[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Einrichtung zur Verbesserung der Ausrichtegenauigkeit
bei einem bogenförmigen Material, welches vor der Weiterverarbeitung in einer Förderebene
lagegenau in Bezug auf seine Verdrehlage und seine Schräglage in Bezug auf die Laufrichtung
ausgerichtet wird.
[0002] Die DE 44 16 564 A1 bezieht sich auf eine Blattausrichtevorrichtung. Diese Vorrichtung
zum Ausrichten eines sich entlang einer sich im wesentlichen planen Transportbahn
bewegenden Blattes ermöglicht die Ausrichtung eines sich bewegenden Blattes in einer
Vielzahl orthogonaler Richtungen, beispielsweise quer zur Transportbahn, in Richtung
der Transportbahn und zur Beseitigung von Schieflagen. Die Vorrichtung weist eine
erste Rollenanordnung mit einer ersten Andruckrolle auf, die so gelagert ist, dass
sie sich um eine Achse drehen kann, die in einer sich parallel zur Ebene der Transportbahn
erstreckenden Ebene liegt und im wesentlichen rechtwinklig zur Richtung des Blatttransportes
entlang der Transportbahn verläuft. Eine zweite Rollenanordnung weist eine zweite
Andruckrolle auf, die so gelagert ist, dass sie sich um eine Achse drehen kann, die
in einer sich parallel zur Ebene der Transportbahn erstreckenden Ebene liegt und im
wesentlichen rechtwinklig zur Richtung des Blatttransportes entlang der Transportbahn
verläuft. Es ist eine dritte Rollenanordnung vorgesehen, die eine dritte Andruckrolle
aufweist, die so gelagert ist, dass sie sich um eine Achse drehen kann, die in einer
sich parallel zur Ebene der Transportbahn erstreckenden Ebene liegt und im wesentlichen
rechtwinklig zur Richtung des Blatttransportes entlang der Transportbahn verläuft.
Eine dritte Rollenanordnung, die um eine Achse drehbar ist, die in einer sich parallel
zur Ebene der Transportbahn erstreckenden Ebene liegt und im wesentlichen rechtwinklig
zur Richtung des Blatttransportes entlang der Transportbahn verläuft, ist entlang
ihrer Drehachse in einer quer zur Transportbahn verlaufenden Richtung bewegbar. Schließlich
ist eine Steuereinrichtung vorgesehen, die mit der ersten bzw. zweiten bzw. dritten
Rollenanordnung in Wirkverbindung steht und wahlweise die Drehung der ersten und zweiten
Rollenanordnung steuert, um die Vorderkante eines sich in Richtung des Blatttransportes
entlang der Transportbahn bewegenden Blattes in einer rechtwinklig zur Richtung des
Blatttransportes angeordneten Lage auszurichten. Die Steuereinrichtung steuert ferner
die Drehung und Querbewegung der dritten Rollenanordnung, um das sich bewegende Blatt
in der quer zur Richtung des Blatttransportes verlaufenden Richtung sowie in der Richtung
auszurichten, in der sich das Blatt entlang der Transportbahn bewegt.
[0003] Die aus DE 44 16 564 A1 bekannte Blattausrichtevorrichtung vermag die geforderten
Ausrichtegenauigkeiten nur in begrenztem Maße zu erfüllen. Um die geforderten Ausrichtegenauigkeiten
zu erreichen, ist eine umfangreiche Modifikation der Blattausrichtevorrichtung des
Standes der Technik erforderlich, die nicht wirtschaftlich erscheint.
[0004] Bei bogenverarbeitenden nach dem Offsetprinzip funktionierenden Druckmaschinen werden
die Bogen auf dem Anlegetisch in geschuppter Anordnung gefördert, bevor sie an in
der Anlegetischebene vorgesehenen Seiten-und Ziehmarken ausgerichtet werden. Nach
erfolgter Ausrichtung des bogenförmigen Materials wird dieses in ausgerichtetem Zustand
an einen Vorgreifer übergeben, der das bogenförmige Material auf Maschinengeschwindigkeit
beschleunigt und an einen der Vorgreifereinrichtung nachgeordneten bogenförmigen Zylinder
über-gibt. Andere Ausrichtekonzepte setzen meist zylinderförmige Rollen ein, an deren
Rollenkern eine Gummibeschichtung aufgenommen ist. Wird mit einer solchen Konfiguration
eine Ausrichtung bogenförmigen Materials während dessen Vorschub durch Veränderung
der Geschwindigkeit zwischen einer des bogenförmigen Material ergreifenden linken
und rechten Rolle durchgeführt, so erfährt das bogenförmige Material eine Drehung
um einen Drehpunkt, der sich auf der stillstehenden Rolle befindet oder während des
Vorschubs außerhalb der Rolle mit der geringeren Drehzahl oder zwischen den beiden
Rollen befindet. Der tatsäch-liche Kontaktpunkt zwischen dem bogenförmigen Material
und der Rolle ist nicht definiert; es ist lediglich bekannt, dass er sich innerhalb
der Rollenbreite befindet. Diese Unsicherheit wirkt sich auf die Qualität des Ausrichteergebnisses
aus.
