(19)
(11) EP 1 178 569 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
06.02.2002  Patentblatt  2002/06

(21) Anmeldenummer: 01102642.4

(22) Anmeldetag:  07.02.2001
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7H01R 4/20
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH CY DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK RO SI

(30) Priorität: 02.08.2000 DE 10037613

(71) Anmelder: Jostra AG
72145 Hirrlingen (DE)

(72) Erfinder:
  • Kaufmann, Ralf, Dr.
    72414 Rangendingen (DE)
  • Höcherl, Manfred
    79737 Herrischried (DE)

(74) Vertreter: Möbus, Daniela, Dr.-Ing. et al
Hindenburgstrasse 65
72762 Reutlingen
72762 Reutlingen (DE)

   


(54) Elektrisches Anschlusselement


(57) Ein elektrisches Anschlusselement für den Anschluss an ein elektrisch isoliertes Ende eines Drahtes, das eine Klemmhülse (10), in die das Ende des Drahtes (30) einführbar und festklemmbar ist, und eine damit verbindbare Isolationshülse (20), die mit einem Anschlusskontakt (21) versehen ist, umfasst, wobei beim Verbinden von Klemmhülse (10) und Isolationshülse (20) der Anschlusskontakt (21) der Isolationshülse (20) mit dem Ende des Drahtes (30) unter Beseitigung der Isolation des Drahtes in Kontakt gebracht und gehalten wird.




Beschreibung


[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein elektrisches Anschlusselement, das an ein elektrisch isoliertes Ende eines Drahtes angeschlossen werden kann, wobei das Ende des Drahtes beim Anschluss des Anschlusselements zugleich abisoliert und sicher im Anschlusselement befestigt wird.

[0002] Beim Anschluss von Anschlusselementen, wie elektrischen Buchsen oder elektrischen Steckern, an einen elektrischen Draht wird herkömmlicherweise das Ende des Drahtes abisoliert und dann mittels einer Klemm- oder Schraubverbindung mit dem Anschlusselement verbunden. Es gibt jedoch Anwendungen, bei denen beim Anschluss eines Anschlusselements an einen Draht der abisolierte Draht nicht berührt werden darf. Dies ist beispielsweise in der Medizintechnik der Fall, wenn z. B. ein externer Herzschrittmacher an mit dem Herzmuskel verbundene, aus dem Körper herausgeführte Leitungen angeschlossen werden soll. In diesem Fall dürfen die aus dem Körper herausgeführten Leitungen nicht in ihrem leitenden Kern berührt werden. Eine Berührung des leitenden Kerns des Drahtes könnte eine elektrostatische Entladung verursachen. Solch eine elektrostatische Entladung kann zu schweren Herzrhythmusstörungen bis hin zu einem Herzkammerflimmern führen. In diesem beispielhaften Fall muss also das Anschlusselement an das abgeschnittene, aber weiterhin elektrisch isolierte Ende des Drahtes angeschlossen werden, ohne dass zuvor die Isolierung des Drahtes entfernt wird.

[0003] Aus dem Stand der Technik sind insbesondere von der Firma Multi-Contact AG, Basel so genannte Klemmstecker, bei denen der isolierte Draht im Stecker festgeklemmt und dabei gleichzeitig die Isolation entfernt wird, bekannt. Diese Stecker sind aber relativ aufwendig, fehleranfällig, voluminös und schwerfällig zu bedienen, da sie u. a. ein Federelement und einen Druckknopf enthalten. Außerdem sind diverse Steckerelemente für bereits abisolierte Drähte bekannt.

[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein elektrisches Anschlusselement für den Anschluss an ein elektrisch isoliertes Ende eines Drahtes bereitzustellen, bei dem das Drahtende vor dem Anschluss nicht abisoliert werden muss, das leicht zu handhaben ist und das eine kleine Baugröße und einen einfachen Aufbau aufweist.

