[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Entwickeln eines fotografischen
Schichtträgers nach dem Oberbegriff von Anspruch 1 sowie ein Verfahren zum Entwickeln
eines fotografischen Schichtträgers nach dem Oberbegriff von Anspruch 8.
[0002] Eine derartige Vorrichtung und ein derartiges Verfahren sind bekannt aus der DE 43
04 907. Zur besseren Darstellung der der Erfindung zugrundeliegenden Problematik zeigen
die Figuren 1a bis 1c in schematischer Darstellung die aus dem Stand der Technik bekannte
Vorrichtung.
[0003] Fig. 1a zeigt einen Schichtträger 10, der aus einem Entwicklungstank 12 in einen
Fixiertank 14 transportiert wird. Die beiden Tanks sind durch eine Zwischenwand 16
voneinander getrennt. Zwei Walzen 18, 20 bilden ein Auslaufwalzenpaar, das neben der
Förderung des Schichtträgers 10 die Aufgabe hat, die Behandlungsflüssigkeit des Entwicklungstanks
12 vor dem Eintritt in den Fixiertank 14 abzuquetschen. Leiteinrichtungen 22 dienen
dazu, den Schichtträger 10 in ein Eintrittswalzenpaar 24, 26 des Fixiertanks 14 einzuführen.
Wie aus der Darstellung von Fig. 1b hervorgeht, gelingt es nicht, die Entwicklerflüssigkeit
vollständig abzustreifen, so daß ein mit 28 bezeichneter Rest der Entwicklerflüssigkeit
an einem Endabschnitt 30 des Schichtträgers haften bleibt. Dieser Rest 28 läuft, siehe
Fig. 1c, unter Bildung von Rücklaufnasen 32, die im Bereich mehrerer Zentimeter liegen
können, vor dem Eintauchen des Schichtträgers in die Fixierflüssigkeit im Fixiertank
14 aufgrund der Schwerkraft vom Endabschnitt 30 des Schichtträgers 10 den Schichtträger
10 entlang in Richtung von dessen Frontbereich. Es findet eine Nachentwicklung im
Bereich der Rücklaufnasen 32 statt, die nach dem gesamten Entwicklungsprozeß auf dem
Schichtträger deutlich als dunkle Bereiche mit einer optisch höheren Dichte erkennbar
sind.
[0004] Bei herkömmlichen Röntgenuntersuchungen, beispielsweise eines Arms, eines Beins,
des Magens etc. sind diese dunklen Bereiche wenig störend, da der zu untersuchende
Körperbereich gewöhnlich in der Mitte des Aufnahmebereichs positioniert ist. Dadurch
sind vom Filmprozessor verursachte Fehler an den Rändern des Röntgenfilms, beispielsweise
Kratzer, Dichteunterschiede etc., in einem gewissen Rahmen akzeptiert, die Diagnose
wird nicht behindert.
[0005] Gänzlich anders ist dies bei der Mammographie, bei der der diagnostische Bereich
bis zum äußersten Bereich des Films geht. Hier sind daher keine Fehler erlaubt. Beeinträchtigungen
der Bildqualität aufgrund der beschriebenen Rücklaufnasen können zu verhängnisvollen
Fehldiagnosen führen.
[0006] Der vorliegenden Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung und
ein Verfahren der eingangs genannten Art derart weiterzubilden, daß entwickelte Schichtträger
mit hoher Abbildungsqualität - insbesondere auch im Randbereich - bereitgestellt werden
können, so dass ein Einsatz für hochsensible Anwendungen, wie beispielsweise die Mammographie,
ermöglicht wird.
[0007] Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen von Patentanspruch
1 sowie durch ein Verfahren mit den Merkmalen von Patentanspruch 7.
[0008] Der erfindungsgemäßen Lösung liegt die Erkenntnis zugrunde, daß die Bildung von Rücklaufnasen
dadurch minimiert werden kann, daß die am Endabschnitt des Schichtträgers sich ansammelnde
und dort anhaftende Flüssigkeit aktiv durch eine Walze, die sich vom Schichtträger
wegdreht, abgestreift werden kann. Damit wird die Länge der sich bildenden Rücklaufnasen
drastisch reduziert, bei optimaler Abstimmung die Bildung von Rücklaufnasen sogar
gänzlich verhindert.
[0009] Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Walze Teil einer ohnehin vorhandenen Transporteinrichtung
ist bzw. eine separat für den Abstreifvorgang eingeführte Walze mit der Transporteinrichtung
zum Bewegen dieser Walze gekoppelt ist.
