[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Vorbehandlung von Werkstücken mit einer
Oberfläche aus Aluminium oder Aluminiumlegierungen für die spanlose Umformung und/oder
das Verbinden durch Schweißen oder Kleben mit gleichartig vorbehandelten oder gegebenenfalls
anderweitig vorbeschichteten Werkstücken oder mit gegebenenfalls vorbehandelten Teilen
aus Stahl und/oder verzinktem und/oder legierungsverzinktem Stahl sowie für eine sich
daran anschließende korrosionsschützende Behandlung durch Phosphatieren, durch eine
chromfreie Konversionsbehandlung, durch Primerauftrag oder durch Lackieren.
[0002] Zur chemischen Oberflächenbehandlung von Metallen, beispielsweise als Vorbereitung
für den Auftrag von Lacken, Klebern und Kunststoffen, sind Verfahren bekannt, bei
denen in der ersten Stufe die Metalloberfläche gereinigt, in der zweiten Stufe mit
Wasser gespült und in der dritten Stufe schließlich mit einer wäßrigen, chemische
Umwandlungsüberzüge bildenden Lösung benetzt und der Flüssigkeitsfilm aufgetrocknet
wird. Hierdurch wird auf dem Metall ein dünner, nichtmetallischer Überzug gebildet,
der bei entsprechend gewählter Zusammensetzung der Behandlungsflüssigkeit und der
Reaktionsbedingungen die Oberflächenqualität entscheidend verbessern kann. So können
sich z. B. Überzüge aus Lacken, Klebern und Kunststoffen, gegebenenfalls in Form von
Folien, durch eine wesentlich größere Haftung und einen beachtlich erhöhten Korrosionsschutz
auszeichnen, wenn sie auf derartig vorbehandeltem Metall aufgebracht werden.
[0003] Verfahren der vorgenannten Art arbeiten z. B. mit einer wäßrigen Lösung, die sechswertiges
Chrom, dreiwertiges Chrom, Alkaliionen und Siliciumdioxid in bestimmten Mengenverhältnissen
enthält und Überzüge für die elektrische Isolation, für den Korrosionsschutz und als
Haftgrund für Lacke und dergleichen erzeugt (DE-AS 17 69 582).
[0004] Infolge der Anwesenheit von sechswertigem Chrom ist diesen Verfahren der Nachteil
gemeinsam, daß insbesondere Vorsichtsmaßnahmen bei der Applikation des Überzugsmittels
und der Handhabung des beschichteten Metalls erforderlich sind.
[0005] Um die mit der Verwendung von Lösungen, die sechswertiges Chrom enthalten, verbundenen
Nachteile zu vermeiden, sieht eine andere Verfahrenskategorie zum Aufbringen von Umwandlungsüberzügen
speziell für Aluminiumoberflächen, eine Behandlung mit Kompositionen auf Basis der
Fluoro-Anionen des Zirkons und/oder Titans vor (US-A-41 48 670, FR-A-942 789, EP-A-106
389, EP-A-825 280).
[0006] In jüngerer Zeit erlangt die Verwendung von Werkstücken mit Oberflächen aus Aluminium
oder Aluminiumlegierungen im Fahrzeugbau zunehmend an Bedeutung. Wesentliche Gründe
hierfür sind die Reduktion des Fahrzeuggewichts, aber auch die günstige Recyclingfähigkeit
derartiger Werkstücke. Dabei ist es im allgemeinen üblich, Fahrzeuge aus mehreren,
in der Regel zuvor spanlos umgeformten Teilen, die aus Werkstücken mit Oberflächen
aus Aluminium oder Aluminiumlegierungen bestehen, aber auch mit solchen aus Stahl
und/oder verzinktem Stahl und/oder legierungsverzinktem Stahl zu verbinden. Die mit
Abstand wichtigsten Formen des Verbindens beziehungsweise Zusammenfügens sind Schweißen
oder Kleben.
[0007] An das Verbinden der Teile schließt sich regelmäßig eine. korrosionsschützende Behandlung
an, die je nach Beschaffenheit der verbundenen Teile aus einer Phosphatierbehandlung,
einer chromfreien Konversionsbehandlung, einem Primerauftrag oder einer Lackierung
bestehen kann.
