[0001] Die Erfindung richtet sich auf einen Schiebebeschlag der im Oberbegriff des Anspruches
1 angegebenen Art. Damit kann ein beweglicher Flügel bezüglich seines ortsfesten Rahmens
mindestens zwischen drei und gegebenenfalls vier Stellungen überführt werden, nämlich
einer Verschlussstellung, einer Abstellstellung, einer Offenstellung und gegebenenfalls
einer Kippstellung. Die Enden des Verschiebungswegs sind durch je ein Paar von Anschlagflächen
und Gegenflächen bestimmt. Das eine Anschlag- und Gegenflächen-Paar sorgt für eine
Ausrichtung des Flügels bezüglich der Rahmenöffnung, damit beim Übergang in die Schließstellung
eine definierte Falzluft zwischen dem Flügel und dem Rahmen verbleibt. Diese Falzluft
ist für eine störungsfreie Umsteuerung der Schließmittel im Falzbereich erforderlich.
Diese Schließmittel bestehen in der Regel aus Zapfen am Flügel und Schließblechen
am Rahmen.
[0002] Bei dem bekannten Beschlag dieser Art (Firmenschrift ROTO Patio "Beschlagtechnik
für großflächige Schiebeelemente", Februar 2000) befinden sich die Anschlagflächen
an ortsfesten Elementen am Ende der Laufschiene. Die Laufschiene ihrerseits ist ortsfest
im unteren Bereich des Rahmens befestigt. Das Element am Ende des Verschiebungswegs
besteht aus einem Puffer, der in der Offenstellung am Außenrand des Flügels anschlägt.
Das Element am Anfang des Verschiebungswegs besteht aus einem Steuerklotz, der in
der Abstellstellung mit Verbindungshebeln zusammenwirkt, die zwischen dem Laufwerk
in der Laufschiene des Rahmens einerseits und dem Flügel andererseits angeordnet sind.
Der Steuerklotz bildet die Anschlagfläche und die Verbindungshebel besitzen die damit
zusammenwirkende Gegenfläche. Diese bekannten Elemente, insbesondere der Steuerklotz,
müssen sorgfältig positioniert werden, wobei nicht nur Justierungen beim Einbau, sondern
später, nach längerem Gebrauch, auch Nachjustierungen erforderlich sind. Diese Justierungen
sind mühsam und zeitaufwendig; sie erfordern besonders geschultes, teures Fachpersonal.
In der Verschlussstellung des Flügels ragt das die Offenstellung bestimmende Element,
nämlich der Puffer, an der Schiene störend ab, er beeinträchtigt das gute Aussehen
des Fensters und der Tür. Weil die bekannten Elemente im Bodenbereich angeordnet sind
verschmutzen sie leicht. Deshalb ist eine häufige, zeitaufwendige Reinigung dieser
Elemente erforderlich.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen preiswerten, zuverlässigen Beschlag
der im Oberbegriff des Anspruches 1 angegebenen Art zu entwickeln, der die genannten
Nachteile vermeidet. Dies wird erfindungsgemäß durch die im Anspruch 1 angeführten
Maßnahmen erreicht, denen folgende besondere Bedeutung zukommt.
[0004] Der erfindungsgemäße Beschlag geht im Vergleich mit dem Stand der Technik einen völlig
neuen Weg. Die maßgebliche Anschlagfläche sitzt bei der Erfindung am Ende eines beweglichen
Elements, welches am Falz des Flügels befestigt ist. Dieses Element soll nachfolgend
"Anschlagelement" bezeichnet werden. Dieses Anschlagelement kann in beträchtlicher
Entfernung vom Bodenbereich angeordnet sein, weshalb eine Verschmutzung keine Rolle
spielt. Im Falle einer Verschmutzung ist aber die Reinigung schnell und bequem ausführbar.
Die Bewegung des Anschlagelements ist im doppelten Sinne zu verstehen. Zunächst einmal
ist das Anschlagelement, weil es am Falz des Flügels befestigt ist, zusammen mit dem
Flügel mitbeweglich, wenn dieser zwischen den genannten vier Stellungen bewegt wird.
