[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben eines Einspritzventils für Kraftstoff,
bei dem ein piezoelektrischer Aktor über einen hydraulischen Koppler ein Verschließglied
antreibt. Sie bezieht sich weiter auf ein Kraftstoffeinspritzsystem mit einer Anzahl
von derartigen Einspritzventilen.
[0002] Als wesentlicher Bestandteil kann in einer Verbrennungskraftmaschine zur Einbringung
des Kraftstoffs in die Brennräume der Zylinder ein Kraftstoffeinspritzsystem zum Einsatz
kommen. Ein derartiges Kraftstoffeinspritzsystem umfaßt üblicherweise eine Anzahl
von Einspritzdüsen, die individuell oder auch in der Art eines sogenannten Common-Rail-Systems
(CR-Systems) über ein zentrales Versorgungssystem mit Kraftstoff bespeisbar sind.
Bei beiden Ausführungsformen ist jede Einspritzdüse üblicherweise in ein jeweils zugeordnetes
Einspritzventil integriert, über das die Kraftstoffeinspritzung in einer vorgebbaren
Weise einstellbar ist.
[0003] Die Einspritzventile können dabei für eine elektrische Ansteuerung mit einem piezoelektrischen
Aktor versehen sein. Ein derartiges Einspritzventil für die Kraftstoffeinspritzung
in den Verbrennungsraum eines Verbrennungsmotors mit einem Hochdrucksystem oder CR-System
ist aus der
DE 197 328 02 bekannt. Dieses Einspritzventil ist in doppelschaltender Weise ausgeführt und weist
ein Verschließglied auf, das sich in einem von zwei alternativen Ventilsitzen jeweils
in einer Schließposition befindet und dabei ein Verschließen der Einspritzdüse bewirkt.
In einer Mittelstellung zwischen den beiden Ventilsitzen nimmt das Verschließglied
hingegen eine Öffnungsposition ein.
[0004] Zur Überführung des Verschließglieds von einer Schließposition in die Öffnungsposition
oder von der Öffnungsposition in eine der Schließpositionen ist das Verschließglied
über einen piezoelektrischen Aktor antreibbar. Dazu wird beispielsweise der piezoelektrische
Aktor auf eine Ansteuerspannung aufgeladen, die vom Druck im Common-Rail-System abhängig
ist. Aufgrund der Ansteuerspannung dehnt sich der Aktor in Längsrichtung aus. Diese
Längenausdehnung wird über einen hydraulischen Koppler auf das Verschließglied übertragen,
so daß einerseits der vom Aktor erzeugbare Hub verstärkt wird und andererseits das
Verschließglied von einer möglichen statischen Temperaturdehnung des Aktors entkoppelt
ist. Eine Aufladung des piezoelektrischen Aktors bewirkt somit über den hydraulischen
Koppler eine Überführung des Verschließgliedes zunächst von der ersten Schließposition
in die Öffnungsposition und sodann von der Öffnungsposition in die zweite Schließposition.
Hingegen bewirkt ein Entladen des piezoelektrischen Aktors infolge der damit verbundenen
Kontraktion in Längsrichtung über den hydraulischen Koppler eine Überführung des Verschließgliedes
zunächst von der zweiten Schließposition in die Öffnungsposition und sodann von der
Öffnungsposition in die erste Schließposition.
[0005] Durch den Bewegungsablauf des Verschließgliedes von einer zur anderen Schließposition
wird eine kurzzeitige Entlastung eines unter Hochdruck stehenden Ventilsteuerraumes
bewirkt, über dessen Druckniveau die Steuerung einer Ventilnadel in eine Öffnungs-
oder Schließstellung erfolgt. Befindet sich das Verschließglied somit in der Öffnungsposition
zwischen den beiden Schließpositionen, so erfolgt eine Kraftstoffeinspritzung in einen
dem Einspritzventil nachgeschalteten Verbrennungsraum.
[0006] Bei einer Ansteuerung des Aktors und somit bei einer Betätigung des Einspritzventils
wird infolge der im Hydraulikbereich herrschenden Druckverhältnisse ein Teil der im
Koppler befindlichen Flüssigkeit, also des dort befindlichen Kraftstoffs, über eine
Leckspalte aus dem Koppler herausgedrückt. Dieser Effekt ist besonders groß, wenn
das Verschließglied in der dem Hochdruckbereich zugewandten Schließposition gehalten
wird, da in diesem Fall die Gegenkraft durch den Druck im CR-System besonders hoch
ist.
