[0001] Zahlreiche nicht-elektronische Personaldokumente wie Personalausweis, Pass, Visadokumente
o.ä, Wertdokumente wie Aktien, Banknoten, Wechsel u.ä. werden zur Absicherung gegen
Fälschungen bei der Herstellung mit Sicherheitsmerkmalen versehen. Diese Merkmale
können in vier große Kategorien eingeteilt werden:
- Kategorie A:
- für das menschliche Auge unter normaler Beobachtung unsichtbare optische Merkmale, welche unter bestimmten nichtkohärenten Beleuchtungs- und Aufnahmebedingungen visuell oder maschinell erkennbar sind.
[0002] Hierzu zählen aufgedruckte Strukturen, eingebrachte Fäden usw. welche unter ultraviolettem
Licht im Sichtbaren durch Fluoreszenz erkennbar werden. Personaldokumente und Banknoten
werden häufig mit solchen Merkmalen versehen. Die Kontrolle erfolgt manuell durch
visuelle Beobachtung unter einer Schwarzlichtlampe, d.h. einer Beleuchtungsquelle,
welche lediglich im unsichtbaren Ultraviolett abstrahlt.
[0003] Zu dieser Kategorie zählen auch eingebrachte oder aufgedruckte Farbstoffe mit einem
speziellen Reflexionsverhalten, oft im Wellenlängenbereich des Nahen Infrarots (abgek.
NIR). Die spektrale Verteilung des remittierten Infrarotlichtes enthält eine typische
Signatur, welche durch spektrometrische Verfahren überprüft werden kann.Dies bezeichnet
man als eine maschinelle Erkennung.
[0004] Ebenfalls zu dieser Kategorie gehören die in Bildern versteckten Informationen, die
sog. Steganographie, welche durch bestimmte Modulationsverfahrendes Rasters beim gerasterten
Bilddruck eingebracht werden und mit Hilfe von Bildverarbeitungsverfahren maschinell
extrahiert werden können.
- Kategorie B:
- für das menschliche Auge unter normaler Beobachtung sichtbare optische Merkmale, welche sich unter einer bestimmten, nichtkohärenten Beleuchtung verändern.
[0005] Hierzu zählen z.B. auf vielen Personaldokumenten aufgebrachte Striche, welche im
Sichtbaren erkennbar sind, aber bei Beleuchtung mit einer bestimmten Wellenlänge,
meistens im NIR gelegen, verschwinden.
- Kategorie C:
- für das menschliche Auge unter normaler Beobachtung sichtbare optische Merkmale, welche unter bestimmten, kohärenten Beleuchtungsanordnungen aufgrund von Lichtbeugung bestimmte Beugungsmuster erzeugen.
[0006] Hierzu zählen auf klaren oder metallisierten Folien aufgebrachte Beugungsgitter,
welche bei einer bestimmten Laserbeleuchtung spezielle Beugungsmuster erzeugen, welche
mit Hilfe von Photodetektoren oder Kameras überprüft werden können.
- Kategorie D:
- für das menschliche Auge unter normaler Beobachtung sichtbare optische Merkmale, welche
einen informationstragenden, maschinell lesbaren Code darstellen.
[0007] Hierzu zählen die maschinenlesbaren Aufdrucke, 1-dimensionale und 2-dimensionale
Strichcodes, 2-dimensionale Matrixcodes u.ä. welche mit Hilfe von Scannern oder Kamerasystemen
decodiert werden.
[0008] Nach dem Stand der Technik werden derzeit lediglich die Merkmale der Kategorie D
automatisch mit Hilfe von Lesegeräten ausgewertet. Diese Geräte enthalten eine oder
mehrere Kameras sowie eine oder mehrere spektral unterschiedliche Beleuchtungen und
sind in der Lage, maschinenlesbare Audrucke wie der sog. lCAO Zeile bei Personaldokumenten
, aufgebrachte 1D- oder 2D Barcodes automatisch zu dekodieren. Die Positionen dieser
Codes relativ zu einem auf dem Dokument orientierten Koordinatensystem sind in der
Regel durch internationale Normen festgelegt. Die Dokumente müssen in einer bestimmten
Lage auf das Sichtfenster dieser Geräte aufgelegt werden, um korrekt zu arbeiten.
[0009] Diese automatischen Geräte führen daher lediglich die Funktione "Decodieren" durch;
sie sind nicht einsetzbar bei Dokumenten, bei welchen die Position der Codes nicht
definiert ist bzw. die Lage des Dokumentes frei ist. Um dennoch korrekt arbeiten zu
können, wird eine automatische Funktion "Positionierung" benötigt, d.h. automatisches
Auffinden des oder der Codes auf dem Dokument und automatische Positionierung eines
Auswertefensters an diese Stellen.
[0010] Die nach den Kategorien A (außer UV-Merkmale), B und C gesicherten Dokumente können
nur maschinell, d.h. mit Hilfe technischer, in der Regel optischer Verfahren geprüft
werden. Es existieren einzelne Lösungsvorschläge wie z.B. der Einsatz von Mikrospektrometer
zur spektralen Analyse, Bildverarbeitungsverfahren zur Erkennung der in den aufgedruckten
Bildern enthaltene Information, welche jede für sich eine bestimmte Aufgabe erfüllen.
[0011] Neuere Dokumente sind oft gleichzeitig mit zahlreichen der unter die Kategorien A,B,C
und D fallenden Merkmale gesichert. Hierbei ist sehr oft die geometrische Position
dieser Merkmale auf dem Dokument nicht genau definiert:
- a) aufgrund von Produktionstoleranzen kann z.B. die Position eines aufgeprägten Beugungsgmerkmals
schwanken
- b) aufgrund von fehlenden Normen gibt es keine einheitliche Vereinbarungen
- c) aufgrund von unsicherer Position des Dokumentes im Bildfeld des automatischen Prüfgerätes
sind die Positionen relativ zum Koordinatensystem des Abtasters nicht bekannt
[0012] Diese Dokumente können heute entweder gar nicht automatisch oder höchsten semi-manuell
geprüft werden. Der Benutzer muß das Dokument in einer bestimmten Ausrichtung auflegen
und positionieren. Dieser Vorgang ist unsicher und benötigt Zeit.
[0013] Da die Vielfalt der gleichzeitig aufgebrachten Merkmale stark zunimmt, besteht außerdem
ein großer Bedarf nach Systemen, welche automatisch erkennen, welche Merkmale in dem
Dokument vorhanden sind, diese automatisch auffinden und überprüfen. Solche Systeme
sind heute noch nicht verfügbar.
[0014] Die Überprüfung des Dokumentes selbst nennt man "Authentifikation". Die Frage, ob
das vorgezeigte Dokument, z.B. ein Personalausweis auch zu dem Träger gehört nennt
man "Verifikation".
