[0001] Die Erfindung betrifft einen Kühlcontainer für den gekühlten Transport eines Gutes
nach dem Oberbegriff des Hauptanspruches.
[0002] Gekühlter Transport, im folgenden nach seiner englischen Abkürzung für "refrigerated
transport" "RT" genannt, muß insbesondere zur Beibehaltung einer sogenannten "Kühlkette"
für Frisch-Produkte, wie Gemüse, Früchte, Fleisch oder andere Nahrungsmittel bereitstehen.
Auch andere sensible Produkte wie Chemikalien, biologische Erzeugnisse oder Sprengstoffe
müssen teilweise gekühlt transportiert werden. Gekühlter Transport (RT) umfaßt dabei
Kühlung für Lastwagen, Kleintransporter, Bahnwaggons, Container, Schiffe, Boote und
dergleichen.
[0003] Der Kühltransport nutzt heutzutage im wesentlichen Kompressorkühlung aus, wobei ein
Kühlmittel in den Rohrleitungen eines Kühlers verdampft und Luft oder Gas (kontrollierte
Atmosphäre) kühlt.
[0004] Wärme wird durch Erzeugen einer kalten Oberfläche entzogen, wobei zirkulierende Luft
oder Gas kälter und - wenn einmal die Temperatur des Taupunktes erreicht ist - entfeuchtet
wird.
[0005] Abhängig von der Wärmelast schaltet das Kühlgerät an oder ab oder läuft leistungsgeregelt.
Solche mechanischen Kühlsysteme sind teuer und benötigen Wartung, Ersatzteile, ausgebildete
Mechaniker und eine aufwendige Energieversorgung in Form von elektrischen, diesel-elektrischen
oder Dieselantrieben, um die Kühlung unter allen Umständen beizubehalten.
[0006] In einigen Anwendungen wird indirekte Kühlung zum Kühlen von Luft oder Gas durch
Zirkulieren eines Kälteträgers z. B. einer Salzlösung durch einen Kühler anstelle
des direkten Verdampfens des Kühlmittels benutzt.
[0007] Die Produkte werden in einer gekühlten Kammer gelagert, die entweder Teil des Aufbaues
eines Kraftfahrzeuges oder einer Art Container (im folgenden "RC" genannt) ist, der
aufgeladen und abgeladen werden kann. Diese Container werden üblicherweise an der
Außenseite isoliert, um das Eindringen von Wärme so gering wie möglich zu halten.
Container enthalten Luftkühler und Einrichtungen, um Luft zu Zirkulieren, z. B. Ventilatoren.
[0008] In einigen Anwendungen, wie z. B. Verteilfahrzeugen wird die Temperatur eines Containers
beibehalten oder verändert, indem sogenannte eutektische Platten benutzt werden, die
üblicherweise über ein Kühlgerät oder durch Einbringen in einen Kühlraum vorgekühlt
werden. Es wurde auch schon Luft durch ein Eisbett geleitet. Für spezielle Transportaufgaben,
wie z. B. die Luftfracht wird CO
2 benutzt. Das Versprühen von N
2 in die Container ist ein weiterer praktikabler Weg zum Beibehalten oder Beeinflussen
der Temperatur in Containern.
[0009] Es wurde zudem bereits eine Anzahl von verschiedenen Wegen vorgeschlagen, um eine
Kühlung für den gekühlten Transport und Kühlcontainer zu erhalten. So wird z. B. in
der DE 297 22 052 U1 ein mobiler Transportbehälter vorgeschlagen, in dessen größerenteils
vertikaler Wandung sich das Binäreis jedoch höchst ungleichmäßig verteilt. Aufsteigende
kristalline Bestandteile werden in ungünstiger Weise als erstes aus den oben liegenden
Abflüssen wieder die Kühlcontainer verlassen. Weiter sind in der deutschen Offenlegungsschrift
1 551 365 oder dem Europäischen Patent 0 664 426 der Zwischenraum einer Doppelwand
eines Containers mit einer Anordnung von Röhren versehen, durch die ein Kälteträger
(Sole), wie z. B. eine Salzlösung, gepumpt wird, die ein Fluid, das innerhalb des
Wandzwischenraumes enthalten ist, kühlt und schließlich ausfrieren läßt. Das Ausfrieren
dient dazu, latente Energie der Umwandlung (gespeicherte Kälteenergie) für eine bestimmte
Zeit zur Verfügung zu stellen, wenn der Kühlcontainer von einer Kühlmaschine getrennt
ist, z. B. während der Zeiten des Kühltransportes. Die Flüssigkeit, die ausgefroren
werden kann, kann entweder Wasser oder eine Sole, z.B. eine Salzlösung/Eutektikum
sein. Der Abkühlprozeß ist langsam, da die gesamte Struktur innerhalb des Kühlcontainers
zusammen mit der Flüssigkeit zuerst herabgekühlt und dann gefroren werden muß.
