[0001] Die Erfindung betrifft ein scheibenförmiges Trennwerkzeug gemäss dem Oberbegriff
des Patentanspruchs 1.
[0002] Zur der Herstellung von Schlitzen in einem Untergrund, in denen elektrische Unterputzleitungen
verlegt werden können, werden Mauerschlitzgeräte verwendet, die wenigstens zwei voneinander
beabstandete, scheibenförmige Trennwerkzeuge haben. Der Abstand der beiden Trennwerkzeuge
voneinander hängt dabei von der Breite des herzustellenden Schlitzes ab. Mit Hilfe
dieser Trennwerkzeuge werden zwei voneinander beabstandete Schlitze im Untergrund
erstellt. Anschliessend wird mittels eines geeigneten Ausbrechwerkzeuges der zwischen
den Schlitzen verbleibende Steg aus dem Untergrund gebrochen, so dass ein Kanal entsteht
in dem wenigstens eine elektrische Unterputzleitung verlegbar ist.
[0003] Bei diesen Mauerschlitzgeräten gelangen scheibenförmige Trennwerkzeuge zur Anwendung,
wie sie beispielsweise aus der DE-42 43 480 bekannt sind. Das in dieser bekannten
Druckschrift beschriebene, scheibenförmige Trennwerkzeug weist einen scheibenförmigen
Grundkörper auf,der mit Hilfe einer zentralen Aufnahmebohrung an einem Aufnahmeflansch
des Mauerschlitzgerätes festlegbar ist. Der Grundkörper weist an seinem Umfangsbereich
mehrere kreisförmige Schneidbereiche auf, die durch jeweils eine,zur Aussenkontur
des Grundkörpers hin offene, Ausnehmung unterbrochen sind.
[0004] Neben diesen Ausnehmungen weist der Grundkörper auch mehrere, sich in radialer Richtung
erstreckende Langlöcher auf, wobei jedes Langloch in einem Abschnitt des Grundkörpers
angeordnet ist, der jeweils von zwei Ausnehmungen und der zentralen Aufnahmebohrung
begrenzt ist.
[0005] Bei der Bearbeitung von mineralischen Untergründen in einem sogenannten Trockenschnittverfahren
entstehen an den Schneidbereichen hohe Temperaturen und ein hohes Schneidgutaufkommen.
Der Abtransport dieses Schneidgutes erfolgt durch die Drehbewegung der Trennwerkzeuge
in einer Richtung, die entgegen der Trennrichtung verläuft, unter Mithilfe von Umgebungsluft,
die durch die Langlöcher in den Zwischenraum einströmt. Insbesondere bei sehr hohem
Schneidgutaufkommen kann das Schneidgut nicht schnell genug aus dem Zwischenraum entfernt
werden, da eine dafür notwenige, durch die Langlöcher erfolgende, erhöhte Luftzirkulation
nicht stattfinden kann. Die Ursache dafür ist der in Umfangsrichtung des Grundkörpers
betrachtete, grosse Abstand der Langlöcher voneinander.
[0006] Bei einem erhöhten Schneidgutaufkommen erwärmt sich der Schneidbereich sehr stark.
Die mangelnde Luftzirkulation führt schlussendlich zu einer thermischen Überbeanspruchung
mit bleibender Beschädigung der Trennwerkzeuge.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein scheibenförmiges Trennwerkzeug zu schaffen,
mit dem das abgetragene Schneidgut gut und sicher abtransportiert werden kann, ohne
dass es zu einer thermischen Überbeanspruchung des Trennwerkzeuges kommt.
[0008] Die Lösung dieser Aufgaben erfolgt mit einem scheibenförmigen Trennwerkzeug, welches
die im kennzeichnenden Abschnitt des Patentanspruchs 1 angeführten Merkmale aufweist.
[0009] Die erfindungsgemässen Langlöcher, die sich nicht nur in radialer Richtung sondern
auch teilweise in Umfangsrichtung erstrecken, bilden in Umfangsrichtung eng aufeinanderfolgende
Lufteintrittsbereiche, durch die Luft im wesentlichen ohne Unterbrechung in den von
den beiden Trennwerkzeugen gebildeten Zwischenraum in grosser Menge gelangen kann.
