[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Müllfahrzeug mit einer rotierbarer, mittels
eines Großwälzlagers gelagerten Trommel, das einen Außenring sowie einen mit der Trommel
verdrehfest in Verbindung stehenden Innenring umfaßt.
[0002] Derartige Müllfahrzeuge umfassen üblicherweise die als Sammelbehälter dienende, rotierbare
Trommel, die auf ihrer Innenseite ein schraubenförmig angeordnetes Blech aufweisen
kann, das zur Beförderung des in der Trommel befindlichen Mülls während der Drehbewegung
der Trommel dient.
[0003] Die als Sammelbehälter dienende Trommel weist im Heckbereich des Müllfahrzeuges im
allgemeinen einen um Lagerstellen mittels Hydraulikzylinder verschwenkbaren Deckel
auf, der auf seiner Innenseite mit einer schraubenförmigen Preßschnecke versehen sein
kann, die zur Förderung und Verdichtung des eingebrachten Mülls dient.
[0004] Üblicherweise ist der Innenring mit einem Lagersitz der Trommel verschraubt, während
der Außenring ebenfalls mittels Schrauben mit dem Kastenträger des Müllfahrzeuges
in Verbindung steht. Bei derartigen, vorbekannten Müllfahrzeugen ist der Zahnkranz
zum Antrieb der Trommel in einem axialen Abstand zu dem Großwälzlager angeordnet.
[0005] Aus der EP 0 451 134 B1 ist eine Ausführungsform eines Großwälzlagers bekannt, bei
der der Außenring verdrehfest mit der Trommel in Verbindung steht, während der Innenring
mit einem an dem Kastenträger des Müllfahrzeuges angeordneten Lagerblech verbunden
ist. Bei dieser Ausführungsform befindet sich der zum Antrieb der Trommel erforderliche
Zahnkranz auf der Umfangsfläche des Außenrings des Großwälzlagers. Die Verbindung
des Innenrings mit dem genannten Lagerblech erfolgt durch eine Schraubverbindung.
[0006] Gattungsgemäße heute übliche Müllfahrzeuge mit rotierbarer Trommel weisen im allgemeinen
ein Großwälzlager auf, bei dem der Innenring mit der Trommel bzw. einem auf dieser
angeordeten Lagersitz verschraubt ist. Bei vorgegebener Aufbauhöhe des Müllfahrzeuges
führt eine derartige, verhältnismäßig großbauende Schraubverbindung zwischen Innenring
und Trommel zu einem entsprechend kleinen Nutzvolumen der als Sammelbehälter dienenden
Trommel und damit zu einer entsprechend geringeren Kapazität und Effizienz des Müllfahrzeuges.
[0007] Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ein gattungsgemäßes Müllfahrzeug
dahingehend weiterzubilden, daß das Nutzvolumen der rotierbaren Trommel bei vorgegebener
Aufbauhöhe vergrößert werden kann.
[0008] Diese Aufgabe wird ausgehend von einem gattungsgemäßen Müllfahrzeug dadurch gelöst,
daß der Innenring mit der Trommel verschweißt ist.
[0009] Durch eine derartige Anordnung des Innenrings auf der Trommel wird bei vorgegebener
Aufbauhöhe im Vergleich zu vorbekannten Schraubverbindungen ein entsprechend vergrößertes
Nutzvolumen erzielt, da eine Schweißverbindung weitaus weniger Raum beansprucht und
kompakter ist, als eine verhältnismäßig großbauende Schraubverbindung zwischen Innenring
und Trommel. Somit kann erfindungsgemäß durch die Verschweißung des Innenrings auf
der Trommel ein Maximum an Nutzvolumen, d.h. an nutzbarem Trommelvolumen sowie eine
Kostenreduzierung erzielt werden.
[0010] Besonders vorteilhaft ist es, wenn ein Zahnkranz zum Antrieb der Trommel in einem
axial beabstandeten Bereich vom Großwälzlager angeordnet ist und der Zahnkranz mit
der Trommel oder mit dem mit der Trommel verschweißten Innenring des Großwälzlagers
verschweißt ist.
[0011] Der Zahnkranz zum Antrieb der Trommel kann in einem axial beabstandeten Bereich vom
Großwälzlager angeordnet sein und einen integralen Bestandteil des Innenrings bilden.
Dies hat den Vorteil, daß ein Verschweißen des Zahnkranzes mit der Trommel oder dem
Innenring des Großwälzlagers überflüssig wird, was die Fertigung entsprechend vereinfacht.
