(19)
(11) EP 1 186 566 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
13.03.2002  Patentblatt  2002/11

(21) Anmeldenummer: 01103322.2

(22) Anmeldetag:  13.02.2001
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7B66C 1/12
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH CY DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK RO SI

(30) Priorität: 06.09.2000 DE 20015387 U

(71) Anmelder: Schuster, Burkhard
65795 Hattersheim (DE)

(72) Erfinder:
  • Schuster, Burkhard
    65795 Hattersheim (DE)

(74) Vertreter: Quermann, Helmut, Dipl.-Ing. et al
Unter den Eichen 7
65195 Wiesbaden
65195 Wiesbaden (DE)

   


(54) Vorrichtung zum Transportieren und Heben von Findlingen


(57) Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Heben und Transportieren von Findlingen (1).
Sie weist auf: Den jeweiligen Findling (1) umschlingende Seile (6 bis 9), eine Aufhängung (2) zur Aufnahme mehrerer Seile (6 bis 9), in Kontakt mit dem Findling (1) bringbare Lagerelemente (10 bis 13) für die Seile (6 bis 9), wobei jedes Lagerelement (10 bzw. 11 bzw. 12 bzw. 13) zumindest dem Umlenken eines Seiles (6 bzw. 7 bzw. 8 bzw. 9) und der Befestigung eines anderen Seiles (6 bzw. 7 bzw. 8 bzw. 9) dient, sowie das jeweilige mit der Aufhängung (2) verbundene Seil (6 bzw. 7 bzw. 8 bzw. 9) in einem Lagerelement (10 bzw. 11 bzw. 12 bzw. 13) umgelenkt und in einem diesem Lagerelement (10, bzw. 11 bzw. 12 bzw. 13) benachbarten Lagerelement (10 bzw. 11 bzw. 12 bzw. 13) befestigt ist.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Heben und Transportieren von Findlingen.

[0002] Im Garten- und Wegebau werden oftmals unregelmäßig geformte Steine recht großen Gewichtes (sog. Findlinge) verlegt, bzw. versetzt, die insbesondere einen an Verkehrswege angrenzenden Bereich abgrenzen sollen. Es soll somit beispielsweise verhindert werden, daß Verkehrsteilnehmer diesen angrenzenden Bereich befahren. Die Erfindung ist nicht auf derartige Anwendungsfälle beschränkt, sondern bezieht sich allgemein darauf, unregelmäßig geformte Gegenstände, die relativ groß und schwer sind und somit nicht manuell gehandhabt werden können, sicher packen zu können um sie anschließend zu heben, bzw. zu transportieren.

[0003] Aus der Praxis ist es bekannt, die Findlinge mittels Bagger zu heben. Allerdings ist die Baggerschaufel wenig geeignet, einen unregelmäßig geformten, schweren Körper sicher zu greifen. Außerdem hinterläßt bei Einwirkung einer Baggerschaufel auf den Findling die Schaufel unerwünschte Druck- und Kratzspuren auf dem Findling. Im schlimmsten Fall bricht bei Einwirkung der Baggerschaufel auf den Findling dieser auseinander oder Teile von diesem ab.

[0004] Aufgabe der Erfindung ist es, eine äußerst einfach aufgebaute, preiswert herstellbare und unkompliziert und sicher einsetzbare Vorrichtung zum Transportieren und Heben von Findlingen zu schaffen.

[0005] Die Erfindung schlägt eine Vorrichtung zum Heben und Transportieren von Findlingen mittels den jeweiligen Findling umschlingenden Seilen mit folgenden weiteren Merkmalen vor:
  • eine Aufhängung zur Aufnahme mehrerer Seile,
  • in Kontakt mit dem Findling bringbare Lagerelemente für die Seile, wobei jedes Lagerelement zumindest dem Umlenken eines Seiles und der Befestigung eines anderen Seiles dient, sowie das jeweilige mit der Aufhängung verbundene Seil in einem Lagerelement umgelenkt und in einem diesem Lagerelement benachbarten Lagerelement befestigt ist.