Dann ist aber das Anschlagelement mit seinem freien Anschlagende bezüglich seiner
Anbringungsstelle am Flügel seinerseits beweglich. Im Rahmeninneren sind Steuerflächen
vorgesehen, die beim Verstellen des Flügels zwischen der Abstell-bzw. Kippstellung
einerseits und der Schließstellung andererseits das Anschlagende zwischen zwei Lagen
selbsttätig mitbewegen. In der einen Lage, die bei der Abstellstellung vorliegt, ragt
das Anschlagende weit vom Flügel ab, weshalb diese Lage als "Entfernungslage" bezeichnet
werden kann. Ist der Flügel aber in der Verschlusslage an den Rahmen herangedrückt,
so liegt eine "Nahelage" des Anschlagendes vom Anschlagelement bezüglich des Flügels
vor. In beiden Lagen stützt sich das Anschlagende an einer Gegenfläche ab, die im
Falzbereich des Rahmens angeordnet ist. In Verschlussstellung ist das erfindungsgemäße
Anschlagelement im Falz zwischen Rahmen und Flügel versteckt und von außen überhaupt
nicht sichtbar. In jeder dieser Lagen bestimmt das Anschlagende eine definierte Falzluft
zwischen Flügel und Rahmen. An der Laufschiene brauchen keinerlei Bauteile für die
Anschlagwirkung des Flügels befestigt oder justiert zu werden. Das gute Aussehen des
Fensters bzw. der Tür ist sichergestellt.
[0005] In den Zeichnungen ist die Erfindung in mehreren Ausführungsbeispielen dargestellt,
wobei die erfindungsgemäßen Anschlagmittel in den Fig. 1a bis 4b weggelassen werden
und erst in den darauffolgenden Fig. gezeigt sind. Es zeigen:
- Fig. 1a + 1b
- die Vorderansicht und die Seitenansicht einer Tür, wenn sich der Flügel bezüglich
des ortsfesten Rahmens in seiner Verschlussstellung befindet,
- Fig. 2a, 2b, 3a, 3b + 4a, 4b
- die entsprechenden Vorderansichten und Seitenansichten der in Fig. 1a bzw. 1b gezeigten
Tür in drei weiteren Stellungen des Flügels, nämlich einer Abstellstellung am Anfang
des Verschiebewegs (Fig. 3a, 3b), einer Offenstellung am Ende des Verschiebewegs (Fig.
4a, 4b) und einer Kippstellung (Fig. 2a, 2b),
- Fig. 5,
- eine im Prinzip der Fig. 1b entsprechende Seitenansicht der Tür, allerdings in Vergrößerung
demgegenüber, und zwar in Blickrichtung des Pfeils V von Fig. 1a mit einem Ausbruch
im Rahmen, der ein Durchblick auf ein am Flügel angelenktes Anschlagelement zeigt,
- Fig. 6
- eine Querschnittansicht durch die linken Türholme von Fig. 1a längs der dortigen horizontalen
Schnittlinie VI - VI,
- Fig. 7
- eine der Fig. 3b entsprechende Seitenansicht der Tür, also in Blickrichtung des Pfeils
VII von Fig. 3a, wobei ein Teilstück des Rahmenholms ausgebrochen ist und einen Durchblick
auf das dort befindliche Anschlagelement erlaubt,
- Fig. 8,
- analog zu Fig. 6, einen Querschnitt durch die beiden Holme des Flügels und des Rahmens
längs der Schnittlinie VIII - VIII von Fig. 3a, wenn die dortige Abstellstellung vorliegt,
- Fig. 9
- einen der Fig. 8 entsprechenden Querschnitt durch den gleichen Holm des Flügels aber
dem gegenüberliegenden Holm des Rahmens, wenn sich der Flügel in der aus Fig. 4a ersichtlichen
Offenstellung befindet, entlang der Schnittlinie IX - IX von Fig. 4a,
- Fig. 10a-10c
- ein zweites Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Anschlagelements vor dessen
Montage am Flügel, und zwar in Draufsicht (Fig. 10a), Seitenansicht (Fig. 10b) und
Endansicht (Fig. 10c),
- Fig. 11a
- in einer der Fig. 10a entsprechenden Darstellung, die Draufsicht auf ein drittes Ausführungsbeispiel
eines erfindungsgemäßen Anschlagelements und
- Fig. 11b,
- in einer der Fig. 10b entsprechenden Darstellung, die Seitenansicht auf das Anschlagelement
von Fig. 11a.
