[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Überbrücken von Trennfugen in Wänden
oder Böden von Gebäuden, bestehend aus zwei im Querschnitt etwa L-förmigen Verankerungsprofilen
mit je einem Befestigungsschenkel und einem dazu senkrechten Abschlußschenkel und
aus jeweils einem am Abschlußschenkel angelenkten Überbrückungsprofil, die formschlüssig
schiebend ineinander greifen.
[0002] Bekannt ist eine solche Vorrichtung aus der EP 0 356 268 B1. Ihre beiden starkwandigen
im Querschnitt etwa L-förmigen Verankerungsprofile werden zur Bildung einer Überbrückung
von großen Trennfugen in Gebäuden mit ihren Befestigungsschenkeln in entsprechendem
Abstand zueinander am Untergrund festgeschraubt und mit Mörtel oder Estrich abgedeckt.
Die zum Befestigungsschenkel senkrechten Abschlußschenkel begrenzen dabei mit ihrer
Außenseite die zu überbrückende Trennfuge und bilden mit der Oberseite dieser Abschlußschenkel
eine Lehre für den Fußboden- oder Wandaufbau. In diese Abschlußschenkel sind jeweils
in Form einer Gelenkverbindung Überbrückungsprofile eingehakt, wobei ein taschenförmiges
Überbrückungsprofil in seiner Tasche in schräger Richtung das andere Überbrückungsprofil
schiebend aufnimmt. Auf diese Weise kann die Vorrichtung die Bewegungen der durch
eine Fuge voneinander getrennten Boden- oder Wandfelder aufnehmen. Infolge der schiebenden
Verbindung und der Anlenkung der Überbrückungsprofile sind Bewegungen in unterschiedlichen
Ebenen von einer solchen Vorrichtung aufnehmbar. Solche Profile lassen sich jedoch
aufgrund der tiefen Taschenausbildung und des erforderlichen Eingriffprofiles nur
sehr starkwandig in einem Strangpreßverfahren herstellen. Aufgrund dieser erforderlichen
Wandstärken sind solche Vorrichtungen nicht geeignet zum Einsatz in Böden oder Wänden,
die mit Keramikbelägen im sogenannten Dünnbettverfahren in relativ dünnen Kleber-
oder Kontaktschichten bekleidet sind, wobei gelochte seitliche Befestigungsschenkel
in dei Dünnbettkleber- oder Kontaktschicht eingebettet werden.
[0003] Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, eine Vorrichtung der eingangs genannten
Art vorzuschlagen für den Einsatz in Wänden oder Böden, die mit im Dünnbettschichtverfahren
verlegten Keramikbelägen bekleidet sind, so daß dünnwandige Überbrückungsprofile und
Verankerungsprofile erforderlich sind. Dabei ist sicherzustellen, daß bei der Montage
solcher Vorrichtungen die Montagestellung fixiert wird und damit spätere Dehn- und
Zugbewegungen der voneinander getrennten Belagsfelder aufgenommen werden können.
[0004] Gelöst wird die Erfindungsaufgabe mit einer Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs
1. Um dünnwandige Taschen mit ausreichender Tiefe und entsprechend langem Eingreifende
eines Taschenschenkels erreichen zu können, wird vorgeschlagen, den eingreifenden
Taschenschenkel eines Überbrückungsprofiles an seinem Eingreifende mit vorstehenden
Elementen auszubilden, die sich mit Abstand voneinander in Längsrichtung des Profiles
erstrecken, wobei Mittel zur Festlegung einer Montagestellung der beiden ineinandergreifenden
Überbrückungsprofile vorgesehen sind. Diese Sicherung der Montagestellung verhindert,
daß beim Einbau die beiden ineinandergreifenden Überbrückungsprofile zu weit zusammengeschoben
sind, da sie in einer solchen Stellung die notwendigen Ausdehnungsbewegungen der Belagsfelder
nicht aufnehmen könnten. Durch die Ausbildung des Eingreifendes eines Taschenschenkels
ist es möglich, diesen Schenkel insgesamt ebenfalls dünnwandig auszubilden entsprechend
der Ausbildung des anderen Taschenschenkels. Die Taschenschenkel lassen sich daher
weitgehend in nahezu gleicher Stärke ausbilden.
