[0001] Gegenstand der Erfindung ist ein Bodenbelagelement aus Kunststeinmaterial mit einer
Grundform, die - grob gesprochen - länglich-rechteckig ist, und mit Verzahnungen am
Umfang, gekennzeichnet durch die folgenden Merkmale in Kombination:
(a) an einer ersten Längsseite des Bodenbelagelements folgen ein erster Verzahnungsabschnitt,
ein weiter nach außen führender Zwischen-Schrägabschnitt, ein zweiter Verzahnungsabschnitt,
und ein weiter nach innen führender End-Schrägabschnitt aufeinander, wobei der zweite
Verzahnungsabschnitt dem ersten Verzahnungsabschnitt, um 180° gedreht und nach außen
verschoben, entspricht;
(b) an einer zweiten Längsseite des Bodenbelagelements folgen ein dritter Verzahnungsabschnitt,
ein weiter nach außen führender Zwischen-Schrägabschnitt, ein vierter Verzahnungsabschnitt
und ein weiter nach innen führender End-Schrägabschnitt aufeinander, wobei der vierte
Verzahnungsabschnitt dem dritten Verzahnungsabschnitt um 180° gedreht und nach außen
verschoben, entspricht;
(c) an einer ersten Querseite des Bodenbelagelements befindet sich ein fünfter Verzahnungsabschnitt,
der von dem ersten zu dem dritten Verzahnungsabschnitt führt;
(d) an einer zweiten Querseite des Bodenbelagelements befindet sich ein sechster Verzahnungsabschnitt,
der von dem einen End-Schrägabschnitt zu dem anderen End-Schrägabschnitt führt;
(e) der zweite Verzahnungsabschnitt, der vierte Verzahnungsabschnitt und der sechste
Verzahnungsabschnitt sind gleich und durch Drehung um 90° oder 180° um eine virtuelle,
erste Drehachse, die von der Draufsichtsfläche des Bodenbelagelements aufragt, miteinander
zur Deckung bringbar;
(f) der erste Verzahnungsabschnitt, der dritte Verzahnungsabschnitt und der fünfte
Verzahnungsabschnitt sind gleich und durch Drehung um 90° oder 180° um eine virtuelle,
zweite Drehachse, die von der Draufsichtsfläche des Bodenbelagelements aufragt, miteinander
zur Deckung bringbar.
[0002] Bodenbelagelemente der Klasse, die man mit länglich-rechteckiger Grundform (häufig
auch: im wesentlichen doppelt so lang wie breit; diese Charakterisierung wäre jedoch
beim erfindungsgemäßen Bodenbelagelement problematisch) charakterisieren kann, sind
in großer Anzahl bekannt. Hiervon zu unterscheiden sind andere Grundformen, z.B. quadratisch,
achteckig, sechseckig. Typisch für Bodenbelagelemente mit länglich-rechteckiger Grundform
ist, daß sie sich meist (wenn die Geometrie der Verzahnungen darauf ausgerichtet ist)
in mehreren unterschiedlichen Verlegearten zu Verbänden aus gegenseitig verankerten
Bodenbelagelementen verlegen lassen. Das Ausmaß der gegenseitigen Verankerung wird
hierbei durch die Geometrie der Verzahnungen, ganz besonders auch das Ausmaß, um welches
Vorsprünge gegenüber einer "Neutralllinie" vorspringen und Rücksprünge gegenüber der
"Neutrallinie" zurückspringen, bestimmt.
[0003] Das erfindungsgemäße Bodenbelagelement zeichnet sich technisch vorteilhaft dadurch
aus, daß die Gesichtspunkte der Vielfältigkeit der möglichen Verlegemuster, der Verzahnung
zwischen nebeneinander verlegten Bodenbelagelementen und des - bei länglich-rechteckiger
Grundform unüblichen - seitlichen Verspringens der Verlegefuge beim Fortschreiten
jeweils um im wesentlichen eine halbe Bodenbelagelementlänge zu einer optimalen Gesamtkonzeption
verschmolzen sind. Als Ergebnis ergeben sich mit dem erfindungsgemäßen Bodenbelagelement
erstellte Bodenbelagverbände, die sich durch hohes Lastaufnahmevermögen (oder anders
ausgedrückt: durch hohe Sicherheit gegen ungewollte Bodenbelagelelmentverlagerung
unter der Wirkung von Lasten) und durch einfache, bequeme Verlegbarkeit auszeichnen.
Auch das lebendige, ansprechende Aussehen des Verbands ist ein positiver Gesichtspunkt.
[0004] Da sich bei dem erfindungsgemäßen Bodenbelagelement der zweite Verzahnungsabschnitt
"weiter außen" (d.h. in Querrichtung des Bodenbelagelements weiter nach außen verlagert)
als der erste Verzahnungsabschnitt befindet, und da das Gleiche für die Relation zwischen
dem vierten Verzahnungsabschnitt und dem dritten Verzahnungsabschnitt gilt, entsteht
das weiter vorn schon angesprochene seitliche "Verspringen" der Verlegefuge, jeweils
wenn man sich um eine etwa halbe Bodenbelagelementlänge längs der Verlegefuge bewegt.
Dieses seitliche "Verspringen" steigert die Verbundwirkung der Bodenbelagelemente
im Verband bzw. das Lastaufnahmevermögen des Verbands sehr erheblich.
[0005] In den Ansprüchen und in der Beschreibung der vorliegenden Patentschrift werden an
vielen Stellen Aussagen über geometrische Verhältnisse gemacht, z.B. "Vorsprung",
"Rücksprung", "Verzahnung gebildet aus Linienzug aus winklig aneinander anschließenden,
geradlinigen Abschnitten". Alle derartigen Aussagen beziehen sich auf eine Betrachtung
des Bodenbelagelements in der Draufsicht, d.h. Blick von oben auf die Nutzseite bzw.
Oberseite des Bodenbelagelements, als wenn dieses auf einer Unterlage verlegt wäre,
sofern nicht ausdrücklich an der betreffenden Stelle etwas anderes ausgesagt ist.
