[0001] Die Erfindung betrifft eine Badewanne oder eine Duschtasse aus einem Kunststoff mit
einer in den Boden davon eingearbeiteten Verstärkungseinlage, eine derartige Verstärkungseinlage,
die Verwendung dieser Verstärkungseinlage zur Herstellung eines verstärkten Bodenbereiches
einer Badewanne oder Duschtasse und ein Verfahren zur Herstellung einer Badewanne
oder Duschtasse.
[0002] Nachstehend soll nur noch auf Badewannen Bezug genommen werden, wobei dieser Begriff
Badewanne auch eine Duschtasse oder ähnliches mit umfasst.
[0003] Badewannen werden heute entweder aus einem emaillierten Blech oder aus einem Kunststoffmaterial
hergestellt. Die zum Benutzer zeigende Seite der Badewanne wird dabei häufig aus Acrylglas
bzw. Sanitärglas hergestellt. Bei diesem Acrylglas handelt es sich um PMMA (Polymethylmethacrylat).
[0004] Zur Herstellung der zum Benutzer zeigenden Seite der Badewanne wird eine dünne PMMA-Kunststoffplatte
durch Tiefziehen in die eigentlichen Grundform gebracht. Das so erhaltene Gebilde
ist jedoch instabil. Zur Verstärkung wird dann auf die untere Seite und somit auf
die von Benutzer abgewandte Seite eine oder mehrere Lagen aus einem Kunststoffmaterial
aufgebracht, beispielsweise durch Aufspritzen oder durch Auflegen etc.
[0005] Es ist nun bekannt, im besonders belasteten Bodenbereich und somit in dem Bereich,
in dem der Benutzer zum Stehen kommt bzw. steht, eine Verstärkungseinlage einzuarbeiten
bzw. einzulaminieren. Diese Verstärkungseinlage wird zweckmäßigerweise vollständig
in das Kunststoffmaterial eingebettet, so dass diese Verstärkungseinlage von außen
nicht sichtbar ist. Als Verstärkungseinlage wird üblicherweise eine Holzplatte oder
eine Pressspanplatte eingesetzt.
[0006] Diese bekannten Verstärkungseinlagen haben den Nachteil, dass die Verbindung zu dem
Kunststoffmaterial ungenügend ist. Dies kann einerseits durch vorhandene Feuchtigkeit
oder andererseits durch Lufteinschlüsse bedingt sein. Zudem neigt das Kunststoffmaterial
dazu, an den Seiten der Verstärkungseinlage wegzufließen, so dass die Randbereiche
dieser bekannten Verstärkungseinlage bei der fertigen Duschwanne von außen noch zu
sehen sind etc.
[0007] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine verbesserte Verstärkungseinlage für
Badewannen oder Duschtassen bereitzustellen, die auf einfache Weise in den Boden eingearbeitet
werden kann und sicher und fest damit verbunden ist.
[0008] Gelöst wird diese Aufgabe durch die Lehre der Ansprüche.
[0009] Bei der erfindungsgemäßen Badewanne besitzt die Verstärkungseinlage eine im wesentlichen
flache Grundplatte, die im eingearbeiteten Zustand zur Wanne hin zeigt. Auf der bodenabgewandten
Fläche der Grundplatte sind Wände vorhanden, welche die Fläche der Grundplatte in
mehrere Abteile unterteilen. Pro Abteil ist mindestens ein durchgehendes Loch in der
Grundplatte ausgenommen. Beim Einbau dieser Verstärkungseinlage in den Boden einer
Badewanne wird diese Verstärkungseinlage mit ihrer Grundplatte an den unverstärkten
oder noch nicht vollständig verstärkten Bodenbereich der Badewanne angelegt. Dann
wird das zur Herstellung des verstärkten Boden eingesetzte Kunststoffmaterial in die
Abteile und natürlich auch in die Löcher in der Grundplatte eingebracht. Die Löcher
werden dabei zweckmäßigerweise vollständig vom diesem Kunststoffmaterial ausgefüllt,
während die Abteile als solche zumindest teilweise und vorzugsweise ebenfalls vollständig
ausgefüllt werden.
