[0001] Die Erfindung betrifft die Reparaturlackierung von Defekten innerhalb eingebrannter
Überzugsschichten mit Pulverüberzugsmitteln.
[0002] Lackdefekte wie beispielsweise Krater. Delien. Kratzer oder Schmutzeinschlüsse innerhalb
von Einbrennüberzugsschichten. beispielsweise innerhalb von aus Pulverlacken hergestellten
eingebrannten Überzugsschichten können mit Flüssiglacken repariert werden. Der Reparaturvorgang
ist zeitaufwendig und arbeitsintensiv. Beispielsweise bedingt die Aushärtung des Reparaturlacks
die Einwirkung erhöhter Temperaturen während eines ausreichend langen Zeitraums. Handelt
es sich bei den reparaturzulackierenden Substraten um temperaturempfindliche Substrate,
so kann die Objekttemperatur nicht beliebig hoch gewählt werden. Im Falle reparaturzulackierender
Substrate mit einem gemischten Aufbau aus temperaturempfindlichen und temperaturunermpfindlichen
Bauteilen wird im allgemeinen so verfahren, daß die temperaturempfindlichen Bauteile
vor der Temperatureinwirkung, beispielsweise im Einbrennofen abgebaut und anschließend
wieder angebaut werden. Diese Maßnahmen behindern und verteuern insbesondere Serienlackierprozesse,
beispielsweise die Lackierung von Automobilen mit Füller-, Deck- oder Klarlacken.
[0003] Ein besonderes Problem bei der Reparaturlackierung von äußeren, sichtbaren, aus Pulverlacken
hergestellten Einbrenndecklackierungen mit Flüssiglacken ist es, die Reparaturlackierung
so auszuführen, daß die reparierte Stelle optisch nicht auffällt, beispielsweise hinsichtlich
Farbtonübereinsammung oder Glanz. Im Fall der Reparatur eingebrannter Pulverklarlackschichten
darf sich zudem keine wesentliche Abweichung zwischen den Brechzahlen des eingebrannten
Pulverklarlacks und des ausgehärteten Reparaturklarlacks ergeben
[0004] Verfahren zur Reparatur von Fehlstellen in Lackschichten unter Vermeidung der üblichen
thermischen Aushärtung durch Konvektion oder gewöhnliche IR-Bestrahlung sind aus den
DE-A-38 33 225 und DE-A-197 20 894 bekannt. Die dort beschriebenen Verfahren arbeiten
mit Laserlicht als Energiequelle für die Aushärtung des Reparaturlacks. Die DE-A-197
20 946 beschreibt ein Verfahren zur Reparatur von Fehlstellen in einer Einbrennlackierung,
wobei die zur Reparatur bereite Fehlstelle mit einem Lacküberzugsmittel beschichtet
wird und der aufgebrachte Lack anschließend durch Bestrahlen mit einer Laserstrahlquelle
in der Form eines Nd:YAG-Lasers, der eine Nahinfrarot-Strahlung erzeugt, ausgehärtet
wird.
[0005] Aus der EP-A-0 842 710 ist ein Verfahren zur Reparatur von Fehlstellen in Pulverlackschichten
bekannt, bei dem in die zur Reparatur vorbereitete, beispielsweise ausgeschliffene
oder ausgefräste Fehlstelle ein Füllkörper eingesetzt und damit verbunden wird. Bevorzugt
entspricht der Füllkörper dabei den Abmessungen der vorbereiteten Fehlstelle. Die
EP-A-0 887 118 verbessert das aus EP-A-0 842 710 bekannte Verfahren hinsichtlich der
erreichbaren Qualität der reparierten Fehlstelle, indem das aus EP-A-0 842 710 bekannte
Verfahren so ausgeführt wird, daß die Verbindung von Füllkörper und Fehlstelle unter
Einwirkung von Druck erfolgt. Die Verfahren der EP-A-0 842 710 und EP-A-0 887 118
vermeiden zwar die Nachteile der Reparatur von Fehlstellen in Pulverlackschichten
mittels flüssigen Lacken, sind aber dennoch aufwendig aufgrund der notwendigen Bereitstellung
der Füllkörper, insbesondere in der der zu reparierenden Fehlstelle angepaßten Abmessung.