[0007] Für eine ordnungsgemäße Funktionsweise des Einspritzventils, insbesondere für eine
bedarfsgerechte genaue Dosierung der einzuspritzenden Kraftstoffmenge, ist eine präzise
Positionierung des Verschließgliedes über die Ansteuerspannung erforderlich. Die Umsetzung
der Ansteuerspannung in eine Positionierung des Verschließgliedes, also in einen entsprechenden
Ventilhub, hängt dabei wesentlich vom Befüllungszustand des hydraulischen Kopplers
ab. Insbesondere ist eine möglichst vollständige (Wieder-) Befüllung des hydraulischen
Kopplers vor jeder Einspritzung und somit ein Ausgleich der genannten Leckageverluste
notwendig. Die Wiederbefüllung des hydraulischen Kopplers nach einer Einspritzung
erfolgt beim Einspritzventil gemäß der
DE 197 328 02 infolge eines hierfür geeigneten Systemdrucks von etwa 15 bar ebenfalls über die
Leckspalte, allerdings nur in der Zeit, in der der piezoelektrische Aktor nicht angesteuert
ist. Dementsprechend kann das Ergebnis der Wiederbefüllung nach einer Einspritzung,
je nach nachzufüllender Kraftstoffmenge und verfügbarem Zeitintervall, unterschiedlich
sein.
[0008] Beim aus der
DE 197 328 02 bekannten Einspritzventil wird jedoch in jedem Fall eine ordnungsgemäße Wiederbefüllung
des Kopplers zwischen zwei Einspritzungen vorausgesetzt, ohne daß dort eine Erfassung
einer möglichen Falsch- oder Nichtbefüllung vorgesehen wäre. Mit anderen Worten: ohne
weitere Überprüfung wird von einem in Abhängigkeit von der Ansteuerspannung genau
vorhersagbaren Ventilhub ausgegangen. Ein nicht oder nicht ausreichend wiederbefüllter
Koppler kann somit lediglich indirekt über Fehler infolge von fehlerhaften Einspritzungen,
wie beispielsweise Drehzahlschwankungen, ermittelt werden, ohne daß dabei eine eindeutige
Zuordnung zur Fehlerursache möglich wäre. Ein gezielter Korrektureingriff ist somit
bei diesem Einspritzventil nicht möglich, so daß nicht in allen Betriebszuständen
eine zuverlässige Kraftstoffeinsprizung erfolgt.
[0009] Aus der
WO 99/67527 ist ein Verfahren und eine Anordnung zum Steuern eines kapazitiven Aktors bekannt,
bei dem Energie auf den Aktor aufgebracht wird und ein Rückschluss auf ein Funktionieren
des Aktors oder eines Einspritzventils auf der Basis der auf den Aktor aufgebrachten
Energie und einem Vergleich zwischen einer Spannung des Aktors und Referenzwerten
gezogen wird.
[0010] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Betreiben eines
Kraftstoffeinspritzsystems mit einer Anzahl von Einspritzventilen, bei denen jeweils
ein piezoelektrischer Aktor über einen hydraulischen Koppler ein Verschließglied antreibt,
anzugeben, mit dem eine besonders zuverlässige Kraftstoffeinspritzung gewährleistet
ist. Zudem soll ein für die Durchführung des Verfahrens besonders geeignetes Kraftstoffeinspritzsystem
angegeben werden.
[0011] Bezüglich des Verfahrens wird diese Aufgabe erfindungsgemäß gelöst, indem nach einem
Aufladevorgang eines Aktors dessen Klemmenspannung überwacht und zur Bildung einer
Diagnoseaussage für das jeweilige Einspritzventil herangezogen wird, wobei die Diagnoseaussage
anhand des zeitlichen Abfalls der Klemmenspannung nach Beendigung des Aufladevorgangs
gebildet wird.
[0012] Zur Überwachung der Klemmenspannung wird nach Beendigung des Ladevorgangs des piezoelektrischen
Aktors dessen Spannungsversorgung abgekoppelt und stattdessen eine Spannungsmesseinrichtung
mit seinen Anschlussklemmen verbunden.
[0013] Die Erfindung geht von der Überlegung aus, dass das Kraftstoffeinspritzsystem hinsichtlich
der Kraftstoffeinspritzung besonders zuverlässig betrieben werden kann, indem eine
direkte und zeitnahe Überwachung des Ventilhubs der Einspritzventile vorgenommen wird.
Dazu wird zeitnah, also noch während oder unmittelbar nach dem aktuellen Einspritzzyklus,
für jedes Einspritzventil eine Diagnoseaussage bezüglich seines Ventilhubs gebildet.
