[0001] Die Erfindung betrifft eine Glühkerze gemäß Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Bei den vorbekannten Glühkerzen sind Heiz- und Meßwendeln in Reihenschaltung hintereinander
angeordnet, wobei üblicherweise im vorderen Bereich des Glühstiftes die Heizwendel
angeordnet ist, die über eine Regelwendel mit dem Innenpol der Glühkerze verbunden
ist. Die Regelwendel besteht hierbei aus einem Material, das einen positiven oder
einen negativen Temperaturkoeffizienten des Widerstands aufweist, so daß hierdurch
eine Selbstregelung des Glühstromes für das Heizelement erfolgt, wodurch das Überhitzen
des Heizelements vermieden werden soll.
[0003] Das Regelverhalten des Regelelements wird zusätzlich zur Erwärmung durch den durchfließenden
Strom durch die Wärmeabstrahlung des in Reihe geschalteten Heizelements beeinflußt.
Dieser Wärmeübergang von der Heizwendel zur Regelwendel über die Drahtverbindung der
beiden Elemente bzw. über die Wendelumgebung erfordert jedoch eine gewisse Zeit und
erfolgt ungleichförmig aus der Richtung der Heizwendel. Dieses hat eine verzögerte
und ungleichmäßige Beeinflußung des Regelverhaltens der Regelwendel zur Folge, was
zum Durchschmelzen der Heizwendel führen kann.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Glühkerze zur Verfügung zu stellen, bei der die
Regelwendel gleichförmiger und schneller durch die Temperatur der Heizwendel beeinflußt
und damit geregelt wird und wobei die Regelwendel als Meßwendel zur Steuerung der
Glühstromzufuhr ausgebildet ist.
[0005] Diese Aufgabe wird durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Weitere
vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den nachfolgenden Ansprüchen
2 - 7.
[0006] Die Erfindung wird anhand der folgenden Figuren näher erläutert. Hierbei ist
Figur 1 der schematische Längsschnitt durch den vorderen Bereich des Glührohres einer
Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Glühkerze;
Figur 2 ist die schematische Seitenansicht, in teilweisem Längsschnitt, einer anderen
Ausführungsform der erfindungsgemäßen Glühkerze nach Anspruch 1;
Figur 3 ist die Seitenansicht, in teilweisem Längsschnitt, einer anderen Ausführungsform
der erfindungsgemäßen Glühkerze;
Figur 4 ist ein Längsschnitt durch die Glührohrspitze einer anderen Ausführungsform
der erfindungsgemäßen Glühkerze;
Figur 5 ist eine Seitenansicht in teilweisem Längsschnitt einer weiteren erfindungsgemäßen
Ausführungsform;
[0007] Gemäß Figur 1 ragt bei dieser Ausführungsform der erfindungsgemäßen Glühkerze der
Innenpol 7 in das Glührohr 8 hinein, wobei das Glührohr 8 in seinem vorderen Bereich
im Durchmesser verjüngt sein kann. Auf einer Andrehung 7.1 des Innenpols 7 ist eine
Blockwicklung 3.2 einer Heizwendel 3 beispielsweise mittels Schweißverfahren oder
Crimpen mit den Innenpol 7 elektrisch verbunden, die in einen gestreckten Bereich
3.1 der Heizwendel 3 übergeht, wobei der gestreckte Bereich 3.1 als thermische Entkopplung
zwischen dem Innenpol 7 und der eigentlichen Heizwendel 3 mit größerem Wendeldurchmesser
dient; die Heizwendel 3 mit großem Durchmesser, durch den die Heizwendelwindungen
in enger Nachbarschaft zur Wandung des Glührohres 8 angeordnet sind, ist mit einer
Regelwendel 2, die in ansich bekannterweise auch als Meßwendel fungieren kann, durch
die Schweißung 5 verbunden, während die Meßwendel 2 über eine weitere Schweißung 5
mit der Heizwendel 1 im Spitzenbereich des Glührohres 8 verbunden ist. Die Andrehung
7.1 des Innenpols 7 ist bevorzugt mit einer umlaufenden Rinne versehen, in der die
letzte anschlußseitige Windung der Blockwicklung 3.2 gelagert ist.