Vorzugsweise handelt es sich bei dem erfindungsgemäßen Bodenbelagelement um ein Bodenbelagelement,
das für die Erstellung von Bodenbelägen "im Außenbereich" bzw. für die Belegung von
Flächen im Freien vorgesehen ist. Als ganz besonders bevorzugtes Einsatzgebiet des
erfindungsgemäßen Bodenbelagelements werden Verkehrsflächen, insbesondere solche im
Freien, genannt, wie z.B. Flächen für Kraftfahrzeugverkehr, Flächen für Fahrradverkehr,
Flächen für Fußgängerverkehr. Besonders typisch und bevorzugt sind Plätze, Höfe, Einfahrten,
Wege, Straßen, Fußgängerzonen, Ladezonen, Terrassen, Parkbereiche für Fahrzeuge, Tankstellen,
gewerbliche befahrene Flächen, industrielle befahrene Flächen, Werkshöfe, Containerplätze.
[0006] Das genannte "Kunststeinmaterial" ist in den meisten Fällen Beton. Als weitere bevorzugte
Möglichkeit seien ziegelsteinartige Materialien genannt. Es kommen generell auch alle
Materialien in Betracht, bei denen Zuschlag- oder Füllstoffe in zeitabhängig aushärtenden
Bindemitteln (z.B. auch Kunststoff) eingelagert sind, insbesondere Polymerbeton.
[0007] Im einleitenden Absatz ist von virtuellen Drehachsen gesprochen worden; diese ragen
vorzugsweise rechtwinklig von der Nutzseite des Bodenbelagelements auf. Bei der Aussage
"Drehung um 90° oder 180°" sind sowohl Drehungen im Uhrzeigersinn als auch Drehungen
gegen den Uhrzeigersinn erforderlich, wie weiter unten im Zusammenhang mit den Ausführungsbeispielen
noch deutlicher werden wird.
[0008] Vorzugsweise weisen alle genannten Verzahnungsabschnitte jeweils mindestens einen
Vorsprung und einen Rücksprung gegenüber einer geraden Verbindungslinie ihrer Endpunkte
auf. Ganz besonders bevorzugt ist es, wenn jeweils nur ein Vorsprung und nur ein Rücksprung,
also nicht mehrere Vorsprünge und nicht mehrere Rücksprunge, vorgesehen sind. Dies
erbringt einen optimalen Kompromiß zwischen guter Verankerungswirkung der Verzahnung
und Vermeidung der Aufteilung der Verankerungswirkung auf zahlreiche Vorsprünge und
Rücksprünge, die dann zwangsläufig jeder für sich recht klein sind, was die Verankerrungswirkung
verringert. Es ist aber auch möglich, pro Verzahnungsabschnitt nur einen Vorsprung
bzw. nur einen Rücksprung vorzusehen.
[0009] Bei dem erfindungsgemäßen Bodenbelagelement kann man vorsehen, daß der erste, der
dritte und der fünfte Verzahnungsabschnitt jeweils durchgehend außerhalb einer geraden
Verbindungslinie seiner Endpunkte verläuft und daß der zweite, der vierte und der
sechste Verzahnungsabschnitt jeweils durchgehend innerhalb einer geraden Verbindungslinie
seiner Endpunkte verläuft. Man kann auch "umgekehrt" vorsehen, daß der erste, der
dritte und der fünfte Verzahnungsabschnitt jeweils durchgehend innerhalb einer geraden
Verbindungslinie seiner Endpunkte verläuft und daß der zweite, der vierte und der
sechse Verzahnungsabschnitt jeweils durchgehend ausßerhalb einer geraden Verbindungslinie
seiner Endpunkte verläuft. Die Ausdrucksweise "jeweils durchgehend außerhalb der betreffenden
Grundlinie verläuft" bedeutet nicht zwingend, daß es sich nur um einen Vorsprung handelt;
vielmehre könnte selbst diese Verzahnung einen Vorsprung und einen Rücksprung gegenüber
einer "Neutrallinie" besitzen oder sogar mehrere. Analog bedeutet die Aussage "jeweils
durchgehend innerhalb der betreffenden Grundlinie verläuft" nicht zwingend, daß es
sich um einen einzigen Rücksprung handelt; vielmehr könnte auch in diesem Fall die
Verzahnung einen Vorsprung und einen Rücksprung gegenüber einer "Neutrallinie" aufweisen,
oder sogar mehrere.
[0010] Vorzugsweise sind die Zwischen-Schrägabschnitte und die End-Schrägabschnitte von
Verzahnung unbesetzt. Vorzugsweise verlaufen die Zwischen-Schrägabschnitte und die
End-Schrägabschnitte jeweils unter einem Winkel von 45° relativ zu der Mittellängsachse
des Bodenbelagelements (sei es daß diese Schrägabschnitte von Verzahnung unbesetzt
sind, sei es daß diese Schrägabschnitte mit Verzahnung bersetzt sind, wobei in diesem
Fall die Winkelangabe die Angabe einer generellen Verlaufsrichtung ist).
[0011] Vorzugsweise ist die gerade Verbindungslinie der Endpunkte bei den genannten Verzahnungsabschnitten
jeweils länger als die gerade Verbindungslinie der Endpunkte bei den Zwischen-Schrägabschnitten
und den End-Schrägabschnitten. Vorzugsweise ist die gerade Verbindungslinie der Endpunkte
bei den genannten Verzahnungsabschnitten jeweils mindestens 1,5 mal so lang, stärker
vorzugsweise mindestens 2,0 mal so lang, höchst vorzugsweise mindestens 2,5 mal so
lang, wie die gerade Verbindungslinie der Endpunkte bei den Zwischen-Schrägabschnitten
und den End-Schrägabschniten. Diese Ausführungen stellen für die Verzahnungsabschnitte
reichlich Verzahnungslänge zur Verfügung, während die - vorzugsweise nicht mit Verzahnung
besetzten - Schrägabschnitte vergleichsweise kurz gehalten sind. Außerdem erhält man
hierdurch eine Ausführung, bei welcher der Breitenunterschied zwischen dem von dem
ersten, dritten und fünften Verzahnungsabschnitt begrenzten Teil des Bodenbelagelements
und dem von dem zweiten, vierten und sechsten Verzahnungsabschnitt begrenzten, anderen
Teil des Bodenbelagelements nicht übermäßig groß ist. Dies führt zu einem optimalen
Kompromiß zwischen gutem Lastaufnahmevermögen wegen des seitlichen "Verspringens"
der Verlegefugen und Vermeidung übermäßig kleiner Teile des Bodenbelagelements, die
für sich einem Hineindrücken in den belegten Untergrund möglicherweise zu wenig Widerstand
entgegensetzen würden.
