[0001] Es ist bekannt, unter die Füße von Möbeln Untersetzer zusetzen, die das Gewicht des
Möbelstücks auf eine größere Fläche verteilen. Solche Untersetzer sind im Fachhandel
erhältlich.
[0002] Beim Verkippen oder Verkanten von Stühlen tritt das Problem auf, dass auch wegen
vorhandener Kanten bei nicht zähelastischen Bodenbelägen sich der Gleiter oder der
Fuß in den Boden eindrückt und diesen bleibend deformiert bzw. aufwalkt. Dadurch kann
es zu dauernden Beschädigungen kommen, die auch zu einer Unfallgefahr führen können.
Gerade bei Sitzmöbeln in Schulen kommt es wegen des häufigen Verschiebens der Stühle
oder sonstigen Möbeln zu einer Abnutzung und Beschädigung des Bodens bis zur Unansehnlichkeit.
Dies kann noch verstärkt werden, wenn zwischen den Füßen der Möbel und dem Boden Schmutz
oder Sand vorhanden ist.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, eine Möglichkeit zu schaffen, in solchen
Fällen eine Beschädigung des Fußbodens bzw. des Fußbodenbelags zu vermeiden.
[0004] Zur Lösung dieser Aufgabe schlägt die Erfindung einen Möbelgleiter mit den Merkmalen
des Anspruchs 1 vor. Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der abhängigen
Ansprüche, deren Wortlaut ebenso wie der Wortlaut der Zusammenfassung durch Bezugnahme
zum Inhalt der Beschreibung gemacht wird.
[0005] Durch die Anordnung der Auflageschicht aus zähelastischem bzw. weichem Werkstoff
wird das Vorhandensein eines solchen Fußbodenbelags praktisch simuliert. Kanten an
den Füßen oder an den Möbeln können ihre Wirkung zunächst nur in der Auflageschicht
ausüben, nicht aber im eigentlichen Bodenbelag. Dadurch verringert sich die Gefahr
einer Beschädigung des Bodens mit den daraus resultierenden Folgen.
[0006] Als zähelastischer Werkstoff kommt beispielsweise ein verformbarer Kunststoff oder
ein Elastomermaterial, auch Gummiselbst, in Frage.
[0007] In der einfachsten Ausgestaltung der Erfindung bildet die Auflageschicht eine Auflagefläche
zur Auflage auf dem Fußbodenbelag.
[0008] Es ist jedoch ebenfalls möglich und wird von der Erfindung vorgeschlagen, an der
Unterseite der Auflageschicht eine Verstärkung aus einem anderen Material anzuordnen,
das dann die Auflagefläche bildet. Auch in diesem Fall ist dafür gesorgt, dass zwischen
dem eigentlichen Möbelstück, beispielsweise einem Stuhl, und dem Fußbodenbelag eine
Zwischenschicht aus einem zäheplastischen Material angeordnet ist, das sich in gewissen
Ausmaß verformen lässt.
[0009] Als Verstärkung kommt beispielsweise eine Art inlay aus Filz, Holz oder auch Metall
in Frage, beispielsweise aus Edelstahl oder Edelstahlgeflecht. Auch die Verwendung
von Glieder-material wird von der Erfindung vorgeschlagen.
[0010] Die Anbringung der Auflageschicht mit Hilfe der Befestigungseinrichtung kann an das
spezielle Möbelstück, um das es gibt, angepasst sein. Da die Erfindung in erster Linie
für Sitzmöbel gedacht ist, kann insbesondere in Weiterbildung der Erfindung vorgesehen
sein, dass die Befestigungseinrichtung von einer Aufnahme für einen Möbelfuß gebildet
wird. Diese Aufnahme kann an die Form des Möbelfußes angepasst sein, auch in optischer
Hinsicht.
[0011] Insbesondere schlägt die Erfindung vor, die Aufnahme so auszubilden, dass ein Möbelfuß
in der Aufnahme form- und/oder kraftschlüssig aufgenommen wird.
[0012] Aufgrund der Verwendung von zähelastischem Material liegt auch dann eine flächige
Auflage des Möbelstücks vor, wenn der Boden nicht vollständig eben ausgebildet ist.
Geringe Unterschiede in der Bodenbeschaffenheit werden durch das zähelastische Material
ausgeglichen.
[0013] Bei Sitzmöbeln, insbesondere Stühlen für Schulen, besteht die Unsitte, dass die Person,
die den Stuhl benutzt, mit dem Stuhl kippelt. Dieses Kippeln geschieht in erster Linie
nach hinten, manchmal auch nach vorne. Die Erfindung schlägt nun vor, den Möbelgleiter
so auszubilden, dass sich die Auflageschicht und/oder Auflagefläche über mindestens
eine Kante hinaus vorzugsweise in abgerundeter Form bis zur Seite des Möbelstücks
bzw. Möbelfußes erstreckt. Wegen der bevorzugten Kipprichtung hinten oder vorne kann
es ausreichen, die Auflagefläche nur nach hinten oder nur nach vorne und oben zuziehen,
während die Gefahr des Kippens zur Seite bei Stühlen wesentlich geringer ist.