[0010] In der deutschen Offenlegungsschrift 1 751 608 wird weiter ein Verfahren beschrieben,
in dem mit Brucheis in den Wandzwischenräumen eines Kühlcontainers gekühlt wird, um
so ein Mittel zur Energiespeicherung während des Kühltransportes zu haben. Dieser
Vorschlag umfaßt auch einen Vorschlag bei dem ein Kühlcontainer oder die Doppelwandelemente
eines Kühlcontainers ein eutektisches Fluid in einem kalten Raum vor dem Kühltransport
umfaßt. Weiter ist die deutsche Offenlegungsschrift 2 251 529 zu nennen, die eine
Kontaktkühleinrichtung, nämlich zum Transport von biologischen Zellen und Organen
umfaßt, die durch eine Kühlmaschine vorgekühlt wird oder durch Verdampfen einer Substanz
gekühlt wird und die mit einer Kältemaschine nach einer gewissen Zeit nachgekühlt
wird.
[0011] Schließlich ist in der europäischen Anmeldung 0 158 378 ein Verfahren zur Kompensierung
der Volumenausdehnung von frierenden und schmelzenden Substanzen in einem geschlossenen
Raum, wie z. B. der Kühlcontainerdoppelwand beschrieben.
[0012] Der Erfindung liegt nun aber die Aufgabe zugrunde, Kühlcontainer für den Kühltransport
zu schaffen, wobei ohne großen apparativen Aufwand Kühlcontainer möglichst schnell
auf die jeweiligen dem Einsatzzweck entsprechenden Temperaturen abgekühlt werden,
ohne daß Kühlaggregate zur Abkühlung oder während des Transportes vorzusehen oder
zu betreiben sind.
[0013] Erfindungsgemäß wird dies durch einen Kühlcontainer mit den Merkmalen des Hauptanspruches
gelöst. Die Unteransprüche geben vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung wieder.
[0014] Die Erfindung nutzt dabei Binäreis (kurz BI), das eine Suspension winziger Eiskristalle
darstellt. Binäreis wird aus einer wässrigen Lösung oder Mischung in speziellen Verdampfern
durch Kühlen einer Oberfläche und Abschaben der erzeugten Eiskristalle hiervon oder
von einem direkten Kontaktwärmetauscher, an dem die wässrige Lösung oder Mischung
Eiskristalle in der Flüssigkeit beim Tripel-Punkt der Flüssigkeit (z.B. Wasser 0,1
°C, 6 mb) ausbildet, erzeugt.
[0015] Binäreis ist ein flüssiges pumpbares Fluid, das auch Eisbrei genannt werden kann.
Aufgrund des Vorhandenseins von Eiskristallen in der Suspension enthält die Flüssigkeit
latente Energie, die die Entalpie der reinen Flüssigkeit wesentlich erhöht und das
Binäreis daher zu einem hervorragenden Mittel zum Transportieren, Übertragen und Speichern
von Kälteenergie macht. Im erfindungsgemäßen Verfahren kann dadurch innerhalb kürzester
Zeit eine genau auf den Einsatz abgestimmte Kühlung erfolgen.
[0016] Die Erfindung macht sich dabei die einzigartigen Eigenschaften eines solchen Binäreises
für den dynamischen Transport eines Kühlsystemes zunutze. Ein erfindungsgemäßer Kühlcontainer
besteht aus doppelwandigen, an der Außenseite isolierten Wänden. Der Zwischenraum
enthält keine Rohrleitungen, sondern umfaßt lediglich strukturelle Versteifungen und
Leitbleche zum Strömen und Speichern von Binäreis. Durch die nicht notwendigen Rohrleitungen
ergibt sich ein wesentlich einfacher herstellbarer Aufbau.