[0012] Nach einer besonders bevorzugten Weiterbildung der Erfindung sind weder der erste
und der dritte Verzahnungsabschnitt noch der zweite und der vierte Verzahnungsabschnitt
spiegelbildlich zueinander. Mit dieser Weiterbildung läßt sich eine unerwünscht große
Querschnittsschwächung des Bodenbelagelements und damit eine unerwünschte Erhöhung
der Bruchgefahr des betreffenden Bodenbelagelements vermeiden. Zu der genannten Nicht-Existenz
von spiegelbildlichen Paaren von Verzahnungsabschnitten kommt es, wenn der betreffende
Verzahnungsabschnitt, für sich betrachtet, in sich nicht spiegelsymmetrisch zu einer
Symmetrieachse, welche rechtwinklig zu der geraden Verbindungslinie der betreffenden
Endpunkte verläuft und diese Verbindungslinie halbiert, ist.
[0013] Vorzugsweise sind weder der erste und der dritte Verzahnungsabschnitt durch Parallelverschiebung
zur Deckung bringbar, noch der zweite und der vierte Verzahnungsabschnitt durch Parallelverschiebung
zur Deckung bringbar. Bei den bisher bekannten Bodenbelagelementen mit länglichrecheckiger
Grundform sieht man entweder Spiegelbildlichkeit gegenüberliegender Paar von Verzahnungen
oder, seltener, gegenüberliegende Paare, die durch Parallelverschiebung zur Deckung
bringbar sind. Die letztgenannte Ausführung entsteht, wenn die betreffende Verzahnung,
für sich betrachtet, punktsymmetrisch zum Halbierungspunkt der betreffenden geraden
Verbindungslinie der Endpunkte der Verzahnung ist. Demgegenüber geht die genannte,
erfindungsgemäße Weiterbildung den konträren Weg, die Geometrie "Paare von Verzahnungsabschnitten
sind durch Parallelverschiebung zur Deckung bringbar" zu vermeiden. Überraschenderweise
schafft man dennoch ein Bodenbelagelement, das - mit nur einer Ausnahme - an die Maximalanzahl
der Verlegemöglichkeiten herankommt.
[0014] Vorzugsweise sind die genannten Verzahnungsabschnitte jeweils ein Linienzug von winklig
aneinander anschließenden, geradlinigen Stücken, besonders bevorzugt von mindestens
drei dieser Stücke, ganz besonders bevorzugt von genau drei oder genau vier dieser
Stücke. Insbesondere die beiden letztgenannten Ausführungen führen zu Verzahnungsabschnitten,
die einerseits gute Verzahnungswirkung mit sich bringen, aber andererseits keine Aufteilung
auf zu viele Verankerung stellen. Höchst bevorzugt ist eine Ausführung, bei der der
jeweilige Verzahnungsabschnitt mit einem kurzen, ersten Stück beginnt, dann ein längeres
zweites Stück und ein längeres drittes Stück folgen, und dann ein viertes Stück den
Abschluß bildet. Aus den geometrischen Verhältnissen, die im einleitenden Absatz angesprochen
worden sind, resultiert, daß in diesem Fall das erste und das vierte Stück gleich
lang sind und das zweite und das dritte Stück gleich lang sind. Außerdem ist bebvorzugt,
wenn der durch den zweiten, vierten und sechsten Verzahnungsabschnitt jeweils gebildete
Vorsprung gegenüber der geraden Verbindungslinie der Endpunkte des entsprechenden
Verzahnungsabschnitt flächenkleiner als der jeweilige, durch die genannten Verzahnungsabschnitte
gegenüber der genannten Verbindungslinie gebildete Rücksprung ist; beim ersten, dritten
und fünften Verzahnungsabschnitt jeweils umgekehrt, d.h. jeweils flächengrößerer Vorsprung
und flächenkleinerer Rücksprung.
[0015] Nach einer ebenfalls bevorzugten Alternative sind die genannten Verzahnungsabschnitte
jeweils ein gekrümmter Linienzug. Die Krümmung des Linienzugs kann sich in dessen
Verlauf allmählich oder sprunghaft ändern. Bevorzugt sind ferner Übergänge von Krümmung
im Uhrzeigersinn zu Krümmung gegen den Uhrzeigersinn und umgekehrt. Nach einer weiteren,
bevorzugten Alternative sind die genannten Verzahnungsabschnitte jeweils ein Linienzug
mit mindestens einem geradlinigen Stück und mit mindestens einem gekrümmten Stück.
[0016] Es ist bevorzugt, wenn jeder Verzahnungsabschnitt genau einen Wendepunkt seines Verlaufs
hat. Ein Wendepunkt ist gegeben, wenn man beim Fortschreiten längs des Verzahnungsabschnitts
an einer Stelle von "Richtungsänderung im Uhrzeigersinn" zu "Richtungsänderung entgegen
dem Uhrzeigersinn" wechselt und umgekehrt.
[0017] Vorzugsweise ist das Bodenbelagelement am Umfang mit Abstandshalte-Vorsprüngen versehen,
wobei die Abstandshalte-Vorsprünge bei der Betrachtung der in der gesamten bisherigen
Beschreibung (und in den Ansprüchen 1 bis 14) angesprochenen, geometrischen Verhältnisse
unberücksichtigt bleiben. Der letztgenannte Halbsatz bedeutet allerdings nicht, daß
es nicht auch Ausführungen gäbe, bei denen selbst bei Berücksichtigung der Abstandshalte-Vorsprünge
die angesprochenen, geometrischen Verhältnisse nach wie vor gegeben wären. Die Abstandshalte-Vorsprünge
können insbesondere eine Größe zur Festlegung von schmalen Fugen mit einer Breite
von höchstens 5 mm zwischen benachbart verlegten Bodenbelagelementen haben, wodurch
sich die Verlegung der Bodenbelagelemente vereinfacht. Diese "schmalen" Fugen, die
in den meisten Fällen 3 bis 5 mm breit sind, sind diejenigen Fugen, die normalerweise
als Verlegefuge zwischen den Bodenbelagelementen im Bodenbelag vorhanden sind und
normalerweise nach dem Verlegen der Bodenbelagelemente mit Sand aufgefüllt werden.
