[0001] Die Erfindung befaßt sich mit einem Druckbehältnis, insbesondere in Form einer Dose,
zur Aufbewahrung und dosierten Abgabe zähflüssiger, höherviskoser und unter Druck
stehender Produkte mit einem verschließbaren Ventil.
[0002] Derartige Druckbehältnisse sind zur Aufbewahrung und dosierten Abgabe von beispielsweise
zu zerstäubenden Flüssigkeiten als Spraydosen bekannt, wobei an der Oberseite ein
Druckventil vorgesehen ist, das nach dem Niederdrücken eine Verbindung zwischen dem
unter Druck stehenden Doseninneren und einem Zerstäubungsventil herstellt. Bei Flüssigkeiten
oder Aerosolen genügt dabei ein sehr kleiner Öffnungsquerschnitt, um ein zufriedenstellendes
Ausströmen zu gewährleisten. Auch ist es bei derartigen Spraydosen möglich, bei einer
Druckbefüllung mit beispielsweise 10 bar, dem eigentlichen Ventil ein Druckminderventil
vorzuschalten, um die Bedienkräfte gering zu halten. Probleme bei derartigen Druckbehältnissen
mit einem gewöhnlich unterhalb eines Liters liegenden Füllvolumens und integriertem
Ventil treten dann auf, wenn zähflüssige, höherviskose Produkte, wie z. B. Speiseeis,
Saucen oder auch technische Produkte, wie z. B. Fugendichtungsmittel, in dem Druckbehältnis
aufbewahrt und durch Betätigen des Ventils dosiert abgegeben werden sollen. Aufgrund
der bei diesen Produkten zwangsläufig größeren Querschnittsfläche würde sich nämlich
bei einem herkömmlich aufgebauten Druckventil die Betätigungskraft erheblich erhöhen,
was insbesondere bei hohen Fülldrücken oder tiefgekühltem Behältnis mit der möglichen
Eisbildung an den Bewegungsflächen zu nicht mehr hinnehmbaren Bedienkräften führt.
Ferner führt der große Querschnitt in Verbindung mit einer Hubbewegung des Ventils
auch zu einer nicht unerheblichen Volumenminderung, die sich in einem eingeschränkten
Fassungsvermögen des Behältnisses bemerkbar macht.
[0003] Sofern bei Hubventilen im Bereich der Führungsflächen aus Kostengründen bevorzugte
Kunststoffteile Verwendung finden, ist ferner aufgrund der fertigungstechnisch bedingten
zwangsläufigen Konizität zylindrischer Flächen bei Kunststoffteilen auch mit einem
erhöhtem Spiel des Ventils in seiner geschlossenen Stellung zu rechnen.
[0004] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, ein Druckbehältnis mit integriertem
Ventil zu schaffen, das auch bei der Aufnahme zähflüssiger oder höherviskoser Produkte
ein leichter zu betätigendes Ventil aufweist.
[0005] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß das Ventil als Drehventil ausgebildet
und zwischen einer das Druckbehältnis druckdicht verschließenden und einer geöffneten
Ausgabestellung verstellbar ist.
[0006] Der Drehverschluß ermöglicht es, trotz eines Öffnungsquerschnittes des Ventils von
beispielsweise 10 - 15 mm, die Bedienkräfte gering zu halten, da der Doseninnendruck
kein Moment auf den drehbaren Ventilkörper ausüben kann. Auch bei einem vergleichsweise
hohen Innendruck des Behältnisses von beispielsweise 10 bar, wie er zum Austreiben
der zähflüssigen oder höherviskosen Produkte notwendig sein kann, entstehen keine
den Bedienungskomfort schmälernden höheren Kräfte.
[0007] Da durch die Öffnungsbewegung des Ventils keine Verminderung des Innenvolumens des
Behältnisses erfolgt, kann auch eine größere Produktmenge in dem Druckbehältnis zur
späteren Ausgabe aufgenommen werden.