[0017] Binäreis wird von einer Binäreisfüllstation zur Verfügung gestellt. Eine typische
Binäreisfüllstation besteht aus einer Anzahl von Binäreis erzeugenden Maschinen sowie
Speichertanks für Binäreis und Reservoiren für Binäreisflüssigkeit. Binäreis wird
nun von verschiedenen binäreiserzeugenden Maschinen mit unterschiedlichen Temperaturen
erzeugt, die für verschiedene Kühlanwendungen z. B. für Blumen bei + 6 °C, für Molkereiprodukte
bei + 1 °C, für frischen Fisch bei - 1 °C, für gefrorenes Fleisch bei - 18 °C oder
für Eiscreme bei - 26 °C geeignet sind.
[0018] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus nachfolgender Beschreibung
eines bevorzugten Ausführungsbeispiels anhand der beigefügten Zeichnung.
[0019] Dabei zeigt:
- Fig. 1
- eine typische Binäreisfüllstation für den Kühltransport,
- Fig. 2
- eine schematische Darstellung der bei der Überwachung des Befüllvorganges vorgenommenen
Messungen und Regelung,
- Fig. 3
- eine schematische Darstellung längs der Wand mit einer Vielzahl von nach oben geschlossenen,
nach unten offenen zickzackförmigen Strukturen sowie den vorgeschlagenen Zu- und Ablaufanschlüssen,
- Fig. 4
- eine alternative Ausführungsform der Strukturen mit erhöhter Festigkeit,
- Fig. 5
- eine alternative Ausführungsform mit höherem Füllvolumen,
- Fig. 6 und 7
- alternative Ausführungsformen entsprechend der Figuren 4 und 5 mit Ablaufschrägen
für das Entleeren,
- Fig. 8
- eine durch rechtwinklige Anordnung leichter herstellbare Anordnung,
- Fig. 9
- eine wiederum andere Anordnung zum einfachen Entleeren,
- Fig. 10
- eine der Fig. 9 entsprechende Anordnung mit zusätzlichen Luftableitröhren,
- Fig. 11
- eine der Fig. 9 entsprechende Anordnung mit einem andersgeartetem Zufluß,
- Fig. 12
- eine Anordnung für insbesondere Decken oder Türen, bei der durch eingebrachte Röhren
mit einem geringen Volumen von Binäreis und gleichzeitiger Versteifung der großen
Fläche Kühlung erreicht, und
- Fig. 13
- eine Deckenanordnung mit einer Mehrzahl von flachen Eisspeichern.
[0020] Das in der Fig. 1 dargestellte System besteht aus einem Kühlcontainer RC, der eine
BI-gefüllte Wandung aufweist, die über das Binäreiseinlaßventil BIIV und das Binäreisauslaßventil
BIOV befüllt bzw. entleert wird. Mit Bezugszeichen BIS ist ein Binäreisventil bezeichnet,
das entleertes Binäreis entweder in einen Binäreisflüssigkeitsspeicher BIRL oder einen
Binäreisspeicher BIST rückführt. Eine Binäreispumpe BIB fördert Binäreis in den Binäreisspeicher
BIST, so daß dort eine gewünschte Eiskonzentration erreicht wird.
[0021] Der Binäreisspeicher BIST wird über eine Binäreisladepumpe BIC vom Binäreiserzeuger
BIG geladen. Mit gestrichelter Umrandung sind die Bestandteile der Binärbetriebsstation
BIOS nämlich eine Binäreisentnahmepumpe BID der ein Rückschlagventil BIV nachgeschaltet
ist, dargestellt. Hinter diesem Rückschlagventil befindet sich eine Drucklufteinleitung,
die aus dem mit dem Bezugszeichen CADS bezeichneten Druckluftsystem aus einer Druckluftquelle
CAS über ein Druckluftventil CAV zur Einbringung von Druckluft dient. Die Druckluft
dient zur beschleunigten Entleerung der Doppelwand. Ebenso kann Unterdruck Verwendung
finden.
[0022] In der Wand eines vorgeschlagenen Kühlcontainers RC würde sich vorteilhafterweise
an eine auf der Innenseite aus Edelstahl oder Kunststoff dem Kühlgut zugewandte steife
Wandung ein Raum für Binäreis und an der Außenseite eine deutlich dickere, von z.B.
zwei Plastikwandungen umgebene Isolierschicht anschliessen.