Wenn die Bodenbelagelemente diese "kleinen" Abstandshalte-Vorsprünge aufweisen, kann
der Verleger beim Verlegen einfacher durch das Anstoßen der Abstandshalte-Vorsprünge
arbeiten. Andererseits können die Abstandshalte-Vorsprünge insbesondere eine Größe
zur Festleegung von breiten Fugen mit einer Breite von mindestens 8 mm zwischen benachbart
verlegten Bodenbelagelementen haben, wodurch leistungsfähige Wasserdurchtrittsfugen
gebildet sind. Wenn diese "größeren" Abstandshalte-Vorsprünge vorgesehen sind, ergeben
sich relativ breite Fugen zwischen benachbart verlegten Bodenbelagelementen. Diese
Fugen werden normalerweise ebenfalls mit Sand oder Splitt aufgefüllt, durch diese
"breiten" Fugen kann Niederschlagswasser wesentlich effektiver als bei den "schmalen
Fugen in Normalbreite" zwischen den Bodenbelagelementen in den Untergrund abfließen,
so daß die belegte Fläche nicht mehr an eine Entwässerungskanalisation angeschlossen
werden muß und ein Betrag zur erwünschten Anreicherung des Grundwassers geleistet
wird. Sowohl bei den "kleineren" Abstandshalte-Vorsprüngen als auch bei den "größeren"
Abstandshalte-Vorsprüngen kann man entweder so ausbilden, daß die Vorsprünge eines
betrachteten Bodenbelagelements mit Stellen der benachbarten Bodenbelagelemente in
Berührung kommen, die dort nicht mit einem Vorsprung versehen sind, oder man kann
so ausbilden, daß die Vorsprünge an Stellen mit den benachbart verlegten Bodenbelagelementen
in Berührung kommen, wo letztere ebenfalls einen Vorsprung haben; in diesem Fall stoßen
also die Vorsprünge jeweils paarweise gegeneinander. Es versteht sich, daß in diesem
Fall die Vorsprünge ein "Vorragemaß" gegenüber der sonstigen Bodenbelagelementkontur
haben, das in etwa der halben gewünschten Fugenbreite entspricht; im zuerst geschilderten
Fall muß das "Vorragemaß" der Vorsprünge in etwa der gewünschten Fugenbreite entsprechen.
[0018] Vorzugsweise ist das Bodenbelagelement am Umfang mit Ausnehmungen zur Schaffung leistungsfähiger
Wasserdurchtrittsöffnungen versehen, wobei die Ausnehmungen bei der Betrachtung der
in der bisherigen Beschreibung (und in den Ansprüchen 1 bis 14) angesprochenen geometrischen
Verhältnisse unberücksichtigt bleiben. Der letzte Halbsatz bedeutet allerdings nicht,
daß es nicht Ausführungen gäbe, bei denen selbst bei Berücksichtigung der Ausnehmungen
die angesprochenen geometrischen Verhältnisse gegeben wären. Für diese leistungsfähigen
Wasserdurchtrittsöffnungen und die dadurch erreichte Wasserableitungsfähigkeit des
Bodenbelags gilt analog das, was zuvor im Zusammenhang mit den Wasserdurchtrittsfugen
ausgeführt worden ist.
[0019] Das erfindungsgemäße Bodenbelagselement kann an seiner Oberseite eine Scheinfuge
aufweisen, deren Verlauf dem fünften Verzahnungsabschnitt nach Drehung um 180° um
die virtuelle, zweite Drehachse entspricht und die von einem Endpunkt des ersten Verzahnungsabschnitts
zu einem Endpunkt des dritten Verzahnungsabschitts führt.
[0020] Es wird betont, daß der Begriff "Verzahnung" lediglich die Funktion des formschlüssigen
Ineinandergreifens bzw. der gegenseitigen Verankerung im verlegten Zustand zwischen
zwei benachbarten Bodenbelagelementen zum Ausdruck bringen soll. Es soll insbesondere
nicht irgendetwas in Richtung Scharfkantigkeit, Eckigkeit oder winkliger Verlauf von
Stücken der Verzahnung zum Ausdruck gebracht werden; auch ein gerundeter Verlauf z.B.
gemäß einer Sinuslinie ist selbstverständlich eine Verzahnung im Sinne der Erfindung.
[0021] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von zeichnerisch dargestellten Ausführungsbeispielen
noch näher erläutert. Es zeigt:
- Fig. 1
- eine Draufsicht auf ein Bodenbelagelement;
- Fig. 2
- eine Draufsicht auf ein abgewandeltes Bodenbelagelement;
- Fig. 3
- einen Ausschnitt aus einem Bodenbelag, bei dem mehrere Bodenbelagelemente von Fig.
1 verlegt sind;
- Fig. 4
- einen Ausschnitt aus einem anderen Bodenbelag, bei dem mehrere Bodenbelagelemente
von Fig. 1 verlegt sind.
[0022] Das in Fig. 1 dargestellte Bodenbelagelement 2 hat - grob gesprochen - eine länglich-rechteckige
Grundform und eine Längsmittelachse 4. Der Umriß des Bodenbelagelements 2 besteht
aus insgesamt sechs Verzahnungsabschnitten 6.1, 6.2, 6.3, 6.4, 6.5, 6.6, zwei Zwischen-Schrägabschnitten
8.1 und 8.2, und zwei End-Schrägabschnitten 10.1 und 10.2. Wenn man an der linken
unteren Ecke 12 des Bodenbelagelements 2 beginnt und nach oben in Fig. 1 fortschreitet,
ist zunächst ein erster Verzahnungsabschnitt 6.1 vorhanden. Daran schließt sich ein
nach schräg links oben verlaufender Zwischen-Schrägabschnitt 8.1 an, der unter einem
Winkel von 45° zur Längsmittelachse 4 verläuft. Wenn man den ersten Verzahnungsabschnitt
6.1 um eine virtuelle Drehachse, die senkrecht von der Zeichnungsebene aufragt und
sich z. B. am in Fig. 1 oberen Endpunkt des ersten Verzahnungsabschnitts 6.1 befindet,
um 180° dreht und dann nach links-außen und ein Stück nach oben in Fig. 1 verschiebt,
erhält man einen zweiten Verzahnungsabschnitt 6.2, der sich an das in Fig. 1 obere
Ende des Zwischen-Schrägabschnitts 8.1 anschließt. Wenn man den ersten Verzahnungsabschnitt
6.1 um eine virtuelle Drehachse, die sich z. B. am in Fig. 1 unteren Endpunkt 12 des
ersten Verzahnungsabschnitts 6.1 befindet, um 90° im Uhrzeigersinn dreht, erhält man
einen fünften Verzahnungsabschnitt 6.5, der das Bodenbelagelement 2 unten in Fig.