[0006] In den Fig. 1a bis 9 ist eine Tür mit einem Schiebebeschlag versehen, von dem nur
in den Zeichnungen 5 bis 9 das erste Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Anschlagelements
30 gezeigt ist. Die übrigen Elemente dieses Schiebebeschlags sind von konventioneller
Art und nicht näher dargestellt. Die Tür besteht aus einem ortsfesten Rahmen 10 und
einem beweglichen Flügel 20, der bezüglich der vom Flügel 20 zu verschließenden Rahmenöffnung
13 in verschiedenen Stellungen 20.1 bis 20.4 überführt werden kann. Diese Stellungen
sind mittels einer Hilfslinie 20.1 bis 20.4 durch die äußere vordere Kante des linken
seitlichen Flügelholms 21 charakterisiert, die bezüglich des entsprechenden linken
seitlichen Rahmenholms 11 vier verschiedene Stellungen einnehmen kann. Die Umsteuerung
zwischen den vier Stellungen erfolgt zunächst durch Betätigung einer am Flügelholm
21 sitzenden Handhabe 40, die durch ihre Verstellung auf entsprechende Steuerglieder
wirkt, die ebenfalls von konventioneller Bauweise sind. Davon ist lediglich in Fig.
6 eine Schubstange 41 des Getriebes zu erkennen, die sich in einer Längsnut 23 des
Flügelholms 21 befindet und von einer Stulpschiene 42 überdeckt ist.
[0007] Die Fig. 1a und 1b zeigen die sogenannte "Verschlussstellung" des Flügels 20, welche
durch die Hilfslinie 20.1 gekennzeichnet ist. In der Verschlussstellung 20.1 greift
der Flügel 20 mit seinem Profil in die Öffnung 13 des Rahmens 10 ein, wie aus der
Lage der jeweiligen linken Holme 11, 21 in Fig. 6 zu erkennen ist. Die Tür ist geschlossen.
Durch Bewegung der Handhabe 40 kann der Flügel 20 in seine durch die Hilfslinie 20.2
in Fig. 2a und 2b gekennzeichnete "Kippstellung" überführt werden, wo die Rahmenöffnung
13 teilweise freigegeben ist. Der Flügel 20 befindet sich dann in einer Neigungslage
zur Rahmenebene.
[0008] Durch entsprechende Bewegung der Handhabe 40 kann der Flügel 20 ferner in eine sogenannte
"Abstellstellung" überführt werden, die in den Fig. 3a und 3b gezeigt und durch die
Hilfslinie 20.3 gekennzeichnet ist. In diesem Fall befindet sich der Flügel 20 in
einer Parallelebene zum Rahmen 10 und nimmt dabei die aus Fig. 3b ersichtliche Abstelldistanz
27 ein. Diese Abstellstellung 20.3 ist auch in den entsprechenden Fig. 7 und 8 dargestellt.
Diese Abstelldistanz 27 wird durch eine nicht näher gezeigte Laufschiene am Rahmen
10 einerseits und ein auf dieser Schiene geführtes Laufwerk am Flügel 20 andererseits
bestimmt. Diese Bestandteile des Schiebebeschlags sind, wie schon gesagt wurde, konventioneller
Art und nicht näher dargestellt. Diese Laufschiene erstreckt sich parallel zur Rahmenebene.
