Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung bezieht sich auf das Gebiet der Möbelindustrie. Sie betrifft einen
Tisch mit einem klappbaren Gestell und ein Verfahren zum Zusammenklappen des Tisches.
Stand der Technik
[0002] Klapptische, welche aus Platzspargründen während des Nichtgebrauchs oder während
des Transportes zusammengeklappt werden können, sind bekannt, beispielsweise das Modell
Agenda der Fa. Dauphin oder das Modell Nr. 4950 der Fa. Kusch & Co. Diese bekannten
Klapptische verfügen konstruktionsbedingt über eine hohe umlaufende Zarge, in ein
T-förmiges zusammengeklapptes Stahlrohrgestell eintaucht. Die umlaufende Zarge und
das zum Einsatz kommende relativ dicke Stahlrohr sind die Ursache dafür, daß die Klapptische
nachteilig in der Regel recht klobig aussehen.
[0003] Bekannt sind auch Tische mit einem Stahldrahtgestell, welche sich durch eine besonders
filigrane Optik auszeichnen, beispielsweise das Modell Nr. 6530/6533 der Firma Casala
oder das Modell Tension der Fa. Paustian. Die Gestelle dieser Tische bestehen aus
einem relativ dünnen Stahldraht. Aufgrund der statisch vorteilhaften Anstellung der
Drahtstreben zur Tischplatte wird trotz des geringen Materialquerschnittes eine hinreichende
Stabilität des Gestelles erreicht. Allerdings verfügt bisher keiner der am Markt befindlichen
Stahldrahtgestelltische über ein klappbares Gestell.
Darstellung der Erfindung
[0004] Die Erfindung versucht, diesen genannten Nachteil des bekannten Standes der Technik
zu vermeiden. Ihr liegt die Aufgabe zugrunde, einen Tisch mit einem klappbaren Stahldrahtgestell
zu entwickeln, welcher sehr filigran aussieht und sich leicht zusammenklappen läßt.
[0005] Erfindungsgemäß wird dies bei einem aus einer Tischplatte und einem Stahldrahtgestell
mit vier Vertikalstreben und vier Querstreben bestehenden Klapptisch dadurch erreicht,
daß die Vertikalstreben einerseits oben in einem fest mit der Tischplatte verbundenen
Tischstirnkantenprofil drehbar gelagert sind und andererseits unten in Rollen nicht
drehbar horizontal gelagert sind, wobei die Vertikalstreben jeweils nur in einer Hälfte
der Rollen angeordnet sind und in der anderen Hälfte der Rollen jeweils die Querstreben
drehbar horizontal gelagert sind, und die Querstreben an ihrem oberen Ende in einer
auf der Unterseite der Tischplatte angeordneten Ankerplatte fixiert sind.
[0006] Die Vorteile der Erfindung bestehen darin, daß mit dem vergleichsweise dünnen Stahldraht
eine statisch vorteilhafte Kräftedreieckstruktur realisiert wird, die trotz zwei Gelenk-Losstellen
ein stabiles Tischgestell ermöglicht.
[0007] Es ist zweckmäßig, wenn die Ankerplatte eine Pfanne aufweist, in welcher formschlüssig
eine geschlitzte zylinderförmige Spannscheibe mit einer angefrästen Planfläche und
einem Gummipuffer angeordnet ist, wobei die Spannscheibe in die Ankerplatte mittels
eines Exzenterhebels preßbar ist, welcher über einen in der Pfanne zentrisch angeordneten
Stift um die Horizontalachse drehbar mit der Ankerplatte verbunden ist und im Durchdringungsbereich
der Ankerplatte mittels Vierkantquerschnitt nicht drehbar geführt ist, wobei der Stift
auf der der Tischoberseite zugeordneten Seite der Ankerplatte mit einer Mutter verschraubt
ist und zwischen der Mutter und der Ankerplatte eine Tellerfeder angeordnet ist. Die
Tellerfeder gleicht vorteilhaft beim Umlegen des Exzenterhebels etwaige Toleranzen
aus und sorgt so dafür, daß die Spannscheibe mit einer stets konstanten Kraft in die
Pfanne der Ankerplatte eingepreßt ist. Der Gummipuffer der Spannscheibe verhindert
ein Zerkratzen der Tischplatte beim Stapeln im zusammengeklappten Zustand.