1 abschließt. Wenn man den fünften Verzahnungsabschnitt 6.5 um eine virtuelle Drehachse,
die senkrecht von der Zeichnungsebene aufragt und sich z. B. am in Fig. 1 rechten
Endpunkt des fünften Verzahnungsabschnitts 6.5 befindet, um 90° im Uhrzeigersinn dreht,
erhält man einen dritten Verzahnungsabschnitt 6.3. Für die beiden zuletzt genannten
Drehungen kann man sich auch eine virtuelle Drehachse 14 in der Mitte des in Fig.
1 unteren Teils des Bodenbelagelements 2 vorstellen.
[0023] In Fig. 1 oben an den zweiten Verzahnungsabschnitt 6.2 schließt sich ein End-Schrägabschnitt
10.1 an, der in Fig. 1 schräg nach rechts-oben führt und unter einem Winkel von 45°
relativ zu der Längsmittelachse 4 verläuft. In der Mitte des in Fig. 1 oberen Teils
des Bodenbelagelements 2 ist eine virtuelle Drehachse, die rechtwinklig von der Zeichnungsebene
aufragt, eingezeichnet. Eine Drehung des zweiten Verzahnungsabschnitts um 90° im Uhrzeigersinn
um die Drehachse 16 ergibt einen sechsten Verzahnungsabschnitt 6.6, der das Bodenbelagelement
oben in Fig. 1 abschließt. Eine Drehung des sechsten Verzahnungsabschnitts 6.6 um
90° im Uhrzeigersinn um die Drehachse 16 oder eine Drehung des zweiten Verzahnungsabschnitts
6.2 um 180° um die Drehachse 16 ergibt einen vierten Verzahnungsabschnitt 6.4. Zwischen
dem dritten Verzahnungsabschnitt 6.3 und dem vierten Verzahnungsabschnitt 6.4 befindet
sich ein Zwischen-Schrägabschnitt 8.2, der in Fig. 1 von links unten nach rechts oben
unter einem Winkel von 45° zu der Längsmittelachse 4 verläuft. Zwischen dem vierten
Verzahnungsabschnitt und dem sechsten Verzahnungsabschnitt befindet sich ein End-Schrägabschnitt
10.2 der in Fig. 1 von rechts unten nach links oben unter einem Winkel von 45° zu
der Längsmittelachse 4 verläuft.
[0024] Bei allen sechs Verzahnungsabschnitten 6.1 bis 6.6 ist jeweils eine gerade Verbindungslinie
18 zwischen den betreffenden zwei Endpunkten in unterbrochenen Linien eingezeichnet.
[0025] Man sieht, daß der erste Verzahnungsabschnitt 6.1, der dritte Verzahnungsabschnitt
6.3 und der fünfte Verzahnungsabschnitt 6.5 gleich sind und durch Drehung um 90° oder
um 180° um die Drehachse 14 miteinander zur Deckung bringbar sind. Man sieht ferner,
daß der zweite Verzahnungsabschnitt 6.2, der vierte Verzahnungsabschnitt 6.4 und der
sechste Verzahnungsabschnitt 6.6 durch Drehung um 90° oder um 180° um die Drehachse
16 miteinander zur Deckung bringbar sind.
[0026] Wenn man den ersten Verzahnungsabschnitt 6.1 herausgreift, besteht dieser aus einem
Linienzug von winklig aneinander anschließenden, geradelinigen Stücken, nämlich -
im Uhrzeigersinn fortschreitend - einem ersten, kurzen Stück 20.1, einem zweiten,
wesentlich längeren Stück 20.2, einem dritten, langen Stück 20.3 und einem vierten,
kurzen Stück 20.4. Das erste Stück 20.1 und das vierte Stück 20.4 sind gleich lang,
und das zweite Stück 20.2 und das dritte Stück 20.3 sind gleich lang. Alle vier Stücke
20.1 bis 20.4 verlaufen unter unterschiedlich großen Winkeln relativ zu der Längsmittelachse
4, wobei das vierte Stück 20.4 den geringsten Winkel hat, das zweite Stück 20.2 den
nächstgrößeren Winkel hat, das dritte Stück 20.3 den nächstgrößeren Winkel hat, und
das erste Stück 20.1 den größten Winkel hat.
[0027] Es ist leicht vorstellbar, daß der Linienzug aus den vier Stücken 20.1 bis 20.4 alternativ
ersetzt sein könnte durch einen durchgehend gekrümmten Linienzug, der den Verlauf
des Linienzugs aus den vier Stücken 20.1 bis 20.4 nachbildet und der eine sich in
seinem Verlauf ändernde Krümmung hat. Ferner alternativ ist leicht vorstellbar, daß
man nur die "Knickstellen" des gezeichneten Linienzugs aus den Stücken 20.1 bis 20.4
abrundet und zwischen den Abrundungen geradlinige Teile stehen läßt. Dann hat man
einen Linienzug aus mehreren geradlinigen Stücken und mehreren gekrümmten Stücken
vor sich.
[0028] Aus der vorangehenden Beschreibung ergibt sich auch, daß der gezeichnete Linienzug
nur einen Wendepunkt hat, nämlich auf dem dritten Stück 20.3.
[0029] Man sieht, daß durch die Stücke 20.1 bis 20.4 ein Vorsprung 22 gegenüber der zugehörigen
geraden Verbindungslinie 18 und ein Rücksprung 24 gegenüber der geraden Verbindungslinie
18 gebildet worden sind. Der Rücksprung 24 hat eine recht kleine Fläche. Der Vorsprung
22 hat eine sehr erheblich größere Fläche.