[0009] Ausgehend von der Abstellstellung 20.3 von Fig. 3a, 3b erlauben die Laufschiene und
das Laufwerk eine in Fig. 4a durch einen Pfeil 44 verdeutlichte seitliche Verschiebung
des Flügels 20 in eine sogenannte "Offenstellung" von Fig. 4a, 4b. Diese Offenstellung
ist durch die Hilfslinie 20.4 in den Fig. 4a und 4b gekennzeichnet. Zusätzlich zu
der Verschiebung 44 kann auch eine nicht näher gezeigte Betätigung der Handhabe 40
erforderlich sein, wenn z.B. die vorausgehende Abstellstellung 20.3 von Fig. 3a, 3b
des Flügels 20 arretiert war. Auch in der Offenstellung 20.4 befindet sich der Flügel
20 in einer Parallelebene zum Rahmen 10. In diesen Fig. ist der Verschiebungsweg 45
des Flügels 20 markiert. In der Abstellstellung von Fig. 3a befindet sich der Flügel
20 am Anfang dieses Verschiebungswegs 45 und in Fig. 4a an dessen Ende.
[0010] In Fig. 5 und 6 ist ein Anschlagelement 30 gezeigt, welches zwar am Flügel 20 sitzt,
aber beweglich angeordnet ist, wie ein Vergleich mit den entsprechenden Fig. 7 und
8 lehrt. Im vorliegenden Fall dient ein Hebel als Anschlagelement 30, der zwischen
den beiden mit der Hilfslinie 30.1 in Fig. 5 und die Hilfslinie 30.2 in Fig. 7 ersichtlichen
Endlage im Sinne des Doppelpfeils 33 schwenkbeweglich ist. Dieser Hebel 30 soll nachfolgend,
aus noch näher ersichtlichen Gründen, "Anschlaghebel" bezeichnet werden. Der Anschlaghebel
30 ist, wie der Ausbruch in Fig. 5 zeigt und wie der Schnitt von Fig. 6 besonders
gut erkennen lässt, am Falz 24 des linken seitlichen Flügelholms 21 bei 25 angelenkt.
Die Schwenkachse 25 erlaubt eine Schwenkbewegung 33 in einer Parallelebene zum Falz
24 des Flügels 20.
[0011] Wie bereits erwähnt wurde, befindet sich der Flügel 20 in Fig. 5 und 6 in seiner
Verschlussstellung 20.1. Der Hebel 30 hat mindestens an seinem freien Ende 34 eine
gegen den Falz des Rahmenholms 11 weisende erste Anschlagfläche 31. Dieser Anschlagfläche
31 ist, wie Fig. 6 erkennen lässt, eine Gegenfläche 15 im benachbarten Rahmenfalz
14 zugeordnet. Diese Flächen 31, 15 stehen in der Verschlussstellung 20.1 von Fig.
5 und 6 in Berührung miteinander und bestimmen somit eine definierte Lage des Flügels
20 bezüglich des Rahmens 10. Der Anschlaghebel 30 sichert in dieser Stellung 20.1
die in Fig. 6 verdeutlichte Falzluft X zwischen dem Flügelfalz 24 und dem Rahmenfalz
14. Diese Falzluft X sorgt für ein definiertes störungsfreies Bewegen des zum Schiebebeschlag
gehörenden Gestänges. Dieses Gestänge besteht z.B. aus nicht näher gezeigten Verschlusselementen,
die an der bereits erwähnten längsverschieblichen Schubstange 41 sitzen und mit am
Rahmen oder anderen Beschlagteilen vorgesehenen Gegenschließelemente zusammenwirken.
Im vorliegenden Fall wird die Gegenfläche 15 unmittelbar von dem Rahmenfalz 14 selbst
gebildet. Dadurch ist die Montage zusätzlicher Elemente am Rahmen entbehrlich. In
diesem Ausführungsbeispiel ist weiterhin der Anschlaghebel als ein Vierkantstab ausgebildet,
dessen Hebelbreite 36 der Falzluft X entspricht.