[0023] Geschmolzenes Binäreis wird, wie in der Fig. 1 dargestellt, durch das Binäreisauslaßventil
BIOV insbesondere durch Anlegen eines Überdruckes an das Ventil BIIV abgeführt oder
in einer alternativen Ausführungsform auch durch Unterdruck z. B. durch eine Unterdruckpumpe
aus der RC-Wandung herausgefördert.
[0024] Das Binäreis, das durch das Ventil BIOV herausgeführt wird, kann durch das Ventil
BIS direkt in den Binäreisspeicher BIST zurückgeführt werden. Dies wird insbesondere
dann der Fall sein, wenn das Aufschmelzen des Binäreises in der Wandung endet und
das Binäreis mit (fast) konstanter Eiskonzentration zurückgeführt wird. Sobald dann
der Kühlcontainer RC gefüllt ist und sich im wesentlichen in der Gleichgewichtstemperatur
befindet, wird die Pumpe BID gestoppt, die Ventile BIIV und BIOV geschlossen, sowie
der Kühlcontainer RC von der Binäreisstation BIOS getrennt.
[0025] Der Container kann nun bewegt werden, wobei zum Ausgleich von Druckschwankungen aufgrund
von Ausdehnung/Kontrahierung des Binäreisfluides Druckausgleichsventile als kleine
Öffnungen an der Oberseite des Containers vorhanden sind oder geeignete Volumenausgleichgegenstände,
wie flexible Schlauchleitungen, benutzt werden.
[0026] Nachdem der Kühlcontainer RC entfernt wurde, kann der Binäreiserzeuger BIG Binäreis
für einen nächsten Füllvorgang erzeugen. Dabei wird die Binäreisladepumpe BIC Fluid
aus dem Tank BIST fördern, das mit Eiskristallen aus dem BIG Eiserzeugungssystem angereichert
ist. Die Binäreispumpe BIB wird allmählich Fluid aus dem Binäreisflüssigkeitsspeicher
BIRL nach nachliefern, um das Volumen des Binäreises im Binäreisspeicher BIST zu erhöhen.
Der Binäreisspeicher BIST wird innerhalb einer bestimmten Zeitspanne somit wieder
aufgefüllt sein.
[0027] Sobald der Speicher BIST aufgefüllt ist, wird der Binäreiserzeuger sich abschalten.
Dies stellt sicher, daß das binäreisladende System jeweils genügend Vorrat an Binäreis
besitzt. Wenn ein leerer Kühlcontainer RC zu beladen ist, wird entsprechend Flüssigkeit
in den Speicher BIRL hinzugefügt werden. Da die Temperatur des Binäreises auf der
Menge und Art der Gefrierpunkt erniedrigenden Substanz ADD beruht, wird ggf. eine
entsprechende Menge der gefrierpunkterniedrigenden Substanz ADD zu z.B. normalem Wasser
(WAT) hinzugefügt werden, um die typische Temperatur des gewünschten Binäreises zu
erreichen.
[0028] Auch beim Füllen eines bereits mit aufgetautem Binäreis angelieferten Containers
wird eine kontrollierte Hinzufügung ADD oder lediglich von Wasser stattfinden, um
zu jeweils gewünschten Konzentration zu gelangen. Falls dabei zuviel Fluid anfällt,
wird vorzugsweise aus dem Binäreisflüssigkeitsspeicher BIRL einiges Fluid zu entfernen
sein, wobei dieses ggf. in entsprechende Vorratstanks eingelagert werden kann.
[0029] Insgesamt läßt sich die Binäreisfüllanlage BIFIS wie eine Tankstelle betreiben. Die
Kälteenergie, die einem Kühlcontainer RC zugeführt werden kann, kann entweder pauschal
durch die Menge des Binäreises, die in den Kühlcontainer eingefüllt wird oder durch
die thermische Energie des Binäreises festgelegt werden. Hierbei wird am besten ein
Überwachungsverfahren benutzt, das aus den folgenden Schritten besteht:
a) Entleeren des Kühlcontainers RC von einer "alten" Binäreisfüllung durch Ablassen
des flüssigen Anteils in einen entsprechenden BIRL Binäreisflüssigkeitsspeicher mit
einer entsprechenden Konzentration eines gefrierpunktbeeinflussenden Mittels "ADD".
