[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen nickelarmen austenitischen Stahl, insbesondere
einen nickel-, molybdän-, mangan- und kupferarmen austenitischen Stahl und seine Verwendung.
Die Erfindung betrifft weiterhin Verfahren zur Herstellung aus derartigen Stählen
bestehender Gegenstände.
[0002] Der Begriff "Stahl" bezeichnet hier wie üblich Eisen enthaltende Legierungen und
schließt kohlenstoffhaltiges Eisen ein. Austenit ist strenggenommen eine Hochtemperaturmodifikation
des Eisens mit flächenzentrierter kubischer Kristallstruktur ("γ-Eisen"), die zwischen
740°C und 1538°C thermodynamisch stabil ist und 0 bis maximal 2,1 Gew.-% (bei 1153°C)
Kohlenstoff in Form einer festen Lösung enthält. Üblicherweise werden jedoch alle
Stähle, die ein kubisch-flächenzentriertes Kristallgitter aufweisen, als austenitische
Stähle oder Austenite bezeichnet. Die kubisch-flächenzentrierte Austenitstruktur ist
für viele Anwendungsgebiete von Stählen erforderlich oder zumindest gegenüber anderen
Modifikationen (beispielsweise ferritischen oder martensitischen Stählen) vorteilhaft;
Austenit ist beispielsweise nicht ferromagnetisch, was austenitische Stähle für elektrische
oder elektronische Bauteile oder andere Anwendungen, bei denen das Auftreten magnetischer
Abstoßungs- oder Anziehungskräfte unerwünscht ist - beispielsweise Uhren - anwendbar
macht. Da Austenit jedoch eine Hochtemperaturmodifikation und bei niedrigeren Temperaturen
thermodynamisch instabil ist, muss ein austenitischer Stahl gegen die Umwandlung in
andere Modifikationen stabilisiert werden, damit er seine gewünschten austenitischen
Eigenschaften auch bei Normaltemperatur behält. Dies kann beispielsweise durch Zusatz
von Legierungselementen geschehen, die als Stabilisatoren der Austenitstruktur bekannt
sind. Das am häufigsten für diesen Zweck benutzte Legierungselement ist Nickel, typischerweise
in einer Menge von 8 bis 10 Gew.-%.
[0003] Andere Legierungsbestandteile werden verwendet, um andere Eigenschaften des Stahls
(z. B. Korrosions- und Verschleißstabilität, Härte, Festigkeit oder Zähigkeit) in
gewünschter Weise zu beeinflussen. Die Verwendung von bestimmten Legierungsbestandteilen
führt jedoch häufig auch - meist mengenabhängig - zu bestimmten Nachteilen, denen
in gewissem Rahmen durch Anpassung der Legierungszusammensetzung wieder entgegengewirkt
werden kann. Beispielsweise tragen Kohlenstoff und Mangan in der Regel zur Stabilisierung
der Austenitstruktur bei, verringern jedoch in zu hohen Mengen die Korrosionsbeständigkeit.
Silicium ist eine häufig unvermeidbare Verunreinigung, wird teilweise als Sauerstofffänger
auch bewusst zugesetzt, aber fördert die Bildung von δ-Ferrit. Chrom, Molybdän und
Wolfram tragen entscheidend zur Korrosionsbeständigkeit bei, begünstigen jedoch ebenfalls
die Bildung von δ-Ferrit. Stickstoff wiederum stabilisiert die Austenitstruktur und
erhöht die Korrosionsstabilität, allzu hohe Stickstoffgehalte verringern jedoch die
Zähigkeit des Stahls. Eine Schwierigkeit bei der Optimierung von Stahlzusammensetzungen
ist, dass die Eigenschaften des Stahls sich nicht linear mit dem Gehalt an bestimmten
Legierungsbestandteilen ändern, sondern schon bei kleinen Änderungen der Zusammensetzung
sehr große Sprünge in den Werkstoffeigenschaften auftreten können. Ein weiterer Nachteil
der Verwendung von Nichteisenmetallen als Legierungsbestandteile ist meist auch deren
vergleichsweise hoher Preis.
[0005] Nickelarme austenitische Stähle sind begehrte Werkstoffe für eine Reihe von Anwendungsgebieten.
Ein zunehmend wichtiger werdendes Einsatzgebiet für derartige Stähle sind Gegenstände,
die bei ihrer Verwendung in Berührung mit dem menschlichem oder tierischen Körper
stehen, da diese Stähle naturgemäß keine Nickelallergie auslösen. Nickelallergien
sind häufige Ursachen von Kontaktekzemen oder anderen allergischen Erscheinungen,
die beim Kontakt mit Nickel enthaltenden Stählen, beispielsweise beim Tragen von Schmuck,
Uhren oder Implantaten oder beim Gebrauch von medizinischen Instrumenten aus solchen
Stählen auftreten. In zahlreichen Ländern werden deshalb Grenzwerte für den Nickelgehalt
von Werkstoffen oder für deren Nickelabgabe beim Kontakt mit dem menschlichen oder
tierischen Körper festgelegt werden oder sind bereits in Kraft. Es wird auch deshalb
zunehmend wichtiger, möglichst viele nickelarme austenitische Stähle für möglichst
viele Anwendungsgebiete zur Verfügung zu haben.
[0006] Es sind eine Reihe nickelarmer austenitischer Stähle bekannt, bis hin zu nickelfreien.
In der Regel wird die austenitische Struktur in solchen Stählen durch das Element
Stickstoff stabilisiert.
[0007] So offenbart
AT-B-266 900 die Verwendung austenitischer, unmagnetischer Stähle zur Herstellung bewegter, insbesondere
schwingend beanspruchter Maschinenteile, wobei die zu verwendenden Stähle lediglich
in außerordentlich breiten Bereichen möglicher Zusammensetzungen definiert werden:
0 bis 20 Gew.-% Mn, 0 bis 30 Gew.-% Cr, 0 bis 5 Gew.-% Mo und/oder V, mindestens 0,5
Gew.-%, vorzugsweise mindestens 1,4 Gew.-% N, 0,02 bis 0,55 Gew.-% C, 0 bis 2 Gew.-%
Si, 0 bis 25 Gew.-% Ni, Rest Eisen. Die genannten breiten Bereiche decken unterschiedliche
Stähle mit völlig unterschiedlichen Eigenschaften ab, Kriterien zur Auswahl bestimmter
Stähle werden nicht gegeben, ebensowenig werden Maßnahmen zur Herstellung solcher
Stähle gelehrt.
[0008] EP-A-875 591 lehrt die Verwendung eines korrosionsbeständigen weitgehend nickelfreien austenitischen
Stahls mit den wesentlichen Bestandteilen 5 - 26 Gew.-% Mn, 11 - 24 Gew.-% Cr, 2,5
- 6 Gew.-% Mo, 0,2 - 2,0 Gew.-% N, 0,1 - 0,9 Gew.-% C, bis 0,5 Gew.-% Ni, Rest Fe,
als Werkstoff zur Herstellung von Gegenständen, die in Berührungskontakt mit Lebewesen
stehen.
DE-A-195 13 407 lehrt ebenso die Verwendung eines korrosionsbeständigen weitgehend nickelfreien austenitischen
Stahls als Werkstoff zur Herstellung von Gegenständen, die in Berührungskontakt mit
Lebewesen stehen. Dieser Stahl hat die wesentlichen Bestandteile 2 - 26 Gew.-% Mn,
11 - 24 Gew.-% Cr, 2,5 - 10 Gew.-% Mo, 0,55 - 1,2 Gew.-% N, unter 0,3 Gew.-% C, bis
0,5 Gew.-% Ni, Rest Fe.