[0008] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, daß das Ventil
gegen die Kraft einer Rückstellfeder in seine Ausgabestellung verstellbar ist. Die
Rückstellfeder dient dazu, das Ventil nach dem Loslassen selbsttätig wieder in seine
Schließstellung zurückzuführen, um eine unerwünschte, überschüssige Abgabe von Produktinhalt
aus dem Behältnis zu vermeiden. Zudem ermöglicht die Rückstellfeder eine Betätigungscharakteristik
des Ventils mit steigendem Widerstand in Öffnungsrichtung, wie sie die Verbraucher
von Druckventilen bei herkömmlichen Sprühdosen kennen, wodurch Fehlbedienungen vermieden
werden.
[0009] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, daß das
Ventil einen Ventileinsatz besitzt, der drehbar in einer Ausformung in der Behälter-wandung
oder in einem starr mit dem Behälter verbundenen Bauteil aufgenommen ist, wobei sich
wenigstens eine Eintrittsöffnung in dem Ventileinsatz in der Ausgabestellung in sich
deckender oder überlappender Lage mit einer Austrittsöffnung in dem Bauteil bzw. der
Behälterwandung befindet. Beispielsweise kann der Ventileinsatz in einem entsprechend
tiefgezogenen Ventilteller aufgenommen sein, wobei es denkbar ist, die wenigstens
eine Eintrittsöffnung des Ventileinsatzes in einer zylindrischen Außenfläche und die
Austrittsöffnung aus dem Behältnis in einer zylindrisch ausgebildeten Wandung des
Ventiltellers auszubilden oder alternativ die wenigstens eine Eintrittsöffnung des
Ventileinsatzes in der kreisförmigen Stirnfläche exzentrisch und entsprechend die
Austrittsöffnung aus dem Behälterinneren exzentrisch in der kreisförmigen Bodenfläche
des Ventiltellers vorzusehen.
[0010] In jedem Fall ermöglicht es die Anordnung eines Ventileinsatzes in dem Ventilteller
eines Behältnisses, die Fertigungskosten gering zu halten, da nur eine vergleichsweise
geringe Anzahl von Bauteilen zur Realisierung des Ausgabeventils notwendig ist. Der
Querschnittsdurchmesser der Durchtrittsöffnung des vorzugsweise aus Kunststoff gefertigten
Ventileinsatzes ist zweckmäßigerweise der Viskosität des in dem Behältnis aufzunehmenden
Produkts angepaßt und liegt in vielen Anwendungsfällen, wie z. B. bei einer Befüllung
mit tiefgekühltem Speiseeis, ungefähr im Bereich von 10 mm, wenn eine Eintrittsöffnung
vorgesehen ist. Da sich der Querschnitt der Eintrittsöffnung aufgrund der räumlichen
Vorgaben des Ventiltellers nicht ohne weiteres vergrößern läßt, kann es zur Erweiterung
des Durchtrittsquerschnittes sinnvoll sein, wenigstens eine weitere Eintrittsöffnung
in dem Ventileinsatz, beispielsweise der ersten Eintrittsöffnung diametral gegenüberliegend,
vorzusehen und auch das Ventil mit entsprechend wenigstens einer weiteren Austrittsöffnung
zu versehen. So kann man mit zwei Eintrittsöffnungen ein ausreichender Durchtrittsquerschnitt
bei einem auf ungefähr 15 mm vergrößerten Durchmesser der Durchtrittsöffnung des Ventileinsatzes
erreicht werden. Selbstverständlich kann der Durchmesser bei zwei Eintrittsöffnungen
auch kleiner oder größer als 15 mm, z. B. 10 mm, und bei einer Eintrittsöffnung auch
kleiner oder größer als 10 mm sein, z. B. 15 mm.
[0011] Der Halt des Ventileinsatzes in dem Ventilteller wird vorzugsweise dadurch gesichert,
daß in der zylindrischen Wandung des Ventiltellers radial nach innen weisende Ausformungen
vorgesehen sind, beispielsweise in der Form einer umlaufenden Sicke oder mehrerer
über den Umfang verteilter Einzelausformungen. Derartige Ausformungen lassen sich
nach der Montage des Ventileinsatzes in den Ventilteller ohne größeren Aufwand herstellen.