[0005] Die gestellte Aufgabe wird erfindungsgemäß durch das elektrische Anschlusselement, das die im Hauptanspruch aufgeführten Merkmale aufweist, gelöst. Die Unteransprüche geben bevorzugte Weiterbildungen an.

[0006] Das erfindungsgemäße elektrische Anschlusselement besteht aus zwei Teilen, einer so genannten Klemmhülse und einer so genannten Isolationshülse, die miteinander verbindbar sind. Das elektrisch isolierte Ende des Drahtes, an den das elektrische Anschlusselement angeschlossen werden soll, wird zunächst in die Klemmhülse eingeführt und dort provisorisch festgeklemmt. Dazu kann es beispielsweise in einen entsprechenden ausgebildeten Kanal des Klemmhülse eingeführt und festgeklemmt werden.

[0007] Vorzugsweise ist dieser Kanal so ausgebildet, dass das Ende des Drahtes in einer doppelten Kraftentlastungsschleife eingeführt und gehalten wird.

[0008] Klemmhülse und Isolationshülse sind so ausgebildet, dass sie, wenn sie miteinander beispielsweise durch ein Verschrauben verbunden werden, zwischen sich den Draht einklemmen und dessen Isolation beseitigen, wobei ein Anschlusskontakt, der bei der Isolationshülse vorgesehen ist, in elektrischen Kontakt mit dem nun abisolierten Ende des Drahtes kommt.

[0009] Um dieses Einklemmen und gleichzeitige Abisolieren des Drahtendes zu ermöglichen, weist die Klemmhülse vorzugsweise eine sich zur Verbindungsstelle mit der Isolationshülse im Durchmesser erweiternde Ausnehmung, die beispielsweise in Form eines Trichters gestaltet sein kann, auf. Das Ende des Drahtes wird vorteilhafterweise so weit in die Klemmhülse eingeführt, dass das Ende des Drahtes sich etwa an der Verbindungsstelle zwischen Klemmhülse und Isolationshülse befindet. Der Anschlusskontakt der Isolationshülse umfasst ein sich nach vorne verjüngendes Quetschkontaktelement, das so ausgebildet ist, dass es beim Verbinden von Klemmhülse und Isolationshülse in die Ausnehmung der Klemmhülse eindringt. Dabei quetscht es das sich dort befindliche Ende des Drahtes gegen die Wand der Ausnehmung der Klemmhülse.

[0010] Das Quetschkontaktelement kann unter Berücksichtigung der oben angegebenen Ausformung unterschiedlich ausgebildet sein. Es kann beispielsweise aus einem Schraubengewinde, aus mehreren im Abstand zueinander hintereinander angeordneten Scheiben, die sich im Durchmesser verjüngen, oder aus mehreren im Durchmesser immer kleiner werdenden Zylindern bestehen. Entscheidend ist, dass beim Eindringen des Quetschkontaktelements das Ende des Drahtes nicht gestaucht, sondern sicher an die Wand der Ausnehmung der Klemmhülse gedrückt wird, und dabei gleichzeitig die Isolation des Drahtendes entfernt wird. Die äußeren Kanten des Quetschkontaktelements müssen also so scharf ausgebildet sein, dass sie die Isolation des Drahtendes entfernen können, aber sie dürfen wiederum auch nicht derart scharf ausgebildet sein, dass sie die Drahtlitze durchschneiden. Eine weitere Sicherheit gegen Durchtrennen der Drahtlitze bietet eine gewisse Nachgiebigkeit des Klemmhülsenmaterials.

[0011] Der Anschlusskontakt der Isolationshülse weist außer dem Quetschkontaktelement vorteilhafterweise auch ein mit diesem Quetschkontaktelement elektrisch verbundenes Verbindungselement auf. An dieses Verbindungselement, das beispielsweise in Form eines Steckerstiftes oder einer Steckerbuchse ausgebildet sein kann, kann eine entsprechende dazu passende Steckerbuchse bzw. ein Steckerstift angeschlossen werden, sodass an das erfindungsgemäße Anschlusselement eine weiterführende elektrische Leitung und elektrische Drähte anschließbar sind. Der Steckerstift und die Steckerbuchse sollten dabei möglichst nach außen hin isoliert sein, damit verhindert werden kann, dass ein Benutzer mit dem abisolierten Draht in Verbindung kommt.

