(19)
(11) EP 1 174 063 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
23.01.2002  Patentblatt  2002/04

(21) Anmeldenummer: 00115628.0

(22) Anmeldetag:  20.07.2000
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7A47H 21/00, A47H 23/10
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH CY DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK RO SI

(71) Anmelder: Trenomat GmbH & Co. KG
42327 Wuppertal (DE)

(72) Erfinder:
  • Knittel, Klaus Walter
    42281 Wuppertal (DE)

(74) Vertreter: Ludewig, Karlheinrich, Dipl.-Ing. 
Patentanwälte Dipl.-Phys. Buse, Dipl.-Phys. Mentzel, Dipl.-Ing. Ludewig, Kleiner Werth 34
42275 Wuppertal
42275 Wuppertal (DE)

   


(54) Trennvorhang, insbesondere Trennvorhang für Sporthallen, Veranstaltungs- und Messehallen, Industriehallen, Säle od. dgl.


(57) Die Erfindung betrifft einen Trennvorhang zur Aufteilung größerer Räume, wie etwa Sporthallen, Veranstaltungs- und Messehallen, Industriehallen, Säle od.dgl., in mehrere kleine Teilräume. Bei derartigen Trennvorhängen wird vorgeschlagen, wenigstens eine der Vorhangbahnen außen mit einer schallabsorbierenden Beschichtung zu versehen, um derart die Nachhallzeiten in einem durch die erfindungsgemäßen Trennvorhänge erzeugten Teilräume erheblich zu reduzieren.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung richtet sich auf einen Trennvorhang der im Oberbegriff des Anspruches 1 genannten Art. Trennvorhänge dieser Art werden insbesondere dazu benötigt, um größere Räume, wie etwa Sporthallen, Veranstaltungs- und Messehallen, Industrieanlagen, Säle od.dgl. in mehrere kleine Räume aufzuteilen.

[0002] Bei derartigen Trennvorhängen ist es aus der DE 198 10 597 A1 bekannt, vor einer Vorhangbahn eine weitere, mit Löchern versehene Vorhangbahn anzuordnen, wobei sich zwischen beiden Vorhangbahnen ein Zwischenraum befindet. Die in der Vorhangbahn angeordneten Löcher dienen dabei der Reduktion des, durch Schallreflexion an der Vorhangbahn verursachten Nachhalleffekts, da nämlich ein großer Teil des Schalls durch die Löcher hindurchtritt und nicht an der Vorhangbahn reflektiert wird. Die zweite, hinter der gelochten Vorhangbahn liegende Vorhangbahn soll dann einen Übertritt des Schalls auf die andere Seite des Trennvorhanges, in den angrenzenden Raum hinein verhindern. Durch zusätzliche schalldämmende Einlagen, z.B. textile Gewebe, kann die Schalldämmung verbessert werden. Eine Schalldämmung von mehr als 12 - 14 dB wird durch die dort dargestellten Trennvorhänge jedoch nur erreicht, wenn für die Vorhangbahnen, insbesondere für die durchgehenden hintenliegenden Vorhangbahnen ein besonders schweres Kunststoff oder Kunstledermaterial oder Glasmaterial verwendet wird.

[0003] Hierdurch werden diese bekannten Trennvorhänge jedoch recht schwer und sehr materialaufwendig. Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, einen Trennvorhang zu entwickeln, der ohne großen Materialaufwand die Schalldämmwerte - insbesondere die Schallabsorptionswerte - eines Trennvorhanges verbessert, und der weniger aufwendig zu verarbeiten ist als die bekannten.

[0004] Dieses wird erfindungsgemäß durch die im kennzeichnenden Teil des Anspruchs 1 genannten Maßnahmen erreicht. Die Besonderheit der dort beschriebenen Maßnahmen liegt darin, wenigstens eine zu einem Raum hingerichtete Vorhangbahn ganz oder in Teilbereichen außen (dem Raum, Saal etc. zugewandte Seite) mit einer schallabsorbierenden Beschichtung zu versehen. Bereits durch eine relativ dünne Beschichtung kann mit einer normal starken Vorhangbahn im eingebauten Zustand eine hohe Schallabsorption erreicht werden.

[0005] Gemäß Anspruch 2 kann die Vorhangbahn nach außen hin mit einem Vlies, einem Schaumstoff, einem textilen Gewebe oder Gelege oder Glasbewebe oder Gelege oder auch mit einer Beflockung aus Faser- oder Schaummaterial beschichtet werden. Die Beschichtung wird idealerweise direkt bei der Herstellung - z.B. Extrusion - der Kunststoffolien, des Kunstleders etc. auf die Vorhangbahn aufgebracht. Denkbar ist aber auch, daß die schallabsorbierende Beschichtung auf eine fertige Vorhangbahn aufgeklebt, aufgeschweißt, aufgenäht oder anderweitig aufgebracht wird.

