[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Behandlung von metallischem Stranggut,
insbesondere zum Beizen von Walzband, das durch einen Behandlungskana transportierbar
und mit Behandlungsflüssigkeit aus Düsen turbulent bestrahlbar ist, wobei die Flüssigkeitsstrahlen
am Kanaleingang in Strangtransportrichtung eingestellt sind und am Kanalausgang entgegengesetzt
zur Strangtransportrichtung gerichtet sind, um ein schnelles Abfließen der Behandlungsflüssigkeit
zu hemmen.
[0002] Eine derartige Vorrichtung ist aus der DE-OS 29 11 701 bekannt. Diese Bauweise strebt
an, die Schwierigkeiten beim Einsatz von Quetschrollen und damit eine Übertragung
von Behandlungsflüssigkeit zwischen einzelnen Tanks zu vermeiden. Dabei sollen Stütz-
oder Führungswalzen durch andere Elemente ersetzt werden. Zum einen geht diese Bauweise
von länglich rechteckigen Behandlungskammern aus und zum anderen sind parallel und
senkrecht zur Strangtransportrichtung Behandlungsdüsen angeordnet. Zusätzlich zu den
Behandlungsdüsen sind sog. Deflektoren über und unter dem Stranggut angeordnet, die
eine bessere Besprühung des Stranggutes bewirken sollen. Die aufgezeigten Maßnahmen
richten sich jedoch ausschließlich auf eine weitere Verwirbelung und Steigerung der
Turbulenz und stellen rein mechanische Vorgehensweisen dar. Eine weitergehende chemische
Wirkung ist weder vorgesehen noch beabsichtigt.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, neben den physikalischen Wirkungen der
Turbulenz die chemischen Wirkungen der Behandlungsflüssigkeit und ggfs. sogar schon
den Oberflächenzustand des Stranggutes zu verbessern im Sinn einer Durchsatzerhöhung
und der Ausdehnung der Behandlung auf kritische Stahlsorten.
[0004] Die gestellte Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass der Behandlungskanal
an der Oberseite mittels aneinandergereihten Schwimmkörpern gebildet ist, die dem
Stranggut zugewandt, jeweils mit einzelnen oder mehreren, flächenverteilten Wärmetauschern
versehen sind, deren Wärmeenergie auf die Behandlungsflüssigkeit und / oder das Stranggut
übertragbar ist. Ein zusätzlicher thermischer Eintrag erhöht die chemischen Wirkungen,
indem die Behandlungsflüssigkeit schneller auf die gewünschte Reaktionstemperatur
gebracht wird und damit früher und intensiver reagiert. Die Erfindung ist deshalb
vorteilhaft u.a. auch auf Stranggut 1 aus IF-Stählen anwendbar (IF = Interstitial
Free Steel).
[0005] Eine weitere Verbesserung des Wirkungsgrades solcher Vorrichtungen wird in Kombination
mit chemischen Reaktionen dadurch erzielt, dass den flächenverteilten Wärmetauschern
Strömungsleitbleche zugeordnet sind, die nach unten vorstehend zur Vermischung der
Behandlungsflüssigkeits-Strömung dienen.
[0006] Vorteilhafterweise sind die Strömungsleitbleche zwischen zwei Wärmetauschern, seitlich
von einem Wärmetauscher und / oder vor einem oder vor einem Paar von Wärmetauschern
angeordnet. Dadurch wird eine besonders intensive Durchwirbelung der Behandlungsflüssigkeit
erzielt.
[0007] Die Übertragung der Wärmeenergie auf das Stranggut und / oder die Behandlungsflüssigkeit
erfolgt besonders intensiv, indem die Wärmetauscher jeweils aus an der Unterseite
der Schwimmkörper verlegten Heizrohren oder Heizplatten bestehen.
[0008] Weitere Merkmale ergeben sich dadurch, dass die Heizrohre schlangenförmig zu Heizwaben
verlegt sind. Damit ist eine hohe Flächenausnutzung und eine hohe Wärmebelegung der
zur Verfügung stehenden Grundfläche verbunden.
[0009] Eine weitere Ausgestaltung sieht vor, dass die Heizrohre aus PVDF oder aus PTFE hergestellt
und mit Wasserdampf von ca. 130 - 135 °C betrieben sind. Diese Ausbildung sichert
eine gute Wärmebelastbarkeit bei relativ hohen Temperaturen.
[0010] Für die Gestaltung und Handhabung der Wärmetauscher ist es weiter vorteilhaft, dass
die Schwimmkörper mit den Wärmetauschern jeweils mit Abstand zu einem umgebenden,
dem Schwimmkörper zugewandt offenen Deckelgehäuse befestigt sind.