[0006] In dem Beitrag "Sekundenschnelle Aushärtung von Pulverlack'' (Kai Bär, JOT 2/98,
Seite 26 bis 29) wird beschrieben, daß sich Pulverlacke mit Hilfe von Nahinfrarot-Strahlung
(NIR) hoher Intensität aushärten lassen, ohne daß es zu einer wesentlichen Erwärmung
des Substrates kommt. Die NIR-Technologie erlaubt das Aufschmelzen und die Aushärtung
von Pulverlacküberzügen in einem einzigen Prozeßschritt.
[0007] Aufgabe der Erfindung ist es, ausgehend von DE-A-197 20 894, ein verbessertes Verfahren
zur Reparaturlackierung von Fehlstellen in Einbrennlackierungen, insbesondere innerhalb
von unter Verwendung von Pulverlacken hergestellten Einbrennlackierungen bereitzustellen,
das die beschriebenen Nachteile des Standes der Technik vermeidet. Das Verfahren soll
insbesondere auch geeignet sein zur Ausbesserungslackierung serieniackierter, industriell
hergestellter Gegenstände, insbesondere Kraftfahrzeuge und deren Teile, beispielsweise
im Rahmen einer bzw, im Anschluß an eine Serienlackierung.
[0008] Gegenstand der Erfindung ist daher ein Verfahren zur Reparatur von Fehlstellen in
einer Einbrennlackierung, das dadurch gekennzeichnet, ist, daß die zur Reparaturlackierung
bereite Fehlstelle mit einem Purverlacküberzugsmittel beschichtet wird und der aufgebrachte
Pulverlack anschließend durch Bestrahlen mit Nahinfrarot-Strahlung (NIR), die mit
NIR-Strahlern erzeugt wird, aufgeschmolzen und ausgehärtet wird.
[0009] Beim erfindungsgemäßen Verfahren werden die ein oder mehreren Fehlstellen innerhalb
einer Einbrennlackierung, insbesondere innerhalb einer aus einem Pulverlacküberzugsmittel
aufgebrachten Einbrennlackierung unter Verwendung eines Pulverlacküberzugsmittels
reparaturlackiert. Bei den Fehlstellen aufweisenden Einbrennlackierungen kann es sich
beispielsweise um Einschichtdecklackierungen oder um innerhalb einer mehrschichtigen
Lackierung angeordnete Lackschichten handeln, beispielsweise um Grundierungen, Füllerschichten
und bevorzugt um äußere, sichtbare farb- und/oder effektgebende oder insbesondere
transparente Decklackschichten. Bevorzugt kann das erfindungsgemäße Verfahren eingesetzt
werden bei der Reparatur von Fehlstellen innerhalb eingebrannter, aus Pulverlacken,
insbesondere Pulverklarlacken erstellter Überzugsschichten. Besonders bevorzugt kann
das erfindungsgemäße Verfahren eingesetzt werden bei der Reparatur von Fehlstellen
innerhalb von auf Kraftfahrzeuge und deren Teile aufgebrachten Einbrennlackierungen.
[0010] Der Ausdruck Fehlstellen bedeutet, daß es sich um lokal begrenzte, beispielsweise
bis zu einige Quadratzentimeter große, beispielsweise 1 mm
2 bis 100 cm
2 große, fehlerhafte Stellen innerhalb von Einbrennlackierungen handelt. Bei den Fehlstellen
kann es sich beispielsweise um Beschädigungen wie Kratzer, beispielsweise Montagekratzer,
um Beschichtungsstörnngen wie Krater oder Dellen oder um Schmutzeinschlüsse handeln.
[0011] Es sei darauf hingewiesen, daß die zur Reparaturlackierung eingesetzten Pulverlacküberzugsmittel
wäßrige Zubereitungen der Pulverlacküberzugsmittel, sogenannte wäßrige Pulverlackslurries
einschließen. Bevorzugt werden im erfindungsgemäßen Verfahren jedoch Pulverlacke selbst
eingesetzt.