[0008] Damit ein einwandfreies Verbinden der Teile mit Oberflächen aus Aluminium beziehungsweise
aus Aluminiumlegierungen miteinander oder mit Teilen aus Stahl und/oder verzinktem
beziehungsweise legierungsverzinktem Stahl gewährleistet ist, muß sichergestellt sein,
daß die Oberflächen des Aluminiums beziehungsweise der Aluminiumlegierung frei von
Aluminiumoxid beziehungsweise Oxiden eventueller Legierungsbestandteile des Aluminiums
sind. Eine sich hierfür anbietende Beizbehandlung führt nicht zum Ziel, da sich die
Aluminiumoberfläche nach kürzester Zeit mit einer neuen Oxidschicht überzieht.
[0009] Um das vorstehend skizzierte Problem zu lösen, sieht das Verfahren der EP-B-700 452
vor, Oberflächen aus Aluminium oder seinen Legierungen vor einer zweiten permanent
korrosionsschützenden Behandlung zur Vorbehandlung mit einer wäßrigen Lösung in Kontakt
zu bringen, die komplexe Fluoride der Elemente Bor, Silicium, Titan, Zirkon oder Hafnium
einzeln oder im Gemisch miteinander in Konzentrationen der Fluoro-Anionen von insgesamt
100 bis 4000 mg/l enthalten und einen pH-Wert von 0,3 bis 3,5 aufweisen. Zwischen
Vorbehandlung und permanent korrosionsschützender Konversionsbehandlung werden die
Teile aus Aluminium oder seinen Legierungen einem spanlosen und/oder spanabhebenden
Verformungsprozeß unterzogen, und/oder miteinander oder mit Teilen aus Stahl und/oder
verzinktem und/oder legierungsverzinktem Stahl durch Kleben und/oder Schweißen verbunden.
Die Applikation der gegebenenfalls Polymere bestimmter Beschaffenheit enthaltenden
Lösung kann im Spritzen, Tauchen oder im No-Rinse-Verfahren erfolgen, wobei im Falle
des No-Rinse-Verfahrens die Naßfilmmenge zwischen 2 bis 10, vorzugsweise zwischen
4 und 6 ml/m
2 Metalloberfläche liegen soll. Unabhängig von der Form der Applikation der Lösung
ist es vorteilhaft, bei Temperaturen zwischen 40 und 85°C zu trocknen. Zwecks Reinigung
werden die Teile aus Aluminium oder seinen Legierungen vor der ersten Konversionsbehandlung
sauer oder alkalisch gereinigt, vorzugsweise erfolgen vor der permanent korrosionsschützenden
Behandlung noch Reinigungsschritte und Zwischenspülungen mit Wasser und/oder mit aktivierenden
Spülbädern.
[0010] Aus den Angaben zu den Konzentrationen an Fluoro-Anionen der zu applizierenden Lösungen
einerseits und der Naßfilmmenge andererseits ergibt sich für den Fall des Auftrages
einer Fluoro-Titanat enthaltenden Lösung eine Auflage von 0,06 bis 11730 mg/m
2, vorzugsweise von 0,12 bis 7,04 mg/m
2 (jeweils angegeben als Titan-Metall) und für den Fall des Auftrages einer Fluoro-Zirkonat
enthaltenden Lösung eine Auflage von 0,09 bis 17780 mg/m
2, vorzugsweise von 0,18 bis 7,04 mg/m
2 (jeweils angegeben als Zirkon-Metall) .
[0011] Die der Konzeption der vorliegenden Erfindung vorausgegangenen Untersuchungen haben
gezeigt, daß eine Vielzahl der in der EP-B-700 452 beschriebenen Ausgestaltungsmöglichkeiten
zu wenig vorteilhaften Ergebnissen, insbesondere hinsichtlich des mit der ersten chemischen
Konversionsbehandlung erreichten temporären Korrosionsschutzes und des für die Herstellung
von Schweißverbindungen wichtigen Durchgangswiderstandes, führen.
