[0001] Die Erfindung betrifft eine bedämpfte Schiene mit einem Dämpfungselement aus einem
länglichen Formteil, das auf der schienenzugewandten Seite mittels einer Elastomerschicht,
die eine geringere Masse als das Dämpfungselement besitzt, seitlich am Schienensteg
befestigt ist, und das sich mindestens im wesentlichen über die gesamte Höhe des Schienensteges
erstreckt.
[0002] Es sind schon viele Maßnahmen ergriffen worden, um sowohl den von einer Schiene ausgehenden
Körperschall als auch den von dieser Schiene verursachten Luftschall zu reduzieren.
[0003] Eine dieser Maßnahmen besteht darin, ein sogenanntes Schienstegbedämpfungselement
an der zu bedämpfenden Schiene anzubringen. So ist es beispielsweise bekannt, ein
oder mehrere vorgefertigte Formstücke aus körperschalldämmendem Kunststoffmaterial
mittels einer Klebeverbindung an der Schiene zu befestigen. Diesbezüglich wird beispielsweise
auf die DE 37 11 190 A1 und die DE 40 04 208 A1 verwiesen. Die dabei eingesetzten
Formteile bestehen aus einem Elastomer, beispielsweise Polyurethan oder Polyurethan-gebundenen
Gummireifenteilen.
[0004] Ferner ist ein Dämpfungselement für den seitlichen Bereich einer Schiene bekannt,
das aus einem entsprechend dem Schienenquerschnittsprofil verformten Verbundprofil
besteht. Das Verbundprofil ist dabei aus einem äußeren Stützkörper, insbesondere aus
Metallblech, und einer darauf vulkanisierten, dem Schienenkörper zugewandten Elastomerschicht
aufgebaut. Ein Vertreter eines derartigen Dämpfungselementes wird beispielsweise in
der EP 0 703 318 A1 beschrieben, bei dem die Elastomerschicht eine verhältnismäßig
große Shore-Härte aufweist. Außerdem befindet sich zwischen der Elastomerschicht und
der Schiene eine weitere Elastomerschicht, nämlich eine weiche mit einer geringeren
Shore-Härte, die an die harte Elastomerschicht anvulkanisiert ist.
[0005] Ein weiteres Dämpfungselement aus einem äußeren Stützkörper und einer darauf vulkanisierten
Elastomerschicht ist aus der DE 197 06 707 A1 bekannt. Das dort beschriebene Dämpfungselement
stellt ein Verbundprofil aus dem äußeren Stützkörper und der genannten Elastomerschicht
dar. Dieses Verbundprofil ist unter dem Schienenkopf und auf dem Schienenfuß flächig
verklebt, jedoch im Bereich des Schienensteges mit diesem nicht verbunden.
[0006] Aus der EP 0 628 660 A1 ist es ferner bekannt, zur Geräuschdämpfung einer Schiene
einen sich parallel zum Schienensteg erstreckenden Stab zur Anwendung zu bringen,
der in ein Elastomermaterial eingebettet ist. Dieser Stab besitzt dabei eine größere
Masse als das Material, in das er eingebettet ist, und besteht beispielsweise aus
Stahl.
[0007] Alle diese bekannten Dämpfungselemente bzw. Schienenstegbedämpfungselemente lassen
jedoch hinsichtlich ihrer Schalldämmeigenschaften noch zu wünschen übrig.
[0008] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine besser schallgedämpfte Schiene
und ein verbessertes Verfahren zu deren Herstellung bereitzustellen.
[0009] Gelöst wird diese Aufgabe durch die Lehre der Ansprüche.
