(19)
(11) EP 1 195 112 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
10.04.2002  Patentblatt  2002/15

(21) Anmeldenummer: 01123554.6

(22) Anmeldetag:  01.10.2001
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7A47B 3/091, A47B 13/02
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH CY DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK RO SI

(30) Priorität: 09.10.2000 DE 10049853

(71) Anmelder: Sedus Stoll AG
79761 Waldshut (DE)

(72) Erfinder:
  • Buntru, Kurt
    79780 Stühlingen (DE)
  • Hergesell, Harald
    79733 Görwihl (DE)
  • Seiler, Mathias
    79539 Lörrach (DE)

(74) Vertreter: Pöpper, Evamaria, Dr. 
Patentanwältin, Langenweg 11
79761 Waldshut
79761 Waldshut (DE)

   


(54) Klapptisch


(57) Die Erfindung betrifft ein Klapptisch, bestehend aus einer Tischplatte (1) und einem klappbaren Stahldrahtgestell (2) mit vier Vertikalstreben (3) und vier Querstreben (4). Sie ist dadurch gekennzeichnet, daß die Vertikalstreben (3) einerseits oben in einem fest mit der Tischplatte (1) verbundenen Tischstirnkantenprofil (5) drehbar gelagert sind und andererseits unten in Rollen (6) nicht drehbar horizontal gelagert sind, wobei die Vertikalstreben (3) jeweils nur in einer Hälfte der Rollen (6) angeordnet sind und in der anderen Hälfte der Rollen (6) jeweils die Querstreben (4) drehbar horizontal gelagert sind, und die Querstreben (4) an ihrem oberen Ende in einer auf der Unterseite der Tischplatte (1) angeordneten Ankerplatte (7) fixiert sind.




Beschreibung

Technisches Gebiet



[0001] Die Erfindung bezieht sich auf das Gebiet der Möbelindustrie. Sie betrifft einen Tisch mit einem klappbaren Gestell und ein Verfahren zum Zusammenklappen des Tisches.

Stand der Technik



[0002] Klapptische, welche aus Platzspargründen während des Nichtgebrauchs oder während des Transportes zusammengeklappt werden können, sind bekannt, beispielsweise das Modell Agenda der Fa. Dauphin oder das Modell Nr. 4950 der Fa. Kusch & Co. Diese bekannten Klapptische verfügen konstruktionsbedingt über eine hohe umlaufende Zarge, in ein T-förmiges zusammengeklapptes Stahlrohrgestell eintaucht. Die umlaufende Zarge und das zum Einsatz kommende relativ dicke Stahlrohr sind die Ursache dafür, daß die Klapptische nachteilig in der Regel recht klobig aussehen.

[0003] Bekannt sind auch Tische mit einem Stahldrahtgestell, welche sich durch eine besonders filigrane Optik auszeichnen, beispielsweise das Modell Nr. 6530/6533 der Firma Casala oder das Modell Tension der Fa. Paustian. Die Gestelle dieser Tische bestehen aus einem relativ dünnen Stahldraht. Aufgrund der statisch vorteilhaften Anstellung der Drahtstreben zur Tischplatte wird trotz des geringen Materialquerschnittes eine hinreichende Stabilität des Gestelles erreicht. Allerdings verfügt bisher keiner der am Markt befindlichen Stahldrahtgestelltische über ein klappbares Gestell.

Darstellung der Erfindung



[0004] Die Erfindung versucht, diesen genannten Nachteil des bekannten Standes der Technik zu vermeiden. Ihr liegt die Aufgabe zugrunde, einen Tisch mit einem klappbaren Stahldrahtgestell zu entwickeln, welcher sehr filigran aussieht und sich leicht zusammenklappen läßt.

[0005] Erfindungsgemäß wird dies bei einem aus einer Tischplatte und einem Stahldrahtgestell mit vier Vertikalstreben und vier Querstreben bestehenden Klapptisch dadurch erreicht, daß die Vertikalstreben einerseits oben in einem fest mit der Tischplatte verbundenen Tischstirnkantenprofil drehbar gelagert sind und andererseits unten in Rollen nicht drehbar horizontal gelagert sind, wobei die Vertikalstreben jeweils nur in einer Hälfte der Rollen angeordnet sind und in der anderen Hälfte der Rollen jeweils die Querstreben drehbar horizontal gelagert sind, und die Querstreben an ihrem oberen Ende in einer auf der Unterseite der Tischplatte angeordneten Ankerplatte fixiert sind.