[0012] Die im erfindungsgemäßen Verfahren als Reparaturlacke eingesetzten Pulverlacke enthalten
ein thermisch aushärtbares selbst- oder fremdvernetzendes Bindemittelsystem, bevorzugt
eine fremdvemetzende Bindemittel/Härter-Kombination. Unter Bindemittel ist die filmbildende
höhermolekulare Komponente eines duroplastischen Pulverlackes zu verstehen, die im
allgemeinen mindestens 50 Gew.-% der zugrundeliegenden Bindemittel/Härter-Kombination
ausmacht, während die Härterkomponente im allgemeinen maximal 50 Gew.-% innerhalb
dieser Kombination beträgt. Die Bindemittelbasis unterliegt keinen prinzipiellen Beschränkungen.
Geeignet sind beispielsweise übliche für Pulverlacke eingesetzte Bindemittel. Beispiele
sind Polyesterharze, (Meth)acrylcopolymere, Epoxidharze, Phenolharze, Polyurethanharze,
Siloxanharze. Die Bindemittel weisen beispielsweise Glasübergangstemperaturen von
30 bis 120°C, bevorzugt unter 90°C, auf und besitzen beispielsweise zahlenmittlere
Molmassen (Mn) von 500 bis 20000, bevorzugt unter 10000. Die Härter besitzen z.B.
zahlenmittlere Molmassen (Mn) von 84 bis 3000, bevorzugt unter 2000. Es können verschiedene
Bindemittel und Härter miteinander gemischt werden.
[0013] Bindemittel und Härter tragen untereinander komplementär reaktive funktionelle Gruppen,
die eine thermische Vernetzungsreaktion des Pulverlackes erlauben, beispielsweise
durch Kondensationsreaktionen und/oder Additionsreaktionen. Beispiele für solche funktionelle
Gruppen sind Carboxylgruppen, Epoxidgruppen, aliphatisch oder aromatisch gebundene
Hydroxylgruppen, Isocyanatgruppen, blockierte Isocyanatgruppen, Anhydridgruppen, primäre
oder sekundäre Aminogruppen, geblockte Aminogruppen, zur ringöffnenden Addition befähigte
N-heterocyclische Gruppen, wie z.B. Oxazolingruppen, (Meth)acryloylgruppen, CH-acide
Gruppen wie z.B. Acetoacetatgruppen.
[0014] Die Auswahl der miteinander reagierenden Gruppen ist dem Fachmann geläufig. Es können
gegebenenfalls verschiedene reaktive Gruppen miteinander kombiniert werden. Das kann
über Bindemittel geschehen, die verschiedene reaktive funktionelle Gruppen tragen,
oder es werden Gemische von unterschiedlichen Härtern und/oder Bindemitteln eingesetzt.
[0015] Die verschiedenen funktionellen Gruppen können zugleich am Bindemittel und/oder Härter
vorhanden sein. Die Bindemittel sowie auch Härter enthalten im Mittel mindestens 2
funktionelle Gruppen pro Molekül. Das Verhältnis von Bindemittel zu Härter beträgt
im allgemeinen beispielsweise 98 : 2 bis 50 : 50. Bevorzugt liegt es zwischen 95 :
5 und 70 : 30.
[0016] Beispiele für in Pulverlacken übliche Bindemittel/Härter-Systeme sind Polyesterharze
mit niedermolekularen Epoxid- oder Hydroxyalkylamidhärtern, Epoxy/Polyester-Hybridsysteme,
Epoxidharze mit Dicyandiamidhärtem, Carbonsäurehärtern oder phenolischen Härtern,
hydroxyfunktionelle Polyester oder (Meth)acrylcopolymere mit blockierten Polyisocyanaten,
epoxidfunktionelle (Meth)acrylcopolymere mit Carbonsäure- oder Carbonsäureanhydrid-Härtern.
