[0001] Die Erfindung betrifft eine Schneidvorrichtung zum Schneiden einer Materialbahn in
einer Falzmaschine, mit einem Zylinder, der wenigstens ein Schneidmesser aufnimmt,
das mit einem Gegenwerkzeug zusammenwirkt um die genannte Materialbahn in Querrichtung
zu schneiden, wobei der genannte Zylinder wenigstens ein Perforierungsmesser aufnimmt,
das die Materialbahn an einer bestimmten Stelle in wenigstens einem Bereich ihrer
Breite zur Bildung eines ersten Querfalzes in der Materialbahn perforiert.
[0002] Eine Schneidvorrichtung dieser Art ist im Stand der Technik aus der DE-A-19927920
bekannt geworden. Diese weist zwei achsparallele und sich gegeneinander drehende Zylinder
auf, zwischen denen die zu bearbeitende Materialbahn hindurchläuft. Die beiden Zylinder
sind mit Schneidmesser und Schneidgegenmesser sowie Perforierungsmesser und Perforierungsgegenmesser
ausgerüstet, um die Materialbahn nacheinander zu schneiden und zu perforieren. Beim
Schneiden als auch beim Perforieren ist immer ein bestimmtes Werkzeugpaar miteinander
in Eingriff. In einer ersten Stellung der beiden Zylinder erfolgt ein Abtrennen der
Materialbahn wobei diese zwischen einem Schneidmesser und einem Schneidgegenmesser
auf ihrer gesamten Breite geklemmt wird. In einer zweiten Stellung wird die Materialbahn
vom zweiten Werkzeugpaar perforiert. Dazu wird die Materialbahn von dem Perforierungsmesser
und dem zugeordneten Perforierungsgegenmesser bearbeitet. Bei dieser Schneidvorrichtung
besteht die Schwierigkeit, dass eine Umstellung auf ein anderes Format nur mit sehr
hohem Aufwand möglich wäre.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Schneidvorrichtung der genannten Art
zu schaffen, die eine wesentlich einfachere Umstellung auf andere Formate ermöglicht.
[0004] Die Aufgabe ist gemäss Anspruch 1 dadurch gelöst, dass das Gegenwerkzeug ein feststehendes
Gegenmesser ist, das mit dem Schneidmesser und dem Perforierungsmesser nacheinander
in Eingriff gelangt. Bei der erfindungsgemässen Schneidvorrichtung ist lediglich ein
Zylinder vorgesehen. Die Werkzeuge dieses Zylinders gelangen zum Schneiden und zum
Perforieren mit dem gemeinsamen feststehenden Gegenmesser in Eingriff. Das feststehende
Gegenmesser wird somit zum Schneiden als auch zum Perforieren verwendet. Für eine
Umstellung auf ein anderes Format muss bei der erfindungsgemässen Schneidvorrichtung
lediglich die Einbaulage des gesamten Einschubes angepasst und die dazu korrespondierende
formatgerechte Drehzahl eingestellt werden. Ein Umrüsten bleibt auch dann besonders
einfach, wenn gemäss einer Weiterbildung der Erfindung der Zylinder mehrere Positionen
aufweist, an denen wahlweise Schneid- oder Perforierungsmesser angeordnet werden können.
Da lediglich ein Zylinder erforderlich ist, ist die erfindungsgemässe Schneidvorrichtung
zudem wesentlich einfacher im Aufbau und kann kostengünstiger hergestellt werden.
[0005] Ein Schnitt sowie eine Perforierung mit höherer Qualität bei gleichzeitiger Verminderung
der Maschinenbelastung und Erhöhung der Standzeit ist dann erreichbar, wenn gemäss
einer Weiterbildung der Erfindung wenigstens das Schneidmesser die Materialbahn mittels
einer schräg stehenden Wirkungslinie mit einem Scherenschnitt trennt. Bei einem solchen
Scherenschnitt ist nur ein Teil des Messers im Eingriff mit der Materialbahn. Im Gegensatz
zum bekannten Quetschschnitt, der bei der zum Stand der Technik genannten Schneidvorrichtung
verwendet wird, ist nur ein Teil des Schneidmessers im Eingriff mit der Materialbahn
und dem Gegenmesser und somit wird nicht die gesamte Materialbahnbreite gleichzeitig
durchgetrennt. Der Scherenschnitt hat auch den Vorteil, dass die Qualität der geschnittenen
Bögen wesentlich höher ist. Bei einem solchen Schnitt lassen sich Fransen vermeiden
und die Entstehung von Papierstaub wird wesentlich vermindert
[0006] Unter Perforierungsmesser wird hier auch ein Messer verstanden, bei welchem die Materialbahn
lediglich gequetscht und damit für den Querfalz vorbereitet wird. Die Perforation
bzw. die Quetschung muss nicht zwingend über den gesamten Bereich der Materialbahn
erfolgen. Es kann auch ein segmentiertes Werkzeug eingesetzt werden. In einer besonderen
Ausführungsform kann zudem das Perforierungsmesser auch mit einer unregelmässigen
Teilung versehen sein. Damit kann die Materialbahn bzw. die Papierbahn in bestimmten
Bereichen, beispielsweise in ihrer Bahnmitte geschnitten werden. Die restliche Papierbahnbreite
kann perforiert werden. Zur Vorbereitung des Querfalzes kann zudem die Materialbahn
auch in einem Teilbereich gequetscht werden. Denkbar ist hier auch eine Kombination
von Perforierung und Quetschung.