[0008] Weiterhin ist es zweckmäßig, wenn das Tischstirnkantenprofil mittels einer in einem
Schlitz der Tischplatte angeordneten Zunge fest mit der Tischplatte verbunden ist.
[0009] Außerdem ist es vorteilhaft, wenn das Tischstirnkantenprofil über einen Hohlraum
verfügt, in welchem eine Stoßleiste angeordnet ist. Damit können Kratzschäden beim
Aneinanderstoßen der Stirnkanten mehrerer Tische verhindert werden.
[0010] Schließlich ist es von Vorteil, wenn die Rollen mit einem Gummischlauch ummantelt
sind, weil dadurch Kratzschäden auf dem Fußboden und beim Übereinanderstapeln der
Tische im zusammengeklappten Zustand vermieden werden.
Von Vorteil ist auch der Einsatz einer Wabentischplatte, weil dadurch das Gesamtgewicht
des Tisches besonders gering ausfällt.
[0011] Zum Einklappen des Gestelles muß der Exzenterhebel um 180 ° geschwenkt und die Spannscheibe
aus der Pfanne herausgeschwenkt werden, und zwar um die Drehachse der Rolle, wobei
anschließend die Vertikalstreben und die Querstreben um die Drehachse der Rollen auseinandergeklappt
und flach auf die Tischunterseite gelegt werden, so dass zwei der vier Rollen auf
der Tischplattenunterseite aufliegen.
Kurze Beschreibung der Zeichnung
[0012] In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt.
[0013] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Seitenansicht der Längsseite eines erfindungsgemäßen Klapptisches;
- Fig. 2
- eine Seitenansicht der Stirnseite eines erfindungsgemäßen Klapptisches;
- Fig. 3
- einen Schnitt durch die Ankerplatte und Spannscheibe entlang der Linie III-III in
Fig. 2;
- Fig. 4
- einen Schnitt durch die Spannscheibe entlang der Linie IV-IV in Fig. 3;
- Fig. 5
- einen Schnitt durch die Ankerplatte entlang der Linie V-V in Fig. 3;
- Fig. 6
- eine Seitenansicht von drei übereinandergestapelten zusammengeklappten erfindungsgemäßen
Klapptischen und
- Fig. 7
- eine Seitenansicht des Tischkantenprofiles.
[0014] Es sind nur die für das Verständnis der Erfindung wesentlichen Elemente gezeigt.
Wege zur Ausführung der Erfindung
[0015] Nachfolgend wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispieles und der Figuren
1 bis 7 näher erläutert.
[0016] Fig. 1 zeigt eine Seitenansicht der Längsseite und Fig. 2 eine Seitenansicht der
Stirnseite eines erfindungsgemäßen Klapptisches. Beide Figuren sollten zum besseren
Verständnis gleichzeitig betrachtet werden. Der Tisch besteht aus einer Tischplatte
1 und einem klappbaren sehr filigran wirkenden Stahldrahtgestell 2. Das Stahldrahtgestell
2 besteht wiederum aus vier Vertikalstreben 3 und vier Querstreben 4. Die Vertikalstreben
3 sind an ihrem oberen Ende in einem Tischstirnkantenprofil 5, welches weiter unten
gemäss Fig. 6 näher beschrieben wird, drehbar gelagert. Untenseitig sind die Vertikalstreben
3 jeweils in Rollen 6 nicht drehbar gelagert. Die Vertikalstreben 3 sind dabei jeweils
nur in einer Hälfte der Rollen 6, d.h. bis zur Mitte der Rollen 6, angeordnet. In
der anderen Hälfte der Rollen 6 sind jeweils die Querstreben 4 drehbar eingelagert,
d.h. an ihrem unteren Ende sind die Querstreben 4 drehbar gelagert. An ihrem oberen
Ende sind sie dagegen auf der Unterseite der Tischplatte 1 fest in einer Ankerplatte
7 fixiert. Auf diese Weise ist eine Kräftedreieckstruktur gegeben, die trotz der zwei
Gelenk-Losstellen ein sehr stabiles Tischgestell ermöglicht. Der erfindungsgemäße
Klapptisch ist somit stabil und wirkt trotzdem filigran.
