Beschreibung
[0001] Die Erfindung betrifft eine Luftansaugvorrichtung für eine Brennkraftmaschine nach
dem Oberbegriff des unabhängigen Anspruchs 1.
[0002] Aus der DE 195 45 746 ist eine Luftansaugvorrichtung für eine Brennkraftmaschine
bekannt. Diese Luftansaugvorrichtung weist einen Sammler auf, der über Saugrohre mit
den Zylindern der Brennkraftmaschine verbunden ist. Die Saugrohre sind mit einer Flügelklappe
mit drei Flügeln verschlossen, durch entsprechendes Schalten der Flügelklappe können
unterschiedlich wirksame Saugrohrlängen realisiert werden.
[0003] Gerade bei Brennkraftmaschinen ist ein zuverlässiges Schließen der Klappen für eine
gleichmäßige Befüllung der Zylinder erforderlich. Hierzu werden unterschiedliche Maßnahmen
angewendet. So besteht die Möglichkeit die Klappen im Montagespritzgießverfahren unmittelbar
in den Kanal einzuspritzen. Es besteht auch die Möglichkeit, die Klappe mit Gummidichtlippen
zu versehen oder entsprechend Dichtringe anzuordnen. Bei der Kupplung mehrerer Klappen
an dem gemeinsamen Versteller ist es erforderlich, dass Koppelglied sorgfältig abzustimmen,
damit die einzelnen Klappen gleichmäßig schließen/öffnen. In vielen Fällen sind die
Klappen und deren Gehäuse sehr aufwendig und teuer aus Metall gefertigt um die Spalte
an den Drosselklappen und an allen Klappen möglichst gleich/klein zu halten. Der Erfindung
liegt die Aufgabe zugrunde, eine Luftansaugvorrichtung für eine Brennkraftmaschine
zu schaffen, welche Drosselklappen aufweist, bei denen eine Gleichverteilung der Luftmenge
zu den Zylindern gewährleistet ist.
[0004] Diese Aufgabe wird ausgehend von dem Oberbegriff des unabhängigen Anspruchs 1 durch
diesen kennzeichnenden Merkmale gelöst.
[0005] Die Ursachen für eine Ungleichverteilung in der Luftzuführung zu einer Brennkraftmaschine
können zum Beispiel von Zylinder zu Zylinder unterschiedliche Spalte zwischen Klappe
und Gehäuse sein oder, falls bei Mehrzylindermotoren mehrere einzelne Klappen mit
einzelnen Achsen montiert werden, von Zylinder zu Zylinder leicht unterschiedliche
Stellungen der Klappen sein. Auch Abweichungen in der Gehäusegeometrie, in diesem
Fall wäre das eventuell auch die Schwingrohrgeometrie, können die Ursache für die
Ungleichverteilung sein. Sind die Spalte, die der in den Zylinder einströmenden Luft
zur Verfügung stehen, aus den genannten Gründen von Zylinder zu Zylinder unterschiedlich,
so erhält jeder Zylinder eine unterschiedliche und nichtdefinierte Masse an Frischluft.
Die Folgen einer Ungleichverteilung können zu hohen Abgasemissionen oder ein unrunder
Motorlauf sein. Die Erfindung hat den Vorteil, dass diese Ungleichverteilung aufgehoben
wird.
[0006] Gemäß dem unabhängigen Anspruch 1 werden die Drosselklappen an einigen Stellen definiert
weich gestaltet und dadurch die Ungleichverteilung reduziert. Dieser Gestaltung liegt
folgende Erkenntnis zugrunde: Sollte ein Zylinder weniger Luft ansaugen als ein anderer,
dann ist der Druckverlauf hinter der Drosselklappe für diesen Zylinder anders. Der
Zylinder der am wenigsten Luft ansaugt, da der Spalt bei ihm am geringsten ist, hat
hinter der Drosselklappe den geringsten Druck. Da der Druck vor der Drosselklappe
bei allen Zylindern gleich ist, ist bei den Zylindern, bei denen der Spalt am kleinsten
ist, die Druckdifferenz über die Klappe am größten. Wenn diese Druckdifferenz genutzt
werden kann um die Klappe zu verformen und dabei den Spalt zu vergrößern, wird dieser
Zylinder mehr Luft ansaugen. Im Idealfall wird die Ungleichverteilung eliminiert.
[0007] Gemäß einer Ausgestaltung der Erfindung steht die Klappe in der geschlossenen Stellung
nicht senkrecht zur Mittelachse des Schwingrohres. Die Endposition in geschlossener
Stellung soll - ausgehend von der geöffneten Stellung - vor dem Errechen der Senkrechten
eingenommen worden sein. Die Klappe sollte im Bereich der Welle möglichst steif und
die Welle selbst torsionssteif sein. Es genügt, wenn die Drosselklappe einen weichen
Teilbereich aufweist.
