(19)
(11) EP 1 176 462 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
30.01.2002  Patentblatt  2002/05

(21) Anmeldenummer: 01115919.1

(22) Anmeldetag:  29.06.2001
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7G03D 3/13
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH CY DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK RO SI

(30) Priorität: 22.07.2000 DE 10035736

(71) Anmelder: Agfa-Gevaert AG
51373 Leverkusen (DE)

(72) Erfinder:
  • Hofmuth, Walter
    80469 München (DE)
  • Pirmann, Anton
    81243 München (DE)

   


(54) Vorrichtung und Verfahren zum Entwickeln eines fotografischen Schichtträgers


(57) Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Entwickeln eines fotografischen Schichtträgers (10) in mehreren Behandlungstanks (12, 14), die von dem Schichtträger nacheinander durchlaufen werden, mit mindestens einer drehbaren Walze (18), wobei der fotografische Schichtträger einen Frontabschnitt und einen Endabschnitt (30) aufweist und die Walze derart angeordnet ist, daß der fotografische Schichtträger auf dem Weg von einem ersten Behandlungstank (12) zu einem zweiten Behandlungstank (14) mit einem Endabschnitt mit der Walze in Berührung kommt, wobei die Drehrichtung der Walze (18) so ausgelegt ist, daß der Endabschnitt (30) durch die Walze (18) in einer Richtung vom Schichtträger (10) weg abstreifbar ist. Sie betrifft überdies ein Verfahren, bei dem zunächst der Schichtträger (10) aus einem ersten Behandlungstank (12) transportiert wird, anschließend der Endabschnitt (30) des Schichtträgers (10) mit einer drehbaren Walze in Berührung gebracht wird und schließlich die Walze (18) in einer Richtung derart gedreht wird, daß der Endabschnitt (30) durch die Walze (18) in einer Richtung vom Schichtträger (10) weg abgestreift wird.




Beschreibung


[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Entwickeln eines fotografischen Schichtträgers nach dem Oberbegriff von Anspruch 1 sowie ein Verfahren zum Entwickeln eines fotografischen Schichtträgers nach dem Oberbegriff von Anspruch 8.

[0002] Eine derartige Vorrichtung und ein derartiges Verfahren sind bekannt aus der DE 43 04 907. Zur besseren Darstellung der der Erfindung zugrundeliegenden Problematik zeigen die Figuren 1a bis 1c in schematischer Darstellung die aus dem Stand der Technik bekannte Vorrichtung.

[0003] Fig. 1a zeigt einen Schichtträger 10, der aus einem Entwicklungstank 12 in einen Fixiertank 14 transportiert wird. Die beiden Tanks sind durch eine Zwischenwand 16 voneinander getrennt. Zwei Walzen 18, 20 bilden ein Auslaufwalzenpaar, das neben der Förderung des Schichtträgers 10 die Aufgabe hat, die Behandlungsflüssigkeit des Entwicklungstanks 12 vor dem Eintritt in den Fixiertank 14 abzuquetschen. Leiteinrichtungen 22 dienen dazu, den Schichtträger 10 in ein Eintrittswalzenpaar 24, 26 des Fixiertanks 14 einzuführen. Wie aus der Darstellung von Fig. 1b hervorgeht, gelingt es nicht, die Entwicklerflüssigkeit vollständig abzustreifen, so daß ein mit 28 bezeichneter Rest der Entwicklerflüssigkeit an einem Endabschnitt 30 des Schichtträgers haften bleibt. Dieser Rest 28 läuft, siehe Fig. 1c, unter Bildung von Rücklaufnasen 32, die im Bereich mehrerer Zentimeter liegen können, vor dem Eintauchen des Schichtträgers in die Fixierflüssigkeit im Fixiertank 14 aufgrund der Schwerkraft vom Endabschnitt 30 des Schichtträgers 10 den Schichtträger 10 entlang in Richtung von dessen Frontbereich. Es findet eine Nachentwicklung im Bereich der Rücklaufnasen 32 statt, die nach dem gesamten Entwicklungsprozeß auf dem Schichtträger deutlich als dunkle Bereiche mit einer optisch höheren Dichte erkennbar sind.

[0004] Bei herkömmlichen Röntgenuntersuchungen, beispielsweise eines Arms, eines Beins, des Magens etc. sind diese dunklen Bereiche wenig störend, da der zu untersuchende Körperbereich gewöhnlich in der Mitte des Aufnahmebereichs positioniert ist. Dadurch sind vom Filmprozessor verursachte Fehler an den Rändern des Röntgenfilms, beispielsweise Kratzer, Dichteunterschiede etc., in einem gewissen Rahmen akzeptiert, die Diagnose wird nicht behindert.

[0005] Gänzlich anders ist dies bei der Mammographie, bei der der diagnostische Bereich bis zum äußersten Bereich des Films geht. Hier sind daher keine Fehler erlaubt. Beeinträchtigungen der Bildqualität aufgrund der beschriebenen Rücklaufnasen können zu verhängnisvollen Fehldiagnosen führen.