[0017] Insbesondere im Falle der Reparatur von Fehlstellen in äußeren, sichtbaren, eingebrannten
Klarlacküberzügen werden im erfindungsgemäßen Verfahren als Reparaturlacke bevorzugt
solche Pulverklarlacke eingesetzt, die als Bindemittel epoxidfunktionelle (Meth)acrylcopolymere,
insbesondere Glycidyl(meth)acrylatcopolymere mit einem Epoxidäquivalentgewicht zwischen
250 und 700 und als Härter ein oder mehrere niedermolekulare und/oder polymere Verbindungen
mit durchschnittlich 2 oder mehr Carboxylfunktionen pro Molekül und/oder Anhydride
davon enthalten. Bevorzugte Härter sind feste aliphatische Dicarbonsäuren und/oder
deren Anhydride wie insbesondere Dodecandicarbonsäure, die auch im Gemisch mit carboxylfunktionellen
Polyestern verwendet werden können.
[0018] Die im erfindungsgemäßen Verfahren eingesetzten Pulverlacke können übliche Pulverlackadditive
in üblichen Mengenanteilen von beispielsweise 0,1 bis 5 Gew.-% enthalten. Beispiele
für solche Additive sind Verlaufsmittel, Entgasungsmittel wie z.B. Benzoin, Antioxidantien,
Lichtschutzmittel, Mattierungsmittel, farb- und/oder effektgebende anorganische und/oder
organische Pigmente und/oder Füllstoffe, Farbstoffe, Haftvermittler, Gleitmittel,
Katalysatoren sowie rheologiesteuernde Mittel.
[0019] Werden deckende Pigmente oder Effektpigmente eingesetzt, so handelt es sich um zur
Reparatur von Fehlstellen in farb- und/oder effektgebenden Lackschichten einsetzbare
Pulverlacküberzugsmittel. Werden keine oder farblose Pigmente, z.B. mikronisiertes
Titandioxid oder Siliciumdioxid, eingesetzt, so handelt es sich um zur Reparatur von
Fehlstellen in Klarlackschichten einsetzbare Pulverklarlacküberzugsmittel.
[0020] Die Herstellung der im erfindungsgemäßen Verfahren als Reparaturlack eingesetzten
Pulverlacke kann nach den üblichen Methoden zur Herstellung von Pulverlacken erfolgen,
beispielsweise durch Extrudieren des durch trockenes Mischen aller benötigten Komponenten
fertig formulierten Pulverlackes in Form einer pastösen Schmelze, Abkühlen der Schmelze,
Grobzerkleinerung, Feinmahlung und gegebenenfalls nachgeschaltetes Sieben auf gewünschte
Kornfeinheit, beispielsweise auf mittlere Teilchengrößen von 10 bis 90 µm.
[0021] Das erfindungsgemäße Verfahren kann unter Verwendung von feinkörnigem Pulverlack,
beispielsweise mit mittleren Teilchengrößen von 1 bis 40 µm durchgeführt werden. Feinkörniger
Pulverlack oder Pulverlackfeinkorn kann gezielt hergestellt werden, fällt aber beispielsweise
bei der Pulverlackproduktion oder bei der Pulverlackapplikation als an sich unerwünschtes
Material an und kann somit im erfindungsgemäßen Verfahren sinnvoll verwendet werden.
[0022] Die Pulverlacke können auch als wäßrige Pulverlackslurry verwendet werden. Dazu können
sie beispielsweise durch Trocken- oder Naßvermahlung oder durch intensives Dispergieren
einer Pulverlackschmelze oder organischen Pulverlacklösung in Wasser in eine wäßrige
Pulverlackslurry überführt werden, die gegebenenfalls durch Abdestillieren von organischem
Lösemittel befreit werden kann.
[0023] Bevorzugt weisen die im erfindungsgemäßen Verfahren eingesetzten Pulverlacke die
gleiche Festkörperzusammensetzung auf wie der zuvor zur Herstellung der zu reparierenden,
Fehlstellen aufweisenden Einbrennlackschicht eingesetzte Lack. Bevorzugt handelt es
sich dabei um eine Reparatur von Fehlstellen in eingebrannten Pulverlackschichten.