[0015] Durch den Wegfall der innereuropäischen Zollkontrollen, durch die Zunahme des Flugpassagieraufkommens
wächst die Anzahl der in den Flughäfen in kürzester Zeit zu authentifizierbare und
zu verifizierende hochgesicherten Personaldokumente stark an. Die heute übliche visuelle
Kontrolle, evtl. unter Zuhilfenahme einfacher UV-Beleuchtungssysteme oder ICAO Schriftlesegeräte
können diese Forderung nicht erfüllen. Ähnliche Verhältnisse gelten auch für die Prüfung
von Wertdokumenten wie Banknoten, von gesicherten Versandpapieren u. ä. Dokumenten.
Es besteht daher ein hohes Bedürfnis an sicheren, schnell und robust automatisch prüfbaren
und lesbaren Dokumenten.
[0016] Aufgabe der Erfindung ist ein Verfahren und eine Anordnung für die schnelle und automatische
Authentifikation von mit zahlreichen optischen Merkmalen gesicherten Dokumenten, bei
denen die Position der Merkmale relativ zum Koordinatensystem des Dokumentes nicht
oder nur ungefähr bekannt ist.
[0017] Diese Aufgabe wird durch die technische Lehre der Ansprüche 1 oder 2 gelöst. Das
Dokument wird in seiner Gesamtheit oder in Teilbereichen in einem ersten Arbeitsschritt
mit Beleuchtungsmitteln ausgeleuchtet, deren spektrale und geometrische Verteilung,
Polarisierung, Kohärenz und zeitlicher Verlauf der optischen Eigenschaften der Beleuchtungsmittel
so gewählt sind, daß ein durch bildgebende Sensoren erfaßbares Bild entsteht, in welchem
die Positionen der Sicherheitsmerkmale aufgrund von Helligkeits-, Kontrast-, Farb-,
Musterunterschiede relativ zum übrigen Dokumentenhintergrund automatisch mit Verfahren
der Bildverarbeitung erkennbar sind, daß in einem zweiten Arbeitsschritt die Prüfung
der entsprechenden Merkmale nur in den Bildbereichen vorgenommen wird, welche den
im ersten Arbeitsschritt gefundenen Positionen entsprechen und hierzu die entsprechenden
Bildbereiche derart beleuchtet werden, daß die entsprechenden Merkmale Bilder und/oder
spektrale Signaturen erzeugen, aus welchen mit Verfahren der Bildverarbeitung und/oder
der Spektrometrie die für die Prüfung der Merkmale benötigten Informationen abgeleitet
werden können.
[0018] Hierbei ist es gleichgültig, ob ein Singlepath- oder ein Multipath-Scan-Vorgang stattfindet;
in beiden Verfahrensbetriebsweisen kann nach der Erfindung gearbeitet werden.
[0019] Die Einteilung der Sicherheitsmerkmale in die beschriebenen Kategorien A bis D stellt
hierbei lediglich eine zur einfacheren Beschreibung des Erfindungsgedanken nützliche
Einteilung dar. Andere Merkmale, welche nicht in eine diese expliziten Kategorien
passen, sind ebenfalls Bestandteil des Erfindungsgedanken.
[0020] Das erfindungsgemäße Verfahren gestattet die Bestimmung der Position der Sicherheitsmerkmale,
sowohl relativ zum Koordinatensystem des abgescannten Dokuments, als auch natürlich
zum Koordinatensystem des Scanners selbst. Durch die Erkennung des Blattrandes gegen
den dunklen Hintergrund der Abdeckklappe "weiß" der Scanner, wie das Dokument zu seinem
eigenen Koordinatensystem ausgerichtet ist.
[0021] Damit kann man die Position der Merkmale relativ zum Dokumenten-Koordinatensystem
finden, was wichtig ist, wenn es hierfür auch keine standardisierten Vorschriften
gibt oder aber auch, wenn infolge von Produktionstoleranzen die genaue Position nicht
bekannt ist.
[0022] Diese Positionsinformationen werden beim ersten Abtasten ohnedies zuerst relativ
zum Koordinatensystem des Scanners gefunden, unabhängig von der genauen Ausrichtung
des Dokuments auf dem Abtastfenster des Scanners. Mit diesen Informationen können
die entsprechenden Beleuchtungen und/oder Zeilensensoren des Scanners an diese Stellen
des Dokuments hochgenau verfahren und die eigentliche Untersuchung der Echtheitsmerkmale
hochgenau durchgeführt werden.
[0023] Möchte man ebenfalls kontrollieren, ob die Position der Sicherheitsmerkmale mit der
durch einen Standard- oder durch in anderen Merkmalen versteckten Soll-Positionen
relativ zum Dokumenten-Koordinatensystem übereinstimmt, wird eine Transformation zwischen
dem Scanner-Koordinatensystem und dem Koordinatensystem des Dokuments selbst hergestellt,
indem man z.B. die linke obere Ecke des Blattes als X0,Y0-Koordinatenursprung des
Dokumentes definiert. Durch Erkennung von mindestens zwei Ecken im Abtatstfenster
wird die Translation-Rotationsmatrix zwischen Scanner-Koordinatensystem und Dokumenten-Koordinatensystem
hergestellt.
[0024] Dieser doppelte Effekt wird im speziellen Beschreibungsteil und in den Patentansprüchen
noch näher gekennzeichnet.
[0025] Die Erfindung besteht unter anderem darin, mit geeigneten Beleuchtungsverfahren die
Position der Echtheitsmerkmale relativ zum Dokument und/oder relativ zum Scanner zu
finden, wobei diese Beleuchtungsarten andere sein können, als die, welche bei der
Prüfung der Echtheitsmerkmale eingesetzt werden.
[0026] Bestandteil des Erfindungsgedanken ist ebenfalls die Abspeicherung und Archivierung
aller erfaßten, bildhaften Informationen des gesicherten Dokumentes in einer Datenbank
gleichzeitig mit der Überprüfung des Dokumentes.
[0027] Zur Verdeutlichung wird der Erfindungsgedanke anhand eines typischen Dokumentes,
nämlich eines durch eine Kombination zahlreicher Merkmale gesicherten Personaldokumentes,
erklärt.
[0028] Hierzu werden folgende Abbildungen verwendet:
- Fig. 1
- zeigt den schematischen Aufbau eines Personaldokumentes mit den Sicherheits-Merkmalen
ICAO Zeile mit NIR-Unterstrich, Barcode, Portraitdruck mit im Bild versteckten Informationen
und ein auf einer metallisierten Folie aufgebrachtes Beugungsmerkmal
- Fig. 2
- zeigt beispielhaft die einzelnen Positionen der zu prüfenden Merkmale, welche unabhängig
von der Lage des Dokumentes auf dem Gerät und von der genauen Position bezüglich des
Dokuments selbst bestimmt werden
- Fig. 3
- zeigt schematisch einen typischen Lösungsvorschlag, bei welchem das gesamte Dokument
mit einem hochauflösenden Zeilenkamerascanner unter verschiedenen spektral, geometrisch
und zeitlich unterschiedliche Beleuchtungen abgetastet wird
[0029] Der Erfindungsgedanke sei beispielhaft, aber nicht einschränkend anhand eines durch
mehrere Merkmale gleichzeitig gesicherten Personaldokumentes erklärt.