[0010] Bei der erfindungsgemäßen Schiene ist somit das Dämpfungselement nicht nur auf der
schienenzugewandten Seite sondern auch auf schienenabgewandten Seite sowie randseitig
zu mindestens 90 % von der Elastomerschicht bedeckt und damit verbunden. Somit sind
mindestens 90 % der durch die Ränder und durch die schienenabgewandte Seite gebildeten
Fläche von der Elastomerschicht bedeckt. Mit anderen Worten, maximal 10 % dieser Fläche
liegt frei. Diese freiliegende Fläche ist, worauf nachstehend noch näher eingegangen
wird, primär herstellungsbedingt, da das längliche Formteil irgendwie gehaltert werden
muß, bevor es in die Elastomerschicht eingebettet bzw. damit bedeckt und verbunden
wird.
[0011] Vorzugsweise ist das Dämpfungselement jedoch zumindest im wesentlichen vollständig
in die Elastomerschicht eingebettet bzw. vollständig davon umgeben.
[0012] Durch die oben beschriebenen Maßnahmen wird die Schalldämmung verbessert, indem das
Abstrahlverhalten verändert wird und eine schalltechnische Entkoppelung zwischen dem
Dämpfungselement bzw. dem Formteil und der Schiene erreicht wird.
[0013] Bei der Elastomerschicht kann es um jede übliche, für diese Zwecke eingesetzte Elastomerschicht
handeln. Vorzugsweise handelt es sich dabei jedoch um eine Polyurethanschicht und
insbesondere um einen Polyurethanschaum, der offenzellig oder geschlossenzellig sein
kann.
[0014] Das erfindungsgemäß eingesetzte Dämpfungselement besitzt eine größere Masse als die
Elastomerschicht, in der es eingebettet ist. So kann es sich bei dem Dämpfungselement
beispielsweise um ein Kunststoff-Formteil bzw. -Brett handeln. Es sind alle Materialien
einsetzbar, die eine größere Masse als die zur Anwendung gebrachte Elastomerschicht
besitzen. Mit anderen Worten, die Masse der Elastomerschicht ist geringer als die
Masse des Dämpfungselementes. Somit kann das Dämpfungselement ebenfalls aus einem
Elastomer bestehen, sofern letzteres Elastomer eine größere Masse besitzt als die
außen darauf aufgebrachte Elastomerschicht.
[0015] Bei dem Dämpfungselement handelt es sich vorzugsweise um ein längliches metallisches
Formteil, das zweckmäßigerweise magnetisch ist, worauf nachstehend ebenfalls noch
näher eingegangen wird.
[0016] Das Dämpfungselement weist vorzugsweise mindestens ein durchgehendes Loch auf, das
vorzugsweise von der Elastomerschicht (genauer: dem die Elastomerschicht bildenden
Elastomermaterial) ausgefüllt wird. Insbesondere ist mindestens ein derartiges Loch
pro 60 cm Länge (bezogen auf die Längsrichtung der Schiene) des Dämpfungselementes
vorhanden. Vorzugsweise sind jedoch mehrere Löcher, beispielsweise zwei, drei, vier,
fünf oder mehr Löcher vorhanden, die gleich oder verschieden sein können. Dieses Loch
befindet sich, bezogen auf den eingebauten Zustand des Dämpfungselements, vorzugsweise
im Bereich bzw. auf Höhe des Schienensteges.
[0017] Da auch der Schwellenabstand üblicherweise mindestens in der genannten Größenordnung
von ca. 60 cm liegt, ist somit mindestens ein Loch zwischen zwei Schwellen vorhanden,
wobei davon ausgegangen wird, dass das Dämpfungselement in etwa eine dem Schwellenabstand
entsprechende Länge besitzt und zwischen zwei Ankerpunkten verlegt ist, worauf nachstehend
noch näher eingegangen wird. Allerdings ist es auch möglich, Dämpfungselemente zum
Einsatz zu bringen, die sich über zwei, drei oder mehr Schwellen erstrecken und somit
über mehrere Ankerpunkte hinweg verlaufen.
[0018] Das Dämpfungselement stellt weiterhin bevorzugt ein Lochblech dar, wodurch die Dämmeigenschaften
noch weiter verbessert werden. Das Loch bzw. die Löcher sind dabei vorzugsweise ebenfalls
von demjenigen Material ausgefüllt, aus dem die Elastomerschicht aufgebaut ist.