Es ist jedoch auch denkbar, den axialen Halt des Ventileinsatzes in dem Ventilteller
mit Hilfe eines separaten, mit dem Ventilteller oder dem Behälter verbundenen Bauteil
sicherzustellen, beispielsweise mit einem den Rand des Ventiltellers übergreifenden
und mit diesem verbundenen, z. B. verrasteten Schließdeckel.
[0012] Vorzugsweise ist als Rückstellfeder eine besonders geeignete Schraubenfeder vorgesehen,
deren eines Drahtende an dem Ventilelement und deren anderes Drahtende an einem mit
dem Behältnis verbundenen Bauteil, beispielsweise dem Ventilteller, festgelegt ist.
Die Festlegung an dem Ventilteller kann beispielsweise durch eine Ausformung oder
auch durch ein separat anzubringendes Bauteil erfolgen, wobei durch das Bauteil bzw.
die Ausformung auch ein Drehanschlag für den Ventileinsatz ausgebildet sein kann.
[0013] Um einen sicheren Schutz des Behältnisses vor Austreten der Füllung bei in Schließstellung
befindlichem Ventil zu gewährleisten, ist vorzugsweise ein Dichtungselement vorgesehen,
das in der Schließstellung die zugehörige Austrittsöffnung des Behältnisses gegen
die entsprechende Eintrittsöffnung in dem Ventileinsatz abdichtet. Je nach Ausführungsform
kann dieses Dichtelement oder ein weiteres Dichtelement in der Ausgabestellung den
Durchtrittsquerschnitt zwischen den beiden Öffnungen gegen den Zwischenraum zwischen
dem Ventileinsatz und dem Behältnis abdichten. Durch eine derartige Abdichtung wird
vermieden, daß sich das zähflüssige Produkt in dem Spalt zwischen den zueinander bewegten
Flächen festsetzen kann, wodurch mit der Zeit die Betätigungskräfte ansteigen könnten
oder auch die Dichtwirkung von Dichtelementen, die das unerwünschte Austreten des
Doseninhaltes durch das Ventil oder an dessen Fugen verhindern, beeinträchtigt werden
könnte.
[0014] Vorzugsweise ist dabei pro Öffnung ein einziges, einstückig ausgebildetes Dichtelement
vorgesehen, das einerseits in der Schließstellung die Eintrittsöffnung des Ventileinsatzes
gegen die Austrittsöffnung des Behältnisses und im übrigen den Zwischenraum zwischen
dem Ventileinsatz und dem Behältnis bzw. dem Ventilteller gegen das Behälterinnere
abdichtet.
[0015] Eine bevorzugte Ausführungsform des Dichtelements sieht vor, daß dieses an dem Ventileinsatz
festgelegt ist und eine ovale Grundform mit zwei in Umfangsrichtung nebeneinanderliegenden,
kreisförmigen Öffnungen besitzt. Die Festlegung an den Venfileinsatz kann mit Hilfe
entsprechend ausgebildeter Nuten erfolgen. Alternativ ist es denkbar, das Dichtmaterial
auf die Außenfläche des Ventileinsatzes auszutragen, z.B. durch Aufspritzen oder Aufsprühen.
[0016] Eine derartige Ausbildung des Dichtelements erlaubt es, bei vergleichsweise einfach
herzustellender Form alle notwendigen Abdichtungen vorzunehmen.
[0017] Zur Verbesserung der Abdichtung des Dichtelements sind vorzugsweise um die eingeschlossenen
Öffnungen Dichtlippen zur Anlage an der Wandung des Behältnisses bzw. des Ventiltellers
vorgesehen, wobei zwei weitere Dichtlippen die beiden kreisförmigen Dichtlippen im
Abstand von deren Durchmesser verbinden. Die beiden geradlinigen, die beiden kreisförmigen
Dichtlippen tangential verbindenden Dichtlippen haben die Aufgabe, in einer Übergangsstellung
zwischen der Schließstellung und der Ausgabestellung des Ventils ein Eindringen des
zähflüssigen Inhaltes in den Spalt zwischen dem Ventileinsatz und der feststehenden
Wandung zu verhindern.
