[0001] Die Erfindung betrifft einen Zweikomponentenspender für eine Mischung aus zwei Fluiden,
welche in einer bestimmten Betriebsstellung des Zweikomponentenspenders getrennt voneinander
bevorratet werden können, gemäss dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.
[0002] Derartige Zweikomponentenspender dienen z.B. zur Aufbereitung von Haarfärbemittel,
die zwei Komponenten umfassen, nämlich eine flüssige oder pastöse Farbkomponente und
ein pastöses oder flüssiges Oxidationsmittel, wie Wasserstoffperoxid. Die Verwendung
von Zweikomponentenspendern ist jedoch auf dieses Anwendungsgebiet nicht beschränkt.
Vorteile bieten diese Spender vielmehr immer dann, wenn eine Mischung aus verschiedenen
Substanzen nicht vom Hersteller gebrauchsfertig bereitgestellt werden kann, indem
z.B. die Substanzen bei längerer Lagerzeit in unerwünschter Weise miteinander reagieren
können, so dass die gebrauchsfertige Mischung erst kurz vor der Anwendung hergestellt
werden sollte. Bei derartigen Zweikomponentenspendern ist eines der Fluide in einer
ersten Fluidkammer und das andere in einer anderen Fluidkammer des Spenders eingefüllt,
wobei die Fluidkammern bis zur Verwendung durch den Verbraucher gegeneinander abgedichtet
sind. In der EP-A-0 882 147 wird vorgeschlagen, ein separates Dichtungselement mittels
eines Stössels durch eine seitens eines Verschlusskappenteils ausgeübte axiale Kraft
aus der dichtenden Beziehung zur Verbindungspassage herauszubewegen. In ähnlicher
Weise wird bei der DE-A-198 46 836 die axiale Bewegung eines Kappenteiles beim Aufschrauben
auf einen Mündungshals des Spenders ausgenutzt, um auf ein Dichtungselement eine axiale
Kraft auszuüben. Bei einem Zweikomponentenspender nach der DE-A-44 09 696 ist in einer
der Fluidkammern ein Betätigungselement vorgesehen, das bei einer radialen Kontraktion
eine axiale Verlängerung erfährt, um eine Bewegung eines Werkzeuges zu bewirken, mit
dem eine Sperrfolie zwischen den Fluidkammern durchtrennt werden kann. Gemeinsam ist
den bekannten Zweikomponentenspendern, dass sie konstruktiv aufwändige Betätigungsmechanismen
benötigen, um ein Dichtungselement, bei dem es sich um ein gesondertes Bauteil handelt,
aus der dichtenden Beziehung zu einer Verbindungspassage zwischen den Fluidkammern
zu bringen. Beides verteuert die Herstellung und Montage der Spender und erschwert
deren Handhabung. Ferner sind die Fluidkammern der bekannten Spender notwendigerweise
axial hintereinander angeordnet. Dies bedeutet entsprechend grosse axiale Abmessungen
und daraus sich ergebende Einschränkungen in der designerischen Gestaltung der Spender.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen konstruktiv und in der Handhabung
vereinfachten Zweikomponentenspender der gattungsgemässen Art zu schaffen, der dennoch
zuverlässig eine getrennte Bevorratung der Fluide bis zu ihrem bestimmungsgemässen
Gebrauch gewährleistet.
[0004] Zur Lösung dieser Aufgabe wird auf den Patentanspruch 1 verwiesen. Ein vorteilhaftes
Merkmal des erfindungsgemässen Zweikomponentenspenders ist, dass dieser mit nur wenigen
Aufbauteilen auskommt, indem komplizierte Mechanismen zur Abdichtung der beiden Fluidkammern
und, wenn erwünscht, zur Herstellung einer Verbindung zwischen diesen vermieden werden.