[0005] Der Erfindung liegt angesichts der aus dem Stande der Technik bekannten Lösung sowie
des aufgezeigten technischen Problems die Aufgabe zugrunde, die Ausrichtegenauigkeit
bogenförmigen Materials während dessen Vorschub in Bogenlaufrichtung erheblich zu
verbessern.
[0006] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch die Merkmale des Patentanspruches 1 gelöst.
[0007] Die mit der erfindungsgemäßen Lösung erzielbaren Vorteile sind vor allem darin zu
erblicken, dass durch die geometrische Form von Rollenkernmantelflächen bzw. daran
aufgenommener elastischer Beläge wie beispielsweise Gummibeschichtungen, eine möglichst
geringe Kontaktfläche zwischen der Oberseite des auszurichtenden bogenförmigen Materials
und der Kontaktfläche des Ausrichteelementes erzeugt wird. Damit ist der Kontaktpunkt
zwischen Bedruckstoff und Rolle bekannt oder zumindest wesentlich genauer definiert
gegenüber den aus dem Stand der Technik bekannten Lösungen, so dass sich die Qualität
der Ausrichtung erheblich verbessern lässt. Die Kontaktfläche kann sich umso geringer
ausbilden lassen, je formstabiler das zur Ausrichtung verwendete elastische, die Oberseite
des bogenförmigen Materials jeweils kontaktierende Material gestaltet werden kann.
In vorteilhafter Ausgestaltung des der Erfindung zugrundeliegenden Gedankens können
die Ausrichtelemente als Rollen, d.h. als rotationssymmetrische Körper ausgebildet
werden, die einen Rollenkern sowie ein daran aufgenommenes ringförmiges Beschichtungsmaterial
umfassen. Damit kann beispielsweise der Rollenkern aus einem preisgünstigeren Material
gefertigt werden, verglichen mit der daran aufzunehmenden ringförmigen Beschichtung,
ferner lässt sich der Rollenkern so leichter fertigen sowie die ringförmige Beschichtung
gezielt profilieren.
[0008] In einer Ausführungsvariante lässt sich die ringförmige Beschichtung an der Umfangsfläche
des Rollenkerns kraftflüssig aufnehmen. In dieser Ausführungsvariante kann die Ringfläche
beispielsweise als endloser Ring ausgebildet sein, der sich einfach auf die Umfangsfläche
des Rollenkerns aufspannen lässt. Die Beschichtung kann ebenso gut aufgeklebt werden,
oder auch auf die Mantelfläche der Rolle aufgegossen werden.
[0009] In einer zweiten Ausführungsvariante kann die ringförmige Beschichtung an der Umfangsfläche
des Rollenkerns formschlüssig aufgenommen werden. Bevorzugt wird die ringförmig konfigurierte
Beschichtung einstückig ausgebildet, so dass sich am Umfang des Rollenkerns keine
Unterbrechungen, sondern eine durchgängige Oberfläche ausbilden lässt. Die ringförmige
Beschichtung kann beispielsweise mit einem trapezförmigen Querschnitt versehen werden,
der sich insbesondere durch einen zwischen sanft abfallenden Flanken schmal und scharfkantig
ausbildbaren Kontaktbereich für die Oberseite des bogenförmigen Materials auszeichnet.
Je punktförmiger bzw. linienförmiger die Berühungsstelle gestaltet werden kann, desto
genauere Ausrichteergebnisse lassen sich mit der erfindungsgemäß vorgeschlagenen Lösung
erzielen.
[0010] Sind ringförmig konfigurierte Beschichtungen an den Umfangsflächen der Rollenkerne
formschlüssig aufgenommen, so können in die Mantelflächen der Rollenkerne Ausnehmungen
zur formschlüssigen Aufnahme dieser Abstützelemente enthalten sein. Die das bogenförmige
Material ausrichtendenden Kontaktelemente lassen sich als Längsnuten ringförmig in
die Mantelflächen der Rollenkerne einbringen; dadurch ist eine Abstützung der in diese
Ausnehmung einzulassenden Abstützelemente an deren Seitenflächen gewährleistet.