[0030] Der dritte Verzahnungsabschnitt 6.3 und der fünfte Verzahnungsabschnitt 6.5 sind
ganz analog jeweils aus vier Stücken aufgebaut, wenn man sich wiederum im Uhrzeigersinn
entlang der Verzahnungsabschnitte 6.3 und 6.5 bewegt. Überall gibt es einen flächenkleineren
Rücksprung 24 und einen deutlichen flächengrößeren Vorsprung 22. Wie schon beschrieben,
ist der zweite Verzahnungsabschnitt 6.2 durch 180°-Drehung des ersten Verzahnungsabschnitts
6.1 und anschließende Parallelverschiebung nach links-oben entstanden, ebenso der
vierte Verzahnungsabschnitt 6.4 aus dem dritten Verzahnungsabschnitt 6.3 nach Drehung
um 180° und Parallelverschiebung nach rechts-oben. Infolgedessen hat man jeweils ebenfalls
vier Stücke 26.1 bis 26.4, aber jetzt ist durch jeden Verzahnungsabschnitt 6.2, 6.4,
6.6 ein flächenkleiner Vorsprung 28 und ein deutlich flächengrößerer Rücksprung 30
gebildet.
[0031] Man sieht ferner, daß der erste Verzahnungsabschnitt 6.1, der dritte Verzahnungsabschnitt
6.3 und der fünfte Verzahnungsabschnitt 6.5 alle komplementär zu dem zweiten Verzahnungsabschnitt
6.2, dem vierten Verzahnungsabschnitt 6.4 und dem sechsten Verzahnungsabschnitt 6.6
sind. Daraus resultiert, daß ein weiteres Bodenbelagelement 2 mit jedem beliebigen
Verzahnungsabschnitt 6.1 oder 6.3 oder 6.5 an jedem beliebigen der Verzahnungsabschnitte
6.2 oder 6.4 oder 6.6 - ggf. nach entsprechender Drehung - angelegt werden kann. Diese
Verhältnisse werden anhand der Figuren 3 und 4 noch deutlicher werden.
[0032] Das in Fig. 2 gezeichnete, abgewandelte Bodenbelagelement 2 hat die gleichen geometrischen
Verhältnisse wie das in Fig. 1 gezeichnete. Allerdings weist das Bodenbelagelement
2 von Fig. 2 zusätzlich eine Scheinfuge 32 am Übergang von dem in Fig. 2 oberen Bodenbelagelement-Teil
und dem in Fig. 2 unteren Bodenbelagelement-Teil. Der Verlauf der Scheinfuge 32 ist
ein Linienzug aus winklig aneinander anschließenden, geraden Stücken, und der Verlauf
der Scheinfuge 32 entsteht, wenn man den ersten Verzahnungsabschnitt 6.1 um 90° im
Uhrzeigersinn oder den zweiten Verzahnungsabschnitt 6.2 um 90° gegen den Uhrzeigersinn
oder den dritten Verzahnungsabschnitt 6.3 um 180° um die Drehachse 14 dreht. Gleichwertig
kann man auch den zweiten Verzahnungsabschnitt um 90° im Uhrzeigersinn oder den vierten
Verzahnungsabschnitt um 90° gegen den Uhrzeigersinn oder den sechsten Verzahnungsabschnitt
6.6 um 180° um die Drehachse 16 drehen. Die Scheinfuge 32 ist eine Nut in der Draufsichtsfläche
des Bodenbelagelements, die bis zu einer relativ geringen Tiefe von oben her in das
Bodenbelagelement 2 hineingeht.
[0033] In Fig. 2 ist ferner die Möglichkeit eingezeichnet, Ausnehmungen 34 am Umfang des
Bodenbelagelements 2 vorzusehen, im gezeichneten Beispiel rechteckige Ausnehmungen
34. Die Ausnehmungen 34 befinden sich bei jedem der Verzahnungsabschnitte 6.1 bis
6.6 rechts von der Mitte. Wenn mehrere Bodenbelagelemente 2 nebeneinander verlegt
sind, sind jeweils eine Ausnehmung 34 eines ersten Bodenbelagelements und eine Ausnehmung
34 eines zweiten Bodenbelagelements einander zugewandt und bilden gemeinsam eine leistungsfähige
Wasserdurchtrittsöffnung.
[0034] Außerdem ist die Möglichkeit von kleinen, in Draufsicht halbkreisförmigen Abstandshalte-Vorsprüngen
36 eingezeichnet, und zwar bei den längeren Stücken 20.2 und 20.3 rechts von der Mitte
(analog bei den längeren Stücken aller Verzahnungsabschnitte 6.1 bis 6.6) und bei
den Zwischen-Schrägabschnitten 8.1 und 8.2 und bei den End-Schrägabschnitten 10.1
und 10.2 jeweils rechts von der Mitte. Auf diese Art kommt es im fertigen Verband
zu zwei Kontaktstellen durch Abstandshalte-Vorsprünge 36 pro "langem Stück" jedes
Verzahnungsabschnitts und pro Schrägabschnitt.
[0035] Schließlich ist an der in Fig. 2 linken Längsseite des Bodenbelagelements, etwa in
der Mitte, die Möglichkeit eingezeichnet, daß man statt der "kleinen" Abstandshaltevorsprünge
36 größere Abstandshaltevorsprünge 38, rechteckig in der Draufsicht, vorsehen kann,
z. B. jeweils in der Mitte des langen Stücks des Verzahnungsabschnitts und/oder des
betreffenden Schrägabschnitts. In diesem Fall kommen die "großen" Abstandshalte-Vorsprünge
38 paarweise zur gegenseitigen Anlage. Die Abstandshalte-Vorsprünge 38 haben - gemessen
rechtwinklig zur dortigen Kontur des Bodenbelagelements 2 - eine Dimension, daß zwischen
benachbart verlegten Bodenbelagelementen 2 leistungsfähige Wasserdurchtrittsfugen
gebildet werden.
[0036] Es wird betont, daß die Scheinfuge 32 und die Ausnehmungen 34 und die Abstandshalte-Vorsprünge
36 bzw. 38 nicht zwingend gemeinsam vorhanden sein müssen (wie in Fig. 2 gezeichnet),
sondern daß man durchaus wahlweise nur eine Scheinfuge 32 oder nur Ausnehmungen 34
oder nur Abstandshalte-Vorsprünge 36 bzw. 38, oder auch Kombinationen von jeweils
zwei dieser Merkmale, verwirklichen kann.