[0006] Anstatt einer zusätzlichen Beschichtung wie beschrieben kann die Oberfläche der Vorhangbahnen aber auch selbst weich, offen, porös und dadurch schallabsorbierend gestaltet werden, z.B. durch die Verwendung von Walzen mit entsprechenden Oberflächen mit Nadeln, Spitzen etc.

[0007] Die erfindungsgemäßen Trennvorhänge mit ein oder zwei beschichteten Vorhangbahnen lassen sich leicht montieren, sind wenig materialaufwendig und kostengünstig herzustellen. Die Schallabsorption eines erfindungsgemäßen Vorhanges, bei dem die Vorhangbahn mit einem Vlies von ca. 0,3 - 2 mm Dicke beschichtet ist, liegt bei ca. 40 % und darüber. Dieser Wert kann deutlich höher als die von der DIN-Norm geforderten Schallabsorptionswerte liegen.

[0008] In einer weiteren günstigen Ausgestaltung einer Vorhangbahn eines Trennvorhanges dient die schallabsorbierende Beschichtung, wie z.B. der Vlies, gleichzeitig als Trägermaterial für die auf das Vlies aufzubringende Kunststoffolie der Vorhangbahn, z.B. durch extrudieren. Durch diese Maßnahme kann bei der Herstellung (z.B. Extrusion) einer erfindungsgemäßen Vorhangbahn ein Arbeitsschritt, nämlich das Auf- bzw. Einbringen einer separaten bzw. zusätzlichen Trägerschicht, eingespart werden.

[0009] Weitere Maßnahmen und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen, der nachfolgenden Beschreibung und den Zeichnungen. In den Zeichnungen ist die Erfindung in zwei Ausführungsbeispielen dargestellt. Es zeigen:
Fig. 1
in vereinfachter, perspektivischer Teildarstellung einen Abschnitt eines Trennvorhanges im heruntergelassen Zustand,
Fig. 2
ein erstes Ausführungsbeispiel für die Ausbildung der Vorhangbahnen eines Trennvorhanges, bei dem die Vorhangbahnen mit einer schallabsorbierenden Beschichtung versehen sind,
Fig. 3a
sehr schematisch, einen Ausschnitt aus einem ersten Ausführungsbeispiel einer Vorhangbahn,
Fig. 3b
sehr schematisch, ein zweites Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Vorhangbahn.


[0010] In Fig. 1 ist ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Trennvorhanges dargestellt. Bei diesem Trennvorhang 10 ist jeweils eine Vorhangbahn 12 an beiden Seiten des Trennvorhanges 10 angeordnet. Die Vorhangbahnen 12 sind dabei über eine Vorhangtrageeinrichtung 11 deckenseitig befestigt, und durch in regelmäßigen Höhenabständen vorgesehene Querschnüre/Querverbinder 18 miteinander verbunden und etagenweise in Abschnitte 15 unterteilt. Die Vorhangbahnen 12 sind dabei in diesem Ausführungsbeispiel in Bahnensegmente 26 unterteilt, die an den Abschnittsgrenzen 24 miteinander, z.B. über Nähnähte 23, verbunden sind.

[0011] An dem Trennvorhang 10 ist weiterhin eine Raffschiene 21 vorgesehen, die an Zuggurten 16 befestigt ist, und die in der Regel über die gesamte Längserstreckung des Trennvorhangs 10 verläuft. Die Zuggurte 16 werden dabei zwischen den Vorhangbahnen in Richtung der Schwerkraft hindurchgeführt. In heruntergefahrenem Zustand befindet sich die Raffschiene 21 im unteren Bereich des Trennvorhangs 10. Die Zuggurte 16 können zum Hochraffen des Trennvorhangs 10 z.B. über, auf einer Aufwickelwelle 19 angeordnete Aufwickelrollen 20, die mittels eines motorischen Antriebes (nicht dargestellt) bewegbar sind zur Gebäudedecke hin hochgezogen werden. Die nach oben bewegte Raffschiene 21 zieht dabei die an den Abschnittsgrenzen 24 angeordneten Querschnüre 18 mit nach oben und rafft derart den Trennvorhang 10 auf, der zu beiden Seiten der Raffschiene 21 in Falten gelegt wird.

[0012] In Fig. 2 ist ein erfindungsgemäßer Trennvorhang im Querschnitt dargestellt. Beide Vorhangbahnen 12 bestehen aus einem Kunstleder 13, welches an seiner nach außen gerichteten Oberfläche mit einem Vlies 14 beschichtet ist.

[0013] Dieses Vlies hat sehr gute schallabsorbierende Eigenschaften, wodurch der erfindungsgemäße Trennvorhang eine Schalldämmung von über 22 dB(A) erreicht sowie eine Schallabsorption von 40 % und mehr.