Wie sich überraschenderweise herausgestellt hat, kann dazu als geeigneter Parameter,
auf dessen Grundlage die Diagnoseaussage gebildet wird, die zeitliche Entwicklung
der Klemmenspannung des jeweiligen Aktors vorgesehen sein. Während der Ladephase baut
sich nämlich im hydraulischen Koppler ein Druck auf, der auch nach Beendigung des
Ladevorgangs auf den piezoelektrischen Aktor zurückwirkt und in diesem bei abgetrennter
Spannungsversorgung eine für die Druckverhältnisse im Koppler und demzufolge auch
für die Umsetzung der Ansteuerspannung in Ventilhub charakteristische Piezo-Spannung
erzeugt. Die Klemmenspannung am piezoelektrischen Aktor kann somit ohne das Erfordernis
eines weiteren Sensors als Meßparameter für das Ventilverhalten hinsichtlich der Umsetzung
der Ansteuerspannung in Ventilhub herangezogen werden.
[0014] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0015] Erfindungsgemäß wird die überwachte Klemmenspannung zur Bildung einer Diagnoseaussage
über den Füllstand des Kopplers des jeweiligen Einspritzventils herangezogen. Der
Kopplerdruck seinerseits ist nämlich - bei unverändert gehaltenen weiteren äußeren
Bedingungen - abhängig vom im Koppler befindlichen Medium; so resultiert eine nur
teilweise Befüllung des Kopplers mit Kraftstoff (effektives Medium: Kraftstoff-Luft-Gemisch)
in anderen Druckverhältnissen als eine vollständige Befüllung des Kopplers mit Kraftstoff
als Medium. Somit ist die für die Druckverhältnisse im Koppler charakteristische Klemmenspannung
besonders günstig für die Füllstandsüberwachung heranziehbar.
[0016] Eine besonders zuverlässige Diagnoseaussage ist dabei erzielbar, indem diese erfindungsgemäß
anhand des zeitlichen Abfalls der Klemmenspannung nach Beendigung des Aufladevorgangs
gebildet wird. Nach Beendigung der Ladephase für den piezoelektrischen Aktor baut
sich nämlich der Druck im hydraulischen Koppler infolge abströmenden Mediums wieder
ab; dieser Druckabfall ist über die Überwachung der Klemmenspannung am Aktor in der
Form einer als Funktion der Zeit eintretenden Spannungsreduzierung nachweisbar. Diese
Spannungsreduzierung hängt in besonders ausgeprägtem Maße vom Befüllungsgrad im Koppler
ab: bei voll befülltem Koppler ist ein vergleichsweise ausgeprägter Spannungseinbruch
nachweisbar. Dagegen ist dieser Effekt bei nur teilweise befülltem Koppler deutlich
geringer, da in diesem Fall bereits bei der Aufladung nur Luft oder ein Luft-Kraftstoff-Gemisch
komprimiert wurde.
[0017] Zweckmäßigerweise wird die Diagnoseaussage dabei anhand eines Vergleichs der Differenz
aus einem ersten Meßwert für die Klemmenspannung unmittelbar nach Beendigung des Aufladevorgangs
und einem zweiten Meßwert für die Klemmenspannung nach Ablauf einer Wartezeit mit
einem Grenzwert gebildet. Für die Wartezeit kann dabei ein fester Wert von vorteilhafterweise
etwa 0,25 ms vorgegeben sein. Alternativ kann die Wartezeit aber auch in Abhängigkeit
von für den Einspritzzyklus charakteristischen Parametern wie beispielsweise der Ansteuerdauer
oder der Dauer einer Spritzpause zwischen zwei Einspritzungen gewählt werden. Insbesondere
kann die Wartezeit derart gewählt werden, daß der zweite Meßwert unmittelbar vor einem
folgenden Steuereingriff, beispielsweise einer Erhöhung der Ansteuerspannung, ermittelt
wird.
[0018] Wird eine Klemmenspannungsdifferenz oberhalb des Grenzwertes festgestellt, so wird
daraus auf einen voll befüllten und somit funktionstüchtigen Koppler geschlossen.
Ist die Klemmenspannungsdifferenz hingegen kleiner als der Grenzwert, so wird ein
Fehler des jeweiligen Kopplers festgestellt. In besonders günstiger Weise wird dabei
der Grenzwert aufgrund von charakteristischen Betriebseigenschaften des jeweiligen
Kopplers geeignet gewählt, wobei insbesondere als Grenzwert ein Spannungswert von
etwa 25 bis 30 V vorgegeben werden kann. Alternativ kann der Grenzwert auch von einer
zentralen Steuereinheit betriebspunktabhängig vorgegeben werden, wobei vorteilhafterweise
ein aus einer vorangegangenen Eichmessung gewonnenes Kennfeld zugrunde gelegt wird.