[0011] Dazu ist vorgesehen, dass das Deckelgehäuse mittels mehreren Abstandshaltern mit
dem Schwimmkörper verbunden ist.
[0012] Die Handhabung des Schwimmkörpers, des Wärmetauschers und des Deckelgehäuses wird
ferner dadurch erleichtert, dass das Deckelgehäuse zusammen mit dem Schwimmkörper
mittels eines Hebegeschirrs oder einer Hydraulikeinrichtung heraushebbar oder auf
die Behandlungskammer aufsetzbar ist. Dadurch kann der Wärmetauscher außerhalb der
Vorrichtung leicht und schnell ausgetauscht oder repariert werden.
[0013] Schließlich ist vorgesehen, dass der Schwimmkörper aus Kunststoff hergestellt ist,
wodurch eine erheblich leichte Bauweise geschaffen werden kann.
[0014] In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt, das nachfolgend
näher erläutert wird.
[0015] Es zeigen:
- Fig. 1
- einen senkrechten Längsschnitt durch mehrere aneinandergereihte Behandlungskammern
und
- Fig. 2
- eine perspektivische Ansicht von unten gegen den Schwimmkörper mit Wärmetauscher und
Deckelgehäuse.
[0016] Die Vorrichtung zur Behandlung von metallischem Stranggut 1, insbesondere von Walzband
1a, das durch einen Behandlungskanal 2 transportiert wird, weist hintereinander liegend
eine erste Behandlungskammer 3 und eine zweite Behandlungskammer 4 auf. Das Stranggut
1 wird mit Behandlungsflüssigkeit 5 aus Düsen 6 mit Flüssigkeitsstrahlen 7 derart
bestrahlt, dass eine turbulente Behandlungsflüssigkeits-Strömung 5a besteht. Die Flüssigkeitsstrahlen
7 sind am Kanaleingang 8 in Strangtransportrichtung 9 eingestellt und am Kanalausgang
10 zur Strangtransportrichtung 9 entgegengesetzt, so dass ein schnelles Abfließen
der Behandlungsflüssigkeit 5 aus der jeweiligen Behandlungskammer 3 und 4 zumindest
gehemmt wird. Das Stranggut 1 liegt innerhalb der Behandlungskammern 3, 4 auf Gleitsteinen
3a und 4a auf.
[0017] Der Behandlungskanal 2 ist an seiner Oberseite 2a mittels aneinandergereihten Schwimmkörpern
11 gebildet, die dem Stranggut 1 zugewandt, jeweils mit einzelnen oder mehreren, flächenverteilten
Wärmetauschern 12 bestückt sind, deren Wärmeenergie auf die Behandlungsflüssigkeit
5 und / oder das Stranggut 1 übertragen wird. Die mit der angestrebten Eintrittstemperatur
eintretende Behandlungsflüssigkeit 5 intensiviert die chemische Reaktion zwischen
der Oberfläche des Strangguts 1, insbesondere von Walzband 1a, und führt zu intensiveren
Reinigungsvorgängen und damit zu einer Optimierung des Prozesses und zu einer größeren
Durchsatzleistung.
[0018] Die Turbulenz trägt zu diesen Vorgängen ebenfalls bei, so dass in Kombination mit
der erwärmt eingebrachten Behandlungsflüssigkeit 5 eine deutliche Verbesserung des
Prozesses stattfindet. Für diesen Effekt sorgen flächenverteilte Strömungsleitbleche
13, die den flächenverteilten Wärmetauschern 12 zugeordnet sind, nach unten vorstehen
und die Vermischung der Behandlungsflüssigkeits-Strömung 5a erheblich verstärken.
[0019] Wie aus Fig. 2 weiter ersichtlich ist, sind die Strömungsleitbleche 13 zwischen zwei
Wärmetauschern 12, seitlich von einem Wärmetauscher 12 und / oder vor einem oder vor
einem Paar von Wärmetauschern 12 in Strangtransportrichtung 9 angeordnet.
[0020] In einer speziellen Ausführungsform bestehen die Wärmetauscher 12 jeweils aus an
der Unterseite 11a der Schwimmkörper 11 verlegten Heizrohren 14 oder Heizplatten.
Die Heizrohre 14 sind schlangenförmig zu Heizwaben 15 verlegt und befinden sich in
geschlossenen Ausschnitten 11b der Schwimmkörper 11. Die Heizrohre sind aus PVDF (Polyvinyli-denfluorid
) oder PTFE (Polytetrafluorethylen) hergestellt und führen Dampf von ca. 130 - 135
°C.
[0021] Die Schwimmkörper 11 sind mit den Wärmetauschern 12 jeweils mit einem Abstand 16
zu einem umgebenden, dem Schwimmkörper 11 zugewandt offenen Deckelgehäuse 17 verbunden.
