Stand der Technik
[0001] Die Erfindung geht aus von einem Brennstoffeinspritzventil nach der Gattung des Hauptanspruchs.
[0002] Aus der DE 198 15 789 A1 ist ein Brennstoffeinspritzventil bekannt, das sich dadurch
auszeichnet, daß es eine Drallscheibe stromabwärts eines Ventilsitzes besitzt, die
aus wenigstens einem metallischen Material besteht, wenigstens zwei in eine Drallkammer
mündende Drallkanäle aufweist und bei der alle Schichten mittels galvanischer Metallabscheidung
(Multilayergalvanik) unmittelbar haftfest aufeinander aufgebaut sind. Die Drallscheibe
ist derart im Ventil eingebaut, daß ihre Flächennormale unter einem von 0° abweichenden
Winkel zur Ventillängsachse schräg geneigt verläuft, so daß durch die Ausrichtung
der Drallscheibe ein Strahlwinkel γ zur Ventillängsachse erzielt wird.
[0003] Nachteilig an dem aus der obengenannten Druckschrift bekannten Brennstoffeinspritzventil
ist insbesondere der hohe Fertigungs- und damit Kostenaufwand. Um das Brennstoffeinspritzventil
für beliebige Einsatzmöglichkeiten zu modifizieren, müssen aufwendige Fertigungsmaßnahmen
ergriffen werden. Insbesondere sind die Strahlwinkel α und γ mit gängigen Drallaufbereitungsmethoden
nicht realisierbar.
[0004] Zudem kann die Montage einer abströmseitig angeordneten Drallvorrichtung häufig nur
unter Inkaufnahme vieler gesondert zu montierender Einzelteile erfolgen.
Vorteile der Erfindung
[0005] Das erfindungsgemäße Brennstoffeinspritzventil mit den kennzeichnenden Merkmalen
des Hauptanspruchs hat demgegenüber den Vorteil, daß die Drallvorrichtung Drallkanäle
aufweist, die so orientiert sind, daß der Brennstoff auf eine an der Innenwandung
der Abspritzöffnung verlaufende Spiralbahn gelenkt wird, welche auf die Länge der
Abspritzöffnung so lange durchlaufen wird, bis sich der Brennstoff homogen an der
Innenwandung verteilt hat und in Form eines Kegelmantels in den Brennraum eingespritzt
werden kann. Der Kegelmantel ist dabei symmetrisch und homogen, wodurch eine stöchiometrische
Gemischwolke erzeugt wird.
[0006] Von Vorteil ist auch, daß die Drallkomponenten stromabwärts des Dichtsitzes angeordnet
sind, was eine einfachere Montage und eine höhere Kompatibilität zu serienmäßigen
Brennstoffeinspritzventilen bedingt.
[0007] Durch die in den Unteransprüchen aufgeführten Maßnahmen sind vorteilhafte Weiterbildungen
des im Hauptanspruch angegebenen Brennstoffeinspritzventils möglich.
[0008] Insbesondere ist von Vorteil, daß die Drallkanäle entweder in der Drallvorrichtung
oder im Ventilsitzkörper ausgebildet sind, was eine bessere Anpassung an die an das
Brennstoffeinspritzventil gestellten Anforderungen sowie eine einfache Herstellung
der Bauteile ermöglicht.
[0009] Weiterhin ist von Vorteil, daß durch die stromabwärtige Anordnung der Drallvorrichtung
eine kardanische Ventilnadelführung möglich ist, die eine sehr präzise und versatzfreie
Führung der Ventilnadel bzw. des Ventilschließkörpers erlaubt.
[0010] Vorteilhafterweise ist die Abspritzöffnung so ausgestaltet, daß sie sich über einen
Absatz in Abströmrichtung verjüngt, wodurch eine weitere Homogenisierung und Symmetrisierung
der Gemischwolke erzielt wird.