[0019] Bei Feststellung eines Fehlers ist durch Vergleich mit einem weiteren Grenzwert noch
eine Unterscheidung nach Auswirkungen des Fehlers möglich: unterschreitet die Klemmenspannungsdifferenz
auch einen zweiten, noch geringeren Grenzwert oder Minimalwert, so wird ein "fataler
Fehler" diagnostiziert, der beispielsweise eine sofortige Stillegung des Verbrennungsmotors
auslösen kann. Liegt die Klemmenspannungsdifferenz hingegen zwar unterhalb des ersten,
aber oberhalb des zweiten Grenzwertes, so wird ein einfacher Fehler diagnostiziert,
der zwar einen Weiterbetrieb des Verbrennungsmotors erlaubt, der aber für spätere
Diagnosezwecke in einem Bordspeicher hinterlegt wird.
[0020] Vorteilhafterweise wird die Diagnoseaussage unmittelbar für einen Korrektureingriff
in das Kraftstoffeinspritzsystem genutzt. Dabei wird insbesondere bei Feststellung
eines einfachen Fehlers anhand der Diagnoseaussage ein Sollwert für die Ansteuerspannung
des jeweiligen Aktors für einen nachfolgenden Einspritzzyklus vorgegeben, wobei der
Sollwert derart gewählt wird, dass sich trotz der festgestellten nicht ausreichenden
Befüllung des Kopplers nach Ansteuerung der vorgesehene Ventilhub ergibt.
[0021] Bezüglich des Kraftstoffeinspritzsystems wird die genannte Aufgabe gelöst, mit den
Merkmalen gemäß Anspruch 8.
[0022] Um die bei der zeitnahen Diagnose ermittelten Aussagen auch für spätere Anwendungen,
beispielsweise Inspektionen oder Überholungsmaßnahmen, vorzuhalten, ist die Diagnoseeinrichtung
zweckmäßigerweise mit einem Datenspeichermodul verbunden.
[0023] Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere darin, dass durch
die Auswertung der Klemmenspannung auf einfache Weise und ohne zusätzlichen konstruktiven
Aufwand eine zeitnahe und zuverlässige Diagnose und Funktionsüberwachung jedes einzelnen
Einspritzventils ermöglicht ist. Das Kraftstoffeinspritzsystem kann somit besonders
zuverlässig betrieben werden, wobei bei geringfügigeren Abweichungen sofort Korrekturmaßnahmen,
beispielsweise hinsichtlich einer Nachführung der Ansteuerspannung für jeden Aktor,
vorgenommen werden können.
[0024] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird anhand einer Zeichnung näher erläutert.
Darin zeigen:
- Figur 1
- ein Einspritzventil eines Kraftstoffeinspritzsystems,
- Figur 2
- schematisch ein Kraftstoffeinspritzsystem mit einer Anzahl von Einspritzventilen nach
Figur 1, und
- Figuren 3a und 3b
- jeweils ein Zeitdiagramm für eine Klemmenspannung.
[0025] Das Einspritzventil 1 nach Figur 1 weist einen piezoelektrischen Aktor 2 auf, der
eine Anzahl von hintereinandergeschalteten Piezoelementen 4 umfaßt. Der Aktor 2 ist
einerseits mit einer Gehäusewand 6, durch die Anschlußklemmen 7 des Aktors 2 hindurchgeführt
sind, und andererseits mit einem Stellkolben 8 kraftschlüssig verbunden. Der Stellkolben
8 schließt mit seiner vom Aktor 2 abgewandten Stirnfläche 9 einen hydraulischen Koppler
10 ab. Der hydraulische Koppler 10 wirkt seinerseits auf einen in einem Verbindungskanal
12 geführten Stellkolben 14, an dessen vom Koppler 10 abgewandtem Ende ein Verschließglied
16 angeordnet ist. Dieses ist als doppelt schließendes Steuerventil ausgebildet. Es
verschließt in einer ersten Schließposition, die einer Ruheposition des Aktors 2 entspricht,
einen ersten Ventilsitz 18 eines Ventilraumes 20. In einer zweiten Schließposition,
die einer maximalen Ansteuerung des Aktors 2 entspricht, verschließt das Verschließglied
16 hingegen einen zweiten Ventilsitz 22 des Ventilraums 20.
[0026] Über einen Durchlaß im zweiten Ventilsitz 22 ist der Ventilraum 20 mit einem Führungskanal
24 verbunden, der eingangsseitig über ein Anschlußstück 26 an einen nicht dargestellten
Druckkanal eines Common-Rail-Kraftstoffversorgungssystems eines Kraftfahrzeugs angeschlossen
ist. Im Führungskanal 24 ist eine Düsennadel 28 angeordnet, die einen Kraftstoffauslauf
30 eines vom Anschlußstück 26 abzweigenden Kraftstoffkanals 32 abhängig von einer
über die Anschlußklemmen 7 an den Aktor 2 angelegten Ansteuerspannung Ua freigibt
oder verschließt. Zur Einstellung funktionsgerechter Druckverhältnisse beim Betrieb
des Einspritzventils 1 sind das Anschlußstück 26 mit einer Zulaufdrossel 34 und der
Führungskanal 24 mit einer Ablaufdrossel 36 versehen.