[0037] Fig. 3 zeigt ein erstes Beispiel, wie man die Bodenbelagelemente von Fig. 1 verlegen
kann. Gezeichnet ist der sogenannte Läuferverband. Alle Bodenbelagelemente 2 haben
den sechsten Verzahnungsabschnitt oben in Fig. 3 (also wie auch in Fig. 1 gezeichnet)
und sind mit ihren Längsmittelachsen 4 entweder fluchtend oder parallel zueinander
orientiert. Wenn man in Fig. 3 die am weitesten links befindliche, in Fig. 3 von oben
nach unten führende Verlegereihe betrachtet, dann schließt immer ein dritter Verzahnungsabschnitt
6.3 an einen sechsten Verzahnungsabschnitt 6.6 an. Wenn man hingegen die in Fig. 3
mittlere Verlegereihe, die von oben nach unten führt, betrachtet, dann sind die Bodenbelagelemente
2 dieser Verlegereihe um etwa eine halbe Bodenbelagelementlänge in Längsrichtung gegenüber
den Bodenbelagelementen 2 der zuvor betrachteten Verlegereihe versetzt. Ebenso ist
das Verhältnis zwischen der mittleren Verlegereihe und der in Fig. 3 ganz rechten,
von oben nach unten führenden, dritten Verlegereihe.
[0038] Wenn man z. B. in Fig. 3 die Bodenbelagelemente der mittleren Verlegereihe um 180°
dreht (so daß nun bei jedem Bodenbelagelement der dritte Verzahnungsabschnitt 6.3
nach oben in Fig. 3 weist), dann sieht man sofort, daß zwischen der ganz linken, ersten
Verlegereihe und der mittleren Verlegereihe kein Längsversatz um etwa eine halbe Bodenbelagelementlänge
vorhanden ist, um die Bodenbelagelemente 2 der mittleren Verlegereihe verzahnend anlegen
zu können. Dies ist ein zweites, mögliches Verlegemuster.
[0039] In Fig. 4 ist ein drittes mögliches Verlegemuster gezeichnet, nämlich der sogenannte
Fischgrätverband. Beim Fischgrätverband liegt in der schrägen Fischgrätreihe 40 jeweils
an einem dritten Verzahnungsabschnitt eines Bodenbelagelements 2 ein zweiter Verzahnungsabschnitt
eines benachbarten Bodenbelagelements 2 an. Zwischen den Bodenbelagelementen 2 in
dieser schrägen Fischgrätreihe 40 besteht jeweils ein Längsversatz um etwa eine halbe
Bodenbelagelementlänge; die Längsmittelachsen 4 der Bodenbelagelemente 2 sind parallel
zueinander ausgerichtet; die Bodenbelagelemente sind nicht um 180° gegeneinander verdreht.
In der nächsten, benachbarten, schrägen Fischgrätreihe 42 sind alle Bodenbelagelemente
um 90° gegenüber der Längsrichtung in der ersten betrachteten Fischgrätreihe 40 gedreht.
An den vierten Verzahnungsabschnitt jedes Bodenbelagelements ist ein erster Verzahnungsabschnitt
eines benachbarten Bodenbelagelements 2 angelegt. Die fünften Verzahnungsabschnitte
der Bodenbelagelemente 2 der zweiten Fischgrätreihe 42 liegen jeweils an einem vierten
Verzahnungsabschnitt der Bodenbelagelemente 2 der ersten Fischgrätreihe 40 an.
[0040] Außerdem sind in Fig. 4 sogenannte Rand-Bodenbelagelemente 44a, 44b, 44c und 44d
eingezeichnet. Die Rand-Bodenbelagelemente 44a und 44b haben im wesentlichen die halbe
Größe eines Bodenbelagelements 2; die Rand-Bodenbelagelemente 44c und 44d haben jeweils
im wesentlichen die Größe eines ganzen Bodenbelagelements 2. Alle Rand-Bodenbelagelemente
44a bis 44d haben eine geradlinige Begrenzungsseite.
[0041] In allen Zeichnungsfiguren sind die Bodenbelagelemente 2 so gezeichnet, daß ihre
Umrißflächen rechtwinklig zur Zeichnungsebene verlaufen. Es wird darauf hingewiesen,
daß dies nicht zwingend der Fall sein muß, z. B. könnte unterhalb der Nutzseite, auf
die man in den Zeichnungsfiguren blickt, eine Art Stufe nach außen oder nach innen
vorhanden sein. Während man die Aussparungen 34 normalerweise von ganz oben bis ganz
unten durchgehen läßt, ist es bevorzugt, die Abstandshalte-Vorsprünge 36 bzw. 38 ein
Stück unterhalb des Niveaus der Nutzseiten enden zu lassen.
[0042] Normalerweise sind sowohl die in den Zeichnungsfiguren sichtbare Nutzfläche als auch
die beim Verlegen auf dem Untergrund, typischerweise ein Sandbett, plazierte Unterseite
- ggf. mit Ausnahme einer Scheinfuge 32 - ebene Flächen. Auch das ist nicht zwingend,
man könnte z. B. eine Rillung in der Nutzseite vorsehen oder bestimmte Flächenbereiche
gegenüber der Nutzfläche ein Stück absenken oder ein Stück erhöhen.
[0043] In den meisten Fällen bildet man Bodenbelagelemente mit einer Fase am Übergang zwischen
der Nutzfläche und dem Außenumriß aus, meist in Form einer kleinen 45°-Abschrägung.
Analog kann man den Übergang zwischen der Scheinfuge 32 und der Nutzfläche des Bodenbelagelements
machen. Diese Abschrägungen sind zur Erhöhung der Übersichtlichkeit der Zeichnungsfiguren
nicht eingezeichnet.