[0030] Gemäß Fig. 1 soll dieses Dokument 1 durch die folgenden maschinell zu positionierenden
und zu prüfenden Merkmale Merkmale gesichert sein:
- a) durch einen maschinell lesbaren Text 2 mit einer Linie, welche bei einer spektral
selektierten Beleuchtung im Nahen Infrarot nicht mehr reflektiert
- b) durch einen 2-dimensionalen Barcode 3, welcher kryptographisch gesicherte Informationen
enthält
- c) durch ein diffraktives Element 4, welches im Zentrum einer sternförmigen metallisierten
Folie aufgebracht ist und welches bei kohärenter Beleuchtung bei einer spezifischen
Wellenlänge bestimmte Beugungsmuster zurückstrahlt
- d) durch steganographisch im Portraitbild 5 versteckte Informationen.
[0031] Das Textfeld 6 enthält keine Sicherheitsmerkmale und keine maschinenlesbaren Informationen.Es
muß aber trotzdem maschinell als ein nicht auszuwertendes Feld erkannt werden.
[0032] Das Layout des Dokumentes kann durch die Position dieser einzelnen Merkmale bezügliche
eines am Rand des Dokumentes ausgerichteten x,y-Koordinatensystems beschrieben werden.
Diese Positionen sollen beim Abtasten durch die erfindungsgemäße Anordnung nicht oder
nur unsicher bekannt sein, sodaß erfindungsgemäß in einem ersten Arbeitsschritt dies
Positionen dieser Merkmale bezüglich des Koordinatensystems bestimmt werden müssen.
[0033] Fig. 2 zeigt beispielhaft eine Anordnung zur Durchführung des Verfahrensschrittes
"Positionierung".
[0034] Das Dokument 1 wird mit der auszuwertenden Seite auf das Gerät 12 aufgelegt. Durch
das Sichtfenster 13 wird die Seite optisch mit dem motorisch bewegten Sensorkopf 15
, welcher entlang der Lagerung 14- linear bewegt wird, zeilenweise abgetastet.
[0035] Beispielhaft werden einige Verfahren zur Auffinden der einzelnen Merkmalspositionen
und ihrer Identifikation durch eine spezifische Beleuchtung gemäß dem Erfindungsgedanken
für den ersten Verfahrensschritt beschrieben.
[0036] Zum Auffinden der Positionen des Textfeldes 2, des 2-dimensionalen Barcodes 3 und
des Portaits 5 wird das Dokument 1 während des Abtastens durch die diffuse Beleuchtung
16 abwechselnd mit einer Wellenlänge im nahen Infrarot und mit einer Wellenlänge im
sichtbaren Licht beleuchtet. Dies kann durch zeitliches Umschalten von entsprechend
spektral gewählten Licht emittierenden Dioden (LED's) geschehen. Wenn die Umschaltung
synchron zur Zeilenfrequenz erfolgt, entstehen im Bildspeicher der Recheneinheit 21
zwei ineinander verschachtelte Bilder A und B, wobei A das im NIR-Bereich beleuchtete
und B das im sichtbaren beleuchtete Bild darstellen soll.
- a) durch die Beleuchtung im Nahen Infrarot verschwindet die durchgehende Linie 11
im Textfeld 2 während die Linie 11 im sichtbaren Licht deutlich erkennbar bleibt.
Die Texte, sowohl im Feld 2 als auch im Feld 6, sind sowohl im NIR-Bereich als auch
im sichtbaren Licht deutlich erkennbar, da schwarzer Druck einen breiten Bereich der
Beleuchtungswellenlängen absorbiert.Durch Auswertung der bildhaften Informationen,
welche sich in den beiden Bildern A und B deutlich unterscheiden, kann das Textfeld
2 von dem Textfeld 6 unterschieden werden.
Fig. 3 zeigt die Bilder A und B mit den entsprechenden Bildinhalten. Durch die Position
der zwischen A und B verschwindenen Linie 11 kann die Position des maschinell auszuwertenden
Textfeldes bezüglich des xy- Koordinatensystem ermittelt werden. Gleichzeitig wird
durch das Verschwinden der Linie 11 im Bild A bereits der zweite Verfahrensschritt,
nämlich die Prüfung des Sicherheitsmerkmals mit abgearbeitet.
- b) das Feld 3 mit dem 2-dimensionalen Barcode ist in beiden Bildern A und B sichtbar.
Es kann mit dem Fachmann bekannten Methoden der Mustererkennung anhand der hochfrequenten
Ortsfrequenzen, welche das Codemuster auszeichnen, vom übrigen Bildinhalt erkannt
werden
- c) die automatische Positionierung des farbigen Portraitbildes 5 kann z.B. dadurch
erkannt werden, daß die Farbpigmente des Portraits 5 ihr Reflexionsverhalten zwischen
NIR- Beleuchtung und Beleuchtung im sichtbaren Bereich stark ändern, während das Reflexionsverhalten
des Hintergrundpapiers ähnlich bleibt.
In Fig. 3 ist diese Eigenschaft durch einen schwächeren Kontrast zwischen Portait
und Hintergrund im Bild A verglichen mit dem Kontrast in Bild B verdeutlicht. Dieser
lokale Unterschied erlaubt es dem Fachmann der Bildverarbeitung, die Position des
Portraits bezüglich des Dokumentenkoordinatensystems zu bestimmen.
- d) durch die Beleuchtung des Dokumentes mit der gerichteten Beleuchtung 17 kann die
Position der metallisierten Folie, welche im Zentrum das diffraktive Element trägt,
erkannt werden. Während unter der diffusen Beleuchtung 16 der Kontrast zwischen metallisierter
Folie und Hintergrundpapier relativ schwach erscheint und dies auch relativ unabhängig
von der beleuchtenden Wellenlänge, wird durch die schräg gerichtete Beleuchtung der
Kontrastunterschied zwischen der spiegelnd reflektierenden Metallfolie und dem Papier
des Hintergrundes sehr groß.
Die schräg einfallende gerichtete Beleuchtung reflektiert an der Eintrittpupille des
abbildenden Objektivs 18 vorbei. Dadurch erscheint die Folie dunkler als der Hintergrund.
Dies ist in Fig. 3 im Bild C dargestellt.
Es ist dem Fachmann der Optik bekannt, daß dieser Kontrastunterschied auch durch eine
sog. Hellfeldbeleuchtung erzielt werden kann, bei welcher die Beleuchtung so angeordnet
wird, daß sie durch die spiegelnde Folie direkt in die Pupille des abbildenden Objektivs
reflektiert und damit heller als der diffus reflektierende Hintergrund erscheint.