[0027] Das Einspritzventil 1 ist, gemeinsam mit weiteren Einspritzventilen 1, Teil eines
Kraftstoffeinspritzsystems 40, wie es schematisch in Figur 2 dargestellt ist. Dabei
sind die Einspritzventile 1, von denen in Figur 2 der Übersichtlichkeit halber nur
vier dargestellt sind, kraftstoffseitig an eine gemeinsame Versorgungsleitung 42 angeschlossen.
Die Anzahl der für das Kraftstoffeinspritzsystem 40 vorgesehenen Einspritzventile
ist dabei abhängig von den weiteren Erfordernissen der zu versorgenden Brennkraftmaschine,
insbesondere kann ein Einspritzventil 1 für jeden zu bespeisenden Zylinder vorgesehen
sein.
[0028] Zur elektrischen Ansteuerung der Einspritzventile 1 umfaßt das Kraftstoffversorgungssystem
40 eine zentrale Steuereinheit 44. Diese wiederum weist ein Ansteuermodul 46 auf,
das über Leitungen 48 mit den Anschlußklemmen 7 der Einspritzventile 1 abschaltbar
verbunden ist. Weiterhin umfaßt die Steuereinheit 44 eine Diagnoseeinheit 50, die
an eine Anzahl von den Einspritzventilen 1 jeweils zugeordneten und mit deren Anschlußklemmen
7 verbundenen Spannungsmeßeinrichtungen 52 angeschlossen ist. Zudem weist die Steuereinheit
44 ein Datenspeichermodul 54 auf.
[0029] Beim Betrieb des Kraftstoffversorgungssystems 40 legt die Steuereinheit 44 in einem
Einspritzzyklus über das Ansteuermodul 46 eine Ansteuerspannung Ua an die Anschlußklemmen
7 jedes Einspritzventils 1 an. In Abhängigkeit von dieser Ansteuerspannung Ua dehnt
sich der Aktor 2 des angesteuerten Einspritzventils 1 in seiner Längsrichtung aus,
so daß sich der Stellkolben 8 in Richtung des hydraulischen Kopplers 10 bewegt. Infolge
der dadurch bewirkten Druckerhöhung im Koppler 10 bewegt sich auch der Stellkolben
14 mit dem daran angeordneten Verschließglied 16 in Richtung auf den zweiten Ventilsitz
22 zu.
[0030] Über die Versorgungsleitung 42 herrscht im Anschlußstück 26 jedes Einspritzventils
26 ein hoher Druck, der bei einem Common-Rail-System beispielsweise zwischen 200 und
1800 bar betragen kann. Dieser Druck wirkt gegen die Düsennadel 28 und hält sie geschlossen,
so daß durch den Kraftstoffauslauf 30 kein Kraftstoff austreten kann. Wenn aber nun
infolge der an den Aktor 2 angelegten Steuerspannung Ua das Verschließglied 16 vom
ersten Ventilsitz 18 zum zweiten Ventilsitz 22 oder umgekehrt bewegt wird, dann baut
sich der Druck im Hochdruckbereich des Führungskanals 24 ab, so daß die Düsennadel
28 in Richtung auf den Ventilraum 20 zurückweicht und den Kraftstoffauslauf 30 freigibt.
In diesem Fall erfolgt eine Kraftstoffeinspritzung in den zugeordneten Zylinder.
[0031] Über Leckspalte wird bei der Bewegung des Stellkolbens 14 ein Teil des im hydraulischen
Koppler 10 befindlichen Mediums oder Kraftstoffs herausgedrückt. Für einen bestimmungsgemäßen
Zusammenhang zwischen Ansteuerspannung Ua und eingespritzter Kraftstoffmenge ist jedoch
eine ordnungsgemäße Befüllung des hydraulischen Kopplers 10 erforderlich. Daher ist
zwischen zwei Einspritzungen eine Wiederbefüllung des jeweiligen Kopplers 10 über
einen nicht dargestellten Kanal vorgesehen.