[0011] Insbesondere ist die topfförmige Ausformung der das Brennstoffeinspritzventil abströmseitig
abschließenden Abschlußplatte von Vorteil, da durch diese Bauform die Anzahl der benötigten
Bauteile reduziert und die Montage vereinfacht wird.
[0012] Von Vorteil ist auch, daß die Drallkanäle durch verschiedene kostengünstige Verfahren
wie Erodieren, Laserbearbeitung oder Stanzen herstellbar sind.
Zeichnung
[0013] Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung vereinfacht dargestellt
und in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1A
- einen schematischen Schnitt durch ein erstes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen
Brennstoffeinspritzventils,
- Fig. 1B
- einen schematischen Ausschnitt aus dem in Fig. 1 dargestellten ersten Ausführungsbeispiel
des erfindungsgemäßen Brennstoffeinspritzventils im Bereich IB in Fig. 1A,
- Fig. 1C
- einen schematischen Schnitt durch das in Fig. 1B dargestellte Ausführungsbeispiel
entlang der Linie IC-IC,
- Fig. 1D
- einen schematischen Schnitt durch das in Fig. 1B dargestellte Ausführungsbeispiel
entlang der Linie ID-ID,
- Fig. 1E
- einen schematischen Schnitt durch das in Fig. 1D dargestellte Detail des ersten Ausführungsbeispiels
entlang der Linie IE-IE,
- Fig. 2
- einen schematischen Schnitt durch ein zweites Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen
Brennstoffeinspritzventils im Bereich IA in Fig. 1, und
- Fig. 3
- einen schematischen Schnitt durch ein drittes Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen
Brennstoffeinspritzventils im Bereich IA in Fig. 1.
Beschreibung der Ausführungsbeispiele
[0014] Ein in Fig. 1A dargestelltes Brennstoffeinspritzventil 1 ist in der Form eines Brennstoffeinspritzventils
1 für Brennstoffeinspritzanlagen von gemischverdichtenden, fremdgezündeten Brennkraftmaschinen
ausgeführt. Das Brennstoffeinspritzventil 1 eignet sich insbesondere zum direkten
Einspritzen von Brennstoff in einen nicht dargestellten Brennraum einer Brennkraftmaschine.
[0015] Das Brennstoffeinspritzventil 1 besteht aus einem Düsenkörper 2, in welchem eine
Ventilnadel 3 angeordnet ist. Die Ventilnadel 3 steht mit einem Ventilschließkörper
4 in Wirkverbindung, der mit einer auf einem Ventilsitzkörper 5 angeordneten Ventilsitzfläche
6 zu einem Dichtsitz zusammenwirkt. Der Ventilsitzkörper 5 ist in eine Ausnehmung
50 des Düsenkörpers 2 einsetzbar. Bei dem Brennstoffeinspritzventil 1 handelt es sich
im Ausführungsbeispiel um ein nach innen öffnendes Brennstoffeinspritzventil 1. Der
Düsenkörper 2 ist durch eine Dichtung 8 gegen den Außenpol 9 einer Magnetspule 10
abgedichtet. Die Magnetspule 10 ist in einem Spulengehäuse 11 gekapselt und auf einen
Spulenträger 12 gewickelt, welcher an einem Innenpol 13 der Magnetspule 10 anliegt.
Der Innenpol 13 und der Außenpol 9 sind durch einen Spalt 26 voneinander getrennt
und stützen sich auf einem Verbindungsbauteil 29 ab. Die Magnetspule 10 wird über
eine Leitung 19 von einem über einen elektrischen Steckkontakt 17 zuführbaren elektrischen
Strom erregt. Der Steckkontakt 17 ist von einer Kunststoffummantelung 18 umgeben,
die am Innenpol 13 angespritzt sein kann.