[0019] Aufgrund der Form des Schienensteges üblicher Schienen handelt es sich bei dem länglichen
Formteil bzw. bei dem Dämpfungselement vorzugsweise um ein in etwa brettartiges Formteil,
das, bezogen auf den Querschnitt, vorzugsweise leicht gebogen ist, damit es sich besser
an die Außenkontur des Schienensteges anpassen kann bzw. daran unter Zwischenlage
der Elastomerschicht angelegt werden kann. Das Dämpfungselement erstreckt sich dabei
in Querrichtung (d.h. in senkrechter Richtung, bezogen auf den eingebauten Zustand)
mindestens in wesentlichen über einen derartigen Bereich, welcher der Höhe des Schienensteges
entspricht. Das Dämpfungselement kann jedoch darüber hinaus weitere Bereiche aufweisen,
die parallel zur Unterseite des Schienenkopfes und/oder parallel zur Oberseite des
Schienenfußes verlaufen. Das Dämpfungselement kann dabei eine Erstreckung und Form
besitzen, die derjenigen Erstreckung und Form des Dämpfungselementes der DE 197 06
707 entspricht.
[0020] Schienen der hier in Rede stehenden Art werden üblicherweise mit Verbundankern bzw.
Verbundschrauben auf dem Untergrund befestigt. Es sind nun schon Dämpfungselemente
bekannt, die an den Rändern an ihren Enden Aussparungen aufweisen, um auch im Bereich
der Verbundanker an den Schienen befestigt werden zu können, denn dort sind die Platzverhältnisse
äußerst beengt. Die erfindungsgemäß zum Einsatz gebrachten Dämpfungselemente weisen
vorzugsweise keine derartigen Aussparungen auf. Vielmehr ist es bevorzugt, wenn der
Platz im Bereich der Verbundanker nicht ausreicht, kein Dämpfungselement dort anzubringen.
Die Dämpfungselemente können somit im Bereich der Verbundanker einen gewissen Abstand
voneinander aufweisen. Im Bereich zwischen den Verbundankern können nur ein Dämpfungselement,
mehrere voneinander beabstandete Dämpfungselemente oder auch mehrere aneinander an
den Stirnseiten anstoßende Dämpfungselemente angebracht sein. Diese Dämpfungselemente
sind insbesondere an ihren frei liegenden Stirnseiten und somit an ihren Seitenrändern
ebenfalls von der Elastomerschicht umgeben und darin eingebettet. Auch längere, sich
über einen oder mehrere Ankerpunkte erstreckende Dämpfungselemente können (siehe oben)
zum Einsatz gebracht werden, sofern die Platzverhältnisse dies zulassen.
[0021] Die Dicke des Dämpfungselementes beträgt bei üblichen Schienen mindestens in etwa
3 mm und kann auch größer gewählt werden, beispielsweise 8 bis 15 mm. Je mehr Masse
vorhanden ist, desto besser ist das Dämpfungsverhalten.
[0022] Die Elastomerschicht wird vorzugsweise durch Spritzformen hergestellt und auf diese
Weise mit dem Dämpfungselement verbunden. Es ist somit möglich, die Kombination aus
Dämpfungselement und aufgebrachter Elastomerschicht separat herzustellen und an dem
Schienensteg seitlich zu befestigen, beispielsweise durch Verkleben. In diesem Falle
muß die schienenzugewandte Seite der Elastomerschicht des fertigen Dämpfungselementes
bzw. der fertigen Kombination aus Dämpfungselement und Elastomerschicht jedoch eine
Form aufweisen, die kongruent zu der Außenform des Schienensteges ist.