Wird die schräg einfallende gerichtete Beleuchtung gleichzeitig zumindest teilweise
kohärent gewählt so wird gleichzeitig erreicht, daß das eigentliche Sicherheitsmerkmal
im Zentrum des metallisierten Sterns, nämlich das diffraktive Element mit einer der
Beugungsordnungen in die Pupille der abbildenden Optik zurückstrahlt und damit hell
erscheint.
Es ist für den Fachmann der Bildverarbeitung ein leichtes, sowohl die Position des
metallisierten Sterns als auch die des diffraktiven Elementes in seinem Zentrum aufgrund
dieser hohen Kontrastunterschiede zu erkennen.
[0037] Da der Arbeitsschritt der Positionierung nicht die hohe Bildauflösung erfordert,
welche die eigentliche maschinelle Auswertung des Textfeldes, des 2D Codes, der im
Portrait versteckten Informationen, sowie die Beugungsmuster erfordert, kann erfindungsgemäß
die Aufnahme der einzelnen, den jeweiligen Beleuchtungsarten zugeordenten Bildern
mit verringerter Auflösung aufgenommen werden. Dies kann technisch dadurch geschehen,
daß der abbildenden Zeilensensor mit einer gröberen Schrittweite während dieses Verfahrensschrittes
der Positionierung arbeitet.
[0038] Ein weiterer Erfindungsgedanke ist es, die einzelnen Beleuchtungen synchron zum Zeilentakt
des bildgebenden Zeilensensors zu schalten und damit eine Reihe verschachtelter Bilder
niedrigerer Auflösung in einem Abtastvorgang zu erhalten, aus denen infolge der systematischen
Kontrast- und Musterunterschiede die Positionen der einzelnen Merkmale mit Methoden
der Mustererkennung und Bildverarbeitung ermittelt werden.
[0039] Wichtig ist, daß sowohl in dem Singlepath- als auch in dem Multipath-Verfahren jeweils
das gesamte Dokument mit einer multispektralen Strahlung beleuchtet wird, so daß die
entsprechend auf dem Dokument verteilten Echtheitsmerkmale mit unterschiedlichen spektralen
Antworten reagieren und mit spektral unterschiedlich aufnehmenden Sensoren auch erfasst
werden.
[0040] Im einfachsten Fall werden als Strahlungsquellen getaktete Leuchtdioden verwendet,
weil nur eine relativ geringe Auflösung erforderlich ist.
[0041] Es liegt ein Zeilensensor vor, der eine Zeile von bildaufnehmenden Sensoren beinhaltet,
welcher Zeilensensor nun entlang dem Dokument verfahren wird. Ein derartiger Siliziumsensor
würde eine z. B. eine spektrale Empfindlichkeit vom sichtbaren Licht bis ins NIR-Spektrum
besitzen. Beim Verfahren dieses Zeilensensors werden nun abwechselnd jeweils pro Zeile
die Leuchtdioden angesteuert, welche sichtbares Licht aussenden und abwechselnd die
Leuchtdioden, welche im NIR-Spektralbereich Licht aussenden. Damit entsteht im Bildspeicher,
der das Signal aufnimmt, ein teilweise verzahntes Gesamtbild, welches z. B. aus 1000
Zeilen besteht. Davon sind 500 Zeilen mit Signalen beaufschlagt, die der Spektralantwort
im sichtbaren Licht entsprechen, während 500 Zeilen mit Signalen beaufschlagt sind,
welche der spektralen Antwort der Echtheitsmerkmale im NIR-Bereich entsprechend.
[0042] Mit üblichen Methoden der Software werden diese beiden Bildbereiche im Bild-Array
getrennt und getrennt weiterverarbeitet.
[0043] Dieser Vorgang wird vor allem im Singlepath-Verfahren durchgeführt, weil dies besonders
schnell ist und aber eine relativ geringe Auflösung erbringt.
[0044] Im Bildspeicher wären jetzt z. B. die Orte und Arten der Echtheitsmerkmale nach den
Figuren 3a bis 3c virtuell abgespeichert. Im Infrarotbereich ist z. B. dann in dem
einen zu untersuchenden Bild das Portrait nach Ziffer 5 nicht mehr sichtbar, während
die anderen Echtheitsmerkmale, z. B. das defraktive Element 4, im NIR-Bereich gut
auslesbar ist.
[0045] Im Sichtbaren (Weißlicht) ist aber beispielsweise das Portrait 5 sehr gut auslesbar.
[0046] Aus dieser Vorlage, z. B. einem 1000-zeiligen Bild-Array, welches 500 Zeilen des
einen Bildes und 500 Zeilen des anderen Bildes enthält, wird nun durch Differenzbestimmung
zwischen den beiden ausgelesenen Bildern bestimmt, wo sich die Echtheitsmerkmale befinden.
[0047] Bezogen auf das Portraitbild 5 wäre also im sichtbaren Bereich das Portraitbild gut
auslesbar, während im NIR-Bereich das Portrait nur schlecht auslesbar ist oder ganz
verschwindet, so daß mit der Bestimmung dieses Differenzbildes eindeutig festgelegt
ist, daß sich an diesem Ort ein im sichtbaren Licht auslesbares Portraitbild befindet.
[0048] Damit ist der Ort dieses Portraitbildes eindeutig auf dem Dokument bestimmt.
[0049] Selbstverständlich lassen sich aus dem Weißlichtanteil nicht nur der Ort des Portraits
entnehmen, sondern noch z. B. Farbinformationen oder andere Informationen, die aus
dem Weißlichtspektrum abgeleitet werden können.
[0050] In analoger Weise gilt dies auch für die Ortsbestimmung der übrigen Elemente, bei
denen z. B. in Bezug auf den maschinell lesbaren Text 2 die Linie 11 im NIR-Bereich
verschwindet, während sie im sichtbaren Bereich vorhanden ist, so daß auch damit ohne
weiteres der Ort dieses maschinell lesbaren Textes 2 bestimmt werden kann.
[0051] Die Erfindung ist selbstverständlich nicht nur auf die Bestimmung eines Differenzbildes
aus zwei verschiedenen Spektralwellenlängen beschränkt, sondern es ist - wie vorher
in der Erfindung angegeben - auch noch die Richtung des eingestrahlten Lichtes und
die daraus resultierende Spektralantwort ein Maß für den Ort und die Art der verwendeten
Echtheitsmerkmale.
[0052] Im geltenden Anspruch 3 ist auch angegeben, daß die geometrische Verteilung der Beleuchtung
verwendet wird, um die Echtheitsmerkmale zu finden. Unter dem Begriff "geometrische
Verteilung" wird z. B. verstanden, die Richtung des eingestrahlten Lichtes, aber auch
die geometrische Verteilung, z. B. in Form einer Gitterstruktur oder einer besonders
verteilten, geometrischen Struktur, wie z. B. konzentrische Ringe oder andere geometrische
Anordnungen der Beleuchtungsquellen.
[0053] Alle im geltenden Anspruch 3 genannten Merkmale können einzeln oder auch in verschiedenen
Kobinationen zur Lösung der Erfindungsaufgabe beitragen.