[0016] Die Ventilnadel 3 ist in einer Ventilnadelführung 14 geführt, welche scheibenförmig
ausgeführt ist. Zur Hubeinstellung dient eine zugepaarte Einstellscheibe 15. An der
anderen Seite der Einstellscheibe 15 befindet sich ein Anker 20. Dieser steht über
einen ersten Flansch 21 kraftschlüssig mit der Ventilnadel 3 in Verbindung, welche
durch eine Schweißnaht 22 mit dem ersten Flansch 21 verbunden ist. Auf dem ersten
Flansch 21 stützt sich eine Rückstellfeder 23 ab, welche in der vorliegenden Bauform
des Brennstoffeinspritzventils 1 durch eine Hülse 24 auf Vorspannung gebracht wird.
[0017] Ein zweiter Flansch 31, welcher mit der Ventilnadel 3 über eine Schweißnaht 33 verbunden
ist, dient als unterer Ankeranschlag. Ein elastischer Zwischenring 32, welcher auf
dem zweiten Flansch 31 aufliegt, vermeidet Prellen beim Schließen des Brennstoffeinspritzventils
1.
[0018] In der Ventilnadelführung 14 und im Anker 20 verlaufen Brennstoffkanäle 30a und 30b,
die den Brennstoff, welcher über eine zentrale Brennstoffzufuhr 16 zugeführt und durch
ein Filterelement 25 gefiltert wird, zum Dichtsitz leiten. Das Brennstoffeinspritzventil
1 ist durch eine Dichtung 28 gegen eine nicht weiter dargestellte Brennstoffleitung
abgedichtet.
[0019] Abspritzseitig des Ventilsitzkörpers 5 ist eine Drallvorrichtung 34 angeordnet. In
der Drallvorrichtung 34, die vorzugsweise scheibenförmig ausgeführt und mittels einer
umlaufenden Schweißnaht 37 an den Düsenkörper 2 angesetzt ist, ist ein Abspritzkanal
7 ausgebildet. Drallkanäle 35 leiten den Brennstoff vom Dichtsitz zum Abspritzkanal
7. Die Drallvorrichtung 34 ist in den Figuren 1B bis 1E näher beschrieben.
[0020] Im Ruhezustand des Brennstoffeinspritzventils 1 wird der Anker 20 von der Rückstellfeder
23 entgegen seiner Hubrichtung so beaufschlagt, daß der Ventilschließkörper 4 am Ventilsitz
6 in dichtender Anlage gehalten wird. Bei Erregung der Magnetspule 10 baut diese ein
Magnetfeld auf, welches den Anker 20 entgegen der Federkraft der Rückstellfeder 23
in Hubrichtung bewegt, wobei der Hub durch einen in der Ruhestellung zwischen dem
Innenpol 12 und dem Anker 20 befindlichen Arbeitsspalt 27 vorgegeben ist. Der Anker
20 nimmt den Flansch 21, welcher mit der Ventilnadel 3 verschweißt ist, ebenfalls
in Hubrichtung mit. Der mit der Ventilnadel 3 in Wirkverbindung stehende Ventilschließkörper
4 hebt von der Ventilsitzfläche 6 ab und der über die Brennstoffkanäle 30a und 30b
sowie die in der Drallvorrichtung 34 ausgebildeten Drallkanäle 35 zur Abspritzöffnung
7 geführte Brennstoff wird abgespritzt. Eine Längsachse 38 der Abspritzöffnung 7 ist
vorzugsweise unter einem Abspritzwinkel γ gegenüber einer Längsachse 36 des Brennstoffeinspritzventils
1 geneigt.
[0021] Wird der Spulenstrom abgeschaltet, fällt der Anker 20 nach genügendem Abbau des Magnetfeldes
durch den Druck der Rückstellfeder 23 vom Innenpol 13 ab, wodurch sich der mit der
Ventilnadel 3 in Wirkverbindung stehende Flansch 21 entgegen der Hubrichtung bewegt.
