[0001] Die Erfindung betrifft ein Schienenfahrzeug gemäß dem Oberbegriff des ersten Anspruchs.
[0002] Es ist bei Schienenfahrzeugen ganz allgemein bekannt, zumindest in einer Seitenwand
des betreffenden Wagenkastens eine Tür vorzusehen, der im Innenraum des Wagenkastens
ein Einstiegsbereich zugeordnet ist, dessen Boden als Stehplatzfläche dient. Seitlich
schließt sich an diesen Einstiegsbereich ein Passagierbereich an, der mit Sitzen bestückt
ist. Zwischen dem Einstiegsbereich und dem Passagierbereich können senkrecht stehende
Haltestangen oder eine Trennwand mit Tür vorgesehen sein, wobei diese Trennelemente
einerseits am Boden des Wagenkastens und andererseits an der Innenseite des Wagenkasten-Daches
festgesetzt sind (EP 0577938 A1).
[0003] Aufgabe der Erfindung ist es, bei einem Schienenfahrzeug gemäß dem Oberbegriff des
ersten Anspruchs Maßnahmen zu treffen, durch welche unter Anwendung einfacher Mittel
eine Verbesserung des Fahrkomforts erreicht wird.
[0004] Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt gemäß der Erfindung durch die kennzeichnenden Merkmale
des ersten Anspruchs. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in weiteren Ansprüchen angegeben.
[0005] Bei einer Ausstattung eines Schienenfahrzeugs gemäß der Erfindung mit einem im Dachbereich
angeordneten, quer zur Wagenkasten-Längsrichtung verlaufenden Querholm ergibt sich
die Möglichkeit, in diesem Querholm einen Querträger anzuordnen, der beidendig mit
den benachbarten Wagenkasten-Seitenwänden fest verbunden ist und dadurch zur Erhöhung
der Stabilität des Wagenkastens insgesamt beiträgt. Der nach technischen Gesichtspunkten
zu gestaltende Querträger kann dabei mit einer dem ästhetischen Empfinden genügenden
Verkleidung versehen sein, wodurch sich der so gebildete Querholm optisch angepaßt
in den Wagenkasten-Innenausbau einfügen kann. Der Querträger wird dabei zugleich für
die Verteilung von Zuluft genutzt, die aus einem auf dem Dach des Wagenkastens angeordneten
Luftaufbereitungsgerät zugeführt wird. Aus dem in den Querträger integrierten Luftverteilkanal,
der mehrfach im Querträger ausgebildet sein kann, wird beispielsweise gefilterte,
aufgeheizte oder gekühlte Frischluft in den Wagenkasten-Innenraum eingeführt. Hierzu
weist der Querholm angepaßte Luftverteileinrichtungen auf, die aufbereitete Luft in
den Einstiegbereich und den Passagierbereich oder auch nur in einen der beiden einleiten
und so für eine angenehme Belüftung des Wagenkasten-Innenraumes dienen. Durch die
Anordnung des Querholms im Übergangsbereich zwischen Einstieg und Passagierraum ist
es zweckmäßig, in den Querholm eine Anzeigevorrichtung zu integrieren, die sich oberhalb
der Köpfe der Passagiere befindet und dadurch von jeder Stelle des Wagenkasten-Innenraums
aus zu sehen ist. Der Querholm und insbesondere der darin angeordnete Querträger kann
zudem als Halter für wenigstens eine darunter angeordnete Trennwand genutzt werden,
durch die bei geöffneter Tür das Einströmen von insbesondere kalter Luft unmittelbar
in den Passagierbereich gedämpft oder unterbunden werden kann. Die Trennwand kann
dabei mit einer Tür versehen sein, wenn dies zur Erhöhung des Komforts gewünscht wird.
Zur Befestigung der feststehenden Trennwandelemente, die insbesondere aus Glas gefertigt
sein kann, können Rohre vorgesehen sein, die am Querholm bzw. am Querträger und andererseits
unten am Boden des Wagenkastens festgesetzt werden können.
[0006] Die Erfindung ist nachfolgend anhand von Skizzen eines Ausführungsbeispiels näher
erläutert.
[0007] Es zeigen:
- Fig. 1
- ein Schienenfahrzeug mit Wagenkasten und Tür in verkürzter Seitenansicht,
- Fig. 2
- eine perspektivische Innenansicht mit einem Querholm zwischen dem Einstiegsbereich
und einem sich daran anschließenden Passagierbereich und
- Fig. 3
- einen in den Querholm zu integrierenden Querträger.