[0007] Weitere vorteilhafte Merkmale ergeben sich aus den abhängigen Patentansprüchen, der
nachfolgenden Beschreibung sowie der Zeichnung.
[0008] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung näher
erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- schematisch eine erfindungsgemässe Schneidvorrichtung, wobei ein Schneidmesser und
ein Perforierungsmesser um 180° versetzt sind,
- Fig. 2
- eine Variante der erfindungsgemässen Schneidvorrichtung, wobei ein Schneidmesser und
ein Perforierungsmesser um weniger als 180° zueinander versetzt sind,
- Fig. 3
- schematisch die Anordnung des Zylinders zur Materialbahn,
- Fig. 4
- ebenfalls schematisch die Anordnung des Zylinders zur Materialbahn,
- Fig. 5
- schematisch das Schneiden einer Materialbahn mit einem Scherenschnitt,
- Fig. 6a
- schematisch ein geschnittener und einmal perforierter Bogen,
- Fig. 6b
- ein dem in Fig. 6a dargestellten Bogen zugehöriger Zylinder,
- Fig. 7a
- ein geschnittener und dreifach perforierter Bogen und
- Fig. 7b
- ein dem in Fig. 7a dargestellten Bogen zugehöriger Zylinder.
[0009] Die in Fig. 1 gezeigte Schneidvorrichtung 10 weist einen Zylinder 2 auf, der vorzugsweise
als Einschubzylinder ausgebildet ist und der in Richtung des Pfeiles 9 um eine Achse
A angetrieben ist. Dieser Zylinder 2 arbeitet mit einem feststehenden Gegenmesser
4 zusammen. Der Zylinder 2 und das Gegenmesser 4 dienen zum Schneiden und Perforieren
einer Materialbahn 1, insbesondere einer Papierbahn, die in Richtung des Pfeiles 8
zwischen dem Zylinder 2 und dem Gegenmesser 4 hindurchläuft. Die Materialbahn 1 wird
zu Bogen 7 geschnitten, von denen einer in Fig. 6 gezeigt ist. Diese Bogen 7 weisen
eine Perforation P auf, entlang der in einer nicht gezeigten und an sich bekannten
Falzvorrichtung ein Querfalz gebildet wird. Die Perforation P kann auch eine sonstige
Schwächung oder eine Quetschung sein.
[0010] Der Zylinder 2 weist gemäss Fig. 1 ein Schneidmesser 3 sowie ein Perforierungsmesser
5 auf, die wie ersichtlich 180° gegeneinander versetzt und am Umfang 6 des Zylinders
2 angeordnet sind. In der Fig. 1 ist das Schneidmesser 3 mit dem Gegenmesser 4 in
Eingriff. In der gezeigten Stellung wird somit die Materialbahn 1 quer durchgetrennt.
Nach einer Drehung um 180° gelangt das Perforierungsmesser 5 in Eingriff mit dem Gegenmesser
4 und perforiert die Materialbahn 1. Das Gegenmesser 4 kommt somit nacheinander mit
dem Schneidmesser 3 und dem Perforierungsmesser 5 in Eingriff. Für die beiden Messer
3 und 5 ist somit ein gemeinsames und feststehendes Gegenmesser 4 vorgesehen. Die
mit der Schneidvorrichtung 10 von der Materialbahn 1 abgetrennten Bogen 7 weisen somit
mittig eine Perforation P auf. Die Perforation P muss nicht zwingend über die gesamte
Breite B des Bogens 7 erfolgen. Ein Querfalz wird auch bereits durch eine Teilperforation,
einen Teilschnitt oder durch eine Quetschung ermöglicht.
[0011] Bei der in Fig. 2 gezeigten Schneidvorrichtung 10' ist ein Zylinder 2' mit einem
Schneidmesser 3 sowie einem Perforierungsmesser 5 vorgesehen. Die beiden Messer 3
und 5 sind aber wie ersichtlich um weniger als 180° zueinander versetzt. Mit dem Zylinder
2' werden von der Materialbahn 1 Bogen abgeschnitten, bei denen die Perforation P
in Längsrichtung gesehen aussermittig verläuft. Die Bogenaufteilung ist somit ungleich
und dient beispielsweise zur Bildung eines Greiffalzes, an dem der Bogen in einer
Öffnungstrommel geöffnet werden kann.