Die Ventilnadel 3 wird dadurch in die gleiche Richtung bewegt, wodurch der Ventilschließkörper
4 auf der Ventilsitzfläche 6 aufsetzt und das Brennstoffeinspritzventil 1 geschlossen
wird.
[0022] Fig. 1B zeigt in einer auszugsweisen Schnittdarstellung eine vergrößerte Ansicht
des abspritzseitigen Teils des in Fig. 1A beschriebenen ersten Ausführungsbeispiels
eines erfindungsgemäß ausgestalteten Brennstoffeinspritzventils 1. Der dargestellte
Ausschnitt ist in Fig. 1 mit IB bezeichnet.
[0023] Die Drallvorrichtung 34, die vorzugsweise scheibenförmig ausgestaltet ist, schließt
den Düsenkörper 2 abspritzseitig ab. In der Drallvorrichtung 34 ist der Abspritzkanal
7 ausgebildet, in den mindestens ein Drallkanal 35 exzentrisch einmündet. Der Drallkanal
35 verbindet ein abströmseitig des Dichtsitzes ausgebildetes Volumen 39 mit dem Abspritzkanal
7. Der Drallkanal 35 ist so orientiert, daß er versetzt abgesehen von dem Winkel δ
im wesentlichen parallel zu der Längsachse 38 des Abspritzkanals 7 verläuft. Der Winkel
δ ist deutlich kleiner als 90°.
[0024] Der Ventilsitzkörper 5 übernimmt neben der Trägerfunktion für die Ventilsitzfläche
6 zusätzlich eine Führungsfunktion für den Ventilschließkörper 4 bzw. die Ventilnadel
3. Vorzugsweise ist eine Ventilnadelführung 41 als kardanische Ventilnadelführung
41 ausgeführt. Dadurch kann Mittenversätzen und Verkanten der Ventilnadel 3 und des
Ventilschließkörpers 4 durch Fertigungstoleranzen entgegengewirkt werden. Der Ventilsitzkörper
5 ist mit dem Düsenkörper 2 vorzugsweise durch eine Schweißnaht 42 verbunden.
[0025] Durch die Neigung des Drallkanals 35 um den Winkel δ relativ zum Abspritzkanal 7
wird der Brennstoff so in den Abspritzkanal 7 gelenkt, daß er unter einer Tangentialkomponente
in diesen eintritt. Dort rotiert der Brennstoff bedingt durch eine ihm verliehene
Zentrifugalkraft als Wandfilm an einer Innenwandung 40 des Abspritzkanals 7 bis zu
einer abströmseitigen Ausmündung 54. Bis zum Austritt des Brennstoffes aus der Ausmündung
54 hat dieser einen wendelförmigen Strömungsweg entlang der Innenwandung 40 zurückgelegt,
so daß eine gleichmäßige Mengenverteilung des Brennstoffs über den Umfang der Ausmündung
54 auftritt. Der in den Brennraum der Brennkraftmaschine eingespritzte Brennstoffstrahl
nimmt somit die Form eines Hohlkegels an. Aus der Form des Hohlkegels ist nicht mehr
zu entnehmen, wie viele Drallkanäle 35 in der Drallvorrichtung 34 vorhanden sind bzw.
wie diese angeordnet sind. Dadurch können die kostenund montagegünstigsten Kombinationen
von Drallkanälen 35 bzw. der axialen Dicke der Drallvorrichtung 34 ermittelt werden.
[0026] Fig. 1C zeigt in einem axialen Schnitt entlang der Linie IC-IC in Fig. 1B den Ventilsitzkörper
5 im Bereich der kardanischen Ventilnadelführung 41. Um den zuströmenden Brennstoff
zum Dichtsitz leiten zu können, weist die Ventilnadel 3 bzw. der Ventilschließkörper
4 mindestens einen, im bevorzugten Ausführungsbeispiel vier Anschliffe 43 auf, welche
mit einer Innenwandung 44 des Ventilsitzkörpers 5 Brennstoffkanäle 45 bilden, welche
den Brennstoff in Richtung Dichtsitz leiten. Zwischen den Brennstoffkanälen 45 liegt
die Ventilnadel 3 bzw. der Ventilschließkörper 4 an der Innenwandung 44 des Ventilsitzkörpers
5 an, wodurch die kardanische Ventilnadelführung 41 gewährleistet ist.