Da der zweite Spenderteil vorteilhafterweise im Inneren des ersten Spenderteils angeordnet
ist, was durch die Erfindung ermöglicht wird, werden die baulichen Abmessungen des
Zweikomponentenspenders entsprechend verkürzt. Im Übrigen wird bezüglich Weiterbildungen
der Erfindung auf die Unteransprüche verwiesen.
[0005] Die Erfindung wird nachfolgend anhand einer Ausführungsform und der Zeichnung näher
erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 in längsgeschnittener Ansicht einen Zweikomponentenspender gemäss der Erfindung
in einer ersten Betriebsstellung zur getrennten Bevorratung von zwei Fluiden, und
Fig. 2 in einer Ansicht ähnlich Fig. 1 den Zweikomponentenspender in einer zweiten
Betriebsstellung für die Mischung der Fluide.
[0006] Der Zweikomponentenspender umfasst ein erstes Spenderteil 1 in Gestalt eines Behälters,
der eine Fluidkammer 2 definiert, in der ein erstes Fluid eingefüllt und bevorratet
werden kann. Der Zweikomponentenspender umfasst ferner einen zweiten Spenderteil 3
in Gestalt eines Gefässes, das eine zweite Fluidkammer 4 zur Aufnahme und Bevorratung
eines zweiten Fluids definiert. Einer der Spenderteile 1, 3 oder beide können Formteile
aus gleichen oder unterschiedlichen Kunststoffmaterialien sein. Wenn erwünscht, könnte
eine verformbare Wand vorgesehen werden, um auf den Inhalt des Spenderteils einen
Druck auszuüben, der die Entleerung unterstützt. Die Spenderteile können jedoch auch
aus einem geeigneten anderen Material, wie Glas, Metall oder dg1. bestehen, da es
anders als bei einer Vielzahl von bekannten Zweikomponentenspendern nicht funktionswesentlich
ist, eine verformbare Umfangswand vorzusehen.
[0007] Der erste Spenderteil 1 weist einen rohrförmigen Halsbereich 5 auf, der an seinem
äusseren Umfang ein Schraubgewinde 6 trägt. Der Halsbereich 5 definiert eine Fluidpassage
7, die in einer Öffnung (nicht bezeichnet) ausmündet, über die ein Zutritt in die
Fluidkammer 2 geschaffen ist. Auf den Mündungsrand 8 des Halsbereiches 5 ist ein rohrförmiges
Aufsatzteil 9 fluiddicht montiert, das an seiner inneren Umfangsfläche einen Dichtsitz
10 aufweist, mit dem ein umfänglicher Bereich 11 an einem offenen axialen Ende des
zweiten Spenderteils in dichtendem Eingriff steht. Insbesondere sind die radialen
Abmessungen des Dichtsitzes 10 einerseits und die des umfänglichen Bereiches 11 andererseits
so, dass letzterer unter einer geeignet hohen Presskraft mit Friktionssitz im Dichtsitz
10 eingreift und damit der zweite Spenderteil 3 unter normalen Bedingungen, bei denen
auf ihn keine äussere axiale Kraft ausgeübt wird, am ersten Spenderteil 1 gehalten
ist.
[0008] Ein Kappenteil 12 hat einen Umfangsrand 13 mit einem innseitg angeformten Schraubgewinde
14, das mit dem Schraubgewinde 6 des Halsbereiches 5 zusammenwirkt, um den Kappemteil
12 am Halsbereich 5 zu befestigen. Beim Aufschrauben des Kappenteils 12 auf den Halsbereich
5 erfahren die Teile eine axiale Bewegung relativ zueinander. Der Kappenteil 12 hat
ferner eine domförmig gewölbte Oberwand 15. Ein Dichtkonus 16 ragt von einem zentralen
Bereich der Innenseite der Oberwand 15 ab und hat einen Aussendurchmesser, der dem
Innendurchmesser des Dichtsitzes 10 des Aufsatzteiles 9 angepasst ist, so dass der
Dichtkonus 16 dichtend in den Dichtsitz 10 eingreifen kann, um das offene Ende des
zweiten Spenderteiles 3 zu verschliessen, wenn sich der Zweikomponentenspender in
der in Fig. 1 gezeigten ersten Betriebsstellung befindet, bei der der Dichtkonus 16
auf einer Randkante längs des offenen Endes des zweiten Spenderteils 3 aufliegt oder
in geringem axialen Abstand dazu angeordnet ist. In dieser ersten Betriebsstellung
übt der Dichtkonus 16 keine axiale Kraft auf den zweiten Spenderteil 3 aus und sind
die Fluidkammern 2 und 4 gegeneinander abgedichtet.
