Geltungsbereich
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft Vergussmassen auf der Basis polymerer Matrixharze
für die Herstellung von selbstheilenden elektrischen Isolierungen, insbesondere in
Form von Formteilen und Beschichtungen auf dem Gebiet der Hochspannungsisolierungen
für den Freilufteinsatz, sowie die erfindungsgemäss hergestellten elektrischen Isolierungen.
Technisches Gebiet
[0002] Hochspannungsisolierungen auf Basis polymerer Matrixharze für den Freilufteinsatz
sind an sich bekannt. Für Freiluftanwendungen werden traditionell Isolatoren auf Basis
der Materialien Glas und Keramik eingesetzt. In den letzten Jahren konnten polymere
Isolierstoffe ebenfalls einen stetig steigenden Marktanteil erringen. Dabei kommen
Freiluftisolatoren in grossen Stückzahlen sowohl bei Hochspannungsleitungen, als auch
im Mittelspannungsbereich, vor allem als Stützisolatoren, zum Einsatz. Weitere Anwendungsgebiete
sind Freiluft-Leistungschalter, Messwandler, Durchführungen, Ableiter sowie im Schaltanlagenbau.
[0003] In den letzten Jahren wurden vermehrt polymere Werkstoffe, wie zum Beispiel Silikone
(RTV, HTV) oder Ethylen-Propylen-Gummi (EPR, EPDM), aber auch Giessharzsysteme auf
Basis von Epoxidharzen und Polyurethanen eingesetzt. Von den polymeren Werkstoffen
haben jedoch nur Silikone allgemeine technische Akzeptanz erreicht, da Silikone infolge
ihrer inhärenten ausgeprägten Hydrophobie, und insbesondere infolge der inhärenten
Hydrophobiewiederkehr, den andern polymeren Werkstoffen überlegen sind. Der hohe Preis
für Silikone bremst jedoch deutlich deren technische Verwendung.
[0004] Die genannten polymeren Werkstoffe, wie Ethylen-Propylen-Gummi oder Giessharzsysteme
auf Basis von Epoxidharzen und Polyurethanen besitzen keine intrinsische Hydrophobiewiederkehr
und weisen zudem eine deutlich niedrigere Hydrophobie auf. Weiterhin werden diese
Materialien durch thermische und oxydative Einflüsse, insbesondere durch UV-Strahlung,
verhältnismässig stark abgebaut. Es besteht deshalb das Bedürfnis nach verbesserten
polymeren Werkstoffen, welche von ihren mechanischen Eigenschaften her besser sind
als Silicone und für die Herstellung von elektrischen Isolierungen geeignet sind,
die eine erhöhte Hydrophobie sowie gleichzeitig auch die Eigenschaft der Hydrophobiewiederkehr
aufweisen, ohne dass deren mechanischen Eigenschaften merklich verändert bzw. geschwächt
sind. Mit derartig verbesserten polymeren Werkstoffen könnten beispielsweise preisgünstige
Epoxidharze hergestellt und für die Herstellung von elektrischen Isolierungen verwendet
werden.
[0005] Werden polymere Werkstoffe, wie beispielsweise Ethylen-Propylen-Gummi oder Giessharzsysteme
auf Basis von Epoxidharzen und Polyurethanen, als Hochspannungsisolierungen im Freilufteinsatz
verwendet und kommt es zur Betauung der Oberfläche, so ist die isolierende Wirkung
wesentlich von der wasserabweisenden Wirkung (Hydrophobie) dieser Oberfläche abhängig.
Bei stark hydrophoben Oberflächen, wie sie in der Regel bei Silikonen auftreten, bilden
sich Taubeläge in Form einzelner, voneinander getrennter Tröpfchen aus. Kommt es zu
einem Hydrophobieverlust, so bilden sich in feuchtem Klima kohärente Filmbeläge auf
der Isolatoroberfläche aus. Durch diese Filmbeläge fliessen deutlich erhöhte Ströme,
welche gegebenenfalls zu Überschlägen des Isolators führen können, jedenfalls aber
eine beschleunigte thermische und/oder oxydative Schädigung der Polymermatrix verursachen.
Aufgrund des polaren Charakters der Epoxidharz-Matrix weisen Epoxidharz-Oberflächen,
sowie eine grosse Anzahl weiterer duroplastischer Harzoberflächen, keine genügenden
Wasser abweisenden Eigenschaften auf. Deshalb ist der Einsatz von Epoxidharzen und
verwandten Materialien im wesentlichen auf die Anwendung in Innenräumen beschränkt.
Stand der Technik
[0006] In der Literatur sind keine Hinweise auf die intrinsische Modifizierung von Giessharzsystemen
zu finden, bei welchen den Giessharzsystemen zusätzliche Hydrophobie und die Eigenschaft
der Hydrophobiewiederkehr verliehen wird und gleichzeitig die mechanischen Eigenschaften
nur wenig oder nicht verändert werden.
[0007] Im Patent US 4,537,803 wird die Zugabe eines polymerisierbaren Silikonöls zum Epoxidharzgemisch
vorgeschlagen. US 5,306,747 betrifft die Zugabe eines modifizierten Silikonöls, welches
mit dem Harzsystem chemisch reagieren kann. Die Zugabe von Silikonen zum Epoxidharzgemisch
oder zu andern duroplastischen Systemen hat grundsätzlich den Nachteil, dass die physikalischen
Eigenschaften, das Reaktionsverhalten, die Fliess- und Bearbeitungseigenschaften der
Matrix derart verändert werden, dass beispielsweise Entmischungserscheinungen oder
elektrische Entladungen in Hohlräumen auftreten. In US 5,306,747 wird das Silikonöl
endständig mit Hydroxyphenylgruppen versehen und chemisch in die Matrix eingebunden.
Der Hauptnachteil dieser Methode liegt, wie in der Patentschrift beschrieben, in den
schlechteren mechanischen Eigenschaften, bei grösserer Kettenlänge des eingebrachten
Silikonöls. Durch die direkte Einbindung der hydrophoben Bestandteile in die Harzmatrix
ist auch mit dieser Methode keine Wiederkehr der Hydrophobie gegeben, da die Hydrophobiewiederkehr
an die Diffusion frei beweglicher, niedermolekularer Silikon-Oligomere gebunden ist.
