[0001] Die Erfindung betrifft einen Steinkorb, bestehend aus miteinander verbundenen Flächenelementen.
[0002] Derartige Steinkörbe sind beispielsweise aus der DE 39 17 756 A1 bekannt, wobei dort
Gitterfelder aus Scharen sich kreuzender Drähte an den Kreuzungsstellen miteinander
verschweißt und untereinander mittels Wendel- oder Schraubendrähten miteinander verbunden
sind und die durch die sich kreuzenden Drähte begrenzten Flächen ein Grundraster für
jede der beiden Ausdehnungen bilden und die Gitterfelder in beiden Ausdehnungen je
eine ganze Zahl solcher Grundraster aufweisen.
[0003] Aus der CH 367 130 A ist ein Schotterkorb bekannt, der aus Gitterfeldern zusammengesetzt
ist, die je aus zwei sich kreuzenden Scharen von Gitterstäben bestehen. An den Kreuzungspunkten
sind die Gitterstäbe verschweißt und bilden somit ein Netz. In den Kanten werden die
aneinander anstoßenden Gitterfelder an den parallel verlaufenden Stäben mittels Drahtwickel
zusammengebunden.
[0004] Üblicherweise werden derartige Steinkörbe (die auch als Gabionen oder Drahtschotterkörbe
bezeichnet werden) im gefalteten oder flachen Transportzustand an die Baustelle geliefert,
müssen dann aber zusammengebaut, an ihren endgültigen Platz versetzt und anschließend
mit Steinen bzw. mit Schotter befüllt werden, was je nach Platz- und Witterungsverhältnissen
beschwerlich sein kann. Mit übereinander angeordneten Steinkörben, die gegebenenfalls
zueinander versetzt sind, können stabile Böschungen erstellt werden.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Anwendung von Steinkörben zu erleichtern,
zu beschleunigen und die Einsatzmöglichkeiten von Steinkörben zu erweitern.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der Steinkorb werkseitig befüllbar
und im befüllten Zustand beim Anheben, Transportieren auf die Baustelle und dem Versetzen
auf der Baustelle im wesentlichen formstabil ist.
[0007] Der erfindungsgemäße Steinkorb verfügt über Eigenschaften, die die bekannten Steinkörbe
nicht aufweisen.
[0008] Der erfindungsgemäße Steinkorb ist durch seine Konstruktion so formstabil, daß er
werkseitig (in einem Werk oder in einem Steinbruch) mit Steinen befüllt werden kann,
ohne sich beim Anheben und Transportieren zu verbiegen. Hierdurch wird des erstmals
möglich, die Steinkörbe auf einer Rüttelstation zu befüllen, wodurch eine technisch
qualifizierte Verdichtung des Befüllmaterials erreicht wird. Mit herkömmlichen Drahtschotterkörben
ist dies nicht möglich. Der Verdichtung mittels Rüttelkraft kommt eine große Bedeutung
zu. Sie trägt in hohem Maße zur Gesamtstabilität des Steinkorbes bei und reduziert
das Risiko von späteren Verformungen/Ausbauchungen, wie sie bei normalen Drahtschotterkörben
festzustellen sind. Ebenso wird hierdurch eine hohe Maßgenauigkeit erreicht, da bei
einer Auflastrüttelung an der Befüllungsstelle die Auflastrüttelplatte die Steine
genau bis zum oberen Abschluß des Steinkorbes herunter rütteln kann.
[0009] Weiterhin kann bei dem erfindungsgemäßen Steinkorb die sich in der Regel ergebende
Hohlraumbildung zwischen der frontseitigen Bruchsteinbefüllung und der Hinterfüllung
mit Schotter erheblich reduziert werden, die später zum Absacken des Befüllgutes führen
können und die Lastaufnahmefähigkeit und Gesamtstabilität des Drahtschotterkorbes
negativ beeinflußt und zu Verformungen und Ausbauchungen führen kann. Der erfindungsgemäße
Steinkorb kann aufgrund seiner Stabilität auch auf der Sichtseite liegend befüllt
werden, so daß das Entstehen von Hohlräumen verhindert werden kann. Anschließend wird
der Steinkorb um 90° gedreht, so daß die Vorderseite des Steinkorbes sichtbar wird,
was bei herkömmlichen Drahtschotterkörben unmöglich ist.
[0010] Der erfindungsgemäße Steinkorb eröffnet somit völlig neue Möglichkeiten. Einerseits
entfällt das Befüllen an der Baustelle, wo häufig Platz- und Zeitmangel herrscht.