[0018] Eine besonders gute Dichtwirkung läßt sich dadurch erreichen, daß die Dichtlippen
im Querschnitt asymmetrisch mit ihren Anlagekanten zu der eingeschlossenen Öffnung
hinweisend ausgebildet sind.
[0019] Gegenstand der Erfindung ist auch ein Ventilteller, der zur Bildung eines erfindungsgemäßen
Druckbehältnisses mit dem Drehventil vormontiert ist.
[0020] Nachfolgend wird anhand der beigefügten Zeichnungen näher auf Ausführungsbeispiele
der Erfindung eingegangen. Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Längsschnitt eines Drehventils in der Ausgabestellung;
- Fig. 2
- einen Querschnitt des Drehventils längs der Linie A-A gemäß Fig. 1 in der Schließstellung;
- Fig. 3
- einen Querschnitt des Drehventils längs der Linie B-B gemäß Fig. 1;
- Fig. 4
- eine Einzelteilansicht des Dichtelements des Drehventils gemäß Fig. 1;
- Fig. 5
- einen Längsschnitt des Dichtelements gemäß Fig. 5;
- Fig. 6
- eine vergrößerte Einzelheit X aus Fig. 1 zur Verdeutlichung der Einbaulage des Dichtelements
nach Fig. 4;
- Fig. 7
- eine weitere Ausführungsform eines Ventiltellers zur Bildung eines Drehventils ähnlich
Fig. 1;
- Fig. 8
- einen Längsschnitt einer weiteren Ausführungsform eines Druckventils;
- Fig. 9
- einen Querschnitt des Drehventils gemäß Fig. 8 in der Ausgabestellung.
[0021] In Fig. 1 ist ein Ventil 10 zum Einsatz an einem Druckbehältnis zur Aufnahme vorzugsweise
zähflüssiger, höherviskoser Produkte dargestellt. Das Ventil besteht dabei im wesentlichen
aus einem Ventileinsatz 12 und einem Ventilteller 14, der an seinem Rand 16 eine Bördelung
aufweist, mit welcher er druckdicht unter Zuhilfenahme einer Dichtscheibe gegen ein
im wesentlichen zylindrisches Behältergehäuse abdichtbar ist.
[0022] Der aus Feinblech oder Aluminium bestehende Ventilteller 14 ist napfförmig tiefgezogen
und verfügt in seinem zylindrischen Wandbereich 18 über eine kreisförmige Austrittsöffnung
20, durch welche der Behälterinhalt zu dem Ventileinsatz 12 gelangen kann.
[0023] Der Ventileinsatz 12 gliedert sich in einen rohrförmigen oberen Abschnitt 22 und
einen zylindrisch verdickten Führungsabschnitt 24, dessen Außendurchmesser im wesentlichen
dem Innendurchmesser des zylindrischen Wandbereichs 18 des Ventiltellers 14 entspricht.
Innenseitig verfügt der Ventileinsatz 12 über einen Austrittskanal 26 mit einem Querschnitt
von ungefähr 10 mm, der im Bereich des Führungsabschnittes 24 rechtwinklig abknickt
und im Bereich einer Eintrittsöffnung 28 einen seitlichen Einlaß ermöglicht. Im Bereich
der Eintrittsöffnung 28 ist in einer geeignet ausgebildeten Nut 30 in dem Ventileinsatz
12 ein Dichtelement 32 aufgenommen, auf dessen genaue Formgebung und Funktion später
noch eingegangen wird. Das Dichtelement 32 wirkt abdichtend mit der Oberfläche des
Ventiltellers 14 zusammen.