Darstellung der Erfindung
[0008] Es wurde nun gefunden, dass Vergussmassen auf Basis polymerer Matrixharze für die
Herstellung von selbstheilenden elektrischen Isolierungen erhalten werden, wenn man
den polymeren Matrixharzen vor deren Härtung verkapselte ausgewählte Wasser abweisende
Verbindungen zusetzt. Gehärtete Vergussmassen auf Basis polymerer Matrixharze, welche
erfindungsgemäss verkapselte Wasser abweisende Verbindungen enthalten, zeigen eine
gute Hydrophobie sowie eine ausgeprägte Hydrophobiewiederkehr ohne, dass die mechanischen
Eigenschaften merklich verändert werden. Es tritt keine Phasenseparation auf. Insbesondere
zeigt sich, dass beim Aufbrechen des Kapselmaterials, welches gleichzeitig mit dem
thermischen und/oder oxydativen Abbau der gehärteten Matrixoberfläche einher geht,
die verkapselten Wasser abweisende(n) Verbindung(en) freigesetzt werden, so dass diese
an die unmittelbare Oberfläche diffundieren. Dabei durchdringen diese Verbindungen
die Oberfläche und können auch in sich allfällig bildende abgebauten und/oder überlagerte
Fremdschichten eindringen, so dass mit dem oxydativen und/oder thermischen Abbau der
Oberfläche jeweils eine Wiederherstellung der Hydrophobie bzw. eine Selbstheilung
einher geht. Dieser Prozess der Selbstheilung setzt sich so lange fort, als die der
Erosion ausgesetzte Oberfläche aus der erfindungsgemässen Vergussmasse besteht. Die
Lebenserwartung von Produkten, welche aus den erfindungsgemässen Vergussmassen hergestellt
sind, ist demzufolge deutlich verlängert. Mit den erfindungsgemässen Vergussmassen
können die guten mechanischen Eigenschaften von preisgünstigen duroplastischen Werkstoffen
mit den Eigenschaften der Hydrophobie und Hydrophobiewiederkehr in ausgezeichneter
Weise kombiniert werden.
[0009] Die vorliegende Erfindung ist in den Patentansprüchen definiert. Insbesondere betrifft
die vorliegende Erfindung eine flüssige oder pastöse Vergussmasse auf der Basis eines
polymeren Matrixharzes oder eines Gemisches solcher Harze, für die Herstellung von
selbstheilenden elektrischen Isolierungen, und diese Vergussmasse dadurch gekennzeichnet
ist, dass diese in gleichmässiger Verteilung eine ausgewählte hydrophobierend wirkende
Verbindung oder ein Gemisch solcher Verbindungen in verkapselter Form enthält.
[0010] Die erfindungsgemässen Vergussmassen sind besonders für die Herstellung von Formteilen
und Beschichtungen auf dem Gebiet der elektrischen Isolierungen, insbesondere Hochspannungsisolierungen,
insbesondere für den Freilufteinsatz, geeignet. Es ist auch möglich, diese Isolierungen
in Innenraumanlagen einzusetzen.
[0011] In diesem Sinne betrifft die vorliegende Erfindung die Verwendung der erfindungsgemässen
Vergussmassen für die Herstellung von Formteilen und Beschichtungen auf dem Gebiet
der elektrischen Isolierungen, insbesondere Hochspannungsisolierungen, insbesondere
Hochspannungsisolierungen für den Freilufteinsatz.
[0012] Die Erfindung betrifft im weiteren die aus den erfindungsgemässen Vergussmassen hergestellten
elektrischen Isolierungen.
[0013] Die Erfindung betrifft im weiteren ein Verfahren zur Herstellung der erfindungsgemässen
Vergussmassen.
[0014] Als Vergussmassen in flüssiger oder pastöser Form kommen erfindungsgemäss polymere
Werkstoffe, wie duroplastisch härtbare Vergussmassen in Frage. Beispiele für solche
Vergussmassen sind Giessharzsysteme, insbesondere duroplastisch härtbare Polykondensate,
duroplastisch härtbare Polyaddukte und deren Mischformen. Als duroplastisch härtbare
Giessharze können erfindungsgemäss die an sich bekannten duroplastischen Formmassen
verwendet werden. Duroplastische Kunststoffe sind aus der Literatur in grosser Zahl
bekannt. Duroplastisch härtbare Polykondensate und Polyaddukte sind beispielsweise
härtbare Phenol/Formaldehyd Kunststoffe, härtbare Harnstoff/Formaldehyd-Kunststoffe,
Melamin/Formaldehyd-Kunststoffe, härtbare Melamin/Phenol/Formaldehyd-Formmassen, ungesättigte
Polyesterharze, DAP-Harze (Polydiallylphthalate), Polyimide, Polybenzimidazole, Epoxidharze
oder vernetzte Polyurethane (PUR). Bevorzugt sind diejenigen mit guten elektrischen
Eigenschaften, vorzugsweise aromatische und/oder cycloaliphatische Epoxidharze und/oder
PUR-Giessmassen.
[0015] Solche in der Elektroindustrie verwendeten Epoxidharze und PUR-Harze sind an sich
aus der Literatur bekannt und können erfindungsgemäss verwendet werden. In der Elektroindustrie
verwendete Epoxidharze und PUR-Harze sind an sich bekannt und beispielsweise beschrieben
in I. Quint, Untersuchungen zum Einfluss von schwach leitenden Fremdschichten auf
das Oberflächen-Alterungsverhalten wechselspannungsbeladener zylindrischer Prüflinge
aus Epoxidharz-Formstoff, Dissertation TH Darmstadt, Darmstadt (1993) oder O. Claus,
Charakterisierung des Oberflächenzustands zylindrischer Prüfkörper aus Epoxidharz-Formstoff
vor und nach der Beanspruchung mit wässrigen salzhaltigen Fremdschichten und 50Hz-Wechselspannung,
Dissertation TH Darmstadt, Darmstadt (1995). Zahlreiche Publikationen existieren auch
zu den elektrischen Araldit®-Giessharzsystemen der Ciba-Geigy AG.