Schließlich kann bei einer zentralen Befüllung diese in einer dafür vorgesehenen Halle
erfolgen, was eine Befüllung der Steinkörbe auch bei schwierigen klimatischen Bedingungen,
z.B. bei Frost oder starkem Regen, ermöglicht und somit die Arbeitsbedingungen erleichtert.
Erstmalig kann mit dem erfindungsgemäßen Steinkorb eine Natursteinmauer in Serie als
Fertigteil hergestellt werden und als solche zur Verwendungsstelle transportiert werden.
In der Regel kann mit dem Anlieferungsfahrzeug direkt das Versetzen der Steinkörbe
erfolgen, wodurch sich eine enorme Zeitersparnis gegenüber den üblicherweise vor Ort
befüllten Drahtschotterkörben ergibt.
[0011] Derart formstabile Steinkörbe können selbstverständlich auch im leeren Zustand an
die Baustelle geliefert werden.
[0012] Es liegt im Rahmen der Erfindung, daß Mittel zum Transportieren des Steinkorbes vorgesehen
sind.
[0013] Eine Ausbildung der Erfindung besteht darin, daß die Mittel zum Transportieren aus
einem U-förmig ausgebildeten Hebebügel besteht, dessen Schenkel an ihren beiden Enden
je einen Haken zum Einhängen in den Steinkorb aufweisen.
[0014] Somit werden keine Sonderwerkzeuge, wie Ketten, Seile oder ähnliches benötigt. Der
Hebebügel ist so konstruiert, daß er von jedem Hebegerät, wie Gabelstapler, Kran,
Bagger etc. auf einfachste Weise angehoben werden kann.
[0015] Es liegt im Rahmen der Erfindung, daß das Transportmittel Schenkel aufweist, deren
Enden jeweils einen zweimal gegenläufig gebogenen Haken aufweisen und daß die Einklinkpunkte
an dem Steinkorb aus zwei waagrechten, parallel verlaufenden Drähten bestehen, deren
Abstand den Mittelpunkten der beiden gegenläufigen Biegungen der Haken entspricht.
[0016] In diesem Zusammenhang ist es zweckmäßig, daß das freie Ende der Schenkel nach der
zweiten Biegung eine Länge von mindestens 15 mm aufweist und um ca. 180° gebogen ist.
[0017] Es ist vorteilhaft, daß der Steinkorb als Parallelepiped ausgebildet ist.
[0018] Eine Weiterbildung der Erfindung besteht darin, daß der Steinkorb aus mehreren im
Randbereich durch Verbindungsmittel miteinander verbundenen Flächenelementen besteht.
[0019] Hierbei ist es sinnvoll, daß die Flächenelemente Durchbrechungen aufweisen.
[0020] Ebenso liegt es im Rahmen der Erfindung, daß die Flächenelemente unterschiedlich
große Durchbrechungen aufweisen.
[0021] Weiterhin ist es erfindungsgemäß, daß die Flächenelemente als Gitter oder Geflecht
aus Horizontal- und Vertikalstäben ausgebildet sind.
[0022] Ebenso kann es zweckmäßig sein, daß bei mindestens einem Flächenelement die unteren
Enden zumindest teilweise U-förmig zur formschlüssigen Verbindung mit dem den Boden
bildenden Flächenelement umgebogen sind.
[0023] Im Rahmen der Erfindung liegt hierbei, daß bei mindestens einem der beiden anderen
Flächenelemente die unteren Stabenden Z-förmig ausgebildet sind.
[0024] Sinnvoll ist auch, daß der Abstand der gegenläufigen Mittelpunkte der Z-Biegung identisch
ist mit dem Abstand zwischen zwei parallel verlaufenden Stäben eines im rechten Winkel
zu den Flächenelementen einzuklinkenden Flächenelementes.
[0025] Weiterhin besteht eine zweckmäßige Ausgestaltung der Erfindung darin, daß die parallel
verlaufenden Stäbe an zwei gegenüberliegenden Randstücken des den Boden bildenden
Flächenelementes ausgebildet sind.
[0026] Eine Weiterbildung der Erfindung besteht darin, daß bei kreuzweise verschweißten
Stäben der Flächenelemente die Stäbe in einer Richtung als Doppelstäbe ausgebildet
sind, welche beidseitig der sich kreuzenden Stäbe angeordnet sind.