[0054] Ebenso kann der Polarisationsgrad der Beleuchtungsquelle verwendet werden, um eine
bestimmte Auslesung von Echtheitsmerkmalen zu erhalten.
[0055] Die Erfindung ist auch nicht auf die Verwendung von kohärentem Licht beschränkt,
sondern es kann auch nicht-kohärentes oder mittel-kohärentes Licht verwendet werden.
[0056] Unter dem Begriff "zeitliche Aktivität" wird verstanden, daß das Echtheitsmerkmal
mit einem bestimmten Impuls angestrahlt wird und die Impulsantwort und deren Abklingen
in einem bestimmten Zeitfenster untersucht wird, so daß also auch die zeitliche Aktivität
der Impulsantwort zur Auslesung des Echtheitsmerkmals herangezogen werden kann.
[0057] Alle vorher genannten Maßnahmen dienen also zunächst zur Ortsbestimmung der Echtheitsmerkmale,
die auf dem Dokument verteilt sind.
[0058] Es gibt nun mehrere Möglichkeiten für die Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens:
[0059] Nach einer ersten Ausführungsform ist vorgesehen, daß man - entsprechend der vorstehenden
Beschreibung - zunächst mit einer niedrigeren Auflösung das gesamte Dokument scannt
und den Ort der Echtheitsmerkmale feststellt. Dies wurde obenstehend eingehend erläutert.
[0060] Wenn nun der Ort der Echtheitsmerkmale durch entsprechende Signaluntersuchungen festgestellt
wurde, wird in einem zweiten Scan-Durchlauf mit höherer Auflösung gescannt, und das
erhaltene Signalbild wird aber nur an den Stellen genauer untersucht und speziellen
Untersuchungsmethoden unterworfen, welche für die spezifisch an diesem Ort gefundenen
Echtheitsmerkmale zutreffen (Multi-Path-Abtastung).
[0061] Der zweite Scan-Vorgang kann natürlich auf bestimmte Bereiche des Dokumentes beschränkt
werden, um Zeit einzusparen. Hierbei ist aber wichtig, daß der zweite Scan-Vorgang
mit relativ hoher Geschwindigkeit durchgeführt werden kann, weil ja nur an bestimmten
Stellen, wo Echtheitsmerkmale erkannt wurden, mit hoher Auflösung gescannt werden
müßte.
[0062] D. h. also, man kann die Scan-Geschwindigkeit, über der Länge des Dokumentes hinweggesehen,
verändern, so daß man nur an den Stellen, wo Echtheitsmerkmale vorliegen, mit höherer
Auflösung scannt, während über die "leeren" Bereich des Dokumentes mit höherer Geschwindigkeit
gefahren wird. Dies steigert wesentlich die Verarbeitungsgeschwindigkeit.
[0063] In einer anderen Ausführungsform (Nebenanspruch 2) wird das gesamte Dokument mit
der höchsten, für die Erkennung der Echtheitsmerkmale erforderlichen Auflösung einmalig
gescannt, um dann aus dem gescannten Bild und der daraus erhaltenen Signalantwort
sofort den Ort der Echtheitsmerkmale zu bestimmen.
[0064] Liegt der Ort der Echtheitsmerkmale aus der Signalantwort fest, dann kann an diesem
Ort das entsprechend erhaltene Signal per Software nun genauer auf Echtheitsmerkmale
untersucht werden.
[0065] Es wird also ein digitales Bild in einem Mehrzeilen-Array von dem gesamten Dokument
und dem darauf enthaltenen Echtheitsmerkmalen erzeugt. In dem weiteren Schritt erfolgt
nun die Echtheitsprüfung jedes einzelnen Merkmales nur genau an dem Ort, wo vorher
das Echtheitsmerkmal auch festgestellt wurde. Dies spart vor allem Rechenzeit und
erbringt eine wesentlich höhere Produktionsleistung für das erfindungsgemäße Gerät.
Im übrigen ist es jetzt in einem zweiten Scan-Durchgang möglich, bestimmte Beleuchtungsmittel
lediglich nur für diesen erkannten Ort heranzufahren und diesen erkannten Ort anzustrahlen
und die entsprechende Echtheitsprüfung durchzuführen.
[0066] Damit können sämtliche Erkennungsmethoden und -merkmale für die Erkennung und Überprüfung
dieses Echtheitsmerkmals einzeln oder in Kombination untereinander verwendet werden,
wie sie im allgemeinen Teil (und insbesondere auch im Anspruch 3) beschrieben wurden.
Dies gilt insbesondere für die Art und Form der Anstrahlung, für die spektrale Verteilung
der Anstrahlungsquelle und dergleichen mehr. Und zwar immer fokussiert auf den erkannten
Ort des Echtheitsmerkmales und nur auf diesen Ort. Damit besteht der wesentliche Vorteil,
daß nun auf Grund des gefundenen Ortes des Echtheitsmerkmales der Laser, welcher z.
B. für die Erkennung eines Echtheitsmerkmales erforderlich ist, nun hochgenau bezüglich
dieses Echtheitsmerkmal positioniert werden kann, um dieses zu belichtenund die Strahlungsantwort
entsprechend zu messen. Damit besteht ein wesentlich besseres Signal-Rausch-Verhältnis,
welches nicht mehr von Ungenauigkeiten der Positionierung des Dokumentes abhängig
ist.
[0067] Eine große Bedeutung erlangt diese Art der Auswertung von Echtheitsmerkmalen bei
Echtheitsmerkmalen, die auf Grund von Beugungsstrukturen aufgebaut sind. Hier kommt
es auf eine sehr genaue Positionierung der Strahlungsquelle in bezug zum Echtheitsmerkmal
an, und hier ergeben sich die Vorteile der Erfindung.
[0068] Es können auch andere Echtheitsmerkmale untersucht werden, z. B. die Tatsache, ob
an einer bestimmten Stelle eines Dokumentes ein bestimmter fluoreszierender Faden
vorhanden ist. Dieser Faden wird dann mit einer entsprechenden Strahlungsquelle angeleuchtet.
Auch hier ist die Positionierung der Strahlungsquelle in bezug zum Faden außerordentlich
wichtig, um ein günstiges Signal-Rausch-Verhältnis zu erhalten. Dadurch ergibt sich
der weitere Vorteil, daß auf Grund der festgestellten Lage und des Ortes von Echtheitsmerkmalen
auch andere Bereiche im Dokument angefahren werden können, um dort evt. singulär versteckte
(also auch willkürlich angebrachte) Echtheitsmerkmale zu finden. So kommt es beispielsweise
bei Banküberfällen mit Erpressung von Bargeld vor, daß bestimmte Dokumente (Banknoten)
speziell gekennzeichnet werden, und derartige Kennzeichnungen können sich durchaus
an anderen Stellen befinden, als sie mustermäßig oder vorgabemäßig auf dem Dokument
vorhanden sind. Auch derartige versteckte und singulär vorhandene Echtheitsmerkmale
können mit der Lehre der technischen Erfindung schnell und einfach erkannt und ausgewertet
werden.