[0012] In weiterer Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung ist vorgesehen, daß der Innenring
einen ersten Abschnitt aufweist, der die Laufbahn des Wälzkörpers umfaßt, sowie einen
zweiten Abschnitt mit gegenüber dem ersten Abschnitt geringeren Außendurchmesser,
auf dem der Zahnkranz angeordnet ist. Der mit der Trommel erfindungsgemäß verschweißte
Innenring dient somit zum einen als Aufnahme für den Zahnkranz und zum anderen als
Lauffläche für die Wälzkörper des Großwälzlagers.
[0013] Der Zahnkranz kann eine Stirnradverzahnung aufweisen. Grundsätzlich ist jedoch auch
jede andere geeignete Art der Verzahnung des Zahnkranzes denkbar.
[0014] Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung ist das Großwälzlager
als Kugellager ausgeführt. Um auch Kräfte in axialer Richtung der Trommel aufnehmen
zu können, kann das Kugellager mit entsprechenden Schultern versehen sein, die eine
axiale Kraftübertragung zulassen.
[0015] In weiterer Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung ist vorgesehen, daß der Außenring
einen oder mehrere Schmiernippel zur Schmierung des Großwälzlagers aufweist. Sind
mehrere Schmiermittel vorhanden, können diese gleichmäßig oder auch in ungleichmäßigen
Abständen über den Umfang des Außenrings verteilt sein.
[0016] In weiterer Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung ist vorgesehen, daß der Außenring
des Großwälzlagers mit einem mit dem Kastenträger des Müllfahrzeuges in Verbindung
stehenden Laberblech verschraubt ist. An dem Kastenträger des Müllfahrzeuges kann
eine Antriebseinheit vorgesehen sein, deren Ritzel mit dem mit der Trommel in Verbindung
stehenden Zahnkranz kämmt.
[0017] Weitere Einzelheiten und Vorteile der vorliegenden Erfindung werden anhand eines
in der Zeichnung dargestelllten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Längsschnittdarstellung durch das Großwälzlager mit Zahnkranz eines erfindungsgemäßen
Müllfahrzeuges,
- Fig. 2
- Längsschnittdarstellungen von Großwälzlagern gemäß der vorliegenden Erfindung und
gemäß dem Stand der Technik und
- Fig.3
- eine Längsschnittdarstellung durch das Großwälzlager mit als integralen Bestandteil
des Innenrings ausgeführtem Zahnkranz eines erfindungsgemäßen Müllfahrzeuges.
[0018] Fig. 1 zeigt in einer Längsschnittdarstellung den Mantel der als Sammelbehälter dienenden
Trommel 100 eines erfindungsgemäßen Müllfahrzeuges. Mit der Trommel 100 ist der Innenring
30 in seinen axial beabstandeten Endflächen verschweißt.
[0019] Der Innenring 30 weist einen ersten Abschnitt 32 auf, der die Lauffläche für die
als Kugeln ausgestalteten Wälzkörper des Großwälzlagers 10 umfaßt. Der Innenring 30
weist ferner einen zweiten Abschnitt 34 auf, dessen Außendurchmesser, wie aus Fig.
1 ersichtlich, geringer ist als der des ersten Abschnitts 32.
[0020] Auf der Umfangsfläche des zweiten Abschnitts 34 des Innenrings 30 ist der Zahnkranz
40 mit Stirnverzahnung 42 angeordnet. Die Verbindung zwischen Zahnkranz 40 und dem
zweiten Abschnitt 34 des Innenrings 30 wird durch eine Schweißverbindung bewerkstelligt.
[0021] Im Bereich des ersten Abschnitts 32 des Innenrings 30 ist der Außenring 20 angeordnet,
der zusammen mit dem Innenring 30 die Lauffläche für die Kugeln des Großwälzlagers
10 bildet. Der Außenring 20 ist mittels einer Schraubverbindung mit dem Müllfahrzeug
verdrehfest verbindbar. Die entsprechenden Schrauben werden durch die aus Fig. 1 ersichtlichen,
sich axial in dem Außenring 20 erstreckenden Durchgangsbohrungen geführt und in geeigneter
Weise beispielsweise mit einem am Kastenträger des Müllfahrzeuges angeordneten Lagerblech
verschraubt.
[0022] Wie aus Fig. 1 weiter ersichtlich, weist der Außenring 20 einen oder mehrere Schmiernippel
22 auf, die sich vom Außenumfang des Außenrings 20 radial nach innen erstrecken.
[0023] Fig. 2 zeigt in der linken Darstellung eine Anordnung eines Großwälzlagers eines
erfindungsgemäßen Müllfahrzeuges, wobei der Zahnkranz nicht dargestellt ist. Identische
Komponenten werden hier mit identischen Bezugszeichen wie in Fig. 1 bezeichnet.
