[0001] Die Erfindung betrifft eine Doppelpedalsteuerung für eine selbstfahrende Arbeitsmaschine,
insbesondere ein Flurförderzeug, mit zwei gekoppelten, gegenläufig beweglichen Pedalen,
von denen ein Pedal der Vorwärtsfahrt und das andere Pedal der Rückwärtsfahrt zugeordnet
ist, wobei mit jedem Pedal ein hydraulischer Zylinder in Wirkverbindung steht.
[0002] Eine derartige Doppelpedalsteuerung ist aus der DE 195 34 414 C2 bekannt. Dort sind
auf einer Schiene drehbar gelagerte Pedale an hydraulische Zylindern angelenkt, die
miteinander in hydraulischer Verbindung stehen. Diese Anordnung mit hydraulischer
Koppelung der Pedale (hydraulisches Gestänge) kann gegenüber Doppelpedalsteuerungen
mit mechanischer Koppelung der Pedale besser an die vorhandenen Räumverhältnisse angepasst
werden.
[0003] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, eine Doppelpedalsteuerung
der eingangs genannten Art zur Verfügung zu stellen, die bei geringem Platzbedarf
und hoher Flexibilität eine günstige Ergonomie ermöglicht und einen einfachen Aufbau
ermöglicht.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass die Zylinder als Teleskopzylinder
ausgebildet sind.
[0005] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung, die einen besonders einfachen
Aufbau der Doppelpedalanordnung ermöglicht, weist jeder Zylinder ein äußeres Zylinderrohr
und ein dazu konzentrisches, gegen Federkraft hydraulisch ausfahrbares inneres Zylinderrohr
auf, wobei in dem inneren Zylinderrohr ein Kolben angeordnet ist, der durch Krafteinwirkung
von außen gegen Federkraft in das innere Zylinderrohr mechanisch einfahrbar ist. Diese
Anordnung mit Federbelastung des inneren Zylinderrohrs und des Kolbens sorgt zudem
für eine definierte Ausgangsstellung (Neutralstellung) der Doppelpedalsteuerung.
[0006] Besonders günstig ist eine Weiterbildung der Erfindung, bei der die Verfahrwege des
inneren Zylinderrohrs und des Kolbens voneinander verschieden sind, wobei der Verfahrweg
des inneren Zylinderrohrs kleiner ist als der Verfahrweg des Kolbens. Dadurch wird
in ergonomisch vorteilhafter Weise beim Niederdrücken eines der Pedale, beispielsweise
des für die Vorwärtsfahrt vorgesehenen Pedals, das damit hydraulisch zwangsgekoppelte
andere Pedal, das im vorliegenden Beispiel der Rückwärtsfahrt zugeordnet ist, in wesentlich
geringerem Maße bewegt. Ergonomisch günstige Fußwinkelstellungen können daher besser
eingehalten werden als bei den bisher bekannten Doppelpedalsteuerungen.
[0007] Sofern am Außenende des Kolbens ein mit dem Kolben längsbewegliches Pedal befestigt
ist, wird der Aufbau der erfindungsgemäßen Doppelpedalsteuerung stark vereinfacht.
Zudem benötigt eine solche Anordnung nur sehr wenig Platz.
[0008] Zweckmäßigerweise ist zwischen die beiden Teleskopzylinder ein durch Druckmittel
betätigbarer hydraulischer Wegaufnehmer geschaltet, der mit einem Fahrtrichtungsund
Fahrgeschwindigkeitsgeber in Wirkverbindung steht.
[0009] Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung werden anhand des in den schematischen
Figuren dargestellten Ausführungsbeispieles näher erläutert. Dabei zeigt
Figur 1 eine erfindungsgemäße Doppelpedalsteuerung im Schnitt und
Figur 2 die Doppelpedalsteuerung gemäß Figur 1 im betätigten Zustand.
[0010] Die erfindungsgemäße Doppelpedalsteuerung weist zwei hydraulische Teleskopzylinder
1 und 2 auf, die durch eine Leitung 3 miteinander verbunden und an einer Bodenplatte
4 einer selbstfahrenden Arbeitsmaschine, insbesondere einem Flurförderzeug (beispielsweise
Gabelstapler), befestigt sind. Jeder Teleskopzylinder 1 bzw. 2 besteht aus einem äußeren
Zylinderohr 1a bzw. 2a, einem konzentrischen inneren Zylinderrohr 1b bzw. 2b und einem
in dem inneren Zylinderrohr 1b bzw. 2b angeordneten Kolben 1c bzw. 2c.
[0011] Das innere Zylinderrohr 1 b bzw. 2b ist gegen Federkraft hydraulisch ausfahrbar.
Der Kolben 1c bzw. 2c ist durch Krafteinwirkung von außen gegen Federkraft in das
innere Zylinderrohr 1b bzw. 2b mechanisch einfahrbar. Am äußeren Ende jedes Kolbens
1c bzw. 2c ist ein Pedal 5 bzw. 6 befestigt, das zusammen mit dem Kolben 1c bzw. 2c
längsbeweglich ist. Jedes der Pedale 5 bzw. 6 ist einer Fahrtrichtung zugeordnet.
Beispielsweise ist das Pedal 5 für die Rückwärtsfahrt und das Pedal 6 für die Vorwärtsfahrt
vorgesehen. Durch die Federbelastung der inneren Zylinderrohre 1b und 2b sowie der
Kolben 1c und 2c ist eine definierte Neutralstellung der Dopplepedalsteuerung gewährleistet.