Der Abstand 16 wird mittels mehreren Abstandshaltern 18 zwischen dem Schwimmkörper
11 und dem Deckelgehäuse 17 bestimmt. Das Deckelgehäuse 17 ist als Einheit zusammen
mit dem Schwimmkörper 11 und den Wärmetauschern 12 mittels eines Hebegeschirrs 19
oder mittels einer Hydraulikeinrichtung heraushebbar oder auf die Behandlungskammer
3 bzw. 4 wieder aufsetzbar. Der Schwimmkörper 11 kann aus Kunststoff hergestellt sein,
um ein nur geringes Gewicht einzunehmen und etwaigen störenden Dämpfen aus der Behandlungsflüssigkeit
5 zu widerstehen und diese aufzufangen.
[0022] Der heiße Dampf wird in Richtung 20 durch einen Schlauchanschluss 21 und durch den
Schwimmkörper 11 in die Heizrohre 14 und zurück im Kreislauf geführt.
Bezugszeichenliste:
[0023]
- 1
- Stranggut
- 1a
- Walzband
- 2
- Behandlungskanal
- 2a
- Oberseite
- 3
- erste Behandlungskammer
- 3a
- Gleitstein
- 4
- zweite Behandlungskammer
- 4a
- Gleitstein
- 5
- Behandlungsflüssigkeit
- 5a
- Behandlungsflüssigkeits-Strömung
- 6
- Düsen
- 7
- Flüssigkeitsstrahl
- 8
- Kanaleingang
- 9
- Strangtransportrichtung
- 10
- Kanalausgang
- 11
- Schwimmkörper
- 11a
- Unterseite
- 11b
- Ausschnitt
- 12
- Wärmetauscher
- 13
- Strömungsleitbleche
- 14
- Heizrohre
- 15
- Heizwabe
- 16
- Abstand
- 17
- Deckelgehäuse
- 18
- Abstandshalter
- 19
- Hebegeschirr
- 20
- Richtung
- 21
- Schlauchanschluss
1. Vorrichtung zur Behandlung von metallischem Stranggut, insbesondere zum Beizen von
Walzband, das durch einen Behandlungskanal transportierbar und mit Behandlungsflüssigkeit
aus Düsen turbulent bestrahlbar ist, wobei die Flüssigkeitsstrahlen am Kanaleingang
in Strangtransportrichtung eingestellt sind und am Kanalausgang entgegengesetzt zur
Strangtransportrichtung gerichtet sind, um ein schnelles Abfließen der Behandlungsflüssigkeit
zu hemmen,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Behandlungskanal (2) an der Oberseite (2a) mittels aneinandergereihten Schwimmkörpern
(11) gebildet ist, die dem Stranggut (1) zugewandt, jeweils mit einzelnen oder mehreren,
flächenverteilten Wärmetauschern (12) versehen sind, deren Wärmeenergie auf die Behandlungsflüssigkeit
(5) und / oder das Stranggut (1) übertragbar ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass den flächenverteilten Wärmetauschern (12) Strömungsleitbleche (13) zugeordnet sind,
die nach unten vorstehend zur Vermischung der Behandlungsflüssigkeits-Strömung (5a)
dienen.
3. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Strömungsleitbleche (13) zwischen zwei Wärmetauschern (12), seitlich von einem
Wärmetauscher (12) und / oder vor einem oder vor einem Paar von Wärmetauschern (12)
angeordnet sind.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Wärmetauscher (12) jeweils aus an der Unterseite (11a) der Schwimmkörper (11)
verlegten Heizrohren (14) oder Heizplatten bestehen.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Heizrohre (14) schlangenförmig zu Heizwaben (15) verlegt sind
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Heizrohre (14) aus PVDF () oder PTFE ( Polytetrafluorethylen) hergestellt und
mit Wasserdampf von ca. 130 - 135 °C betrieben sind.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Schwimmkörper (11) mit den Wärmetauschern (12) jeweils mit Abstand (16) zu einem
umgebenden, dem Schwimmkörper (11) zugewandt offenen Deckelgehäuse (17) befestigt
sind.
8. Vorrichtung nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Deckelgehäuse (17) mittels mehreren Abstandshaltern (18) mit dem Schwimmkörper
(11) verbunden ist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Deckelgehäuse (17) zusammen mit dem Schwimmkörper (11) mittels eines Hebegeschirrs
(19) oder mittels einer Hydraulikeinrichtung heraushebbar oder auf die Behandlungskammer
(3; 4) aufsetzbar ist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Schwimmkörper (11) aus Kunststoff hergestellt ist.