[0016] Epoxidharze für elektrische Anwendungen enthalten in der Regel mindestens ein carboxylhaltiges
Polymer, insbesondere einen carboxylterminierten Polyester und/oder ein carboxylhaltiges
Acrylat- und/oder Methacrylatpolymer und/oder eine hydroxylhaltige Verbindung oder
ein Gemisch solcher Verbindungen, sowie eine Glycidylverbindung oder ein Gemisch von
Glycidylverbindungen und gegebenenfalls (geht auch ohne) einen Beschleuniger für die
Vernetzungsreaktion der Glycidylverbindung oder Glycidylverbindungen mit dem carboxylhaltigen
Polymeren und/oder der hydroxylhaltigen Verbindung sowie an sich übliche weitere Additive.
[0017] Bevorzugt sind vernetzend wirkende Glycidylverbindungen, welche mindestens zwei 1,2-Epoxidgruppen
im Molekül aufweisen. Vorzugsweise verwendet man ein Gemisch von Polyglycidylverbindungen,
beispielsweise ein Gemisch von Diglycidyl- und Triglycidylverbindungen. Solche Verbindungen
sind an sich bekannt und in der Literatur ausführlich beschrieben. In der Regel kann
aus den bekannten Glycidylverbindungen eine für die vorgesehene elektrische Anwendung
geeignete Auswahl getroffen werden, was für den Fachmann ein Optimierungsproblem darstellt.
[0018] Geeignete Glycidylverbindungen sind beispielsweise in EP-A-0 297 030, EP-A-0 356
391, EP-A-0 462 053, EP-A-0 506 617, EP-A-0 536 085 oder in U.S. Patent US-A-3,859,314
oder in der DE-A-31 26 411 beschrieben. Diese umfassen Verbindungen, die unsubstituierte
Glycidylgruppen und/oder mit Methylgruppen substituierte Glycidylgruppen aufweisen.
Die Glycidylverbindungen haben vorzugsweise ein Molekulargewicht zwischen 200 und
1200, insbesondere zwischen 200 und 1000 und können fest oder flüssig sein. Ihr Epoxidgehalt
beträgt vorzugsweise mindestens drei Äquivalente pro Kilogramm der Verbindung, vorzugsweise
mindestens vier Äquivalente pro Kilogramm und insbesondere mindestens fünf Äquivalente
pro Kilogramm. Bevorzugt sind Glycidylverbindungen, die Glycidylether- und/oder Glycidylestergruppen
aufweisen. Eine Glycidylverbindung kann dabei auch beide Arten von Glycidylgruppen
enthalten, wie z.B. 4-Glycidyloxy-benzoesäureglycidylester. Bevorzugt sind Polyglycidylester
mit 1-4 Glycidylestergruppen, insbesondere Diglycidylester und/oder Triglycidylester.
Die bevorzugten Diglycidylester leiten sich vorzugsweise von aromatischen, araliphatischen,
cycloaliphatischen, heterocyclischen, heterocyclisch-aliphatischen oder heterocyclisch-aromatischen
Dicarbonsäuren mit 6 bis 20, insbesondere 6 bis 12 Ringkohlenstoffatomen oder von
aliphatischen Dicarbonsäuren mit 2 bis 10 Kohlenstoffatomen ab. Solche Verbindung
sind beispielsweise unter dem Handelsnamen Araldit® (Ciba SC Ltd) kommerziell erhältlich.
Bevorzugt sind beispielsweise die an sich bekannten Epoxidharze auf Basis mehrwertiger
aromatischer oder cycloaliphatischer Hydroxylverbindungen. Auf Basis von aromatischen
Hydroxylverbindungen sind beispielsweise die Glycidylether von Bisphenol A oder Bisphenol
F sowie die Glycidylether von Phenol-Novolak-Harzen oder Kresol-Novolak-Harzen bekannt.
Cycloaliphatische Epoxidharze sind z.B. bis-epoxidierter 1,2,3,6-Tetrahydrobenzoesäure-beta-1',2',3',6'-tetrahydrophenylethylester,
Hexahydro-o-phthalsäure-bis-glycidylester. Auch aliphatische Epoxidharze, wie z.B.
1,4-Butandioldiglycidylether, sind für die erfindungsgemässe Verwendung geeignet.
[0019] Bevorzugt kommen Vergussmassen zum Einsatz, welche mindestens einen Füllstoff enthalten.
Solche Füllstoffe sind vorzugsweise Quarzmehl, Aluminiumoxid und/oder Dolomite in
verschiedenen an sich bekannten Mahlungen. Die Füllstoffe sind bevorzugt mit einer
Silanisierung versehen, um eine optimale chemische Anbindung der Partikel in der Harzmatrix
zu gewährleisten.
[0020] Hydrophobierend wirkende Verbindungen sind vorzugsweise fliessfähige fluorierte und/oder
chlorierte Kohlenwasserstoffe, welche -CH
2-Einheiten und/oder -CHF-Einheiten, -CF
2-Einheiten, -CF
3-Einheiten, -CHCl-Einheiten, -C(Cl)
2-Einheiten und/oder -C(Cl)
3-Einheiten aufweisen oder cyclische, lineare oder verzweigte fliessfähige Organopolysiloxane.
Vorzugsweise haben diese eine Viskosität im Bereich von etwa 50 cSt bis 10'000 cSt,
vorzugsweise im Bereich von 100 cSt bis 10'000 cSt und vorzugsweise im Bereich von
500 cSt bis 3'000 cSt, gemessen gemäss DIN 53 019 bei 20°C.
