[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Glätten und Reduzieren
der Hygroskopie einer Oberfläche von Betonbauteilen, insbesondere von Beton- und Terazzoplatten,-steinen
und -stufen.
[0002] Betonbauteile, insbesonde Beton- und Terazzoplatten,-steine oder -stufen werden unbehandelt
oder durch verschiedene bekannte Verfahren, wie z. B. Fräsen, Schleifen und/oder Strahlen
behandelt mit feiner oder rauher Oberfläche hergestellt, die eine feine oder stumpfe
Rauheit zeigt. Es ist weiterhin üblich, derartige Betonbauteile nachträglich zu versiegeln
oder mit einem Lackauftrag gegen das Eindringen von Feuchtigkeit zu versehen.
[0003] Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe besteht darin, ein Verfahren und eine
Vorrichtung der eingangs genannten Art zu schaffen, mit denen die gewünschte Veredelung
der Oberfläche in einfacher Weise erzielt werden kann.
[0004] Diese Aufgabe wird nach dem erfindungsgemäßen Verfahren dadurch gelöst, dass die
Oberfläche der unbehandelten Betonbauteile oder der mit stumpfrauer Oberfläche vorbehandelten
Bauteile bürstenbearbeitet wird.
[0005] Bevorzugte Ausgestaltungen und Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Verfahrens sind
Gegenstand der Ansprüche 2 bis 4.
[0006] Die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens
ist Gegenstand des Anspruchs 5.
[0007] Besonders bevorzugte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der erfindungsgemäßen Vorrichtung
sind Gegenstand der Ansprüche 6 bis 14.
[0008] Im Folgenden werden anhand der zugehörigen Zeichnung besonders bevorzugte Ausführungsbeispiele
der Erfindung näher beschrieben.
Es zeigen
[0009] Fig. 1 eine Seitenansicht eines ersten Ausführungsbeispiels der erfindungsgemäßen
Vorrichtung und Fig. 2 eine Teilseitenansicht eines zweiten Ausführungsbeispiels der
erfindungsgemäßen Vorrichtung.
[0010] Das in Fig. 1 dargestellte erste Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung
zum Behandeln einer Oberfläche, nämlich der Nutzfläche, von Betonbauteilen, insbesondere
von Beton- und Terazzoplatten, -steinen und -stufen umfaßt einen Förderer 1, der an
einem Brückenständer 2 angebracht ist. Der Förderer 1 ist so ausgebildet, dass die
zu behandelnden Betonbauteile 6 mit ihrer zu behandelnden Oberfläche nach außen befördert
werden können.
[0011] Über der Förderebene, d. h. über der zu behandelnden Oberfläche der Betonbauteile
6 ist am Brückenständer 2 ein höhenverstellbar und z. B. oszillierender Support 3
mit einem Elektromotor 4 angeordnet, auf dessen Motorwelle eine Tellerbürste 5 sitzt.
[0012] Die Tellerbürste 5 ist vorzugsweise eine Bürste mit Kunststoff- oder Metall-, insbesondere
Stahlborsten, die auch mit einer Schleifkörnung versehen sein können. Vorzugsweise
handelt es sich um Edelstahlborsten.
[0013] Die Ausbildung des Förderers 1 ist derart, dass die Vorschubgeschwindigkeit der zu
behandelnden Betonbauteile 6 regelbar ist, so dass diese mit einer regelbaren Geschwindigkeit
unter der Bürste 5 hindurchgeführt werden können. Auch der Anpressdruck der Bürste
5 ist über den höhenverstellbaren Support 3 regelbar, so dass die Vorschubgeschwindigkeit
der Betonbauteile 6 und der Anpressdurck der Bürste 5 in Abhängigkeit von der Beschaffenheit
und dem Material der Betonbauteile 6 eingestellt und angepasst werden können. Die
Drehzahl der Bürste 5 ist so eingestellt, dass die Bürste eine Umfangsgeschwindigkeit
von 5 - 300, insbesondere 25 bis 40 m/s hat.
[0014] Bei dem in Fig. 2 dargestellten Ausführungsbeispiel ist wie bei dem in Fig. 1 dargestellten
Ausführungsbeispiel ein Förderer 1 vorgesehen, auf dem die zu bearbeitenden Betonbauteile
6 befördert werden. Im Unterschied zu dem in Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispiel
ist bei dem in Fig. 2 dargestellten Ausführungsbeispiel jedoch keine Tellerbürste
5, sondern eine Walzenbürste (7) vorgesehen, die in der gleichen Weise wie beim Ausführungsbeispiel
1 gehalten ist.
[0015] Die beiden oben beschriebenen Ausführungsbeispiele der erfindungsgemäßen Vorrichtung
arbeiten in der folgenden Weise:
[0016] Betonbauteile beispielsweise Beton- oder Terazzoplatten 6 mit unbehandelter oder
durch Fräsen, Schleifen und/oder Strahlen vorbehandelter rauher Oberfläche, die eine
stumpfe Rauheit zeigt, werden durch den Förderer 1 mit einer entsprechend eingestellten
Vorschubgeschwindigkeit unter dem jeweiligen Bürstensystem 5, 7 durchgeführt, das
mit der oben angegebenen Umfangsgeschwindigkeit rotiert.