[0024] Im Bereich der Stirnfläche des Führungsabschnitts 24, die an dem Boden des Ventiltellers
14 anliegt, verfügt der Führungsabschnitt 24 über eine ringförmige Aussparung 34,
in welcher eine Schraubenfeder 36 angeordnet ist, die mit einem ersten Drahtende 38
(siehe Fig. 3) in einer radialen Ausnehmung 40 des Ventileinsatzes 12 fußt, während
das zweite Drahtende 42 an einem an dem Ventilteller 14 festgelegten Anschlag 44 unter
Vorspannung abgestützt ist. Eine segmentartige Aussparung 46 im Stirnbereich des Führungsabschnitts
24 erlaubt dabei ein Verdrehen des Ventileinsatzes aus der Schließstellung (siehe
Fig. 2 und 3) in die Ausgabestellung (siehe Fig. 1), in welcher sich die Austrittsöffnung
20 in dem Ventilteller 14 mit der Eintrittsöffnung 28 des Ventileinsatzes 12 deckt.
Der Anschlag 44 begrenzt dabei direkt bzw. indirekt in beiden Stellungen die Drehbewegung
des Ventileinsatzes 12, wobei statt eines separaten Bauteils zur Bildung des Anschlages
44 auch eine entsprechende Ausformung in dem Ventilteller vorgesehen sein kann.
[0025] Um einen sicheren axialen Halt des Ventileinsatzes 12 in dem Ventilteller 14 zu gewährleisten,
ist eine Hülse 48 im Bereich der zylindrischen Wandung 18 des Ventiltellers festgelegt,
der einen axialen Halt für den Führungsabschnitt 24 darstellt und dessen Heraustreten
aus dem Ventilteller verhindert. Anstatt des separaten Halteelements 48, das beispielsweise
mit dem Ventilteller verklebt ist, kann auch eine Ausführungsform des Ventiltellers
14 gemäß Fig. 7 mit einer nach innen gerichteten Sicke 49 im Bereich der Wandung 18
des Ventiltellers 14 vorgesehen sein, die den axialen Halt für den Führungsabschnitt
24 des Ventileinsatzes 12 gegen Heraustreten darstellt.
[0026] In Fig. 4 bis 6 ist das Dichtelement 32 im Detail dargestellt. Es besteht aus einem
einstückigen ovalen Grundkörper 50, der eine erste kreisförmige Öffnung 52 und eine
zweite kreisförmige Öffnung 54 aufweist, die bezogen auf die Einbaulage in der Nut
30 des Ventileinsatzes 12 in Umfangsrichtung nebeneinanderliegen. Das Dichtelement
32 besteht aus einem geeigneten Elastomer.
[0027] Die Querschnittsform des Dichtelements ergibt sich aus dem in Fig. 5 dargestellten
Längsschnitt des Dichtelements 32. Um die beiden Öffnungen 52, 54 herum besitzt das
Dichtelement 32 zur Anlage an der Innenwandung des Ventiltellers 14 eine erste bzw.
zweite kreisförmige Dichtlippe 56 bzw. 58, deren asymmetrisch ausgebildete Anlagekanten
60, 62 jeweils zu den Öffnungen 52, 54 hinweisen. Zwischen den beiden kreisförmigen
Dichtlippen 56, 58 sind zwei geradlinige Dichtlippen 64, 66 ausgebildet, deren Abstand
gleich dem Durchmesser der Öffnungen 52, 54 entspricht und welche dem Raum zwischen
den beiden kreisförmigen Dichtlippen 56, 58 tangential an die Dichtlippen 56, 58 anliegend
begrenzen. Der Zwischenraum zwischen den geradlinigen Dichtlippen 64, 66 und den kreisförmigen
Dichtlippen 56, 58 kann dabei ausgefüllt oder offen sein.
[0028] In Fig. 6 ist der Einbau und die Abdichtwirkung des Dichtelements als vergrößerte
Einzelheit aus Fig. 1 dargestellt. In dieser Abbildung ist zu erkennen, daß das Dichtelement
32 in seinen in der Nut 30, die der Form des Dichtelements 32 angepaßt ist, sitzenden
Abschnitten einen trapezförmigen Querschnitt 68 besitzt, der im Ausgangszustand geringfügig
breiter als die Nut ausgebildet ist, so daß es infolge des Einführens des Dichtelements
32 zu einem Zusammendrücken des Elastomermaterials kommt und sich der trapezförmige
Querschnitt 68 in der Nut 30 verkeilt. Aus Fig. 6, in welcher das Dichtelement im
unverformten Zustand dargestellt ist, ist auch zu ersehen, daß die Dichtlippe im Bereich
der Anlagekante 62 durch die Wandung des Ventiltellers 14 elastisch nach innen gedrückt
wird, so daß sich eine besonders gute Anlage und damit eine gute Dichtwirkung ergeben.