JP-A-07/150297 (
Chemical Abstracts: Abstract No. 123:175994) offenbart einen Stahl der Zusammensetzung 10 - 25 Gew.-% Mn, 10 - 25 Gew.-% Cr,
5 - 10 Gew.-% Mo, 0,2 - 1 Gew.-% N, 0,05 - 0,5 Gew.-% C, bis 0,5 Gew.-% Si, Rest Fe,
und seine Verwendung im Schiffbau.
DE-A-196 07 828 lehrt einen Stahl der Zusammensetzung 8 - 15 Gew.-% Mn, 13 - 18 Gew.-% Cr, 2,5 -
6 Gew.-% Mo, 0,55 - 1,1 Gew.-% N, bis 0,1 Gew.-% C, bis 0,5 Gew.-% Ni, Rest Fe, und
seine Verwendung für verschiedene Bauteile, insbesondere Generator-Kappenringe. Bei
den in den genannten Schriften offenbarten Stählen wird die geforderte hohe Korrosionsfestigkeit
mit einer vergleichsweise hohen Menge Molybdän, des mit Abstand teuersten unter den
gängigen Legierungselementen, erkauft.
[0009] DE-A-42 42 757 schlägt die Verwendung eines Stahls mit den wesentlichen Bestandteilen 21 - 35 Gew.-%
Mn, 9 - 20 Gew.-% Cr, 0 - 7 Gew.-% Mo, 0,3 - 0,7 Gew.-% N, bis 0,015 Gew.-% C, bis
0,1 Gew.-% Ni, bis 0,5 Gew.% Si, bis 0,02 Gew.-% P, bis 0,02 Gew.-% S und bis 4 Gew.%
Cu, Rest Fe, als Werkstoff zur Herstellung von Gegenständen, die in Berührungskontakt
mit Lebewesen stehen, vor.
EP-A-422 360 offenbart die Verwendung eines Stahls der Zusammensetzung 17 - 20 Gew.-% Mn, 16 -
24 Gew.-% Cr, 0 - 3 Gew.-% Mo, 0,5 - 1,3 Gew.-% N, bis 0,20 Gew.-% C, Rest Fe, zur
Herstellung von Bauteilen an Schienenfahrzeugen.
EP-A-432 434 lehrt ein Verfahren zur Herstellung von Verbindungselementen aus einem Stahl der
Zusammensetzung 17,5 - 20 Gew.-% Mn, 17,5 - 20 Gew.-% Cr, 0 - 5 Gew.-% Mo, 0,8 - 1,2
Gew.-% N, bis 0,12 Gew.-% C, 0,2 - 1 Gew.-% Si, bis 0,05 Gew.-% P, bis 0,015 Gew.-%
S, bis 3 Gew.-% Ni, Rest Fe.
DE-A-25 18 452 lehrt ein Verfahren zur Herstellung eines austenitischen Stahls mit 21 - 45 Gew.-%
Mn, 10 - 30 Gew.-% Cr, 0,85 - 3 Gew.-% N, Rest Fe, durch Aufstickung einer stickstofffreien
oder -ärmeren Vorlegierung bei mindestens 925°C. Die in diesen Schriften gelehrten
Stähle enthalten zwar einen geringeren Molybdänanteil, aber einen relativ hohen Mangananteil,
der die Korrosionseigenschaften negativ beeinflusst.
[0010] DE-A-24 47 318 lehrt einen austenitischen Stahl mit 15 bis 45 Gew.-% Mn, 10 bis 30 Gew.-% Cr, 0,85
bis 3 Gew.-% N, bis 1 Gew.-% C, 0 bis 2 Gew.-% Si und wenigstens einem aus den folgenden
drei Legierungsbestandteilen: 1 - 3 Gew.-% Cu, 1 - 4 Gew.-% Ni und 1-5 Gew.-% Mo,
wobei der Gehalt dieser letztgenannten sich zu 5 Gew.-% addiert, Rest Eisen; wobei
die Legierungszusammensetzung bestimmte weitere Bedingungen erfüllen muss. Alternativ
kann die Legierung frei von Cu und Ni sein, wenn ein vergleichsweise hoher Mangangehalt
von mindestens 21 Gew.-% verwendet wird. Auch in diesem Stahl kann also nur auf Nickel
verzichtet werden, wenn ein vergleichsweise hoher Molybdän- oder Mangangehalt in Kauf
genommen wird, und/oder mindestens 1 Gew.-% Kupfer enthalten ist.
[0011] EP-A-640 695 offenbart einen Stahl der Zusammensetzung 11 - 25 Gew.-% Mn, 10 - 20 Gew.-% Cr, bis
1 Gew.-% Mo, 0,05 - 0,55 Gew.-% N, bis 0,01 Gew.-% C, bis 0,5 Gew.-% Ni, bis 1 Gew.%
Si, Rest Fe, und seine Verwendung zur Herstellung von Gebrauchsgegenständen, die in
Berührungskontakt mit der Haut von Lebewesen stehen.
JP-A-07/157847 lehrt einen Stahl der Zusammensetzung 9 - 20 Gew.-% Mn, 12 - 20 Gew.-% Cr, 1 - 5
Gew.-% Mo, 0,1 - 0,5 Gew.-% N, 0,01 - 0,6 Gew.-% C, 0,05 - 2,0 Gew.-% Si, 0,05 - 4
Gew.-% Cu, Rest Fe, und seine Verwendung zur Herstellung von Uhrschalen.
JP-A-06/116 683 (
Chemical Abstracts: Abstract No. 121:138554) offenbart einen Stahl mit 5 - 23 Gew.-% Mn, 13 - 22 Gew.-% Cr, bis 5 Gew.-% Mo,
0,2 - 0,6 Gew.-% N, 0,05 - 0,2 Gew.-% C, bis 0,1 Gew.-% In, bis 15 Gew.-% Ni, Rest
Fe. Die in diesen Schriften offenbarten Stähle enthalten - zumindest in Teilbereichen
ihrer möglichen Zusammensetzungen - vergleichsweise wenig Molybdän und Mangan, ihre
Korrosionsstabilität ist jedoch unbefriedigend.
[0012] Patent Abstracts of Japan, Bd. 011, Nr. 069 (C-407), eine Zusammenfassung der Lehre von
JP-A-61/227 154, offenbart einen hitzebeständigen Gussstahl, der 0,2 - 0,7 % C, 0,3 - 2 % Si, 8 -
25 % Mn, höchstens 5 % Ni, 12 - 30 % Cr, 0,3 - 2,5 % Nb, 0,005 - 0,7 % N, Rest Eisen
enthält, und sich von bekannten Stählen durch Ersatz von Nickel durch die Kombination
von Nb und N ableitet.
US-A-4,116,183 offenbart einen austenitischen Stahl, der neben Eisen 18,05 - 22 Gew.-% Cr, 6,0 -
10,5 Gew.-% Mn, 0,40 - 1,10 Gew.-% N, höchstens 0,08 Gew.-% S, höchstens 0,035 Gew.-%
P, höchstens 0,9 Gew.-% Si und höchstens 3 Gew.-% Cu enthält.
[0013] Es bestand die Aufgabe, einen nickelarmen, vorzugsweise nickelfreien austenitischen
Stahl zu finden. Der Stahl sollte - auch aus Kostengründen - vergleichsweise wenig
andere Legierungselemente enthalten, insbesondere sollte er arm an Molybdän, Mangan
und Kupfer sein, und dennoch ausgezeichnete Werkstoffeigenschaften aufweisen, insbesondere
hoch korrosionsbeständig sein.