[0017] Fig. 3 zeigt einen Schnitt durch die Ankerplatte und Spannscheibe entlang der Linie
III-III in Fig. 2, während Fig. 4 einen Schnitt durch die Spannscheibe 9 entlang der
Linie IV-IV in Fig. 3 darstellt. Aus diesen Figuren geht die Verankerung der Querstrebe
4 in der Ankerplatte 7 hervor. Die Ankerplatte 7 weist zu diesem Zwecke eine Pfanne
8 auf, in welcher formschlüssig eine geschlitzte zylinderförmige Spannscheibe 9 mit
einer angefrästen Planfläche 10 und einem Gummipuffer 11 angeordnet ist. Die Spannscheibe
9 wird in die Ankerplatte 7 mittels eines Exzenterhebels 12 gepreßt. Der Exzenterhebel
12 ist mit der Ankerplatte 7 über einen in der Pfanne 8 zentrisch angeordneten Stift
13 um die Horizontalachse drehbar verbunden.
[0018] In Fig. 5 ist ein Schnitt durch die Ankerplatte 7 entlang der Linie V-V in Fig. 3
dargestellt. Man erkennt, daß im Durchdringungsbereich der Ankerplatte 7 der Stift
13 einen Vierkantquerschnitt aufweist, so daß er somit in diesem Bereich nicht drehbar
geführt ist. Der Stift 13 ist außerdem auf der der Tischplatte 1 zugeordneten Seite
der Ankerplatte 7 mit einer Mutter 14 verschraubt. Zwischen der Mutter 14 und der
Ankerplatte 7 ist eine Tellerfeder 15 angeordnet. Die Tellerfeder 15 gleicht beim
Umlegen des Exzenterhebels 12 etwaige Toleranzen aus und sorgt somit dafür, daß die
Spannscheibe 9 mit einer stets konstanten Kraft in die Pfanne 8 der Ankerplatte 7
gepreßt wird.
[0019] Zum Einklappen des Stahldrahtgestelles 2 wird der Exzenterhebel 12 um 180° geschwenkt
und die Spannscheibe 9 wird aus der Pfanne 8 der Ankerplatte 7 herausgeschwenkt, und
zwar um die Drehachse 16 der Rollen 6. Dann werden die Vertikalstreben 3 und die Querstreben
4 um die Drehachse 16 der Rollen 6 auseinandergeklappt und flach auf der Unterseite
der Tischplatte 1 aufgelegt.
[0020] Dies ist gut in Fig. 6 zu erkennen, welche eine Seitenansicht von drei übereinandergestapelten
zusammengeklappten erfindungsgemäßen Klapptischen darstellt. Im zusammengeklappten
Zustand liegen zwei der vier Rollen 6 auf der Unterseite der Tischplatte 1 auf. Die
anderen beiden Rollen 6 dienen als Stapelpuffer beim platzsparenden Aufeinanderliegen
der erfindungsgemäßen Klapptische. Damit die nächste aufliegende Tischplatte 1 nicht
verkratzt, sind die Rollen 6 mit einem Gummischlauch ummantelt. Ferner liegt die nächstaufliegende
Tischplatte 1 auch auf den Gummipuffern 11 der Spannscheiben 9 auf. Aufgrund dessen
kann der Klapptisch auf eine optisch nachteilige umlaufende Zarge, in die das Klappgestell
hineingeschwenkt wird, verzichten.
[0021] Die Vertikalstreben 3 dienen im zusammengeklappten Zustand der Tische vorteilhafterweise
als Tragegriffe. Der Tisch kann somit leicht transportiert werden. Von Vorteil ist
z. B. auch der Einsatz einer Wabentischplatte, welche den Tisch leichtgewichtig und
daher handhabungsfreundlich macht.
[0022] In Fig. 7 ist das Tischstirnkantenprofil 5 näher dargestellt. In diesem Tischstirnkantenprofil
5 sind die Vertikalstreben 3 drehbar gelagert. Das Tischstirnkantenprofil 5 ist mit
der Tischplatte 1 mittels einer Zunge 17 in einem Schlitz der Tischplatte 1 fest verbunden.