[0011] Zur Herabsetzung der Beschädigungsgefahr der Kontaktbereiche zwischen bogenförmigem
Material und den Ausrichtelementen sind diese als schmale Ringe konfiguriert oder
als trapezförmige Oberflächen gestaltet und können aus einem elastischen nachgiebigen
Material gefertigt werden.
[0012] In bevorzugter Verwendungsweise der erfindungsgemäß vorgeschlagenen Lösung zur Verbesserung
der Ausrichtegenauigkeit lässt sich diese in einer Ausrichteeinheit unterbringen,
die einem Druckwerk beispielsweise einer bogenverarbeitenden Druckmaschine vorgeordnet
sein kann. Die erfindungsgemäße Lösung lässt sich in Ausrichteeinheiten einsetzen,
die auch an digital arbeitenden Rotationsdruckmaschinen eingesetzt werden können,
da der dort verarbeitete Bedruckstoff, seien es Folien, Karton, Papier oder dergl.
ebenfalls einer Ausrichtung bedarf, bevor er bedruckt oder ggfs. in einer digital
arbeitenden Maschine bearbeitet wird.
[0013] Anhand einer Zeichnung wird die Erfindung nachstehend näher erläutert.
[0014] Es zeigt:
- Figur 1
- eine sich einstellende Lageabweichung eines gedruckten Druckbildes relativ zur dieses
aufnehmenden Bedruckstofffläche,
- Figur 2
- einen durch einen Drehversatz gekennzeichneten Versatz des Druckbildes auf dem bogenförmigen
Material,
- Figur 3
- einen Versatz des auf Unterseite und Oberseite eines bogenförmigen Materials in Schön-
und Widerdruck aufgedruckten Druckbildes,
- Figur 4
- die Seitenansicht eines Bogeneinlaufbereiches einer bogenverarbeitenden Maschine in
schematischer Wiedergabe.
- Figur 5
- die Draufsicht auf die Ausrichtekomponenten, die Sensorik sowie die Antriebe für das
bogenförmige Material relativ zur Bogenlaufrichtung ausrichtender Rotationselemente,
- Figur 6
- die oberhalb der Förderebene des bogenförmigen Materials als Segmentrollen ausgebildeten
Rotationselemente,
- Figur 7
- die Ausrichtung eines bogenförmigen Materials mit den Antrieben der die Ausrichtung
bewirkenden Segmentrollen und
- Figur 8
- die erfindungsgemäß vorgeschlagene Konfiguration der das bogenförmige Material ausrichtenden
Segmentrollen.
[0015] Aus der Darstellung gemäß Figur 1 geht ein rechteckig orientiertes bogenförmiges
Material, beispielsweise ein Druckbogen 1 hervor. Der Druckbogen 1 enthält an seiner
Oberfläche ein aufgedrucktes Druckbild 2, welches von einem rahmenartigen Rand 3 umgeben
ist. Die innerhalb der Druckfläche 2 und dem Rahmen 3 markierten Abweichungen von
Δx bzw. Δy, die Lagefehler in x- und y-Richtung 4 bzw. 5 bezeichnend, können sich
beim Aufdrucken des Druckbildes 2 auf die Oberfläche des Bogens 1 einstellen. Die
mit Bezugszeichen 4 bzw. 5 bezeichneten Abweichungen sind Lageabweichungen, wohingegen
in der Darstellung gemäß Figur 2 Winkelabweichungen des Druckbildes 2 in Bezug auf
seine Position auf dem Druckbogen 1 dargestellt sind.
[0016] Aus der Darstellung gemäß Figur 2 sind die sich einstellenden Winkelfehler Δφ mit
Bezugszeichen 6 gekennzeichnet. Das Druckbild 2 kann in den angedeuteten Positionen
auf die Oberfläche des Bedruckstoffmaterials 1 aufgedruckt werden, wobei dieses in
Förderrichtung 22 mit seiner Vorderkante 23 vorangefördert wird.
[0017] Die Darstellung gemäß Figur 3 zeigt in schematischer Ansicht den Wendepasser, wobei
mit Bezugszeichen 7, die sich zwischen den Druckbildern 2 auf Vorder- und Rückseite
des bogenförmigen Materials 1 jeweils einstellenden Versatze charakterisieren lassen.