[0029] In der in Fig. 1 dargestellten Ausgabestellung umschließt die kreisförmige Dichtlippe
56 um die erste kreisförmige Öffnung 52 die Austrittsöffnung 20 abdichtend, und verhindert
dadurch den Austritt von Füllmaterial. Wird nun das Ventilelement 12 von der Rückstellfeder
36 in seine in Fig. 2 im Querschnitt dargestellte Ruhelage verstellt, wird der Mittelsteg
des Dichtelements 32 über die Austrittsöffnung 20 bewegt, wobei die geradlinigen Dichtlippen
64, 66 verhindern, daß der Doseninhalt zwischen dem Führungsabschnitt 24 und der Wandung
des Ventiltellers 14 austreten kann. In der Schließstellung ist die Austrittsöffnung
20 durch die Dichtlippe 58 um die zweite kreisförmige Öffnung 54 abgedichtet, so daß
kein Material austreten kann. Die brillenartige Ausbildung des Dichtelementes sorgt
dafür, daß der Bereich zwischen dem Führungsabschnitt 24 und der Wandung des Ventiltellers
14 weitestgehend vor dem Eindringen von Füllmaterial des Behältnisses geschützt ist,
so daß ohne beispielsweise einen O-Ring über den Umfang der Außenfläche des Führungsabschnittes
24 eine gute Dichtwirkung erreicht wird und sich die Betätigungskräfte durch eindringendes
Material nicht erhöhen können.
[0030] An dem rohrförmigen oberen Abschnitt 22 kann zur Erleichterung des Öffnungsvorgangs
ein Hebel 70 oder Ähnliches angeordnet sein, der beispielsweise mit dem Rohrabschnitt
22 verbunden, beispielsweise verklebt ist.
[0031] In Fig. 8 ist eine weitere Ausführungsform eines Ventils 110 dargestellt, das wiederum
im wesentlichen aus einem in einem Ventilteller 114 sitzenden Ventileinsatz 112 besteht,
wobei der Ventilteller 114 einen Rand 116 mit einer Bördelung aufweist. Im Unterschied
zu der zuvor beschriebenen Ausführungsform verfügt der Ventilteller 114 in seinem
Wandbereich 118 jedoch über zwei sich diametral gegenüberliegende kreisförmige Austrittsöffnungen
120, 121. Entsprechend verfügt der Ventileinsatz 112 in seinem zylindrisch verdickten
Führungsabschnitt 124 über zwei Eintrittsöffnungen 128, 129, die mit den Austrittsöffnungen
120, 121 in Deckung gebracht werden können, wobei in geeignet ausgebildeten Nuten
130 in dem Ventileinsatz 112 Dichtelemente 32 aufgenommen sind, deren Formgebung und
Funktion den bei der zuvor beschriebenen Ausführungsform erläuterten Dichtelementen
32 entspricht.
[0032] Während der Durchmesser der Eintrittsöffnungen 128, 129 demjenigen der Eintrittsöffnung
des zuvor beschriebenen Ausführungsbeispiels entspricht, ist der Durchmesser des Austrittskanals
126 entsprechend der insgesamt vergrößerten Eintrittsquerschnittsfläche auf ungefähr
15 mm erweitert, so daß mit dieser beschriebenen Ausführungsform bei ansonsten gleichen
Druckverhältnissen ein erhöhter Volumenstrom ermöglicht wird, was beispielsweise bei
sehr zähen Materialien von Vorteil sein kann. Die in Fig. 8 und 9 dargestellte Ausführungsform
weist auch Unterschiede bezüglich der axialen Arretierung des Ventileinsatzes 112
an dem Ventilteller 114 sowie der Lage der ebenfalls vorgesehenen Schraubenfeder 136
als Rückstellfeder auf. So ist ein erstes Drahtende der Schraubenfeder 136 an dem
Ventileinsatz 112 und ihr zweites Drahtende drehfest an einem Schließdeckel 148 festgelegt,
der mit Hilfe einer den Rand 116 des Ventiltellers 114 übergreifenden und eingerasteten
Wandung 149 bezüglich dem Behältnis drehfest festgelegt ist.