[0012] Klemmhülse und Isolationshülse können auf verschiedene Arten miteinander verbunden werden. Beispielsweise können sie dazu mit passenden Schraubgewinden oder einer Verbindungsvorrichtung in Form eines Bajonettverschlusses oder eines Luer-Lock-Verschlusses versehen sein.

[0013] Klemmhülse und Isolationshülse müssen aus einem elektrisch isolierenden Material hergestellt sein. Dazu kann beispielsweise ein schlagzäher und bei den vorgesehenen Anwendungstemperaturen wenig fließender Kunststoff zur Anwendung kommen. Bei einer Verwendung im medizinischen Bereich ist es vorteilhaft, wenn ein Kunststoff oder ein sonstiges Material gewählt wird, das leicht, beispielsweise durch Ethylenoxid, sterilisiert werden kann. Damit auch unter ungünstigen Einsatzbedingungen keine Korrosion auftritt und stets ein guter elektrischer Kontakt gewährleistet ist, ist es vorteilhaft, wenn die elektrisch leitenden Teile, wie beispielsweise der Anschlusskontakt der Isolationshülse, aus nicht korrodierenden Materialien, wie beispielsweise Edelstahl, bestehen. Darüber hinaus können diese Materialien noch beschichtet sein, z. B. Messing vergoldet, um den elektrischen Kontakt weiter zu verbessern.

[0014] Bei einer weiteren bevorzugten Ausführungsform eines elektrischen Anschlusselements können die Klemmhülse und die Isolationshülse durch einen Rastklemmring gegen ein unbeabsichtigtes gegenseitiges Lösen, beispielsweise durch Aufschrauben gesichert sein. Die Klemmhülse kann hierzu benachbart zum Außengewinde auf ihrer Außenseite mit einem Vorsprung versehen sein, der in einen Spalt am Umfang des Rastklemmrings einführbar ist und eine Rastverbindung zwischen Klemmhülse und Rastklemmring herstellt.

[0015] Bei einer bevorzugten Ausführungsform kann der Rastklemmring beim Zusammenschrauben der Klemmhülse und der Isolationshülse bei Überschreiten eines Rastdrehmoments durch Deformation den Vorsprung überwinden. Der Vorsprung ist dabei so bemessen, dass er bei weiterem Zuschrauben der beiden Hülsen im Innengewinde der Isolationshülse verschwindet und keine Wechselwirkung mehr mit dem Rastring hat. Die Hülsen können dann ohne weiteren Widerstand zugeschraubt und der eingeführte Draht gequetscht werden.

[0016] Die Isolationshülse kann auf ihrer Außenseite mit einem Umfangswulst und mindestens einem axial gerichteten Steg versehen sein, der einen Anschlag für mindestens einen an der Innenseite des Rastklemmrings angeordneten Rasthaken bildet, sofern die Klemmhülse gemeinsam mit dem mit ihr verrasteten Rastklemmring in die Isolationshülse eingeschraubt wird, wobei der mindestens eine Rasthaken über den Umfangswulst unlösbar einrastbar ist und dadurch ein Auseinanderschrauben von Klemmhülse und Isolationshülse verhindert.

[0017] Nach der Montage der Klemmhülse und der Isolationshülse sorgt damit der Rastklemmring dafür, dass sich die Isolationshülse und die Klemmhülse nicht mehr gegeneinander verdrehen und dadurch wieder voneinander lösen können. Vorzugsweise weist die Isolationshülse dabei vier axial gerichtete Stege auf, die Anschläge für vier am Rastklemmring angeordnete Rasthaken bilden. Dadurch kann sichergestellt werden, dass praktisch keine Drehbewegung der Isolationshülse gegenüber der Klemmhülse möglich ist.