[0008] Die Heizwendel wiederum ist am Kontaktstift 6 in der Spitze des Glührohres 8 fixiert.
Der Kontaktstift 6 weist hierbei einen Längenanschlag 6.1 auf und dient in axialer
Richtung als Begrenzung, wodurch sich eine definierte Länge für die Schweißung z.B.
WIG-Schweißung ergibt, wobei zusätzlich beim Laserschweißen die Schulter (6.1) ein
Durchschießen verhindert.
[0009] Bevorzugt sind Heizwendel 1 und 3, die im folgenden auch als Heizwendelabschnitte
1 und 3 bezeichnet werden, bezüglich ihrer Wendelgeometrie (Anzahl und Durchmesser
von Draht und Windungen) im Bereich der Schweißungen 5 im wesentlichen gleich ausgebildet,
um beidseitig gleichen Wäremtransport in die Regelwendel 2 zu gewährleisten. Als bevorzugte
Materialien für die Heizwendelabschnitte 1 und 3 werden Drähte aus CrA1255 (Kanthal)
Heizleitermaterial verwendet; gut geeignet ist im Grunde auch jedes andere Heizleitermaterial,
das seinen Widerstandswert in Abhängigkeit von der Temperatur nur wenig oder nicht
verändert.
[0010] Das Material der Regelwendel 2 besitzt positiven oder negativen Temperaturkoeffizienten
des Widerstands und besteht beispielsweise aus Ni 99,9 oder CoFe, wobei CoFe einen
höheren Regelfaktor besitzt als Ni 99,9 und damit zu einem besseren Meßsignal bei
Verwendung der Regelwendel als Meßwendel führt; gut geeignet ist auch jedes andere
Material, welches seinem Widerstandswert über die Temperatur ändert.
[0011] Bei einer Ausführungsform gemäß Figur 2, die im übrigen der der Figur 1 entspricht,
ist zur weiteren thermischen Entkopplung von Heiz-/Regelbereich eine Durchmesserverkleinerung
7.3 des Ansatzes und Innenpol 7 vorgesehen; wobei in einer Bohrung 7.2 des Ansatzes
das anschlußseitige Ende des Heizwendelabschnitts 3.2 fixiert ist. Die Kontaktierung
mit der Glührohrspitze erfolgt direkt, also ohne Kontaktstück 6 gemäß Figur 1.
[0012] Eine weitere erfindungsgemäße Glühkerze zeigt Figur 3, bei der eine Heizwendel 1
und eine Regelwendel 2 in Reihe geschaltet und in 5 miteinander verschweißt sind,
wobei bei dieser Ausführungsform ein wesentlicher Bereich der Länge der Regelwendel
2 in die Heizwendel 1 größeren Wendeldurchmessers eingeschoben ist; als wesentlicher
Bereich der Länge der Meßwendel 2 wird ein solcher Bereich betrachtet, der groß genug
ist, um durch die einströmende Wärme aus der umgebenden Heizwendel 1 bezüglich seines
Regelverhaltens definiert beeinflußt zu werden. Bevorzugt kann bei dieser Lösung zwischen
Heizwendel 1 und Regelwendel 2 ein beide voneinander isolierender Rohrabschnitt 11
eingeschoben sein. Der die Verbindung zum Innenpol 7 herstellende Regelwendelbereich
2.1 ist zur thermischen Entkopplung von Regel-/Heizbereich und Innenpol als gestreckte
Wendel ausgebildet. Die Kontaktierung mit der Glührohrspitze erfolgt direkt, also
ohne Kontaktstück 6 gemäß Figur 1.
[0013] In Figur 4 wird eine Lösung wiedergegeben, bei der ebenfalls ein Heizwendelabschnitt
1, eine Regelwendel 2 und ein Heizwendelabschnitt 3 in Reihe geschaltet sind, wobei
jedoch alle drei Wendeln ineinander geschoben sind, gegebenenfalls durch Isolierrohre
11 und 11.1 voneinander isoliert. Im übrigen besitzen die Bezugszeichen die zuvor
gegebene Bedeutung.