[0033] Bedingt durch die unterschiedliche Art der Festlegung des Ventileinsatzes 112 an
dem Ventilteller ergibt sich auch ein unterschiedlicher Montageablauf. Während nämlich
bei der in Fig. 1 - 3 gezeigten Ausführungsform zunächst der Ventileinsatz 112 mit
dem Ventilteller 114 vormontiert wird und diese anschließend durch Umbördelung des
Randes 116 mit dem Behältnis verbunden wird, wird bei dem in Fig. 8 und 9 gezeigten
Ventil 110 zunächst der Ventilteller 114 mit dem Dosenkörper verbunden und abschließend
wird der vormontierte Ventileinsatz 112 mit Hilfe des Schließdeckels 148 auf dem umbördelten
Rand 116 des montierten Ventiltellers 114 verrastet.
[0034] Selbstverständlich sind weitere Abwandlungen der gezeigten Ausführungsformen denkbar.
So ist die Ausbildung des Ventileinsatzes 112 grundsätzlich unabhängig von der Wahl
der Befestigung, d. h. ein Ventileinsatz mit zwei Eintrittsöffnungen kann auch mit
Hilfe einer Sicke oder eines Halteelements im Ventilteller verankert werden, während
ein Einsatz mit nur einer Eintrittsöffnung selbstverständlich auch mit einem Schließdeckel
gemäß Fig. 8 und 9 am Ventilteller festgelegt werden kann. Sofern der Außenumfang
des Führungsabschnittes 124 des Ventileinsatzes 112 ausreichend ist, um auch noch
entsprechende Dichtelemente vorzusehen, können auch drei oder vier Eintrittsöffnungen
vorgesehen sein, beispielsweise mit verkleinertem Durchmesser.
1. Druckbehältnis, insbesondere in Form einer Dose, zur Aufbewahrung und dosierten Abgabe
zähflüssiger, höherviskoser, unter Druck stehender Produkte mit einem verschließbaren
Ventil (10; 110), dadurch gekennzeichnet, daß das Ventil (10; 110) als Drehventil (12; 112) ausgebildet und zwischen einer das
Druckbehältnis druckdicht verschließenden Schließstellung und einer geöffneten Ausgabestellung
verstellbar ist.
2. Druckbehältnis nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Ventil (10, 12; 110, 112) gegen die Kraft einer Rückstellfeder (36) in seine
Ausgabestellung verstellbar ist.
3. Druckbehältnis nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Ventil (10; 110) einen Ventileinsatz (12; 112) besitzt, der drehbar in einer
Ausformung in der Behälterwandung oder einem starr mit dem Behältnis verbundenen Bauteil
(14; 114) aufgenommen ist, wobei sich wenigstens eine Eintrittsöffnung (28; 128, 129)
in dem Ventileinsatz (12; 112) in der Ausgabestellung in einer sich deckenden oder
überlappenden Lage mit einer zugehörigen Austrittsöffnung (20; 120, 121) in dem Bauteil
(14; 114) bzw. der Behälterwandung befindet.
4. Druckbehältnis nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das den Ventileinsatz (12; 112) aufnehmende Bauteil ein Ventilteller (14; 114) einer
Druckdose mit einer zylindrischen Wandung (18; 118) ist, in welcher die wenigstens
eine Austrittsöffnung (20; 120, 121) des Behältnisses vorgesehen ist.