[0018] Insgesamt stellt das erfindungsgemäße elektrische Anschlusselement ein leicht zu bedienendes, einfach aufgebautes, kleines Anschlusselement dar, das sicher an einem nicht abisolierten Draht befestigt werden kann, wobei der Anwender mit dem elektrisch leitenden Teil des Drahtes nicht in Berührung kommt, sodass das erfindungsgemäße elektrische Anschlusselement insbesondere in der Medizintechnik, beispielsweise beim Anschluss eines externen Herzschrittmachers, besonders vorteilhaft einsetzbar ist.

[0019] Zwei Ausführungsbeispiele eines erfindungsgemäß ausgebildeten elektrischen Anschlusselements werden nachfolgend anhand der beiliegenden Zeichnungen erläutert. In den Zeichnungen sind gleiche Elemente in allen Zeichnungsfiguren mit den gleichen Bezugszahlen gekennzeichnet.

[0020] Es zeigen:
Fig. 1
einen schematischen Querschnitt durch eine Ausführungsform eines erfindungsgemäßen elektrischen Anschlusselements im auseinandergezogenen Zustand;
Fig. 2
einen schematischen Querschnitt durch das in Fig. 1 dargestellte erfindungsgemäße Anschlusselement im zusammengefügten Zustand;
Fig. 3
eine andere Ausführungsform des Anschlusskontaktes der Isolationshülse;
Fig. 4
eine nochmals andere Ausführungsform des Anschlusskontaktes der Isolationshülse;
Fig. 5
ein Beispiel für die Anwendung des erfindungsgemäßen elektrischen Anschlusselements beim Anschluss eines Herzschrittmachers;
Fig. 6
eine perspektivische Ansicht eines weiteren Ausführungsbeispiels eines Anschlusselements im auseinandergezogenen Zustand;
Fig. 7
einen Längsschnitt durch das Anschlusselement aus Fig. 6 im aufgeschraubten Zustand, wie es vor und während der Einführung eines Drahtes vorliegt; und
Fig. 8
einen Längsschnitt durch das Anschlusselement aus Fig. 6 im zugeschraubten Zustand, wie es nach der Montage an den Draht vorliegt.


[0021] Fig. 1 zeigt einen schematischen Querschnitt durch eine Ausführungsform des erfindungsgemäßen elektrischen Anschlusselements. Zur deutlicheren Darstellung sind die einzelnen Elemente des Anschlusselements im auseinandergezogenen Zustand dargestellt. Das erfindungsgemäße elektrische Anschlusselement besteht aus zwei Teilen, nämlich einer Klemmhülse 10 und einer Isolationshülse 20. In die Klemmhülse wird das Ende des Drahtes 30, der an das Anschlusselement angeschlossen werden soll, eingeführt. Dazu weist die Klemmhülse 10 eine öffnung auf, in die der Draht 30 eingeführt werden kann. In der hier dargestellten Ausführungsform besteht diese Öffnung aus einem Kanal 12 und einem trichterförmigen Einlass 14, über die der Draht 30 in Form einer Kraftentlastungsschlaufe eingeführt werden kann. Die Klemmhülse 10 weist auf ihrem zur Isolationshülse 20 weisenden Ende eine sich erweiternde Ausnehmung 16, die hier in Trichterform ausgebildet ist, auf. In dieser Ausnehmung 16 wird später der Draht 30 festgeklemmt. Der Draht 30 muss dazu so weit in die Klemmhülse 10 eingeführt werden, dass sein Ende etwa mit dem Ende der Ausnehmung 16 abschließt.