[0014] In Fig. 3a ist nun die erfindungsgemäße Vorhangbahn 12 sehr schematisch dargestellt. Bei diesem Ausführungsbeispiel ist das Kunstleder 13 zweilagig aufgebaut, wobei beide Lagen mittig eine Gewebelage 17, die als Trägerschicht dient, umfassen. Durch diese Trägerschicht wird das Kunstleder beständig gegen mechanische Beanspruchungen. So wird es durch diese Trägerschicht insbesondere sehr reißfest. Außen auf dem Kunstleder 13 ist dann eine Vlieslage 14 angeordnet, die der Schallabsorption dient. Die Trägerschicht 17 kann bereits während des Herstellungsprozesses des Kunstleders - z.B. beim Extrusionsvorgang - in das Kunstleder eingebracht werden. Ebenso kann die Vlieslage 14 bereits während des Herstellungsprozesses - z.B. beim Extrusionsvorgang - auf das Kunstleder aufgebracht werden. Es ist aber auch möglich, das Vlies auf das Kunstleder aufzukleben, aufzunähen oder aufzuschweißen. Ebenso könnten an Stelle des Vlieses auch andere schallabsorbierende Beschichtungen, wie z.B. Schaumstofflagen, textile Gewebe, Glasgewebe oder Gelege oder Beflockungsbeschichtungen aus textilen, synthetischen oder Schaumstoffmaterialien, vorgesehen sein.

[0015] In Fig. 3b ist eine weitere Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Vorhangbahn dargestellt, bei der die Vlieslage 14 derart ausgebildet ist, daß sie die Funktion der Trägerschicht 17 mit übernimmt. Das Kunstleder 13 weist daher keine separate Gewebelage auf. Die Vlieslage/schallabsorbierende Beschichtung 14 ist in diesem Ausführungsbeispiel bereits beim Herstellungsprozeß der Kunstlederlage 13 auf diese aufgebracht worden und mit dieser fest verbunden.

[0016] Es bleibt nur noch zu bemerken, daß die dargestellten Ausführungsformen nur beispielhafte Verwirklichungen der Erfindung sind. Diese ist jedoch nicht darauf beschränkt. So kann insbesondere die Art des Kunstleders/Kunststoffes 13 variieren, als auch die Proportionen der zueinander einzelnen Materiallagen von den hier dargestellten abweichen.

Bezugszeichenliste:



[0017] 
10
Trennvorhang
11
Vorhangtrage-Einrichtung
12
Vorhangbahn
13
Kunststoff/Kunstleder
14
Vlies/schallabsorbierende Beschichtung
15
Abschnitt
16
Zuggurt
17
Gewebelage, Trägerschicht
18
Querverbindungen/Querschnüre
19
Aufwickelwelle
20
Aufwickelrollen
21
Raffschiene
23
Nähnaht
24
Abschnittsgrenzen
26
Bahnensegmente



Ansprüche

1. Trennvorhang, insbesondere hochraffbarer Trennvorhang, für Sporthallen, Veranstaltungs- und Messehallen, Industriehallen, Säle od.dgl.,

bestehend aus einer Vorhangtrage-Einrichtung (11) und zwei, an dieser angeordneten Vorhangbahnen (12, 22) aus Kunstleder, Kunststoffolie od.dgl.,

wobei die Vorhangbahnen (12, 22) über, mittels eines motorischen Antriebes bewegbare Zugmittel (18, 18 - 21) zur Vorhangtrageeinrichtung (11) hin hochraffbar sind,

dadurch gekennzeichnet,
daß wenigstens eine Vorhangbahn (12) nach außen, zum Raum hin, ganz oder in Teilbereichen mit einer schallabsorbierenden Beschichtung (14) versehen ist.
 
2. Trennvorhang nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die schallabsorbierende Beschichtung (14) ein oder mehrere Materialien aus der folgenden Gruppe umfaßt:

- Vliese

- Textilgewebe

- textile Gelege

- Schaumstoffe

- Glas

- synthetische Materialien

- Beflockungsmaterialien.


 
3. Trennvorhang nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die schallabsorbierende Beschichtung (14) beim Herstellungsvorgang - z.B. Extrusionsvorgang - des Kunststoffes der Vorhangbahn (12) auf den Kunststoff aufgebracht worden ist.
 
4. Trennvorhang nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die schallabsorbierende Beschichtung (14) auf die Vorhangbahn (14) nachträglich aufgebracht ist.
 
5. Trennvorhang nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die schallabsorbierende Beschichtung (14) der Vorhangbahn (12) gleichzeitig als Träger des Kunststoffmaterials dient.
 




Zeichnung










Recherchenbericht