[0021] Vorzugsweise handelt es sich bei dem Organopolysiloxan um eine Verbindung, bzw. ein
Verbindungsgemisch, der allgemeinen Formel (I) :

worin
- R
- unabhängig voneinander einen gegebenenfalls chlorierten und/oder fluorierten Alkylrest
mit 1 bis 8 Kohlenstoffatomen, (C1-C4)-Alkylaryl oder Aryl; vorzugsweise einen gegebenenfalls fluorierten Alkylrest mit
1 bis 4 Kohlenstoffatomen oder Phenyl; vorzugsweise 3,3,3-Trifluoropropyl, Monofluoromethyl,
Difluoromethyl oder Alkyl mit 1-4 Kohlenstoffatomen; vorzugsweise Methyl;
- R1
- unabhängig voneinander eine der Bedeutungen von R oder R2, wobei gegebenenfalls zwei an verschiedene Si-Atome gebundene endständige Substituenten
R1 zusammen genommen für ein Sauerstoffatom stehen (= cyclische Verbindung);
- R2
- eine der Bedeutungen von R, oder Wasserstoff, oder einen Rest -(A)r-CH=CH2;
- A
- einen Rest -CsH2s- , vorzugsweise -(CH2)s- , worin
- s
- eine ganze Zahl von 1 bis 6, vorzugsweise 1;
- r
- Null oder eins;
- m
- durchschnittlich von Null bis 5000, vorzugsweise von 20 bis 5000, vorzugsweise 50
bis 1500;
- n
- durchschnittlich von Null bis 100, vorzugsweise 2 bis 100, vorzugsweise 2 bis 20;
bedeuten, wobei die Summe von [m+n] für nicht-cyclische Verbindungen mindestens 20,
vorzugsweise mindestens 50 beträgt und die Gruppen -[Si(R)(R)O]- und -[Si(R
1)(R
2)O]- in beliebiger Reihenfolge im Molekül angeordnet sind. Die Summe von [m+n] für
nicht-cyclische Verbindungen liegt vorzugsweise durchschnittlich im Bereich von 20
bis 5000, vorzugsweise im Bereich von 50 bis 1500.
[0022] Vorzugsweise hat R
2 eine der Bedeutungen von R, und R vorzugsweise Methyl oder Phenyl bedeutet, wobei
im Molekül sowohl Methyl als auch Phenyl anwesend sein können. Das Verhältnis von
Methyl zu Phenyl ist durch die Fliessfähigkeit der Verbindung bzw. des Verbindungsgemisches
vorgegeben. Vorzugsweise bedeutet R Methyl. Die Verbindung der Formel (I) stellt in
der Regel ein Gemisch von Verbindungen der Formel (I) dar, was dem Fachmann bekannt
ist.
[0023] Ist die Verbindung der Formel (I) eine cyclische Verbindung, so ist diese aus -[Si(R)(R)O]-
und/oder -[SiR
1(R
2)O]-Einheiten, zusammengesetzt, welche einen Ring mit vorzugsweise 4 bis 12 solcher
Einheiten bilden. Von den ringförmigen Siloxanen sind jedoch die ringförmigen oligomeren
Polysiloxane mit 4 bis 8 Siloxy-Einheiten bevorzugt, insbesondere Polydimethylsiloxane
mit 4 bis 8 Siloxy-Einheiten. Diese cyclischen Verbindungen können aber auch z.B.
Organohydrogenpolysiloxane, welche z.B. nur - [SiH(R
2)O]-Einheiten enthalten, oder entsprechend Organovinylpolysiloxane darstellen.
[0024] In einer speziellen Ausführungsform der vorliegenden Erfindung bedeutet R
2 sowohl Wasserstoff als auch -A-CH=CH
2, wobei R
2 pro Molekül nur entweder Wasserstoff oder -A-CH=CH
2 bedeutet. Dabei verkapselt man separat je die eine Verbindung, worin R2 Wasserstoff
bedeutet und die andere Verbindung, worin R
2 -A-CH=CH
2 bedeutet, und fügt diese beiden verkapselten Verbindungen mindestens in äquimolaren
Mengen der erfindungsgemässen Vergussmasse zu. Vorzugsweise verwendet man jedoch die
Si-H-Gruppen enthaltende Verbindung im molaren Überschuss von 20 bis 50 % bezogen
auf die den Rest -A-CH=CH
2 enthaltende Komponente. Brechen die Kapselhüllen infolge thermischen und/oder oxydativen
Abbaus auf, so fliessen die beiden Komponenten ineinander und gehen zusammen eine
Additionsreaktion ein, welche die Hydrophobie und Hydrophobiewiederkehr durch Bildung
einer stabileren Schicht verstärkt. Um die additionsvernetzende Reaktion zu ermöglichen,
enthält mindestens eine der beiden verkapselten Komponenten eine Komplexverbindung
oder ein Gemisch solcher Komplexverbindungen aus der Gruppe der Rhodium-, Nickel-,
Palladium- und/oder Platinmetalle, wie solche als katalytisch wirksame Verbindungen
für Additionsreaktionen zwischen SiH-Bindungen und Alkenylresten bekannt sind. Bevorzugt
sind Pt (0)-Komplexe mit Alkenylsiloxanen als Liganden oder Rh-Katalysatoren in katalytischen
Mengen von vorzugsweise 1 bis 100 ppm Platin. Solche Verbindung sind ausführlich in
der Literatur beschrieben und dem Fachmann bekannt. Für diese Ausführungsform bedeuten
die beiden endständigen Silyloxygruppen der den Rest -A-CH=CH
2 enthaltenden Komponente, unabhängig voneinander vorzugsweise Dimethylvinylsiloxy,
wobei n vorzugsweise Null bedeutet. Die einzelnen Komponenten haben eine Viskosität
vorzugsweise im Bereich von etwa 10 cSt bis 10'000 cSt, vorzugsweise im Bereich von
100 cSt bis 10'000 cSt und vorzugsweise im Bereich von 500 cSt bis 3'000 cSt, gemessen
gemäss DIN 53 019 bei 20°C. Je nach der Herstellung können die Verbindungen der Formel
(I) bis zu 10 Molprozente, berechnet auf die anwesenden Si-Atome sowohl Alkoxy- als
auch OH-Gruppen enthalten. Solche Verbindungen liegen innerhalb der vorliegenden Erfindung.
