[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine mobile Füllanlage für Druckgasflaschen, mit einem
Speicher für kryogen verflüssigte Gase, wenigstens einer Pumpe und einer Füllstation
zum Anschluß an zu befüllende Druckgasflaschen.
[0002] In der DE 32 01 660 A1 ist eine mobile Flüssiggasversorgung beschrieben, bei welcher
ein Transport- und Lagerbehälter zur Versorgung von Propangasgroßverbrauchern mit
wechselndem Standort vorgesehen ist. Der Flüssiggastank ist hiebei auf einem Fahrzeug
gemeinsam mit einer Verdampferanlage angeordnet, sodaß ein mobiler Tankwagen für den
Anschluß an stationäre Verbraucher geschaffen wird. Eine Befüllung von Flaschen an
unterschiedlichen Standorten ist mit einer derartigen Einrichtung nicht möglich. Es
werden aufwendige sicherheitstechnische Vorkehrungen für einen Flüssiggastank und
eine Verdampferanlage auf einem gemeinsamen Fahrzeug, aus welcher in der Folge kontinuierlich
Propangas entnommen werden kann, beschrieben. Prinzipiell ersetzt eine derartige Flüssiggasversorgungseinrichtung
die entsprechend kleineren Druckgasflaschen, wobei unmittelbar für einen kurzfristigen
hohen Verbrauch, wie beispielsweise für Zeltbetriebe, Waffelbäckereien und Grillbetrieben,
die entsprechende Gasmenge kontinuierlich zur Verfügung gestellt werden kann.
[0003] Aus der US-A 5 762 119 ist eine mobile Füllanlage für Gasflaschen bekannt, bei welcher
kryogen verflüssigte Gase auf einem Sattelschlepper gemeinsam mit einem Verdampfer
und einer Druckpumpe bereitgestellt werden, sodaß unmittelbar verbraucherseitige Behälter
mit Druckgas gefüllt werden können. Das kryogen verflüssigte Gas wird zu diesem Zweck
verdampft und über den Kompressor bzw. die Pumpe in den jeweiligen Gastank abgefüllt.
Bei dieser Bauweise ist auf einem gemeinsamen Rahmen der Tank, die Pumpe und der Verdampfer
angeordnet, sodaß naturgemäß gleichfalls ein hohes Maß an Sicherheitsvorkehrungen
erforderlich ist, wobei zur Bereitstellung weiterer Gase die gesamte Anlage gemeinsam
mit dem Verdampfer und der Pumpe wiederum an den Ort der Befüllung mit kryogen verflüssigten
Gasen verfahren werden muß.
[0004] Eine ähnliche Ausbildung ist auch der DE 196 53 731 A1 zu entnehmen, welche eine
auf einem Kraftfahrzeug angeordnete Zapfanlage zur Befüllung von mobilen Gastanks
beschreibt. Bei dieser bekannten Einrichtung wird allerdings Druckgas aus Flaschen
über einen Verdichter an die Zapfsäule auf einem transportablen Traggestell gefördert,
wobei eine große Anzahl von relativ schweren Druckgasflaschen transportiert werden
muß und daher ein häufiger Austausch der Druckgasflaschen erforderlich ist. Eine Verdampfung
von Flüssiggasen ist bei einer derartigen Einrichtung nicht vorgesehen.