[0012] In der Verschlussstellung 20.1 befindet sich der Hebel 30 in der bereits erwähnten
ersten Neigungsendlage 30.1, wo sich sein Ende 34 in einer dem Flügel 20 sehr nahen
Position befindet, weshalb diese Lage 30.1 nachfolgend kurz "Nahelage" bezeichnet
werden soll. Diese Nahelage 30.1 ist dadurch bestimmt, dass sich das Hebelende 34
in einer Neigungsposition befindet und an einer im Rahmeninneren vorgesehenen Steuerfläche
16 abstützt. Nützlich ist es, eine Federbelastung vorzusehen, die den Anschlaghebel
30 im Sinne des Kraftpfeils 26 von Fig. 5 belastet. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel
ist die Steuerfläche 16 durch die Innenfläche des Rahmen-Überschlags 17 gebildet,
der die Falzluft X schauseitig überdeckt.
[0013] Wird der Flügel 20 in seine aus Fig. 7 und 8 ersichtliche Abstellstellung 20.3 um
den aus diesen Fig. 7, 8 ersichtlichen Abstellweg 27 bewegt, so gibt die Steuerfläche
16 das Hebelende 34 frei und der Anschlaghebel 30 gelangt durch seine Schwerkraft
und/oder die erwähnte Kraftbelastung 26 in die bereits genannte zweite Neigungsendlage
30.2, die nachfolgend als "Entfernungslage" bezeichnet werden soll. Diese Entfernungslage
30.2 kann durch einen Drehendanschlag 28 definiert sein. Dieser Drehendanschlag 28
besteht einfach aus einem Anschlagzapfen 28 od. dgl., der am Flügelfalz 24 sitzt.
Alternativ könnte dazu auch die erwähnte Feder dienen, die sich voll entspannt hat
und daher die Schräge der Entfernungslage 30.2 vom Hebel 30 begrenzt. In diesem Fall
wäre ein Drehanschlag 28 entbehrlich. Auch in der Abstellstellung 20.3 von Fig. 7
und 8 befindet sich die vorbeschriebene erste Anschlagfläche 31 mit dem Rahmenfalz
14 in Berührung. Ein benachbarter Bereich des Rahmenfalzes 14 wirkt jetzt als Gegenfläche
15. Damit ist bereits auch in dieser Abstellstellung 20.3 die Falzluft X sichergestellt.
[0014] Entsprechende Anschlagfunktionen erzeugt der gleiche Anschlaghebel 30, wenn die aus
Fig. 9 ersichtliche volle Offenstellung 20.4 des Flügels 20 vorliegt. Es liegen, wie
bereits erwähnt wurde, die aus Fig. 4a und 4b ersichtlichen Verhältnisse vor. Auch
in diesem Fall befindet sich der Anschlaghebel 30 in seiner vom Flügel 20 abragenden
Entfernungslage 30.2, die bereits bei der vorausgehenden Stellung 20.3 in Fig. 7 erläutert
wurde. Der ortsfeste Drehendanschlag 28 ist auch in Fig. 9 wirksam. Der entscheidende
Unterschied ist aber, dass sich der Flügel 20 am Ende des beschriebenen Verschiebungswegs
45 befindet. Wie Fig. 9 verdeutlicht, ist jetzt der linke Flügelholm 21 in Ausrichtung
mit dem gegenüberliegenden rechten Rahmenholm 12. Jetzt wird eine am Anschlaghebel
30 vorgesehene zweite Anschlagfläche 32 wirksam, der eine eigene Gegenfläche 18 am
rechten Rahmenholm 12 zugeordnet ist. Diese Gegenfläche 18 ist auch in diesem Fall
wieder identisch mit dem Rahmenfalz 19 dieses rechten Rahmenholms 12. Damit ist der
Weg der in Fig. 4a bezeichneten Verschiebung 44 des Flügels 20 festgelegt. Dadurch
ist sichergestellt, dass in der Offenstellung 20.4 der Außenfalz 24 des linken seitlichen
Flügelholms 21 mit dem Rahmenfalz 19 des rechten seitlichen Rahmenholms 12 ausgerichtet
ist.