[0012] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren zur Vorbehandlung von Werkstücken mit
einer Oberfläche aus Aluminium oder Aluminiumlegierungen für die spanlose Umformung
und/oder das Verbinden durch Schweißen oder Kleben mit gleichartig vorbehandelten
oder gegebenenfalls anderweitig vorbeschichteten Werkstücken oder mit Teilen aus Stahl
und/oder verzinktem und/oder legierungsverzinktem Stahl sowie eine sich daran anschließende
permanent korrosionsschützende Behandlung durch Phosphatieren, durch eine chromfreie
Konversionsbehandlung, durch Primerauftrag oder Lackieren bereitzustellen, das regelmäßig
zu Werkstücken mit einem hinreichend niedrigen Durchgangswiderstand bei gleichzeitig
guten Klebe-Zugscherwerten und guten vorübergehenden Korrosionsschutzwerten führt.
[0013] Die Aufgabe wird gelöst, indem das Verfahren der eingangs genannten Art entsprechend
der Erfindung derart ausgestaltet wird, daß man die Werkstücke
a) mit einer Mineralsäure enthaltenden wäßrigen, sauren Lösung im Tauchen oder Spritzen
beizt,
b) mit Wasser spült,
c) mit einer wäßrigen, sauren Lösung, die chrom- und polymerfrei ist und im wesentlichen
aus Ti und Zr als komplexe Fluoride in einem Gewichtsverhältnis von Ti : Zr von 2:1
bis 1:2 sowie ggf. aus kolloidaler Kieselsäure besteht, in der Weise in Kontakt bringt,
daß nach dem nachfolgenden Auftrocknen ein Schichtgewicht von 2 bis 15 mg/m2 (ber. als Ti/Zr-Metall) resultiert,
man beim In-Kontakt-Bringen des Werkstückes Lösungen einsetzt, die bei Tauch- oder
Spritz-Applikation 300 bis 700 mg/l Fluorid (ber. als Fluoro-Anion) enthalten und
einen pH-Wert von 4,0 bis 5,0 aufweisen und bei Applikation im Rollenauftragsverfahren
5000 bis 15000 mg/l Fluorid (berechnet als Fluoro-Anion) enthalten und einen pH-Wert
von 1,0 bis 3,0 aufweisen.
[0014] Es hat sich gezeigt, daß weder bei der Applikation von Lösungen, die nur Fluoro-Titanat
oder nur Fluoro-Zirkonat enthalten, noch bei Applikation von Lösungen, bei denen das
Gewichtsverhältnis von Titan : Zirkon außerhalb des Gewichtsverhältnisses von 2:1
bis 1:2 liegt, beziehungsweise bei Applikation von Lösungen, die zu Auflagegewichten
von Titan/Zirkon außerhalb des Bereiches von 2 bis 15 mg/m
2 (ber. Als Titan/Zirkon-Metall) führen, bezüglich der Aufgabenstellung zufriedenstellende
Ergebnisse erzielt werden. Im Hinblick auf das einzustellende Auflagegewicht ist es
daher von entscheidender Bedeutung, daß je nach Art der Applikation hinsichtlich der
Konzentration der Fluoro-Anionen und des pH-Wertes unterschiedlich beschaffene Lösungen
eingesetzt werden.
[0015] Zur Erlangung des mit der Erfindung verfolgten Zieles ist es weiterhin wesentlich,
daß die Werkstücke mit einer Mineralsäure enthaltenden wäßrigen, sauren Lösung im
Tauchen oder Spritzen, gebeizt werden. Eine alkalische Reinigung hat beispielsweise
die Entstehung von Titan/Zirkon-Schichten mit schlechten Durchgangswiderstandswerten
zur Folge. Gleiches gilt für Schichten, die unter Verwendung polymerhaltiger Lösungen
erhalten werden, weshalb die innerhalb des erfindungsgemäßen Verfahrens einzusetzenden
Lösungen polymerfrei sein müssen.
[0016] Die Verbindung der erfindungsgemäß vorbehandelten Werkstücke kann mit gleichartig
vorbehandelten oder gegebenenfalls andersartig vorbeschichten, z. B. phosphatierten
Werkstücken, mit Oberflächen aus Aluminium oder dessen Legierungen geschehen. Sofern
eine Verbindung mit Teilen aus Stahl und/oder verzinktem und/oder legierungsverzinktem
Stahl beabsichtigt ist, können diese Teile blanke oder vorbeschichtete Oberflächen
aufweisen. Eine geeignete Vorbeschichtung kann z. B. eine Phosphatschicht mit einem
Schichtgewicht von maximal 2 g/m
2 oder eine Schicht eines leitfähigen Primers sein.