[0032] Zur Überprüfung, ob die Koppler 10 der Einspritzventile 1 auch tatsächlich ordnungsgemäß
wiederbefüllt wurden, ist das Kraftstoffeinspritzsystem 40 derart ausgelegt, daß eine
direkte und zeitnahe Überwachung aller Koppler 10 der Einspritzventile 1 vorgenommen
wird. Dazu wird zeitnah, also noch während oder unmittelbar nach dem aktuellen Einspritzzyklus,
für jedes Einspritzventil 1 eine Diagnoseaussage bezüglich des jeweiligen hydraulischen
Kopplers 10 gebildet.
[0033] Zur Bildung dieser Diagnoseaussage wird nach erfolgtem Ladevorgang des Aktors 2 des
jeweiligen Einspritzventils 1 das Ansteuermodul 46 von den Anschlußklemmen 7 des Aktors
2 getrennt. Statt des Ansteuermoduls 46 wird an die Anschlußklemmen 7 des Aktors 2
die zugehörige Spannungsmeßeinrichtung 52 angeschlossen, deren Meßdaten an die angeschlossene
Diagnoseeinheit 50 ausgegeben werden. Somit erfolgt in dieser Phase eine Überwachung
der Klemmenspannung Uk des Aktors 2 als Funktion der verstreichenden Zeit. Aus dem
zeitlichen Verhalten der Klemmenspannung Uk wird dabei in der Diagnoseeinheit 50 eine
Diagnoseaussage über den Befüllungsgrad des Kopplers 10 des jeweiligen Einspritzventils
1 gebildet.
[0034] Wie sich nämlich herausgestellt hat, baut sich nach Beendigung der Ladephase für
den piezoelektrischen Aktor 2 der Druck im hydraulischen Koppler 10 infolge abströmenden
Mediums wieder ab; dieser Druckabfall ist über die Überwachung der Klemmenspannung
Uk am Aktor 2 in der Form einer als Funktion der Zeit eintretenden Reduzierung der
Klemmenspannung Uk nachweisbar. Das Ausmaß dieses zeitlichen Abfalls der Klemmenspannung
Uk ist dabei auch abhängig vom sogenannten Übersetzungsverhältnis im Koppler 10, also
dem Verhältnis aus dem erzeugbaren Hub des Verschließgliedes 16 zu der auf den Koppler
10 einwirkenden Längenänderung des Aktors 2. Wie aus den Figuren 3a (zeitlicher Abfall
der Klemmenspannung Uk bei voll befülltem Koppler 10) und 3b (zeitlicher Abfall der
Klemmenspannung Uk bei nicht ausreichend befülltem Koppler 10) ersichtlich ist, hängt
die Reduzierung der Klemmenspannung Uk zudem in besonders ausgeprägtem Maße vom Befüllungsgrad
im Koppler 10 ab: bei voll befülltem Koppler 10 ist ein vergleichsweise ausgeprägter
Spannungseinbruch von gemäß Figur 3a etwa 50 V nachweisbar. Dagegen ist dieser Effekt
bei nur teilweise befülltem Koppler 10 deutlich geringer und beträgt gemäß Figur 3b
nur etwa 15 V.
[0035] Aus der Überwachung der Klemmenspannung Uk am Aktor 2 wird somit in der Diagnoseeinheit
50 für das jeweilige Einspritzventil 1 auf folgende Weise eine Diagnoseaussage gebildet:
nach erfolgter Ladephase des Aktors 2 wird die Klemmenspannung Uk gemessen. Nach einer
Wartezeit von beispielsweise etwa 0,25 ms wird die Klemmenspannung Uk erneut gemessen.
Sodann wird die Differenz beider Meßwerte gebildet und mit einem Grenzwert verglichen.
Im Ausführungsbeispiel ist dafür ein fester Grenzwert von etwa 30 V vorgegeben; alternativ
kann aber auch ein betriebspunktabhängiger Grenzwert aus einem durch vorherige Eichung
gewonnenen, im Datenspeichermodul 54 hinterlegten Kennfeld zugrundegelegt werden.
Die Wartezeit ist dabei derart gewählt, daß die Messung der Klemmenspannung Uk unmittelbar
vor einem darauffolgenden Steuereingriff, nämlich vor einer weiteren Anhebung der
Klemmspannung Uk, erfolgt.
[0036] Ist die ermittelte Differenz der Klemmenspannungen Uk größer als der Grenzwert, so
wird als Diagnose auf eine ordnungsgemäße Wiederbefüllung des Kopplers 10 geschlossen;
keine weitere Maßnahme wird eingeleitet.
[0037] Ist die ermittelte Differenz der Klemmenspannungen Uk jedoch kleiner als der Grenzwert,
so wird als Diagnose auf eine mangelhafte Wiederbefüllung des Kopplers 10 geschlossen.