[0006] Der vorliegenden Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung und ein Verfahren der eingangs genannten Art derart weiterzubilden, daß entwickelte Schichtträger mit hoher Abbildungsqualität - insbesondere auch im Randbereich - bereitgestellt werden können, so dass ein Einsatz für hochsensible Anwendungen, wie beispielsweise die Mammographie, ermöglicht wird.

[0007] Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen von Patentanspruch 1 sowie durch ein Verfahren mit den Merkmalen von Patentanspruch 7.

[0008] Der erfindungsgemäßen Lösung liegt die Erkenntnis zugrunde, daß die Bildung von Rücklaufnasen dadurch minimiert werden kann, daß die am Endabschnitt des Schichtträgers sich ansammelnde und dort anhaftende Flüssigkeit aktiv durch eine Walze, die sich vom Schichtträger wegdreht, abgestreift werden kann. Damit wird die Länge der sich bildenden Rücklaufnasen drastisch reduziert, bei optimaler Abstimmung die Bildung von Rücklaufnasen sogar gänzlich verhindert.

[0009] Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Walze Teil einer ohnehin vorhandenen Transporteinrichtung ist bzw. eine separat für den Abstreifvorgang eingeführte Walze mit der Transporteinrichtung zum Bewegen dieser Walze gekoppelt ist.

[0010] Da sich die Rücklaufnasen auf der Seite des Schichtträgers bilden, auf der die Erdanziehung greift, ist die Walze bevorzugt so anzuordnen, daß sie den Endabschnitt auf dieser Seite berührt.

[0011] Ist die Abstreifwalze Teil einer Transport- oder Abquetschvorrichtung oder ist deren Oberfläche mit der Oberfläche einer Transport- oder Abquetschwalze gekoppelt, führt das dazu, dass die Abstreifwalze immer mit Flüssigkeit benetzt ist. Es hat sich herausgestellt, dass sich diese Benetzung im Hinblick auf ein leichtes Anlagern der sich am Endabschnitt des Schichtträgers ansammelnden Flüssigkeit positiv auswirkt. Diese Benetzung läßt sich auch durch den direkten oder indirekten Kontakt der Walzenoberfläche mit einer in der Badflüssigkeit laufenden Walze erreichen.

[0012] Bei einer bevorzugten Weiterbildung umfaßt die erfindungsgemäße Vorrichtung ein Halteelement, mit dem der Schichtträger während des Abstreifens stützbar ist. Damit wird sichergestellt, daß der Schichtträger, insbesondere dessen Endabschnitt, während des Abstreifvorgangs nicht ausweicht.

[0013] Das Halteelement läßt sich vorteilhaft dadurch realisieren, daß eine der ohnehin vorhandenen Leitvorrichtungen zur Führung des Schichtträgers von einem in den nächsten Behandlungstank derart ausgelegt ist, daß sie die Funktion des Halteelements übernehmen kann.

[0014] Selbstverständlich ist es mit von der Erfindung umfaßt, den Schichtträger vor dem Einbringen in den nächsten Behandlungstank einer separaten Station zuzuführen, in der der Abstreifvorgang mit einer separaten Walze durchgeführt wird. Bevorzugt ist es jedoch, die ohnehin vorhandenen Elemente wie Transportwalzen und Leitvorrichtungen derart auszubilden, daß zwischen einer Walze der Transportvorrichtung und einer als Halteelement dienenden Leitvorrichtung ein Spalt gebildet wird, wobei der Schichtträger so durch die Leitvorrichtung geführt wird, daß sein Endabschnitt zur Durchführung des Abstreifvorgangs in den Spalt eintritt.

[0015] Weitere vorteilhafte Ausbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen definiert.

[0016] Ein Ausführungsbeispiel wird im Folgenden unter Hinweis auf die beigefügten Zeichnungen näher beschrieben:

[0017] Es stellen dar:
Fig. 1a bis 1c
in schematischer Darstellung den Transport eines Schichtträgers in einer aus dem Stand der Technik bekannten Vorrichtung zum Entwickeln eines fotografischen Schichtträgers; und
Fig. 2a bis 2c
in schematischer Darstellung den Transport eines Schichtträgers in einer erfindungsgemäßen Vorrichtung.


[0018] In den Figuren 2a bis 2d sind Elemente, die den bereits im Zusammenhang mit den Figuren 1a bis 1c erwähnten Elementen entsprechen, mit identischen Bezugszeichen bezeichnet.