Dabei werden sowohl bei der Erstlackierung als auch bei der erfindungsgemäßen Reparaturlackierung
Pulverlacke mit identischer Zusammensetzung verwendet. Dies ist insbesondere vorteilhaft
bei der Reparatur von Fehlstellen in äußeren, sichtbaren, eingebrannten Klarlackschichten.
Beispielsweise weichen Eigenfarbe und Brechungsindex von Erst- und Reparaturlackierung
dann nicht voneinander ab.
[0024] Im erfindungsgemäßen Verfahren werden Fehlstellen in einer Einbrennlackierung unter
Verwendung von Pulverlacken als Reparaturlacke repariert. Die Fehlstellen können direkt
zur Reparaturlackierung bereit sein oder sie werden zur Reparaturlackierung vorbereitet,
beispielsweise durch Schleifen, Fräsen oder Bearbeitung der Fehlstellen mit einem
Laser. Im allgemeinen werden die Fehlstellen vor Auftrag des pulverförmigen Reparaturlacks
zumindest gereinigt. Außerdem ist es zweckmäßig, die fehlerfrei beschichteten Flächenanteile
der Oberfläche vor einer Verunreinigung zu schützen, beispielsweise durch Abdecken,
Abkleben oder durch Aufbringung eines Abziehlackes um die zu reparierenden Fehlstellen.
[0025] Die zur Reparaturlackierung bereiten Fehlstellen können unabhängig davon, ob sie
sich auf horizontalen oder vertikalen Flächen befinden mit dem Pulverlacküberzugsmittel
beschichtet werden, beispielsweise mechanisch, beispielsweise durch Aufstreuen, Aufbürsten
oder Aufpinseln oder die Applikation erfolgt durch Aufspritzen mit den dafür üblichen
Applikationseinrichtungen. Das mechanische Aufbringen eignet sich insbesondere für
feinkörniges Pulverlackmaterial. Das Aufspritzen kann beispielsweise elektrostatisch
unterstützt erfolgen, z.B. mit Hilfe von Corona- oder Tribo-Sprühorganen.
[0026] Im erfindungsgemäßen Verfahren wird nach der Applikation des Pulverlacks oder nach
Applikation und Trocknung der wäßrigen Pulverlackslurry die auf die Fehlstelle aufgebrachte
Pulverlackzusammensetzung durch Bestrahlen mit NIR-Strahlung, bevorzugt mit NIR-Strahlung
hoher Intensität, aufgeschmolzen und ausgehärtet. Bei MR-Strahlung handelt es sich
um kurzwellige Infrarot-Strahlung des Wellenlängenbereichs von etwa 760 bis etwa 1500
nm, bevorzugt 760 bis 1200 nm. Erfindungsgemäß werden übliche energiereuhe NIR-Strahler
verwendet die flächig, oder linien- oder punktförmig fokussiert abstrahlen können.
Derartige NIR-Strahler sind kommerziell erhältlich (beispielsweise von der Firma Industrie
SerVis). Es handelt sich beispielsweise um Hochleistungshalogenstrahler mit einer
Strahlungsdichte von im allgemeinen mehr als 1 W/cm
2, bevorzugt mehr als 10 W/cm
2, bis beispielsweise 15 MW/m
2. Die Strahler erreichen beispielsweise eine Strahleroberflächentemperatur (Glühwendeltemperatur)
zwischen 2000 und 3000 K. Geeignete Strahler weisen beispielsweise ein Emissionsspektrum
mit einem Maximum zwischen 750 und 1200 nm auf.
[0027] Der Bestrahlungszeitraum beträgt im erfindungsgemäßen Verfahren beispielsweise 1
bis 300 Sekunden. Bei der Bestrahlung schmilzt der zur Ausbesserung der Fehlstelle
aufgebrachte Pulverlack auf und härtet zum Beispiel innerhalb von 1 bis 300 Sekunden,
bevorzugt innerhalb von 5 bis 60 Sekunden aus.
[0028] Die Bestrahlung kann in einer mit einem oder mehreren NIR-Strahlern ausgerüsteten
Bandanlage oder mit einem NIR-Strahler, der vor dem zu bestrahlenden Objekt bzw. der
zu bestrahlenden Stelle positioniert wird, durchgeführt werden.