[0006] Die Erfindung löst sich somit von dem grundsätzlichen Gedanken, einen Findling mittels eines starren Hub- und Transportelementes, insbesondere einer starren Baggerschaufel zu handhaben und stattdessen eine flexible Seilanordnung zu verwenden, wobei dem Anwendungsprinzip der Seile immanent ist, daß diese nur Zugkräfte übertragen können. Die flexiblen Seile können sich, entsprechend der jeweils unterschiedlichen äußeren Form der Findlinge deren Außenkontur anpassen, sodaß der Findling unkompliziert und sicher ergriffen werden kann. Dadurch, daß Seile verwendet werden, kann die durch die Vorrichtung gebildete Schlinge beliebig weit geöffnet und damit sehr einfach um den Findling herum plaziert werden, nach Möglichkeit mit den Lagerelementen auf gleichem horizontalen Niveau geringfügig unterhalb der maximalen horizontalen Ausdehnung des Findlings. Die in diesem Bereich zwischen den Lagerelementen angeordneten Seilabschnitte klemmen damit den Findling dort ein, und halten die von den Lagerelementen nach oben zur Aufhängung abgehenden Seilabschnitte im oberen Bereich des Findlings zwischen diesen Seilabschnitten. Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist äußerst einfach gebaut, da sie nur aus den Seilen, deren Befestigungen, Aufhängungen und Umlenkungen bestehen braucht. Sie kann problemlos jeder Findlingsform angepaßt werden. Werden die an der Aufhängung angreifenden Seilabschnitte losgelassen, kann die Vorrichtung innerhalb kürzester Zeit durch Lockern der Seile vom Findling abgenommen werden. Andererseits kann, bei entgegengesetztem Bewegungsablauf, ein Findling schnell mittels der Vorrichtung aufgenommen werden.

[0007] Die erfindungsgemäße Gestaltung der Vorrichtung erlaubt es sehr schwere Findlinge zu heben, bzw. zu transportieren. Die Seilkonstruktion macht sich zunutze, daß, je schwerer der Findling ist, desto höher die Klemmkräfte sind, die über die Seile in den Findling eingeleitet werden können.

[0008] Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Aufhängung in sich drehbar ausgebildet ist. Dies kann auf einfache Art und Weise dadurch erreicht werden, daß die Aufhängung doppelt wirkend ist. Die drehbare Aufhängung gestattet es, den in den Seilen hängenden Findling beliebig um eine vertikale Achse zu drehen und damit den Findling beliebig drehorientiert im Gelände zu positionieren.

[0009] Besonders zweckmäßig ist eine Gestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung, wenn mit der Aufhängung vier Seile verbunden sind. Der Findling wird somit von vier Seilen gehalten.

[0010] Eine besonders zweckmäßige Anordnung sieht vor, daß aus den Seilen Seilpaare gebildet sind, wobei ein Seil des jeweiligen Seilpaares in einem ersten Lagerelement umgelenkt und in einem benachbarten zweiten Lagerelement befestigt ist, sowie das andere Seil dieses Seilpaares in dem zweiten Lagerelement umgelenkt und dem ersten Lagerelement befestigt ist. Bei der Verwendung von vier Seilen ergeben sich damit zwei Seilpaare. Wenn jedes Seilpaar zwei unterschiedlichen Lagerelementpaaren zugeordnet ist, ist es in diesem Fall erforderlich, daß die Seilpaare, bzw. Lagerelementpaare mittels Verbindungsseilen, konkret zwei Verbindungsseilen verbunden sind. Bei dieser Ausführungsform wären somit vier an den Aufhängungen angreifende Seile und zwei an den Lagerelementen angreifende Verbindungsseile notwendig. Die Verbindungsseile positionieren, unter Berücksichtigung der in sie eingeleiteten Zugkräfte, die Lagerelemente in konstanten Abstandsebenen zueinander, während die an der Aufhängung angreifenden Seile, entsprechend der Kontur des Findlings, die Lagerelemente mehr oder weniger aufeinander zu bewegen.

[0011] Bei Verwendung von vier Seilen und zwei Verbindungsseilen weist das jeweilige Lagerelement vorzugsweise ein Umlenkteil für ein Seil und ein Lagerteil zum Befestigen eines Endes eines anderen Seiles sowie ein Lagerteil zum Befestigen eines Endes eines Verbindungsseiles auf. Als besonders Vorteilhaft wird es angesehen, wenn in diesem Fall im jeweiligen Lagerelement drei drehbare Rollen gelagert sind. Eine Rolle dient dem Umlenken des einen Seiles, während in den beiden anderen Rollen die geschlossenen Schlaufenenden des anderen Seiles und des Verbindungsseiles gehalten sind.

[0012] Wegen des großen Gewichtes der Findlinge, das durchaus mehr als 2000 kg betragen kann, und der rauhen Oberflächen der Findlinge wird es als vorteilhaft angesehen, wenn die Seile als Drahtseile ausgebildet sind. In diesem Fall können die erforderlichen geschlossenen Schlaufen besonders einfach mittels metallischer Presshülsen erzeugt werden.