[0025] Für die Verkapselung der hydrophobierend wirkenden Verbindung oder Verbindungen,
verwendet man vorzugsweise dieselbe polymere Verbindung bzw. Zusammensetzungen, welche
als polymeres Matrixharz eingesetzt werden. Das hat den Vorteil, dass die Verkapselung,
d.h. das Wandmaterial, mit derselben Geschwindigkeit durch thermische und/oder oxydative
Einflüsse abgebaut wird wie die Oberfläche der Isolierung selbst. Somit bricht die
Verkapselung jeweils rechtzeitig auf und setzt die verkapselte Verbindung zum idealen
Zeitpunkt frei. Vorzugsweise wählt man das Verkapselungsmaterial so, dass dieses gleich
schnell oder schneller als das Matrixmaterial thermisch und/oder oxydativ abgebaut
wird. Jedenfalls muss das Verkapselungsmaterial nicht dasselbe sein, wie das Matrixmaterial.
[0026] Als Verkapselungsmaterial geeignet sind dieselben Verbindung, welche oben als Matrixmaterialien
aufgeführt sind. Geeignet sind synthetischen Kautschuke und die oben genannten duroplastisch
härtbaren Massen, wobei diese jeweils unabhängig voneinander in der Regel in alle
Matrixsysteme eingebracht werden können. Vorzugsweise verwendet man als Verkapselungsmaterial
Ethylen-Propylen-Gummi (EPR), Ethylen-Propylen-Dien-Terpolymere (EPDM) oder Styrol-Butadien-Copolymere
(PBR) und verwandte Verbindungen, wenn die verkapselten Verbindungen in synthetische
Kautschuke eingebracht werden sollen. Mit Vorteil verwendet man als Verkapselungsmaterial
duroplastisch härtbare Polykondensate, duroplastisch härtbare Polyaddukte und deren
Mischformen, wenn die verkapselten Verbindungen in ein duroplastisch härtbares Giessharzsystem
eingebracht werden soll. Bevorzugte Verkapselungsmaterialien sind Melamin/Formaldehyd-Harze,
härtbare Melamin/Phenol/Formaldehyd-Formmassen, Epoxidharze und vernetzte Polyurethane.
[0027] Vorzugsweise verwendet man ein Verkapselungsmaterial welches sich gleichartig verhält
wie das Matrixmaterial. Verwendet man z.B. in einer Epoxidharzmatrix ein Melamin/Formaldehyd-Harz
als Verkapselungsmaterial, so wird dieses bei der Aushärtung der Matrix in diese eingebaut
und fixiert, was eine gleichmässige Verteilung der hydrophobierend wirkenden Verbindung
über einen langen Zeitraum gewährleistet und sich positiv auf die mechanischen Eigenschaften
der hergestellten Isolierung auswirkt.
[0028] Verfahren zur Verkapselung von flüssigen und pastösen Verbindungen sind bekannt und
beispielsweise in Advances in Polymer Science, Part 136, Microencapsulation, Microgels,
Iniferters, Springer Verlag, 1998 oder in ACS Symposium Series, Part 590, Encapsulation
and controlled release of Food Ingredients, beschrieben. In der Regel geht man so
vor, dass man die zu verkapselnde Verbindung (core material), beispielsweise ein Silikonöl,
im Verkapselungsmaterial (Wandmaterial), beispielsweise ein Melamin/Formaldehydharz,
fein dispergiert, beispielsweise im Verhältnis Wandmaterial zu core material von 10:1
bis 2:1, vorzugsweise 6:1 bis 3:1, insbesondere etwa 4:1, und anschliessend die erhaltene
Dispersion bei hoher Temperatur, z.B. mittels Versprühen, zumindest teilweise härtet.
Geeignete Verfahrensmethoden sind dem Fachmann an sich bekannt.
[0029] Vorzugsweise weist das verkapselte Material, bzw. weisen die Teilchen, welche die
flüssige(n) oder pastöse(n) Verbindung(en), bzw. verkapselten Verbindung(en), enthalten,
einen Teilchendurchmesser von vorzugsweise 2um - 1000 um, vorzugsweise 5µm - 500 µm,
und vorzugsweise 5µm - 100 µm, auf. Dabei enthält die erfindungsgemässe Vergussmasse
vorzugsweise etwa 0.1 Gew.-% - 10 Gew.-% an hydrophobierend wirkender Verbindung,
vorzugsweise 0.25 Gew.-% - 5 Gew.-% an hydrophobierend wirkender Verbindung, vorzugsweise
etwa 0.25 Gew.-% - 3 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Vergussmasse.
[0030] Die erfindungsgemässen Vergussmassen stellt man her, indem man die verkapselte flüssige
oder pastöse Verbindung oder ein verkapseltes Gemisch solcher Verbindungen, das heisst
das verkapselte Material, in das Matrixmaterial einrührt, gegebenenfalls unter Verwendung
einer oberflächenaktiven Verbindung bzw. eines Emulgators. Zur Vermeidung des Aufschwimmens
setzt man der Matrix mit Vorteil hochdisperse (pyrogene) Kieselsäure (Aerosil) oder
eine analog wirkende Verbindung zu.
[0031] In diesem Sinne betrifft die vorliegende Erfindung ein Verfahren zur Herstellung
von flüssigen oder pastösen Vergussmassen auf Basis polymerer Matrixharze für die
Herstellung von selbstheilenden elektrischen Isolierungen, welches dadurch gekennzeichnet
ist, dass man (a) eine ausgewählte hydrophobierend wirkende Verbindung oder ein Gemisch
solcher Verbindungen in einem geeigneten Verkapselungsmaterial verkapselt und zumindest
teilweise aushärtet, und (b) das verkapselte Material in ein geeignetes flüssiges
oder pastöses polymeres Matrixharz in gleichmässiger Verteilung dispergiert.