[0010] Dieses Kunststoffmaterial verbindet sich beim Ausreagieren bzw. beim Aushärten bzw.
haftet an dem Bodenbereich der Badewanne und stellt somit, indem der Kunststoff durch
die Löcher quasi hindurchragt, eine formschlüssige Verbindung der Verstärkungseinlage
mit dem Boden dar, wenn der Kunststoff ausgehärtet ist bzw. ausreagiert hat. Durch
das Ausfüllen der Abteile als solche wird sichergestellt, dass der Boden über eine
ausreichende Dicke verfügt und den mechanischen Anforderungen standhält. Durch die
Grundplatte wird zudem erreicht, dass die Reaktionswärme des in dem Abteil reagierenden
Kunststoffmaterials zum Boden hin isoliert wird, wodurch verhindert wird, dass von
oben gesehen in der Badewanne im Bodenbereich farbliche Veränderungen oder andere
Veränderungen auftreten, die durch eine zu große Wärmeentwicklung hervorgerufen werden.
[0011] Unter einem Kunststoffmaterial wird im Rahmen der hier vorliegenden Unterlagen das
Reaktionsgemisch zur Herstellung des ausreagierten bzw. ausgehärteten Kunststoffes
verstanden.
[0012] Beim Einarbeiten der Verstärkungseinlage wird diese im übrigen zweckmäßigerweise
auf eine auf den Boden der Badewanne außen aufgebrachte erste Lage aus einem Kunststoffmaterial
aufgelegt. Durch die vorhandenen Löcher kann die Luft bzw. können evtl. vorhandene
Blasen beim Andrücken der Verstärkungseinlage von unten gegen den Boden entweichen.
Eventuell sich bildende Hohlräume unterhalb der Grundplatte können beim Ausfüllen
der Abteile mit dem Kunststoffmaterial, das in diesem Zustand noch mehr oder weniger
flüssig ist, ausgefüllt werden. Dazu dringt dieses Kunststoffmaterial durch die Löcher
hindurch und füllt evtl. Hohlräume aus. Für alle diese Vorgänge wird die Badewanne
üblicherweise auf den Kopf gestellt, so dass das aufgebrachte und in die Abteile eingefüllte
Kunststoffmaterial alleine durch die Schwerkraft durch die Löcher und in ggf. vorhandene
Hohlräume unterhalb der Grundplatte eindringen kann. Zweckmäßigerweise wird die Menge
des Kunststoffmaterials derart bemessen, dass die Verstärkungseinlage vollständig
in das Kunststoffmaterial eingearbeitet ist bzw. vollständig von diesem verhüllt wird.
Das Kunststoffmaterial wird dabei zweckmäßigerweise lagenweise, beispielsweise durch
Aufsprühen oder andere bekannte Techniken aufgebracht und in die Abteile eingetragen.
[0013] Nach einer bevorzugten Ausführungsform sind alle Abteile vollständig von Wänden umgrenzt,
wobei alle Wände vorzugsweise die gleiche Höhe haben. Weiterhin bevorzugt wird die
gesamte Fläche der Grundplatte in Abteile mit in etwa gleicher Größe unterteilt. Die
Größe der Abteile und die Größe des Loches pro Abteil werden zweckmäßigerweise derart
gewählt, dass einerseits eine gute Verbindung mit dem Bodenbereich der Badewanne erreicht
wird und andererseits eine möglichst optimale Isolierung der auftretenden Reaktionswärme
sichergestellt wird. Die entsprechenden Abmessungen der Abteile und des Loches können
von einem Fachmann ohne weiteres in Abhängigkeit von dem eingesetzten Kunststoff in
geeigneter Weise gewählt werden. Gewünschtenfalls können auch zwei, drei, vier oder
mehr als vier Löcher pro Abteil vorhanden sein. Die Form der Abteile, die man auch
als eine Art Waben bezeichnen könnte, ist dabei beliebig. Vorzugsweise ist die Grundfläche
dieser Abteile quadratisch.
[0014] Die Verstärkungseinlage ist vorzugsweise aus einem Kunststoffmaterial hergestellt
und vorzugsweise einstückig, insbesondere spritzgeformt. Es kann sich dabei um jeden
beliebigen Kunststoff (z. B. Polycarbonat) handeln, beispielsweise einen thermoplastischen
oder einen duroplastischen Kunststoff, wobei ein thermoplastischer Kunststoff bevorzugt
ist. Insbesondere wird Sanitär-Acrylglas (PMMA = Polymethylmethacrylat) eingesetzt.