[0029] Die erstgenannte Möglichkeit bietet sich beispielsweise an bei der Reparaturlackierung
von Einzelteilen oder von Objekten, bei denen in einem Schritt mehrere Fehlstellen
repariert werden sollen. Dabei können die Bandgeschwindigkeit und damit die Bestrahlungsdauer
variiert werden. Beispielsweise können Bandgeschwindigkeiten von 1 bis 7 m/min eingestellt
werden, was beispielsweise Bestrahlungszeiten von 2 bis 20 Sekunden entsprechen kann.
Der Abstand zwischen NIR-Strahler und Objektoberfläche kann z.B. 1 bis 60 cm, bevorzugt
4 bis 20 cm betragen.
[0030] Bei der zweiten Möglichkeit wird der NIR-Strahler vor dem zu bestrahlenden Objekt
bzw. der zu bestrahlenden Stelle positioniert. Die Bestrahlungsdauer kann z.B. 1 bis
300 Sekunden betragen, der Objektabstand z.B. 1 bis 60 cm, bevorzugt 4 bis 20 cm.
[0031] Die verschiedenen Bestrahlungsparameter, wie Bandgeschwindigkeit bzw. Bestrahlungsdauer,
Objektabstand, Strahlungsleistung des verwendeten NIR-Strahlers können vom Fachmann
entsprechend den Bedürfnissen der jeweiligen Reparaturaufgabe angepaßt werden.
[0032] Es ist auch möglich zur Aushärtung eine Kombination aus NIR-Bestrahlung und Wärmezufuhr
mittels konventionellen Wärmequellen wie Konvektionsöfen oder gewöhnlichen längerwelligen
Infrarotstrahlern einzusetzen.
[0033] Nach der Aushärtung des zur Ausbesserung von Fehlstellen aufgebrachten Pulverlacks
durch NIR-Bestrahlung kann es zweckmäßig sein, die reparierte Stelle zu glätten, beispielsweise
durch Polieren.
[0034] Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren können Fehlstellen in einschichtigen Einbrennlackierungen
repariert werden. Ebenso können mit dem erfindungsgemäßen Verfahren auch Fehlstellen
in einer innerhalb einer Mehrschichtlackierung angeordneten Einbrennlackschicht repariert
werden. Dabei können zumindest zwei Fälle unterschieden werden:
1. Applikation einer oder mehrerer unterer (substratnäherer) Lackschichten, gegebenenfalls
Trocknung oder Härtung dieser, erfindungsgemäße Applikation von Pulverreparaturlack
(oder wäßriger Pulverreparaturlackslurry), Aufschmelzen und Aushärtung der (getrockneten)
Pulverlackschicht durch NIR-Bestrahlung, gegebenfalls Überlackierung mit weiteren
Überzugsschichten. Beispielsweise im Falle einer zu reparierenden Fehlstelle innerhalb
einer Klarlackschicht einer farb- und/oder effektgebenden Basislack-Klarlack-Zweischichtlackierung
kann zunächst die farb- und/oder effektgebende Basislackschicht aus einem Basislacküberzugsmittel
auf die zur Reparaturlackierung bereite Fehlstelle der Einbrennlackierung aufgetragen,
gegebenenfalls abgelüftet und/oder eingebrannt und danach ein Pulverklarlack aufgebracht
und durch NIR-Bestrahlung aufgeschmolzen und ausgehärtet werden.
2. Erfindungsgemäße Applikation von Pulverreparaturlack (oder Pulverreparaturlackslurry),
Aufschmelzen und Aushärtung der (getrockneten) Pulverlackschicht durch NIR-Bestrahlung,
gegebenfalls Überlackierung mit weiteren Überzugsschichten. Beispielsweise im Falle
einer zu reparierenden Fehlstelle innerhalb einer Füllerschicht wird ein Pulverfüller
aufgebracht und durch NIR-Bestrahlung aufgeschmolzen und ausgehärtet, bevor beispielsweise
mit Basislack und Klarlack überlackiert wird. Beispielsweise kann das Überlackieren
mit Basislack und Klarlack im Rahmen der Erstlackierung oder im Rahmen einer Reparaturlackierung
am fertig erstlackierten Objekt stattfinden. Ein anderes Beispiel ist eine zu reparierende
Fehlstelle innerhalb einer Klarlackschicht einer farb- und/oder effektgebenden Basislack-Klarlack-Zweischichtlackierung.