[0032] Die "ausgewählte hydrophobierend wirkende Verbindung oder ein Gemisch solcher Verbindungen",
das "Verkapselungsmaterial", das "geeignete flüssige oder pastöse polymere Matrixharz",
die weiteren Hilfsstoffe, welche bei diesem Herstellungsverfahren zum Einsatz kommen,
sowie die bevorzugten Bedeutungen, sind bereits vorgehend beschrieben.
[0033] Die erfindungsgemässen Vergussmassen werden insbesondere für die Herstellung von
Hochspannungsisolierung für den Freilufteinsatz verwendet, insbesondere für die Herstellung
von Freiluftisolatoren bei Hochspannungsleitungen als Langstab-, Verbund- und Kappenisolatoren
sowie für Stützisolatoren im Mittelspannungsbereich. Die erfindungsgemässen Vergussmassen
können auch in der Herstellung Isolierungen bei Freiluft-Leistungschaltern, Messwandlern,
Durchführungen und Ableitern, im Schaltanlagenbau, in Leistungsschaltern, Trockentransformatoren
und elektrischen Maschinen, Verwendung finden. Im weiteren können die erfindungsgemässen
Vergussmassen auch als Beschichtungsmaterialien für Transistoren und andere Halbleiterelemente
und ganz allgemein zum Imprägnieren von elektrischen Bauteilen verwendet werden. Ebenso
kann die erfindungsgemässe Vergussmasse als Korrosionsschutz für metallische Bauteile,
z.B. für Brücken und Industrieanlagen, verwendet werden, wobei beispielsweise der
Glanz der Schicht auch mit der Alterung nicht verloren geht.
[0034] Dabei wird das Formteil in einem Schritt oder in zwei oder mehreren Schritten hergestellt
bzw. gegossen. So kann man zuerst einen Kern giessen, dessen Material keinen verkapselten
Zuschlagstoff enthält. In einem zweiten Giessschritt wird dann die fertige Form hergestellt,
indem der Kern mit dem erfindungsgemässen Vergussmaterial überzogen wird. Dabei kann
der Kern aus irgend einem geeigneten Material bestehen, beispielsweise auch aus einem
faserverstärkten Kunststoff. Vorzugsweise wird als Kern ein Material verwendet, welches
mit dem erfindungsgemässen Vergussmaterial kompatibel ist und insbesondere mit diesem
eine chemische Bindung eingehen kann. Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn
der Kern aus einem nicht modifizierten Giessharz und der Überzug aus einem erfindungsgemäss
modifizierten Giessharz besteht. Im weiteren ist es möglich, dass das erfindungsgemässe
Vergussmaterial auf einen Kern angegossen wird, und der Kern mit der Polymermatrix
des Vergussmaterials keine chemische Bindung eingeht, dass aber aufgrund des Schrumpfdruckes
des Vergussmaterials eine genügend starke mechanisch Verbindung zwischen dem Kern
und dem angegossenen Teil entsteht. Die folgenden Beispiel erläutern die Erfindung.
Beispiel 1
a) Verkapselung eines Silikonöls:
[0035] 15 Gramm eines Gemisches eines linearen Dimethylsiloxans (Baysilone M-1000, der Firma
GE-Bayer Silikones, D-Leverkusen) mit einer Viskosität von 1000 cSt bei 20°C werden
in 90 Gramm eines flüssigen nicht-gehärteten Melamin-Formaldehydharz-Ausgangsgemisches
dispergiert, bis das Silikonöl eine durchschnittlichen Tröpfengrösse im Bereich von
10 um - 50 µm erreicht hat. Die Dispersion wird anschliessend durch eine Düse fein
versprüht und bei einer Temperatur von 150°C teilweise ausgehärtet, so dass ein rieselfähiges
Pulver mit einer durchschnittlichen Teilchengrösse im Bereich von 5µm - 100 µm erhalten
wird.
b) Herstellung der Vergussmasse:
[0036] 10.0 Gramm des pulverigen gemäss a) erhaltenen verkapselten Silikonöls werden in
100 Teile der flüssigen Epoxidharzformulierung EP 1020-6 QMEST (CIBA SC AG, Basel)
bis zur gleichmässigen Verteilung eingemischt. Die Epoxidharzformulierung enthält
62 Gew.-% silanisiertes Quarzmehl. Das Giessharz wird in einem Rezipienten evakuiert
und in eine auf 80°C heisse Giessform unter Vakuum vergossen. Nach einer Gelierzeit
von 4 Stunden bei 80°C werden die Prüfkörper der Giessform entnommen und bei 140°C
während 10 Stunden nachgehärtet. Dabei erhält man ein 4 mm dicke Platte, welche zu
Prüfkörpern verarbeitet wird.
[0037] c) Testmethode für die Messung der Hydrophobie, des Hydrophobieerhalts und der Hydrohobiewiederkehr
sowie Vergleichsresultate zwischen dem (i) aus gehärteten Giessharz
mit Zusatz des verkapselten Silkonöls und (ii) aus gehärteten Giessharz
ohne Zusatz des verkapselten Silikonöls hergestellten Prüfkörpern.
[0038] Zur Prüfung des elektrischen Verhaltens der (i) aus der erfindungsgemässen Vergussmasse
hergestellten Prüfkörper mit den (ii) aus der konventionellen Vergussmasse hergestellten
Prüfkörper, werden die beiden Prüfkörper einer elektrischen Corona-Entladung während
einer Zeitdauer von mindestens 20 Minuten ausgesetzt. Dabei wird vorübergehend die
Oberflächenhydrophobie vermindert oder gänzlich zerstört, worauf anschliessend eine
Hydrophobie-Erholung einsetzt. Die Hydrophobie wird in an sich bekannter Weise mit
dem Dynamischen Vorrückwinkel mit Wasser in Graden (°) gemessen. Je grösser der Vorückwinkel,
umso höher die Hydrophobie. Die gemessenen Dynamischen Vorrückwinkel für erfindungsgemässen
gehärteten Vergussmassen bzw. Prüfkörper sowie die Vergleichswerte für die vergleichbaren
konventionellen Prüfkörper sind in
Tabelle 1 aufgeführt. Die gemessenen mechanischen Eigenschaften der beiden Prüfkörper sind
im wesentlichen in vergleichbarer Grössenordnung und liegen in jedem Fall wesentlich
über den erforderlichen Gebrauchswerten.