[0069] Ein weitere erfindungsgemäße Ausgestaltung ist es, daß alle spektral unterschiedlichen
Beleuchtungen gleichzeitig eingeschaltet sind und im Strahlengang der abbildenden
Optik durch einen oder mehrere wellenlängenabhängige Strahteiler die entsprechenden
Bilder gleichzeitig auf verschiedene Bildsensoren abgebildet werden.
[0070] Die beschriebene Anordnung stellt lediglich ein Beispiel für das Verfahren und die
Gestaltung der erfindungsgemäßen Anordnung dar. Die Verwendung von Matrixsensoren,
punktweise abtastenden optischen Sensoren oder auf einem Chip integrierte, spektral-,
kohärenz- und/oder richtungs-abhängige Sensorelemente sind Bestandteil der Erfindung
und dem Fachmann der Optik bekannt, so daß sie hier nicht näher erläutert werden müssen.
[0071] Erfindungsgemäß werden die diffraktiven Merkmale dadurch überprüft, daß eine kohärente
Lichtquelle wie z.B. eine Laserdiode auf die Position gelenkt wird, welcher im ersten
Arbeitsschritt ermittelt wurden. Dies kann beispielhaft dadurch geschehen, daß eine
Laserdiode mechanisch so verfahren wird, daß ihr Lichtstrahl direkt oder über optische
Zwischenelemente wie Spiegel, Prismen, Strahlteiler usw. auf das diffraktive Element
gelenkt wird. Das entstehende Beugungsbild wird z.B. über eine Mattscheibe in ein
reales Bild von punktförmigen Strukturen umgewandelt und von einem Bildsensor erfaßt.
Die Prüfung des Merkmals kann durch Überprüfung der Position und Anordnung sowie der
radiometrischen Eigenschaften wie Helligkeitsverhältnisse dieser Strukturen in dem
vom Bildsensor 20 erfaßten Bild mit Hilfe einer Recheneinheit 21 geschehen.
[0072] Erfindungsgemäß kann die Position eines diffraktiven Merkmals auch dadurch bestimmt
werden, in dem in einem Suchraster eine kohärente Beleuchtungsquelle in den vermuteten
Positionen des Merkmals das Dokument lokal beleuchtet und mit Hilfe eines Bildsensors
ein Abbild dieser lokalen Region gewonnen wird. Wird das diffraktive Element getroffen,
so treten signifikante, a priori aus der Definition des diffraktiven Elementes in
bekannte Strukturen auf so daß die Positionierung dann erfolgt ist, wenn diese erwarteten
Strukturen auftreten
[0073] Die Definitionen des diffraktiven Elementes in Bezug auf seine Position, die Art
der erzeugten Beugungsstrukturen, die darin enthaltene Information oder Decodiervorschrift
werden erfindungsgemäß in anderen maschinenlesbaren Merkmalen des gleichen Dokumentes
hinterlegt, z.B. kryptografisch verschlüsselt im 2-dimensionalen Barcode oder in den
steganographisch versteckten Information im Portraitbild. Dieses Verfahren hat den
großen Vorteil, daß für solche Normen keine feste Normen für das spezielle Dokument
getroffen sein müssen. Es erlaubt es , für jedes Dokument individuelle diffraktive
Elemente zu erzeugen und die zur Prüfung erforderlichen Informationen im gleichen
Dokument, aber in einem oder mehreren anderen Sicherheitsmerkmalen zu verstecken.
[0074] Dieses Verfahren des individuellen Sicherheitsmerkmals, dessen Prüfvorschrift in
einem oder mehreren anderen Merkmalen des gleichen Dokumentes codiert ist, gilt erfindungsgemäß
nicht nur für die diffraktiven Sicherheitsmerkmale, sondern grundlegend für alle anderen
auch. So kann z.B. die Form oder die Art von UV-sichtbaren Merkmalen im Portraitbild
versteckt werden. Mit der Decodierung dieser Informationen steht gleichzeitig die
Prüfvorschrift für die maschinelle Überfprüfung des oder der UV-Merkmale bereit, ohne
daß in einer Datenbank, einer Norm oder einer anderen, außerhalb des eigentlichen
Dokumentes selbst abgelegten Informationsquelle nachgefragt werden muß.
Zeichnungslegende
[0075]
- 1
- Dokument
- 2
- maschinell lesbarer Text
- 3
- Barcode
- 4
- diffraktives Element
- 5
- Portraitbild
- 6
- Textfeld
- 7
- 8
- 9
- 10
- 11
- Linie
- 12
- Gerät
- 13
- Sichtfenster
- 14
- Lagerung
- 15
- Sensorkopf
- 16
- diffuse Beleuchtung
- 17
- gerichtete Beleuchtung
- 18
- abbildendes Objektiv
- 19
- 20
- Bildsensor
- 21
- Recheneinheit
1. Verfahren für die schnelle automatische Verifikation von mit optischen Merkmalen gesicherten
Dokumenten, bei denen die Positionen der Merkmale relativ zum Koordinatensystem des
Dokumentes und/oder des Prüfautomaten nicht oder nur ungenau bekannt sind, mit folgenden
Schritten:
1) Im ersten Verfahrensschritt wird das Dokument auf das Vorhandensein von Sicherheitsmerkmalen
mit niedriger Auflösung der Erkennungseinheit untersucht;
2) Im Zweiten Verfahrensschritt wird der Ort der einzelnen Sicherheitsmerkmale auf
dem Dokument mit ebenfalls niedriger Auflösung der Erkennungseinheit ermittelt;
3) Im dritten Verfahrensschritt wird am Ort des gefundenen Sicherheitsmerkmals dieses
auf Echtheit mit hoher Auflösung untersucht,
wobei
im ersten Verfahrensschritt das Dokument mit einer Wellenlänge im nahen Infrarot und
mit einer Wellenlänge im sichtbaren Licht beleuchtet und auf einem Bildsensor abgebildet
wird,
und im zweiten Verfahrensschritt die Positionen von Sicherheitsmerkmalen aufgrund
von Helligkeits-, Kontrast- oder Farbunterschieden der Bilder erkannt werden.
2. Verfahren für die schnelle automatische Verifikation von mit optischen Merkmalen gesicherten
Dokumenten, bei denen die Positionen der Merkmale relativ zum Koordinatensystem des
Dokumentes und/oder des Prüfautomaten nicht oder nur ungenau bekannt sind, mit folgenden
Schritten:
1) Im ersten Verfahrensschritt wird das Dokument mit der höchsten, für die Erkennung
der Echtheitsmerkmale erforderlichen Auflösung gescannt und aus dem gescannten Bild
sofort der Ort der Echtheitsmerkmale bestimmt.