[0017] Sofern die Werkstücke beölt sind, ist dem Beizprozeß eine Reinigungs-/Entfettungsstufe
vorzuschalten oder der Beizprozeß ist in der Weise zu führen, daß eine gleichzeitige
Reinigung/Entfettung erfolgt. Letzteres kann durch Zusatz von Tensid zur Beizlösung
geschehen.
[0018] Als Verfahren zur Phosphatierbehandlung stehen solche, die mit Lösungen auf Basis
Zinkphosphat, insbesondere entsprechend der Niedrigzink-Technologie, oder mit Alkaliphosphat
arbeiten, im Vordergrund. Die Lösungen können durch Zusatz weiterer geringer Mengen
von mehrwertigen Kationen, wie Calcium, Magnesium, Nickel, Kupfer oder Mangan, modifiziert
sein.
[0019] Zur chromfreien Konversionsbehandlung gelangen insbesondere saure Lösungen der Fluoro-Komplexe
von Titan, Zirkon, Hafnium, aber auch Bor und Silicium, gegebenenfalls mit einem Gehalt
an organischem Polymer, zum Einsatz.
[0020] Als Primer können sogenannte Reaktionsprimer oder Haftgrundmittel aufgebracht werden.
[0021] Die erfindungsgemäße Vorbehandlung der Werkstücke stellt einen hinreichenden, vorübergehenden
Korrosionsschutz für längere Lagerzeiten sicher. Während dieser Zeit erfolgt keine
negative Beeinflussung der Schweißbarkeit, insbesondere des elektrischen Widerstandschweißens,
oder der Verklebbarkeit. Auch ist mit Blick auf die Schweißbarkeit gewährleistet,
daß der Durchgangswiderstand an allen Oberflächenbereichen des Werkstückes praktisch
gleich ist.
[0022] Werkstücke im Sinne der vorliegenden Erfindung sind Band, Blech und Einzelteile,
wie Profile.
[0023] Die Applikation der Lösung gemäß Stufe c) kann im Spritzen oder Tauchen jeweils mit
oder ohne Wasserspülung erfolgen. Bei Applikation ohne Wasserspülung ist es vorteilhaft,
überschüssige Behandlungslösung durch Abquetschrollen zu entfernen.
[0024] Bei der Behandlung von Blech oder Band ist die Aufbringung der Behandlungslösung
nach dem Roll Coater-Verfahren besonders vorteilhaft. Es erlaubt in einem Arbeitsgang
eine definierte Einstellung der gewünschten Naßfilmdicke.
[0025] Im Anschluß an die vorstehend beschriebenen Applikationsarten der Lösung wird das
Werkstück getrocknet beziehungsweise die Lösung aufgetrocknet. Objekttemperaturen
von 30 bis 90°C sind besonders vorteilhaft.
[0026] Zum Ansatz der Behandlungsflüssigkeiten werden üblicherweise Konzentrate verwendet,
die mit salzarmem Wasser, vorzugsweise vollentsalztem Wasser, auf die jeweils einzustellenden
Konzentrationen verdünnt werden. Besonders vorteilhaft ist es zwecks Vermeidung des
Eintrags von Alkali-Ionen, die benötigten Fluoro-Anionen des Zirkons und Titans mit
Hilfe der freien Säuren einzubringen und den jeweiligen pH-Wert im Bedarfsfall durch
Zugabe von Ammoniak einzustellen.
[0027] Das Beizen der Werkstücke (Verfahrensstufe a)) geschieht mit einer Mineralsäure enthaltenden
wäßrigen, sauren Lösung. Es kann elektrolytisch oder chemisch erfolgen. Beim elektrolytischen
Beizen ist als Mineralsäure Phosphorsäure besonders geeignet. Das Beizen auf chemischem
Wege, dem wegen der apparativ weniger aufwendigen Arbeitsweise in der Regel der Vorzug
gegeben wird, kann mit Salpetersäure oder Salpetersäure/Flußsäure vorgenommen werden.