5. Druckbehältnis nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Ventileinsatz (12; 112) aus Kunststoff gefertigt ist und eine Durchtrittsöffnung
(26; 112) mit einem ungefähr 10 mm weiten Querschnitt bei einer Eintrittsöffnung (28)
oder ungefähr 15 mm weiten Querschnitt bei zwei Eintrittsöffnungen (28, 129) aufweist.
6. Druckbehältnis nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß in der zylindrischen Wandung des Ventiltellers (14) radial nach innen weisende Ausformungen,
z. B. in Form einer umlaufenden Sicke, vorgesehen sind, die einen axialen Halt für
einen zylindrischen Körper (24) des Ventileinsatzes (12) bilden.
7. Druckbehältnis nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß ein den Rand (116) des Ventiltellers (114) übergreifender und mit diesem verrasteten
oder in sonstiger geeigneter Weise verbundener Schließdeckel (148) vorgesehen ist,
der einen axialen Halt für den Ventileinsatz (112) in dem Ventilteller (114) bildet.
8. Druckbehältnis nach einem der Ansprüche 3 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß als Rückstellfeder eine vorgespannte Schraubenfeder (36; 136) vorgesehen ist, deren
erstes Drahtende (38) an dem Ventileinsatz (12; 112) und deren zweites Drahtende (42)
drehfest zu dem Behältnis festgelegt ist.
9. Druckbehältnis nach einem der Ansprüche 3 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens ein Dichtelement (32) vorgesehen ist, das in der Schließstellung die wenigstens
eine Austrittsöffnung (20; 120, 121) des Behältnisses gegen die zugeordnete Eintrittsöffnung
(28; 128, 129) des Ventileinsatzes (12) abdichtet.
10. Druckbehältnis nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß das wenigstens eine Dichtelement (32) oder ein zweites Dichtelement den Zwischenraum
zwischen dem Ventileinsatz (12; 112) und dem Behältnis (14; 114) gegen den Behälterinhalt
abdichtet.
11. Druckbehältnis nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß das wenigstens eine Dichtelement (32) gleichzeitig das zusätzliche Dichtelement durch
einstückige Ausbildung bildet.
12. Druckbehältnis nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß das wenigstens eine an dem Ventileinsatz (12, 30; 112, 130) festgelegte Dichtelement
(32) eine ovale Grundform mit zwei in Umfangsrichtung nebeneinanderliegenden kreisförmigen
Öffnungen (52, 54) besitzt.
13. Druckbehältnis nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß das wenigstens eine Dichtelement (32) um die eingeschlossenen Öffnungen (52, 54)
Dichtlippen (56, 58) zur Anlage an der Wandung (18; 118) des Ventiltellers (14; 114)
bzw. des Behältnisses aufweist, wobei zwei weitere Dichtlippen (64, 66) die beiden
kreisförmigen Dichtlippen (56, 58) in einem dem Durchmesser der Öffnungen (52, 54)
entsprechenden Abstand verbinden.
14. Druckbehältnis nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Dichtlippen (56, 58, 64, 66) im Querschnitt asymmetrisch mit ihren Anlagekanten
(60, 62) zu der jeweils eingeschlossenen Öffnung (52, 54) hinweisend ausgebildet sind.
15. Druckbehältnis nach einem der Ansprüche 9 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß das wenigstens eine Dichtelement (32; 132, 133) in einer oder mehreren Nuten (30)
in der Außenfläche des Ventileinsatzes (12; 112) sitzt.
16. Druckbehältnis nach einem der Ansprüche 9 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß das wenigstens eine Dichtelement auf den Ventileinsatz (12; 112) aufgetragen ist.
17. Druckbehältnis nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß es im Gebrauchszustand tiefgekühlt ist und unter einem Innendruck von wenigstens
anfänglich ungefähr 10 bar steht.
18. Ventilteller, der zur Bildung eines Druckbehältnisses nach Anspruch 1 mit einem Dosengehäuse
verbindbar ist und ein als Drehventil (12; 112) ausgebildetes Ventil (10; 110) aufweist,
das zwischen einer das Druckbehältnis druckdicht verschließenden Schließstellung und
einer geöffneten Ausgabestellung verdrehbar ist.