vorrichtung, entsprechend dem Oberbegriff des Anspruches
2, ist durch die Merkmale des kennzeichnenden Teils des Anspruches 2 charakterisiert.
[0006] Das Hauptmerkmal der Erfindung, sowohl als Verfahren, als auch als Vorrichtung, besteht
in der vertikalen Bewegung der Querverschliesswerkzeuge zwischen einer unteren Verschliessposition
und einer oberen Anhefteposition und umgekehrt. Dank dieser Bewegung - und eine systematische
Umlegung der Bodennaht vorausgesetzt - kann man die Bodennaht präzise und schnell
am Boden des Beutels anheften, ohne - wie nach dem Stand der Technik bekannt - den
ganzen Formatsatz absenken und anheben zu müssen.
[0007] Die Erfindung wird nun anhand eines illustrierten Ausführungsbeispiels näher dargestellt,
wobei weitere Vorteile durch die Beschreibung klarer werden sollen.
[0008] Die Figuren zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung der Hauptelemente einer Beutelverpackungs-Maschine,
wie sie für die Realisierung des erfinderischen Verfahrens ausge-bildet ist;
- Fig. 2a und 2b
- eine Frontansicht bzw. einen Grundriss der für die Bildung von Standbeuteln nötigen
Arbeitselemente der Maschine in schematischer Darstellung und im offenen Zustand der
Querverschliessvorrichtung gezeigt;
- Fig. 3a und 3b
- die gleiche Darstellung der Fig. 2a und 2b, aber im geschlossenen Zustand der Querverschliessvorrichtung,
d.h. während der Nahtbildung, gezeigt;
- Fig. 4a bis 4h
- zeigen die einzelnen Verfahrensschritte des erfinderischen Verfahrens in in symbolischer
Darstellung.
[0009] Fig. 1 gestattet zuerst eine summarische Beschreibung der Beutelverpackungsmaschine,
allerdings dargestellt nur in den Hauptelementen, welche für die Durchführung des
erfinderischen Verfahrens nötig sind und die erfinderische Vorrichtung charakterisieren.
Insbesondere sind das Grundgestell der Maschine, die Folienzuführung mit der Folienrolle
und die Waage weggelassen worden, sowie alle Elemente einer konventionellen Beutelverpackungsmaschine,
welche jedem Fachmann bekannt sind und deshalb hier nicht gesondert beschrieben werden
müssen.
[0010] In Fig. 2 ist mit 1 die Schulter eines sogenannten Formatsatzes 2, auf welcher die
Verpackungsfolie von einer flachen Folie zu einem Schlauch umgewandelt wird, bezeichnet.
Mit 3 ist ein Einfülltrichter bezeichnet, welcher mit dem Einfüllrohr 4 unten verbunden
ist. Der Einfülltrichter 3 bekommt das zu verpackende Material von der obenstehenden
Waage (nicht gezeigt) und leitet es zum Einfüllrohr weiter. Das Einfüllrohr 4 ist
unten offen und kann in seiner unteren Partie einen viereckigen Querschnitt aufweisen;
dies ist keine Bedingung falls die Maschine für die Herstellung von normalen Kissenbeuteln
vorgesehen ist. Hingegen, wenn die Maschine (wie im Fall der vorliegenden Erfindung)
für die Herstellung von Standbeuteln vorgesehen ist, dann hat das Einfüllrohr 4 an
seinem unteren, offenen Ende 5 einen rechteckigen Querschnitt, da man damit bessere
Bedingungen für einen Standbeutel schafft. In einem solchen Fall ändert sich also
der Querschnitt des Einfüllrohres von seiner oberen Partie zu seiner unteren Partie
hin allmählich von der runden zur rechteckigen Form. Dies ist jedoch für die vorliegende
Erfindung nicht relevant.
[0011] Der ganze Formatsatz 2 ist auf einem Joch 6 fixiert, welches zwei tragende vertikale
Säulen 7 (nur eine davon ist sichtbar) miteinander verbindet und zu einem nicht weiter
dargestellten Gestell der Maschine gehört.