Diese sind in der Darstellung gemäß Figur 3 mit Bezugszeichen 7 bzw. mit Δx und Δy
bezeichnet. Der Wendepasser spielt insbesondere eine Rolle bei durchscheinenden Papiersorten
sowie beim Broschürendruck.
[0018] Aus der Darstellung gemäß Figur 4 geht in schematisch wiedergegebener Seitenansicht
die Schnittstelle von Bogenausrichtung und das Auflaufen auf ein Transportband hervor.
[0019] Einem um eine Auflaufrolle 11 bzw. ein Steuerrolle 12 umlaufenden Transportband 10,
auf dessen Oberfläche das bogenförmige Material 1 in der Förderebene 9 aufgenommen
wird, ist eine Ausrichteeinheit 8 vorgeschaltet. Nach Passage der Ausrichteeinheit
8, die nachfolgend noch detaillierter beschrieben werden wird, gelangt das ausgerichtete
bogenförmige Material 1 auf der Oberfläche des Transportbandes 10 in die Förderebene
9. Nach Passage der Auflaufrolle 11 wird das bogenförmige Material 1 mittels einer
Anstellklappe 13 oder Anstelllippe, welche in Anstellrichtung 13 bewegbar ist, beaufschlagt.
Die Anstelllippe oder Anstellklappe 13 kann ein Kunststoffbauteil sein, welches von
einer angestellten Position 13.1 in einer abgestellten Position 13.2 bringbar ist,
was hier lediglich schematisch in durchgezogenen oder gestrichelten Linien dargestellt
ist. Mittels der Ansteliklappe bzw. der Anstelllippe 13 erfolgt ein Andrücken des
bogenförmigen Materials 1 auf die Oberfläche des Transportbandes 10 im ausgerichteten
Zustand des bogenförmigen Materials 1. Nach Passage des Andrückelementes passiert
der an der Oberfläche des Transportbandes 10 aufgenommene Bogen eine Ladeeinheit 14.
In dieser Ladeeinheit 14 ist innerhalb einer haubenförmigen Abdeckung eine Elektrode
15 aufgenommen, welche für eine statische Aufladung des bogenförmigen Materials 1
und damit für dessen Adhäsion an der Oberfläche des Transportbandes 10 sorgt.
[0020] Der Ladeeinheit 14, die in der Darstellung gemäß Figur 4 nur schematisch wiedergegeben
ist, ist ein Vorderkantensensor 17 nachgeordnet. Dieser besteht aus einer unterhalb
der Förderebene 9 angeordneten Strahlungsquelle 18, der eine Linsenanordnung 19 vorgeschaltet
ist. Das von der Linsenanordnung 19 ausgehende Strahlungsfeld 20 durchdringt die Förderebene
9 und trifft auf eine Blendenanordnung, die oberhalb der Förderebene 9 des bogenförmigen
Materials 1 vorgesehen ist. Der Blendenanordnung ist ein Empfänger 21 nachgeordnet,
welcher das Vorhandensein der Vorderkante 23 des bogenförmigen Materials 1 sensiert.
[0021] Aus der Darstellung gemäß Figur 5 geht in der Draufsicht die Ausrichteeinheit 8 hervor,
deren Komponenten hier in schematischer Darstellung wiedergegeben sind. Die Ausrichteeinheit
8 wird von dem bogenförmigen Material 1 erreicht, welches in Förderrichtung 22 gefördert
wird. Die Vorderkante 23 des bogenförmigen Materials 1 ist in Bezug auf die Förderrichtung
22 des bogenförmigen Materials 1 versetzt, wodurch sich auch ein schräger Verlauf
der Seitenkanten 24 des bogenförmigen Materials 1 einstellt. Sobald die in schräger
Position in Bezug auf die Förderrichtung 22 liegende Bogenvorderkante 23 eine erste
Lichtschranke 26 überläuft, werden die Antriebe 27, bezeichnet mit M 1 bzw. M 2, die
über Einzelachsen 32 Rotationselemente 25 antreiben, auf Vorschubgeschwindigkeit beschleunigt.
Durch die über die Lichtschranke 26 ausgelöste Ansteuerung der Antriebe 27, M 1 oder
M 2 ist sichergestellt, dass jedes Exemplar des bogenförmigen Materials 1 mit identischen
Umfangsabschnitten der Rotationselemente 25, die beispielsweise als Segmentrollen
ausgestaltet sein können, in Berührung kommt. Etwaige sich einstellende Unterschiede
in der Vorschubbewegung, die auf Maß- und Formtoleranzen der beiden Rotationselemente
25 zurückzuführen sein könnten, treten dadurch bei jedem Exemplar des bogenförmigen
Materials 1 in gleicher Weise auf und können leicht herauskalibriert werden.