[0006] Die Vorteile der Erfindung bestehen darin, daß mit dem vergleichsweise dünnen Stahldraht eine statisch vorteilhafte Kräftedreieckstruktur realisiert wird, die trotz zwei Gelenk-Losstellen ein stabiles Tischgestell ermöglicht.

[0007] Es ist zweckmäßig, wenn die Ankerplatte eine Pfanne aufweist, in welcher formschlüssig eine geschlitzte zylinderförmige Spannscheibe mit einer angefrästen Planfläche und einem Gummipuffer angeordnet ist, wobei die Spannscheibe in die Ankerplatte mittels eines Exzenterhebels preßbar ist, welcher über einen in der Pfanne zentrisch angeordneten Stift um die Horizontalachse drehbar mit der Ankerplatte verbunden ist und im Durchdringungsbereich der Ankerplatte mittels Vierkantquerschnitt nicht drehbar geführt ist, wobei der Stift auf der der Tischoberseite zugeordneten Seite der Ankerplatte mit einer Mutter verschraubt ist und zwischen der Mutter und der Ankerplatte eine Tellerfeder angeordnet ist. Die Tellerfeder gleicht vorteilhaft beim Umlegen des Exzenterhebels etwaige Toleranzen aus und sorgt so dafür, daß die Spannscheibe mit einer stets konstanten Kraft in die Pfanne der Ankerplatte eingepreßt ist. Der Gummipuffer der Spannscheibe verhindert ein Zerkratzen der Tischplatte beim Stapeln im zusammengeklappten Zustand.

[0008] Weiterhin ist es zweckmäßig, wenn das Tischstirnkantenprofil mittels einer in einem Schlitz der Tischplatte angeordneten Zunge fest mit der Tischplatte verbunden ist.

[0009] Außerdem ist es vorteilhaft, wenn das Tischstirnkantenprofil über einen Hohlraum verfügt, in welchem eine Stoßleiste angeordnet ist. Damit können Kratzschäden beim Aneinanderstoßen der Stirnkanten mehrerer Tische verhindert werden.

[0010] Schließlich ist es von Vorteil, wenn die Rollen mit einem Gummischlauch ummantelt sind, weil dadurch Kratzschäden auf dem Fußboden und beim Übereinanderstapeln der Tische im zusammengeklappten Zustand vermieden werden.
Von Vorteil ist auch der Einsatz einer Wabentischplatte, weil dadurch das Gesamtgewicht des Tisches besonders gering ausfällt.

[0011] Zum Einklappen des Gestelles muß der Exzenterhebel um 180 ° geschwenkt und die Spannscheibe aus der Pfanne herausgeschwenkt werden, und zwar um die Drehachse der Rolle, wobei anschließend die Vertikalstreben und die Querstreben um die Drehachse der Rollen auseinandergeklappt und flach auf die Tischunterseite gelegt werden, so dass zwei der vier Rollen auf der Tischplattenunterseite aufliegen.

Kurze Beschreibung der Zeichnung



[0012] In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt.

[0013] Es zeigen:
Fig. 1
eine Seitenansicht der Längsseite eines erfindungsgemäßen Klapptisches;
Fig. 2
eine Seitenansicht der Stirnseite eines erfindungsgemäßen Klapptisches;
Fig. 3
einen Schnitt durch die Ankerplatte und Spannscheibe entlang der Linie III-III in Fig. 2;
Fig. 4
einen Schnitt durch die Spannscheibe entlang der Linie IV-IV in Fig. 3;
Fig. 5
einen Schnitt durch die Ankerplatte entlang der Linie V-V in Fig. 3;
Fig. 6
eine Seitenansicht von drei übereinandergestapelten zusammengeklappten erfindungsgemäßen Klapptischen und
Fig. 7
eine Seitenansicht des Tischkantenprofiles.


[0014] Es sind nur die für das Verständnis der Erfindung wesentlichen Elemente gezeigt.

Wege zur Ausführung der Erfindung



[0015] Nachfolgend wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispieles und der Figuren 1 bis 7 näher erläutert.