Entsprechend einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung werden die Werkstücke mit
einer Lösung im Spritzen oder Tauchen gebeizt, die Tensid, Fluorwasserstoff und Schwefelsäure
enthält, wobei sich Lösungen, die 3 bis 8 g/l Schwefelsäure, 50 bis 150 mg/l nicht
komplex gebundenes, freies Fluorid und 1 bis 3 g/l nichtionogenes Tensid' enthalten,
als besonders geeignet erwiesen haben. Als nichtionische Tenside sind Ethylenoxid-Addukte
an Fettalkohole und beispielsweise Abietinsäure besonders geeignet.
[0028] Die Messung des freien Fluorids wurde mit einer Fluoridsensitiven Elektrode durchgeführt,
wobei die Kalibrierung der Elektrode mit Lösungen vorgenommen wurde, deren pH-Wert
identisch mit dem der zu prüfenden Lösung war.
[0029] Um in der nachfolgenden Behandlung gemäß Stufe c) Schichten mit einem optimalen Druchgangswiderstand
zu erzielen, sollte der Beizprozeß in der Weise geführt werden, daß ein Metallabtrag
von ca. 0,1 bis 0,6 g/m
2 Werkstückoberfläche erhalten wird.
[0030] Die sich an das Beizen der Werkstücke anschließende Wasserspülung - entsprechend
Stufe b) - erfolgt vorzugsweise in mehreren Spülstufen, wobei es besonders vorteilhaft
ist, das Spülwasser kaskadenartig dem Werkstück entgegengerichtet zu führen. Dabei
sollte die letzte Spülstufe mit vollentsalztem Wasser durchgeführt werden. Durch die
sich an die Beiz- und Spülstufe anschließende Behandlung gemäß Stufe c) wird verhindert,
daß auf den' Werkstücken mit einer Oberfläche aus Aluminium oder Aluminiumlegierung
ein erneutes Wachstum einer Oxidschicht auftritt.
[0031] Eine weitere vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung sieht vor, die Werkstücke
in Stufe c) mit einer kolloidale Kieselsäure enthaltenden Lösung in Kontakt zu bringen.
Durch den Gehalt der Lösung an Kieselsäure wird bei einer nachfolgenden Lackierung
die Lackhaftung verbessert. Eine nachteilige Beeinflussung des Durchgangswiderstandes
erfolgt nicht. Eine besonders geeignete Kieselsäure ist pyrogene Kieselsäure mit einer
mittleren Teilchengröße von 10 bis 25 nm. Besonders vorteilhafte Auflagegewichte liegen
zwischen 2 und 30 mg/m
2 (ber. als Si). Aufgrund dieser Angaben sind die einzustellenden Kieselsäurekonzentrationen
in den jeweiligen, in Stufe c) zur Anwendung gelangenden Behandlungslösungen anhand
weniger Versuche in einfacher Weise zu ermitteln. Bei Applikation der Lösung im Roll
Coater-Verfahren läßt sie sich über die aufzubringende Naßfilmmenge leicht errechnen.
[0032] Im Falle einer sich an Stufe c) anschließenden Folgebehandlung durch spanlose Umformung
sieht eine weitere vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung vor, auf die Werkstücke
ein Schmiermittel aufzubringen. Hierbei handelt es sich insbesondere um Umformöle
auf Mineralölbasis, die vollsynthetisch oder nativ sein können, oder um Trockenschmierstoffe
auf Basis Polyethylen/Polyacrylat.
[0033] Vor der permanent korrosionsschützenden Behandlung ist es in der Regel zweckdienlich,
Reinigungs- und Wasserspülstufen zwischenzuschalten. Bei einem vorgesehenen Primer-
oder Lackauftrag empfiehlt sich eine vorherige Trocknung. Sofern sich eine chromfreie
Konversionsbehandlung anschließen soll, kann bei Applikation im Tauchen oder Spritzen
auch naß in naß, d. h. ohne vorherige Trocknung, gearbeitet werden. Bei Applikation
gemäß dem Roll Coater-Verfahren ist eine Zwischentrocknung unerläßlich. Für den Fall
einer nachfolgenden Phosphatierbehandlung, die ebenfalls naß in naß erfolgen kann,
ist es zweckmäßig, eine Aktivierungsbehandlung, beispielsweise mit einem Titan und
Phosphat enthaltenden Aktivierungsmittel, vorzusehen.