[0023] Vorzugsweise wird die Elastomerschicht jedoch hergestellt, wenn sich das Dämpfungselement
an der gewünschten Position seitlich beabstandet zu dem Schienensteg befindet, in
der das Dämpfungselement keinen Kontakt zur Schiene besitzt. Dazu wird erst einmal
die Schiene als solche auf per se bekannte Weise hergestellt. Dann wird das Dämpfungselement
bzw. das Formteil seitlich an den Schienensteg dieser Schiene parallel zum Schienensteg
im Abstand dazu ortsfest gehalten. Anschließend wird das zur Ausbildung der Elastomerschicht
dienende Material in den Zwischenraum zwischen den Schienensteg und der schienenzugewandten
Seite des Dämpfungselementes eingespritzt. Ferner wird dieses Material auch an den
Seitenrändern sowie außen auf die schienenabgewandte Seite des Dämpfungselementes
aufgebracht.
[0024] Die Einbringung oder die Verklebung sollte dabei derart erfolgen, dass mindestens
70 % der Fläche und vorzugsweise in etwa die gesamte Fläche der schienenzugewandten
Seite des Dämpfungselementes mit der Schiene verbunden ist.
[0025] Zum Einbringen der Elastomermasse wird das Dämpfungselement (genauer das Formteil)
mittels einer Haltebacke in der gewünschten Position gehalten. Die Haltebacke ist
dabei derart ausgestaltet, dass sie an die Schiene in abdichtende Anlage bringbar
ist und dabei zusammen mit der Schiene einen zumindest im wesentlichen geschlossenen
Raum definiert, in dem das Dämpfungselement sowohl zur Schiene als auch zur Haltebacke
beabstandet gehalten wird. Die Haltebacke bildet somit zusammen mit dem Schienenkörper
den Hohlraum, in dem sich das Dämpfungselement befindet, und dichtet diesen Hohlraum
seitenrandseitig, oberrandseitig und unterrandseitig gegenüber der Umgebung ab.
[0026] Dann wird das zur Ausbildung der Elastomerschicht dienende Material einerseits in
den Zwischenraum zwischen den Schiensteg und der schienenzugewandten Seite des Dämpfungselementes
eingespritzt und auch auf der schienenabgewandten Seite in den Zwischenraum zwischen
der Haltebacke und dem Dämpfungselement eingebracht. Dies kann beispielsweise dadurch
erfolgen, dass man das Material wie geschildert einspritzt, wobei dies unter Druck
als auch ohne Druck erfolgen kann. Dieses Material läuft dann seitenrandseitig, oberrandseitig
und unterrandseitig um das Dämpfungselement herum und füllt auch den Zwischenraum
zwischen der Haltebacke und dem Dämpfungselement aus. Sofern das Dämpfungselement
Löcher aufweist, kann das Material natürlich auch durch diese Löcher hindurch auf
die schienenabgewandte Seite gelangen. Auf diese Weise wird eine Art Verbundwerkstoff
zwischen Dämpfungselement bzw. dem insbesondere metallischen Formteil, der Elastomerschicht
und dem Schienenkörper hergestellt.
[0027] Die geschilderte Anbringung des Dämpfungselementes an die Schiene unter Ausbildung
des geschilderten Verbundwerkstoffes kann vorgenommen werden, bevor die Schiene an
den gewünschten Ort zur Ausbildung eines Gleises verlegt wird. Vorzugsweise wird jedoch
das Gleis erst einmal verlegt. Erst im Anschluß daran werden die Dämpfungselemente
vor Ort an die Schiene angelegt und damit verbunden.