[0016] Fig. 1 zeigt eine Seitenansicht der Längsseite und Fig. 2 eine Seitenansicht der Stirnseite eines erfindungsgemäßen Klapptisches. Beide Figuren sollten zum besseren Verständnis gleichzeitig betrachtet werden. Der Tisch besteht aus einer Tischplatte 1 und einem klappbaren sehr filigran wirkenden Stahldrahtgestell 2. Das Stahldrahtgestell 2 besteht wiederum aus vier Vertikalstreben 3 und vier Querstreben 4. Die Vertikalstreben 3 sind an ihrem oberen Ende in einem Tischstirnkantenprofil 5, welches weiter unten gemäss Fig. 6 näher beschrieben wird, drehbar gelagert. Untenseitig sind die Vertikalstreben 3 jeweils in Rollen 6 nicht drehbar gelagert. Die Vertikalstreben 3 sind dabei jeweils nur in einer Hälfte der Rollen 6, d.h. bis zur Mitte der Rollen 6, angeordnet. In der anderen Hälfte der Rollen 6 sind jeweils die Querstreben 4 drehbar eingelagert, d.h. an ihrem unteren Ende sind die Querstreben 4 drehbar gelagert. An ihrem oberen Ende sind sie dagegen auf der Unterseite der Tischplatte 1 fest in einer Ankerplatte 7 fixiert. Auf diese Weise ist eine Kräftedreieckstruktur gegeben, die trotz der zwei Gelenk-Losstellen ein sehr stabiles Tischgestell ermöglicht. Der erfindungsgemäße Klapptisch ist somit stabil und wirkt trotzdem filigran.

[0017] Fig. 3 zeigt einen Schnitt durch die Ankerplatte und Spannscheibe entlang der Linie III-III in Fig. 2, während Fig. 4 einen Schnitt durch die Spannscheibe 9 entlang der Linie IV-IV in Fig. 3 darstellt. Aus diesen Figuren geht die Verankerung der Querstrebe 4 in der Ankerplatte 7 hervor. Die Ankerplatte 7 weist zu diesem Zwecke eine Pfanne 8 auf, in welcher formschlüssig eine geschlitzte zylinderförmige Spannscheibe 9 mit einer angefrästen Planfläche 10 und einem Gummipuffer 11 angeordnet ist. Die Spannscheibe 9 wird in die Ankerplatte 7 mittels eines Exzenterhebels 12 gepreßt. Der Exzenterhebel 12 ist mit der Ankerplatte 7 über einen in der Pfanne 8 zentrisch angeordneten Stift 13 um die Horizontalachse drehbar verbunden.

[0018] In Fig. 5 ist ein Schnitt durch die Ankerplatte 7 entlang der Linie V-V in Fig. 3 dargestellt. Man erkennt, daß im Durchdringungsbereich der Ankerplatte 7 der Stift 13 einen Vierkantquerschnitt aufweist, so daß er somit in diesem Bereich nicht drehbar geführt ist. Der Stift 13 ist außerdem auf der der Tischplatte 1 zugeordneten Seite der Ankerplatte 7 mit einer Mutter 14 verschraubt. Zwischen der Mutter 14 und der Ankerplatte 7 ist eine Tellerfeder 15 angeordnet. Die Tellerfeder 15 gleicht beim Umlegen des Exzenterhebels 12 etwaige Toleranzen aus und sorgt somit dafür, daß die Spannscheibe 9 mit einer stets konstanten Kraft in die Pfanne 8 der Ankerplatte 7 gepreßt wird.

[0019] Zum Einklappen des Stahldrahtgestelles 2 wird der Exzenterhebel 12 um 180° geschwenkt und die Spannscheibe 9 wird aus der Pfanne 8 der Ankerplatte 7 herausgeschwenkt, und zwar um die Drehachse 16 der Rollen 6. Dann werden die Vertikalstreben 3 und die Querstreben 4 um die Drehachse 16 der Rollen 6 auseinandergeklappt und flach auf der Unterseite der Tischplatte 1 aufgelegt.

[0020] Dies ist gut in Fig. 6 zu erkennen, welche eine Seitenansicht von drei übereinandergestapelten zusammengeklappten erfindungsgemäßen Klapptischen darstellt. Im zusammengeklappten Zustand liegen zwei der vier Rollen 6 auf der Unterseite der Tischplatte 1 auf. Die anderen beiden Rollen 6 dienen als Stapelpuffer beim platzsparenden Aufeinanderliegen der erfindungsgemäßen Klapptische. Damit die nächste aufliegende Tischplatte 1 nicht verkratzt, sind die Rollen 6 mit einem Gummischlauch ummantelt. Ferner liegt die nächstaufliegende Tischplatte 1 auch auf den Gummipuffern 11 der Spannscheiben 9 auf. Aufgrund dessen kann der Klapptisch auf eine optisch nachteilige umlaufende Zarge, in die das Klappgestell hineingeschwenkt wird, verzichten.

[0021] Die Vertikalstreben 3 dienen im zusammengeklappten Zustand der Tische vorteilhafterweise als Tragegriffe. Der Tisch kann somit leicht transportiert werden. Von Vorteil ist z. B. auch der Einsatz einer Wabentischplatte, welche den Tisch leichtgewichtig und daher handhabungsfreundlich macht.