[0027] In Fig. 1D ist ein Schnitt durch die Drallvorrichtung entlang der Linie ID-ID in
Fig. 1B dargestellt.
[0028] Im vorliegenden bevorzugten Ausführungsbeispiel sind in der Drallvorrichtung 34 drei
Drallkanäle 35 durch Erodieren oder ähnliche Verfahren ausgebildet. Die Drallkanäle
35 verlaufen dabei zur Erzeugung eines Dralls nicht gerade durch die Drallvorrichtung
34, sondern weisen eine tangentiale Komponente in Umfangsrichtung auf. Bei Blickrichtung
in Abströmrichtung auf die Schnittebene sind die drei Drallkanäle 35 sichtbar, die
schräg durch die Drallvorrichtung 34 führen and schließlich in den in Fig. 1D nicht
sichtbaren Abspritzkanal 7 münden. Die schräge Führung der Drallkanäle 35 erteilt
dem Brennstoff also eine Bewegungskomponente in Umfangsrichtung, welche zu der hohlkegelförmigen
Ausprägung der abgespritzten Gemischwolke führt.
[0029] Fig. 1E zeigt in einem weiteren Schnitt entlang der in Fig. 1D mit IE-IE bezeichneten
Linie einen der Drallkanäle 35.
[0030] Die Drallkanäle 35 werden vorteilhafterweise mittels Erodierens hergestellt. Um die
Kosten hierzu zu minimieren, ist die Länge der Drallkanäle 35 ebenfalls zu minimieren.
Um die erzeugte Drallströmung richtungsorientiert an die Innenwandung 40 des Abspritzkanals
7 leiten zu können, sollte das Verhältnis der Länge zum Durchmesser des Drallkanals
35 stets mindestens 1 oder größer sein. Alternativ können die Drallkanäle 35 wegen
ihrer geringen Länge, welche bei ca. 0,33 mm liegt, auch mittels Stanzen oder Laserbearbeitung
hergestellt werden.
[0031] Die Drallkanäle 35 sind gegenüber einer zur Längsachse 38 des Abspritzkanals 7 parallelen
Längsachse 46 um einen Winkel δ geneigt, der vorzugsweise ca. 20° beträgt und deutlich
kleiner 90°, vorzugsweise kleiner 45° ist.
[0032] In Fig. 2 ist ein zweites Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Brennstoffeinspritzventils
1 in einer schematischen Schnittdarstellung im Bereich IB in Fig. 1A gezeigt. Gleiche
Bauteile sind dabei mit übereinstimmenden Bezugszeichen versehen.
[0033] Im Gegensatz zu dem in den Figuren 1A bis 1E beschriebenen ersten Ausführungsbeispiel
des erfindungsgemäß ausgestalteten Brennstoffeinspritzventils 1 weist das in Fig.
2 dargestellte zweite Ausführungsbeispiel einen Düsenkörper 2 auf, der im Bereich
des Ventilsitzkörpers 5 einen Überstand 47 aufweist, der so ausgeformt ist, daß der
Ventilsitzkörper 5 sich mit einer umfänglichen Schulter 48 auf dem Überstand 47 abstützt
und eine Ausnehmung 49 in dem Überstand 47 so durchgreift, daß der Überstand 47 und
der Ventilsitzkörper 5 abströmseitig bündig abschließen. Der Ventilsitzkörper 5 ist
dabei mit dem Überstand 47 des Düsenkörpers 2 im Bereich der Ausnehmung 49 mittels
der Schweißnaht 42 verbunden.