[0012] Parallel zu den vertikalen Säulen 7 sind Führungen 8 plaziert, und zwar so, dass
jede Säule 7 ihre Führung 8 aufweist. In den Führungen 8 werden eine Längsverschliessvorrichtung
9 und eine Querverschliessvorrichtung 10 geführt. Solche Vorrichtungen sind prinzipiell
vom Stand der Technik bekannt, da in jeder konventionellen Beutelverpackungsmaschine
vorhanden. Die Längsverschliessvorrichtung 9 besteht im wesentlichen aus zwei Werkzeugen,
und zwar aus einem geheizten, vertikal liegenden Werkzeug 11 und einem Füllrohrgegenhalter
12. Die beiden Werkzeuge 11 und 12 führen eine gemeinsame, entgegengesetzte Bewegung
zum Füllrohr 4 aus. Ihre Funktion ist die Versiegelung der Längsnaht des Beutels.
Alles dies ist konventionell und hat mit der vorliegenden Erfindung nichts Gemeinsames.
Die Methode, wie die Werkzeuge 11 und 12 der Längsverschliessvorrichtung synchron
aufeinander zu und auseinander bewegt werden, ist für die vorliegende Erfindung nicht
entscheidend. Im Prinzip lassen sich zu diesem Zweck sämtliche bekannten Methoden
anwenden, obwohl selbstverständlich auch hier mit Vorteil die modernsten Antriebstechnologien
mit z.B. Servomotoren und direktem Antrieb Anwendung finden sollten. Eine solche geeignete
Antriebsmethode ist in einer separaten Patentanmeldung der selben Anmelderin beschrieben,
auf welche wir hier verweisen wollen. Nach diesem System werden die Werkzeuge 11 und
12 mittels parallelen Führungen 13 und 14 geführt, wobei die Führungen 13 und 14 (in
der Regel zwei pro Werkzeug) als Zahnstangen 15 ausgebildet sind und mit je einem
Zahnritzel 16 angetrieben werden. Ein Motor 17 (bevorzugt ein digitaler Synchronmotor
mit Lichtleiterkabel für den Echtzeitbetrieb) treibt z.B. jedes Zahnritzel 16. Es
sei jedoch unterstrichen, dass auch andere Antriebsmethoden für die Werkzeuge 11 und
12, z.B. konventionelle mechanische Methoden mit Kurvenscheiben oder pneumatischem
oder hydraulischem Antrieb denkbar sind, vorausgesetzt, es handelt sich um Antriebssysteme,
welche die nötigen kinematischen Eigenschaften zur Realisierung einer hohen Ausbringung
der Maschine aufweisen.
[0013] Die Querverschliessvorrichtung 10 ist ebenfalls, im Prinzip, konventioneller Bauart,
bis jedoch auf einen Punkt, welcher eine entscheidende Rolle im Rahmen der vorliegenden
Erfindung spielt und darum besondere Beachtung verdient. Die Querverschliessvorrichtung
10 besteht grundsätzlich aus zwei horizontal liegenden, beheizten Werkzeugen 18 und
19 konventioneller Bauart mit Faltorganen, welche in einer horizontalen Ebene mit
Hilfe geeigneter Antriebsmittel zu- und auseinander bewegt werden. Auch diese Werkzeuge
18 und 19 können mit Führungen, Zahnstangen und Ritzel, ähnlich der Werkzeuge 11 und
12 angetrieben werden. Auch für sie ist die Art, wie sie zur Schliessbewegung angetrieben
werden, nicht erfindungswesentlich, vorausgesetzt, es handelt sich um eine effiziente
und massenarme Methode.
[0014] Was jedoch von entscheidender Bedeutung im Rahmen der vorliegenden Erfindung ist,
ist die Tatsache, dass die Querverschliessvorrichtung 10 mit Mitteln für die Bewegung
der Querverschliesswerkzeuge auch in vertikaler Richtung zu einer Auf- und Abwärtsbewegung,
ausgerüstet ist. Diese, zu der eigentlichen Verschliessbewegung in der horizontalen
Ebene zusätzliche Bewegung ist entscheidend für die Realisierung der erfinderischen
Ziele, wie später gezeigt werden soll. Eine bevorzugte Art dieser zusätzlichen Bewegungsvorrichtung
wird in Fig. 1 als Beispiel gezeigt.