[0013] Weitere Merkmale der Erfindung sind in den Ansprüchen, der Beschreibung der Figuren und den Figuren selbst dargestellt.

[0014] In den Figuren ist die Erfindung anhand einer Ausführungsform beispielsweise dargestellt, ohne auf diese beschränkt zu sein. Es zeigen:
Figur 1
eine räumliche Ansicht der erfindungsgemäßen Vorrichtung, veranschaulicht ohne den von dieser gehaltenen Findling,
Figur 2
eine Detailansicht der Vorrichtung im Bereich eines der Lagerelemente,
Figur 3
einen mittels der Vorrichtung gehaltenen Findling.


[0015] Die Vorrichtung ist geeignet zum Heben eines Findlinges 1 mittels eines Hydraulikbaggers oder eines Radladers. Sie kann an jeden Löffelstiel eines Hydraulikbaggers oder an eine Ladeschaufel eines Radladers angehängt werden. Die Vorrichtung weist eine doppelt wirkende Aufhängung 2 auf, deren beiden Aufhängeelemente 3 und 4 mittels eines Drahtseiles oder drehbaren Bolzens 5 verbunden sind. Hierdurch kann das Aufhängeelement 4 und der in der Vorrichtung hängende Findling 1 relativ zum Aufhängeelement 3, somit relativ zum Angriffspunkt am Hydraulikbagger bzw. Radlader, in beliebigen Drehrichtungen gedreht werden. Dies ermöglicht eine optimale Ausrichtung des Findlings bezüglich des gewünschten Aufstellungsortes.

[0016] Im unteren Aufhängeelement 4 sind vier gleich lange Seile 6, 7, 8 und 9 gehalten. Die Angriffspunkte dieser Seile am Aufhängeelement 4 bilden zweckmäßig die Form eines Rechtecks insbesondere eines Quadrates. Jedes Seil 6 bzw. 7 bzw. 8 bzw. 9 wird in einem Lagerelement umgelenkt und ist an einem anderen Lagerelement befestigt. Konkret wird das Seil 6 im Lagerelement 10 umgelenkt und ist am Lagerelement 11 befestigt. Das Seil 7 wird im Lagerelement 11 umgelenkt und ist am Lagerelement 10 befestigt. Das Seil 8 wird im Lagerelement 12 umgelenkt und ist am Lagerelement 13 befestigt. Das Seil 9 wird im Lagerelement 13 umgelenkt und ist im Lagerelement 12 befestigt. Die Lagerelemente 10 und 11 bilden damit ein Lagerelementpaar 14 und die Lagerelemente 12 und 13 ein Lagerelementpaar 15. Die beiden Lagerelementpaare 14 und 15 sind mit zwei weiteren Verbindungsseilen 16 und 17 zueinander positioniert. Diese greifen unmittelbar an den Lagerelementen an. Das Verbindungsseil 16 verbindet die Lagerelemente 10 und 12, das Verbindungsseil 17 die Lagerelemente 11 und 13.

[0017] Die Seile 6 bis 9 bzw. Verbindungsseile 16, 17 sind als Drahtseile ausgebildet. Deren Enden, die fest an den Lagerelementen 10 bis 13 bzw. dem Aufhängeelement 4 angreifen sind als geschlossene Schlaufen unter Verwendung von Metallklammern, sog. Presshülsen 18 gebildet.

[0018] Jedes Lagerelement 10 bzw. 11 bzw. 12 bzw. 13 ist im wesentlichen durch zwei in Abstand zueinander angeordnete T-förmigen Platten 19 und 20 sowie drei diese verbindende Bolzen 21 gebildet. Diese nehmen frei drehbare Rollen 22, 23 und 24 auf. Die Rolle 22 umschlingt ein Ende des zugeordneten Verbindungsseiles 16 bzw. 17, die Rolle 23 dient als Umlenkrolle für das Seil 6 bzw. 7 bzw. 8 bzw. 9, die Rolle 24 dient der Aufnahme des lagerelementseitigen Festendes eines anderen Seiles 6 bzw. 7 bzw. 8 bzw. 9.

[0019] Aufgrund der Anordnung und Verbindung der Seile 6 bis 9 sowie der Verbindungsseile 16, 17 zieht sich beim Anheben der Aufhängung 2 die Vorrichtung soweit zusammen, bis sie ganz fest den zu hebenden Findling 1 umschließt. Beim Absenken und damit Reduzieren der Seilspannung löst sich die Vorrichtung im Bereich der Seile 6 bis 9 und Verbindungsseile 16, 17 sowie der Lagerelemente 10 bis 13 vom Findling und es kann die Vorrichtung ohne Mühe vom Findling 1 entfernt werden. Auch unförmige Findlinge, die sich mit hydraulischen Zangen nicht greifen lassen, können mit dieser Vorrichtung problemlos aufgenommen werden.