[0005] Die Erfindung zielt nun darauf ab, eine mobile Füllanlage für Gasflaschen zu schaffen,
mit welchen an Stellen, an welchen ein großer Bedarf an Gasflaschen bzw. Druckgasbehältern
besteht, unmittelbar technische Gase, wie beispielsweise Argon, Sauerstoff und Stickstoff,
einzeln oder Gemische davon vor Ort abgefüllt werden können, sodaß der aufwendige
Transport von schweren Druckgasflaschen über lange Strecken entfallen kann und eine
große Menge von Druckgasflaschen vor Ort ohne aufwendige Transportwege befüllt werden
kann. Die erfindungsgemäße Füllanlage soll hiebei vor allen Dingen auch alle sicherheitstechnischen
Erfordernisse erfüllen und die Transportwege und die Transportgewichte entsprechend
minimieren. Zur Lösung dieser Aufgabe besteht die mobile Füllanlage der eingangs genannten
Art im wesentlichen darin, daß der Speicher und die Füllstation als gesonderte Baueinheiten
ausgebildet sind und gesondert verfahrbar sind, daß die Füllstation wenigstens eine
Pumpe, einen Verdampfer und die Anschlüsse für die Flaschen aufweist und von einem
Fahrzeug absetzbar ausgebildet ist, wobei die Anschlüsse für die Druckgasflaschen
der Füllstation in eine Betriebslage unter Schaffung eines Freiraumes für Flaschen
oder Flaschenpaletten anhebbar oder schwenkbar sind, und daß der von der Füllstation
gesonderte Speicher über eine totraumfreie Kupplung und eine erste Leitung mit der
Füllstation verbindbar ist, und daß eine zweite absperrbare Leitung zwischen Füllstation
und Speicher in den Gasraum des Speichers mündet. Dadurch, daß Speicher und Füllstation
als gesonderte Baueinheiten ausgebildet sind und gesondert verfahrbar sind, kann an
denjenigen Stellen, an welchen ein hoher Bedarf an Druckgasflaschen besteht, kurzfristig
eine Füllstation errichtet werden, wobei das für die Abfüllung erforderliche Gas in
flüssiger Form gesondert bereitgestellt werden kann. Durch die gesonderte Bereitstellung
der Speicher und der Füllstation, welche jeweils gesondert verfahrbar sind, gelingt
es die Füllstation kurzfristig und mit geringstem Aufwand auf unterschiedliche technische
Gase umzustellen und den jeweiligen Bedürfnissen des Verbrauchers anzupassen, wobei
Transportwege lediglich für die entsprechenden Speicher für kryogen verflüssigte Gase,
welche gesondert verfahrbar sind, entstehen. Im Speicher für kryogen verflüssigte
Gase können die Gase unmittelbar von der Produktionsstätte, beispielsweise der Luftzerlegungsanlage,
zum Füllwerk in tiefkalt verflüssigter Form transportiert werden, wobei eine Umfüllung
in Lagertanks, wie dies bei konventionellen stationären Anlagen erforderlich wäre,
entfallen kann, da unmittelbar der mobile Speicher für den Betrieb der Füllstation
Verwendung findet. Es entfällt somit der gesonderte Umfüllvorgang der üblicherweise
mit einem Tankfahrzeug bereitgestellten flüssigen Gase in Lagertanks einer stationären
Anlage und es wird unmittelbar ein Speicher, welcher gesondert verfahrbar ist, für
die flexible Anpassung an die Bedürfnisse jeweils zu einer mobilen Füllanlage verbracht.
Ebenso wie bei stationären Anlagen wird bei der Befüllung der Aggregatszustand gewechselt,
wobei im Rahmen der mobilen Anlage gesonderte Fülllinien für jedes der einzelnen Hauptgase,
wie beispielsweise Argon, Sauerstoff und Stickstoff, entbehrlich sind, da der Wechsel
von einem Gas auf ein anderes oder die Mischung von Gasen unmittelbar durch Austausch
der Speicher unter vorheriger Spülung der mobilen Füllanlage erfolgen kann. Gemäß
der Erfindung wird somit die Füllanlage in funktionell gesonderte Einheiten, nämlich
den Speicher und die Füllstation oder einzelne Teile der Füllstation, unterteilt,
wodurch sicherheitstechnische Auflagen einfach und sicher erfüllt werden und aufgrund
des modularen Aufbaues beispielsweise verschiedene Pumpen und/oder Verdampfer mit
unterschiedlicher Leistung zum Einsatz gelangen können. Die mobile Füllstation ist
hiebei gemäß der Erfindung mit wenigstens einer Pumpe, einem Verdampfer und Anschlüssen
für die zu befüllenden Flaschen ausgestattet und von einem Fahrzeug absetzbar, wobei
es von Vorteil ist, daß diese mobile Füllstation mit einer Hubeinrichtung ausgebildet
ist, mit welcher die Füllstation von einer Transportposition in eine Betriebslage
unter Schaffung eines Freiraumes für Flaschen oder Flaschenpaletten anhebbar ist.
Auf diese Weise wird es auch mit der mobilen Füllanlage ebenso wie mit üblichen stationären
Anlagen möglich, gleichzeitig eine große Zahl von Flaschen zu füllen und diese beispielsweise
mit Flaschenpaletten jeweils unter die Füllstation zu verbringen, sodaß mit einem
einfachen Absenken der entsprechenden Füllanschlüsse eine Mehrzahl von Flaschen befüllt
werden kann. Dadurch, daß der von der Füllstation gesonderte Speicher über eine totraumfreie
Kupplung und eine erste Leitung mit der Füllstation verbindbar ist, gelingt es den
Spülaufwand für den Wechsel von einem technischen Gas auf ein anderes technisches
Gas wesentlich zu verringern und insbesondere Verunreinigungen der Speicher und der
Füllanlage bei einer Abkupplung und einem Neuanschluß eines anderen Speichers zu verringern.