[0010] Da sich die Rücklaufnasen auf der Seite des Schichtträgers bilden, auf der die Erdanziehung
greift, ist die Walze bevorzugt so anzuordnen, daß sie den Endabschnitt auf dieser
Seite berührt.
[0011] Ist die Abstreifwalze Teil einer Transport- oder Abquetschvorrichtung oder ist deren
Oberfläche mit der Oberfläche einer Transport- oder Abquetschwalze gekoppelt, führt
das dazu, dass die Abstreifwalze immer mit Flüssigkeit benetzt ist. Es hat sich herausgestellt,
dass sich diese Benetzung im Hinblick auf ein leichtes Anlagern der sich am Endabschnitt
des Schichtträgers ansammelnden Flüssigkeit positiv auswirkt. Diese Benetzung läßt
sich auch durch den direkten oder indirekten Kontakt der Walzenoberfläche mit einer
in der Badflüssigkeit laufenden Walze erreichen.
[0012] Bei einer bevorzugten Weiterbildung umfaßt die erfindungsgemäße Vorrichtung ein Halteelement,
mit dem der Schichtträger während des Abstreifens stützbar ist. Damit wird sichergestellt,
daß der Schichtträger, insbesondere dessen Endabschnitt, während des Abstreifvorgangs
nicht ausweicht.
[0013] Das Halteelement läßt sich vorteilhaft dadurch realisieren, daß eine der ohnehin
vorhandenen Leitvorrichtungen zur Führung des Schichtträgers von einem in den nächsten
Behandlungstank derart ausgelegt ist, daß sie die Funktion des Halteelements übernehmen
kann.
[0014] Selbstverständlich ist es mit von der Erfindung umfaßt, den Schichtträger vor dem
Einbringen in den nächsten Behandlungstank einer separaten Station zuzuführen, in
der der Abstreifvorgang mit einer separaten Walze durchgeführt wird. Bevorzugt ist
es jedoch, die ohnehin vorhandenen Elemente wie Transportwalzen und Leitvorrichtungen
derart auszubilden, daß zwischen einer Walze der Transportvorrichtung und einer als
Halteelement dienenden Leitvorrichtung ein Spalt gebildet wird, wobei der Schichtträger
so durch die Leitvorrichtung geführt wird, daß sein Endabschnitt zur Durchführung
des Abstreifvorgangs in den Spalt eintritt.
[0015] Weitere vorteilhafte Ausbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen definiert.
[0016] Ein Ausführungsbeispiel wird im Folgenden unter Hinweis auf die beigefügten Zeichnungen
näher beschrieben:
[0017] Es stellen dar:
- Fig. 1a bis 1c
- in schematischer Darstellung den Transport eines Schichtträgers in einer aus dem Stand
der Technik bekannten Vorrichtung zum Entwickeln eines fotografischen Schichtträgers;
und
- Fig. 2a bis 2c
- in schematischer Darstellung den Transport eines Schichtträgers in einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung.
[0018] In den Figuren 2a bis 2d sind Elemente, die den bereits im Zusammenhang mit den Figuren
1a bis 1c erwähnten Elementen entsprechen, mit identischen Bezugszeichen bezeichnet.
[0019] Wie aus Fig. 2a bis Fig. 2c hervorgeht, ist die Leitvorrichtung 32 derart gestaltet,
daß der Schichtträger 10 nach dem Verlassen des letzten Walzenpaares 18, 20 eines
Behandlungstanks 12 nicht sofort frei wird, sondern mit seinem Endabschnitt 30 auf
eine Kante 34 der Leitvorrichtung 32 zurückfällt und infolge seiner Eigenspannung
in einen zwischen der Walze 18 und einer als Halteelement wirkenden Leitvorrichtung
32 gebildeten Spalt 36 eintritt. Im Spalt 36 kommt die Unterseite des Endabschnitts
30 des Schichtträgers 10 im wesentlichen tangential mit der Walze 18 in Berührung.