Die für den Abtransport des Schneidgutes zuführbare grosse Luftmenge bewirkt eine
besonders gute Kühlung der Trennwerkzeuge.
[0010] Eine besonders gute Luftzirkulation und somit eine gute Abfuhr des abgetragenen Schneidgutes
aus dem von beiden scheibenförmigen Trennwerkzeugen gebildeten Zwischenraum wird vorzugsweise
dadurch erreicht, indem sich eine im mittleren Bereich der Längserstreckung des Langloches
an dem Strahl anliegende Tangente gegenüber einer Radialen unter einem Winkel von
7° bis 15° erstreckt. Besonders gute Abfuhreigenschaften werden mit einem Winkel von
11° erreicht.
[0011] Ein erhöhter Lufteintritt in der Nähe der Schneidbereiche und somit eine gute Kühlung
der Trennwerkzeuge wird zweckmässigerweise mit Langlöchern erreicht, deren senkrecht
zur grössten Längserstreckung der Langlöcher gemessene Breite zur Aussenkontur des
Grundkörpers hin zunimmt.
[0012] Zweckmässigerweise sind in wenigstens einem, von zwei Ausnehmungen und der Aufnahmebohrung
begrenzten, Ausschnitt des Grundkörpers wenigstens zwei Langlöcher angeordnet. Dadurch
kann eine noch grössere Luftmenge in den von den Schneidwerkzeugen gebildeten Zwischenraum
einströmen, die den Abtransport des Schneidgutes unterstützt und zu einer verbesserten
Kühlung der Trennwerkzeuge beiträgt.
[0013] Aus herstelltechnischen Gründen sind vorteilhafterweise die beiden Langlöcher gleich
gross ausgebildet.
[0014] Um eine gute Luftzirkulation erreichen zu können, ist vorzugsweise der in Umfangsrichtung
gemessene Abstand zwischen den beiden Langlöchern innerhalb eines Ausschnittes kleiner
als ein kürzester Abstand zwischen zwei Langlöchern einander benachbarter Ausschnitte.
[0015] Das Ansammeln von abgetragenem Schneidgut in den Ausnehmungen des Grundkörpers wird
zweckmässigerweise dadurch verhindert, dass die in Umfangsrichtung des Grundkörpers
gemessene Breite der Ausnehmungen zur zentralen Aufnahmebohrung hin zunimmt. Schneidgut,
dass sich beispielsweise im Mündungsbereich der Ausnehmungen ansammelt, wird von weiterem,
abgetragenen, in die Ausnehmungen dringenden Schneidgut in radialer Richtung in einen
erweiterten Bereich der Ausnehmungen gedrückt. In diesem erweiterten Bereich findet
das Schneidgut keinen Halt mehr und fällt aus den Ausnehmungen.
[0016] Bei den Schneidbereichen des Trennwerkzeuges handelt es sich beispielsweise um einen
umfangsseitigen Bereich des Grundkörpers, der mit Diamantkorn belegt ist. Die Schneidbereiche
können aber auch von einzelnen, aus Diamantkorn und Matrixmaterial geformten, segmentförmigen
Schneidkörpern gebildet sein, die beispielsweise durch Löten, Schweissen oder dergleichen
an der Aussenkontur des Grundkörpers befestigt sind.
[0017] Die Langlöcher können auch so ausgebildet sein, dass sie zwar voneinander getrennt
sind, aber sich in Umfangsrichtung des Grundkörpers 1 überlagern.
[0018] Die Erfindung wird anhand einer Zeichnung, die ein Ausführungsbeispiel wiedergibt,
näher erläutert.