[0014] Demgemäß wurde ein nickelarmer austenitischer Stahl gefunden, der Eisen und folgende
Bestandteile enthält:
- Mangan:
- weniger als 17,0 Gew.-%;
- Chrom:
- mehr als 21,0 und höchstens 26,0 Gew.-%;
- Molybdän:
- weniger als 1,50 Gew.-%;
- Stickstoff:
- mehr als 0,70 und höchstens 1,70 Gew.-%; und
- Kohlenstoff:
- mehr als 0,11 und höchstens 0,70 Gew.-%.
[0015] Weiterhin wurden Verfahren zur Herstellung von Formkörpern aus diesem Stahl gefunden.
[0016] Angaben in Gew.-% beziehen sich auf die Zusammensetzung des fertigen Stahls.
[0017] Der erfindungsgemäße Stahl ist nickelarm und vorzugsweise nickelfrei, austenitisch,
ein gut herstell- und verarbeitbarer und hoch korrosionsfester Werkstoff, und vor
allem aufgrund des geringen Molybdängehalts auch preiswert.
[0018] Der erfindungsgemäße Stahl ist nickelarm, d.h. ihm wird Nickel, wenn überhaupt, nur
in vergleichsweise geringen Mengen, im allgemeinen höchstens 2 Gew.-%, beispielsweise
höchstens 1 Gew.-%, zugesetzt. Vorzugsweise ist der erfindungsgemäße Stahl nickelfrei,
d.h. frei von absichtlich zugesetztem Nickel. (Nickelfreiheit ist folglich ein Spezialfall
der Nickelarmut.) Nickel ist meist als unvermeidliche Verunreinigung in geringen Mengen
oder Spuren enthalten, häufig aufgrund der allgemeinen Verwendung von Stahlschrott
als Rohstoff zur Gewinnung von Eisen oder Rohstahl. Im allgemeinen enthält der erfindungsgemäße
Stahl in seiner nickelfreien Ausführungsform deshalb weniger als 1,0 Gew.-% Nickel
und vorzugsweise weniger als 0,5 Gew.-% Nickel. In besonders bevorzugter Weise enthält
er weniger als 0,3 Gew.-% Nickel. Ein Stahl mit derartig niedrigen Nickelgehalten
gibt auch in dauerndem Kontakt mit dem menschlichen oder tierischen Körper so wenig
Nickel ab, dass keine Sensibilisierung oder Allergie zu befürchten ist.
[0019] Der erfindungsgemäße Stahl enthält weniger als 17,0 Gew.-% Mangan, und in bevorzugter
Weise höchstens 16 Gew.-% Mangan. Er enthält ferner mehr als 21,0 und höchstens 26,0,
in bevorzugter Weise höchstens 23 Gew.-% Chrom, sowie weniger als 1,50 Gew.-%, vorzugsweise
höchstens 1,4 Gew.-% Molybdän. Sein Gehalt an Stickstoff beträgt mehr als 0,70, vorzugsweise
mindestens 0,82, und höchstens 1,70 Gew.-%; und sein Gehalt an Kohlenstoff beträgt
mehr als 0,11, vorzugsweise mindestens 0,15, beispielsweise mindestens 0,17, und höchstens
0,70 Gew.-%. Diese Legierungselemente liegen im wesentlichen in fester Lösung, also
atomar fein verteilt im austenitischen Gitter, und nicht als Carbide, Nitride oder
intermetallische Phasen vor.
[0020] Ein geringer Zuschlag von weiteren Legierungselementen, die häufig zur Verbesserung
bestimmter Eigenschaften für bestimmte Anwendungen oder als gängiger Zuschlag bei
der Stahlherstellung verwendet werden, beeinträchtigt die Werkstoffeigenschaften des
erfindungsgemäßen Stahls in der Regel nicht. Insbesondere kann er Kupfer in einer
Menge von weniger als 4, beispielsweise weniger als 2,5, bevorzugterweise weniger
als 2 und in besonders bevorzugter Weise höchstens 1, beispielsweise 0,5 Gew.-%.enthalten.
Er kann beispielsweise auch Wolfram in einer Menge von weniger als 2, vorzugsweise
höchstens 1 Gew.-% und Silicium in einer Menge von weniger als 2, vorzugsweise höchstens
1 Gew.-% enthalten.
[0021] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform besteht der erfindungsgemäße Stahl
aus Eisen, unvermeidlichen Verunreinigungen und folgenden Bestandteilen:
- Mangan:
- weniger als 17,0 Gew.-%;
- Chrom:
- mehr als 21,0 und höchstens 26,0 Gew.-%;
- Molybdän:
- weniger als 1,50 Gew.-%;
- Stickstoff:
- mehr als 0,70 und höchstens 1,70 Gew.-%;
- Kohlenstoff:
- mehr als 0,11 und höchstens 0,70 Gew.-%;
- Kupfer:
- weniger als 2,5 Gew.-%;
- Wolfram:
- weniger als 2 Gew.-%; und
- Silicium:
- weniger als 2 Gew.-%.
[0022] Der erfindungsgemäße Stahl ist außerordentlich korrosionsbeständig. Die Korrosionsbeständigkeit,
ausgedrückt als kritische Spaltkorrosionstemperatur, nimmt mit folgender Wirksumme
an Legierungselementen im Stahl zu:

wobei das Elementsymbol für den Gehalt des Stahls an diesem Element in Gew.-% steht.
In Anwendungen, in denen die Korrosionsbeständigkeit des Stahls im Vordergrund steht,
wird daher die Zusammensetzung des Stahls in den Grenzen, die durch seine sonstigen
geforderten Werkstoffeigenschaften vorgegeben sind (Festigkeit , Zähigkeit usw.),
auf eine möglichst hohe Wirksumme hin optimiert. Bevorzugt sind in diesen Fällen ein
niedriger Mangan- und hoher Kohlenstoff- und Stickstoffgehalt bei bescheidenem Chrom-
und Molybdängehalt.
[0023] Werkstücke aus dem erfindungsgemäßen Stahl sind vielseitig einsetzbar. (Da der erfindungsgemäße
Stahl gegenständlich ist und daher stets eine geometrische Form aufweist, sind die
Begriffe "der Stahl" und "ein Werkstück oder Gegenstand aus diesem Stahl" in aller
Regel bedeutungsgleich.)
[0024] Werkstücke aus dem erfindungsgemäßen Stahl werden insbesondere dort verwendet, wo
hohe Korrosionsbeständigkeit und/oder Festigkeit gefordert sind und/oder eine Abgabe
von Nickel nicht toleriert werden kann. Ein typisches Verwendungsgebiet für den erfindungsgemäßen
Stahl ist die Herstellung von Gegenständen, die in zumindest gelegentlichem Kontakt
mit dem menschlichen oder tierischen Körper stehen, beispielsweise Brillen, Uhren,
Schmuck, Implantate, Dentalimplantate, metallische Teile in Kleidung wie etwa Gürtelschließen,
Haken und Ösen, Nadeln, Sicherheitsnadeln, Bettgestelle, Geländer, Griffe, Scheren,
Besteck, medizinische Instrumente wie etwa Injektionsnadeln, Skalpelle oder sonstiges
Operationsbesteck.
[0025] Die überraschend hohe Korrosionsbeständigkeit und Festigkeit des erfindungsgemäßen
Stahls eröffnet aber auch Anwendungsgebiete, in denen Nickelfreiheit keine oder eine
nur geringe Rolle spielt. Er wird beispielsweise im Hoch- und Tiefbau eingesetzt,
etwa zur Herstellung von Armierungseisen, Befestigungselementen, Verankerungselementen,
Scharnieren, Felsankern, tragenden Strukturen, Fassadenelementen oder als Vorspannstahl.