[0022] In Fig. 7 ist das Tischstirnkantenprofil 5 näher dargestellt. In diesem Tischstirnkantenprofil 5 sind die Vertikalstreben 3 drehbar gelagert. Das Tischstirnkantenprofil 5 ist mit der Tischplatte 1 mittels einer Zunge 17 in einem Schlitz der Tischplatte 1 fest verbunden. Es ist vorteilhaft, wenn wie in Fig. 7 dargestellt, das Tischstirnkantenprofil 5 über einen Hohlraum verfügt, in welchem eine Stoßleiste 18 eingelegt wird. Damit können Kratzschäden beim Aneinanderstoßen der Stirnkanten der Tischplatten 1 verhindert werden.

[0023] Selbstverständlich ist die Erfindung nicht auf das beschriebene Ausführungsbeispiel beschränkt.

Bezugszeichenliste



[0024] 
1
Tischplatte
2
Stahldrahtgestell
3
Vertikalstreben
4
Querstreben
5
Tischstirnkantenprofil
6
Rolle
7
Ankerplatte
8
Pfanne
9
Geschlitzte Spannscheibe
10
Planfläche von Pos. 8
11
Gummipuffer an Pos. 8
12
Exzenterhebel
13
Stift
14
Mutter
15
Tellerfeder
16
Drehachse von Pos. 6
17
Zunge von Pos. 5
18
Stoßleiste



Ansprüche

1. Klapptisch, bestehend aus einer Tischplatte (1) und einem klappbaren Stahldrahtgestell (2) mit vier Vertikalstreben (3) und vier Querstreben (4), dadurch gekennzeichnet, daß die Vertikalstreben (3) einerseits oben in einem fest mit der Tischplatte (1) verbundenen Tischstirnkantenprofil (5) drehbar gelagert sind und andererseits unten in Rollen (6) nicht drehbar horizontal gelagert sind, wobei die Vertikalstreben (3) jeweils nur in einer Hälfte der Rollen (6) angeordnet sind und in der anderen Hälfte der Rollen (6) jeweils die Querstreben (4) drehbar horizontal gelagert sind, und die Querstreben (4) an ihrem oberen Ende in einer auf der Unterseite der Tischplatte (1) angeordneten Ankerplatte (7) fixiert sind.
 
2. Klapptisch nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Ankerplatte (7) eine Pfanne (8) aufweist, in welcher formschlüssig eine geschlitzte zylinderförmige Spannscheibe (9) mit einer angefrästen Planfläche (10) und einem Gummipuffer (11) angeordnet ist, wobei die Spannscheibe (9) in die Ankerplatte (7) mittels eines Exzenterhebels (12) preßbar ist, welcher über einen in der Pfanne (8) zentrisch angeordneten Stift (14) um die Horizontalachse drehbar mit der Ankerplatte (7) verbunden ist und welcher im Durchdringungsbereich der Ankerplatte (7) einen Vierkantquerschnitt aufweist und somit nicht drehbar geführt ist, wobei der Stift (13) auf der der Tischplatte (1) zugeordneten Seite der Ankerplatte (7) mit einer Mutter (14) verschraubt ist und zwischen der Mutter (14) und der Ankerplatte (7) eine Tellerfeder (15) angeordnet ist.
 
3. Klapptisch nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Tischstirnkantenprofil (5) mittels einer in einem Schlitz der Tischplatte (1) angeordneten Zunge (17) fest mit der Tischplatte (1) verbunden ist.
 
4. Klapptisch nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Tischstirnkantenprofil (5) über einen Hohlraum verfügt, in welchem eine Stoßleiste (18) angeordnet ist.
 
5. Klapptisch nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Rollen (6) mit einem Gummischlauch ummantelt sind.
 
6. Klapptisch nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Tischplatte (1) als Wabentischplatte ausgebildet ist.
 
7. Verfahren zum Einklappen des Stahldrahtgestelles (2) eines Klapptisches nach den Ansprüche 1 bis 6 dadurch gekennzeichnet, daß der Exzenterhebel (12) um 180° geschwenkt wird und die Spannscheibe (9) aus der Pfanne (8) herausgeschwenkt wird, und zwar um die Drehachse (16) der Rolle (6), wobei anschließend die Vertikalstreben (3) und die Querstreben (4) um die Drehachse (16) der Rollen (6) auseinandergeklappt und flach auf die Unterseite der Tischplatte (1) gelegt werden, so dass zwei der vier Rollen (6) auf der Unterseite der Tischplatte (1) aufliegen.
 




Zeichnung













Recherchenbericht