[0034] Im Ventilsitzkörper 5 ist mittels der zu Fig. 1E beschriebenen Verfahren mindestens
ein Drallkanal 35 ausgebildet, der abströmseitig in den Abspritzkanal 7 mündet. Der
Abspritzkanal 7 ist dabei in einer Abschlußplatte 50 ausgebildet, welche ebenfalls
mittels Schweißen in Abströmrichtung mit dem Überstand 47 des Düsenkörpers verbunden
ist. Durch die Ausbildung des Drallkanals 35 im Ventilsitzkörper 5 ist es möglich,
dem Abspritzkanal 7 eine sich in Abströmrichtung verjüngende Form zu geben. Diese
kann beispielsweise stufenförmig mit einem Absatz 51 ausgeformt sein, um die drallbehaftete
Strömung über den Umfang der Abspritzöffnung 7 zu homogenisieren und zu symmetrisieren.
Der Brennstoff bewegt sich zunächst auf einer Spiralbahn an der Innenwandung 40 des
Abspritzkanals 7, bis er auf den Absatz 51 stößt. Dadurch wird der Brennstoff an einem
direkten Durchtritt in den verjüngten Teil des Abspritzkanals 7 gehindert, wodurch
die Spiralbewegung verstärkt und nachfolgend der in den Brennraum der Brennkraftmaschine
eingespritzte Hohlkegel homogenisiert wird. Diese gestufte Form des Abspritzkanals
7 ist nur dann herstellbar, wenn die Abschlußplatte 50 als eigenständiges Bauteil
gefertigt wird und der Drallkanal 35 bereits im Ventilsitzkörper 5 integriert ist.
[0035] Fig. 3 zeigt ein drittes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäß ausgestalteten
Brennstoffeinspritzventils 1 in einer Schnittdarstellung im Bereich IB in Fig. 1A.
[0036] Das dritte Ausführungsbeispiel weist im Gegensatz zu dem zweiten Ausführungsbeispiel
eine kompaktere Bauform auf. Der Drallkanal 35 ist wiederum im Ventilsitzkörper 5
ausgebildet, welcher so in einer zentralen Ausnehmung 52 des Düsenkörpers 2 angeordnet
ist, daß er an einer Innenwandung 53 des Düsenkörpers 2 anliegt. Der Abspritzkanal
7 ist in der Abschlußplatte 50, welche im vorliegenden Ausführungsbeispiel topfförmig
ausgeformt ist, ausgebildet. Diese Form ist beispielsweise durch Tiefziehen kostengünstig
herstellbar. Auch die Montage des Ventilsitzkörpers 5 und der Abschlußplatte 50 kann
einfach und kostengünstig über eine einzige Schweißnaht 37 erfolgen, welche den Ventilsitzkörper
5 und die Abschlußplatte 50 mit dem Düsenkörper 2 verbindet.
[0037] Der Abspritzkanal 7 ist vorteilhafterweise wiederum mit dem Absatz 51 versehen, um
die Drallströmung des Brennstoffs zu verstärken und die eingespritzte Gemischwolke
zu homogenisieren.
[0038] Die Erfindung ist nicht auf die dargestellten Ausführungsbeispiele beschränkt und
z. B. auch für Brennstoffeinspritzventile 1 mit einer beliebigen Anzahl von Drallkanälen
35 sowie für beliebige Bauformen von Brennstoffeinspritzventilen 1 anwendbar.