[0024] Wie aus Fig. 2, linke Darstellung, ersichtlich, ist erfindungsgemäß der Innenring
30 mit dem Mantel der Trommel 100 verschweißt.
[0025] Aus Fig. 2, rechte Darstellung, ist eine Anordnung eines Großwälzlagers auf dem Außenmantel
der Trommel 100' ersichtlich, wie sie aus dem Stand der Technik bekannt ist. Hiernach
wird der Innenring 30' nicht unmittelbar mit dem Außenmantel der Trommel 100' verschweißt,
sondern mit einem auf der Trommel angeordneten Lagersitz verschraubt.
[0026] Bei einem Vergleich der beiden Darstellungen in Fig. 2 ergibt sich bei vorgegebener
Aufbauhöhe (d
A), daß die Lösung gemäß der vorliegenden Erfindung zu einem in Fig. 2, linke Darstellung,
schraffiert angedeuteten erheblichen Volumenzuwachs (ΔV) der Trommel, d.h. des Sammelgefäßes
des erfindungsgemäßen Müllfahrzeuges führt. Darüber hinaus ergibt sich als Vorteil,
daß zur Anordnung des Innenrings auf der Trommel 100 nicht mehr wie nach dem Stand
der Technik zwei Bauteile (Lagersitz und Innenring 30'), sondern nunmehr nur der auf
der Trommelmantelfläche verschweißte Innenring 30 benötigt wird.
[0027] Das erfindungsgemäße Müllfahrzeug bietet bei dem Vorteil einer Kostenreduzierung
eine Maximierung des Nutzvolumens, d.h. der Kapazität des Sammelbehälters, bei vorgegebener
Aufbauhöhe.
[0028] Fig. 3 zeigt in einer Längsschnittdarstellung den Mantel der als Sammelbehälter dienenden
Trommel 100 eines erfindungsgemäßen Müllfahrzeuges. Mit dem Mantel verschweißt ist
der Innenring 30, in dessen links dargestellten Bereich das Großwälzlager 10 mit Außenring
20 angeordnet ist.
[0029] Der Innenring weist als integralen Bestandteil den Zahnkranz 40 mit Stirnradverzahnung
42 auf. Hierdurch ergibt sich der Vorteil, daß ein zusätzlicher Fertigungsschritt
des Aufschweißens des Zahnkranzes 40 auf der Trommel 100 oder auf dem Innenring 30
entfällt, wodurch sich die Fertigungskosten entsprechend verringern lassen.
1. Müllfahrzeug mit einer rotierbaren, mittels eines Großwälzlagers (10) gelagerten Trommel
(100), das einen Außenring (20) sowie einen mit der Trommel (100) verdrehfest in Verbindung
stehenden Innenring (30) umfaßt,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Innenring (30) mit der Trommel (100) verschweißt ist.
2. Müllfahrzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein Zahnkranz (40) zum Antrieb der Trommel (100) in einem axial beabstandeten Bereich
vom Großwälzlager (10) angeordnet ist und der Zahnkranz (40) mit der Trommel (100)
oder mit dem mit der Trommel (100) verschweißten Innenring (30) des Großwälzlagers
(10) verschweißt ist.
3. Müllfahrzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein Zahnkranz (40) zum Antrieb der Trommel (100) in einem axial beabstandeten Bereich
vom Großwälzlager (10) angeordnet ist und der Zahnkranz (40) ein integraler Bestandteil
des Innenrings (30) ist.
4. Müllfahrzeug nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Innenring (30) einen ersten Abschnitt (32) aufweist, der die Laufbahn des Wälzkörpers
umfaßt, sowie einen zweiten Abschnitt (34) mit gegenüber dem ersten Abschnitt (32)
geringeren Außendurchmesser, auf dem der Zahnkranz (40) angeordnet ist.
5. Müllfahrzeug nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Zahnkranz (40) eine Stirnradverzahnung (42) aufweist.
6. Müllfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Großwälzlager (10) als Kugellager ausgeführt ist.
7. Müllfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Außenring (20) einen oder mehrere Schmiernippel (22) zur Schmierung des Großwälzlagers
(10) aufweist.
8. Müllfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Außenring (20) des Großwälzlagers (10) mit einem mit dem Kastenträger des Müllfahrzeuges
in Verbindung stehenden Lagerblech verschraubt ist.
9. Müllfahrzeug nach einem der Ansprüche 2 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß an dem Kastenträger des Müllfahrzeuges eine Antriebseinheit vorgesehen ist, deren
Ritzel mit dem mit der Trommel (100) in Verbindung stehenden Zahnkranz (40) kämmt.