[0022] Nachdem durch Passage der ersten Lichtschranke 26 die beiden Rotationselemente 25
in Rotation versetzt sind, wird das bogenförmige Material 1 mit Vorschubgeschwindigkeit
über eine der ersten Lichtschranke 26 nachgeordnete weitere Sensoreinheit 30.1 transportiert.
Sobald der erste der beiden Sensoren des Sensorpaares 30.1 die Bogenvorderkante 23
des bogenförmigen Materials 1 detektiert hat, beginnt eine Zählereinheit die Motorschritte
zu zählen. Der Zählvorgang wird dann beendet und die Differenz festgehalten, wenn
der zweite Sensor des Sensorpaares 30.1 schaltet.
[0023] Aus dem auf diese Weise ermittelten Zählerstand wird ein Korrekturwert ermittelt,
der als zusätzlicher Vorschub an den zuletzt gestarteten Segmentrollenantrieb d.h.
entweder den Antrieb 27, der mit M 1 bezeichnet ist, oder den Antrieb 27, der mit
M 2 bezeichnet ist, weitergegeben wird. Dadurch wird der entsprechende als Segmentrolle
ausgebildete Rotationskörper 25 mit erhöhter Vorschubgeschwindigkeit bewegt, bis die
vorgegebene Wegdifferenz vollständig ausgeglichen ist. Am Ende dieses Korrekturvorganges
ist die Bogenvorderkante 23 exakt senkrecht zur Förderrichtung 22 orientiert.
[0024] Nach erfolgter Korrektur wird das bogenförmige Material 1 in Förderrichtung 22 laufend
von dem ersten Paar Segmentrollen 25 an das diesem nachgeordnete weitere Paar Rotationskörper
25 übergeben, welche an einer gemeinsamen Achse 31 aufgenommen sein können. Nunmehr
wird das über Antrieb 27 bzw. M 1 und M 2 angetriebene Segmentrollenpaar 25 abgeschaltet
und bewegt sich eine Ruheposition.
[0025] Das in Bezug auf seine Winkellage nunmehr korrekt ausgerichtete bogenförmige Material
1 läuft nunmehr auf ein Sensorfeld 30 auf, in der die Position der Seitenkanten 24
des bogenförmigen Materials 1 gemessen wird. Aus dem ermittelten Messwert wird eine
Positionsänderung für den Antrieb 27 ermittelt, der mit M 4 bezeichnet ist, dessen
Antriebswelle sich parallel zur Bogenlaufrichtung 22 erstreckt. Mittels dieses in
einer zweiten Orientierung 29 aufgenommenen Antriebs 27 erfolgt eine Korrektur der
Lage des bogenförmigen Materials 1 parallel zu seiner Förderrichtung 22 (vgl. Figur
7).
[0026] Danach läuft das in seiner Winkellage und seiner seitlichen Position ausgerichtete
bogenförmige Material 1 unterhalb eines in eine Position 13.1 bzw. 13.2 gestellten
Anstellklappen oder Anstelllippenelementes 13 auf das Transportband 10, auf um in
korrekt ausgerichteter Position in die nachgeschaltete Druckeinheit einzulaufen. Aus
der Darstellung gemäß Figur 6 geht eine Ausführungsvariante der in der Ausrichteeinheit
8 aufgenommenen oberhalb der Förderebene 9 befindlichen Rotationselemente 25 hervor.
Die Rotationselemente 25 können in bevorzugter Ausführungsform als Segmentrollen ausgebildet
sein, die eine durch eine Unterbrechung gekennzeichnete Umfangsfläche 33 aufweisen.
Die Segmentrollen 25 rotieren in Richtung 34, gekennzeichnet durch den dargestellten
Pfeil und beschreiben etwa einen ¾-Kreis in Bezug auf ihre Rotationsachse. Unterhalb
der jeweiligen Segmentrolle 25 ist eine das bogenförmige Material 1 abstützende Rolle
dargestellt. Diese kann, vgl. Darstellung Figur 8, entweder einteilig oder auch aus
einem Rollenkern 38 bzw. einer Beschichtung 35, 37 bestehen.
