[0001] Die Erfindung richtet sich auf einen Trennvorhang der im Oberbegriff des Anspruches
1 genannten Art. Trennvorhänge dieser Art werden insbesondere dazu benötigt, um größere
Räume, wie etwa Sporthallen, Veranstaltungs- und Messehallen, Industrieanlagen, Säle
od.dgl. in mehrere kleine Räume aufzuteilen.
[0002] Bei derartigen Trennvorhängen ist es aus der DE 198 10 597 A1 bekannt, vor einer
Vorhangbahn eine weitere, mit Löchern versehene Vorhangbahn anzuordnen, wobei sich
zwischen beiden Vorhangbahnen ein Zwischenraum befindet. Die in der Vorhangbahn angeordneten
Löcher dienen dabei der Reduktion des, durch Schallreflexion an der Vorhangbahn verursachten
Nachhalleffekts, da nämlich ein großer Teil des Schalls durch die Löcher hindurchtritt
und nicht an der Vorhangbahn reflektiert wird. Die zweite, hinter der gelochten Vorhangbahn
liegende Vorhangbahn soll dann einen Übertritt des Schalls auf die andere Seite des
Trennvorhanges, in den angrenzenden Raum hinein verhindern. Durch zusätzliche schalldämmende
Einlagen, z.B. textile Gewebe, kann die Schalldämmung verbessert werden. Eine Schalldämmung
von mehr als 12 - 14 dB wird durch die dort dargestellten Trennvorhänge jedoch nur
erreicht, wenn für die Vorhangbahnen, insbesondere für die durchgehenden hintenliegenden
Vorhangbahnen ein besonders schweres Kunststoff oder Kunstledermaterial oder Glasmaterial
verwendet wird.
[0003] Hierdurch werden diese bekannten Trennvorhänge jedoch recht schwer und sehr materialaufwendig.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, einen Trennvorhang zu entwickeln,
der ohne großen Materialaufwand die Schalldämmwerte - insbesondere die Schallabsorptionswerte
- eines Trennvorhanges verbessert, und der weniger aufwendig zu verarbeiten ist als
die bekannten.
[0004] Dieses wird erfindungsgemäß durch die im kennzeichnenden Teil des Anspruchs 1 genannten
Maßnahmen erreicht. Die Besonderheit der dort beschriebenen Maßnahmen liegt darin,
wenigstens eine zu einem Raum hingerichtete Vorhangbahn ganz oder in Teilbereichen
außen (dem Raum, Saal etc. zugewandte Seite) mit einer schallabsorbierenden Beschichtung
zu versehen. Bereits durch eine relativ dünne Beschichtung kann mit einer normal starken
Vorhangbahn im eingebauten Zustand eine hohe Schallabsorption erreicht werden.
[0005] Gemäß Anspruch 2 kann die Vorhangbahn nach außen hin mit einem Vlies, einem Schaumstoff,
einem textilen Gewebe oder Gelege oder Glasbewebe oder Gelege oder auch mit einer
Beflockung aus Faser- oder Schaummaterial beschichtet werden. Die Beschichtung wird
idealerweise direkt bei der Herstellung - z.B. Extrusion - der Kunststoffolien, des
Kunstleders etc. auf die Vorhangbahn aufgebracht. Denkbar ist aber auch, daß die schallabsorbierende
Beschichtung auf eine fertige Vorhangbahn aufgeklebt, aufgeschweißt, aufgenäht oder
anderweitig aufgebracht wird.
[0006] Anstatt einer zusätzlichen Beschichtung wie beschrieben kann die Oberfläche der Vorhangbahnen
aber auch selbst weich, offen, porös und dadurch schallabsorbierend gestaltet werden,
z.B. durch die Verwendung von Walzen mit entsprechenden Oberflächen mit Nadeln, Spitzen
etc.
[0007] Die erfindungsgemäßen Trennvorhänge mit ein oder zwei beschichteten Vorhangbahnen
lassen sich leicht montieren, sind wenig materialaufwendig und kostengünstig herzustellen.
Die Schallabsorption eines erfindungsgemäßen Vorhanges, bei dem die Vorhangbahn mit
einem Vlies von ca. 0,3 - 2 mm Dicke beschichtet ist, liegt bei ca. 40 % und darüber.
Dieser Wert kann deutlich höher als die von der DIN-Norm geforderten Schallabsorptionswerte
liegen.