[0015] Die Werkzeuge 18 und 19 sind mit horizontalen Führungen (nur die Führung 20 des Werkzeuges
19 ist jedoch in Fig. 1 gezeigt) ausgerüstet, welche in einem Wagen 21 eingelassen
sind. Der Wagen 21 ist eine Platte, welche in den zwei vertikalen, parallelen Führungen
8 geführt wird. Mit zwei nicht gezeigten Zahnritzeln, welche in eine entsprechende
Zahnstange jeder Führung 8 eingreifen, kann nun der Wagen 21 mittels eines Motors
22 nach oben und nach unten, also auf- und abwärts, motorisch verschoben werden. Diese
vertikale Bewegung der Querverschliessvorrichtung 10, welche prinzipiell mit anderen
Antriebsmethoden realisiert werden kann, ist entscheidend im Rahmen der vorliegenden
Erfindung, wie es noch näher erklärt werden soll. Es versteht sich, dass eine solche
Auf- und Abwärtsbewegung mit anderen Antriebsmitteln als den beschriebenen realisierbar
ist, wobei die geschilderte Lösung, wie die Erfahrung gezeigt hat, den wichtigen Vorteil
der Massenarmut bietet.
[0016] Die Figuren 2a und 2b zeigen in einer detaillierten Darstellung die spezifischen,
für die Bildung eines Standbeutels nötigen Arbeitsorgane der Maschine: dies betrifft
vor allem die Querverschliessvorrichtung 10, welche mit Faltorganen ausgerüstet sein
muss.
[0017] In den Figuren 2a und 2b ist die Querverschliessvorrichtung im offenen Zustand dargestellt.
Mit 18 und 19 sind weiter die Schliesswerkzeuge bezeichnet, während mit 23 und 24
die Faltorgane angedeutet werden. Diese bestehen aus Faltecken 25 und Faltfingern
26. Die Faltorgane bewegen sich quer zu den Schliesswerkzeugen 18 und 19, angetrieben
durch passende Antriebselemente synchron mit den Schliesswerkzeugen 18 und 19. Dabei
bilden die Faltecken 25 die zur Formung des Bodens des nächsten Beutels nötigen Falze,
während die Faltfinger 26 den Kopf des vorherigen, gefüllten Beutels falten. Diese
Technik der Bildung eines Standbeutels ist jedem Fachmann bekannt und muss hier nicht
besonders erklärt werden.
[0018] In den Figuren 3a und 3b werden die Faltorgane 25 und 26 und die Schliesswerkzeuge
18 und 19 in geschlossener Stellung, d.h. während der Versiegelung der Bodennaht des
nächsten Beutels und der Kopfnaht des vorherigen Beutels, gezeigt.
[0019] Die Figuren 4a bis 4h dienen nun zur Erklärung der erfinderischen Verfahrensschritte.
Dabei sind nur die Elemente dargestellt, die für die Schilderung des Verfahrens nötig
sind, wobei die Faltorgane 23 und 24 (mit den Faltfingern 26 und den Faltecken 25)
ebenfalls weggelassen wurden, da sie, wie in den Figuren 2 und 3 gezeigt, eng mit
der Querverschliessvorrichtung 19 verbunden sind und insbesondere deren vertikalen
Bewegung folgen müssen. Das Verfahren bezieht sich auf die Umlegung und Anheftung
der Bodennaht am Boden eines Standbeutels und fällt also nicht in die Belange der
Bildung des Standbeutels selber. Dies geschieht nämlich nach konventioneller Art und
ist nicht Gegenstand dieser Erfindung.
[0020] In Fig. 4a ist der erste Schritt des Verfahrens dargestellt. In diesem Schritt wird
der Boden 27 des - neu zu füllenden - nächsten Standbeutels 28 gefaltet und geschlossen,
was zusammen - in einem Zug - mit der Faltung und Verschliessung der Kopfnaht 29 des
bereits gefüllten vorherigen Standbeutels 30 geschieht. Dabei wird ein Verbindungssteg
31 zwischen dem vorherigen Standbeutel 30 und dem nächsten Standbeutel 28 gebildet.
[0021] Fig. 4b zeigt den zweiten Schritt des Verfahrens. Durch Verschiebung des Trennmessers
32, welches in die Querverschliessvorrichtung 10 eingebaut ist, wird der Verbindungssteg
31 getrennt. Die beiden Stehbeutel 28 und 30 werden getrennt bei geschlossener Querschliessvorrichtung
10.