[0027] Die als Segmentrollen 25 dienenden Rotationskörper sind in einer Ruheposition im
linken Teil der Figur 6 dargestellt, während sie im rechten Teil der Figur 6 ein in
Förderrichtung 22 gefördertes Exemplar des bogenförmigen Materials 1 mit ihrer Umfangsfläche
33 greifen und entsprechend der Drehrichtung 34 in Bogenlaufrichtung 22 transportieren.
Figur 5 zeigt die Korrektur der Winkellage des bogenförmigen Materials 1 bei der Passage
der Ausrichteeinheit 8. In der in Figur 7 gezeigten Position des bogenförmigen Materials
1 hat dessen Vorderkante 23 gerade den letzten Sensor des Sensorpaares 30.1 erreicht,
so dass nunmehr der mit M 1 bezeichnete Antrieb 27 der Segmentrolle 25 beschleunigt
werden kann, um die Winkellage des bogenförmigen Materials 1 in Bezug auf die Förderrichtung
22 auszugleichen. Erwähnt sei noch, dass im Gegensatz zu den Antrieben M 3 und M 4,
die über eine durchgehende Antriebswelle 31 miteinander verbunden sind, die Segmentrollen
25, die mit den Antrieben M 1 und M 2 in Verbindung stehen, jeweils über Einzelwellen
32 angetrieben sind. Nach Korrektur der Winkellage des bogenförmigen Materials 1 durch
unterschiedlich schnelle Ansteuerungen der jeweiligen Antriebe 27 (M 1 und M 2) der
Segmentrollen 25, erfährt das bogenförmige Material 1 eine Korrektur seiner Seitenlage.
Nach der Messung der Lage der Seitenkanten 30 des bogenförmigen Materials 1 durch
die Sensoren 31 wird das bogenförmige Material 1 nunmehr korrekt parallel zur Förderrichtung
22 ausgerichtet, indem über den Antrieb M 4 eine Verschiebung des bogenförmigen Materials
1 in seiner Förderebene vor Erreichen des Anstellelementes 13 und vor Auflaufen auf
das Transportband 10 erfolgt. Mit Antrieb M 3, orientiert in der ersten Orientierung
28, wird über eine gemeinsame Welle 31 der Vorschub des bogenförmigen Materials 1
mit korrekt ausgerichteter Vorderkante 23 gewährleistet, während dieses über den in
einer zweiten Orientierung 29 aufgenommenen Antrieb 27 mit M 4 bezeichnet in seiner
seitlichen Lage ausgerichtet wird.
[0028] Aus der Darstellung gemäß Figur 8 geht die Konfiguration der Segmentrollen hervor,
die gemäß eines dargestellten Ausführungsbeispieles zweiteilig ausgeführt sein können.
Die als Segmentrollen 25 ausgeführten Ausrichtelemente können mit einer Beschichtung
35 versehen sein. Im linken Ausführungsbeispiel gemäß Figur 8 ist eine ringförmige
Beschichtung 35 mit zylindrischer Kontaktfläche 45 wiedergegeben.
[0029] Im mittleren Ausführungsbeispiel hingegen ist ein Rollenkern 38 dargestellt, auf
dessen umlaufender Mantelfläche eine trapezförmige Beschichtung 37 aufgebracht ist.
Die trapezförmige Beschichtung 37 kann aus Gummi oder aus einem anderen elastischen
Material bestehen und kraftschlüssig auf der Mantelfläche des Rollenkernes 38 aufgenommen
oder auch auf diese aufgegossen werden. Sie kann als endloser Ring einfach auf dem
Umfang aufgeklemmt oder auch aufgeschrumpft sein. Zur Erhöhung der Formstabilität
sind die Flankenwinkel 39 der trapezförmigen Beschichtung 37 als flachabfallende Ansätze
39 ausgebildet.
[0030] Zwischen den beiden Flanken 39 ist ein sich in Umfangsrichtung der trapezförmig profilierten
Beschichtung 37 erstreckender stegförmiger Kontaktbereich 36 ausgebildet. Durch den
schmalen Kontaktbereich lässt sich der Kontaktpunkt zwischen einer Seite des bogenförmigen
Materials 1 und der Kontaktfläche 36 sehr klein halten und genauestens definieren,
wodurch sich ein durch die Kontaktbereiche 36 jeweils auszurichtendes bogenförmiges
Material 1 genauestens ausrichten lässt, da der Drehpunkt, um den die Ausrichtung
erfolgt, nunmehr definiert ist.