[0009] Um den Zweikomponentenspender in die in Fig. 2 gezeigte zweite Betriebsstellung zu
bringen, muss der Kappenteil 12 um eine Wegstrecke weiter auf den Halsbereich 5 aufgeschraubt
werden. Dies setzt voraus, dass zuvor ein Bewegungsbegrenzungsring 17, der einerends
an einer freien Endkante 19 des Umfangsrandes 13 des Kappenteiles 12 über eine Vielzahl
umfänglich verteilter, dünner Abreissstege 18 (in Fig. 1 ist nur ein derartiger Steg
gezeigt) angeformt ist, vom Kappenteil 12 getrennt wird. Der Bewegungsbegrenzungsring
17 liegt anderenends auf einer Schulter 20 des ersten Spenderteils 1 auf und bildet
einen Distanzring, um die freie Endkante 19 in Abstand von der Schulter 20 zu halten.
Eine bei 21 angedeutete Abreisslasche 21 ist vorgesehen, um von Hand auf den Bewegungsbegrenzungsring
17 eine Kraft auszuüben, die zu einem Reissen der Abreissstege 18 führt.
[0010] Nach Entfernung des abgetrennten Bewegungsbegrenzungsringes 17 kann der Kappenteil
12 um die weitere Wegstrecke auf den Halsbereich 5 aufgeschraubt werden, um den Zweikomponentenspender
in die zweite Betriebsstellung zu bringen. Bei diesem Vorgang erfährt der Dichtkonus
16 eine axiale Bewegung relativ zum zweiten Spenderteil 3 und übt dabei auf dieses
eine axiale Kraft aus, die den Bereich 11 aus dem dichtenden Eingriff mit dem Dichtsitz
10 bringt, wie dies in Fig. 2 gezeigt ist. Der zweite Spenderteil 3 kann dann in die
Fluidkammer 2 des ersten Spenderteils 1 fallen und sein Inhalt dort entleert werden,
um sich mit dem Inhalt des ersten Spenderteils 1 zu vermischen. Die Mischung kann
über einen eine Ausgiesspassage 22 bildenden Ausgiessnippel 23 abgegeben werden, der
an der Kuppe der domförmig gewölbten Oberwand 15 des Kappenteils 12 so vorgesehen
ist, dass die Ausgiesspassage 22 in den vom Dichtkonus 16 abgegrenzten Raumbereich
24 des Kappenteils 12 ausmündet. Die Ausgiesspassage 22 kann durch eine auf den Ausgiessnippel
23 aufschraubbare Kappe 25 verschlossen werden.
[0011] Wie dargestellt, kann der zweite Spenderteil 3 doppelwandig ausgebildet sein, um
einen erhöhten Schutz gegen Diffusion des in der Fluidkammer 4 bevorrateten Fluids
in die Fluidkammer 2 des ersten Spenderteils 1 während der Zeit zu schaffen, bei der
sich der Zweikomponentenspender in der ersten Betriebstellung befindet
[0012] Vorausgehend wurde die Erfindung anhand einer Ausführungsform beschrieben, bei der
der Kappenteil auf den Halsbereich des ersten Spenderteils aufgeschraubt ist. Statt
dessen könnte der Kappenteil auch durch so genanntes Aufprellen am ersten Spenderteil
montiert sein. Es versteht sich ferner, dass die Oberwand des Kappenteils nicht domförmig
gewölbt ausgestaltet sein muss, sondern auch eine andere geeignete Konfigurationen,
z.B. flache haben könnte. Der zweite Spenderteil könnte anstelle in Gestalt eines
rohrförmigen, einerendseitig offenen Gefässes auch in Form einer Flasche mit einem
Halsbereich ausgebildet sein.