[0034] Mit Hilfe des erfindungsgemäßen Verfahrens werden regelmäßig Werkstücke mit Schichten
erhalten, die ein einwandfreies Verformen und/oder Verkleben bzw. infolge des geringen
und über die Werkstückoberfläche gleichmäßigen elektrischen Durchgangswiderstandes
ein einwandfreies und problemloses Verschweißen gestatten. Darüber hinaus sind die
Werkstücke für eine sich anschließende permanent korrosionsschützende Behandlung bestens
geeignet.
[0035] Die Erfindung wird anhand der nachfolgenden Beispiele näher erläutert:
Beispiele
[0036] Mit Ausnahme eines Blechsatzes, der alkalisch gereinigt wurde (Beispiel 1), wurden
Bleche aus Aluminiumlegierungen der Qualität AA 6016 und AA 5182 zunächst bei einer
Temperatur von 50°C im Tauchen oder Spritzen entfettend gebeizt. Die Beizlösung enthielt
6 g/l Schwefelsäure (100 %-ig)
100 mg/l Flußsäure (100 %-ig)
2 g/l nichtionisches Tensid, bestehend aus ethoxyliertem Fettalohol und ethoxylierter
Abietinsäure im Gewichtsverhältnis 1:1.
[0037] Der Beizprozeß wurde in der Weise geführt, daß der Beizabtrag
bei der Legierung AA 5182 0,3 bis 0,4 g/m2 und
bei der Legierung AA 6016 0,2 bis 0,3 g/m2
betrug. Hierzu waren Behandlungszeiten zwischen 5 und 20 sec erforderlich.
[0038] Im Anschluß daran wurden die Werkstücke gründlich mit Wasser, in der letzten Stufe
mit vollentsalztem Wasser, gespült. Die am Einzelblech gemessenen Durchgangswiderstände
betrugen bei Legierung AA 5182 6 bis 8 µ-Ohm, bei der Legierung AA 6016 9 bis 11 µ-Ohm.
[0039] Danach erfolgte eine Behandlung mit Lösungen der Hexafluorsäuren des Titans und/oder
Zirkons, deren Daten hinsichtlich der Konzentration an Titan und/oder Zirkon, des
pH-Wertes und der Applikationsform in Tabelle 1 wiedergegeben sind. Soweit erforderlich
erfolgte die Einstellung des pH-Wertes mit Ammoniaklösung.
Tabelle 1:
| Beispiel |
Konzentration in mg/l |
pH-Wert |
Applikation |
| |
Ti |
Zr |
TiF6 |
ZrF6 |
TiF6+ZrF6 |
|
|
| 1 |
354 |
360 |
1197 |
810 |
2007 |
2,4 |
Tauchen |
| 2 |
354 |
360 |
1197 |
810 |
2007 |
2,4 |
Tauchen |
| 3 |
362 |
1074 |
1224 |
2416 |
3640 |
1,9 |
RollCoater |
| 4 |
1075 |
360 |
3634 |
810 |
4444 |
1,8 |
RollCoater |
| 5 |
700 |
0 |
2367 |
0 |
2367 |
2 |
Tauchen |
| 6 |
60 |
60 |
203 |
135 |
338 |
4,2 |
Spritzen |
| 7 |
120 |
120 |
406 |
270 |
676 |
4,1 |
Tauchen |
| 8 |
1328 |
1328 |
4490 |
2987 |
7477 |
2 |
RollCoater |
| 9 |
60 |
60 |
203 |
135 |
338 |
4,2 |
Tauchen |
| 10 |
0 |
40 |
0 |
90 |
90 |
4,2 |
Tauchen |
| 11 |
60 |
60 |
203 |
135 |
338 |
4,2 |
Tauchen |
| 12 |
60 |
60 |
203 |
135 |
338 |
4,2 |
Tauchen |
| 13 |
2700 |
2600 |
9128 |
5849 |
14977 |
1,8 |
RollCoater |
[0040] Die Applikation der Lösungen, die Raumtemperatur besaßen, geschah im Tauchen oder
gemäß dem Roll Coater-Verfahren, wobei die Tauchdauer bzw. Naßfilmdicke in der Weise
gewählte wurden, daß die in Spalte 2 der Tabelle 2 genannten Auflagegewichte (ber.
als Titan- bzw. Zirkon-Metall) resultierte. Im Falle der Applikation durch Tauchen
oder Spritzen wurde überschüssige Behandlungslösung durch Abquetschrollen entfernt
und anschließend die behandelte Oberfläche getrocknet. Das Trocknen bzw. das Auftrocknen
bei der Roll Coater-Applikation erfolgte bei jeweils 60°C.