Dieses Volumen kann z. B. durch einen Flüssigkeitsstandsensor LIC 3 erfaßt werden
und als sogenannte Ablaßrate DC in m3 ausgedrückt werden.
b) Nachdem die alte Füllung von Binäreis entfernt wurde, wird die Binäreisentnahmepumpe
BID in Betrieb gesetzt und aus dem Binäreisspeicher BIST Binäreis einer gewünschten
Temperatur dem Kühlcontainer RC zugeführt. Rückgeführtes Binäreis verläßt den Container
durch das Binäreisauslaßventil BIOV. Solange die Rücklauftemperatur am Punkt TIC 1
oberhalb der Temperatur am Punkt TIC 4 des Binäreisspeichers BIST ist, wird sich das
Binäreisventil BIS nur in den Binäreisflüssigkeitsspeicher BIRL öffnen. Während dieser
Zeitdauer wird der Binäreisfluß am Punkt FIC 2, wie auch die Temperaturdifferenz,
TIC 1 - TIC 4 und die Eiskonzentration KIC 5 am Einlaß und Auslaß des Kühlcontainers
RC bestimmt. Diese Werte und die zugehörige Zeit entsprechen der sogenannten Abkühlrate
(im folgenden DR genannt) in kWh.
c) Wenn einmal die Temperaturen hinter dem Binäreisauslaßventil BIOV am Punkt TIC
1 und des Binäreises am Punkt TIC 4 gleich (oder fast gleich) sind, öffnet das Ventil
BIS in den Binäreisspeicher BIST und schließt den Binäreisflüssigkeitsspeicher BIRL
ab. Der Kühlcontainer RC wird nun mit frischem Binäreis im Kreislauf betrieben. Die
Eiskonzentration wird am Punkt KIC 5 bestimmt und stellt zusammen mit dem Volumen,
das aus dem Kühlcontainer RC entnommen wird, die sogenannte Eisbeladung (im folgenden
IC genannt) dar, die ebenfalls in kWh angegeben wird. Das Volumen, das vom Kühlcontainer
RC aufgenommen wird, wird durch Messen des Flüssigkeitsniveaus im Binäreisspeicher
BIST am Punkt LIC 7 und dem Binäreisflüssigkeitsspeicher BIRL am Punkt LIC 3 festgestellt.
Die Volumenänderung ist die sogenannte Füllrate (im folgenden FC) genannt, die in
m3 dargestellt wird.
d) Die ermittelten Wert lassen sich wie folgt in Gleichungen darstellen:
- die zugeführte Kälteenergie:

- das zugeführte Eisvolumen:

wobei


* und ** stellen jeweils verschiedene BIRLs dar, wenn die Konzentration an ADD
nicht übereinstimmt.
[0030] Für Binäreisabgebestellen, an denen Binäreisfluid verschiedener definierter ADD-Konzentrationen
anfällt/produziert wird, ist es von Vorteil, diese Flüssigkeiten nicht zu mischen
und separate Kreisläufe zu installieren, die beispielsweise durch an den Containern
spezifisch vorhandene Kupplungen sich voneinander unterscheiden. Es wird vorgeschlagen,
daß diese Kupplungen jeweils in sich auftrennbar sind, und einen (Teil-)-Abschnitt
am Kühlcontainer belassen, während dieser gefüllt verbleibt, so daß beim Entleeren
zu diesem signifikanten belassen Stück eine Verbindung herzustellen ist, die nur mit
passgenauen Stücken erreicht werden kann, die die Entleerung in den entsprechend richtigen
Binäreisflüssigkeitsspeicher BIRL sicherstellen.
[0031] Um eine gleichförmige Temperaturverteilung innerhalb der Wand zu erreichen, werden
Strukturen vorgeschlagen, die innerhalb Binäreis enthaltenen Wandung das Binäreis
daran hindern aufzuschwimmen (das spezifische Gewicht von Binäreis ist üblicherweise
geringer, als das der geschmolzenen Flüssigkeit). Ansonsten würde das Binäreis sich
nach einiger Zeit im oberen Bereich eines zur Verfügung stehenden Innenraums einer
Wandung sammeln. Um eine Gleichverteilung (insbesondere der Temperatur) über die Wandung
zu erreichen, wird vorgeschlagen, Strukturen, wie aus den Figuren 3 bis 11 ersichtlich,
in die Wandung eines Containers einzusetzen.