Er wird ebenso als Werkstoff zur Herstellung von technischen Apparaten verwendet,
beispielsweise von Apparaten oder Rohrleitungen in der Erdöl- und Erdgasexploration
und -förderung, bei der zugehörigen Meerestechnik (ocean engineering) wie auch im
Schiffbau, oder in der Petrochemie. Weiterhin wird er als Werkstoff in der Verkehrstechnik
verwendet, beispielsweise für Bauteile von Anlagen und Verkehrsmitteln für den Verkehr
zu Wasser, zu Lande und in der Luft. Ferner wird er im Maschinen- und Anlagenbau verwendet,
beispielsweise für Energie- und Kraftwerkstechnik oder für elektrische und elektronische
Geräte. Der erfindungsgemäße Stahl wird darüber hinaus als metallische Binderphase
von Hartstoffen in Hartstoff-Sinterformteilen verwendet.
[0026] Für manche der genannten Anwendungen, insbesondere dort, wo Ferromagnetismus nicht
stört, kann es ausreichend sein, den erfindungsgemäßen Stahl nur als Oberflächenschicht
aufzubringen oder zu erzeugen. Verfahren dazu sind bekannt, beispielsweise das Plattieren
eines Werkstücks mit einem dünnen Überzug des erfindungsgemäßen Stahls, oder das nur
teilweise Aufsticken eines Werkstücks aus einer stickstofffreien oder stickstoffärmeren
Vorlegierung.
[0027] Hergestellt und/oder zum gewünschten Werkstück geformt wird der erfindungsgemäße
Stahl mit bekannten Methoden der Stahlherstellung, beispielsweise durch druckfreies
Erschmelzen, Elektroschlacke-Umschmelzen, Druck-Elektroschlacke-Umschmelzen, Vergießen
der Schmelze, Schmieden, Heiß- und/oder Kaltverformung, Pulvermetallurgie, beispielsweise
Pressen und Sintern oder Pulverspritzguss, was beides mit einem Pulver einheitlicher
erfindungsgemäßer Zusammensetzung oder nach der bekannten master-alloy-Technik möglich
ist, oder gegebenenfalls mit nachträglichem Aufsticken einer stickstofffreien oder
stickstoffarmen Vorlegierung, sofern die genannten schmelz- und pulvermetallurgischen
Verfahren nicht unter ausreichendem Stickstoffpartialdruck durchgeführt wurden. Die
Bildung von Carbiden, Nitriden und intermetallischen Phasen wird in ebenso bekannter
Weise durch Wärmebehandlung vermieden oder rückgängig gemacht. Eine besonders hohe
Festigkeit von Werkstücken aus dem erfindungsgemäßen Stahl wird durch Lösungsglühen
und Kaltverformung erreicht. Wahlweise wird das Werkstück anschließend angelassen.
Überraschenderweise beeinträchtigt Kaltverformung die Beständigkeit gegen Spaltkorrosion
nicht.
[0028] Ein bevorzugtes Verfahren zur Herstellung von aus dem erfindungsgemäßen Stahl bestehenden
Gegenständen ist die Pulvermetallurgie. Dazu wird ein Pulver aus dem erfindungsgemäßen
Stahl oder einer stickstofffreien oder stickstoffärmeren Vorlegierung in eine Form
gebracht, beispielsweise durch Pressen, aus der Form entfernt und gesintert. Während
der Sinterung oder in einem anschließenden zusätzlichen Verfahrensschritt wird, falls
eine stickstofffreie oder stickstoffärmere Vorlegierung verwendet wurde, durch Aufsticken
der erforderliche Stickstoffgehalt eingestellt.
[0029] Es ist dabei nicht zwingend notwendig, den Stahl oder seinen stickstofffreien oder
stickstoffärmeren Vorläufer als einheitliche Legierung einzusetzen. Ebenso können
die Bestandteile des Stahls oder seines Vorläufers in Form einer pulverförmigen Mischung
der Legierungselemente oder als Gemisch verschiedener Legierungen und/oder Reinelementen
vorliegen, aus dem sich nach der "master alloy"-Technik beim Sintervorgang durch Diffusion
eine Legierung der gewünschten Bruttozusammensetzung bildet. Beispielsweise kann ein
Gemisch aus reinem Eisenpulver und einem Legierungspulver, das die übrigen Legierungselemente
und wahlweise auch noch Eisen enthält, eingesetzt werden.
[0030] Ein wesentlicher Nachteil einfacher pulvermetallurgischer Formgebungsverfahren wie
etwa Pressen in eine Form ist, daß damit nur Formkörper mit einer vergleichsweise
einfachen äußeren Form hergestellt werden können. Ein anderes bekanntes pulvermetallurgisches
Verfahren, das insbesondere zur Herstellung von Formkörpern mit komplexer Geometrie
geeignet ist, ist der Pulverspritzguss. Dazu wird das Stahlpulver, ein stickstofffreier
oder stickstoffärmerer Vorläufer mit einem Thermoplasten, der in der Pulverspritzguss-Technologie
üblicherweise "Binder" genannt wird, und gegebenenfalls weiteren Hilfsstoffen vermischt,
so daß insgesamt eine thermoplastische Spritzgussmasse ("Feedstock") entsteht.
[0031] Die thermoplastische Spritzgussmasse wird mit der aus der Verarbeitung thermoplastischer
Kunststoffe bekannten Spritzgusstechnologie in eine Form spritzgegossen, aus dem spritzgegossenen
Körper ("Grünling") wird anschließend der thermoplastische Pulverspritzguss-Binder
entfernt ("Entbinderung"), und der von diesem Binder befreite Körper ("Braunling")
zum fertigen Sinterformkörper gesintert, und gegebenenfalls der gewünschte Stickstoffgehalt
durch Nitridierung ("Aufstickung") mittels Wärmebehandlung in einer Stickstoff enthaltenden
Ofenatmosphäre eingestellt. Vorzugsweise wird der Stickstoffgehalt durch Nitridierung
während der Sinterung oder unmittelbar vor oder nach dieser, ohne zwischenzeitliche
Entnahme des Sinterformteils aus dem Sinterofen oder Abkühlung unter die Sinter- oder
die Nitridierungstemperatur eingestellt. Das Hauptproblem bei diesen Verfahren ist
die Entbinderung, die üblicherweise thermisch durch Pyrolyse des Thermoplasten durchgeführt
wird, wobei häufig Risse im werkstück entstehen. Vorteilhafterweise wird daher ein
bei niedrigen Temperaturen katalytisch entfernbarer Thermoplast verwendet.
[0032] Zur Herstellung und Verarbeitung des erfindungsgemäßen Stahls geeignete Metallpulverspritzgussverfahren
und Feedstocks dafür sind dem Fachmann bekannt. Beispielsweise lehrt
EP-A 413 231 ein katalytisches Entbinderungsverfahren,
EP-A 465 940 und
EP-A 446 708 offenbaren Feedstocks für die Herstellung metallischer Formkörper.
W.-F. Bähre, P. J. Uggowitzer und M. O. Speidel: "Competitive Advantages by Near-Net-Shape-Manufacturing"
(Hrsg. H.-D. Kunze), Deutsche Gesellschaft für Metallurgie, Frankfurt, 1997 (ISBN
3-88355-246-1) sowie
H. Wohlfromm, M. Blömacher, D. weinand, E.-M. Langer und M. Schwarz: "Novel Materials
in Metal Injection Molding", Proceedings of PIM-97 - 1st European Symposium on Powder
Injection Moulding, Munich Trade Fair Centre, Munich, Germany, October 15-16, 1997,
European Powder Metallurgy Association 1997, (ISBN 1-899072-05-5) beschreiben Pulverspritzgussverfahren zur Herstellung von nickelfreien stickstoffhaltigen
Stählen unter Aufstickung während des Sintervorgangs. Die internationale Patentanmeldung
PCT/EP/99/09136 (internationales Anmeldedatum 25.11.99, Prioritätsanmeldung
DE 19855422.2 vom 01.12.98) lehrt ein Verfahren zur Herstellung von Hartstoff-Sinterformteilen
mit einem nickelfreien austenitischen Stahl als metallische Binderphase der Hartstoffe.