Tabelle 2:
| Bei- spiel |
Auflage (mg/m2) |
Durchgangswiderstand |
Klebe-Zugscherwerte (N/mm2) |
| |
6016 Ti |
5182 Ti |
6016 Zr |
5182 Zr |
6016 direkt |
5182 |
6016 n.30 |
5182 Tagen |
6016 Anfang |
5182 |
6016 20 Rdn |
5182 SCAB |
| 1 |
10 |
|
10 |
|
114 |
|
147 |
|
12,6 |
|
11,2 |
|
| 2 |
10 |
|
10 |
|
30 |
|
92 |
|
|
|
12,2 |
|
| 3 |
3 |
|
8 |
|
21 |
|
52 |
|
13,1 |
|
11,4 |
|
| 4 |
8 |
|
3 |
|
49 |
|
80 |
|
12,8 |
|
11,2 |
|
| 5 |
10 |
|
|
|
40 |
|
68 |
|
13,3 |
|
11,0 |
|
| 6 |
2 |
|
2 |
|
4 |
|
8 |
|
14,2 |
|
13,0 |
|
| 7 |
6 |
|
6 |
|
22 |
|
23 |
|
13,3 |
|
12,4 |
|
| 8 |
4 |
|
4 |
|
12 |
|
20 |
|
13,5 |
|
13,0 |
|
| 9 |
6 |
7 |
4 |
5 |
18 |
10 |
31 |
34 |
15,8 |
|
16,8 |
11,5 |
| 10 |
|
|
8 |
8 |
26 |
38 |
45 |
95 |
16,4 |
|
17,4 |
12,1 |
| 11 |
5 |
4 |
3 |
4 |
11 |
9 |
27 |
36 |
15,7 |
|
16,8 |
11,8 |
| 12 |
4 |
4 |
4 |
4 |
10 |
18 |
24 |
35 |
15,3 |
16,7 |
15,3 |
14,7 |
| 13 |
4 |
4 |
4 |
4 |
21 |
|
30 |
|
17,8 |
|
16, 7 |
|
[0041] In den Spalten 3 und 4 der Tabelle 2 sind die bei Einzelblechmessungen erhaltenen
Durchgangswiderstände in µ-Ohm bzw. die Klebe-Zugscherwerte in N/mm
2 wiedergegeben. Die Messung der Durchgangswiderstände wurde unmittelbar nach der Trocknung/Auftrocknung
(erste Reihe "direkt") und nach einer Lagerung von 30 Tagen (zweite Reihe "n. 30 Tagen")
durchgeführt. Sie erfolgte gemäß DVS-Merkblatt 2929 mit Kupferelektroden mit 20 mm
Durchmesser. Die Klebe-Zugscherwerte wurden mit Zugscherversuchen gemäß DIN 53283
mit Hilfe eines im Handel erhältlichen Zwei-Komponenten-Epoxi-Klebers ermittelt. Die
erste Reihe der Spalte 4 von Tabelle 2 gibt die Meßwerte an, die unmittelbar nach
der Verklebung erhalten wurden, die zweite Reihe zeigt die Meßwerte an, die nach 30
Tagen Salzsprüh-Kondenswasser-Wechseltest entsprechend VDA 621-415 erhalten wurden.
[0042] Den Meßwerten der Tabelle 2 läßt sich folgendes entnehmen. Die zum Nachweis der Notwendigkeit
einer sauren Beizbehandlung in Stufe a) im Beispiel 1 vorgenommene Behandlung der
Aluminiumbleche mit einem alkalischen Reiniger führt zu Blechen mit zwar guten Klebe-Zugschereigenschaften,
aber mit extrem schlechten Duchgangswiderständen.