[0028] Zweckmäßigerweise bringt man dazu eine Art Wagen zum Einsatz, der auf der Schiene
fahrbar gelagert ist und zwei Haltebacken aufweist, die an diesem Wagen schwenkbar
gehaltert sind. Die dazu erforderliche Mechanik ist derart ausgestaltet, dass die
Haltebacken in etwa wie die Schaufeln eines Schaufelbaggers schwenkbar sind. In der
geschlossenen Position befinden sich die Haltebacken in Anlage an die Schiene und
erstrecken sich somit parallel zur Schiene. In der offenen Position sind die Haltebacken
von der Schiene, beabstandet. Zur Herstellung der erfindungsgemäßen Schiene werden
die Dämpfungselemente in die Haltebacken, die sich in der geöffneten Position befinden,
eingesetzt und dort gehaltert. Dann werden die Haltebacken zusammen mit den darin
gehalterten Dämpfungselementen an die Schiene herangeschwenkt, so dass sie sich in
der gewünschten Position befinden. Danach wird das zur Ausbildung der Elastomerschicht
dienende Material eingespritzt, wodurch die Dämpfungselemente mit der Schiene verbunden
werden. Dann werden die Haltebacken wieder zurückgeschwenkt, wobei die Dämpfungselemente
an der Schiene befestigt verbleiben. Der Wagen wird dann um den gewünschten Weg auf
der Schiene verschoben, und der oben beschriebene Arbeitsgang wird wiederholt.
[0029] Zum Haltern des Dämpfungselementes in der Haltebacke bzw. an der Haltebacke wird
vorzugsweise mindestens ein Elektromagnet zum Einsatz gebracht, sofern das Formteil
des Dämpfungselementes metallisch ist. In diesem Falle muß das metallische Formteil
bzw. das Dämpfungselement aus einem magnetisierbaren Metall bestehen. Daher wird zweckmäßigerweise
ein Stahlblech als Formteil eingesetzt.
[0030] Um die Elastomerschicht insbesondere in Form eines Polyurethanschaumes derart einzubringen,
dass eine möglichst vollflächige und dauerhafte Verbindung zwischen einerseits dem
Formteil des Dämpfungselementes und andererseits dem Schienenkörper erreicht wird,
hat es sich als zweckmäßig erwiesen, die Schiene vor dem Anbringen des Dämpfungselementes
vorzubehandeln. Dazu wird vorzugsweise mindestens eine der folgenden Maßnahmen oder
werden weiterhin bevorzugt zwei oder alle drei der folgenden Maßnahmen in der angegebenen
Reihenfolge durchgeführt.
1. Die Schiene wird durch Wasserstrahlen und/oder durch Sandstrahlen gereinigt, damit
Rost und Zunder entfernt werden. Durch die Entfernung von Zunderflächen und Rostflächen
wird die flächige Verbindung zwischen Dämpfungselement und Schienenkörper verbessert.
Zudem wird die Schiene bzw. der Schienenkörper dadurch fettfrei gemacht. Es ist auch
möglich, zusätzliche Maßnahmen zu ergreifen, um die Schiene von Fetten zu befreien.
2. Die Schiene wird mit einem Haftvermittler bzw. Primer versehen, der üblicher Natur
ist. Auch dadurch wird die Haftung und vollflächige Verbindung der Elastomerschicht
und insbesondere des Polyurethanschaumes mit der Schiene verbessert.
3. Die Schiene und auch das Formteil des Dämpfungselementes werden auf eine Temperatur
von mindestens 22 °C und insbesondere von mindestens 25 °C gebracht, bevor das Material
zur Ausbildung der Elastomerschicht in den Zwischenraum zwischen dem Formteil des
Dämpfungselementes und der Schiene eingebracht wird. Dies hat sich insbesondere als
vorteilhaft bei Außenbaustellen erwiesen. Dort herrschen beispielsweise häufig Temperaturen,
die niedriger als 22 °C sind. Durch Einhaltung der geschilderten Parameter bei derartigen
Außenbaustellen kann die Haftung und vollflächige Verbindung zwischen Dämpfungselement
und Schiene überraschenderweise in erheblichen Maße verbessert werden.
[0031] Die Erfindung wird im folgenden anhand der skizzenhaften und nicht detailgetreuen
Zeichnungen näher erläutert Dabei zeigen:
- Fig. 1
- einen Querschnitt durch eine erfindungsgemäße Schiene mit einem daran befestigten
Dämpfungselement,
- Fig. 2
- eine Seitenansicht dieser Schiene, und
- Fig. 3
- eine schematische Darstellung der Arbeitsabläufe zur Anbringung eines Dämpfungselementes
an eine Schiene.