[0014] Die erfindungsgemäße Lösung nach Figur 5 entspricht insoweit der Ausführungsform
nach Figur 1, als das Heiz- und Regelelement ebenfalls dreiteilig als Heizwendelabschnitt
1, Regelwendel 2 und Heizabschnitt 3 ausgebildet ist, wobei jedoch, wie in Ausführungsform
nach Figur 3, die Regelwendel 2 in den Heizwendelabschnitt 1 eingeschoben ist. Bevorzugt
ist der Heizwendelabschnitt 1 in der Glührohrspitze mit der Schweißung 10 fixiert;
zusätzlich kann bevorzugt die Glührohrspitze einen anreduzierten Bereich 13.1 aufweisen.
Der Innenpol 7 ist gegenüber dem Glührohr 8 durch einen 0-Ring 12 abgedichtet. Zwischen
Innenpol 7 und Körper 14 ist eine ringförmige Körperabdichtung 15 vorgesehen, wobei
zwischen Gehäuse 14 und Anschlußhülse 17 mit Glühkerzenanschluß 18 eine Isolierscheibe
16 angeordnet ist.
[0015] Die vorgeschlagenen Lösungen, insbesondere die bevorzugten Lösungen, bei denen die
Regelwendel in erfindungsgemäßer Weise einem oder zwei Heizwendelbereichen benachbart
ist, gewährleistet, daß die Regelwendel 2 nahezu gleichzeitig und gleichförmig über
die Länge ihres regel-wesentlichen Bereichs mit der Temperatur des Heizwendelabschnitts
1 oder der Heizwendelabschnitte 1 und 3 ihre Temperatur und damit ihren Widerstand
ändert; die Widerstandsänderung der Regelwendel wird als Steuersignal im Steuergerät
bzw. in der Steuerelektronik der Glühkerze verarbeitet, um die Energiezufuhr unmittelbar
zu erniedrigen oder zu erhöhen, so daß sich die Regelzeiten deutlich verringern lassen,
ohne daß es zu unerwünschten Überhitzungen der Heizwendel(n) kommt, womit auch allgemein
die Einsatzdauer dieser Kerzen verlängert wird. Erfindungsgemäß sind Aufheizzeiten
von ≤ 2 sec auf 1000° C erzielbar. Besonders vorteilhaft sind die erfindungsgemäßen
Glühkerzen in an sich bekannter Ausführung als Ionenmeßkerzen, insbesondere als Ionenmeßkerzen
mit integrierter Schaltelektronik im anschlußseitigen Kerzenkörperbereich.
1. Glühkerze mit Glührohr (8), in den ein Innenpol (7) ragt, der über Heiz- und Regelwendel(n)
(1,2) mit dem Glührohr (8) verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Regelwendeln (2) derart bezüglich der Heizwendel(n) (3 und/-oder 1) angeordnet
ist, daß sie über einen wesentlichen Bereich ihrer Länge gleichförmig durch die Heizwärme
der Heizwendel(n) (3 und/oder 1) erwärmt wird.
2. Glühkerze nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Regelwendel (2) zwischen zwei Abschnitten (1,3) der Heizwendel angeordnet ist.
3. Glühkerze nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Regelwendel (2) über einen wesentlichen Teil in ihrer Länge von der Heizwendel
(1) oder dem Heizwendelabschnitt (1) umgeben ist.
4. Glühkerze nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Heizwendelabschnitt 1 den wesentlichen Teil der Länge der Regelwendel (2) und
dieser den Heizwendelabschnitt (3) umgibt.
5. Regelwendel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Regelwendel (2) aus einem Material mit positivem oder negativem Temperaturkoeffizienten
des Widerstands besteht.
6. Glühkerze nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Heizwendel (1) oder die Heizwendelabschnitte (1,3) aus einem Heizleitermaterial
bestehen, welches seinen Widerstandswert in Abhängigkeit von der Temperatur wenig
oder nicht ändert.
7. Glühkerze nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Regelwendel aus Ni 99,9 oder CoFe besteht.
8. Glühkerze nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Heizwendel(abschnitte) (1, 3) aus Kanthal (CrAl255)-Heizleitermaterial bestehen.