[0033] Das Pulverspritzgussverfahren unterscheidet sich in der Durchführung von üblichen
pulvermetallurgischen Verfahren wie Pressen und Sintern durch die Art der Formgebung
und den dadurch bedingten zusätzlichen Schritt zur Entfernung des zur Formgebung verwendeten
thermoplastischen Pulverspritzguss-Binders. Sinterung und Nitridierung werden jedoch
bei allen pulvermetallurgischen Verfahren auf gleiche Weise durchgeführt.
[0034] Der erfindungsgemäße Stahl, sein Vorläufer oder deren Bestandteile werden in Form
feiner Pulver eingesetzt. Die eingesetzten mittleren Partikelgrößen liegen üblicherweise
im Bereich unter 100 Mikrometer, vorzugsweise unter 50 Mikrometer, und in besonders
bevorzugter Form unter 20 Mikrometer, und im allgemeinen oberhalb von 0,1 Mikrometer.
Derartige Metallpulver sind kommerziell erhältlich oder können auf jede bekannte weise
hergestellt werden, beispielsweise durch Carbonylzersetzung, Wasser- oder Gasverdüsung.
[0035] Zur Durchführung des Pulverspritzgussverfahrens wird der erfindungsgemäße Stahl,
sein Vorläufer oder deren Bestandteile mit einem thermoplastischen, nichtmetallischen
Material als Pulverspritzguss-Binder vermischt und so die Pulverspritzgussmasse hergestellt.
Geeignete Thermoplasten zur Herstellung von Spritzgussmassen sind bekannt. Meist werden
thermoplastische Kunststoffe verwendet, beispielsweise Polyolefine wie Polyethylen
oder Polypropylen oder Polyether wie Polyethylenoxid ("Polyethylenglykol"). Bevorzugt
ist die Verwendung solcher Thermoplaste, die sich katalytisch bei vergleichsweise
niedriger Temperatur aus dem Grünling entfernen lassen. Bevorzugterweise wird als
Basis des Thermoplasten ein Polyacetalkunststoff verwendet, und in besonders bevorzugter
Form Polyoximethylen ("POM", Paraformaldehyd, Paraldehyd) verwendet. Der Spritzgussmasse
werden wahlweise noch Hilfsstoffe zur Verbesserung ihrer Verarbeitungseigenschaften
beigemischt, beispielsweise Dispergierhilfsmittel. Vergleichbare thermoplastische
Massen und Verfahren zu ihrer Herstellung und Verarbeitung durch Spritzguss und katalytische
Entbinderung sind bekannt und beispielsweise in
EP-A 413 231,
EP-A 446 708,
EP-A 444 475,
EP-A 800 882 und insbesondere
EP-A 465 940 und deren US-Äquivalent
US 5,362,791 beschrieben, auf die hiermit ausdrücklich Bezug genommen wird.
[0036] Eine bevorzugte erfindungsgemäße Spritzgussmasse besteht aus:
- a) 40 bis 70 Vol.-% des in den Ansprüchen 1, 2 oder 3 definierten Stahls, eines stickstofffreien
oder stickstoffärmeren Vorläufers dieses Stahls oder einer Mischung der Bestandteile
des Stahls oder seines Vorläufers, in Pulverform mit einer mittleren Partikelgröße
von mindestens 0,1 Mikrometer, und höchstens 100, bevorzugterweise höchstens 50 und
in besonders bevorzugter Weise höchstens 20 Mikrometer;
- b) 30 bis 60 Vol.-% einer Mischung aus
b1) 50 bis 100 Gew.-% eines Polyoximethylenhomo- oder -copolymerisats und
b2) 0 bis 50 Gew.-% eines mit b1) nicht mischbaren Polymerisats, das sich thermisch
ohne Rückstand entfernen läßt oder eine Mischung solcher Polymeren
als thermoplastischer Binder des Pulvers a), und
- c) 0 bis 5 Vol.-% eines Dispergierhilfsmittels.
[0037] Selbstverständlich ergänzen sich die Komponenten dabei zu 100 Vol.-%.
[0038] Die Polyoximethylenmono- und -copolymere sowie ihre Herstellung sind dem Fachmann
bekannt und in der Literatur beschrieben. Die Homopolymerisate werden üblicherweise
durch Polymerisation (meist katalysierte Polymerisation) von Formaldehyd oder Trioxan
hergestellt. Zur Herstellung von Polyoximethylencopolymeren wird oder werden bequemerweise
ein cyclischer Ether oder mehrere cyclische Ether als Comonomer gemeinsam mit Formaldehyd
und/oder Trioxan in die Polymerisation eingesetzt, so daß die Polyoximethylenkette
mit ihrer Folge von (-OCH
2)-Einheiten von Einheiten unterbrochen wird, in denen mehr als ein Kohlenstoffatom
zwischen zwei Sauerstoffatomen angeordnet ist. Beispiele für als Comonomere geeignete
cyclische Ether sind Ethylenoxid, 1,2-Propylenoxid, 1,2-Butylenoxid, 1,3-Dioxan, 1,3-Dioxolan,
Dioxepan, lineare Oligo- und Polyformale wie Polydioxolan oder Polydioxepan sowie
Oximethylenterpolymerisate.
[0039] Als Komponente b2) eignen sich grundsätzlich Polymerisate, die mit dem Polyoximethylenhomo-
oder -compolymerisat b1) nicht mischbar sind. Derartige Polymerisate und ihre Herstellung
sind dem Fachmann bekannt und in der Literatur beschrieben.
[0040] Bevorzugte Polymerisate dieser Art sind Polyolefine, vinylaromatische Polymere, Polymerisate
von Vinylestern aliphatischer C
1 - C
8-Carbonsäuren, Polymerisate von Vinylalkylethern mit 1 bis 8 C-Atomen in der Alkylgruppe
oder Polymerisate von Methacrylsäureestern mit mindestens 70 Gew.-% Einheiten, die
sich von Methacrylsäureestern ableiten oder deren Mischungen.
[0041] Geeignete Polyolefine sind beispielsweise Polymerisate von Olefinen mit 2 bis 8 C-Atomen,
insbesondere 2, 3 oder 4 C-Atomen, sowie deren Copolymerisate. Besonders bevorzugt
sind Polyethylen und Polypropylen sowie deren Copolymere. Derartige Polymere sind
Massenprodukte, weit verbreitete Handelswaren und daher dem Fachmann bekannt. Geeignete
vinylaromatische Polymerisate sind beispielsweise Polystyrol und Poly-α-methylstyrol
sowie deren Copolymere mit bis zu 30 Gew.-% Comonomeren aus der Gruppe der Acrylsäureester
sowie Acryl- oder Methacrylnitril. Auch derartige Polymerisate sind gängige Handelswaren.
Geeignete Polymerisate von Vinylestern aliphatischer C
1-C
8-Carbonsäuren sind beispielsweise Polyvinylacetat oder Polyvinylpropionat, geeignete
Polymerisate von C
1-C
8-Vinylalkylethern sind beispielsweise Polyvinylmethylether oder Polyvinylethylether.