[0008] In einer weiteren günstigen Ausgestaltung einer Vorhangbahn eines Trennvorhanges
dient die schallabsorbierende Beschichtung, wie z.B. der Vlies, gleichzeitig als Trägermaterial
für die auf das Vlies aufzubringende Kunststoffolie der Vorhangbahn, z.B. durch extrudieren.
Durch diese Maßnahme kann bei der Herstellung (z.B. Extrusion) einer erfindungsgemäßen
Vorhangbahn ein Arbeitsschritt, nämlich das Auf- bzw. Einbringen einer separaten bzw.
zusätzlichen Trägerschicht, eingespart werden.
[0009] Weitere Maßnahmen und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen,
der nachfolgenden Beschreibung und den Zeichnungen. In den Zeichnungen ist die Erfindung
in zwei Ausführungsbeispielen dargestellt. Es zeigen:
- Fig. 1
- in vereinfachter, perspektivischer Teildarstellung einen Abschnitt eines Trennvorhanges
im heruntergelassen Zustand,
- Fig. 2
- ein erstes Ausführungsbeispiel für die Ausbildung der Vorhangbahnen eines Trennvorhanges,
bei dem die Vorhangbahnen mit einer schallabsorbierenden Beschichtung versehen sind,
- Fig. 3a
- sehr schematisch, einen Ausschnitt aus einem ersten Ausführungsbeispiel einer Vorhangbahn,
- Fig. 3b
- sehr schematisch, ein zweites Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Vorhangbahn.
[0010] In Fig. 1 ist ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Trennvorhanges dargestellt.
Bei diesem Trennvorhang 10 ist jeweils eine Vorhangbahn 12 an beiden Seiten des Trennvorhanges
10 angeordnet. Die Vorhangbahnen 12 sind dabei über eine Vorhangtrageeinrichtung 11
deckenseitig befestigt, und durch in regelmäßigen Höhenabständen vorgesehene Querschnüre/Querverbinder
18 miteinander verbunden und etagenweise in Abschnitte 15 unterteilt. Die Vorhangbahnen
12 sind dabei in diesem Ausführungsbeispiel in Bahnensegmente 26 unterteilt, die an
den Abschnittsgrenzen 24 miteinander, z.B. über Nähnähte 23, verbunden sind.
[0011] An dem Trennvorhang 10 ist weiterhin eine Raffschiene 21 vorgesehen, die an Zuggurten
16 befestigt ist, und die in der Regel über die gesamte Längserstreckung des Trennvorhangs
10 verläuft. Die Zuggurte 16 werden dabei zwischen den Vorhangbahnen in Richtung der
Schwerkraft hindurchgeführt. In heruntergefahrenem Zustand befindet sich die Raffschiene
21 im unteren Bereich des Trennvorhangs 10. Die Zuggurte 16 können zum Hochraffen
des Trennvorhangs 10 z.B. über, auf einer Aufwickelwelle 19 angeordnete Aufwickelrollen
20, die mittels eines motorischen Antriebes (nicht dargestellt) bewegbar sind zur
Gebäudedecke hin hochgezogen werden. Die nach oben bewegte Raffschiene 21 zieht dabei
die an den Abschnittsgrenzen 24 angeordneten Querschnüre 18 mit nach oben und rafft
derart den Trennvorhang 10 auf, der zu beiden Seiten der Raffschiene 21 in Falten
gelegt wird.
[0012] In Fig. 2 ist ein erfindungsgemäßer Trennvorhang im Querschnitt dargestellt. Beide
Vorhangbahnen 12 bestehen aus einem Kunstleder 13, welches an seiner nach außen gerichteten
Oberfläche mit einem Vlies 14 beschichtet ist.
[0013] Dieses Vlies hat sehr gute schallabsorbierende Eigenschaften, wodurch der erfindungsgemäße
Trennvorhang eine Schalldämmung von über 22 dB(A) erreicht sowie eine Schallabsorption
von 40 % und mehr.
[0014] In Fig. 3a ist nun die erfindungsgemäße Vorhangbahn 12 sehr schematisch dargestellt.