[0022] Fig. 4c zeigt den dritten Schritt des Verfahrens. Dieser besteht in der Zurückführung
des Messers 32 in seine Ausgangsposition (d.h. von rechts nach links in Fig. 4c) bei
noch geschlossener Querverschliessvorrichtung 10. In dieser Position wird also der
vorherige Standbeutel 30 noch festgehalten.
[0023] Im nächsten (fünften) Schritt (in Fig. 4d dargestellt) wird nun die Querverschliessvorrichtung
10 geöffnet, womit der vorherige Standbeutel 30 befreit und fallen gelassen wird.
In Fig. 4d ist er bereits verschwunden. Der Schritt besteht darin, dass eine der zwei
Querverschliessvorrichtungen (z.B. Werkzeug 18 in Fig. 4d) im Sinne seiner Entfernung
vom anderen Werkzeug bewegt wird. Es entsteht sofort, zwischen den zwei Werkzeugen
18 und 19, ein Spalt, mindestens so gross wie die Bodennahtbreite.
[0024] Nun wird, im nächsten, in Fig. 4e dargestellten Schritt, das zweite Querverschliesswerkzeug
(Werkzeug 19 in Fig. 4e) in die gleiche Richtung der Bewegung des im vorigen Schritt
bewegten Werkzeugs 18 verschoben, und zwar (wie es in Fig. 4f dargestellt ist) bis
zu einer zumindest angenäherten Schliessung des vorher gebildeten Spaltes 33 zwischen
den beiden Querverschliesswerkzeugen 18 und 19. Durch diese Bewegung wird die Bodennaht
34 des nächsten Standbeutels 28, als Folge der Mitnahme durch das zuletzt verschobene
Querverschliesswerkzeug 19, umgelegt. In Fig. 4f ist klar ersichtlich, dass, in dieser
Position, die Bodennaht 34 nach rechts geneigt, d.h. "umgelegt" ist. Jetzt braucht
sie nur noch am Boden 27 des nächsten Beutels 28 angeheftet zu werden, was im nächsten
Verfahrensschritt geschieht und als der Kern der Erfindung zu betrachten ist.
[0025] War es nämlich vorher bekannt, um die Bodennaht 34 am Boden 27 anzuheften, den ganzen
Beutel 28 um eine kleine Distanz zu senken und den Boden 27 auf die obere Fläche der
zwei Werkzeuge 18, 19 der Querverschliessvorrichtung 10 abzusetzen, so geschieht nun
diese Bewegung, nach der vorliegenden Erfindung, gerade umgekehrt. Statt den Beutel
28 zu senken wird nämlich neu die ganze Querverschliessvorrichtung 10, bzw. beide
Werkzeuge 18 und 19 gemeinsam, in geschlossenem Zustand um die Strecke angehoben,
welche nötig ist, um die obere Fläche der Querverschliesswerkzeuge 18, 19 mit dem
Standboden 27 des sich immer noch in Füllposition befindenden nächsten Beutels 28
in Berührung zu bringen (siehe Fig. 4g). Dank der Tatsache, das die Werkzeuge 18 und
19 warm sind, wird dabei die Bodennaht 34, unter Wärmeeinfluss, am Boden 27 des Beutels
28 fest angeheftet, im Sinner einer Verschmelzung oder einer Verklebung. Die Präzision
der Bewegung der Verschliessvorrichtung ist dabei sehr wichtig für die Realisierung
einer perfekten Anheftung. Die modernsten Antriebs- und Steuersysteme helfen hier,
die nötigen Voraussetzungen für das Gelingen der Operation zu schaffen.
[0026] Nun kommt der nächste Verfahrensschritt, welcher in Fig. 4g dargestellt ist. Jetzt
wird die Querverschliessvorrichtung 10 ganz geöffnet, d.h. die Werkzeuge 18 und 19
werden in entgegengesetzter Richtung um eine Gesamtstrecke (s) verschoben, welche
grösser als die Breite (b) des Standbeutels 28 ist. Der Beutel 28 wird jetzt abgesenkt
in die Verschliessposition der Kopfnaht und dabei mit dem einzufüllenden Material
gefüllt, womit seine Kopfnaht in die in Fig. 4a dargestellte Position zu liegen kommt.