[0022] In diese Ausnehmung 16 der Klemmhülse 10 greift, wenn Klemmhülse 10 und Isolationshülse 20 miteinander verbunden werden, das Quetschkontaktelement 22 des Anschlusskontaktes 21 der Isolationshülse 20 und klemmt das Ende des Drahtes 30 fest, wie man besser in der anschließend beschriebenen Fig. 2 sehen kann. Das Quetschkontaktelement 22 weist dazu eine sich im Durchmesser nach vorne verjüngende Form, die mit Kanten versehen ist, auf. Das hier dargestellte Quetschkontaktelement 22 ist in Form einer Schraube ausgebildet.

[0023] Der Anschlusskontakt 21 der Isolationshülse 20 weist zusätzlich ein mit dem Quetschkontaktelement elektrisch verbundenes Verbindungselement 23 auf. Dies ist hier in Form eines direkt mit dem Quetschkontaktelement 22 verbundenen Steckerstiftes dargestellt. An das Verbindungselement 23, also hier den Steckerstift, kann eine hier nicht dargestellte Steckerbuchse angeschlossen werden, um das erfindungsgemäße Anschlusselement mit weiteren elektrischen Drähten zu verbinden, die beispielsweise zum Anschluss eines externen Herzschrittmachers verwendet werden können. Damit der Anwender mit dem elektrischen Draht nicht in Verbindung kommt, ist das Verbindungselement 23 vorzugsweise nach außen hin isoliert. Hier ist also der als Verbindungselement 23 dienende Steckerstift einfach in einer äußeren Hülle 24 geführt.

[0024] Die Klemmhülse 10 und die Isolationshülse 20 müssen miteinander verbunden werden. Hier ist dazu die Klemmhülse 10 mit einem Außengewinde 18 und die Isolationshülse 20 mit einem Innengewinde 25 versehen, sodass die beiden Hülsen miteinander verschraubt werden können. Es sind natürlich aber auch andere Verbindungsmöglichkeiten, wie ein Bajonettverschluss oder eine Rastverbindung, denkbar.

[0025] Fig. 2 zeigt in Form eines schematischen Querschnitts das in Fig. 1 dargestellte erfindungsgemäße Anschlusselement im zusammengefügten Zustand. Die Klemmhülse 10 und die Isolationshülse 20 sind hier also zusammengeschraubt und somit miteinander verbunden. Man erkennt, wie das Ende des Drahtes 30 zwischen dem Quetschkontaktelement 22 und der Wand der Ausnehmung 16 eingequetscht wird. Die Kanten des Quetschkontaktelements 22, hier also die Außenkanten der Schraube, schieben dabei gleichzeitig die Isolation des Drahtes 30 beiseite, sodass ein elektrischer Kontakt zwischen dem Draht 30 und dem Quetschkontaktelement 22 hergestellt wird und der elektrische Draht 30 zugleich sicher zwischen Quetschkontaktelement 22 und der Wand der Ausnehmung 16 festgehalten wird. Am rechten Ende der Isolationshülse 20 erkennt man, wie das als Steckerstift ausgebildete Verbindungselement 23 in seiner Hülle 24 liegt.

[0026] Fig. 3 zeigt eine andere Ausführungsform des Anschlusskontaktes 21 der Isolationshülse 20. Das Quetschkontaktelement 22 des Anschlusskontaktes 21 besteht hier aus mehreren im Abstand zueinander angeordneten Scheiben 26, die nach vorne hin einen immer kleineren Durchmesser aufweisen.

[0027] Fig. 4 zeigt eine nochmals andere Ausführungsform des Anschlusskontaktes 21 der Isolationshülse 20. Das Quetschkontaktelement 22 des Anschlusskontaktes besteht hier aus mehreren hintereinander angeordneten Zylindern 27, wobei der Durchmesser der Zylinder 27 nach vorne zu immer kleiner wird.