[0005] Gemäß Anspruch 3 kann der obere Schenkel kürzer ausgebildet sein als der andere in
die Tasche eingreifende Schenkel, wodurch sich im Strangpreßverfahren in günstiger
Weise größere Taschentiefen verwirklichen lassen.
[0006] Ausbildungen der gelenkigen Halterung der Überbrückungsprofile an den Verankerungsprofilen
werden mit den Merkmalen der Ansprüche 4 und 5 angegeben.
[0007] Zum Schutz der mit den Verankerungsprofilen abzugrenzenden Belagskanten werden Maßnahmen
mit Anspruch 6 angegeben.
[0008] Um konstante Fugenausbildungen zwischen den Abschlußschenkeln der Verankerungsprofile
und den angrenzenden Belagskanten zu erreichen, werden abstandshaltende Mittel gemäß
Anspruch 8 genannt.
[0009] Die spezielle die Montagestellung festlegenden Mittel werden gemäß Anspruch 9 bis
Anspruch 13 vorgeschlagen. Es können zur sichernden Verbindung vorzugsweise zylindrische
Elemente eingesetzt werden in der Form von zerstörbaren oder verformbaren Kerbstiften
oder verformbaren Dichtungen.
[0010] Für die Überbrückung einer Trennfuge in der Ecke eines Gebäudes wird eine Vorrichtung
gemäß Anspruch 14 vorgeschlagen, deren Funktion identisch ist mit der Funktion einer
erfindungsgemäßen Vorrichtung in einer Ebene.
[0011] Anhand abgebildeter Ausführungsbeispiele wird die Erfindung im folgenden näher erläutert.
Es zeigen:
- Fig. 1:
- einen im Maßstab vergrößerten Querschnitt durch eine erfindungsgemäße Vorrichtung,
- Fig. 2:
- eine Querschnittsdarstellung des Einbaus einer solchen Vorrichtung im Bereich der
Trennfuge in einem mit Platten belegten Boden und
- Fig. 3:
- eine Querschnittsdarstellung eines Einbaus einer speziellen Vorrichtung für die Überbrückung
einer Trennfuge im Eckbereich zwischen Boden und Wand eines Gebäudes.
[0012] Zunächst wird auf Figur 1 Bezug genommen. Die beiden Verankerungsprofile 1 sind vorzugsweise
in einem Strangpreßverfahren aus einer Aluminium- oder Messinglegierung hergestellt.
Ihre Befestigungsschenkel 11 haben in der Regel ein Stärke unter 1,5 mm und sind mit
Durchbrechungen versehen. Die jeweils im Prinzip zum Befestigungsschenkel 11 senkrecht
angeformten Abschlußschenkel 12 weisen in einer eingeformten zylindrischen Vertiefung
13 mit Abstand nach außen gerichtet Gelenkzapfen 14 auf, die sich in Profilrichtung
erstrecken. An diesen Gelenkzapfen 14 sind mit entsprechend ausgebildeten Gelenkpfannen
24 taschenartige Überbrückungsprofile 2 bzw. 3 angelenkt.
[0013] Zur Ausbildung von Fugen zwischen den einzubringenden Belagsplatten 8, wie sie beispielsweise
aus Figur 2 ersichtlich sind, und den Abschlußschenkeln 12 sind abstandshaltende Mittel
vorgesehen in Form der angeformten Leisten 17. Darüber hinaus weisen die Abschlußschenkel
12 im oberen Bereich Verbreiterungen 16 auf zum Schutz der Belagskanten.
[0014] Beide taschenartigen Überbrückungsprofile 2 und 3 greifen schiebend gegeneinander
mit den entsprechenden Taschenschenkeln 22 bis 33 formschlüssig ineinander ein. Hierbei
ist der äußere dünnwandige Taschenschenkel 32 des Überbrückungsprofiles 3 kürzer gehalten
als sein anderer Taschenschenkel 33, der mit seinem Eingreifende 33 a in die Tasche
21 des anderen Überbrückungsprofiles 2 eingreift. Im Bereich dieses Eingreifsendes
33 a sind an einer Seite Rippen 34 mit Abstand zueinander ausgebildet, die nur bereichsweise
diesen Taschenschenkel 33 verstärken, so daß er formschlüssig in die Tasche 21 einschiebbar
ist. Auf diese Weise ist es möglich, die Taschenschenkel 32 und 33 möglichst gleichstark
und möglichst dünn auszubilden. Der etwa in der gleichen Stärke wie der andere Taschenschenkel
23 ausgebildete Taschenschenkel 22 der Tasche 21 des Überbrückungsprofiles 2 greift
in die Tasche 31 des anderen Überbrückungsprofiles 3 ebenfalls gleitend und formschlüssig
ein. Auch dieses Überbrückungsprofil 2 ist mit seiner Gelenkpfanne 24 gelenkig an
dem Gelenkzapfen 14 aufgesetzt, der mit dem Abstandssteg 15 in der Vertiefung 13 des
Abschlußschenkels 12 des Verankerungsprofiles 1 ausgebildet ist.