[0019] Das dargestellte scheibenförmige Trennwerkzeug weist einen Grundkörper 1 mit einer
zentralen Aufnahmebohrung 3 auf. Die nicht dargestellte Wandstärke des Grundkörpers
1 beträgt zwischen 1 mm und 3 mm. Am Umfangsbereich weist der Grundkörper 1 mehrere
kreisringsegmentförmige Schneidbereiche 2 auf. In Umfangsrichtung sind diese Schneidbereiche
2 durch jeweils eine Ausnehmung 4 voneinander getrennt, die zur Aussenkontur des Grundkörpers
1 hin offen ausgebildet ist und in radialer Richtung den Schneidbereich 2 durchsetzt.
Die senkrecht zur Umfangsrichtung gemessene Breite S2 dieser Ausnehmungen 4 nimmt
in Richtung zentrale Aufnahmebohrung 3 hin zu und der Grund dieser Ausnehmungen 4
ist halbkreisförmig ausgebildet.
[0020] In den von jeweils zwei Ausnehmungen 4 und der zentralen Aufnahmebohrung 3 begrenzten
Ausschnitten A des Grundkörpers 1 befinden sich zwei gleich grosse Langlöcher 5, die
in Umfangsrichtung nebeneinander angeordnet sind. Die beiden Endbereiche dieser Langlöcher
5 sind im wesentlichen halbkreisförmig ausgebildet. Eine Breite S1 dieser Langlöcher
5 nimmt zur Aussenkontur des Grunkörpers 1 hin zu. Jedes dieser Langlöcher 5 erstreckt
sich entlang eines Abschnittes eines vom Zentrum des Grundkörpers 1 ausgehenden, spiralförmigen
Strahles und ist gegenüber einer Radialen R unter einem Winkel von 11° angeordnet.
[0021] Ein Abstand A1 zwischen den in einem Ausschnitt A angeordneten Langlöchern 5 ist
kleiner als ein kleinster Abstand A2 zwischen zwei Langlöchern 5 einander benachbarter
Ausschnitten A.
1. Trennwerkzeug mit einem, eine zentrale Aufnahmebohrung (3) aufweisenden, scheibenförmigen
Grundkörper (1), wobei der Grundkörper (1) an seinem Umfangsbereich mehrere kreisringsegmentförmige
Schneidbereiche (2) aufweist, die in Umfangsrichtung durch jeweils eine zur Aussenkontur
des Grundkörpers (1) hin offen ausgebildete, in radialer Richtung den Schneidbereich
(2) durchsetzende Ausnehmung (4) unterbrochen sind und der Grundkörper (1) in Ausschnitten
(A), die von zwei Ausnehmungen (4) sowie der zentralen Aufnahmebohrung (3) begrenzt
sind, jeweils zumindest ein sich im wesentlichen in radialer Richtung erstreckendes
Langloch (5) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass sich das Langloch (5) entlang eines Abschnittes eines vom Zentrum des Grundkörpers
(1) ausgehenden, spiralförmigen Strahles erstreckt.
2. Trennwerkzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sich im mittleren Bereich der Längserstreckung des Langloches (5) eine am Strahl
anliegende Tangente gegenüber einer Radialen (R) unter einem Winkel (W) von 7° bis
15° erstreckt.
3. Trennwerkzeug nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass eine senkrecht zur Längserstreckung des Langloches (5) gemessene Breite (S1) des
Langloches (5) zur Aussenkontur des Grundkörpers (1) hin zunimmt.
4. Trennwerkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass in wenigstens einem von zwei Ausnehmungen (4) und der Aufnahmebohrung (3) begrenzten
Ausschnitt (A) des Grundkörpers (1) wenigstens zwei Langlöcher (5) angeordnet sind.
5. Trennwerkzeug nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Langlöcher (5) gleich gross ausgebildet sind.
6. Trennwerkzeug nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass der in Umfangsrichtung gemessene Abstand (A1) zwischen den beiden Langlöchern (5)
innerhalb eines Ausschnittes (A) kleiner ist, als ein kürzester Abstand (A2) zwischen
zwei Langlöchern (5) einander benachbarter Ausschnitte (A).
7. Trennwerkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die in Umfangsrichtung gemessene Breite (S2) der Ausnehmungen (4) zur zentralen Aufnahmebohrung
(3) hin zunimmt.