Bei diesem Ausführungsbeispiel ist das Kunstleder 13 zweilagig aufgebaut, wobei beide
Lagen mittig eine Gewebelage 17, die als Trägerschicht dient, umfassen. Durch diese
Trägerschicht wird das Kunstleder beständig gegen mechanische Beanspruchungen. So
wird es durch diese Trägerschicht insbesondere sehr reißfest. Außen auf dem Kunstleder
13 ist dann eine Vlieslage 14 angeordnet, die der Schallabsorption dient. Die Trägerschicht
17 kann bereits während des Herstellungsprozesses des Kunstleders - z.B. beim Extrusionsvorgang
- in das Kunstleder eingebracht werden. Ebenso kann die Vlieslage 14 bereits während
des Herstellungsprozesses - z.B. beim Extrusionsvorgang - auf das Kunstleder aufgebracht
werden. Es ist aber auch möglich, das Vlies auf das Kunstleder aufzukleben, aufzunähen
oder aufzuschweißen. Ebenso könnten an Stelle des Vlieses auch andere schallabsorbierende
Beschichtungen, wie z.B. Schaumstofflagen, textile Gewebe, Glasgewebe oder Gelege
oder Beflockungsbeschichtungen aus textilen, synthetischen oder Schaumstoffmaterialien,
vorgesehen sein.
[0015] In Fig. 3b ist eine weitere Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Vorhangbahn dargestellt,
bei der die Vlieslage 14 derart ausgebildet ist, daß sie die Funktion der Trägerschicht
17 mit übernimmt. Das Kunstleder 13 weist daher keine separate Gewebelage auf. Die
Vlieslage/schallabsorbierende Beschichtung 14 ist in diesem Ausführungsbeispiel bereits
beim Herstellungsprozeß der Kunstlederlage 13 auf diese aufgebracht worden und mit
dieser fest verbunden.
[0016] Es bleibt nur noch zu bemerken, daß die dargestellten Ausführungsformen nur beispielhafte
Verwirklichungen der Erfindung sind. Diese ist jedoch nicht darauf beschränkt. So
kann insbesondere die Art des Kunstleders/Kunststoffes 13 variieren, als auch die
Proportionen der zueinander einzelnen Materiallagen von den hier dargestellten abweichen.
Bezugszeichenliste:
[0017]
- 10
- Trennvorhang
- 11
- Vorhangtrage-Einrichtung
- 12
- Vorhangbahn
- 13
- Kunststoff/Kunstleder
- 14
- Vlies/schallabsorbierende Beschichtung
- 15
- Abschnitt
- 16
- Zuggurt
- 17
- Gewebelage, Trägerschicht
- 18
- Querverbindungen/Querschnüre
- 19
- Aufwickelwelle
- 20
- Aufwickelrollen
- 21
- Raffschiene
- 23
- Nähnaht
- 24
- Abschnittsgrenzen
- 26
- Bahnensegmente
1. Trennvorhang, insbesondere hochraffbarer Trennvorhang, für Sporthallen, Veranstaltungs-
und Messehallen, Industriehallen, Säle od.dgl.,
bestehend aus einer Vorhangtrage-Einrichtung (11) und zwei, an dieser angeordneten
Vorhangbahnen (12, 22) aus Kunstleder, Kunststoffolie od.dgl.,
wobei die Vorhangbahnen (12, 22) über, mittels eines motorischen Antriebes bewegbare
Zugmittel (18, 18 - 21) zur Vorhangtrageeinrichtung (11) hin hochraffbar sind,
dadurch gekennzeichnet,
daß wenigstens eine Vorhangbahn (12) nach außen, zum Raum hin, ganz oder in Teilbereichen
mit einer schallabsorbierenden Beschichtung (14) versehen ist.
2. Trennvorhang nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die schallabsorbierende Beschichtung (14) ein oder mehrere Materialien aus der folgenden
Gruppe umfaßt:
- Vliese
- Textilgewebe
- textile Gelege
- Schaumstoffe
- Glas
- synthetische Materialien
- Beflockungsmaterialien.
3. Trennvorhang nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die schallabsorbierende Beschichtung (14) beim Herstellungsvorgang - z.B. Extrusionsvorgang
- des Kunststoffes der Vorhangbahn (12) auf den Kunststoff aufgebracht worden ist.
4. Trennvorhang nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die schallabsorbierende Beschichtung (14) auf die Vorhangbahn (14) nachträglich aufgebracht
ist.
5. Trennvorhang nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die schallabsorbierende Beschichtung (14) der Vorhangbahn (12) gleichzeitig als Träger
des Kunststoffmaterials dient.