In dieser Stellung verharrt der Schichtträger 10 für einen kurzen Moment, wobei sich
die Walze 18 derart dreht, daß der Endabschnitt in einer Richtung vom Schichtträger
10 weg abgestreift wird, bevor der bereits von dem Eingangswalzenpaar 24, 26 des Behandlungstanks
14 erfaßte Schichtträger 10 weiter transportiert wird. Durch geeignete Ausbildung
der Kante 34 kann erreicht werden, daß gegebenenfalls auf der von der Erdanziehung
abgekehrten Seite des Schichtträgers 10 verbleibende Entwicklerreste an der Kante
34 abgestreift werden. Wie aus Fig. 2d hervorgeht, werden die an der Unterseite des
Endabschnitts 30 des Schichtträgers 10 vorhandenen Entwicklerreste 28 auf die Walze
18 übertragen und von dieser abtransportiert. Die Ausbildung von Rücklaufnasen wird
dadurch verhindert.
[0020] Wirkungsvoll unterstützt wird das Einführen in den Spalt 36 dadurch, daß das Walzenpaar
18, 20 so angeordnet ist, dass die Ebene, die durch die Walzenachsen aufgespannt wird,
einen Winkel - bevorzugt zwischen 30° und 60° - mit einer Horizontalebene bildet,
wobei die Walze 18 höher positioniert ist als die Walze 20. Durch diese Maßnahme kommt
der Endabschnitt 30 des Schichtträgers 10 während des Abstreifvorganges nur mit der
gegenläufigen Walze 18, nicht aber mit der mitlaufenden Walze 20 in Kontakt.
1. Vorrichtung zum Entwickeln eines fotografischen Schichtträgers (10) in mehreren Behandlungstanks
(12, 14), die von dem Schichtträger nacheinander durchlaufen werden, mit mindestens
einer drehbaren Walze (18), wobei der fotografische Schichtträger einen Frontabschnitt
und einen Endabschnitt (30) aufweist und die Walze derart angeordnet ist, daß der
fotografische Schichtträger auf dem Weg von einem ersten Behandlungstank (12) zu einem
zweiten Behandlungstank (14) mit einem Endabschnitt mit der Walze in Berührung kommt,
dadurch gekennzeichnet, daß die Drehrichtung der Walze (18) so ausgelegt ist, daß der Endabschnitt (30) durch
die Walze (18) in einer Richtung vom Schichtträger (10) weg abstreifbar ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorrichtung Transporteinrichtungen (18, 20, 24, 26) umfaßt, die den Schichtträger
durch die einzelnen Behandlungstanks fördern, wobei die Walze (18) Teil einer Transporteinrichtung
ist oder mit der Transporteinrichtung zum Bewegen der Walze (18) gekoppelt ist.
3. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Walze (18) derart angeordnet ist, daß sie den Endabschnitt (30) auf der Seite
berührt, auf der die Erdanziehung angreift.
4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Walze (18) benetzt ist.
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorrichtung ein Halteelement (32) umfaßt, mit dem der Schichtträger (10) während
des Abstreifens stützbar ist.
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorrichtung Leitvorrichtungen (32) zur Führung des Schichtträgers von einem in
den nächsten Behandlungstank umfaßt, wobei das Halteelement (32) Teil einer Leitvorrichtung
ist.
7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Leitvorrichtungen (32) derart ausgebildet sind, daß zwischen der Walze (18) und
dem Halteelement (32) ein Spalt (36) gebildet wird, wobei der Schichtträger (10) so
durch die Leitvorrichtungen leitbar ist, daß sein Endabschnitt zum Durchführen des
Abstreifens in den Spalt (36) eintritt.
8. Verfahren zum Entwickeln eines fotografischen Schichtträgers (10) in mehreren Behandlungstanks
(12, 14), die von dem Schichtträger (10), der einen Frontabschnitt und einen Endabschnitt
(30) aufweist, nacheinander durchlaufen werden, folgende Schritte umfassend:
a) Transportieren des Schichtträgers (10) aus einem ersten Behandlungstank (12); und
b) In-Berührung-Bringen des Endabschnitts (30) des Schichtträgers mit einer drehbaren
Walze (18);
gekennzeichnet durch folgenden weiteren Schritt:
c) Drehen der Walze (18) in einer Richtung derart, daß der Endabschnitt (30) durch die Walze (18) in einer Richtung vom Schichtträger (10) weg abgestreift wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Schichtträger (10), insbesondere der Endabschnitt (30), während des Abstreifens
von einem Halteelement (32) gestützt wird.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß vor Schritt c) der Schichtträger (10), insbesondere der Endabschnitt (30), in einen
Spalt (36) zwischen der Walze (18) und dem Halteelement (32) eintritt und dort während
des Abstreifens gehalten wird.