[0014] In Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, die Befestigungseinrichtung
bzw. die Aufnahme aus harten Materialherzustellen, das wegen der Anpassung an die
Form des Möbelstücks oder Möbelfußes mit einer flächigen festen Anlage mit diesen
verbunden werden kann.
[0015] Insbesondere kann vorgesehen sein, die Befestigungseinrichtung bzw. die Aufnahme
aus einem harten Kunststoffherzustellen, während die Auflageschicht aus einem entsprechend
weicheren Kunststoff hergestellt wird. Diese Auflageschicht kann unter Verwendung
der bei der Kunststoffherstellung und Kunststoffverarbeitung bekannten Verfahren untrennbar
mit der Befestigungseinrichtung und/oder mit der Verstärkung verbunden werden.
[0016] Weitere Merkmale, Einzelheiten und Vorzüge der Erfindung ergeben sich aus der folgenden
Beschreibung einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung sowie an Hand der Zeichnung.
Hierbei zeigen:
- Figur 1
- schematisch das Prinzip der Wirkungsweise des von der Erfindung vorgeschlagenen Möbelgleiter;
- Figur 2
- ein Beispiel eines Stuhls, bei dem ein solcher Möbelgleiter verwendet werden kann;
- Figur 3
- einen Längsschnitt durch einen Möbelgleiter für die Vorderseite eines Stuhls;
- Figur 4
- die Ansicht des Möbelgleiters der Figur 3 von unten;
- Figur 5
- einen Querschnitt durch den Möbelgleiter;
- Figur 6
- eine Stirnansicht des Möbelgleiters der Figur 3;
- Figur 7
- die Seitenansicht eines Möbelgleiters für den hinteren Bereich eines Möbelfußes;
- Figur 8
- die Draufsicht auf den Möbelgleiter der Figur 7;
- Figur 9
- eine perspektivische Ansicht eines Möbelgleiters der Figur 7 und 8;
- Figur 10
- einen ersten Querschnitt durch den Möbelgleiter der Figur 7 und 8;
- Figur 11
- einen zweiten Querschnitt durch den Möbelgleiter.
[0017] Figur 1 zeigt zunächst das reine Prinzip, wie die Erfindung arbeitet. An der Unterseite
eines Möbelfußes 1, beispielsweise des Beins eines Sitzmöbels, ist mit Hilfe einer
der Form des Möbelfußes angepassten Befestigungseinrichtung 2
[0018] eine Auflageschicht 3 aus zähelastischem Material angebracht. Die dem Möbelfuß 1
abgewandte Seite des zähelastischen Materials kann dann noch mit einer Verstärkung
4 verbunden sein. Diese Verstärkung kann aus einem anderen, auch einem harten Material,
bestehen. Bei ungleichen Verteilungen von Kräften entstehende Drücke werden in dem
zähelastischen Material der Auflageschicht 3 aufgenommen und ausgeglichen.
[0019] Figur 2 zeigt einen Stuhl, wie er für die folgende Beschreibung als Beispiel für
einen Anwendungsfall dienen soll. Der Stuhl enthält einen Möbelfuß 5 in Form eines
auf dem Boden aufliegenden U s. Die freien Enden der beiden Schenkel sind
nach vorne gerichtet, und dort mit jeweils einem Möbelgleiter6 nach der Erfindung
versehen. Die hinteren Enden der Stege des U s sind durch einen Quersteg 7 verbunden,
so dass dort zwei Ecken entstehen, an denen andere Möbelgleiter angebracht
werden können. Diese zweite Art von Möbelgleiter ist in den Figuren 7 bis 11 dargestellt,
während die Figuren 3 bis 6, auf die jetzt Bezug genommen wird, den Möbelgleiter 6
für die vorderen Enden des Profils darstellen.
[0020] Der Möbelfuß 5 besteht aus einem im Querschnitt ovalen Metallprofil 8, das in Figur
3 rechts im Schnitt dargestellt ist. Hierauf wird der Möbelgleiters 6 aufgeschoben.
Er weist eine dem Querschnitt des Metallprofils 8 entsprechende Form auf und umgibt
den Umfang des Profils vollständig. Auf seiner dem Fuß zugewandten Seite ist der Möbelgleiter
6 offen. Erweist in seinem Inneren einen zylindrischen Ansatz 9 auf, der gegenüber
der Außenwand 10 des Gleiters einen Zwischenraum 11stehen lässt, der etwa der Dicke
des Metalls des Metallprofils 8 entspricht. An der Außenseite des Ansatzes 9 sind
einzelne in Längsrichtung verlaufender Rippen 12 ausgebildet, die zu einer verstärkten
Festlegung des Gleiters an dem Metallprofil 8 führen.
[0021] An der Unterseite 13, die zu der Vorderseite des Möbelgleiters in einem abgerundeten
Bogen 14 verläuft, ist eine Auflageschicht 15 angebracht, beispielsweise durch Vulkanisieren.