[0015] In den Fig. 10a bis 10c ist eine abgewandelte Ausführungsform 50 des Anschlaghebels
gezeigt. Er unterscheidet sich gegenüber dem vorausgehenden Anschlaghebel 30 dadurch,
dass sein Endbereich gegabelt ist, also zwei Gabelschenkel 51, 52 aufweist, deren
Außenabstand 53 wieder der gewünschten Falzluft X von Fig. 6 entspricht. Die vorbeschriebenen
Anschlagflächen 31, 32 befinden sich hier auf den voneinander wegweisenden Außenflächen
54, 55 der beiden Gabelschenkel 51, 52. Dieser gegabelte Anschlaghebel 50 ist einstückig
aus blattförmigem Material ausgebildet. Die vorbeschriebene Schwenkachse 25 entsteht
durch eine Gelenkverbindung 56 mit einer Lasche 29. Diese Lasche 29 wird durch Schraubmittel
39 am Flügelfalz 24 befestigt.
[0016] Fig. 11a und 11b zeigen ein drittes Ausführungsbeispiel 60 des Anschlagelements das
aus zwei Hebeln 61, 62 besteht. Diese Hebel 61, 62 sind über einen gemeinsamen Anlenkbolzen
56 auf einer gemeinsamen Schwenkachse 25 einer Montagelasche 29 gelagert. Der eine
Hebel 61 trägt an seinem Ende die beschriebene erste Anschlagfläche 31, während die
andere Anschlagfläche 32 sich an der Außenflanke des zweiten Hebels 62 befindet. Beide
Hebel 61, 62 sind durch Schwerkraft und/oder eine nicht näher gezeigte Feder im Sinne
der beiden Pfeile 46, 47 kraftbelastet. Ihre Kraftbelastung 46, 47 ist bestrebt die
beiden Hebel 61, 62 gegeneinander zu bewegen, was durch geeignete Endanschläge begrenzt
sein kann. Die Fig. 11a und 11b zeigen eine der Fig. 5 und 6 entsprechende Situation,
wo die Verschlussstellung 20.1 zwischen dem Flügel und dem Rahmen vorliegt. Dadurch
stützen sich die freien Hebelenden 63, 64 der beiden Hebel 61, 62 an einer angedeuteten
Steuerfläche 16 ab. Diese Steuerfläche 16 ist zweckmäßigerweise, wie im ersten Ausführungsbeispiel
von Fig. 5 und 6, von der Innenfläche 16 des Rahmenüberschlags 17 gebildet.
[0017] Das erfindungsgemäße Anschlagelement muss nicht in jedem Fall ein Hebel sein. Es
könnten auch Schieber verwendet werden, die zwischen der beschriebenen Entfernungslage
und Nahelage selbsttätig verstellbar sind, in Abhängigkeit von der Stellung des Flügels.
Eine weitere Möglichkeit wäre, das Anschlagelement aus zueinander teleskopartig längsverschieblichen
Schubgliedern zu bilden. In diesem Fall ist das eine Schubglied im Bereich des Flügelfalzes
befestigt und das andere Schubglied wirkt mit dem Rahmen zusammen.