In diesem Fall wird ein weiterer Vergleich der Differenz der Klemmenspannungen Uk
mit einem zweiten Grenzwert oder Minimalwert vorgenommen. Durch diesen Vergleich wird
noch eine Unterscheidung nach Auswirkungen des Fehlers vorgenommen: unterschreitet
die Differenz der Klemmenspannungen Uk auch den zweiten, noch geringeren Grenzwert
oder Minimalwert, so wird ein "fataler Fehler" diagnostiziert, der beispielsweise
eine sofortige Stillegung des Verbrennungsmotors auslöst. Liegt die Differenz der
Klemmenspannungen Uk hingegen zwar unterhalb des ersten, aber oberhalb des zweiten
Grenzwertes, so wird ein einfacher Fehler diagnostiziert, der zwar einen Weiterbetrieb
des Verbrennungsmotors erlaubt, der aber für spätere Diagnosezwecke in dem Datenspeichermodul
54 hinterlegt wird.
[0038] Bei Feststellung eines einfachen Fehlers in der Diagnoseeinheit 50 wird zudem ein
Sollwert für die Ansteuerspannung Ua des jeweiligen Aktors 2 für einen nachfolgenden
Einspritzzyklus vorgegeben, wobei der Sollwert derart gewählt wird, daß sich trotz
der festgestellten nicht ausreichenden Befüllung des Kopplers 10 nach einer Ansteuerung
der vorgesehene Ventilhub ergibt.
1. Verfahren zum Betreiben eines Kraftstoffeinspritzsystems (40) mit einer Anzahl von
Einspritzventilen (1), bei denen jeweils ein piezoelektrischer Aktor (2) über einen
hydraulischen Koppler (10) ein Verschließglied (16) treibt, wobei nach einem Aufladevorgang
des Aktors (2) dessen Klemmenspannung (Uk) überwacht und zur Bildung einer Diagnoseaussage
über den Füllstand des Kopplers (10) des jeweiligen Einspritzventil (1) herangezogen
wird, und wobei die Diagnoseaussage anhand des zeitlichen Abfalls der Klemmenspannung
(Uk) nach Beendigung des Aufladevorgangs gebildet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem die Differenz zwischen der unmittelbar nach Beendigung
des Aufladevorgangs gemessenen Klemmenspannung (Uk) und der nach Ablauf einer vorgebbaren
Wartezeit gemessenen Klemmenspannung (Uk) mit einem Grenzwert verglichen wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, bei dem in Abhängigkeit von der Differenz zwischen der
unmittelbar nach Beendigung des Aufladevorgangs gemessenen Klemmenspannung (Uk) und
der nach Ablauf einer vorgebbaren Wartezeit gemessenen Klemmenspannung (Uk) ein Sollwert
für die Ansteuerspannung (Ua) des jeweiligen Aktors (2) für einen nachfolgenden Einspritzzyklus
vorgegeben wird.
4. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3, bei dem als Wartezeit eine Zeit von etwa 0,25 ms,
gerechnet von der Beendigung des Aufladevorgangs an, gewählt wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 4, bei dem als Grenzwert ein fester Spannungswert
von etwa 25 bis 30 V vorgegeben wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 4, bei dem als Grenzwert ein betriebspunktabhängiger
Spannungswert vorgegeben wird, der aus einem anhand einer vorherigen Eichung ermittelten
Kennfeld abgeleitet wird.
7. Kraftstoffeinspritzsystem (40) mit einer Anzahl von Einspritzventilen (1), bei denen
jeweils ein piezoelektrischer Aktor (2) über einen hydraulischen Koppler (10) ein
Verschließglied (16) treibt, wobei der Aktor (2) jedes Einspritzventils (1) mit einer
zugeordneten Spannungsmesseinrichtung (52) verbunden ist, die ihrerseits ausgangsseitig
an eine Diagnoseeinheit (50) angeschlossen ist und wobei die Diagnoseeinheit eine
Diagnoseaussage über den Füllstand des Kopplers (10) für das jeweilige Einspritzventil
(1) anhand eines zeitlichen Abfalls einer Klemmenspannung (Uk) des Aktors (2) nach
Beendigung des Aufladevorgangs bildet.
8. Kraftstoffeinspritzsystem (40) nach Anspruch 7, dessen Diagnoseeinheit (50) mit einem
Datenspeichermodul (54) verbunden ist.
1. Method for operating a fuel injection system (40) having a number of injection valves
(1), in which in each case one piezoelectric actuator (2) drives a closure element
(16) by means of a hydraulic coupler (10), wherein after a process for charging the
actuator (2), the actuator's (2) terminal voltage (Uk) is monitored, and is used to
form diagnostic information about the filling level of the coupler (10) of the respective
injection valve (1), and wherein the diagnostic information is formed by reference
to the decay of the terminal voltage (Uk) over time after the charging process ends.