[0027] Als letzter Schritt des Verfahrens wird dann die Querverschliessvorrichtung 10 wieder
in ihre Anfangslage abgesenkt und die Querverschliesswerzeuge 18 und 19 werden geschlossen,
sodass die Situation von Fig. 1a wieder erreicht wird. Der Zyklus kann mit der Verschliessung
der nächsten Kopf- und Bodennaht neu beginnen.
[0028] Der Vorteil des erfinderischen Verfahrens liegt in der Tatsache, dass für die Umlegung
und Anheftung der Bodennaht nur kleine Massen über kleine Wege bewegt werden müssen,
und dies, ohne den Formatsatz 2 bewegen (absenken) zu müssen. Das Resultat ist eine
höhere Ausbringung der Maschine bei perfekt angehefteter Bodennaht.
[0029] Die Vorrichtung für die Durchführung des Verfahrens besitzt einen Formatsatz 2 und
eine Längsverschliessvorrichtung 9, welche in der unteren Zone des Füllrohres 35,
parallel zur Achse des Rohres plaziert ist und mit Mitteln ausgerüstet ist, um den
Längsverschliesswerkzeugen 11 und 12 eine gegenläufige und synchronisierte Bewegung
zur Bildung der Längsnaht zu erteilen. Weiter besitzt sie eine QuerverSchliessvorrichtung
10, welche in unmittelbarer Nähe des freien Endes 5 des Füllrohres 35 plaziert ist
und mit Mitteln ausgerüstet ist, um den Querverschliesswerkzeugen 18 und 19 eine gegenläufige
und synchronisierte Auf- und Zubewegung zur Bildung der Quernaht des Beutels zu erteilen,
wobei die Quernaht sowohl die Kopfnaht des nächsten Beutels als auch die Bodennaht
des vorherigen Beutels betrifft. Beide werden nämlich gleichzeitig hergestellt, wie
aus der Beschreibung des Verfahrens klar hervorgeht.
[0030] Die Vorrichtung besitzt weiter konventionelle Faltorgane 23, 24, um einen flachen
Boden des Beutels 27 herzustellen. Diese Faltorgane (als Faltecken 25 und Faltfinger
26) sind unmittelbar oben und unten an den Querverschliesswerkzeugen 18 und 19 angebracht.
[0031] Das erfinderische Merkmal der Vorrichtung besteht nun in der Tatsache, dass die Mittel
20 für die Auf- und Zubewegung der Querverschliesswerkzeuge 18, 19 auch eine gleichläufige
und synchronisierte Bewegung der einzelnen Werkzeuge 18 und 19 gestatten - um die
Verfahrensschritte der Fig. 4e und 4F durchzuführen - und weiter darin, dass auch
Mittel 22 vorgesehen sind, um die ganze Querverschliessvorrichtung 10 vertikal auf-
und abzubewegen. Diese Mittel 22 können, neben dem Motor, weitere Elemente wie Zahnräder,
Zahnstangen usw. beinhalten.
[0032] Nach einer weiteren bevorzugten Lösung ist vorgesehen, dass jedes QuerverschliessWerkzeug
18, 19 mit einem eigenen Antrieb (nicht gezeigt) für die Auf- und Zubewegung ausgerüstet
ist, wobei alle Führungen 20 gemeinsam in einem auf- und abbewegbaren Wagen 21 untergebracht
sind. Der Antrieb der Querverschliesswerkzeuge 18 und 19 kann mit Hilfe bekannter
Mitteln wie pneumatischen oder hydraulischen Zylinder-/Kolbensystemen (nicht gezeigt)
realisiert werden. Nach einer bevorzugten Variante ist jedoch vorgesehen, dass jede
Führung 20 als Zahnstange (nicht gezeigt) ausgebildet ist und mittels eines eigenen
Zahnritzels (ebenfalls nicht dargestellt) auf und zu bewegt wird. Diese Antriebsart,
bei welcher die Zahnritzel - nach einer weiteren bevorzugten Variante der Erfindung
- mit einem digitalen Servomotor und Lichtleiterkabeln für den Echtzeitbetrieb angetrieben
werden, ist Gegenstand einer zu dieser parallelen Erfindung des gleichen Anmelders,
auf welche hier ausdrücklich verwiesen wird. Die Anwendung solcher sehr präzisen Antriebssysteme,
welche eine Positionierung der Teile innerhalb 1/100stel mm und äusserst schnelle
Beschleunigungen und Verzögerungen gestatten, hat sich als sehr vorteilhaft im Rahmen
der vorliegenden Erfindung erwiesen. Nach einer weiteren bevorzugten Variante der
Erfindung ist vorgesehen, dass auch der Wagen 21, in welchem alle Führungen 20 der
Querverschliesswerkzeuge 18, 19 untergebracht sind, mit mindestens einem digitalen
Servomotor 22 mit Lichtleiterkabeln für den Echtzeitbetrieb, für seine Auf- und Abbewegung
angetrieben wird. Die Vorteile dieser Antriebsart entsprechen denjenigen, welche oben
im Zusammenhang mit dem Antrieb der Querverschliessvorrichtung 10 beschrieben wurden
und brauchen deshalb hier nicht wiederholt zu werden.