2) In einem zweiten Verfahrensschritt wird am Ort der ermittelten Sicherheitsmerkmale
die dort erhaltene Signalantwort durch Software-Analyse der Signalantwort nur an diesem
Ort mit hoher Genauigkeit untersucht,
wobei
im ersten Verfahrensschritt das Dokument mit einer Wellenlänge im nahen Infrarot und
mit einer Wellenlänge im sichtbaren Licht beleuchtet und auf einem Bildsensor abgebildet
wird, und die Positionen von Sicherheitsmerkmalen aufgrund von Helligkeits-, Kontrast-
oder Farbunterschieden der Bilder erkannt werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Position eines diffraktiven Merkmals (4)
dadurch bestimmt wird, dass in einem, Suchraster eine kohärente Beleuchtungsquelle
in den vermuteten Positionen des Merkmals das Dokument lokal beleuchtet und mit Hilfe
eines Bildsensors ein Abbild dieser lokalen Region gewonnen wird und dass diese Position
solange variiert wird bis die erwarteten, a priori aus der Definition des diffraktiven
Elements (4) bekannten Bildstrukturen auftreten.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei die Beleuchtungen abwechselnd synchron
zum Zeilenwechsel eines aufnehmenden Bildsensors (20) geschaltet werden und somit
eine verschachtelte Anordnung von Bildern entsteht, welche zeilenweise jeweils einer
der für die Erkennung der Position der Sicherheitsmerkmale erforderlichen Beleuchtung
entsprechen.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei mehrere der erforderlichen Beleuchtungsquellen
(16, 17) gleichzeitig aktiv sind und das jeder Beleuchtungsquelle entsprechende Bild
der Dokumentenoberfläche über Strahlteiler auf einen eigenen Bildsensor abgebildet
wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei der Typ des vorliegenden Sicherheitsmerkmals
bestimmt wird aus den Eigenschaften der ermittelten Position der Sicherheitsmerkmale.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei die zur Positionierung und Prüfung
eines Sicherheitsmerkmals benötigten Informationen und Definitionen in einem oder
mehreren anderen maschinenlesbaren Merkmalen des gleichen Dokuments hinterlegt sind.
8. Verfahren nach Anspruch 7, wobei die Definitionen eines bestimmten Sicherheitsmerkmals
für jedes Dokument (1) individuell festgelegt sind und der Teil der Definitionen,
welcher zur Positionierung und Prüfung erforderlich ist, in einem oder mehreren anderen
maschinenlesbaren Merkmalen des gleichen Dokuments (1) codiert sind.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, wobei die beim automatischen Auswerten
des Dokuments anfallenden bildhaften und sonstigen Informationen in einer Dokumentendatenbank
gespeichert werden, aus welcher weitere, über die Korrektheit der Sicherheitsmerkmale
und der maschinenlesbaren Information hinausgehende Eigenschaften des Dokuments zu
beliebigen Zeitpunkten ermittelt werden können.
10. Anordnung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 9, bei der
das zu prüfende Dokument mit einer optischen Anordnung verschiedener Beleuchtungsquellen
und einem oder mehreren, das Dokument erfassenden Bildsensoren abgetastet wird und
die den einzelnen Beleuchtungsquellen zugeordneten, von dem oder den Bildsensoren
erzeugten Bilder in elektrische digitale Signale umgewandelt und in einer Recheneinheit
gespeichert und ausgewertet werden, wobei zur Überprüfung diffraktiver Elemente (4)
eine als Laserdiode ausgebildete kohärente Lichtquelle auf die im ersten Verfahrenschritt
ermittelte Position gelenkt wird und die Laserdiode mechanisch so verfahren wird,
dass ihr Lichtstrahl direkt oder über optische Zwischenelemente wie Spiegel, Prismen
und Strahlteiler auf das diffraktive Element (4) gelenkt wird und das entstehende
Beugungsbild über eine Mattscheibe in eine reales Bild umgewandelt und von einem Bildsensor
erfasst wird.
11. Anordnung nach Anspruch 10, bei der alle spektral unterschiedlichen Beleuchtungen
gleichzeitig eingeschaltet sind und im Strahlengang der abbildenden Optik durch einen
oder mehrere wellenlängenabhängige Strahlteiler die entsprechenden Bilder gleichzeitig
auf verschiedene Bildsensoren abgebildet werden.
1. Method for the quick, automatic verification of documents secured with optical features,
in which the positions of the features relative to the coordinate system of the document
and/or the automatic testing instrument are not known or are known only inaccurately,
having the following steps:
1) in the first method step, the document is examined for the presence of security
features with a low resolution of the detection unit;
2) in the second method step, the location of the individual security features on
the document is determined with a likewise low resolution of the detection unit;
3) in the third method step, at the location of the security feature found, the latter
is examined for authenticity with high resolution,
in the first method step, the document being illuminated with a wavelength in the
near infrared and with a wavelength in the visible light and depicted on an image
sensor,
and in the second method step, the positions of security features being detected on
the basis of lightness, contrast or colour differences between the images.
2. Method for the quick, automatic verification of documents secured with optical features,
in which the positions of the features relative to the coordinate system of the document
and/or the automatic testing instrument are not known or are known only inaccurately,
having the following steps:
1) in the first method step, the document is scanned with the highest resolution necessary
for the detection of the authenticity features and the location of the authenticity
features is determined immediately from the scanned image,
2) in a second method step, at the location of the security features determined, the
signal response obtained there is examined with high accuracy by means of software
analysis of the signal response only at this location,
in the first method step, the document being illuminated with a wavelength in the
near infrared and with a wavelength in the visible light and depicted on an image
sensor, and the positions of security features being detected on the basis of lightness,
contrast or colour differences between the images.
3. Method according to Claim 1 or 2, the position of a diffractive feature (4) being
determined in that, in a search pattern, a coherent illumination source illuminates
the document locally in the supposed positions of the feature and an image of this
local region is obtained with the aid of an image sensor, and in that this position
is varied until the expected image structures, known a priori from the definition
of the diffractive element (4), occur.
4. Method according to one of Claims 1 to 3, the illuminations being switched alternately
in synchronism with the line change of a recording image sensor (20) and thus an interleaved
arrangement of images being produced, which, line by line, in each case correspond
to one illumination required for the detection of the position of the security features.
5. Method according to one of Claims 1 to 3, a plurality of the required illumination
sources (16, 17) being active simultaneously and the image of the document surface
corresponding to each illumination source being projected onto a dedicated image sensor
via beam splitters.
6. Method according to one of Claims 1 to 5, the type of security feature present being
determined from the characteristics of the determined position of the security features.
7. Method according to one of Claims 1 to 6, the information and definitions needed for
the positioning and testing of a security feature being stored in one or more other
machine-readable features of the same document.
8. Method according to Claim 7, the definitions of a specific security feature for each
document (1) being defined individually and the part of the definitions which is required
for the positioning and testing being encoded in one or more other machine-readable
features of the same document (1).