Hier kann auf die zur Reparatur bereite Fehlstelle, beispielsweise eine nicht bis
auf die Basislackschicht oder noch tiefer ausgeschliffene Fehlstelle ein Pulverklarlack
aufgebracht und durch NIR-Bestrahlung aufgeschmolzen und ausgehärtet werden.
[0035] Das erfindungsgemäße Verfahren gestattet die Reparaturlackierung von Fehlstellen
in Einbrennlackierungen, insbesondere innerhalb von unter Verwendung von Pulverlacken
hergestellten Einbrennlackierungen. Die eingangs beschriebenen Nachteile des Standes
der Technik können vermieden werden. Das Verfahren ist geeignet zur Ausbesserungslackierung
serienlackierter, industriell hergestellter Gegenstände, insbesondere ist es geeignet
zur Reparatur von Fehlstellen innerhalb von im Rahmen der Automobil- oder Automobilteileserienlackierung
erzeugten Pulverlackschichten, insbesondere Pulverdeck- und Pulverklarlackschichten.
Beispiel
[0036] Auf einer Motorhaube mit einem typischen Serienlackierungsaufbau aus kathodisch abgeschiedener
Grundierung, Füller-, Basislack- und abschließender Pulverklarlackschicht befindet
sich ein Schmutzpartikel innerhalb der Pulverklarlackschicht.
[0037] Das Schmutzpartikel wird durch Schleifen beseitigt, ohne in die Basislackschicht
einzudringen. Es entsteht eine ca. 0,5 cm
2 große, zur Reparatur bereite Fehlstelle in der Pulverklarlackschicht. Der zu reparierende
Bereich wird von der fehlerfreien Oberfläche durch Abkleben mit hitzeslabiler Folie
abgegrenzt.
[0038] Auf die zur Reparatur bereite Fehlstelle wird durch elektrostatisches Spritzen der
gleiche Pulverklarlack aufgetragen, wie der zuvor zur Herstellung der Erstlackierung
eingesetzte Pulverklarlack.
[0039] Im Abstand von 100 mm von der mit Pulverklarlack beschichteten Fehlstelle wird ein
NIR-Strahler der Fa. Industrie SerVis positioniert. Es wird 8 Sekunden mit einer Leistung
von 400 kW/m
2 bestrahlt, innerhalb derer der Pulverklarlack aufschmilzt und vollständig aushärtet.
[0040] Anschließend wird die Abdeckfolie entfernt und die reparierte Stelle wird unter Verwendung
einer handelsüblichen Schleifpaste kleinflächig poliert.
1. Verfahren zur Reparatur von Fehlstellen in einer Einbrennlackierung, wobei die zur
Reparaturlackierung bereite Fehlstelle mit einem Pulverlacküberzugsmittel oder einer
wäßrigen Pulverlackslurry beschichtet wird und der aufgebrachte Pulverlack anschließend
durch Bestrahlen mit Nahinfrarot-Strahlung (NIR), die mit NIR-Strahlern erzeugt wird,
aufgeschmolzen und ausgehärtet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es zur Reparatur von Fehlstellen innerhalb eingebrannter, aus Pulverlacken ersteller
Überzugsschichten durchgeführt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß es zur Reparatur von Fehlstellen innerhalb von auf Kraftfahrzeugen und deren Teilen
aufgebrachten Einbrennlackierungen durchgeführt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß es zur Reparatur von Fehlstellen in äußeren, sichtbaren, eingebrannten Klarlackschichten
durchgeführt wird.