[0031] Bei Ausrichteelementen mit glatt verlaufender Zylinderfläche von 35 ist der tatsäch-liche
Drehpunkt nicht bekannt; dieser befindet sich über die Breite des Rollenkerns an einer
nicht näher definierten Stelle an der Kontaktfläche 45. Alternativ zu einem ringförmigen
ausgebildeten Beschichtungsträger, der auch kraftschlüssig auf die Umfangsfläche eines
Rollenkerns 38 aufgebracht werden kann, lässt sich ein Beschichtungselement auch formschlüssig
am Rollerkern 38 aufnehmen. Gemäß der rechten Darstellung in Figur 8 kann an der Umfangsfläche
eines Rollenkerns 38 eine sich ringförmig erstreckende Ausnehmung 41 in Form einer
Längsnut ausgebildet werden. Die Längsnut ist von einem sich ebenfalls ringförmig
am Rollenkern 38 erstreckenden Nutgrund 42 gebildet und durch zwei sich ebenfalls
ringförmig am Rollenkern 38 erstreckenden Nutflanken begrenzt. In einer solcherart
konfigurierten Ausnehmung am Umfang des Rollenkerns 38 kann eine Gummifüllung 40 oder
ein ringförmiges, ein trapezförmiges, ein rechteckiges, ein rautenförmiges, oder ein
zylindrisch konfiguriertes Ausrichteelement aufgenommen sein. Die die Seitenflanken
eines derart konfigurierten Ausrichteelementes 40 abstützenden Wände 42 der Ausnehmung
41 lassen eine hohe Formstabilität bei möglichst geringer Breite der Auflagefläche
45 des Ausrichteelementes zu. Damit ist sichergestellt, dass bei den sich einstellenden
Bewegungen des bogenförmigem Materials 1 und des Ausrichteelementes 25, während der
Seitenausrichtung die Kontaktfläche 45 nicht aus der Ausnehmung 41 gedrückt wird.
Dazu ist es ausreichend, dass das Kontaktfläche 45 gemäß der rechten Ausführungsvariante
in Figur 8 nur um wenige Zehntel-Millimeter über die Mantelfläche 46 des Rollerkernes
38 hervorsteht. Durch Ergreifen des bogenförmigen Materials (1) werden die Ausrichteelemente
40 leicht komprimiert, so dass sich eine glatte, kontinuierliche Fläche mit der angrenzenden
Fläche 46 des Rollenkerns 38 ergibt. Durch die Materialwahl für das Ausrichteelement,
welches in die Ausnehmung 41 des Segmentrollenkernes 38 eingelassen wird, lässt sich
der sich zwischen dem bogenförmigen Material 1 und der Oberfläche des Ausrichtelementes
25 einstellende Reibwert beeinflussen. Der Reibwert an der Unterseite muss geringer
sein als der Reibwert, der sich zwischen der Oberseite des bogenförmigen Materials
1 und der Umfangsflächen 33 der Segmentrollen 25 einstellt, damit durch diese eine
Ausrichtung relativ zu den das bogenförmige Material 1 abstützenden Gegendruckelementen
34 erfolgen kann.
[0032] Anstelle eines in die Mantelfläche des Rollerkernes 38 einzulassenden Ausrichtelementes
kann auch die Mantelfläche der Rollerkerne 38 selbst entsprechend konfiguriert werden,
so dass sich an deren äußersten Ende eine die Oberseite des bogenförmigen Materials
1 linienförmig berührende Kontaktfläche ergibt, die ursächlich für ein genaues Ausrichteergebnis
ist.
Bezugszeichenliste
[0033]
- 1
- bogenförmiges Material
- 2
- Druckbild
- 3
- Rahmen
- 4
- Lagefehler y-Richtung
- 5
- Lagefehler x-Richtung
- 6
- Verdrehfehler
- 7
- Versatz Vorderseite/Rückseite
- 8
- Ausrichteeinheit
- 9
- Förderebene
- 10
- Transportband
- 11
- Auflaufrolle
- 12
- Steuerrolle
- 13
- Anstellelement
- 13.1 1
- Position
- 13.2 2.
- Position
- 14
- Ladeeinheit
- 15
- Elektrode
- 16
- Abstützung
- 17
- Vorderkantensensor
- 18
- Strahlungsquelle
- 19
- Linse
- 20
- Strahlungsfeld
- 21
- Empfänger
- 22
- Laufrichtung
- 23
- Vorderkante
- 24
- Seitenkante
- 25
- Segmentrolle
- 26
- Lichtschranke
- 27
- Antriebe Segmentrollen
- 28
- 1. Orientierung Antriebe
- 29 2.