Als Polymerisate von Methacrylsäureestern mit mindestens 70 Gew.-% Einheiten, die
sich von Methacrylsäureestern ableiten, werden beispielsweise Copolymere mit mindestens
70 Gew.-% Methacrylsäureestern von C
1-C
14-Alkoholen, insbesondere Methyl-methacrylat und/oder Ethyl-methacrylat, als Monomereinheiten
verwendet. Als andere Comonomere können beispielsweise 0 - 30 Gew.-%, vorzugsweise
0 - 20 Gew.-% Acrylsäureester, vorzugsweise Methylacrylat und/oder Ethylacrylat verwendet
werden.
[0042] Komponente c) ist ein Dispergierhilfsmittel. Dispergierhilfsmittel sind weit verbreitet
und dem Fachmann bekannt. Im allgemeinen kann jedes Dispergierhilfsmittel verwendet
werden, das zur Verbesserung der Homogenität der Spritzgussmasse führt. Bevorzugte
Dispergierhilfsmittel sind oligomeres Polyethylenoxid mit einem mittleren Molekulargewicht
von 200 bis 400, Stearinsäure, Hydroxystearinsäure, Fettalkohole, Fettalkoholsulfonate
und Blockcopolymere aus Ethylen- und Propylenoxid. Als Dispergierhilfsmittel kann
auch ein Gemisch verschiedener Substanzen mit dispergierenden Eigenschaften verwendet
werden.
[0043] Das Metallpulver wird - beim Pulverspritzgussverfahren nach vorheriger Vermischung
mit dem thermoplastischen Binder und gegebenenfalls mit den Hilfsstoffen - mit einem
Formgebungswerkzeug, beispielsweise einer Presse, in eine Form gebracht, die zur Vermeidung
etwaiger aufwendiger Nachbearbeitungen des fertigen Sinterformteils seiner gewünschten
geometrischen Endform möglichst nahe kommt. Bei der Sinterung tritt bekanntlich ein
Schwund der Werkstücke auf, der üblicherweise durch entsprechend größere Dimensionierung
der Formteile vor Sinterung kompensiert wird.
[0044] Die Verformung der Pulverspritzguss-Feedstocks erfolgt auf konventionelle Weise mit
üblichen Spritzgussmaschinen. Die Formkörper werden auf übliche Weise, beispielsweise
durch Pyrolyse, vom thermoplastischen Pulverspritzguss-Binder befreit ("Entbinderung").
Aus der bevorzugten erfindungsgemäßen Spritzgussmasse wird der Binder vorzugsweise
katalytisch entfernt, indem die Grünlinge auf bekannte Weise mit einer eine gasförmige
Säure enthaltenden Atmosphäre wärmebehandelt werden. Diese Atmosphäre wird durch Verdampfen
einer Säure mit ausreichendem Dampfdruck hergestellt, bequemerweise durch Durchleiten
eines Trägergases, insbesondere Stickstoff, durch ein Vorratsgefäß mit einer Säure,
vorteilhafterweise Salpetersäure, und anschließendes Einleiten des säurehaltigen Gases
in den Entbinderungsofen. Die optimale Säurekonzentration im Entbinderungsofen ist
von der gewünschten Stahlzusammensetzung und von den Dimensionen des Werkstücks abhängig
und wird im Einzelfall durch Routineversuche ermittelt. Im allgemeinen wird zur Entbinderung
eine Behandlung in einer derartigen Atmosphäre bei Temperaturen im Temperaturbereich
von 20°C bis 180°C über einen Zeitraum von 10 Minuten bis 24 Stunden genügen. Nach
der Entbinderung etwaige noch vorhandene Reste des thermoplastischen Binders und/oder
der Hilfsstoffe werden beim Aufheizen auf Sintertemperatur pyrolysiert und dadurch
vollständig entfernt.
[0045] Nach der Formgebung - und beim Spritzgussverfahren anschließender Entfernung des
Binders - wird der Formling in einem Sinterofen zum Sinterformteil gesintert und,
falls ein stickstofffreier oder stickstoffärmerer Vorläufer des erfindungsgemäßen
Stahls verwendet wurde, wird durch Nitridierung der gewünschte Stickstoffgehalt eingestellt.
[0046] Die zur Sinterung und gegebenenfalls zur Nitridierung optimale Zusammensetzung der
Ofenatmosphäre und die optimale Temperaturführung hängen von der exakten chemischen
Zusammensetzung des eingesetzten oder herzustellenden Stahls oder seines Vorläufers,
insbesondere seinem Stickstofflösungsvermögen, und von der Korngröße der eingesetzten
Pulver ab. Im allgemeinen sind sowohl die Erhöhung des Stickstoffpartialdrucks in
der Ofenatmosphäre als auch die Absenkung der Temperatur direkt mit höheren Stickstoffgehalten
im Stahl korreliert. Da aber mit einer Absenkung der Temperatur nicht nur der Sintervorgang
selbst verlangsamt wird, sondern auch die Diffusionsgeschwindigkeit des Stickstoffs
im Stahl sinkt, dauert der Sinter- und/oder Nitridierungsvorgang bei niedrigerer Temperatur
entsprechend länger. Die zur Erzielung eines bestimmten gewünschten Stickstoffgehalts
in einem homogenen, dichten Sinterformteil optimale Kombination von Ofenatmosphäre,
insbesondere dem Stickstoffpartialdruck, Temperatur und Dauer von Sinterung und/oder
Nitridierung sind im Einzelfall anhand weniger Routineversuche leicht zu ermitteln.
Derartige Sinterverfahren sind beispielsweise in den Publikationen von Bähre et al.
sowie Wohlfromm et al. beschrieben. Auf diese beiden Veröffentlichungen wird hiermit
ausdrücklich Bezug genommen.
[0047] Üblicherweise werden Stickstoffpartialdrücke in der Ofenatmosphäre von mindestens
0,1, vorzugsweise mindestens 0,25 bar, angewandt. Dieser Stickstoffpartialdruck beträgt
im allgemeinen höchstens 2 bar, vorzugsweise höchstens 1 bar. Die Ofenatmosphäre kann
aus reinem Stickstoff bestehen oder auch Inertgase wie Argon und/oder reaktive Gase
wie Wasserstoff enthalten. Meist ist es vorteilhaft, als Ofenatmosphäre eine Mischung
aus Stickstoff und Wasserstoff zu verwenden, um möglicherweise störende oxidische
Verunreinigungen der Metalle zu entfernen. Der Wasserstoffanteil, sofern vorhanden,
beträgt im allgemeinen mindestens 5 Vol.-%, vorzugsweise mindestens 15 Vol.-%, und
im allgemeinen höchstens 50 Vol.-%, vorzugsweise höchstens 30 Vol.-%. Falls gewünscht,
kann diese Ofenatmosphäre zusätzlich auch Inertgase, beispielsweise Argon, enthalten.
Die Ofenatmosphäre sollte vorzugsweise weitgehend trocken sein, im allgemeinen ist
dazu ein Taupunkt von - 40 °C ausreichend.
[0048] Der (absolute) Druck im Sinter- und/oder Nitridierungsofen beträgt üblicherweise
mindestens 100 mbar, vorzugsweise mindestens 250 mbar. Er beträgt ferner im allgemeinen
höchstens 2,5 bar, vorzugsweise höchstens 2 bar. In besonders bevorzugter Weise wird
bei Normaldruck gearbeitet.