[0032] Bei der in der Fig. 3 dargestellten Struktur werden eine Mehrzahl von rechten Winkeln
vorgeschlagen, die zwei um 45° Winkel nach oben geschlossenen Seiten besitzen und
mit ihren unteren Enden der Seiten jeweils leicht beabstandet voneinander nebeneinander
vorgesehen sind. Binäreis wird in eine solche Wand vorzugsweise von oben eingefüllt,
wobei durch enge Hindurchführungen nach unten nur ein Teil des Binäreises vertikal
"herabfließen" kann, während ein Großteil entlang einer mit wesentlich größerem Durchmesser
vorgesehenen meandernden Durchführung sich seitlich verteilt. Kleine Luftanteile,
die eingeschlossen sind, werden toleriert werden können, können jedoch auch durch
entsprechend kleiner dimensionierte "Luftdurchlässe" abgeführt werden.
[0033] In der Fig. 4 wird eine der Fig. 3 ähnliche Struktur dargestellt, wobei zur Vermeidung
von Taschen, in denen "altes" Eis beim Entleeren verbleiben kann in der Horizontalen
oberhalb der geschlossenen Winkel gerade Horizontalstrukturen vorgesehen sind.
[0034] Die Fig. 5 schließlich zeigt eine im wesentlichen der Fig. 4 entsprechende Darstellung,
bei der jedoch die Herausführung des Fluides an der Bodenseite erfolgt.
[0035] In der Fig. 6 wird schließlich der weitere Vorschlag, diese horizontalen Strukturen
leicht geneigt auszuführen, dargestellt. Damit kann die Entleerung schneller erfolgen.
[0036] In der Fig. 7 ist dagegen, eine gegenüber Fig. 5 andersartige Ausführung des Fluides
im wesentlichen bodenseitig dargestellt.
[0037] In der Fig. 8 wird ebenfalls unter Beibehaltung von im wesentlichen horizontalen
Strukturen, jedoch unter Verzicht auf Winkelstrukturen, die mit der Spitze nach oben
weisen, eine kastenförmig nach oben geschlossene Struktur dargestellt. Die horizontale
Orientierung kann auch - wie bei Fig. 6 - als geneigte Orientierung ausgeführt werden,
um die Entleerung besser durchführen zu können.
[0038] Es können, wie in der Fig. 9 dargestellt wird, aber auch unter Verzicht auf horizontale,
weiterreichende Strukturen baumartige, im wesentlichen sich vertikal erstreckende
Strukturen Verwendung finden.
[0039] In der Fig. 10 wird anhand dieser baumartigen Strukturen dargestellt, wie aus den
jeweils nach oben mit kleinen Luftausgleichslöchern versehenen baumartigen Strukturen
die Bildung von Lufttaschen vermeidend überschüssige Luft abgeführt werden kann. Diese
Luftableitungen können miteinander verbunden zu einem zentralen Auslaß geführt sein.
[0040] Fig. 11 zeigt eine Variante, in der Zu- und Abfluß vereinfacht an der Bodenseite
ausgebildet sind.
[0041] Fig. 12 zeigt ein Deckelelement, bei dem meandernde Rohrleitungen zur Aufnahme des
Binäreises vorgesehen sind, wobei diese Paneel als Tür oder auch als Boden benutzt
werden kann, da sich durch die Rohrleitung eine erhöhte Steifigkeit der Struktur ergibt.
Gerade im Bodenbereich und im Deckenbereich wird weniger Binäreis in der Fläche benötigt.
[0042] Es ist jedoch auch möglich, wie in der Fig. 13 flache Behältnisse innerhalb einer
Decke vorzusehen. Innerhalb des Innenraums können dann noch Gebläse oder dergleichen
vorgesehen werden, um die Lufttemperatur zu homogenisieren.
[0043] Schließlich bleibt zu erwähnen, daß die gezeigten Strukturen sich auch für flexible,
nicht starre Wände eignen, eine Anwendungsform insbesondere für den nur von Zeit zu
Zeit erfolgende Kühltransport, wobei beispielsweise auch eine flache Ladefläche eines
Transportfahrzeuges zunächst eine Bodenlage, dann das transportierende Gut und entsprechend
später die Wände ggf. kissenförmig um das Kühlgut aufgelegt angeordnet werden, um
dann im wesentlichen das zu kühlende Gut umgebend dessen gekühlten Transport zu ermöglichen.
[0044] Derartige Kissen können außen wärmegedämmt werden. Durch die Flexibilität können
sie auch unregelmässige Geometrien des Kühlgutes umschließen. Diese Methode ist besonders
gut für sporadische Kühltransporte geeignet, und einfach und preiswert.