[0019] Wie aus Fig. 2a bis Fig. 2c hervorgeht, ist die Leitvorrichtung 32 derart gestaltet, daß der Schichtträger 10 nach dem Verlassen des letzten Walzenpaares 18, 20 eines Behandlungstanks 12 nicht sofort frei wird, sondern mit seinem Endabschnitt 30 auf eine Kante 34 der Leitvorrichtung 32 zurückfällt und infolge seiner Eigenspannung in einen zwischen der Walze 18 und einer als Halteelement wirkenden Leitvorrichtung 32 gebildeten Spalt 36 eintritt. Im Spalt 36 kommt die Unterseite des Endabschnitts 30 des Schichtträgers 10 im wesentlichen tangential mit der Walze 18 in Berührung. In dieser Stellung verharrt der Schichtträger 10 für einen kurzen Moment, wobei sich die Walze 18 derart dreht, daß der Endabschnitt in einer Richtung vom Schichtträger 10 weg abgestreift wird, bevor der bereits von dem Eingangswalzenpaar 24, 26 des Behandlungstanks 14 erfaßte Schichtträger 10 weiter transportiert wird. Durch geeignete Ausbildung der Kante 34 kann erreicht werden, daß gegebenenfalls auf der von der Erdanziehung abgekehrten Seite des Schichtträgers 10 verbleibende Entwicklerreste an der Kante 34 abgestreift werden. Wie aus Fig. 2d hervorgeht, werden die an der Unterseite des Endabschnitts 30 des Schichtträgers 10 vorhandenen Entwicklerreste 28 auf die Walze 18 übertragen und von dieser abtransportiert. Die Ausbildung von Rücklaufnasen wird dadurch verhindert.

[0020] Wirkungsvoll unterstützt wird das Einführen in den Spalt 36 dadurch, daß das Walzenpaar 18, 20 so angeordnet ist, dass die Ebene, die durch die Walzenachsen aufgespannt wird, einen Winkel - bevorzugt zwischen 30° und 60° - mit einer Horizontalebene bildet, wobei die Walze 18 höher positioniert ist als die Walze 20. Durch diese Maßnahme kommt der Endabschnitt 30 des Schichtträgers 10 während des Abstreifvorganges nur mit der gegenläufigen Walze 18, nicht aber mit der mitlaufenden Walze 20 in Kontakt.


Ansprüche

1. Vorrichtung zum Entwickeln eines fotografischen Schichtträgers (10) in mehreren Behandlungstanks (12, 14), die von dem Schichtträger nacheinander durchlaufen werden, mit mindestens einer drehbaren Walze (18), wobei der fotografische Schichtträger einen Frontabschnitt und einen Endabschnitt (30) aufweist und die Walze derart angeordnet ist, daß der fotografische Schichtträger auf dem Weg von einem ersten Behandlungstank (12) zu einem zweiten Behandlungstank (14) mit einem Endabschnitt mit der Walze in Berührung kommt, dadurch gekennzeichnet, daß die Drehrichtung der Walze (18) so ausgelegt ist, daß der Endabschnitt (30) durch die Walze (18) in einer Richtung vom Schichtträger (10) weg abstreifbar ist.
 
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorrichtung Transporteinrichtungen (18, 20, 24, 26) umfaßt, die den Schichtträger durch die einzelnen Behandlungstanks fördern, wobei die Walze (18) Teil einer Transporteinrichtung ist oder mit der Transporteinrichtung zum Bewegen der Walze (18) gekoppelt ist.
 
3. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Walze (18) derart angeordnet ist, daß sie den Endabschnitt (30) auf der Seite berührt, auf der die Erdanziehung angreift.
 
4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Walze (18) benetzt ist.
 
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorrichtung ein Halteelement (32) umfaßt, mit dem der Schichtträger (10) während des Abstreifens stützbar ist.
 
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorrichtung Leitvorrichtungen (32) zur Führung des Schichtträgers von einem in den nächsten Behandlungstank umfaßt, wobei das Halteelement (32) Teil einer Leitvorrichtung ist.
 
7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Leitvorrichtungen (32) derart ausgebildet sind, daß zwischen der Walze (18) und dem Halteelement (32) ein Spalt (36) gebildet wird, wobei der Schichtträger (10) so durch die Leitvorrichtungen leitbar ist, daß sein Endabschnitt zum Durchführen des Abstreifens in den Spalt (36) eintritt.
 
8. Verfahren zum Entwickeln eines fotografischen Schichtträgers (10) in mehreren Behandlungstanks (12, 14), die von dem Schichtträger (10), der einen Frontabschnitt und einen Endabschnitt (30) aufweist, nacheinander durchlaufen werden, folgende Schritte umfassend:

a) Transportieren des Schichtträgers (10) aus einem ersten Behandlungstank (12); und

b) In-Berührung-Bringen des Endabschnitts (30) des Schichtträgers mit einer drehbaren Walze (18);
gekennzeichnet durch folgenden weiteren Schritt:

c) Drehen der Walze (18) in einer Richtung derart, daß der Endabschnitt (30) durch die Walze (18) in einer Richtung vom Schichtträger (10) weg abgestreift wird.


 
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Schichtträger (10), insbesondere der Endabschnitt (30), während des Abstreifens von einem Halteelement (32) gestützt wird.
 
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß vor Schritt c) der Schichtträger (10), insbesondere der Endabschnitt (30), in einen Spalt (36) zwischen der Walze (18) und dem Halteelement (32) eintritt und dort während des Abstreifens gehalten wird.
 




Zeichnung













Recherchenbericht