Dadurch, daß nun eine zweite Leitung zwischen Füllstation und Speicher in den Gasraum
des Speichers mündet, wird die Möglichkeit geschaffen den Abfüllvorgang entsprechend
zu steuern und beispielsweise die Anlage zuerst zu spülen oder beispielsweise in einem
ersten Füllschritt lediglich Gas aus dem Gasraum des Speichers einzufüllen und erst
in einem zweiten Füllschritt nach der Verdampfung des flüssigen Gases über die Hochdruckpumpe
die endgültige Befüllung der Flaschen auf den vorgesehenen Betriebsdruck vorzunehmen.
[0006] In besonders einfacher Weise ist die Füllstation mit wenigstens einer abklappbaren
Seitenwand ausgebildet, sodaß sich nach dem Absetzen und Anheben der Füllstation eine
portalartige Konstruktion ergibt, unter welche die Flaschen oder Flaschenpaletten
verfahren werden können, sodaß ein rascher Füllvorgang auch mit einer derartigen mobilen
Füllanlage gewährleistet ist. Wesentlich ist hiebei vor allen Dingen, daß die Möglichkeit
geschaffen wird, gleichzeitig eine Mehrzahl von Flaschen ordnungsgemäß zu füllen,
wobei die Ausbildung mit Vorteil so getroffen ist, daß die Füllstation einen Träger
für Anschlüsse für eine Mehrzahl von Flaschen aufweist, welcher in Höhenrichtung auf
eine Mehrzahl von in Paletten gehaltenen Flaschen absenkbar ist. Aufgrund der Trennung
der Anlage in einen gesondert verfahrbaren mobilen Speicher und eine entsprechend
mobile, aber nach dem Absetzen und Anheben in die Betriebslage mit hoher Wirtschaftlichkeit
betreibbare Füllstation kann das jeweils gewünschte Produkt durch Verbinden mit dem
entsprechenden Tankmodul bzw. Speicher in kürzester Zeit umgestellt werden, wobei
im Gegensatz zu stationären Füllanlagen eine definierte Reinigungsprozedur beim Wechsel
der Tankmodule bzw. Speicher für alle Gase genutzt werden kann. Der mobile Speicher,
welcher die Funktion des stationären Lagertanks einer stationären Füllanlage übernimmt,
kann hiebei gleichfalls vom Fahrzeug abgesetzt werden, wobei der wesentliche Vorteil
gegenüber stationären Anlagen darin zu erblicken ist, daß eine weitere Zwischenlagerung
in einem stationären Speicher für kryogen verflüssigte Gase entbehrlich ist. Während
des Füllprozesses wird die Füllstation portalartig über den Flaschen positioniert,
wobei durch die ausklappbaren Seitenwände des Füllmoduls bzw. der Füllstation eine
großflächige Überdachung geschaffen wird, die in einfacher Weise beispielsweise durch
seitliche markisenartige Vorhänge eine geschlossene wettergeschützte Arbeitsfläche
ergibt. Prinzipiell kann die Anordnung hiebei so getroffen sein, daß der Träger für
die Anschlüsse an der Unterseite oder einer Seitenwand der Füllstation gelagert ist,
wobei beispielsweise durch Ausklappen einer Seitenwand in eine im wesentlichen horizontale
Stellung ebenso wie bei der Anordnung der Anschlüsse an der Unterseite der Füllanlage
der Vorteil erreicht wird, daß eine Mehrzahl von Flaschen und insbesondere auch eine
Mehrzahl von in Paletten bereitgestellten Flaschen gleichzeitig unterhalb den jeweiligen
Träger für die Anschlüsse verfahren werden kann und somit gleichzeitig befüllt werden
kann.
[0007] Die Reinigung der Leitungen kann durch ein entsprechendes Spülsystem und insbesondere
durch Druckwechsel mit dem nachfolgend zu füllenden Gas durch Einpressen oder Absaugen
erfolgen. Der zu erwartende Druckanstieg im Speicher kann durch pumpenlose Gasentnahme,
d.h. somit ein Überströmen von Gas in die Anlage oder leere Flaschen minimiert werden,
sodaß das Gas gasseitig zu Beginn des Füllprozesses und für Spülungen der Anlage oder
der Flaschen vor einer Befüllung unmittelbar hinter einem Gasabscheider entnommen
und über ein Absperrventil mit dem Hochdruckteil verbunden sein kann. Mit Vorteil
ist die erfindungsgemäße Füllanlage daher so ausgebildet, daß die Füllanlage mit Ventilen
für die pumpenlose Gasentnahme aus dem Gasraum des Speichers ausgestattet ist.