[0032] Die in der Fig. 1 im Querschnitt gezeigte erfindungsgemäße Schiene 1 besitzt einen
üblichen Schienenkörper aus einem Schienenfuß 2, einem Schienensteg 3 und einem Kopf
4. Seitlich und parallel zum Schienensteg 3 erstreckt sich beabstandet davon ein Dämpfungselement
5 aus einem Eisen- oder Stahlformteil. In dem Zwischenraum 19 zwischen der schienenzugewandten
Seite des Dämpfungselementes 5 und dem Schienensteg 3 befindet sich eine Elastomerschicht
6. Mit anderen Worten, der geschilderte Zwischenraum 19 ist von dieser Elastomerschicht
ausgefüllt.
[0033] Diese Elastomerschicht umgibt das Dämpfungselement 5 jedoch nicht nur auf der schienenzugewandten
Seite sondern auch auf der schienenabgewandten Seite sowie oberrandseitig, unterrandseitig
und auch seitenrandseitig, so dass das Dämpfungselement 5 vollständig von der Elastomerschicht
6 umhüllt, darin eingebettet und damit verbunden ist.
[0034] Das Dämpfungselement 5 besitzt mehrere durchgehende Löcher 7, die ebenfalls von der
Elastomerschicht (genauer: von dem die Elastomerschicht bildenden Elastomer) ausgefüllt
sind.
[0035] Das Dämpfungselement 5 weist somit keinerlei direkten Kontakt mit dem Körper der
Schiene 1 und insbesondere nicht mit dem Schienensteg 3 auf. Das Dämpfungselement
5 stellt dabei eine Art eines länglichen Brettes dar, das in Querrichtung leicht gewölbt
ist, so dass seine schienenzugewandte Seite 8 in etwa parallel zur Oberfläche 9 des
Schienensteges 3 verläuft. Das Dämpfungselement 5 erstreckt sich dabei vom unteren
Ende des Schienensteges 3 bis zu dessen oberem Ende und ist weder an seinem unteren
Rand 10 noch an seinem oberen Rand 11 derart umgebogen, dass es der Kontur des Kopfes
4 oder des Fußes 2 folgen würde. Allerdings ist es auch möglich, Ausführungsformen
einzusetzen, welche der Kontur des Kopfes und/oder des Fußes folgen.
[0036] Die Elastomerschicht 6 besitzt im Bereich des Kopfes 4 eine Einbuchtung 12, so dass
ein Teil 13 der unteren Fläche des Schienenkopfes 4 frei liegt. Dadurch kann mit einem
Zangenwerkzeug von oben unter den Schienenkopf 4 gegriffen werden, ohne die Elastomerschicht
6 zu beschädigen.
[0037] Wie man aus der Fig. 2 ersieht, sind die Dämpfungselemente 5 voneinander beabstandet
an dem Grundkörper der Schiene 1 angebracht. In dem Zwischenraum 20 zwischen zwei
Dämpfungselementen 5 kann sich beispielsweise ein Verbundanker (nicht gezeigt) oder
ein ähnliches Befestigungsmittel befinden.
[0038] Die Elastomerschicht 6 besteht aus einem Kunststoffschaum und insbesondere aus einem
Polyurethanschaum.
[0039] Das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung der erfindungsgemäßen Schiene 1 ist
skizzenhaft in der Fig. 3 gezeigt. Dazu wird erst einmal der aus Schienenfuß 2, Schienensteg
3 und Kopf 4 bestehende Körper der Schiene 1 auf übliche Weise hergestellt und gegebenenfalls
verlegt, beispielsweise auf einem Betongrundkörper. Dann wird das Dämpfungselement
5 in eine Haltebacke 14 eingelegt. Diese Haltebacke 14 besitzt einen Bodenbereich
15, der in seiner Form und in seinen Abmessungen in etwa dem Dämpfungselement 5 entspricht,
jedoch an allen Seiten geringfügig darüber hinausragt.