[0015] Die Erfindung wird im folgenden anhand der Zeichnungen näher erläutert. Von den Zeichnungen
zeigen:
- Figur 1
- eine skizzenhafte Seitenansicht einer Badewanne, die einen verstärkten Bodenbereich
aufweist, und
- Figur 2
- eine perspektivische Ansicht einer erfindungsgemäßen Verstärkungseinlage.
[0016] Die in der Figur 1 gezeigte Badewanne 1 ist aus Sanitär-Acrylglas gefertigt. Auf
der unteren Seite und somit auf der vom Benutzer wegzeigenden Seite ist die Badewanne
1 insbesondere im Bereich des Bodens 2 verstärkt. In diesen Boden 2 ist eine Verstärkungseinlage
3 eingebracht. Diese Verstärkungseinlage kann dabei aus nur einer derartigen Verstärkungseinlage
3 oder aus mehreren nebeneinander angeordneten, jedoch separaten Verstärkungseinlagen
3 aufgebaut sein. Mit anderen Worten, die Verstärkungseinlage insgesamt kann aus mehreren
Segmenten von Verstärkungseinlagen 3 bestehen.
[0017] Die Verstärkungseinlage 3 ist insbesondere in der Figur 2 gezeigt und besteht aus
einer dünnen Grundplatte 4 und mehreren Wänden 5, die derart angeordnet sind, dass
die gesamte Fläche der Grundplatte 4 in in etwa gleiche quadratische Abteile 6 unterteilt.
Pro Abteil 6 ist ein in der Grundplatte 4 ausgenommenes Loch 7 vorhanden, das in etwa
in der Mitte der Abteile 6 angeordnet ist.
[0018] Zur Herstellung der erfindungsgemäßen Badewanne 1 wird als erstes der obere Teil
der Badewanne 1 durch Tiefziehen einer dünnen Kunststoffplatte aus Sanitär-Acrylglas
hergestellt und erhält dabei ihre Grundform. Die so hergestellte Grundform hat nach
oben hin und somit auf der zum Benutzer hin zeigenden Seite eine glatte Oberfläche.
[0019] Auf die gegenüberliegende Seite bzw. Fläche dieser Grundform werden eine oder mehrere
Lagen aus einem Kunststoffmaterial aufgebracht. Dazu wird die durch Tiefziehen hergestellte
Grundform auf den Kopf gestellt. Zum Einarbeiten der Verstärkungseinlage 3 in den
Boden 2 der Badewanne 1 werden dann eine oder mehrere erste Lagen aus Sanitär-Acrylglas
auf diese Grundform aufgesprüht. Anschließend wird eine Verstärkungseinlage 3 oder
werden mehrere Verstärkungseinalgen 3 mit ihrer unteren Seite 8 der Grundplatte 4
auf den Boden 2 aufgelegt und an das noch nicht ausreagierte Kunststoffmaterial angepresst..
Danach wird weiteres Kunststoffmaterial durch Aufspritzen in die Abteile 6 eingebracht,
bis die Verstärkungseinlage(n) 3 vollständig in das Kunststoffmaterial eingebettet
ist(sind). Als Kunststoffmaterial wird ein Methylmethacrylatharzsystem verwendet,
das mit einer 2-Komponenten-Airless-Spritzanlage verarbeitet wird. Dabei kann sogar
auf den Einsatz von Glasfaser-Rovings verzichtet werden, die bei anderen bekannten
Verfahren zum Aufbringen von Kunststoffmaterial eingesetzt werden.
[0020] Das Kunststoffmaterial füllt dabei die Löcher 7 und auch die Abteile 6 aus. Die Verstärkungseinlage(n)
3 besteht/bestehen ebenfalls aus Sanitär-Acrylglas. Aufgrund der chemischen Verwandtschaft
der für die Verstärkungseinlage 3 und die Badewanne 1 eingesetzten Kunststoffmaterialien
kommt es zu einem dauerhaften, festen Verbund. Wegen dieser Gegebenheit ist es ohne
weiteres möglich, das Herstellungsverfahren zu automatisieren.