[0049] Die Sinter- und/oder Nitridierungstemperatur beträgt im allgemeinen mindestens 1000°C,
vorzugsweise mindestens 1050°C und in besonders bevorzugter Weise mindestens 1100
°C. Sie beträgt ferner im allgemeinen höchstens 1450°C, vorzugsweise höchstens 1400°C
und in besonders bevorzugter Weise höchstens 1350 °C. Die Temperatur kann während
des Sinter- und/oder Nitridierungsvorgangs variiert werden, beispielsweise, um das
Werkstück erst bei einer höheren Temperatur vollständig oder weitgehend dicht zu sintern
und anschließend bei einer niedrigeren Temperatur den gewünschten Stickstoffgehalt
einzustellen.
[0050] Die optimalen Aufheizraten werden durch einige Routineversuche leicht ermittelt,
üblicherweise betragen sie mindestens 1°C pro Minute, vorzugsweise mindestens 2°C
pro Minute und in besonders bevorzugter Weise mindestens 3°C pro Minute. Aus wirtschaftlichen
Erwägungen wird im allgemeinen eine möglichst hohe Aufheizrate angestrebt, um einen
negativen Einfluß auf die Qualität der Sinterung und/oder Nitridierung zu vermeiden,
wird jedoch meist eine Aufheizrate unterhalb von 20°C pro Minute einzustellen sein.
Unter Umständen ist es vorteilhaft, während des Aufheizens auf die Sinter- und/oder
Nitridierungstemperatur eine Wartezeit bei einer Temperatur, die unterhalb der Sinter-
und/oder Nitridierungstemperatur liegt, einzuhalten, beispielsweise über einen Zeitraum
von 30 Minuten bis zwei Stunden, beispielsweise eine Stunde, eine Temperatur im Bereich
von 500°C bis 700°C, beispielsweise 600°C, zu halten.
[0051] Die Sinter- und/oder Nitridierungsdauer, also die Haltezeit bei Sinter- und/oder
Nitridierungstemperatur, wird im allgemeinen so eingestellt, daß die Sinterformteile
sowohl ausreichend dicht gesintert als auch ausreichend homogen nitridiert sind. Bei
üblichen Sinter- und/oder Nitridierungstemperaturen, Stickstoffpartialdrücken und
Formteilgrößen beträgt die Sinter- und/oder Nitridierungsdauer im allgemeinen mindestens
30 Minuten und vorzugsweise mindestens 60 Minuten. Diese Dauer des Sinter- und /oder
Nitridierungsvorgangs bestimmt die Produktionsrate mit, deshalb wird die Sinterung
und/oder Nitridierung vorzugsweise so durchgeführt, daß der Sinter- und/oder Nitridierungsvorgang
aus wirtschaftlicher Sicht nicht unbefriedigend lang dauert. Im allgemeinen wird der
Sinter- und Nitridierungsvorgang (ohne die Aufheiz- und Abkühlphasen) nach höchstens
10 Stunden abgeschlossen werden können.
[0052] Der Sinter-und/oder Nitridierungsvorgang wird durch Abkühlen der Sinterformteile
beendet. Je nach der Zusammensetzung des Stahls kann ein bestimmtes Abkühlverfahren
erforderlich sein, beispielsweise ein möglichst schnelles Abkühlen, um Hochtemperaturphasen
zu erhalten oder die Entmischung der Komponenten des Stahls zu verhindern. Im allgemeinen
ist es auch aus wirtschaftlichen Überlegungen wünschenswert, möglichst schnell abzukühlen,
um eine hohe Produktionsrate zu erreichen. Die Obergrenze der Abkühlrate ist erreicht,
wenn in wirtschaftlich unbefriedigend hoher Menge Sinterformteile mit durch zu schnelles
Abkühlen bedingten Fehlern wie Springen, Reißen oder Verformung auftreten. Die optimale
Abkühlrate wird demnach in wenigen Routineversuchen leicht ermittelt. Im allgemeinen
ist es empfehlenswert, Abkühlraten von mindestens 100°C pro Minute zu verwenden, bevorzugterweise
von mindestens 200°C pro Minute. Die Sinterformteile können beispielsweise in kaltem
Wasser oder Öl abgeschreckt werden.
[0053] Anschließend an Sinterung und/oder Nitridierung kann jede gewünschte Nachbehandlung,
beispielsweise Lösungsglühen und Abschrecken in Wasser oder Öl oder heißisostatisches
Pressen der Sinterformteile vorgenommen werden. Bevorzugterweise werden die Sinterformteile
lösungsgeglüht, indem sie über eine Zeit von mindestens 5 Minuten, vorzugsweise mindestens
10 Minuten und höchstens 2 Stunden, vorzugsweise höchstens einer Stunde bei einer
Temperatur von mindestens 1000°C, vorzugsweise mindestens 1100°C und höchstens 1250°C,
vorzugsweise höchstens 1200°C unter Inertgas, beispielsweise unter Stickstoff und/oder
Argon, wärmebehandelt werden und anschließend abgeschreckt werden, beispielsweise
in kaltem Wasser.
Beispiele
Beispiel 1
[0054] An zweiundzwanzig Stählen verschiedener Zusammensetzung innerhalb der folgenden Grenzen:
- Mangan:
- weniger als 17,0 Gew.-%;
- Chrom:
- mehr als 21,0 und höchstens 26,0 Gew.-%;
- Molybdän:
- weniger als 1,50 Gew.-%;
- Stickstoff:
- mehr als 0,70 und höchstens 1,70 Gew.-%; und
- Kohlenstoff:
- mehr als 0,11 und höchstens 0,70 Gew.-%;
Rest Eisen und unvermeidliche Verunreinigungen;
wurde die kritische Spaltkorrosionstemperatur gemessen. Diese ist ein Maß für den
Widerstand gegen Lokalkorrosion. In der Abbildung sind die experimentellen Ergebnisse
als offene Kreise über der wirksumme des geprüften Stahls:

wobei das Elementsymbol für den Gehalt des Stahls an diesem Element in Gew.-% steht,
aufgetragen. Als Vergleich wurden die mit Stählen, die sich von den obengenannten
durch einen Molybdängehalt von mehr als 2,5 Gew.-% unterscheiden, erhaltenen Messergebnisse
als volle Kreise eingetragen.
[0055] Der Vergleich zeigt, dass die erfindungsgemäßen Stähle trotz eines äußerst niedrigen
Molybdängehalts überraschenderweise ebenso korrosionsbeständig sind (hohe kritische
Spaltkorrosionstemperatur) wie Stähle mit einem deutlich höheren Gehalt des teuren
Molybdäns.
Beispiel 2
[0056] Eine zehn-Kilogramm-Charge eines Stahls mit der Zusammensetzung 23 Gew.-% Chrom,
16 Gew.-% Mangan, 1,4 Gew.-% Molybdän, 0,17 Gew.-% Kohlenstoff, 0,82 Gew.-% Stickstoff,
Rest Eisen, wurde im Vakuum-Induktionsofen bei einem Druck von 0,8 bar Stickstoff
erschmolzen und abgegossen. Nach dem Schmieden, Lösungsglühen bei 1100°C und Abschrecken
zeigte der Stahl ein homogen austenitisches Gefüge. Er wies in diesem Zustand eine
Streckgrenze von 550 MPa auf. Nach Kaltverformen um 72 % Querschnittsabnahme erreicht
der Stahl eine Streckgrenze von 2480 MPa und nach darauffolgendem Anlassen bei 500
°C über eine Stunde eine Streckgrenze von 2670 MPa.
Beispiel 3
[0057] Beispiel 2 wurde wiederholt, nach dem Abschrecken jedoch eine Kaltverformung um 92
% Querschnittsabnahme durchgeführt und anschließend angelassen. Dies führte zu einer
außerordentlich hohen Streckgrenze von 3100 MPa.