[0040] Die Haltebacke 14 besitzt an allen ihren Rändern Abdichtelemente 16; in der Fig.
2 sind lediglich das Abdichtelement 16' für den oberen Rand und das Abdichtelement
16" für den unteren Rand der Haltebacke 14 gezeigt. Die Abdichtelemente an den senkrechten
Seitenrändern sind nicht gezeigt. Diese Abdichtelemente 16, 16', 16" sind derart geformt,
dass sie, wenn sich das Dämpfungselement 5 in der gewünschten Position seitlich vom
Schienensteg 3 befindet, den Bodenbereich 15 an allen seinen Rändern gegenüber dem
Körper der Schiene 1 abdichten und somit an diesem Körper anliegen, sei es im Bereich
des Kopfes 4, des Schienenfußes 2 oder des Schienensteges 3. Dadurch wird ein geschlossener
Hohlraum 17 gebildet, in dem das Dämpfungselement 5 quasi frei schwebend und zu allen
umgebenden Teilen beabstandet gehalten wird.
[0041] Um das Dämpfungselement 5 in dieser Position zu halten, ist die Haltebacke 14 mit
einem Elektromagneten 18 ausgestattet, der sich zylinderförmig bzw. stabförmig vom
Bodenbereich 15 in Richtung auf das Dämpfungselement 5 erstreckt und auf dem das Dämpfungselement
5 aufliegt. Je nach Erfordernis können mehrere derartige Elektromagneten vorgesehen
sein.
[0042] Zur Herstellung der erfindungsgemäßen Schiene 1 wird das Dämpfungselement 5 in die
Haltebacke 14 eingelegt und durch den Elektromagneten 18 dort gehalten. Dann wird
die Haltebacke 14 zusammen mit dem Dämpfungselement 5 seitlich in Anlage an die Schiene
gebracht. Dies erfolgt vorzugsweise beidseitig. Diese Situation ist auf der rechten
Seite der Fig. 3 dargestellt. Dann wird durch den Bodenbereich 15 der Haltebacke 14
hindurch das Reaktionsgemisch zur Herstellung der Elastomerschicht in den Hohlraum
17 eingespritzt. Diese Einspritzung erfolgt vorzugsweise durch ein Loch in dem Dämpfungselement
5 hindurch in den Zwischenraum zwischen diesem Dämpfungselement 5 und dem Schienensteg
3. Das eingespritzte Material dringt dann bzw. kriecht sowohl seitlich über die Ränder
als auch durch die Löcher 7 hindurch auf die andere Seite des Dämpfungselementes und
umgibt dieses seitenrandseitig, unterrandseitig, oberrandseitig und auch in dem Bereich
zwischen der schienenabgewandten Seite des Dämpfungselementes 5 und dem Bodenbereich
15 der Haltebacke 14. Der Elektromagnet 18 ist dabei vorzugsweise derart geformt,
dass das Material zur Ausbildung der Elastomerschicht auch zwischen der Kontaktfläche
zwischen dem Elektromagneten 18 und dem Dämpfungselement 5 gelangen kann.
[0043] Danach wird der Strom für den Betrieb des Elektromagneten unterbrochen und die Haltebacke
14 von der Schiene 1 entfernt und insbesondere weggeschwenkt. Das Dämpfungselement
verbleibt dann zusammen mit der umgebenden Elastomerschicht seitlich vom Schienensteg
3.
1. Bedämpfte Schiene mit einem Dämpfungselement (5) aus einem länglichen Formteil, das
auf der schienenzugewandten Seite mittels einer Elastomerschicht (6), die eine geringere
Masse als das Dämpfungselement (5) besitzt, seitlich am Schienensteg (3) befestigt
ist, und das sich mindestens im wesentlichen über die gesamte Höhe des Schienensteges
(3) erstreckt,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Dämpfungselement (5) randseitig und auf der schienenabgewandten Seite zu mindestens
90 % ebenfalls von der Elastomerschicht (6) bedeckt und damit verbunden ist.