[0015] Zur Festlegung einer vorgegebenen Montagestellung der Überbrückungsprofile ist zwischen
den Rippen 36 am Taschenschenkel 33 eine Aufnahmenut 35 ausgebildet, die mit einer
entsprechenden Aufnahmenut 25 an der Innenseite des Taschenschenkels 23 korrespondiert.
Zur Festlegung dieser Montagestellung sind in dieser Stellung in der übereinander
liegenden Nuten zylindrische Elemente 4 einsetzbar. Solche zylindrischen Elemente
können sowohl Kerbstifte, zylindrische Dichtschnüre oder Körper aus einem Material
sein, welches bei Druck- und/oder Zugbeanspruchung zerstörbar oder nachgiebig verformbar
ist.
[0016] Eine Einbausituation einer solchen Überbrückungsvorrichtung ist in Figur 2 gezeigt.
In schematischer Darstellung sind dabei zwei Bodenfelder 6 angedeutet, zwischen denen
eine Bodenfuge 7 vorgesehen ist, die in diesem Bereich mit einem Füllstoff ausgefüllt
sein kann. Zur Überbrückung dieser Fuge 7 ist die Vorrichtung gemäß Figur 1 eingesetzt.
Dabei sind die Verankerungsprofile 1 mit ihren Befestigungsschenkeln 11 im Dünnbettschichtverfahren
auf diesem Boden eingebracht unterhalb von den Keramikplatten 8, deren Höhe mit der
lichten Höhe des Abschlußschenkels abgestimmt ist. Der eingebrachte Kleber oder Mörtel
ist mit Ziffer 9 angedeutet. In der dargestellten Stellung sind die aus Figur 1 ersichtlichen
zylindrischen Elemente, die die Montagestellung sichern, entfernt.
[0017] Figur 3 zeigt die Ausbildung einer Trennfuge mit der Überbrückungsvorrichtung in
dem Eckbereich eines Gebäudes. Der Boden trägt wiederum die Ziffer 6. Die Trennfuge
ist mit 7 bezeichnet. Die Wand trägt die Ziffer 10. Für eine solche Ausbildung ist
ein spezielles Verankerungsprofil 101 erforderlich. Bei einem solchen prinzipgleichen
Verankerungsprofil ist am Ende des Abschlußschenkels 112 nach außen gerichtet eine
Abwinklung 102 vorgesehen, die in entsprechender Weise den Gelenkzapfen 14 aufweist,
an dem das beschriebene Überbrückungsprofil 3 angelenkt ist. Die bodenseitige Ausbildung
der Überbrückungsvorrichtung entspricht dem Ausführungsbeispiel gemäß Figur 2.