[0027] Eine Weiterbildung der Erfindung besteht darin, daß der Steinkorb an der Oberseite
und/oder mindestens einer Seitenfläche offen ist.
[0028] Somit werden die in dem Steinkorb enthaltenen Steine nicht durch die Flächenelemente
verdeckt und es wird eine ansprechende Gestaltung von Böschungen etc. aus Steinkörben
möglich.
[0029] Die Vorteile der Erfindung bestehen im wesentlichen darin, daß es durch die Erfindung
ermöglicht wird, fertig verbaubaren Steinkörbe auf den Baustellen anzuliefern und
zu versetzen, was logistische, gestalterische und ökonomische Vorteile mit sich bringt.
[0030] Im folgenden wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand von Zeichnungen erläutert.
[0031] Es zeigt
- Fig. 1a und Fig. 1b
- einen erfindungsgemäßen Steinkorb im Leerzustand sowie im befüllten Zustand;
- Fig. 2a und Fig. 2b
- einen anderen erfindungsgemäßen Steinkorb im Längs- und im Querschnitt;
- Fig. 3
- einen Hebebügel als Mittel zum Transportieren des Steinkorbes.
[0032] Der erfindungsgemäße Steinkorb 1 besteht aus einem auch im befüllten Zustand im wesentlichen
formstabilen Metall- oder Kunststoffgitter bzw. -geflecht, das vor Witterungseinflüssen
geschützt sein kann (z.B. durch Verzinken, Lackieren, Kunststoffbeschichten, etc.).
Die Gitter- bzw. Maschenweiten hängen von der jeweils verwendeten Steinfüllung ab.
Der Steinkorb 1 hat vorzugsweise die Form eines Parallelepipeds, was ein Aufeinandersetzen
der Steinkörbe 1 und das Aneinanderreihen erleichtert. Allerdings sind auch andere
Formen denkbar.
[0033] Weiterhin weist der Steinkorb 1 Mittel 2 zum Transportieren des Steinkorbes 1 auf,
die als Hebebügel, Öse, Haken, etc, ausgebildet sein können und mit dem Steinkorb
1 fest verbunden sind. Zur Versteifung kann der Steinkorb 1, wie in Fig. 1a dargestellt,
auch Querstreben zwischen zwei Seitenwänden aufweisen.
[0034] Der Steinkorb 1 kann, wie in Fig. 1a und b dargestellt, oben offen sein, ebenso ist
auch eine oben geschlossene Version möglich. Zur besonderen optischen Gestaltung von
mit Steinkörben 1 erstellten Böschungen etc. ist es möglich, daß der Steinkorb 1 an
einer Seite offen ist, so daß an dieser (Sicht-)seite keines der den Steinkorb 1 bildenden
Flächenelemente 3 sichtbar ist. Hierbei ist es zweckmäßig, daß die sichtbaren Steine
4 form- oder kraftschlüssig miteinander verbunden sind.
[0035] Durch den erfindungsgemäßen Steinkorb 1 entfällt das mühsame Befüllen der Steinkörbe
1 an der Baustelle. Nach dem Anliefern und Versetzen durch eine Person mittels eines
Hebegerätes ist die Natursteinmauer fertig. Gegebenenfalls kann auch eine Bepflanzung
des Steinkorbes 1 schon bei seiner Befüllung erfolgen.
[0036] Durch eine zentrale Befüllung der Steinkörbe 1 ist es möglich, auch verschiedene
Gesteinssorten zu einer Wand zu kombinieren, was auf einer Baustelle nur mit erheblichem
Aufwand möglich wäre.
[0037] Wie aus Fig. 2a und 2b ersichtlich, kann der erfindungsgemäße Steinkorb 1 aus einem
den Boden bildenden Flächenelement 2a, vier die Seitenwände bildenden Flächenelementen
3b, 3c und einem (nicht dargestellten) die Oberseite bildenden Flächenelement hergestellt
werden, wobei diese Flächenelemente jeweils als Gitter ausgebildet sind. Zur Montage
des Steinkorbes 1 werden zunächst zwei der die Seitenwände bildenden Flächenelemente
3b mit ihrem u-förmig umgebogenen Ende um die Randstäbe des den Boden bildenden Flächenelementes
3a formschlüssig angeordnet (Fig. 2a). Anschließend werden die beiden anderen der
die Seitenwände bildenden Flächenelemente 3c mit ihren z-förmig umgebogenen Enden
über den den vorletzten Stab und unter den Randstab des den Boden bildenden Flächenelementes
3a verlaufend angeordnet und aufgestellt, wobei diese Flächenelemente 3c in ebenfalls
u-förmige Enden an den benachbarten Kanten der Flächenelemente 3b eingreifen (Fig.