[0012] Der Zylinder 2 kann auch mehrere Perforierungsmesser 5 aufweisen, wie dies in Fig.
7b gezeigt ist. Dieser Zylinder 2'' weist jeweils um 90° versetzt ein Schneidmesser
3 sowie drei Perforierungsmesser 5 auf. Von der Materialbahn 1 werden mit diesem Zylinder
2'' Bogen 7' abgetrennt, die drei Perforierungen P aufweisen. Die Perforierungsmesser
5 sowie das Schneidmesser 3 sind vorzugsweise auswechselbar in Nuten 11 befestigt.
Der Zylinder 2 gemäss Fig. 6b kann somit durch Entfernen von zwei Perforierungsmessern
5 erhalten werden. Selbstverständlich kann ohne weiteres der Zylinder 2 zum Zylinder
2'' umgerüstet werden. Möglich ist hier auch eine Ausführung mit einem Schneidmesser
3 sowie einem Perforierungsmesser 5, wobei beide Messer um 90° zueinander versetzt
sind.
[0013] Der Schneidzylinder 2 arbeitet gemäss den Fig. 3 bis 5 mit einer schrägstehenden
Wirklinie. Die durchlaufende Materialbahn 1 wird damit nicht schlagartig auf der gesamten
Breite bearbeitet, sondern die Bearbeitung erfolgt in einer um einen bestimmten Winkelbetrag
zur Laufrichtung 8 geneigten Wirkungslinie. Dies ergibt verglichen mit einer Quetschung
eine reduzierte Belastung, eine verbesserte Perforation und durch die abwälzende Bewegung
eine reduzierte Anregung der Maschine. Dies führt insgesamt zu einer verbesserten
Qualität und gleichzeitig zu einer erhöhten Standzeit des Perforierungsmessers 5 sowie
des Gegenmessers 4. Die Fig. 3 und 4 illustrieren die Schrägstellung des Zylinders
2 zur Laufrichtung 8 der Materialbahn 1. Der Winkel α der Schrägstellung ist hier
aus zeichnerischen Gründen wesentlich grösser als vorgesehen gezeichnet. Der Winkel
α ist vorzugsweise kleiner als 1°. Die Fig. 5 zeigt deutlich, wie Einschnitt S an
einem Rand 12 der Materialbahn 1 durch einen sich allmählich und kontinuierlich vergrössernden
Einschnitt S' gebildet wird. Das Schneidmesser 3 bzw. das Perforierungsmesser 5 ist
somit jeweils nur über einen kurzen Bereich mit der Materialbahn 1 in Eingriff. Dieser
Bereich verläuft quer zur Laufrichtung gemäss Pfeil 8 in Querrichtung gemäss Pfeil
13. Das Schneidmesser 3 bzw. das Perforierungsmesser 5 kann auch in an sich bekannter
Weise leicht spiralförmig auf dem Zylinder 2 angeordnet sein. Dies ist an sich bekannt
und es wird hierzu auf das Polygraph-Handbuch von Wolfgang Walenski, Seite 55, 1991
Polygraph Verlag GmbH, Frankfurt am Main verwiesen.
1. Schneidvorrichtung zum Schneiden einer Materialbahn (1) in einer Falzmaschine, mit
einem Zylinder (2), der wenigstens ein Schneidmesser (3) aufnimmt, das mit einem Gegenwerkzeug
(4) zusammenwirkt, um die genannte Materialbahn (1) in Querrichtung zu schneiden,
wobei der genannte Zylinder (2) wenigstens ein Perforierungsmesser (5) aufnimmt, das
die Materialbahn (1) an einer bestimmten Stelle in wenigstens einem Bereich ihrer
Breite (B) zur Bildung eines ersten Querfalzes in der Materialbahn (1) perforiert,
dadurch gekennzeichnet, dass das Gegenwerkzeug (4) ein feststehendes gemeinsames Gegenmesser ist, das mit dem
Schneidmesser (3) und dem Perforierungsmesser (5) nacheinander in Eingriff gelangt.
2. Schneidvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens das Schneidmesser (3) die Materialbahn (1) mittels eines Scherenschnittes
trennt.
3. Schneidvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Perforierungsmesser (5) die Materialbahn (1) mittels einer schräg
stehenden Wirkungslinie perforiert.
4. Schneidvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Materialbahn (1) lediglich in einem Teilbereich ihrer Breite (B) perforiert wird.
5. Schneidvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Zylinder (2) an seinem Umfang (6) mehrere Positionen (11) aufweist, an denen
wahlweise ein Schneidmesser (3) oder ein Perforierungsmesser (5) befestigbar ist.