[0008] Für die exakte Einstellung des gewünschten Mischungsverhältnisses von mehreren Gasen
und für die exakte Einhaltung der vorgegebenen Werte für Druck und Gewicht der Druckgasflaschen
ist die Ausbildung mit Vorteil so getroffen, daß die Füllanlage Meßeinrichtungen für
das Gewicht der zu befüllenden Flaschen, den Gasdruck und die Gastemperatur in der
Füllleitung aufweist. Die jeweils erforderliche Analyse der Gase kann hiebei direkt
im Füllstand gezogen werden, wobei dadurch, daß die Füllanlage die entsprechenden
Meßeinrichtungen aufweist, ein hohes Maß an Flexibilität in bezug auf den jeweils
geforderten Füllalgorithmus erlaubt. In aller Regel erfolgt die Befüllung von Gasflaschen
gravimetrisch, d.h. durch Bestimmung des Gewichtes. Bei Abfüllung einer Mischung mehrerer
Gase können die einzelnen Gase abwechselnd in mehreren Schritten in die Flasche gefüllt
werden, wodurch eine Vermischung provoziert wird und der Dichteunterschied des Gemisches
zum Hauptgas oder Matrixgas verringert wird. Wenn somit im ersten Füllabschnitt ein
Gemisch hergestellt wird, dessen Beimischung zum gewünschten Endprodukt prozentual
zu hoch wäre, wird dieses Gemisch im zweiten Füllabschnitt mit dem Matrix- oder Hauptgas
bis zur geforderten Konzentration verdünnt.
[0009] Die Füllstation kann konstruktiv nach Art eines Containers aufgebaut sein oder aber
auf dem Prinzip einer Wechselpritsche basieren, wobei alle verteilenden Rohrleitungen
und eventuell auch Armaturen sich am Boden des Containers der Füllstation befinden
können. Zubehör für die Abfüllung, wie analytische Geräte, Datenübertragungseinrichtungen
oder dgl., können entsprechend wettergeschützt untergebracht werden, wobei der Verdampferabschnitt
in der Arbeitsposition von allen Seiten frei zugänglich sein kann, wobei lediglich
eine Auffangfläche für abtropfendes Wasser oder Eis vorgesehen sein muß.
[0010] Die Füllstation kann vom Fahrzeug ohne Fremdhilfe abgesetzt werden und durch die
entsprechende Hubeinrichtung beispielsweise eine Zahnstangenmechanik oder Hydraulikzylinderkolbenaggregate
auf die gewünschte Arbeitsposition beispielsweise auf eine Höhe von etwa 2,5 m angehoben
werden. Nach dem Abklappen einer oder zweier Seitenwände in eine waagrechte Position
wird ein nach unten offener Raum unter dem Container geschaffen, welcher auch im Rahmen
einer mobilen Füllanlage den entsprechenden Wetterschutz und die Betriebssicherheit
über einen langen Zeitraum gewährleistet.
[0011] Im Gegensatz zu bekannten Transportern sind im Rahmen der erfindungsgemäßen Einrichtung
vorzugsweise zwei Leitungen vorgesehen. Eine dieser Leitungen ist an die Flüssigphase
des Speichers angeschlossen, wohingegen die andere in der Gasphase des Speichers endet.
In jedem Fall sind beide Leitungen mit der Hochdruckpumpe zur Befüllung der Druckgasbehälter
verbunden, sodaß das kryogen verflüssigte Produkt, der Flüssigkeitsvorlauf und das
sich durch Verdampfen in der Pumpe entwickelnde Gas über den Gasrückgang zu- und abgeführt
werden kann. Durch Zwischenschalten eines Gasabscheiders im Gasrückgang von der Pumpe
zum Tank wird der Bereich des intensiven Wärmeüberganges eingeschränkt und der Druckanstieg
durch zusätzliche Gasentwicklung im Tank minimiert, sodaß die bei Lagertanks übliche
höhere Drucksicherheit vermieden werden kann. Von besonderem Vorteil ist hier eine
modulare Bauweise, bei welcher die Hochdruckpumpe als gesonderte Einheit ausgebildet
ist und in unmittelbarer Nähe des Speichers für kryogen verflüssigtes Gas aufgestellt
werden kann. Bei einer bevorzugten Ausbildung, bei welcher die mit dem Speicher verbundenen
Leitungen an eine Hochdruckpumpe angeschlossen sind und das in der Pumpe durch Verdampfen
gebildete Gas über einen Gasabscheider rückgeführt wird, befindet sich mit Vorteil
eine durch ein Absperrventil abschließbare Verbindung von der Gasphase des Speichers
zur Hochdruckleitung der Pumpe. Über diese Verbindung können bei Produktwechsel die
Leitungen gespült werden. Die Schlauchleitungen zwischen Füllstation und Speicher
können jeweils vakuumisoliert über jeweils totraumlose Kupplungen angeschlossen werden.