[0028] Fig. 5 zeigt schließlich eine Anwendung des erfindungsgemäßen Anschlusselements beim Anschluss eines externen Herzschrittmachers 40 an einem Herzdraht 50, d. h. einen mit dem Herzmuskel 52 verbundenen und aus dem Körper herausgeführten Draht 50, der hier in Form eines Aderpaares dargestellt ist. Der externe Herzschrittmacher 40 weist zwei Anschlussleitungen 42 auf, die an ihrem Ende jeweils mit Steckern 44 versehen sind. Diese Stecker 44 werden jeweils mit dem Verbindungselement 23 der beiden hier zur Anwendung kommenden erfindungsgemäßen elektrischen Anschlusselemente 60 verbunden. Das obere erfindungsgemäße Anschlusselement 60 ist hier in seinem auseinandergezogenen Zustand und das untere erfindungsgemäße Anschlusselement 60 in seinem zusammengefügten Zustand dargestellt.

[0029] In Fig. 6 sind die Einzelteile eines weiteren Anschlusselements dargestellt. Alle Teile, mit Ausnahme des Anschlusskontaktes 21, bestehen aus Kunststoff, vorzugsweise aus transparentem harten PVC, PC oder ABS. Alternativ zur Hülle 24 aus Fig. 1 ist hier eine Berührungsschutzkappe 80 für den Anschlusskontakt 21 vorgesehen, die zur Vermeidung ihres Verlustes über einen Verbindungssteg 82 mit einem Haltering 81 verbunden ist. Die Berührungsschutzkappe 80 sollte zur verbesserten Reibklemmung am Anschlusskontakt 21 aus einem weicheren Kunststoff, wie z. B. PE oder PP, bestehen. Bei Verwendung des Anschlusselements zum Anschließen eines externen Herzschrittmachers kann für den Anwender die Schutzkappe 80 zur Markierung der Implantationslage einer Schrittmacherelektrode 30 farblich gekennzeichnet sein. Der Haltering 81 wird zur Sicherung über die Außenfläche der trichterförmigen Ausnehmung 16 im Teil 10 geschoben. Auf dieser Außenfläche befindet sich außerdem ein Vorsprung 19 in Form eines erhabenen Zylindersektors vor dem Außengewinde 18. Die Höhe des Vorsprungs 19 ist so bemessen, dass sie dem radialen Gewindespiel zwischen Außengewinde 18 und Innengewinde 25 (Fig. 7) entspricht. Dadurch wird die spätere Verschraubungsmontage nicht beeinträchtigt. Die Umfangsbreite des Vorsprungs 19 entspricht der Weite eines Spaltes 72 eines Rastklemmrings 70 zur Sicherung der Teile 10 und 20.

[0030] Beim Zusammenbau des Anschlusselements gemäß den Fig. 7 und 8 wird zunächst der Rastklemmring 70 auf die Außenfläche der Ausnehmung 16 geklippst. Der Vorsprung 19 muss im Spalt 72 liegen. Nach dem Einschieben des Anschlusskontaktes 21 in die Isolationshülse 20 wird das Außengewinde 18 in den ersten Gewindegang des Innengewindes 25 eingeschraubt. Dabei rasten die Rasthaken 71 des Rastklemmrings 70 über einen Umfangswulst 32 der Isolationshülse 20 ein. Sie kommen zwischen axialen Stegen 28 auf der Außenfläche der Hülse 20 zum Liegen. Der Rastklemmring 70 verhindert auf diese Weise ein unbeabsichtigtes Auseinanderschrauben der Teile 10 und 20. Die axialen Stege 28 verhindern über die Rasthaken 71 ein Verdrehen des Rastklemmrings 70. Nach dem Aufschieben der Berührungsschutzkappe 80 auf den Anschlusskontakt 21 ist das Anschlusselement in seinem einsatzbereiten Zustand (Fig. 7).