Tabelle 1
| |
Dynamischer Vorrück-winkel (Wasser, in °) Prüfkörper gemäss Beispiel 1(b) |
Dynamischer Vorrückwinkel (wasser, in °) Prüfkörper ohne Zusatz von verkap-seltem
Silikonöl |
| Grundhydrophobie (ohne Corona-Entladung) |
95 |
115 |
| Hydrophobie direkt nach der Corona-Entladung |
Null |
50 |
| Hydrophobie nach 20 h |
40 |
80 |
| Hydrophobie nach 100 h |
50 |
90 |
| Hydrophobie nach 200 h |
50 |
100 |
| Hydrophobie nach 300 h |
50 |
100 |
| Hydrophobie nach 400 h |
50 |
110 |
| Hydrophobie nach 500 h |
50 |
110 |
[0039] Ersetzt man im Beispiel das Silikonöl durch ein fluoriertes linearen Dimethylsiloxan,
so erhält man vergleichbare Resultate.
1. Flüssige oder pastöse Vergussmasse auf der Basis eines polymeren Matrixharzes oder
eines Gemisches solcher Harze, für die Herstellung von selbstheilenden elektrischen
Isolierungen, dadurch gekennzeichnet, dass diese Vergussmasse in gleichmässiger Verteilung eine ausgewählte hydrophobierend
wirkende Verbindung oder ein Gemisch solcher Verbindungen in verkapselter Form enthält.
2. Vergussmasse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass diese ein duroplastisch härtbares Giessharzsystem darstellt, vorzugsweise auf der
Basis eines duroplastisch härtbaren Polykondensats, eines duroplastisch härtbaren
Polyadduktes und/oder einer Mischform derselben.
3. Vergussmasse nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Matrixharz ausgewählt ist aus der Gruppe der härtbaren Phenol/Formaldehyd Kunststoffe,
Harnstoff/Formaldehyd-Kunststoffe, Melamin/Formaldehyd-Kunststoffe, Melamin/Phenol/Formaldehyd-Formmassen,
ungesättigten Polyesterharze, DAP-Harze, Polyimide, Polybenzimidazole, Epoxidharzen
oder vernetzten Polyurethane (PUR), und vorzugsweise ein aromatisches und/oder cycloaliphatisches
Epoxidharze und/oder eine PUR-Giessmasse darstellt.
4. Vergussmasse nach einem der Ansprüche 1-3, dadurch gekennzeichnet, dass diese ein aromatisches und/oder cycloaliphatisches Epoxidharz darstellt und mindestens
eine vernetzend wirkende Glycidylverbindung enthält, welche mindestens zwei 1,2-Epoxidgruppen
im Molekül aufweist, vorzugsweise ein Gemisch von solchen Polyglycidylverbindungen,
vorzugsweise ein Gemisch von Diglycidyl- und Triglycidylverbindungen.
5. Vergussmasse nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Glycidylverbindung ein Molekulargewicht zwischen 200 und 1200, insbesondere zwischen
200 und 1000 aufweist und ihr Epoxidgehalt mindestens drei Äquivalente pro Kilogramm
der Verbindung beträgt, vorzugsweise mindestens vier Äquivalente pro Kilogramm und
insbesondere mindestens fünf Äquivalente pro Kilogramm.
6. Vergussmasse nach einem der Ansprüche 1-5, dadurch gekennzeichnet, dass diese mindestens einen Füllstoffe enthält, vorzugsweise Quarzmehl, Aluminiumoxid
und/oder Dolomit, vorzugsweise einen mit einer Silanisierung versehenen Füllstoff.
7. Vergussmasse nach einem der Ansprüche 1-6, dadurch gekennzeichnet, dass die hydrophobierend wirkende Verbindung einen fliessfähigen fluorierten und/oder
chlorierten Kohlenwasserstoff, welcher -CH2-Einheiten und/oder -CHF-Einheiten, -CF2-Einheiten, - CF3-Einheiten, -CHCl-Einheiten, -C(Cl)2-Einheiten und/oder - C(Cl)3-Einheiten aufweist oder ein cyclisches, lineares oder verzweigtes fliessfähiges Organopolysiloxan
darstellt.
8. Vergussmasse nach einem der Ansprüche 1-7, dadurch gekennzeichnet, dass die hydrophobierend wirkende Verbindung eine Viskosität im Bereich von 50 cSt bis
10'000 cSt, vorzugsweise im Bereich von 100 cSt bis 10'000 cSt und vorzugsweise im
Bereich von 500 cSt bis 3'000 cSt, gemessen gemäss DIN 53 019 bei 20°C, aufweist.
9. Vergussmasse nach einem der Ansprüche 1-8,
dadurch gekennzeichnet, dass die hydrophobierend wirkende Verbindung eine Verbindung, bzw. ein Verbindungsgemisch,
der allgemeinen Formel (I) :

darstellt, worin
R unabhängig voneinander einen gegebenenfalls chlorierten und/oder fluorierten Alkylrest
mit 1 bis 8 Kohlenstoffatomen, (C1-C4)-Alkylaryl oder Aryl;
R1 unabhängig voneinander eine der Bedeutungen von R oder R2, wobei gegebenenfalls zwei an verschiedene Si-Atome gebundene endständige Substituenten
R1 zusammen genommen für ein Sauerstoffatom stehen (= cyclische Verbindung);
R2 eine der Bedeutungen von R, oder Wasserstoff, oder einen Rest - (A)r-CH=CH2;
A einen Rest -CsH2s- , vorzugsweise -(CH2)s- , worin
s eine ganze Zahl von 1 bis 6, vorzugsweise 1;
r Null oder eins;
m durchschnittlich von Null bis 5000;
n durchschnittlich von Null bis 100;
bedeuten, wobei die Summe von [m+n] für nicht-cyclische Verbindungen mindestens 20,
vorzugsweise mindestens 50 beträgt, und die Gruppen -[Si(R)(R)O]- und -[Si(R
1)(R
2)O]- in beliebiger Reihenfolge im Molekül angeordnet sind.