1. Bodenbelagelement aus Kunststeinmaterial mit einer Grundform, die - grob gesprochen
- länglich-rechteckig ist, und mit Verzahnungen am Umfang,
gekennzeichnet durch die folgenden Merkmale in Kombination:
(a) an einer ersten Längsseite des Bodenbelagelements folgen ein erster Verzahnungsabschnitt,
ein weiter nach außen führender Zwischen-Schrägabschnitt, ein zweiter Verzahnungsabschnitt,
und ein weiter nach innen führender End-Schrägabschnitt aufeinander, wobei der zweite
Verzahnungsabschnitt dem ersten Verzahnungsabschnitt, um 180° gedreht und nach außen
verschoben, entspricht;
(b) an einer zweiten Längsseite des Bodenbelagelements folgen ein dritter Verzahnungsabschnitt,
ein weiter nach außen führender Zwischen-Schrägabschnitt, ein vierter Verzahnungsabschnitt
und ein weiter nach innen führender End-Schrägabschnitt aufeinander, wobei der vierte
Verzahnungsabschnitt dem dritten Verzahnungsabschnitt um 180° gedreht und nach außen
verschoben, entspricht;
(c) an einer ersten Querseite des Bodenbelagelements befindet sich ein fünfter Verzahnungsabschnitt,
der von dem ersten zu dem dritten Verzahnungsabschnitt führt;
(d) an einer zweiten Querseite des Bodenbelagelements befindet sich ein sechster Verzahnungsabschnitt,
der von dem einen End-Schrägabschnitt zu dem anderen End-Schrägabschnitt führt;
(e) der zweite Verzahnungsabschnitt, der vierte Verzahnungsabschnitt und der sechste
Verzahnungsabschnitt sind gleich und durch Drehung um 90° oder 180° um eine virtuelle, erste Drehachse, die von der Draufsichtsfläche
des Bodenbelagelements aufragt, miteinander zur Deckung bringbar;
(f) der erste Verzahnungsabschnitt, der dritte Verzahnungsabschnitt und der fünfte
Verzahnungsabschnitt sind gleich und durch Drehung um 90° oder 180° um eine virtuelle, zweite Drehachse, die von der Draufsichtsfläche
des Bodenbelagelements aufragt, miteinander zur Deckung bringbar.
2. Bodenbelagelement nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß alle genannten Verzahnungsabschnitte jeweils mindestens einen Vorsprung und einen
Rücksprung gegenüber einer geraden Verbindungslinie ihrer Endpunkte aufweisen.
3. Bodenbelagelement nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß der erste, der dritte und der fünfte Verzahnungsabschnitt jeweils durchgehend außerhalb
einer geraden Verbindungslinie seiner Endpunkte verläuft und daß der zweite, der vierte
und der sechste Verzahnungsabschnitt jeweils durchgehend innerhalb einer geraden Verbindungslinie
seiner Endpunkte verläuft.
4. Bodenbelagelement nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß der erste, der dritte und der fünfte Verzahnungsabschnitt jeweils durchgehend innerhalb
einer geraden Verbindungslinie seiner Endpunkte verläuft und daß der zweite, der vierte
und der sechste Verzahnungsabschnitt jeweils durchgehend außerhalb einer geraden Verbindungslinie
seiner Endpunkte verläuft.
5. Bodenbelagelement nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß die Zwischen-Schrägabschnitte und die End-Schrägabschnitte von Verzahnung unbesetzt
sind.
6. Bodenbelagelement nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, daß die Zwischen-Schrägabschnitte und die End-Schrägabschnitte jeweils unter einem Winkel
von 45° relativ zu der Mittellängsachse des Bodenbelagelements verlaufen.
7. Bodenbelagelement nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß die gerade Verbindungslinie der Endpunkte bei den genannten Verzahnungsabschnitten
jeweils länger ist als die gerade Verbindungslinie der Endpunkte bei den Zwischen-Schrägabschnitten
und den End-Schrägabschnitten.
8. Bodenbelagelement nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, daß die gerade Verbindungslinie der Endpunkte bei den genannten Verzahnungsabschnitten
jeweils mindestens 1,5 mal so lang, vorzugsweise mindestens 2,0 mal so lang, höchst
vorzugsweise mindestens 2,5 mal so lang, ist, wie die gerade Verbindungslinie der
Endpunkte bei den Zwischen-Schrägabschnitten und den End-Schrägabschnitten.
9. Bodenbelagelement nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, daß weder der erste und der dritte Verzahnungsabschnitt noch der zweite und der vierte
Verzahnungsabschnitt spiegelbildlich zueinander sind.
10. Bodenbelagelement nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, daß weder der erste und der dritte Verzahnungsabschnitt noch der zweite und der vierte
Verzahnungsabschnitt durch Parallelverschiebung zur Deckung bringbar sind.
11. Bodenbelagelement nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, daß die genannten Verzahnungsabschnitte jeweils ein Linienzug von winklig aneinander
anschließenden, geradlinigen Stücken sind.
12. Bodenbelagelement nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet, daß die genannten Verzahnungsabschnitte jeweils ein Linienzug aus mindestens drei winklig
aneinander anschließenden, geradlinigen Stücken sind, vorzugsweise aus drei dieser
Stücke oder aus vier dieser Stücke.
13. Bodenbelagelement nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, daß die genannten Verzahnungsabschnitte jeweils ein gekrümmter Linienzug sind.
14. Bodenbelagelement nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, daß die genannten Verzahnungsabschnitte jeweils ein Linienzug mit mindestens einem geradlinigen
Stück und mit mindestens einem gekrümmten Stück sind.
15. Bodenbelagelement nach einem der Ansprüche 1 bis 14,
dadurch gekennzeichnet, daß es am Umfang mit Abstandhalte-Vorsprüngen versehen ist, wobei die Abstandhalte-Vorsprünge
bei der Betrachtung der in den Ansprüchen 1 bis 14 angesprochenen, geometrischen Verhältnisse
unberücksichtigt bleiben.
16. Bodenbelagelement nach einem der Ansprüche 1 bis 15,
dadurch gekennzeichnet, daß es am Umfang mit Ausnehmungen zur Schaffung leistungsfähiger Wasserdurchtrittsöffnungen
versehen ist, wobei die Ausnehmungen bei der Betrachtung der in den Ansprüchen 1 bis
14 angesprochenen, geometrischen Verhältnisse unberücksichtigt bleiben.
17. Bodenbelagelement nach einem der Ansprüche 1 bis 16,
dadurch gekennzeichnet, daß es an seiner Oberseite eine Scheinfuge aufweist, deren Verlauf dem fünften Verzahnungsabschnitt
nach Drehung um 180° um die virtuelle, zweite Drehachse entspricht und die von einem
Endpunkt des ersten Verzahnungsabschnitts zu einem Endpunkt des dritten Verzahnungsabschnitts
führt.