[0008] Ein Schienenfahrzeug 1 weist einen Wagenkasten 2 auf, der im Bereich eines kopfseitg
angeordneten Führerstandes 3 auf einem zweiachsigen Drehgestell 4 und im Bereich des
Übergangs zu einem anschließenden Wagenkasten auf einem Jacobs-Drehgestell 5 abgefedert
aufsitzt. In wenigstens einer Seitenwand 6 des Wagenkastens 2 ist eine zweiflügelige
Tür 7 in einer angepaßten Türöffnung 8 angeordnet. Im Bereich der Tür 7 ist im Wagenkasten-Innenraum
ein Einstiegsbereich 9 und im daran anschließenden, mit Fenstern 10 versehenen Wagenkasten-Abschnitt
ein mit nicht dargestellten Sitzen ausgestatteter Passagierraum 11 ausgebildet. Zwischen
dem Einstiegsbereich 8 und dem Passagierbereich 11 ist im Wagenkasten-Innenraum oberhalb
der Kopfhöhe von Passagieren ein quer zur Wagenkasten-Längsrichtung gelegter Querholm
vorgesehen, der bis an die Innenfläche 13 des Wagenkasten-Daches 14 reicht. Im Querholm
12 ist ein Querträger 15 angeordnet, der mit einer zumindest weitgehend selbsttragenden
Verkleidung umhüllt ist. Der Querträger 15 ist an seinen gegenüber liegenden Enden
mit Befestigungsplatten 16 versehen, mit welchen er an den sich gegenüber liegenden
Seitenwänden 6 des Wagenkastens festgesetzt wird. Soll der Querträger zur Versteifung
des Wagenkasten-Aufbaus beitragen, wird er starr mit den Seitenwänden 6 zum Beispiel
durch Schweißen verbunden. Soll dagegen eine elastische Halterung des Querholms insgesamt
erzielt werden, werden die Befestigungsplatten 16 über elastische Elemente mit den
Seitenwänden 6 verbunden.
[0009] Im Querträger 15 befinden sich benachbart zu den endständigen Befestigungsplatten
16 Luftverteilkanäle 17, die jeweils einen die Oberseite 18 des Querträgers 15 nach
oben hin durchsetzenden Zuluftstutzen 19 aufweisen. Vom Zuluftstutzen 19 führt je
eine Zuluftleitung 20 zu einer auf der Oberseite des Daches 14 angeordneten Luftaufbereitungseinrichtung
21, die Filter-, Heiz- und/oder Kühleinrichtungen aufweisen kann.
[0010] Die Luftverteilkanäle 17 weisen in den sich gegenüber liegenden Seitenflanken 22
des Querträgers 15 jeweils Öffnungen 23 auf, die mit Luftverteileinrichtungen 24 im
Einstiegsbereich 9 und weiteren, nicht dargestellten Luftverteileinrichtungen im Passagierraum
11 kommunizieren. Die Luftverteileinrichtung 24 ist dabei als horizontal liegendes
Lamellengitter ausgebildet und schließt unmittelbar an die Innenwand 13 des Wagenkasten-Daches
14 nach unten hin an. Im Passagierbereich 11 sind die nicht dargestellten Luftverteileinrichtungen
insbesondere in die Dach-Innenverkleidung integrierte Luftführungskanäle, die sich
über die Länge des Passagierbereichs 11 erstrecken und geeignete Luftauslaßeinrichtungen
aufweisen.
[0011] In weiterer Ausgestaltung des Querholms 12 kann darin auch eine Anzeigeeinrichtung
25 eingebaut sein, mittels welcher Informationen über die nächste Haltestelle, die
Ausstiegsrichtung und dergleichen an den Fahrgast vermittelt werden können.
[0012] Zweckmäßig ist es zudem, am Querholm 12 bzw. unmittelbar am darin integrierten Querträger
15 an dessen Unterseite weitere Teile der Trenneinrichtung, insbesondere senkrechte
Haltestangen 26 festzusetzen, die an ihrem entgegen gesetzten unteren Ende am Boden
des Passagierbereichs 11 gehalten werden. Die Trenneinrichtung kann zudem auch Trennwände
aufweisen, die zwischen die Haltestangen 26 und die jeweils benachbarte Wagenkasten-Seitenwand
6 eingesetzt werden können. Um eine lufttechnische Trennung zwischen dem Einstiegsbereich
9 und dem Passagierbereich 11 zu erzielen, kann zwischen die beiden Haltestangen 26
zusätzlich auch eine Tür eingefügt werden, wobei die Tür und die seitlich anschließenden
Trennwände vorzugsweise aus Glas oder einem glasähnlichen Werkstoff bestehen können.
[0013] Insgesamt bildet somit der Querholm 12 ein multifunktionales Bauteil, das bei einfachem
Aufbau eine komfortable Gestaltung des Wagenkasten-Innenraumes ermöglicht.
1. Schienenfahrzeug mit einem Wagenkasten, der zumindest in einer Seitenwand eine Tür
und im Innenraum zwischen dem der Tür benachbarten Einstiegsbereich und einem anschließenden,
mit Sitzen zu bestückenden Passagierbereich eine Trenneinrichtung aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Trenneinrichtung einen im Bereich des Wagenkasten-Daches (14) angeordneten, quer
zur Wagenkasten-Längsrichtung verlaufenden Querholm (12) aufweist, der einen beidendig
mit der benachbarten Wagenkasten-Seitenwand (6) fest verbundenen Querträger (15) aufnimmt,
daß der Querträger (15) mit wenigstens einem Luftverteilkanal (17) versehen ist,
daß der Luftverteilkanal (17) an seiner dem Dach (14) des Wagenkastens (2) zugewandten
Oberseite (18) wenigstens einen Zuluftstutzen (19) aufweist, und
daß an den Luftverteilkanal (17) zumindest an einer Seitenflanke (22) des Querholmes
(12) eine Luftverteileinrichtung (24) angeschlossen ist, die in den Einstiegsbereich
(9) oder in den Passagierbereich (11) ausmündet.
2. Schienenfahrzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß im Querholm (12) eine Anzeigevorrichtung (25) angeordnet ist.
3. Schienenfahrzeug nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß am Querholm (12) wenigstens eine darunter angeordnete, am Querträger (13) festgesetzte
Haltestange (26) und/oder eine Trennwand vorgesehen ist.
4. Schienenfahrzeug nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Trennwand eine Innentür aufweist.