10. Vergussmasse nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, dass in der Verbindung der Formel (I)
R unabhängig voneinander einen gegebenenfalls fluorierten Alkylrest mit 1 bis 4
Kohlenstoffatomen oder Phenyl; vorzugsweise 3,3,3- Trifluoropropyl, Monofluoromethyl,
Difluoromethyl oder Alkyl mit 1-4 Kohlenstoffatomen; vorzugsweise Methyl oder Phenyl,
vorzugsweise Methyl;
m durchschnittlich 20 bis 5000, vorzugsweise 50 bis 1500;
n durchschnittlich 2 bis 100, vorzugsweise 2 bis 20;
bedeuten, wobei die Summe von [m+n] für nicht-cyclische Verbindungen durchschnittlich
im Bereich von 20 bis 5000, vorzugsweise im Bereich von 50 bis 1500, liegt, und die
Gruppen -[Si(R)(R)O]- und -[Si(R
1)(R
2)O]- in beliebiger Reihenfolge im Molekül angeordnet sind.
11. Vergussmasse nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindung der Formel (I) eine cyclische Verbindung darstellt, welche aus -[Si(R)(R)O]-
und/oder -[SiR1(R2)O]- Einheiten zusammengesetzt ist, und welche einen Ring mit 4 bis 12 solcher Einheiten,
vorzugsweise mit 4 bis 8 solcher Siloxy-Einheiten bildet.
12. Vergussmasse nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindung der Formel (I) ein cyclisches Polydimethylsiloxan mit 4 bis 8 Siloxy-Einheiten
oder ein cyclisches Organohydrogenpolysiloxane oder ein cyclisches Organovinylpolysiloxan
darstellt.
13. Vergussmasse nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass in der Verbindung der Formel (I) R2 sowohl Wasserstoff als auch - A-CH=CH2 bedeutet, wobei R2 pro Molekül nur entweder Wasserstoff oder -A-CH=CH2 bedeutet, und diese beiden separat verkapselten Verbindungen mindestens in äquimolaren
Mengen in der Vergussmasse zusammen mit mindestens einer Komplexverbindung oder einem
Gemisch von Komplexverbindungen aus der Gruppe der Rhodium-, Nickel-, Palladium- und/oder
Platinmetalle, anwesend sind.
14. Vergussmasse nach einem der Ansprüche 1-13, dadurch gekennzeichnet, dass für die Verkapselung der hydrophobierend wirkenden Verbindung oder Verbindungen,
ein duroplastisch härtbares Giessharzsystem nach einem der Ansprüche 2-4, vorzugsweise
auf der Basis eines duroplastisch härtbaren Polykondensats, eines duroplastisch härtbaren
Polyadduktes und/oder einer Mischform derselben, verwendet wird.
15. Vergussmasse nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass für die Verkapselung der hydrophobierend wirkenden Verbindung oder Verbindungen ein
Melamin/Formaldehyd-Harz, eine härtbare Melamin/Phenol/Formaldehyd-Formmasse, ein
Epoxidharz und/oder ein vernetztes Polyurethan verwendet wird.
16. Vergussmasse nach einem der Ansprüche 1-15, dadurch gekennzeichnet, dass das Verhältnis Wandmaterial zu der zu verkapselnden Verbindung im Bereich von 10:1
bis 2:1, vorzugsweise im Bereich von 6:1 bis 3:1 liegt und insbesondere etwa 4:1 beträgt.
17. Vergussmasse nach einem der Ansprüche 1-16, dadurch gekennzeichnet, dass das verkapselte Material, bzw. die Teilchen, welche verkapselten Verbindung(en) enthalten,
einen Teilchendurchmesser von 2µm - 1000 µm, vorzugsweise 5µm - 500 µm, und vorzugsweise
5µm - 100 um, aufweisen.
18. Vergussmasse nach einem der Ansprüche 1-17, dadurch gekennzeichnet, dass diese 0.1 Gew.-% bis 10 Gew.-%, vorzugsweise 0.25 Gew.-% bis 5 Gew.-%, und vorzugsweise
0.25 Gew.-% - 3 Gew.-%, an hydrophobierend wirkender Verbindung enthält.
19. Verfahren zur Herstellung von flüssigen oder pastösen Vergussmassen auf Basis polymerer
Matrixharze für die Herstellung von selbstheilenden elektrischen Isolierungen, dadurch gekennzeichnet, dass man (a) eine ausgewählte hydrophobierend wirkende Verbindung oder ein Gemisch solcher
Verbindungen gemäss einem der Ansprüche 1-13 in einem geeigneten Verkapselungsmaterial
gemäss einem der Ansprüche 14-17 verkapselt und zumindest teilweise aushärtet, und
(b) das verkapselte Material in ein geeignetes flüssiges oder pastöses polymeres Matrixharz
gemäss Anspruch 17 in gleichmässiger Verteilung dispergiert.
20. Verwendung einer Vergussmasse gemäss einem der Ansprüche 1-18 zur Herstellung von
Hochspannungsisolierung für den Freilufteinsatz, insbesondere für die Herstellung
von Freiluftisolatoren bei Hochspannungsleitungen als Langstab-, Verbund- und Kappenisolatoren
sowie für Stützisolatoren im Mittelspannungsbereich, in der Herstellung von Isolierungen
bei Freiluft-Leistungschaltern, Messwandlern, Durchführungen und Ableitern, im Schaltanlagenbau,
in Leistungsschaltern, Tockentransformatoren und elektrischen Maschinen, als Beschichtungsmaterialien
für Transistoren und andere Halbleiterelemente, zum Imprägnieren von elektrischen
Bauteilen und/oder als Korrosionsschutz für metallische Bauteile.
21. Die nach Anspruch 20 behandelten Bauteile.