[0033] Nach einer weiteren bevorzugten Variante der vorliegenden Erfindung ist vorgesehen,
dass die vertikale Auf- und Abbewegung der Querverschliessvorrichtung 10 eine Strecke
von weniger als 6 mm ausmacht. Gerade die Kürze dieser Stecke, welche nur genügen
muss, um die Bodennahtlänge (streng genommen, nur einen Teil der Bodennahtlänge, da
im Moment der Anheftung der Bodennaht 34 am Boden 27 die Bodennaht bereits um zirka
45° geneigt ist - siehe Fig. 4f) am Boden anzuheften, spielt eine wichtige Rolle im
Bezug auf die rasche Ausführung der Bewegung und somit auf die Ausbringung der Beutelverpackungsmaschine.
Figurenbezeichnung
[0034]
- 1
- Schulter
- 2
- Formatsatz
- 3
- Einfülltrichter
- 4
- Einfüllrohr
- 5
- hinteres Ende des Einfüllrohres
- 6
- Joch
- 7
- Säule
- 8
- Führung
- 9
- Längsverschliessvorrichtung
- 10
- Querverschliessvorrichtung
- 11
- Werkzeug
- 12
- Füllrohrgegenhalter
- 13
- Führung
- 14
- Führung
- 15
- Zahnstange
- 16
- Ritzel
- 17
- Motor
- 18
- Verschliesswerkzeug
- 19
- Verschliesswerkzeug
- 20
- Führung
- 21
- Wagen
- 22
- Motor
- 23
- Faltorgan
- 24
- Faltorgan
- 25
- Faltecke
- 26
- Faltfinger
- 27
- Boden
- 28
- nächster Standbeutel
- 29
- Kopfnaht
- 30
- vorheriger Standbeutel
- 31
- Verbindungssteg
- 32
- Trennmesser
- 33
- Spalt
- 34
- Bodennaht
- 35
- Füllrohr
1. Verfahren, um die Bodennaht eines auf einer mit Faltorganen ausgerüstete Beutelverpackungsmaschine
hergestellten Standbeutels umzulegen und am Boden anzuheften,
durch folgende Verfahrensschritte
gekennzeichnet:
- Faltung und Verschliessung des Bodens (27) des zu füllenden nächsten Standbeutels
(28), zusammen mit der Faltung und Verschliessung der Kopfnaht des vorherigen Standbeutels
(30) unter Bildung eines Verbindungs-Steges (31) zwischen dem vorherigen (30) und
dem nächsten Standbeutel (28)
- Trennung des Verbindungsteges (31) zwischen den genannten Standbeuteln (28 und 30)
durch eine Trennbewegung des Messers (32) bei geschlossener Querverschliessvorrichtung
(10);
- Zurückführung des Messers (32) in die Anfangsposition bei immer noch geschlossener
Querverschliessvorrichtung (10);
- Oeffnung der Querverschliessvorrichtung (10) und Befreiung des vorherigen Standbeutels
(30) durch Bewegung eines der Querverschliesswerkzeuge (18) oder (19) im Sinne von
seiner Entfernung vom anderen Werkzeug (19 oder 18) und Bildung eines Spaltes (33),
mindestens so gross wie die Bodennahtbreite, zwischen beiden Querverschliesswerkzeugen;
- Verschiebung des zweiten Querverschliesswerkzeuges (19 oder 18) in die gleiche Richtung
der Bewegung des zuerst bewegten Querverschliesswerkzeuges (18 oder 19) bis zu einer
zumindest angenäherten Schliessung des vorher gebildeten Spaltes (33) zwischen den
beiden Querverschliesswerkzeugen (18, 19) und der gleichzeitigen Umlegung der Bodennaht
(34) des nächsten Standbeutels (28) durch Mitnahme durch das zuletzt verschobene Querverschliesswerkzeug
(19 oder 18);
- gemeinsame Anhebung der beiden Querverschliesswerkzeuge (18, 19) im geschlossenen
Zustand, um die Strecke, welche nötig ist, um die obere Fläche der Querverschliesswerkzeuge