[0020] Zum wirksamen Betreiben der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist es nicht erforderlich, daß die Verbindungsseile 16 und 17 vorgesehen sind. Es kann auf diese verzichtet werden, wenn die Seile 6 bis 9 im Uhrzeigersinn bzw. entgegen dem Uhrzeigersinn identisch angeordnet sind. Bezogen auf das vorstehend beschriebene Ausführungsbeispiel würde dies bedeuten, daß das freie Ende des Seiles 7 mit dem Lagerelement 13 und das freie Ende des Seiles 8 mit dem Lagerelement 10 verbunden sein müßte.


Ansprüche

1. Vorrichtung zum Heben und Transportieren von Findlingen (1) mittels den jeweiligen Findling (1) umschlingenden Seilen (6 bis 9) mit folgenden zusätzlichen Merkmalen:

- eine Aufhängung (2) zur Aufnahme mehrerer Seile (6 bis 9),

- in Kontakt mit dem Findling (1) bringbare Lagerelemente (10 bis 13) für die Seile (6 bis 9), wobei jedes Lagerelement (10 bzw. 11 bzw. 12 bzw. 13) zumindest dem Umlenken eines Seiles (6 bzw. 7 bzw. 8 bzw. 9) und der Befestigung eines anderen Seiles (6 bzw. 7 bzw. 8 bzw. 9) dient, sowie das jeweilige mit der Aufhängung (2) verbundene Seil (6 bzw. 7 bzw. 8 bzw. 9) in einem Lagerelement (10 bzw. 11 bzw. 12 bzw. 13) umgelenkt und in einem diesem Lagerelement (10, bzw. 11 bzw. 12 bzw. 13) benachbarten Lagerelement (10 bzw. 11 bzw. 12 bzw. 13) befestigt ist.


 
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, wobei die Aufhängung (2) in sich drehbar ausgebildet ist.
 
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, wobei mit der Aufhängung (2) vier Seile (6 bis 9) verbunden sind.
 
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei Seilpaare (14, 15) gebildet sind, wobei ein Seil (6) des jeweiligen Seilpaares (14) in einem ersten Lagerelement (10) umgelenkt und in einem benachbarten zweiten Lagerelement (11) befestigt ist, sowie das andere Seil (7) dieses Seilpaares (14) in dem zweiten Lagerelement (11) umgelenkt und dem ersten Lagerelement (10) befestigt ist.
 
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, wobei die Seilpaare (14, 15) mittels Verbindungsseilen (16, 17) verbunden sind.
 
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5., wobei das jeweilige Lagerelement (10 bzw. 11 bzw. 12 bzw. 13) zumindest ein Umlenkteil (23) für ein Seil (6 bzw. 7 bzw. 8 bzw. 9) und ein Lagerteil (24) zum Befestigen eines Endes eines anderen Seils (6 bzw. 7 bzw. 8 bzw. 9) aufweist.
 
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, wobei das jeweilige Lagerelement (10 bzw. 11 bzw. 12 bzw. 13) zusätzlich ein Lagerteil (22) zum Befestigen eines Endes eines Verbindungsteiles (16 bzw. 17) aufweist.
 
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei das jeweilige Lagerelement (10 bzw. 11 bzw. 12 bzw. 13) mindestens zwei, insbesondere drei drehbare Rollen (22 bis 24) für die beiden Seile, insbesondere die beiden Seile und das Verbindungsseil aufweist.
 
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, wobei das jeweilige Lagerelement (10 bzw. 11 bzw. 12 bzw. 13) im wesentlichen durch zwei in Abstand zueinander angeordnete Platten (19, 20) und drei diese verbindende Bolzen (21) gebildet ist, wobei die Bolzen (21) Rollen (22 bis 24) aufnehmen, zum Umlenken eines Seiles (6 bzw. 8 bzw. 9) und/oder Umschlingen der jeweiligen Rolle mittels einer geschlossenen Seilschlaufe des am Lagerelement befestigten Seils/Verbindungsseils.
 
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, wobei die Seile (6 bis 9) und/oder die Verbindungsseile (16, 17) aus Draht bestehen.
 




Zeichnung










Recherchenbericht