[0012] In die Leitung 3 ist ein hydraulischer Wegaufnehmer 7 geschaltet (in Bezug auf die
Zeichenebene um 90 Grad gedreht gezeichnet), der mit einem in den Figuren nicht dargestellten
Fahrtrichtungs- und Fahrgeschwindigkeitsgeber in Wirkverbindung steht. Der Wegaufnehmer
besteht aus einem Zylinder 7a, in dem ein Kolben 7b angeordnet ist, der den Zylinder
7a in zwei Kammem unterteilt und der mit einem Weg-Abgriffs-Element 7c verbunden ist.
Grundsätzlich ist es auch möglich, andere geeignete Signalgeber für die Fahrtrichtung
und die gewünschte Fahrgeschwindigkeit vorzusehen und/oder die Signalgeber anders
anzuordnen.
[0013] Figur 1 zeigt die Doppelpedalsteuerung in Ausgangsstellung, bei der die mit der erfindungsgemäßen
Doppelpedalsteuerung ausgerüstete Arbeitsmaschine still steht. Dabei ist jeweils das
innere Zylinderrohr 1b bzw. 2b durch Federkraft eingefahren, während der Kolben 1c
bzw. 2c durch Federkraft ausgefahren ist. Die Pedale 5 und 6 befinden sich folglich
in einer durch Federkraft zentrierten Mittelstellung. Beide Pedale 5 und 6 weisen
daher denselben Abstand a zur Bodenplatte 4 auf.
[0014] Figur 2 zeigt die Doppelpedalsteuerung im betätigten Zustand. Dabei ist im vorliegenden
Ausführungsbeispiel das der Vorwärtsfahrt zugeordnete Pedal 6 und damit der Kolben
2c durch äußere Krafteinwirkung gegen Federkraft um einen bestimmten Betrag x in Richtung
zum äußeren Zylinderrohr 2a bewegt, also in das innere Zylinderrohr 2b eingefahren
worden. Das zugehörige innere Zylinderrohr 2b hat hierbei seine Ausgangsstellung beibehalten.
Es ergibt sich ein Abstand a-x zwischen dem Pedal 6 und der Bodenplatte 4.
[0015] Durch die Wirkung des von dem Kolben 1c verdrängten Druckmittels wird der Kolben
7b des Weggaufnehmers 7 nach in der Figur links verschoben und dadurch mittels des
Weg-Abgriffs-Elements 7c einerseits ein Signal für die Vorwärtsfahrt und andererseits
ein zum Betrag x proportionales Geschwindigkeitssignal an den Fahrtrichtungs- und
Fahrgeschwindigkeitsgeber weiter gegeben.
[0016] Femer bewirkt das verdrängte Druckmittel ein Ausfahren des inneren Zylinderrohrs
1b des hydraulischen Teleskopzylinders 1 samt Kolben 1c. Dadurch bewegt sich das mit
dem Kolben 1b verbundene Pedal 5 von der Bodenplatte 4 weg und zwar - je nach Dimensionierung
der hydraulischen Teleskopzylinder 1 und 2 - um einen Betrag y. Es ergibt sich insgesamt
ein Abstand a+y des Pedals 5 von der Bodenplatte 4. Ergonomisch günstig ist es, wenn
der Betrag y geringer ist als der Betrag x, so dass sich das Pedal 5 um einen geringeren
Weg von der Bodenplatte 4 entfernt, als das Pedal 6 zur Bodenplatte 4 hin bewegt.
[0017] Bei Betätigung des Pedals 5 anstelle des Pedals 6 wird sinngemäß derselbe Ablauf
wie oben beschrieben erzielt, jedoch für die Rückwärtsfahrt. Die erfindungsgemäße
Doppelpedalsteuerung ist im Gegensatz zu einer Doppelpedalsteuerung mit mechanischer
Koppelung der Pedale äußerst flexibel einsetzbar und lässt sich daher leicht an verschiedenartige
Arbeitsmaschinen anpassen. Unterhalb der Bodenplatte ist dabei nur ein minimaler Platzbedarf
erforderlich.
1. Doppelpedalsteuerung für eine selbstfahrende Arbeitsmaschine, insbesondere ein Flurförderzeug,
mit zwei gekoppelten, gegenläufig beweglichen Pedalen, von denen ein Pedal der Vorwärtsfahrt
und das andere Pedal der Rückwärtsfahrt zugeordnet ist, wobei mit jedem Pedal ein
hydraulischer Zylinder in Wirkverbindung steht, dadurch gekennzeichnet, dass die Zylinder als Teleskopzylinder (1; 2) ausgebildet sind.
2. Doppelpedalsteuerung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Zylinder (1; 2) ein äußeres Zylinderrohr (1a; 2a) und ein dazu konzentrisches,
gegen Federkraft hydraulisch ausfahrbares inneres Zylinderrohr (1b; 2b) aufweist,
wobei in dem inneren Zylinderrohr (1b; 2b) ein Kolben (1c; 2c) angeordnet ist, der
durch Krafteinwirkung von außen gegen Federkraft in das innere Zylinderrohr (1 b;
2b) mechanisch einfahrbar ist.
3. Doppelpedalsteuerung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Verfahrwege (y; x) des inneren Zylinderrohrs (1b; 2b) und des Kolbens (1c; 2c)
voneinander verschieden sind, wobei der Verfahrweg (y) des inneren Zylinderrohrs (1b;
2b) kleiner ist als der Verfahrweg (x) des Kolbens (1c; 2c).
4. Doppelpedalsteuerung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass am Außenende des Kolbens (1c; 2c) ein mit dem Kolben (1c; 2c) längsbewegliches Pedal
(5; 6) befestigt ist.
5. Doppelpedalsteuerung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen die beiden Teleskopzylinder (1, 2) ein durch Druckmittel betätigbarer hydraulischer
Wegaufnehmer (7) geschaltet ist, der mit einem Fahrtrichtungs- und Fahrgeschwindigkeitsgeber
in Wlrkverbindung steht.