1. Zweikomponentenspender für eine Mischung aus zwei Fluiden, mit einem eine erste Fluidkammer
(2) enthaltenden ersten Spenderteil (1) zur Bevorratung eines der Fluide, einem eine
zweite Fluidkammer (4) enthaltenden zweiten Spenderteil (3) zur Bevorratung des anderen
Fluids, wobei die Fluidkammern in einer ersten Betriebsstellung des Zweikomponentenspenders
gegeneinander abgedichtet sind, um das erste Fluid getrennt vom zweiten Fluid zu bevorraten,
während in einer zweiten Betriebsstellung die Fluidkammern in Verbindung miteinander
stehen, um die Fluide miteinander zu vermischen, und einem auf einem eine Öffnung
umgrenzenden Bereich (5) des ersten Spenderteils montierten, axial bewegbaren Kappenteil
(12) zum Verschliessen der Öffnung, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Spenderteil mit Friktionssitz dichtend in einem Dichtsitz (10) an oder
nahe bei der Öffnung gehalten ist und ein offenes und eine geschlossenes axiales Ende
hat, und dass ein am Kappenteil angeformter, mit dem zweiten Spenderteil in Eingriff
bringbarer Dichtkonus (16) vorgesehen ist, um das offene Ende des zweiten Spenderteiles
zu verschliessen, wobei der Dichtkonus bei einer axialen Bewegung des Kappenteiles
relativ zum ersten Spenderteil von einer axialen Position, bei der der Dichtkonus
in Eingriff mit dem zweiten Spenderteil steht, in eine axiale Position bringbar ist,
bei der der zweite Spenderteil durch den Dichtkonus aus der dichtenden Beziehung zum
Dichtsitz herausbewegt ist.
2. Zweikomponentenspender nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Dichtsitz (10) an einem am Öffnungsbereich des ersten Spenderteils (1) montierten
Aufseatzteil (9) vorgesehen ist.
3. Zweikomponentenspender nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Spenderteil (3) im Inneren des ersten Spenderteils (1) angeordnet ist.
4. Zweikomponentenspender nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens einer der Spenderteile (1,3) doppelwandig ausgebildet ist.
5. Zweikomponentenspender nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Kappenteil (12) auf einem Halsbereich (5) des ersten Spenderteils (1) aufgeschraubt
ist.
6. Zweikomponentenspender nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Kappenteil (12) einen über Abreissstege (18) gehaltenen Bewegungsbegrenzungsring
(17) aufweist, der mit dem ersten Spenderteil (1) bei einer axiale Bewegung des Kappenteils
relativ zum ersten Spenderteil in Eingriff bringbar ist, um eine axiale Bewegung des
Kappenteils in eine Stellung zu verhindern, die der Position des Dichtkonus (16) entspricht,
bei der das zweite Spenderteil aus der dichtenden Beziehung zum Dichtsitz (10) des
ersten Spenderteiles herausbewegt ist.
7. Zweikomponentenspender nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Bewegungsbegrenzungsring (17) eine Abreisslasche (21) zum Anlegen einer Handkraft
aufweist, um den Bewegungsbegrenzungsring vom Kappenteil (12) abzutrennen.
8. Zweikomponentenspender nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Kappenteil (12) eine verschliessbare Ausgiesspassage (22) in einem von dem Dichtkonus
(16) umgrenzten Wandbereich (15) aufweist.