Bezugszeichenliste :
[0018]
- 10
- ortsfester Rahmen
- 11
- linker, seitlicher Rahmenholm von 10
- 12
- rechter, seitlicher Rahmenholm von 10
- 13
- Rahmenöffnung von 10
- 14
- Rahmenfalz von 11
- 15
- Gegenfläche bei 11
- 16
- Steuerfläche für 34, Innenfläche von 17
- 17
- Rahmen-Überschlag (Fig. 6)
- 18
- Gegenfläche bei 12
- 19
- Rahmenfalz von 12
- 20
- beweglicher Flügel
- 20.1
- Hilfslinie für Verschlussstellung von 20
- 20.2
- Hilfslinie für Kippstellung von 20
- 20.3
- Hilfslinie für Abstellstellung von 20
- 20.4
- Hilfslinie für die Offenstellung von 20
- 21
- linker, seitlicher Flügelholm von 20
- 22
- rechter, seitlicher Flügelholm von 20
- 23
- Längsnut in 21 (Fig. 6)
- 24
- Flügelfalz von 21
- 25
- Schwenkachse von 30 bzw. 50 bzw. 60
- 26
- Kraftbelastungs-Pfeil (Fig. 5)
- 27
- Abstellweg von 20 gegenüber 10 (Fig. 3b, 7, 8)
- 28
- Anschlag, Drehanschlag für 30
- 29
- Lasche an 50 (Fig. 10a)
- 30
- Anschlagelement, Anschlaghebel
- 30.1
- erste Neigungslage von 30, Nahelage
- 30.2
- zweite Neigungslage von 30, Entfernungslage
- 31
- erste Anschlagfläche von 30
- 32
- zweite Anschlagfläche von 30
- 33
- Schwenkbewegungs-Doppelpfeil von 30
- 34
- Ende von 30
- 36
- Hebelbreite von 30
- 39
- Schraubmittel
- 40
- Handhabe
- 41
- Schubstange des Getriebes (Fig. 6)
- 42
- Stulpschiene bei 23 (Fig. 6)
- 44
- Pfeil der seitlichen Verschiebung von 20 (Fig. 4a)
- 45
- Verschiebungsweg von 20 bezüglich 10
- 46
- Pfeil der Kraftbelastung von 61 (Fig. 11b)
- 47
- Pfeil der Kraftbelastung von 62 (Fig. 11b)
- 50
- Anschlaghebel (Fig. 10a)
- 51
- erster Gabelschenkel von 50
- 52
- zweiter Gabelschenkel von 50
- 53
- Außenabstand zwischen 51, 52
- 54
- Außenfläche von 51
- 55
- Außenfläche von 52
- 56
- Anlenkbolzen für 50 bzw. 60 (Fig. 10a, 11a)
- 60
- Anschlagelement (Fig. 11a; 11b)
- 61
- erster Hebel von 60
- 62
- zweiter Hebel von 60
- 63
- Hebelende von 61
- 64
- Hebelende von 62
- X
- Falzluft zwischen 14 und 24
1. Schiebebeschlag für Fenster, Türen od. dgl., mit einem ortsfesten Rahmen (10) und
mit einem beweglichen Flügel (20),
der bezüglich des Rahmens (10) zwischen einer Verschlussstellung (20.1), einer Abstellstellung
(20.3) am Anfang des Verschiebewegs (45), einer Offenstellung (20.4) am Ende des Schiebewegs
(45) und gegebenenfalls einer mit der Abstellstellung (20.3) fluchtenden Kippstellung
(20.2) bewegbar ist,
und mit zwei Paaren von Anschlagflächen (31, 32) und damit zusammenwirkenden Gegenflächen
(15, 18), welche den Verschiebungsweg (45) des Flügels (20) zwischen der Abstellstellung
(20.3) einerends und der Offenstellung (20.4) andererends begrenzen,
wobei das die Abstellstellung (20.3) bestimmende Anschlag- und Gegenflächen-Paar
(31, 15) den Flügel (20) fluchtend bezüglich der Öffnung (13) des Rahmens (10) positioniert
und beim Übergang in die Verschlussstellung (20.1) eine definierte Falzluft (X) zwischen
dem Falz (24) des Flügels (21) und dem Falz (14) des Rahmens (10) bestimmt,
dadurch gekennzeichnet ,
dass am Falz (24) des Flügels (20) oder des Rahmens ein bewegliches Anschlagelement (30)
sitzt, welches mindestens an seinem freien Ende (34) wenigstens eine der beiden Anschlagflächen
(31, 32) trägt,
dass die zugehörige Gegenfläche (15; 18) sich am Falz (15; 18) des Rahmens (10) oder des
Flügels (20) befindet,
dass im Rahmeninneren (13) bzw. Flügelumfangsbereich Steuerflächen (16) vorgesehen sind,
welche bei der Flügelbetätigung zwischen der Abstell- bzw. Kippstellung (20.3, 20.2)
einerseits und der Verschlussstellung (20.1) andererseits das Ende (34) des Anschlagelements
(30) aus einer vom Flügel (20) bzw. Rahmen (10) weit abragenden Entfernungslage (30.2)
in eine, bezüglich des Flügels (20) bzw. Rahmens benachbarte Nahelage (30.1) überführen,
und dass das Anschlagelement (30) sowohl in seiner die Abstell- bzw. Kippstellung (20.3; 20.2)
kennzeichnenden Entfernungslage (30.2) als auch in seiner die Nahelage (30.1) kennzeichnenden
Verschlussstellung (20.1) an der ihm zugeordneten Gegenfläche (15) sich abstützt und
die Falzluft (X) bestimmt.