[0008] Dieser Teilbereich wird sich gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung derart
realisieren lassen, dass der in Strömungsrichtung geneigte Flügel der Drosselklappe
gegenüber dem anderen Flügel biegeweich ist. Eine alternative Luftansaugvorrichtung
für eine Brennkraftmaschine sieht vor, die Achsen der Drosselklappen außermittig anzuordnen.
Die Einzelachsen dieser Drosselklappen sind mit einer Betätigungsstange verbunden.
Zwischen Einzelachse und Betätigungsstange ist jeweils ein federndes Element vorgesehen.
Dieses Element hat die Aufgabe, die ungleiche Verteilung der zugeführten Luft auszugleichen,
d.h. an Stelle einer weichgestalteten Drosselklappe wird die Beweglichkeit durch das
federnde Element realisiert.
[0009] Weiterbildungsgemäß kann die Betätigungsstange translatorisch oder rotatorisch bewegt
werden.
[0010] Diese und weitere Merkmale von bevorzugten Weiterbildungen der Erfindung gehen außer
aus den Ansprüchen auch aus der Beschreibung und den Zeichnungen hervor, wobei die
einzelnen Merkmale jeweils für sich allein oder zu mehreren in Form von Unterkombinationen
bei der Ausführungsform der Erfindung und auf anderen Gebieten verwirklicht sein und
vorteilhafte sowie für sich schutzfähige Ausführungen darstellen können, für die hier
Schutz beansprucht wird.
[0011] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert:
Es zeigt
- Figur 1
- die schematische Darstellung einer Luftansaugvorrichtung
- Figur 2
- die Prinzipskizze von Einzeldrosselklappen auf einer Achse
- Figur 3
- die Prinzipskizze von Einzeldrosselklappen mit Einzelachsen.
[0012] Die Luftansaugvorrichtung gemäß Figur 1 zeigt ein einzelnes Ansaugrohr 10, welches
zu einem Zylinderkopf 11 einer Brennkraftmaschine führt. Im Zylinderkopf ist das Einlaßventil
12 schematisch dargestellt. Im Ansaugrohr 10 ist eine Drosselklappe 13 angeordnet.
Die Drosselklappe ist nahe ihrer Geschlossenstellung gezeichnet. Sie weicht in dieser
Stellung von der Senkrechten bezogen auf die Strömungsrichtung ab. Diese Drosselklappe
ist im Bereich der Welle 14 biegesteif und die Welle selbst torsionssteif. Wird die
Klappe in Strömungsrichtung mit Druck belastet und die beiden Flügel der Klappen wären
weich, so wird ein Flügel 15 in Strömungsrichtung aufgebogen und der andere Flügel
16 gegen die Gehäusewand gedrückt. Der Flügel, der gegen die Gehäusewand gedrückt
werden würde, sollte ebenfalls möglichst steif sein, damit er beim Andrücken gegen
das Gehäuse den Spalt an seiner Seite nicht weiter verkleinert. Der andere Flügel
sorgt dafür, dass der Spalt 17 durch Verformung etwas vergrößert wird und mehr Luft
in den Zylinder einströmt. Der Effekt kann durch eine gezielte Gestaltung der Gehäusekontur
unterstützt werden. Die detaillierte Gestaltung der Klappe und des Gehäuses muss bei
jedem Motor neu abgestimmt werden. Sie ist unter anderem abhängig vom Zylinderhubvolumen
Schwingrohrdurchmesser und vom Abstand des Einlaßventil zur Einzeldrosselklappe. Die
Drehrichtung, in die sich die Drosselklappe öffnet/schließt kann beliebig sein.
[0013] Figur 2 zeigt mehrere Einzeldrosselklappen, die auf einer gemeinsamen Achse befestigt
sind. Auch hier ist die Achse äußerst torsionssteif. Die Einzeldrosselklappen sind
im oberen Bereich 18 relativ weich ausgestaltet. Dies kann beispielsweise durch ein
Zweikomponentenspritzgießverfahren erzielt werden oder durch eine Wandstärkeverringerung.
[0014] Figur 3 zeigt Einzeldrosselklappen 19, bei den sich die einzelnen Klappen nicht auf
einer Achse befinden. Es sind Systeme, bei der jede einzelne Drosselklappe 19 ihre
eigene Achse 20 aufweist. Die einzelnen Achsen 20 werden gemeinsam und synchron über
eine Betätigungsstange betätigt, mit welcher alle Achsen der Einzeldrosselklappen
verbunden sind. Die einzelnen Klappen stehen senkrecht zur Betätigungsstange.