[0021] Die Wände 5 der Verstärkungseinlage 3 besitzen im übrigen alle die gleiche Höhe und
umgrenzen die Abteile 6 vollständig, so dass vollständig voneinander separierte Abteile
6 vorhanden sind.
1. Badewanne oder Duschtasse aus einem Kunststoff mit einer in den Boden davon eingearbeiteten
Verstärkungseinlage,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Verstärkungseinlage (3) eine im wesentlichen flache Grundplatte (4) aufweist,
die im eingearbeiteten Zustand zur Badewanne (1) hin zeigt,
auf der bodenabgewandten Fläche der Grundplatte (4) Wände (5) vorhanden sind, welche
die Fläche der Grundplatte (4) in mehrere Abteile (6) unterteilen,
in jedem Abteil (6) mindestens ein durchgehendes Loch (7) in der Grundplatte (4) ausgenommen
ist und
die Löcher (7) und die Abteile (6) zumindest teilweise mit dem zur Herstellung des
Bodens (2) der Badewanne (1) oder Duschtasse eingesetzten Kunststoff ausgefüllt sind.
2. Badewanne nach Anspruch 1
dadurch gekennzeichnet,
dass alle Abteile (6) vollständig von Wänden (5) umgrenzt sind und alle Wände (5) die
gleiche Höhe haben.
3. Badewanne nach Anspruch 1 oder 2
dadurch gekennzeichnet,
dass die gesamte Fläche der Grundplatte (4) in Abteile (6) mit in etwa gleicher Größe
unterteilt ist.
4. Badewanne nach einem der vorhergehenden Ansprüche
dadurch gekennzeichnet,
dass die Verstärkungseinlage (3) aus einem Kunststoff hergestellt ist.
5. Badewanne nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Verstärkungseinlage (3) aus dem gleichen Kunststoff hergestellt ist, aus dem
auch der Bodenbereich (2) der Badewanne (1) oder der Duschtasse aufgebaut ist.
6. Badewanne nach Anspruch 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass es sich bei dem Kunststoff der Badewanne/Duschtasse (1) und/oder der Verstärkungseinlage
(3) um Sanitär-Acrylgas handelt
7. Verstärkungseinlage zur Einarbeitung in den Boden einer Badewanne oder Duschtasse
aus einem Kunststoff,
dadurch gekennzeichnet,
dass sie über eine im wesentlichen flache Grundplatte (4) verfügt, auf deren einer Seite
Wände (5) vorhanden sind, welche die Fläche der Grundplatte (4) in mehrere abgetrennte
Abteile (6) unterteilen und
in jedem Abteil (6) mindestens ein durchgehendes Loch (7) in der Grundplatte (4) ausgenommen
ist.
8. Verstärkungseinlage nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass sie eines oder mehrere der Merkmale der Ansprüche 2, 4 oder 6 besitzt.
9. Verwendung einer Verstärkungseinlage nach Anspruch 7 oder 8 zur Herstellung eines
verstärkten Bodenbereiches (2) einer Badewanne (1) oder Duschtasse aus einem Kunststoff.
10. Verfahren zur Herstellung einer Badewanne oder Duschtasse aus einem Kunststoff mit
einer in den Boden (2) davon eingearbeiteten Verstärkungseinlage (3)
dadurch gekennzeichnet,
dass die Badewanne (1) oder Duschtasse auf per se bekannte Weise aus einem Kunststoffmaterial
hergestellt und dabei eine Verstärkungseinlage (3) in den Boden eingearbeitet wird,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Verstärkungseinlage (3) gemäß Anspruch 7 oder 8 eingearbeitet wird.
11. Verfahren nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass der obere Teil der Badewanne (1) oder der Duschtasse durch Tiefziehen einer dünnen
Kunststoffplatte hergestellt wird und seine Grundform erhält, auf dem unteren Teil
der so hergestellten Grundform zur Verstärkung eine oder mehrere Lagen aus einem Kunststoffmaterial
aufgebracht wird oder werden und dabei die Verstärkungseinlage (3) in den Bodenbereich
(2) eingearbeitet wird.