[0058] Die Beispiele zeigen, dass der erfindungsgemäße Stahl nicht nur korrosionsfest ist,
sondern auch eine überraschend hohe Festigkeit aufweist.
1. Nickelarmer austenitischer Stahl, der aus Eisen, unvermeidlichen Verunreinigungen
und folgenden Bestandteilen besteht:
Mangan: weniger als 17,0 Gew.-%;
Chrom: mehr als 21,0 und höchstens 26,0 Gew.-%;
Molybdän: weniger als 1,50 Gew.-%;
Nickel: weniger als 2 Gew.-%;
Stickstoff: mehr als 0,70 und höchstens 1,70 Gew.-%;
Kohlenstoff: mehr als 0,11 und höchstens 0,70 Gew.-%;
Kupfer: weniger als 4 Gew.-%;
Wolfram: weniger als 2 Gew.-%; und
Silicium: weniger als 2 Gew.-%.
2. Stahl nach Anspruch 1, der aus Eisen, unvermeidlichen Verunreinigungen und folgenden
Bestandteilen besteht:
Mangan: weniger als 17,0 Gew.-%;
Chrom: mehr als 21,0 und höchstens 26,0 Gew.-%;
Molybdän: weniger als 1,50 Gew.-%;
Stickstoff: mehr als 0,70 und höchstens 1,70 Gew.-%;
Kohlenstoff: mehr als 0,11 und höchstens 0,70 Gew.-%;
Kupfer: weniger als 2,5 Gew.-%;
Wolfram: weniger als 2 Gew.-%; und
Silicium: weniger als 2 Gew.-%.
3. Pulverspritzgussmasse, enthaltend den in den Ansprüchen 1 oder 2 definierten Stahl,
einen stickstofffreien oder stickstoffärmeren Vorläufer dieses Stahls oder eine Mischung
der Bestandteile des Stahls oder seines Vorläufers, in Pulverform, und einen thermoplastischen
Binder.
4. Pulverspritzgussmasse nach Anspruch 3, bestehend aus:
a) 40 bis 70 Vol.-% des in den Ansprüchen 1 oder 2 definierten Stahls, eines stickstofffreien
oder stickstoffärmeren Vorläufers dieses Stahls oder einer Mischung der Bestandteile
des Stahls oder seines Vorläufers, in Pulverform mit einer mittleren Partikelgröße
von mindestens 0,1 Mikrometer, und höchstens 100, bevorzugterweise höchstens 50 und
in besonders bevorzugter Weise höchstens 20 Mikrometer;
b) 30 bis 60 Vol.-% einer Mischung aus
b1) 50 bis 100 Gew.-% eines Polyoximethylenhomo- oder -copolymerisats und
b2) 0 bis 50 Gew.-% eines mit b1) nicht mischbaren Polymerisats, das sich thermisch
ohne Rückstand entfernen läßt oder eine Mischung solcher Polymeren
als thermoplastischer Binder des Pulvers a), und
c) 0 bis 5 Vol.-% eines Dispergierhilfsmittels.
5. Verfahren zur Herstellung von Formkörpern aus dem in den Ansprüchen 1 oder 2 bestehenden
Stahl, umfassend die Verfahrensschritte Spritzguss der in den Ansprüchen 4 oder 5
definierten Spritzgussmasse, Entbinderung und Sinterung.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass man die Entbinderung durch katalytische Entfernung des Binders durchführt.
7. Verfahren nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass man während oder nach der Sinterung den Stickstoffgehalt des Stahls durch Nitridierung
einstellt.
8. Verwendung des in den Ansprüchen 1 oder 2 definierten Stahls als Werkstoff für Gegenstände,
die zumindest gelegentlich mit dem menschlichen oder tierischen Körper in Kontakt
stehen.
9. Verwendung des in den Ansprüchen 1 oder 2 definierten Stahls im Hoch- oder Tiefbau.
10. Verwendung des in den Ansprüchen 1 oder 2 definierten Stahls zur Herstellung von technischen
Apparaten.
11. Verwendung des in den Ansprüchen 1 oder 2 definierten Stahls als Werkstoff in der
Verkehrstechnik.
12. Verwendung des in den Ansprüchen 1 oder 2 definierten Stahls als Werkstoff im Maschinen-
und Anlagenbau.
1. Acier austénitique pauvre en nickel composé de fer, d'inévitables impuretés et des
constituants suivants :
manganèse : moins de 17,0% en poids;
chrome : plus de 21,0 et tout au plus 26,0% en poids;
molybdène : moins de 1,50% en poids;
nickel : moins de 2% en poids;
azote : plus de 0,70 et tout au plus 1,70% en poids;
carbone : plus de 0,11 et tout au plus 0,70% en poids;
cuivre : moins de 4% en poids;
wolfram : moins de 2% en poids, et
silicium : moins de 2% en poids.
2. Acier selon la revendication 1 composé de fer, d'impuretés inévitables et des constituants
suivants :
manganèse : moins de 17,0% en poids;
chrome : plus de 21,0 et tout au plus 26,0% en poids;
molybdène : moins de 1,50% en poids;
azote : plus de 0,70 et tout au plus 1,70% en poids;
carbone : plus de 0,11 et tout au plus 0,70% en poids;
cuivre : moins de 2,5% en poids;
wolfram : moins de 2% en poids, et
silicium : moins de 2% en poids.
3. Matière de moulage par injection en poudre, contenant l'acier défini aux revendications
1 ou 2, un précurseur exempt d'azote ou pauvre en azote de cet acier ou un mélange
des constituants de l'acier ou de son précurseur, sous forme de poudre, et un liant
thermoplastique.
4. Matière de moulage par injection en poudre selon la revendication 3, composée de :
a) 40 à 70% en volume de l'acier défini aux revendications 1 ou 2, d'un précurseur
exempt d'azote ou pauvre en azote de cet acier ou d'un mélange des constituants de
l'acier ou de son précurseur, sous forme de poudre avec une grosseur moyenne de particule
d'au moins 0,1 micromètre, et tout au plus 100, de préférence tout au plus 50 et de
manière particulièrement préférée tout au plus 20 micromètres;
b) 30 à 60% en volume d'un mélange constitué de
b1) 50 à 100% en poids d'un homo- ou copolymère de polyoxyméthylène et
b2) 0 à 50% en poids d'un polymère non miscible avec b1) qu'on peut éliminer thermiquement
sans résidu ou un mélange de polymères de ce type
comme liant thermoplastique de la poudre a), et
c) 0 à 5% en volume d'un adjuvant de dispersion.
5. Procédé de fabrication de corps moulés composés de l'acier constitué aux revendications
1 ou 2, comprenant les étapes de procédé de moulage par injection de la matière de
moulage par injection définie aux revendications 4 ou 5, de déliantage et de frittage.
6. Procédé selon la revendication 5, caractérisé en ce qu'on réalise le déliantage par élimination catalytique du liant.
7. Procédé selon la revendication 5 ou 6, caractérisé en ce que l'on règle la teneur en azote de l'acier par nitridation pendant ou après le frittage.
8. Utilisation de l'acier défini aux revendications 1 ou 2 comme matériau de travail
pour des objets qui entrent en contact au moins occasionnellement avec un corps humain
ou animal.
9. Utilisation de l'acier défini aux revendications 1 ou 2 dans la construction immobilière
ou les travaux publics.
10. Utilisation de l'acier défini aux revendications 1 ou 2 pour la fabrication d'appareils
techniques.
11. Utilisation de l'acier défini aux revendications 1 ou 2 comme matériau de travail
dans la technique de la circulation.
12. Utilisation de l'acier défini aux revendications 1 ou 2 comme matériau de travail
dans la construction de machines et d'installations technologiques.