Bezugszeichenliste
[0018]
- 1,101
- Verankerungsprofil
- 11
- Befestigungsschenkel
- 12, 112
- Abschlußschenkel
- 13
- zylindrische Vertiefung
- 14
- Gelenkzapfen
- 15
- Abstandssteg
- 16
- Verbreiterung
- 17
- Abstandsleiste
- 102
- Abwinklung
- 2
- Überbrückungsprofil
- 21
- Tasche
- 22
- Taschenschenkel
- 23
- Taschenschenkel
- 24
- Gelenkpfanne
- 25
- Aufnahmenut
- 3
- Überbrückungsprofil
- 31
- Tasche
- 32
- Taschenschenkel
- 33
- Taschenschenkel
- 33 a
- Eingreifende
- 34
- Gelenkpfanne
- 35
- Aufnahmenut
- 36
- Rippe
- 4
- zylindrisches Element
- 6
- Boden
- 7
- Fuge
- 8
- Keramikplatte
- 9
- Fugenmörtel
- 10
- Wand
1. Vorrichtung zum Überbrücken von Trennfugen in Wänden oder Böden von Gebäuden, bestehend
aus zwei im Querschnitt etwa L-förmigen Verankerungsprofilen (1, 101) mit je einem
Befestigungsschenkel (12) und einem dazu senkrechten Abschlußschenkel (12, 112) und
aus jeweils an einem am Abschlußschenkel (12, 112) angelenkten Überbrückungsprofil
(2, 3), die formschlüssig schiebend ineinandergreifen, dadurch gekennzeichnet, daß ein Schenkel (33) eines Überbrückungsprofiles (3) zumindest an seinem in das andere
Überbrückungsprofil (2) eingreifenden Ende mit zueinander beabstandeten vorstehenden
Elemente (36) ausgebildet ist, wobei Mittel (4) zur Festlegung einer Montagestellung
der beiden ineinander greifenden Überbrückungsprofile (2, 3) vorgesehen sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß beide Überbrückungsprofile (2, 3) an Ihren zueinander gerichteten Seiten U-förmige
Taschen (2, 3) mit dünnwandigen Taschenschenkeln (21, 22, 31, 32) bilden.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der äußere Schenkel (32) der einen Tasche (31) kürzer als der andere das Eingriffsende
bildende Schenkel (33, 34) ausgebildet ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß an der den Befestigungsschenkel (11) gegenüberliegenden Außenseite des Abschlußschenkels
(12) eines jeden Verankerungsprofiles (1) ein Gelenkzapfen (14) in Längsrichtung des
Abschlußschenkels (12) verlaufend mit Abstand zur Oberkante des Abschlußschenkels
(12) angeordnet ist, an dem das Überbrückungsprofil (2, 3) mit einer endseitig angeformten,
teilzylindrischen Gelenkpfanne (24, 34) verschwenkbar gehalten ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Gelenkzapfen (14) in einer zylindrischen Vertiefung (13) am Abschlußschenkel
(12) mit einem Abstandssteg (15) angeformt ist, wobei die Gelenkpfanne (24) in diese
Vertiefung (13) formschlüssig eingreift.
6. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß am oberen Ende des Abschlußschenkels (12) eines jeden Verankerungsprofiles (1) eine
zur zu schützenden Kante eines angrenzenden Belages (8) gerichtete Verbreiterung (16)
vorgesehen ist.
7. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß an der zum zu schützenden Belag (8) gerichteten Seite des Abschlußschenkels (12)
eines Verankerungsprofiles (1) abstandshaltende Mittel (17) zur Ausbildung einer Fuge
zwischen Belagskante und Abschlußschenkel (12) vorgesehen sind.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das abstandshaltende Mittel eine in Längsrichtung des Abschlußschenkels (12) verlaufende
angeformte Abstandsleiste (17) ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zur Ausbildung der die Montagestellung festlegenden Mittel eine oder mehrere zwischen
den Rippen (34) gebildeten Nuten (35) zur Aufnahme von vorstehend einsetzbaren Verbindungsmitteln
(4), die korrespondierend in eine entsprechende Aufnahmenut (25) an der Innenseite
eines Schenkels (23) der Tasche (21) am anderen Überbrückungsprofil (2) vorgesehen
sind.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindungsmittel zylindrische Elemente (4) sind, die aus den Aufnahmenuten (25,
35) entfernbar sind.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die zylindrischen Stifte Kerbstifte sind.
12. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß das Verbindungsmittel eine verformbare Dichtschnur ist.
13. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß das Verbindungsmittel ein zylindrischer Stift aus einem unter Druck- oder Zugbeanspruchung
quer zu seine Längsrichtung zerstörbarem oder verformbarem Material, wie beispielsweise
Schaumstoff oder dergleichen besteht.
14. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß an einem Verankerungsprofil (1, 101) der Gelenkzapfen (14) an einer endseitigen Abwinklung
(102) am Abschlußschenkel (112) ausgebildet ist zur gelenkigen Anbindung des Überbrückungsprofiles
(3) in etwa paralleler Richtung zu dem Abschlußschenkel (112).
15. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die vorstehenden Elemente des Taschenschenkels (33) Rippen (36) sind.