2. Schiene nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Dämpfungselement (5) metallisch ist und/oder zumindest im wesentlichen vollständig
in die Elastomerschicht (6) eingebettet ist.
3. Schiene nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Dämpfungselement (5) mindestens ein durchgehendes Loch (4) aufweist, das insbesondere
von der Elastomerschicht (6) ausgefüllt ist und im Bereich des Schienensteges (3)
angeordnet ist.
4. Schiene nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Dämpfungselement (5) mindestens ein durchgehendes Loch (4) pro 60 cm Länge aufweist.
5. Schiene nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Dämpfungselement (5) ein Lochblech darstellt.
6. Schiene nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass es sich bei der Elastomerschicht (6) um eine Polyurethanschicht handelt, die insbesondere
einen Polyurethanschaum darstellt.
7. Schiene nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Elastomerschicht (6) durch Spritzformen herstellbar ist.
8. Verfahren zur Herstellung einer Schiene nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Dämpfungselement (5) seitlich in der gewünschten Position, in der das Dämpfungselement
(5) keinen Kontakt zur Schiene besitzt, an den Schienensteg (3) einer zuvor auf per
se bekannte Weise hergestellten Schiene gehalten wird und dann das zur Ausbildung
der Elastomerschicht (6) dienende Material in den Zwischenraum zwischen den Schienensteg
(3) und der schienenzugewandten Seite des Dämpfungselementes (5) eingespritzt wird
und auch an den Rändern sowie außen auf die schienenabgewandte Seite des Dämpfungselementes
(5) aufgebracht wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Dämpfungselement (5) mittels einer Haltebacke (14) in der gewünschten Position
gehalten wird und
die Haltebacke (14) derart ausgestaltet ist, dass sie an die Schiene in abdichtende
Anlage bringbar ist und dabei zusammen mit der Schiene einen zumindest im wesentlichen
geschlossenen Hohlraum (17) definiert, in dem das Dämpfungselement (5) sowohl zur
Schiene als auch zur Haltebacke (14) beabstandet gehalten wird, und
dass dann das zur Ausbildung der Elastomerschicht (6) dienende Material einerseits in
den Zwischenraum (19) zwischen dem Schienensteg (3) und der schienenzugewandten Seite
des Dämpfungselementes (5) eingespritzt wird und andererseits auch oberrandseitig,
unterrandseitig, seitenrandseitig und auf der schienenabgewandten Seite in den Zwischenraum
zwischen der Haltebacke und dem Dämpfungselement (5) eingebracht wird.
10. Verfahren nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Haltebacke (14) mindestens einen Elektromagneten (18) zur Halterung des Dämpfungselementes
(5) besitzt und/oder an einer Vorrichtung derart schwenkbar gehaltert ist, dass sie
von einer von der Schiene weggeschwenkten Lage in eine Lage geschwenkt werden kann,
in der sie an der Schiene anliegt.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Vorrichtung fahrbar auf dem Schienenkopf (4) der Schiene gelagert ist.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Schiene vor dem Anbringen des Dämpfungselementes (5) vorbehandelt wird, indem
eine der folgenden Maßnahmen durchgeführt wird oder zwei oder alle der folgenden Maßnahmen
in der angegebenen Reihenfolge durchgeführt werden:
- die Schiene wird durch Wasserstrahlen und/oder Sandstrahlen gereinigt,
- auf die Schienenoberfläche wird ein Haftvermittler bzw. Primer aufgebracht,
- die Schiene und das aufzubringende Dämpfungselement (5) werden vor dem Aufbringen
der Elastomerschicht (6) auf eine Temperatur von mindestens 22°C und insbesondere
mindestens 25 °C erwärmt.