[0031] In Fig. 7 ist außerdem dargestellt, wie ein Anwender einen Draht, beispielsweise das extrakorporale Ende einer implantierten Herzschrittmacherelektrode 30 durch den trichterförmigen Einlass 14 an einen Einführkegel 29 des Anschlusskontaktes 21 entlang einer Einführstrecke 31 vorbeischiebt. Der Vorsprung 19 am Teil 10 im Spalt 72 des Rastklemmrings 70 (Fig. 6) sorgt wegen der Verdrehsicherung des Rastklemmrings 70 für eine leichte Zuschraubsicherung der gesamten Anschlusssteckerkonfiguration. Durch diese Zuschraubsicherung ist gewährleistet, dass der Anwender stets ein aufgeschraubtes, aber dennoch zusammenhängendes, montierfertiges Anschlusselement nach dem Auspacken des Elements in den Händen hält. Nach dem Einführen des Drahtes 30 oder der Herzschrittmacherelektrode wird durch kräftiges Zuschrauben der beiden Teile 10 und 20 die Fixierung durch den Vorsprung 19 und den Spalt 72 überwunden und schließlich der Draht 30 zwischen der trichterförmigen Ausnehmung 16 und dem Quetschkontaktelement 22 (Fig. 6) eingeklemmt und abisoliert.

[0032] Fig. 8 zeigt das angeschlossene funktionsfertige Anschlusselement. Vor dem Einstecken in einen temporären Herzschrittmacher 40 (Fig. 5) muss die Berührungsschutzkappe 80 vom Anschlusskontakt 21 abgezogen werden. Bei der Ausführung eines Anschlusselements mit einer festen Hülle 24 zum Berührungsschutz wie in Fig. 1 sowie dem Vorhandensein entsprechender Sicherheitsbuchsen an dem temporären Herzschrittmacher kann auf die Berührungsschutzkappe 80 auch verzichtet werden.

Bezugszeichenliste:



[0033] 
10
Klemmhülse
12
Kanal
14
trichterförmiger Einlass
16
Ausnehmung (trichterförmig)
18
Außengewinde
19
Vorsprung
20
Isolationshülse
21
Anschlusskontakt
22
Quetschkontaktelement
23
Verbindungselement
24
Hülle
25
Innengewinde
26
Scheibe
27
Zylinder
28
Axialstege
29
Einführkegel
30
Draht
31
Einführstrecke des Drahtes 30
32
Wulst
40
externer Herzschrittmacher
42
Anschlussleitung
44
Stecker
50
Herzdraht
52
Herzmuskel
60
elektrisches Anschlusselement
70
Rastklemmring
71
Rasthaken
72
Spalt
80
Berührungsschutzkappe
81
Haltering
82
Verbindungssteg



Ansprüche

1. Elektrisches Anschlusselement für den Anschluss an ein elektrisch isoliertes Ende eines Drahtes, dadurch gekennzeichnet, dass es eine Klemmhülse (10), in die das Ende des Drahtes (30) einführbar und festklemmbar ist, und eine damit verbindbare Isolationshülse (20), die mit einem Anschlusskontakt (21) versehen ist, umfasst, wobei beim Verbinden von Klemmhülse (10) und Isolationshülse (20) der Anschlusskontakt (21) der Isolationshülse (20) mit dem Ende des Drahtes (30) unter Beseitigung der Isolation des Drahtes in Kontakt gebracht und gehalten wird.
 
2. Elektrisches Anschlusselement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Klemmhülse (10) eine sich zur Verbindungsstelle mit der Isolationshülse (20) im Durchmesser erweiternde Ausnehmung (16) aufweist, in die der Anschlusskontakt (21) der Isolationshülse (20), der ein sich entsprechend der Ausnehmung (16) verjüngendes Quetschkontaktelement (22) umfasst, eingeführt wird, wobei der Draht (30) zwischen dem Quetschkontaktelement (22) und der Ausnehmung (16) der Klemmhülse (10) unter Beseitigung seiner Isolation eingeklemmt wird.
 
3. Elektrisches Anschlusselement nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Quetschkontaktelement (22) an seiner Außenseite ein Schraubengewinde aufweist, dessen äußere Kanten abgerundet sind.
 
4. Elektrisches Anschlusselement nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Quetschkontaktelement (22) einzelne im Abstand hintereinander angeordnete, im Durchmesser immer kleiner werdende Scheiben (26) umfasst.
 