Die Einrichtung kann durch eine Seilverspannung mit dem Boden auch gegen Kippen gesichert
werden.
[0012] Für das Füllen kann eine frequenzmodulierte Hochdruckpumpe Verwendung finden, welche
das kryogen verflüssigte Produkt in den Verdampfer und in die sich anschließenden
verteilenden Rohrleitungen drückt. Das Rohrleitungssystem kann hiebei entsprechend
ausgebildet sein, sodaß es einen Reingasteil und Mischgasbereich umfaßt, wobei beispielsweise
jeder Füllbereich über 120 Füllanschlüsse mit zweimal sechzig Anschlüssen verfügt,
damit die Anlage wechselseitig betrieben werden kann. Für den Betrieb der mobilen
Anlage ist somit lediglich ein Elektroanschluß erforderlich, wobei für einen Produktwechsel
lediglich die Füllstation von der Pumpe bis zu den Füllanschlüssen drucklos gemacht
werden muß. In der Folge kann der Speicher an den totraumlosen Kupplungen von der
Füllstation getrennt werden und ein anderer Speicher mit der Anlage verbunden werden.
Nach erfolgter Verbindungen werden nun die Kupplungen gasseitig geöffnet und das Absperrventil
in der Leitung zum Gasraum des Speichers wieder geöffnet, sodaß das Gas zum Verdampfer
strömt und an den noch unverschlossenen Füllanschlüsen austritt. Nach einer Analyse,
mit welcher bestätigt wird, daß an den Anschlüssen nunmehr zu 100 % reines neues Produkt
aus dem Speicher vorliegt, kann eine weitere Füllung mit anderen Gasen erfolgen.
[0013] Die Erfindung wird nun anhand einer in der Zeichnung schematisch dargestellten Füllanlage
näher beschrieben. In dieser zeigt Fig. 1 ein Lastkraftfahrzeug 1, welches die Füllstation
2 transportiert und an welches ein den Speicher 3 für kryogen verflüssigte Gase tragender
Anhänger 4 angekuppelt ist. An der Stelle, an der nun die mobile Füllstation aufgebaut
werden soll, werden die Füllstation 2 sowie der Speicher 3 abgesetzt, wie in Fig.
2 dargestellt, sodaß nun das unbeladene Fahrzeug 1 gemeinsam mit dem Anhänger 4 für
andere Zwecke eingesetzt werden kann. Wie in Fig. 3 dargestellt, bilden sodann der
Speicher 3 und die Füllstation 2 zwei gesonderte Baueinheiten, wobei die Füllstation
2 beispielsweise mittels hydraulisch ausfahrbarer Stützen 5 in eine Arbeitsposition
angehoben werden kann. Entsprechend der Darstellung in Fig. 4 entsteht dadurch unterhalb
der Füllstation ein Freiraum für die Flaschenpaletten 6.
[0014] In Fig. 5 ist die Füllstation nun näher dargestellt, wobei ersichtlich ist, daß die
Füllstation aus einem Abschnitt 7 besteht, in welchem die Verdampfertechnik untergebracht
ist, sowie aus einem davon abgetrennten Abschnitt 8, in welchem die Anlagentechnik
Platz findet. Die Seitenwand 9 der Füllstation ist in eine horizontale Lage abgeklappt
worden, sodaß eine großflächige Überdachung für die zu befüllenden Druckgasflaschen
entsteht, welche durch seitliche markisenartige Vorhänge 10 eine geschlossene wettergeschützte
Arbeitsfläche bietet. Der Boden 11 der Füllstation ist als ausziehbarer Doppelboden
für die Befüllanschlüsse ausgeführt. Die gesamte Füllstation kann über Abspannungen
12 gesichert werden. Abweichend von einer derartigen Ausbildung der Füllstation ist
es auch möglich, daß die Füllstation in Absetzhöhe belassen wird oder sogar mittels
der Teleskopstützen auf eine Höhe knapp oberhalb der Standfläche abgesetzt wird. In
diesem Fall werden die Seitenwände zur Schaffung einer Überdachung für die zu befüllenden
Gasflaschen nach oben aufgeklappt oder am oberen Rahmen der Füllstation anschlagend
in horizontale Position gebracht.