Es ist vorteilhaft, wenn wie in Fig. 7 dargestellt, das Tischstirnkantenprofil 5 über
einen Hohlraum verfügt, in welchem eine Stoßleiste 18 eingelegt wird. Damit können
Kratzschäden beim Aneinanderstoßen der Stirnkanten der Tischplatten 1 verhindert werden.
[0023] Selbstverständlich ist die Erfindung nicht auf das beschriebene Ausführungsbeispiel
beschränkt.
Bezugszeichenliste
[0024]
- 1
- Tischplatte
- 2
- Stahldrahtgestell
- 3
- Vertikalstreben
- 4
- Querstreben
- 5
- Tischstirnkantenprofil
- 6
- Rolle
- 7
- Ankerplatte
- 8
- Pfanne
- 9
- Geschlitzte Spannscheibe
- 10
- Planfläche von Pos. 8
- 11
- Gummipuffer an Pos. 8
- 12
- Exzenterhebel
- 13
- Stift
- 14
- Mutter
- 15
- Tellerfeder
- 16
- Drehachse von Pos. 6
- 17
- Zunge von Pos. 5
- 18
- Stoßleiste
1. Klapptisch, bestehend aus einer Tischplatte (1) und einem klappbaren Stahldrahtgestell
(2) mit vier Vertikalstreben (3) und vier Querstreben (4), dadurch gekennzeichnet, daß die Vertikalstreben (3) einerseits oben in einem fest mit der Tischplatte (1) verbundenen
Tischstirnkantenprofil (5) drehbar gelagert sind und andererseits unten in Rollen
(6) nicht drehbar horizontal gelagert sind, wobei die Vertikalstreben (3) jeweils
nur in einer Hälfte der Rollen (6) angeordnet sind und in der anderen Hälfte der Rollen
(6) jeweils die Querstreben (4) drehbar horizontal gelagert sind, und die Querstreben
(4) an ihrem oberen Ende in einer auf der Unterseite der Tischplatte (1) angeordneten
Ankerplatte (7) fixiert sind.
2. Klapptisch nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Ankerplatte (7) eine Pfanne (8) aufweist, in welcher formschlüssig eine geschlitzte
zylinderförmige Spannscheibe (9) mit einer angefrästen Planfläche (10) und einem Gummipuffer
(11) angeordnet ist, wobei die Spannscheibe (9) in die Ankerplatte (7) mittels eines
Exzenterhebels (12) preßbar ist, welcher über einen in der Pfanne (8) zentrisch angeordneten
Stift (14) um die Horizontalachse drehbar mit der Ankerplatte (7) verbunden ist und
welcher im Durchdringungsbereich der Ankerplatte (7) einen Vierkantquerschnitt aufweist
und somit nicht drehbar geführt ist, wobei der Stift (13) auf der der Tischplatte
(1) zugeordneten Seite der Ankerplatte (7) mit einer Mutter (14) verschraubt ist und
zwischen der Mutter (14) und der Ankerplatte (7) eine Tellerfeder (15) angeordnet
ist.
3. Klapptisch nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Tischstirnkantenprofil (5) mittels einer in einem Schlitz der Tischplatte (1)
angeordneten Zunge (17) fest mit der Tischplatte (1) verbunden ist.
4. Klapptisch nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Tischstirnkantenprofil (5) über einen Hohlraum verfügt, in welchem eine Stoßleiste
(18) angeordnet ist.
5. Klapptisch nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Rollen (6) mit einem Gummischlauch ummantelt sind.
6. Klapptisch nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Tischplatte (1) als Wabentischplatte ausgebildet ist.
7. Verfahren zum Einklappen des Stahldrahtgestelles (2) eines Klapptisches nach den Ansprüche
1 bis 6 dadurch gekennzeichnet, daß der Exzenterhebel (12) um 180° geschwenkt wird und die Spannscheibe (9) aus der Pfanne
(8) herausgeschwenkt wird, und zwar um die Drehachse (16) der Rolle (6), wobei anschließend
die Vertikalstreben (3) und die Querstreben (4) um die Drehachse (16) der Rollen (6)
auseinandergeklappt und flach auf die Unterseite der Tischplatte (1) gelegt werden,
so dass zwei der vier Rollen (6) auf der Unterseite der Tischplatte (1) aufliegen.