9. Method according to one of Claims 1 to 8, the image and other information accumulating
during the automatic evaluation of the document being stored in a document database,
from which further characteristics of the document about the correctness of the security
features and emerging from the machine-readable information can be determined at any
desired times.
10. Arrangement for implementing the method according to one of Claims 1 to 9, in which
the document to be tested is scanned with an optical arrangement of various illumination
sources and one or more image sensors covering the document, and the images associated
with the individual illumination sources and produced by the image sensor or sensors
are converted into electric digital signals and stored and evaluated in a computing
unit, for the purpose of checking diffractive elements (4), a coherent light source
formed as a laser diode being deflected onto the position determined in the first
method step and the laser diode being moved mechanically in such a way that its light
beam is deflected onto the diffractive element (4) directly or via intermediate optical
elements such as mirrors, prisms and beam splitters, and the diffraction image produced
being converted into a real image via a matt disc and registered by an image sensor.
11. Arrangement according to Claim 10, in which all the spectrally different illuminations
are switched on simultaneously and the corresponding images are projected simultaneously
onto various image sensors by means of one or more wavelength-dependent beam splitters
in the beam path of the imaging optics.
1. Procédé d'authentification automatique et rapide de documents protégés par des caractéristiques
optiques, dans lesquels les positions desdites caractéristiques par rapport au système
de coordonnées du document et/ou du dispositif automatique de vérification ne sont
pas connues ou ne sont connues que de manière approximative, comprenant les étapes
suivantes :
1) A la première étape du procédé, le document est analysé afin de détecter la présence
de caractéristiques de sécurité au moyen d'une basse résolution de l'unité de reconnaissance
;
2) A la deuxième étape du procédé, le lieu de chaque caractéristique de sécurité est
déterminé sur le document au moyen également d'une basse résolution de l'unité de
reconnaissance ;
3) A la troisième étape du procédé, chaque lieu ainsi détecté des caractéristiques
de sécurité est analysé quant à son authenticité au moyen d'une haute résolution,
selon lequel
à la première étape du procédé, le document est éclairé au moyen d'une longueur d'onde
infrarouge rapprochée et d'une longueur d'onde dans une lumière visible et est reproduit
sur un capteur d'images,
et à la deuxième étape du procédé, les positions desdites caractéristiques de sécurité
sont identifiées en raison des différences de luminosité, contraste ou couleur des
images.
2. Procédé d'authentification automatique et rapide de documents protégés par des caractéristiques
optiques, dans lesquels les positions desdites caractéristiques par rapport au système
de coordonnées du document et/ou du dispositif automatique de vérification ne sont
pas connues ou ne sont connues que de manière approximative, comprenant les étapes
suivantes :
1) A la première étape du procédé, le document est scanné au moyen de la plus haute
résolution nécessaire à la reconnaissance des caractéristiques d'authenticité et le
lieu des caractéristiques d'authenticité est reconnu immédiatement à partir de l'image
scannée.
2) A une deuxième étape du procédé, la réponse du signal ainsi obtenue au lieu des
caractéristiques de sécurité détectées n'est étudiée au moyen d'une analyse par logiciel
de la réponse du signal qu'audit lieu avec une haute précision,
selon lequel
à la première étape du procédé, le document est éclairé au moyen d'une longueur d'onde
infrarouge rapprochée et d'une longueur d'onde dans une lumière visible et est reproduit
sur un capteur d'images et les positions desdites caractéristiques de sécurité sont
identifiées en raison des différences de luminosité, contraste ou couleur des images.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, selon lequel la position d'une caractéristique
diffractive (4) est déterminée par le fait que dans un quadrillage de recherche une
source de lumière cohérente éclaire le document localement dans les positions supposées
de ladite caractéristique et une image de cet espace local est obtenue à l'aide d'un
capteur d'images et que cette position varie jusqu'à ce que les structures de l'image
attendues et a priori connues par la définition de l'élément diffractif apparaissent.
4. Procédé selon l'une des revendications 1 à 3, selon lequel les éclairages se connectent
tour à tour de manière synchrone au changement de ligne d'un capteur enregistreur
d'images (20) et ainsi une disposition imbriquée d'images se forme correspondant respectivement
ligne par ligne à un des éclairages nécessaires à la reconnaissance de la position
des caractéristiques de sécurité.
5. Procédé selon l'une des revendications 1 à 3, selon lequel plusieurs parmi les sources
d'éclairage nécessaires (16, 17) sont actives simultanément et l'image correspondant
à chaque source d'éclairage de la surface du document est reproduite par un répartiteur
de rayons sur un propre capteur d'images.
6. Procédé selon l'une des revendications 1 à 5, selon lequel le type de la caractéristique
de sécurité présente est déterminé par les propriétés de la position évaluée desdites
caractéristiques de sécurité.
7. Procédé selon l'une des revendications 1 à 6, selon lequel les informations et définitions
nécessaires au positionnement et à la vérification d'une caractéristique de sécurité
sont stockées dans une ou plusieurs autres caractéristiques dudit document mécaniquement
lisibles.
8. Procédé selon la revendication 7, selon lequel les définitions d'une caractéristique
de sécurité définie sont établies individuellement pour chaque document (1) et la
partie des définitions qui est nécessaire au positionnement et à la vérification est
codée dans une ou dans plusieurs autres caractéristiques dudit document mécaniquement
lisibles.
9. Procédé selon l'une des revendications 1 à 8, selon lequel les informations imagées
survenues lors de l'exploitation automatique du document et autres informations sont
enregistrées dans une base de données de documents, à partir de laquelle d'autres
propriétés du document au-delà de l'exactitude des caractéristiques de sécurité et
de l'information mécaniquement lisible peuvent être déterminées à n'importe quel moment.
10. Disposition pour la réalisation du procédé selon l'une des revendications 1 à 9, dans
laquelle le document à vérifier est balayé au moyen d'un réseau optique de différentes
sources d'éclairage et d'un ou plusieurs capteurs enregistreurs d'images du document
et les images attribuées aux sources d'éclairage respectives et générées par ledit
ou lesdits capteurs d'images sont converties en signaux numériques électriques et
enregistrées et exploitées dans une unité de compte, selon laquelle une source de
lumière cohérente formée en tant que diode laser est dirigée sur la position déterminée
à la première étape du procédé afin de contrôler les éléments diffractifs (4) et la
diode laser est déplacée de telle sorte que le rayon de lumière est dirigé sur l'élément
diffractif (4) directement ou au moyen d'éléments intermédiaires optiques tels que
des miroirs, prismes et répartiteurs de rayons et la figure de diffraction qui en
résulte est convertie au moyen d'un verre dépoli en une image réelle et enregistrée
par un capteur d'images.
11. Disposition selon la revendication 10, selon laquelle tous les éclairages différents
au niveau spectral sont allumés simultanément et, dans le faisceau de l'optique reproduite,
les images correspondantes sont reproduites simultanément sur différents capteurs
d'images au moyen d'un ou plusieurs répartiteurs de rayons dépendant de leur longueur
d'onde.