5. Elektrisches Anschlusselement nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Quetschkontaktelement (22) einzelne hintereinander angeordnete im Durchmesser immer kleiner werdende Zylinder (27) umfasst.
 
6. Elektrisches Anschlusselement nach Anspruch 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Anschlusskontakt (21) außer dem Quetschkontaktelement (22) auch ein Verbindungselement (23) in Form einer nach außen hin isolierten Buchse oder eines nach außen hin isolierten Steckers zum Anschluss eines Verbindungssteckers bzw. einer Verbindungsbuchse umfasst.
 
7. Elektrisches Anschlusselement nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindung zwischen Klemmhülse (10) und Isolationshülse (20) über ein Schraubgewinde (18, 25) erfolgt.
 
8. Elektrisches Anschlusselement nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindung zwischen Klemmhülse (10) und Isolationshülse (20) über einen Bajonettverschluss erfolgt.
 
9. Elektrisches Anschlusselement nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindung zwischen Klemmhülse (10) und Isolationshülse (20) über einen Luer-Lock-Verschluss erfolgt.
 
10. Elektrisches Anschlusselement nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Klemmhülse (10) einen Kanal (12) aufweist, in den das Ende des Drahtes (30) in Form einer doppelten Kraftentlastungsschlaufe eingeführt werden kann.
 
11. Elektrisches Anschlusselement nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Klemmhülse (10) und die Isolationshülse (20) aus schlagzähem, wenig fließendem und durch Ethylenoxid sterilisierbarem Kunststoff bestehen.
 
12. Elektrisches Anschlusselement nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Anschlusskontakt (21) der Isolationshülse (20) aus Edelstahl besteht.
 
13. Elektrisches Anschlusselement nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass der aus Edelstahl bestehende Anschlusskontakt (21) mit einer Schicht zur Verbesserung des elektrischen Kontaktes versehen ist.
 
14. Elektrisches Anschlusselement nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es für das Anschließen eines externen Herzschrittmachers (40) an mit dem Herzmuskel (52) verbundenen elektrischen Drähten (50), die aus dem Körper herausgeführt sind, Verwendung findet.
 
15. Elektrisches Anschlusselement nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Klemmhülse (10) und die Isolationshülse (20) durch einen Rastklemmring (70) gegen ein unbeabsichtigtes gegenseitiges Lösen gesichert sind.
 
16. Elektrisches Anschlusselement nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Klemmhülse (10) benachbart zum Außengewinde (18) auf ihrer Außenseite mit einem Vorsprung (19) versehen ist, der in einen Spalt (72) am Umfang des Rastklemmrings (70) einführbar ist.
 
17. Elektrisches Anschlusselement nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass der Rastklemmring (70) beim Zusammenschrauben der Klemmhülse (10) und der Tsolationshülse (20) bei überschreiten eines Rastdrehmoments durch Deformation den Vorsprung (19) überwindet.
 
18. Elektrisches Anschlusselement nach Anspruch 15 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass die Isolationshülse (20) auf ihrer Außenseite mit einem Umfangswulst (32) und mindestens einem axial gerichteten Steg (28) versehen ist, der einen Anschlag für mindestens einen an der Innenseite des Rastklemmrings (70) angeordneten Rasthaken (71) bildet, sofern die Klemmhülse (10) gemeinsam mit dem mit ihr verrasteten Rastklemmring (70) in die Isolationshülse (20) eingeschraubt wird, wobei der mindestens eine Rasthaken (71) über den Umfangswulst (32) unlösbar einrastbar ist und dadurch ein Auseinanderschrauben von Klemmhülse (10) und Isolationshülse (20) verhindert.
 
19. Elektrisches Anschlusselement nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass die Isolationshülse (20) mit vier axial gerichteten Stegen (28) versehen ist, die Anschläge für vier am Rastklemmring (70) angeordnete Rasthaken (71) bilden.
 




Zeichnung