[0017] Durch die Bearbeitung der Oberfläche der Betonbauteile 6 mit Hilfe der rotierenden
Bürsten 5, 7 wird eine Oberflächenglättung erzielt, die einer feingeschliffenen Fläche
ähnlich ist. Bei unbearbeiteten oder gestrahlten Betonbauteilen wird dabei die stumpfe
Rauheit der Oberfläche in eine speckig glänzende Rauheit umgewandelt, ohne dass dabei
die Oberflächenunebenheiten beseitigt werden.
[0018] Dieses Verfahren gestattet nicht nur die Bearbeitung von ebenen Oberflächen, sondern
auch von strukturierten Oberflächen ohne die Strukturen zu beseitigen sowie die Bearbeitung
von gewellten bzw. kugeligen Oberflächen.
[0019] Ein besonderer Vorteil des Bürstenbehandlungsverfahrens besteht darin, dass die freiliegende
Körnung und die zwischen den Körnungen tiefer liegenden Feinanteile geglättet werden
und dabei eine Porenverdichtung erzielt wird. Das hat insbesondere Auswirkungen auf
die hygroskopischen Eigenschaften der Oberfläche, die deutlich geringer sind, so dass
bei einer nachträglich erfolgenden Versiegelung oder aber einem nachträglichen Lackauftrag
eine geringere Auftragsmenge benötigt wird, was eine verkürzte Abbindezeit zur Folge
hat.
[0020] Bei den oben beschriebenen Ausführungsbeispielen wurde jeweils eine einzige Bürste
zur Behandlung der Oberfläche der Betonbauteile verwandt und war an der entsprechenden
Vorrichtung lediglich eine einzige derartige Bürste vorgesehen. Das erfindungsgemäße
Verfahren und die erfindungsgemäße Vorrichtung können aber auch mit mehreren Bürsten
arbeiten, die jeweils mit eigenen Motoren angetrieben an einem Support angebracht
sind oder gemeinsam über ein gemeinsames Antriebssystem angetrieben werden. Wenn mehrere
Bürsten vorgesehen sind, können diese kombiniert Walzen- und Tellerbürsten sein.
[0021] In der Zeichnung nicht dargestellt sind mögliche Ausführungsbeispiele der erfindungsgemäßen
Vorrichtung als Tischmaschinen, bei denen ein Tisch vorgesehen ist, der ein Betonbauteil
oder mehrere Betonbauteile hält, deren Oberfläche zu bearbeiten ist, und die Bürste
an einer Brücke über dem Tisch so angeordnet ist, dass sie mit der zu behandelnden
Oberfläche des oder der Betonbauteile in Kontakt kommen kann. Die Relativbewegung
zwischen der Bürste und dem zu bearbeitenden Betonbauteil kann entweder dadurch, dass
der Tisch unter der Bürste verfahrbar ist, oder dadurch erreicht werden, dass der
Tisch fest angeordnet ist und die Brücke mit der daran angeordneten Bürste über den
Tisch verfahrbar ist.
1. Verfahren zum Glätten und Reduzieren der Hygroskopie einer Oberfläche von Betonbauteilen,
insbesondere von Beton- und Terazzoplatten, -steinen und -stufen, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberfläche der unbehandelten Betonbauteile oder der mit stumpfrauer Oberfläche
vorbehandelten Betonbauteile bürstenbearbeitet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberfläche der Betonbauteile mit einer rotierenden Bürste gebürstet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Bürste mit einer Umfangsgeschwindigkeit von 5 bis 300 m/s rotiert.
4. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass eine Bürste mit Metall- oder Kunststoffborsten verwendet wird.
5. Vorrichtung zum Glätten und Reduzieren der Hygroskopie von Betonbauteilen zur Durchführung
des Verfahrens nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine Einrichtung zum Halten der Betonbauteile mit nach außen gerichteter zu behandelnder
Oberfläche und eine Einrichtung, die eine motorbetriebene Bürste verstellbar so hält,
dass die Bürste in Kontakt mit der zu behandelnden Oberfläche der Betonbauteile angeordnet
werden kann, wobei die Einrichtung zum Halten der Betonbauteile und die Einrichtung,
die eine motorbetriebene Bürste hält, relativ zueinander bewegbar angeordnet sind.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Einrichtung zum Halten der Betonbauteile ein Förderer (1) zum Befördern der Betonbauteile
(6) ist und die motorbetriebene Bürste (5, 7) an einem verstellbaren Support (3) an
einem Ständer (2) angebracht ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Einrichtung zum Halten der Betonbauteile ein Tisch ist, der relativ zu einer
fest angebrachten Brücke verfahrbar ist, die die motorbetriebene Bürste hält.
8. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Einrichtung zum Halten der Betonbauteile ein fest angebrachter Tisch ist, und
die motorbetriebene Bürste an einer relativ zum Tisch verfahrbaren,Brücke angebracht
ist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Bürste (5) eine Tellerbürste ist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Bürste (7) eine Walzenbürste ist.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Geschwindigkeit der Relativbewegung regelbar ist.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Anpressdruck der Bürsten (5, 7) regelbar ist.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Bürsten (5, 7) Metall- oder Kunststoffbürsten sind.
14. Vorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Bürsten Metall- oder Kunststoffborsten mit Schleifkörnung haben.