[0015] Für diesen Fall gibt es eine weitere Möglichkeit, das Ziel der weichen Ausgestaltung
der Drosselklappe zu erreichen. Dabei sollen die Klappen nicht vollkommen druckentlastet
aufgehängt sein. Durch eine geringfügig außermittige Lage der Achsen neigt jede der
einzelnen Klappen unter Druckbelastung zum Öffnen. Die Klappe mit der größten Druckbelastung
erreicht das höchste Drehmoment um die Achse der Klappe. Eine von Klappe zu Klappe
unterschiedliche Druckbelastung wird durch unterschiedliche Leckage an den einzelnen
Klappen hervorgerufen. Die dichteste Klappe läßt am wenigsten Luft hindurch, der Druck
hinter ihr fällt am weitesten ab. Die Druckbelastung dieser Klappe ist am größten.
Dort, wo eine Einzelachse mit der Betätigungsstange verbunden ist, ist ein federndes
Element 22 notwendig, das dem Drehmoment der Klappe entgegenwirkt. Bei unbelasteten
Klappen sorgt das federnde Element 22 dafür, dass alle Klappen eine definierte Position
an einem Anschlag auf der Stange einnehmen. Übersteigt das Drehmoment der Achse die
Vorspannung der Feder, kann sich die Klappe bei konstanter Stellung der Betätigungsstange
aus dieser Anschlagposition bewegen. Bei konstanter Stellung der Betätigungsstange
können die einzelnen Klappen je nach Belastung der Klappen in engen Grenzen unterschiedliche
Positionen einnehmen. Die Klappe mit dem höchsten Drehmoment infolge des geringsten
Spaltes wird sich am weitesten aus der Normallage bewegen und so den Spalt an dieser
Klappe vergrößern. Es gelangt mehr Luft zu diesem Zylinder.
[0016] Jede Klappe hat ihre individuelle Stellung abhängig von ihrem Spaltenmaß. Im Idealfall
tritt auch mit diesem System keine Zylinderungleichverteilung auf.
[0017] Die Betätigungsstange 21 kann entweder translatorisch oder rotatorisch bewegt werden,
d.h. die Verbindung zu den einzelnen Klappen kann zum Beispiel eine Verzahnung oder
ein Hebel sein. Das federnde Element, das eine der Achsen mit der Betätigungsstange
verbindet, kann auf vielfältige Weise realisiert werden. Am einfachsten läßt sich
dieses federnde Element durch ein elastisches Koppelglied verwirklichen.
[0018] Die Einzeldrosselklappen können sowohl mittels eines Drosselklappenstutzens separat
hergestellt und an die Schwingrohre möglichst nahe des Zylinderkopfes angeflanscht
werden. Es besteht auch die Möglichkeit, die Drosselklappen bei Montagespritzgießverfahren
direkt in das Schwingrohr einzubringen. Die Drosselung des Motors kann dabei entweder
nur mit Hilfe der Einzeldrosselklappen oder kombiniert mit einzelnen und mit zentraler
Drosselklappe erfolgen.
1. Luftansaugvorrichtung für eine Brennkraftmaschine mit wenigstens zwei Ansaugrohren,
wobei jedes Ansaugrohr vor wenigstens einer Drosselklappe verschließbar ist und wobei
die gedrosselten Klappen miteinander verbunden sind und dadurch gekennzeichnet, dass die Drosselklappen an wenigsten einem Bereich derart weich ausgestaltet ist, dass
dadurch die ungleiche Verteilung der zugeführten Luft reduziert wird.
2. Luftansaugvorrichtung nach Anspruch 1, selbst gekennzeichnet, dass die Drosselklappe in der geschlossenen Stellung außerhalb der Senkrechten zur Strömungsrichtung
steht.
3. Luftansaugvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass jede Drosselklappe im Bereich der Welle möglichst steif und die Welle selbst torsionssteif
ist und wenigstens ein Flügel der Drosselklappe den weichen Teilbereich aufweist.
4. Luftansaugvorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der in Strömungsrichtung geneigte Flügel der Drosselklappe gegenüber dem anderen
Flügel biegeweich ist.
5. Luftansaugvorrichtung für eine Brennkraftmaschine mit wenigstens zwei Ansaugrohren,
wobei jedes Ansaugrohr vor wenigstens einer Drosselklappe verschließbar ist und wobei
die gedrosselten Klappen miteinander verbunden sind, wobei die Achsen der Drosselklappen
außermittig angeordnet sind und die Einzelachsen mit einer Betätigungsstange verbunden
sind, wobei zwischen Einzelachse und Betätigungsstange ein federndes Element vorgesehen
ist.
6. Luftansaugvorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Betätigungsstange translatorisch oder auch rotatorisch bewegbar ist.