(18, 19) mit dem Standboden (27) des sich immer noch in Füllposition befindenden nächsten
Beutels (28) in Berührung zu bringen und dabei die Anheftung der Bodennaht (34), unter
Wärmeeinfluss, am Boden (27) des Beutels (28) zu bewerkstelligen;
- Oeffnung der Querverschliesswerkzeuge (18, 19) durch Verschieben derselben in entgegengesetzer
Richtung, um eine Gesamtstrecke (s) grösser als die Breite (b) des Standbeutels (28)
und Absenkung des nächsten Beutels (28) in Verschliessposition der Kopfnaht durch
Fotientransport;
- gemeinsame Absenkung der beiden Querverschliesswerkzeuge (18 und 19) in ihre Anfangslage.
2. Vorrichtung für die Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1
- mit einem Formatsatz (2) zum Formen und Füllen eines Standbeutels
- und einer Längsverschliessvorrichtung (9), welche in der unteren Zone des Füllrohres
(35), parallel zur Achse des Rohres plaziert ist und mit Mitteln ausgerüstet ist,
um den Längsverschliesswerkzeugen (11, 12) eine gegenläufige und synchronisierte Bewegung
für die Bildung der Längsnaht zu erteilen,
- mit einer Querverschliessvorrichtung (10), welche in der unmittelbaren Nähe des
freien Endes (5) des Füllrohres (35) plaziert ist und mit Mitteln ausgerüstet ist,
um den Querverschliesswerkzeugen (18, 19) eine gegenläufige und synchronisierte Auf-
und Zubewegung für die Bildung der Quernaht des Beutels zu erteilen;
- mit Faltorganen (23, 24), um einen flachen Boden (27) des Beutels herzustellen,
welche unmittelbar oben und unten an den Querverschliesswerkzeugen (18, 19) plaziert
sind,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Mittel (20) für die Bewegung der Querverschliesswerkzeuge (18, 19) auch eine gleichläufige
und synchronisierte Bewegung der einzelnen Werkzeuge (18 und 19) gestatten
und dass weiter
Mittel (22) vorgesehen sind, um die ganze Querverschliessvorrichtung (10) vertikal
auf- und abzubewegen.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
jedes Querverschliesswerkzeug (18, 19) in Führungen (20) geführt wird und dass die
Führungen (20) eines jeden Querverschliesswerkzeuges (18, 19) mit einem eigenen Antrieb
für die Auf- und Zubewegung ausgerüstet sind und dass alle Führungen (20) gemeinsam
in einem auf- und abbewegbaren Wagen (21) untergebracht sind.
4. Vorrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
jede Führung (20) als Zahnstange ausgebildet ist und mittels eines eigenen Zahnritzels
auf und zu bewegt wird.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
jedes Zahnritzel mit einem digitalen Servomotor mit Lichtleiterkabeln für den Echtzeitbetrieb
angetrieben wird.
6. Vorrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Wagen (21) mit mindestens einem digitalen Servomotor (22) mit Lichtleiterkabeln
für den Echtzeitbetrieb für seine Auf- und Abbewegung angetrieben wird.
7. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die vertikale Auf- und Abbewegung der Querverschliessvorrichtung (10) eine Strecke
von weniger als 6 mm ausmacht.
8. Vorrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Wagen (21) mit einer Zylinder-/Kolbeneinheit pneumatisch oder hydraulisch für
seine Auf- und Abbewegung angetrieben wird.