2. Beschlag nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Gegenfläche (15; 18) die Falzfläche (14; 19) vom Rahmen (10) selbst ist.
3. Beschlag nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerfläche (16) die Innenfläche des Überschlags (17) vom Rahmen (10) ist.
4. Beschlag nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass das Anschlagelement (30) zwei Anschlagflächen (31, 32) aufweist, die wechselweise
wirksam sind,
dass die eine Anschlagfläche (31) in der Verschluss-, Abstell- und gegebenenfalls
Kippstellung (20.1; 20.3; 20.2) mit der am vorderen Falz (14) des Rahmens (10) befindlichen
Gegenfläche (15) zusammenwirkt,
während die andere Anschlagfläche (32) in der Offenstellung (20.4) an der gegenüberliegenden
Gegenfläche (18) am hinteren Falz (19) des Rahmens (10) zur Anlage kommt.
5. Beschlag nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der seitliche Abstand (36) zwischen den beiden Anschlagflächen (31, 32) gleich ist
der Falzluft (X), die zwischen dem Flügelfalz (24) und dem Rahmenfalz (14) besteht.
6. Beschlag nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Außenflächen (31, 32) auf zueinander gegenüberliegenden Flanken desselben
Anschlagelements (30) sich befinden.
7. Beschlag nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Anschlagelement (50) im Endbereich gegabelt (51; 52) ist
und dass die beiden Anschlagflächen (31, 32) an den voneinander wegweisenden Außenflächen
(54, 55) der beiden Gabelschenkel (51, 52) sitzen.
8. Beschlag nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Anschlagelement ein schwenkbeweglicher Hebel (Anschlaghebel 30) ist, dessen Schwenkachse
(25) am Flügelfalz (24) sitzt.
9. Beschlag nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Anschlaghebel (30) an dem einen seitlichen Falz (24) des Flügels (20) schwenkgelagert
(25) ist.
10. Beschlag nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass am Flügel (20) zwei Anschlagelemente (60, 61, 62) sitzen, von denen das eine (61)
in der Verschluss- und Abstellstellung (20.1, 20.3) und gegebenenfalls in der Kippstellung
(20.2) mit der Gegenfläche (15) am Rahmenfalz (14) zusammenwirkt,
während das andere Anschlagelement (62) in der Offenstellung (20.4) mit der anderen
Gegenfläche (18) am gegenüberliegenden Rahmenfalz (19) zur Anlage kommt.
11. Beschlag nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Anschlagelemente (60) zwar aus zwei Hebeln (61, 62) bestehen,
aber beide Anschlaghebel (61, 62) auf einer gemeinsamen Schwenkachse (25) am Flügel
gelagert sind.
12. Beschlag nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der bzw. die Anschlaghebel (30) durch Drehanschläge (28) in ihrer geneigt zum Flügel
verlaufenden Entfernungslage (30.2) festgelegt sind.
13. Beschlag nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Anschlagelement bzw. der Anschlaghebel (30; 61, 62) durch eine Feder in Richtung
ihrer Entfernungslage (30.2) kraftbelastet (26; 46, 47) sind.
14. Beschlag nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Feder den Anschlaghebel (30) in einer Entfernungslage (30.2) mit definierter
Schräge festhält.
15. Beschlag nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass das Anschlagelement (30) aus mindestens zwei zueinander teleskopartig längsverschieblichen
Schubgliedern besteht,
von denen eines im Bereich des Flügelfalzes (24) befestigt ist und das andere mit
dem Rahmen (10) zusammenwirkt.