Die Auflageschicht 15 besteht aus einem zähelastischen Material. Sie kann zur besseren
Verbindung in eine Nut 16eingesetzt sein, siehe den Schnitt der Figur 5.
[0022] Die Figur 4 zeigt die Unteransicht des Möbelgleiters 6 von unten in Figur 3. Die
Auflageschicht 15 erstreckt sich überfast die gesamte Länge des Möbelgleiters 6 und
geht in die Vorderseite, in Figur 3 und 4 links, in einem geschwungenen Bogen über.
[0023] Diese Vorderseite ist in der Stirnansicht der Figur 6 noch im einzelnen dargestellt.
Die Auflageschicht 15 reicht bis fast zur Hälfte der vertikalen Erstreckung des Möbelgleiters.
[0024] Auf beiden freien Enden der Schenkel des Möbelfußes des Sitzmöbels der Figur 2 wird
je ein solcher Möbelgleiter 6aufgesteckt, wobei er dann form- und kraftschlüssig festgelegt
ist. Wenn nun ein Schüler auf dem Stuhl nach vorne kippt, so verteilt sich die Kraft
auf das zähelastische Material der Auflageschicht 15, wobei auch ein gewisses Abrollen
beim Kippen nach vorne auftritt. Beschädigungen des Fußbodenbelags werden dadurch
verhindert.
[0025] Nun zu dem Möbelgleiter der Figur 7 bis 11, der an den Verbindungsstellen der Längsschenkel
und des Querstegs 7 des Möbelfußes angebracht wird. Der Möbelgleiter 20 weist, von
oben gesehen, eine Bogenform auf und enthält eine Nut 21, die der Breite des Metallprofils
8 entspricht. Auf dem Boden der Nut 21 sind zwei federnde nach oben gerichtete kreis-zylindrische
Ansätze 22 ungeformt, die in entsprechende Löcher in der Unterseite des Metallprofils
8 eingreifen können. Die Nut ist von einer Innenwand 23 und einer Außenwand 24 begrenzt.
Die Außenwand 24, siehe auch Figur 7,verläuft ebenfalls in Form eines Bogens und enthält
mittig eine Verstärkungsrippe 25. Die Unterseite des Möbelgleiters20 der Figur 7 enthält
wiederum in einer Vertiefung 26 eine Auflageschicht 27 aus dem gleichen oder einem
ähnlichen Material wie die Auflageschicht 15 des Möbelgleiters 6 der Figur 3 bis 6.
In Figur 10 und Figur 11 ist die Außenseite des Möbelfußes rechts dargestellt, ebenso
in Figur 9. Man kann aus beiden Schritten sehen, dass auch hier die Auflagefläche
27sich über die äußere Kante hinaus in abgerundeter Form etwas nach oben, also zur
Seite des Möbelfußes, erstreckt.
1. Möbelgleiter, insbesondere für Sitzmöbel, mit
1.1 einer Befestigungseinrichtung zur Anbringung des Gleiters (6, 20) an einem Möbelstück,
1.2 einer an der Unterseite des Gleiters (6, 20) angeordneten Auflageschicht (15,
27) aus zähelastischem Werkstoff, die
1.2.1 derart ausgebildet und angeordnet ist, dass
1.2.2 keine direkte Berührung zwischen dem Möbel-stück und dem Fußboden auftritt.
2. Möbelgleiter nach Anspruch 1, bei dem die Auflageschicht (15, 27) eine Auflagefläche
zur Auflage auf dem Fußboden bildet.
3. Möbelgleiter nach Anspruch 1, bei dem an der Unterseite der Auflageschicht (15, 27)
eine Verstärkung aus einem anderen Material angeordnet ist, das die Auflagefläche
bildet.
4. Möbelgleiter nach Anspruch 3, bei dem die Verstärkung aus Filz, Holz, Edelstahl, Stahldrahtgeflecht
oder Gliedermaterial aufgebaut ist.
5. Möbelgleiter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem die Befestigungseinrichtung
von einer Aufnahme für einen Möbelfuß gebildet wird.
6. Möbelgleiter nach Anspruch 5, bei dem der Möbelfuß in der Aufnahme form- und/oder
kraftschlüssig aufgenommen ist.
7. Möbelgleiter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem sich die Auflageschicht
(15, 27) und/oder die Auflagefläche über mindestens eine Kante des Möbelfußes hinaus
bis zur Seite des Möbelstücks erstreckt, vorzugsweise in abgerundeter Form.
8. Möbelgleiter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem bei einem Sitzmöbel
die Auflagefläche über die Vorderkante des Sitzmöbels hinaus bzw. die Hinterkante
des Sitzmöbels hinaus verläuft.
9. Möbelgleiter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem die Befestigungseinrichtung
aus hartem Material besteht.
10. Möbelgleiter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem die Befestigungseinrichtung
aus Kunststoff besteht.
11. Möbelgleiter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem die Auflageschicht (15,
27) mit der Befestigungseinrichtung unzertrennbar verbunden ist.