[0015] Fig. 6 zeigt eine schematische Darstellung der Anlage, wobei mit 3 wiederum der Flüssiggasspeicher
und mit 2 die Füllstation bezeichnet ist. Wie bereits erwähnt, sind im Rahmen der
erfindungsgemäßen Einrichtung vorzugsweise zwei Leitungen vorgesehen. Die erste Leitung
13 ist an die Flüssigphase des Speichers 3 angeschlossen, wohingegen die zweite Leitung
14 in der Gasphase des Speichers endet. Beide Leitungen 13 und 14 sind mit einer Hochdruckkolbenpumpe
15 zur Befüllung der Druckgasbehälter 6 verbunden. Durch Zwischenschalten eines Gasabscheiders
16 im Gasrückgang von der Pumpe 15 zum Speicher 3 wird der Bereich des intensiven
Wärmeüberganges eingeschränkt und der Druckanstieg durch zusätzliche Gasentwicklung
im Tank minimiert. In einer gesonderten Verbindungsleitung 17 von der Gasphase des
Speichers 3 zur Hochdruckleitung 18 der Pumpe 15 befindet sich ein Absperrventil 19,
wobei über diese absperrbare Verbindung bei Produktwechsel die Leitungen gespült werden
können. Die Leitungen zwischen Füllstation 2 und Speicher 3 sind jeweils über totraumlose
Kupplungen 20 angeschlossen. Weiters ist ein Verdampfer 21 vorgesehen.
1. Mobile Füllanlage für Druckgasflaschen (6), mit einem Speicher (3) für kryogen verflüssigte
Gase, wenigstens einer Pumpe (15) und einer Füllstation (2) zum Anschluß an zu befüllende
Druckflaschen (6), dadurch gekennzeichnet, daß der Speicher (3) und die Füllstation (2) als gesonderte Baueinheiten ausgebildet
sind und gesondert verfahrbar sind, daß die Füllstation (2) wenigstens eine Pumpe
(15), einen Verdampfer (21) und die Anschlüsse für die Flaschen (6) aufweist und von
einem Fahrzeug (1) absetzbar ausgebildet ist, wobei die Anschlüsse der Füllstation
(2) für die Druckgasflaschen (6) in eine Betriebslage unter Schaffung eines Freiraumes
für Flaschen (6) oder Flaschenpaletten anhebbar oder schwenkbar sind und daß der von
der Füllstation (2) gesonderte Speicher (3) über eine totraumfreie Kupplung (20) und
eine erste Leitung (13) mit der Füllstation (2) verbindbar ist, und daß eine zweite
absperrbare Leitung (14) zwischen Füllstation (2) und Speicher (3) in den Gasraum
des Speichers (3) mündet.
2. Mobile Füllanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Füllstation (2) mit einer Hubeinrichtung (5) ausgestattet ist.
3. Mobile Füllanlage nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Füllstation (2) mit wenigstens einer abklappbaren Seitenwand (9) ausgebildet
ist.
4. Mobile Füllanlage nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Füllstation (2) einen Träger für Anschlüsse für eine Mehrzahl von Flaschen (6)
aufweist, welcher in Höhenrichtung auf eine Mehrzahl von in Paletten gehaltenen Flaschen
(6) absenkbar ist.
5. Mobile Füllanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Träger für die Anschlüsse an der Unterseite oder einer Seitenwand der Füllstation
(2) gelagert ist.
6. Mobile Füllanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Füllanlage (2) mit Ventilen für die pumpenlose Gasentnahme aus dem Gasraum des
Speichers (3) ausgestattet ist.
7. Mobile Füllanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Füllanlage (2) Meßeinrichtungen für das Gewicht des Gases, den Gasdruck und die
Gastemperatur in der Füllleitung aufweist.
8. Mobile Füllanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die mit dem Speicher (3) verbundenen Leitungen (13,14) an eine Hochdruckpumpe (15)
angeschlossen sind und daß das in der Pumpe (15) durch Verdampfen gebildete Gas rückgeführt
wird.