5. Verfahren nach einem der Anspruche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die ' Fehlstellen zur Reparaturlackierung vorbereitet werden, insbesondere durch
Schleifen, Fräsen, Bearbeitung der Fehlstellen mit einem Laser und/oder Reinigen.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Bestrahlung mit NIR-Strahlung im Wellenlängenbereich von 760 bis 1500 nm erfolgt.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß NIR-Strahler verwendet werden, die zur Anpassung an die zu reparierende Fehlstelle
flächig, oder linien- oder punktförmig fokussiert abstrahlen können.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die NIR -Bestrahlung kombiniert mit konventionellen Wärmequellen durchgeführt wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß es mit einem Pulverlack oder einer wäßrigen Pulverlackslurry durchgeführt wird, die
die gleiche Festkörperzusammensetzung aufweisen, wie der zuvor zur Herstellung der
zu reparierenden, Fehlstellen aufweisenden Einbrennlackschicht eingesetzte Lack.
1. Process for the repair of defects in a stoved enamel, wherein the defect ready for
refinishing is coated with a powder coating compound or an aqueous powder coating
slurry and the applied powder coating is then melted and cured by irradiation with
near infrared radiation (NIR), generated by NIR radiators.
2. Process according to claim 1, characterised in that it is performed to repair defects within stoved coatings produced from powder coatings.
3. Process according to claim 1 or 2, characterised in that it is performed to repair defects within stoved enamels applied to motor vehicles
and components thereof.
4. Process according to one of claims 1 to 3, characterised in that it is performed to repair defects in external, visible, stoved clear coats.
5. Process according to one of claims 1 to 4, characterised in that the defects are prepared for refinishing, in particular by grinding, milling, machining
the defects with a laser and/or cleaning.
6. Process according to one of claims 1 to 5, characterised in that irradiation takes place with NIR radiation in the wavelength range from 760 to 1500
nm.
7. Process according to one of claims 1 to 6, characterised in that NIR radiators are used which can radiate with a plane, linear or point-like focus
for adjustment to the defect to be repaired.
8. Process according to one of claims 1 to 7, characterised in that the NIR irradiation is performed in combination with conventional heat sources.
9. Process according to one of claims 1 to 8, characterised in that it is performed with a powder coating or an aqueous powder coating slurry displaying
the same solids composition as the lacquer previously used to produce the stoved enamel
coating displaying defects to be repaired.
1. Procédé de réparation des zones à défauts dans une peinture au four, dans lequel les
zones à défauts préparées pour la réparation, sont revêtues par une peinture en poudré
ou une suspension aqueuse de peinture en poudre et la peinture en poudre déposée est
ensuite mise en fusion et durcie par exposition à des rayons du proche infrarouge
(NIR), qui sont générés par des émetteurs NIR.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'il est mis en oeuvre pour la réparation de zones à défauts à l'intérieur des couches
de revêtement réalisées avec des peintures en poudre.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce qu'il est mis en oeuvre pour la réparation de zones à défauts à l'intérieur de couches
de peinture au four déposées sur des véhicules automobiles ou sur des pièces de ceux-ci.
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, caractérisé en ce qu'il est mis en oeuvre pour la réparation de zones à défauts dans des couches extérieures,
visibles, réalisées avec un vernis transparent cuit au four.
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que les zones à défauts sont préparées pour une peinture au four, en particulier par
polissage, fraisage, usinage au laser des défauts et/ou nettoyage.
6. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que l'exposition aux rayons NIR est effectuée dans le domaine des longueurs d'ondes de
760 à 1 500 nm.
7. procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que l'on utilise des émetteurs NIR qui, pour une adaptation aux zones à défauts à réparer,
peuvent émettre des rayons couvrant une surface ou focalisés sous forme de lignes
ou de points.
8. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 7, caractérisé en ce que les rayons NIR sont combinés à des sources de chaleur conventionnelles.
9. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 8, caractérisé en ce qu'il est mis en oeuvre avec une peinture en poudre ou une suspension aqueuse de peinture
en poudre, qui présentent la même composition de solides que la peinture utilisée
au préalable pour la réalisation de la couche de peinture au four contenant les zones
à défauts à réparer.