1. Brennstoffeinspritzventil (1), insbesondere zum direkten Einspritzen von Brennstoff
in einen Brennraum einer Brennkraftmaschine, mit einem Ventilschließkörper (4), der
zusammen mit einer Ventilsitzfläche (6), die an einem Ventilsitzkörper (5) ausgebildet
ist, einen Dichtsitz bildet, mit einer abströmseitig des Dichtsitzes angeordneten
Drallvorrichtung (34) mit zumindest einem Drallkanal (35) und einem Abspritzkanal
(7),
dadurch gekennzeichnet,
daß eine Längsachse (46) des zumindest einen in der Drallvorrichtung (34) ausgebildeten
Drallkanals (35) relativ zu einer Längsachse (38) des Abspritzkanals (7) so unter
einem Winkel (δ) kleiner 90° orientiert ist, daß der das Brennstoffeinspritzventil
(1) durchströmende Brennstoff eine Spiralbahn entlang einer Innenwandung (40) des
Abspritzkanals (7) durchläuft.
2. Brennstoffeinspritzventil nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Drallkanal (35) exzentrisch zu dem Abspritzkanal (7) angeordnet ist.
3. Brennstoffeinspritzventil nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Drallvorrichtung (34) scheibenförmig ausgebildet ist und einen Düsenkörper (2)
des Brennstoffeinspritzventils (1) abströmseitig abschließt.
4. Brennstoffeinspritzventil nach Anspruch 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Längsachse (38) des Abspritzkanals (7) unter einem Winkel (γ) gegenüber einer
Längsachse (36) des Brennstoffeinspritzventils (1) geneigt ist.
5. Brennstoffeinspritzventil nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Ventilsitzkörper (5) in einem Bereich zulaufseitig des Dichtsitzes eine kardanische
Ventilnadelführung (41) aufweist.
6. Brennstoffeinspritzventil nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß der zumindest eine Drallkanal (35) und der Abspritzkanal (7) in der Drallvorrichtung
(34) angeordnet sind.
7. Brennstoffeinspritzventil nach einem der Ansprüche der 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die axiale Länge des Drallkanals (35) mindestens so groß ist wie sein Durchmesser.
8. Brennstoffeinspritzventil nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Drallkanal (35) durch Erodieren, Stanzen oder Laserbearbeitung in die Drallvorrichtung
(34) eingebracht werden.
9. Brennstoffeinspritzventil nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Drallkanal (35) eine tangentiale Komponente in axialer Richtung relativ zu ihrer
Längsachse (46) aufweisen.
10. Brennstoffeinspritzventil nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Drallkanal (35) im Ventilsitzkörper (5) ausgebildet sind.
11. Brennstoffeinspritzventil nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Abspritzkanal (7) in einer Abschlußplatte (50) eines Düsenkörpers (2) ausgebildet
ist.
12. Brennstoffeinspritzventil nach Anspruch 10 oder 11,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Abspritzkanal (7) sich in Abströmrichtung unter Ausbildung eines Absatzes (51)
verjüngt.
13. Brennstoffeinspritzventil nach einem der Ansprüche 10 bis 12,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Düsenkörper (2) einen nach radial innen gebogenen Überstand (47) aufweist, in
welchem eine Ausnehmung (49) ausgebildet ist.
14. Brennstoffeinspritzventil nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Ventilsitzkörper (5) eine Schulter (48) aufweist, die sich an dem Überstand (47)
abstützt.
15. Brennstoffeinspritzventil nach Anspruch 13 oder 14,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Ventilsitzkörper (5) die Ausnehmung (49) des Überstands (47) durchgreift und
abströmseitig bündig mit dem Überstand (47) abschließt.
16. Brennstoffeinspritzventil nach Anspruch 15,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Abschlußplatte (50) mit dem Überstand (47) verschweißt oder verlötet ist und
den Überstand (47) abströmseitig abdeckt.
17. Brennstoffeinspritzventil nach einem der Ansprüche 10 bis 12,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Abschlußplatte (50) topfförmig ausgebildet ist.
18. Brennstoffeinspritzventil nach Anspruch 17,
dadurch gekennzeichnet,
daß die topfförmige Abschlußplatte (50) mit dem Ventilsitzkörper (5) und dem Düsenkörper
(2) durch eine umlaufende Schweißnaht (37) verbunden ist.