2b). Die u-förmigen Enden werden dann zusammengedrückt, womit ein nach oben offener
Korb entsteht. Auf diesen wird dann das die Oberseite bildende Flächenelement aufgelegt
und beispielsweise mittels Klammern kraftschlüssig mit den die Seitenwände bildenden
Flächenelementen 3b, 3c verbunden.
[0038] Als Mittel 2 zum Transportieren des Steinkorbes 1 kann ein u- oder v-förmiger Hebebügel
5, wie er in Fig. 3 dargestellt ist, verwendet werden, der mit seinen u-förmig umgebogenen
Enden in das Gitter des Steinkorbes 1 eingreift und nach dem Versetzen des Steinkorbes
1 umgebogen werden kann, was eine zusätzliche Stützwirkung mit sich bringt. Alternativ
kann das obere Ende des Hebebügels z.B. mit einem Bolzenschneider entfernt werden.
1. Steinkorb, bestehend aus miteinander verbundenen Flächenelementen, dadurch gekennzeichnet, daß der Steinkorb (1) werkseitig befüllbar und im befüllten Zustand beim Anheben, Transportieren
auf die Baustelle und dem Versetzen auf der Baustelle im wesentlichen formstabil ist.
2. Steinkorb gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß Mittel (2) zum Anheben des Steinkorbes (1) vorgesehen sind.
3. Steinkorb gemäß Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Transportmittel (5) aus einem U-förmig ausgebildeten Hebebügel besteht, dessen
Schenkel an ihren beiden Enden je einen Haken zum Einhängen in den Steinkorb (1) aufweisen.
4. Steinkorb gemäß Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Transportmittel (5) Schenkel aufweist, deren Enden jeweils einen zweimal gegenläufig
gebogenen Haken aufweisen und daß die Einklinkpunkte an dem Steinkorb (1) aus zwei
waagrechten, parallel verlaufenden Drähten bestehen, deren Abstand den Mittelpunkten
der beiden gegenläufigen Biegungen der Haken entspricht.
5. Steinkorb gemäß Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das freie Ende der Schenkel nach der zweiten Biegung eine Länge von mindestens 15
mm aufweist und um ca. 180° gebogen ist.
6. Steinkorb gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Steinkorb (1) als Parallelepiped ausgebildet ist.
7. Steinkorb gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Steinkorb (1) aus mehreren im Randbereich durch Verbindungsmittel miteinander
verbundenen Flächenelementen (3b, 3c) besteht.
8. Steinkorb gemäß Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Flächenelemente (3) Durchbrechungen aufweisen.
9. Steinkorb gemäß Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Flächenelemente (3b, 3c) unterschiedlich große Durchbrechungen aufweisen.
10. Steinkorb gemäß Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Flächenelemente (3) als Gitter oder Geflecht aus Horizontal- und Vertikalstäben
ausgebildet sind.
11. Steinkorb gemäß Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß bei mindestens einem Flächenelement (3b) die unteren Enden zumindest teilweise U-förmig
zur formschlüssigen Verbindung mit dem den Boden bildenden Flächenelement (3a) umgebogen
sind.
12. Steinkorb gemäß Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß bei mindestens einem der beiden anderen Flächenelemente (3c) die unteren Stabenden
Z-förmig ausgebildet sind.
13. Steinkorb gemäß Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß der Abstand der gegenläufigen Mittelpunkte der Z-Biegung identisch ist mit dem Abstand
zwischen zwei parallel verlaufenden Stäben eines im rechten Winkel zu den Flächenelementen
(3c) einzuklinkenden Flächenelementes (3b).
14. Steinkorb gemäß Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß die parallel verlaufenden Stäbe an zwei gegenüberliegenden Randstücken des den Boden
bildenden Flächenelementes (3a) ausgebildet sind.
15. Steinkorb gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß bei kreuzweise verschweißten Stäben der Flächenelemente die Stäbe in einer Richtung
als Doppelstäbe ausgebildet sind, welche beidseitig der sich kreuzenden Stäbe angeordnet
sind.
16. Steinkorb gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Steinkorb (1) an der Oberseite und/oder mindestens einer Seitenfläche offen ist.