2. Method according to Claim 1, in which the difference between the terminal voltage
(Uk) which is measured directly after the charging process ends and the terminal voltage
(Uk) which is measured after a predefinable waiting time has expired is compared with
a limiting value.
3. Method according to Claim 2, in which a setpoint value for the actuation voltage (Ua)
of the respective actuator (2) is predefined for a subsequent injection cycle as a
function of the difference between the terminal voltage (Uk) which is measured directly
after the charging process ends and the terminal voltage (Uk) which is measured after
a predefinable waiting time expires.
4. Method according to Claim 2 or 3, in which a time of approximately 0.25 ms, calculated
from the start of the charging process, is selected as the waiting time.
5. Method according to one of Claims 2 to 4, in which a fixed voltage value of approximately
25 to 30 V is predefined as a limiting value.
6. Method according to one of Claims 2 to 4, in which a voltage value which is dependent
on the operating time and is derived from a characteristic diagram which is determined
by reference to a previous calibration is predefined as a limiting value.
7. Fuel injection system (40) having a number of injection valves (1) in which in each
case one piezoelectric actuator (2) drives a closure element (16) by means of a hydraulic
coupler (10), wherein the actuator (2) of each injection valve (1) is connected to
an assigned voltage measuring device (52) which is itself connected at the output
end to a diagnostic unit (50), and wherein the diagnostic unit form is diagnostic
information about the filling level of the coupler (10) for the respective injection
valve (1) by reference to a decay in a terminal voltage (Uk) of the actuator (2) over
time after a process of charging the actuator (2) ends.
8. Fuel injection system (40) according to Claim 7, whose diagnostic unit (50) is connected
to a data memory module (54).
1. Procédé de gestion d'un système (40) d'injection de carburant qui présente plusieurs
soupapes d'injection (1) dans lesquelles au moins un actionneur piézoélectrique (2)
entraîne un élément de fermeture (16) par l'intermédiaire d'un accoupleur hydraulique
(10),
dans lequel, après une opération de charge de chaque actionneur (2), sa tension aux
bornes (Uk) est surveillée et est utilisée pour former une conclusion de diagnostic
sur l'état de remplissage de l'accoupleur (10) de chaque soupape d'injection (1) et
dans lequel la conclusion de diagnostic est formée à l'aide de la diminution de la
tension aux bornes (Uk) au cours du temps après que l'opération de charge s'est terminée.
2. Procédé selon la revendication 1, dans lequel la différence entre la tension aux bornes
(Uk) mesurée immédiatement après la fin de l'opération de charge et la tension aux
bornes (Uk) mesurée après qu'une durée prédéterminée d'attente s'est écoulée est comparée
à une valeur limite.
3. Procédé selon la revendication 2, dans lequel, en fonction de la différence entre
la tension aux bornes (Uk) mesurée immédiatement après la fin de l'opération de charge
et la tension aux bornes (Uk) mesurée après qu'une durée d'attente prédéterminée s'est
écoulée, une valeur de consigne de la tension de commande (Ua) de chaque actionneur
(2) pour un cycle d'injection suivant est prédéterminée.
4. Procédé selon les revendications 2 ou 3, dans lequel la durée d'attente sélectionnée
est une durée d'environ 0,25 ms calculée à partir de la fin de l'opération de charge.
5. Procédé selon l'une des revendications 2 à 4, dans lequel la valeur limite prédéterminée
est une valeur fixe de tension d'environ 25 à 30 V.
6. Procédé selon l'une des revendications 2 à 4, dans lequel la valeur limite prédéterminée
est une valeur de tension qui dépend du point de fonctionnement et qui est déduite
d'un champ de caractéristiques déterminé à l'aide d'un étalonnage préalable.
7. Système (40) d'injection de carburant qui présente plusieurs soupapes d'injection
(1) dans chacune desquelles un actionneur piézoélectrique (2) entraîne par l'intermédiaire
d'un accoupleur hydraulique (10) un organe de fermeture (16), l'actionneur (2) de
chaque soupape d'injection (1) étant relié à un système associé (52) de mesure de
tension dont la sortie est raccordée à une unité de diagnostic (50), l'unité de diagnostic
formant une conclusion de diagnostic sur l'état de remplissage de l'accoupleur (10)
de chaque soupape d'injection (1) à l'aide de la diminution de la tension aux bornes
(Uk) de l'actionneur (2) au cours du temps après que l'opération de charge s'est terminée.
8. Système (40) d'injection de carburant selon la revendication 7, dont l'unité de diagnostic
(50) est reliée à un module (54) de mémoire de données.