[0043] Beispiel 2 läßt erkennen, daß infolge eines zu hohen Auflagegewichtes der bei der
Behandlung gemäß Stufe c) erhaltenen Schicht sehr hohe Durchgangswiderstände - insbesondere
nach einer Lagerung von 30 Tagen - erhalten werden.
[0044] Bei den Beispielen 3 bis 5 und 10 liegen zwar die erhaltenen Auflagegewichte im angestrebten
Bereich, jedoch sind infolge des Titan/Zirkon-Verhältnisses in der Behandlungslösung
für Verfahrensstufe c) von ca. 1:3 (Beispiel 3) bzw. ca. 3:1 (Beispiel 4) bzw. infolge
der Zirkonfreiheit (Beispiel 5) bzw. der Titanfreiheit (Beispiel 10) der Lösung die
erhaltenen Durchgangswiderstände, insbesondere nach 30-tägiger Lagerung, nicht akzeptabel.
[0045] Demgegenüber zeigen die Beispiele 6 bis 9 und 11 bis 13, daß bei Einhaltung der erfindungswesentlichen
Bedingungen hinsichtlich Art der Beizbehandlung, des Ti/Zr-Verhältnisses, des erzeugten
Auflagegewichtes, der jeweiligen Konzentrations- und pH-Bereiche der Behandlungslösungen
Schichten mit extrem guten Durchgangswiderständen bei gleichzeitig guten Klebeeigenschaften
erhalten werden.
[0046] Die Ergebnisse des Korrosionsschutzes waren in allen Fällen gut.
1. Procédé de pré-traitement de pièces destinées à être soumises à un déformage sans
enlèvement de copeaux ayant une surface en aluminium ou en alliage d'aluminium, et/ou
à l'assemblage par soudure ou par collage avec des pièces usinées ayant subi un pré-traitement
similaire, ou le cas échéant revêtues au préalable de manière différente, ou le cas
échéant avec des pièces en acier et/ou en acier zingué et/ou en acier revêtu d'un
alliage de zinc, le cas échéant préalablement revêtues, et ensuite à un traitement
conférant une protection permanente contre la corrosion, par phosphatation, par un
traitement de conversion exempt de chrome, par application d'une couche primaire ou
par dépôt d'un vernis, dans lequel
a) on décape les pièces avec des solutions acides aqueuses contenant des acides minéraux,
par immersion ou pulvérisation,
b) on rince avec de l'eau,
c) on met en contact les pièces usinées avec une solution acide aqueuse, exempte de
chrome et de polymère et qui est constituée essentiellement de Ti et Zr sous forme
de fluorures complexes dans un rapport en poids de Ti/Zr allant de 2 :1 à 1 :2, ainsi
que d'acide silicique colloïdal, de façon à ce que, après le séchage consécutif, il
reste un poids de couche de 2 à 15mg/m2 ( calculé comme métal Ti/Zr), on utilise, lors de la mise en contact de la pièce
usinée des solutions qui contiennent lors de l'application par immersion ou pulvérisation
de 300 à 700 mg/l de fluorure (calculé comme anions fluorure) et qui présentent un
pH allant de 4,0 à 5,0 et qui contiennent lors de l'application au rouleau de 5000
à 15000 mg/l de fluorure (calculé comme anions fluorure) et qui présentent un pH allant
de 1,0 à 3,0.
2. Procédé selon la revendication 1, dans lequel on décape les pièces à l'aide d'une
solution contenant un tensioactif, de l'acide fluorhydrique et'de l'acide sulfurique.
3. Procédé selon la revendication 2, dans lequel on décape les pièces à l'aide d'une
solution qui contient de 3 à 8 g/l d'acide sulfurique, de 50 à 150 mg/l de fluorure
libre et de 1 à 3 g/l de tensioactif non ionique.
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, dans lequel, dans le cas
du pré-traitement de la pièce pour le déformage sans enlèvement de copeaux, on introduit
un lubrifiant, avant l'opération de déformage.
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, dans lequel on entreprend,
préalablement au traitement conférant une protection permanente contre la corrosion,
des traitements de nettoyage, de rinçage à l'eau et le cas échéant d'activation.