- Orientierung Antriebe
- 30
- Sensorfeld
- 30.1
- Sensorpaar
- 31
- gemeinsame Welle
- 32
- Einzelwelle
- 33
- Segmentrollenumfang
- 34
- Gegendruckelement
- 35
- ringförmige Beschichtung
- 36
- Kontaktbereich
- 37
- trapezförmige Beschichtung
- 38
- Rollenkern
- 39
- Flanken
- 40
- Gummifüllung
- 41
- Nut
- 42
- Nutboden
- 43
- Nutflanken
- 44
- Auflagenflächenbreite
- 45
- Kontaktfläche Mantelfläche Rollenkern
1. Ausrichteeinheit für bogenförmiges Material (1), welches mit Rotationselementen (25),(34)
vor der Passage einer Förderebene (9) in Bezug auf die Transportrichtung (22) durch
eine bogenförmiges Material (1) verarbeitende Maschine ausgerichtet wird und auf mindestens
einer Seite von den Rotationselementen (25), (34) ergriffen ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Kontaktbereich (36), (44) zwischen das bogenförmige Material (1) ausrichtenden
Segmentrollen (25) und dem bogenförmigen Material (1) minimiert ist.
2. Ausrichteeinheit gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Segmentrollen (25) einen Rollenkern (38) sowie eine ringförmige Beschichtung
(35) aufweisen.
3. Ausrichteeinheit gemäß Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die ringförmige Beschichtung (35) an der Umfangsfläche des Rollenkerns (38) kraftschlüssig
aufgenommen ist.
4. Ausrichteeinheit gemäß Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die ringförmige Beschichtung (40) an der Umfangsfläche (46) des Rollerkernes (38)
formschlüssig aufgenommen ist.
5. Ausrichteinheit gemäß Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die ringförmige Beschichtung (35) einstückig ausgebildet ist.
6. Ausrichteeinheit gemäß Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die ringförmige Beschichtung (35) einen trapezförmigen Querschnitt (37) aufweist.
7. Ausrichteeinheit gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Mantelfläche (46) des Rollenkerns (38) trapezförmig profiliert ist.
8. Ausrichteeinheit gemäß Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Rollerkern (38) eine Ausnehmung (41) zur formschlüssigen Aufnahme eines elastischen
Ausrichtelementes (40) enthält.
9. Ausrichteeinheit gemäß Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Ausrichteelement (40) ringförmig in die Ausnehmung (41) eingelassen ist.
10. Ausrichteeinheit gemäß Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Ausrichteelement (40) von Seitenflächen (43) der Ausnehmung (41) flankiert ist.
11. Druckwerk mit einer Ausrichteeinheit (8) für bogenförmiges Material (1), welches mit
Rotationselementen (25), (34) vor der Passage einer Förderebene (9) in Bezug auf seine
Transportrichtung (22) durch eine bogenförmiges Material (1) verarbeitende Maschine
ausgerichtet wird und auf mindestens einer Seite von den Rotationselementen (25),
(34) ergriffen wird, dadurch gekennzeichnet, dass der Kontaktbereich (36), (44) zwischen den das bogenförmigen Material (1) ausrichtenden
Segmentrollen (25) und dem bogenförmigen Material (1) minimiert ist.
12. Bogenverarbeitende Maschine mit einer Ausrichteeinheit (8) für bogenförmiges Material
(1), welches mit Rotationselementen (25), (34) vor der Passage einer Förderebene (9)
in Bezug auf seine Transportrichtung (22) durch eine bogenförmiges Material (1) verarbeitende
Maschine ausgerichtet wird und auf mindestens einer Seite von den Rotationselementen
(25), (34) ergriffen wird, dadurch gekennzeichnet, dass der Kontaktbereich (36), (44) zwischen den das bogenförmige Material (1) ausrichtenden
Segmentrollen (25) und dem bogenförmigen Material (1) minimiert ist.
13. Digitale Druckmaschine mit einer Ausrichteeinheit (8) für bogenförmiges Material (1),
welches mit Rotationselementen (25), (34) vor der Passage einer Förderebene (9) in
Bezug auf seine Transportrichtung (22) durch eine bogenförmiges Material (1) verarbeitende
Maschine ausgerichtet wird und auf mindestens einer Seite von den Rotationselementen
(25), (34) ergriffen wird, dadurch gekennzeichnet, dass der Kontaktbereich (36), (44) zwischen den das bogenförmige Material (1) ausrichtenden
Segmentrollen (25) und dem bogenförmigen Material (1) minimiert ist.