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(11) |
EP 1 201 779 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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08.03.2006 Patentblatt 2006/10 |
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Anmeldetag: 27.10.2000 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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Verfahren zur Herstellung von einem elektrischen Leiter aus einer Aluminiumlegierung
Process for producing an electrical conductor in aluminium alloy
Procédé de production d'un conducteur électrique en alliage d'aluminium
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE CH DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU NL PT SE |
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Benannte Erstreckungsstaaten: |
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SI |
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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02.05.2002 Patentblatt 2002/18 |
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Patentinhaber: Alcan Technology & Management AG |
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8212 Neuhausen am Rheinfall (CH) |
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Erfinder: |
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- Herrmann, Stephan
78224 Singen-Bohlingen (DE)
- Gold, Ernst
78239 Rielasingen-Worblingen (DE)
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| (56) |
Entgegenhaltungen: :
WO-A-98/01591 FR-A- 2 053 838 FR-A- 2 179 515 GB-A- 1 511 087 US-A- 4 065 326 US-A- 4 405 385
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CH-A- 535 285 FR-A- 2 148 200 FR-A- 2 286 886 GB-A- 2 096 172 US-A- 4 151 896
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- EUROPÄISCHES KOMITEE FÜR NORMUNG: "Aluminium und Aluminiumlegierungen - Chemische
Zusammensetzung und Form von Halbzeug - Teil 3 : Chemische Zusammensetzung" EUROPAEISCHE
NORM - EUROPEAN STANDARD - NORME EUROPEENNE, DIN EN 573-3, Dezember 1994 (1994-12),
Seiten 1-12, XP000942072
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft eine Verfahren zur Herstallung eines elektrischen Leiters
aus einer Aluminiumlegierung vom Typ AlMgSi mit hoher Stromtragfähigkeit.
[0002] Es ist bekannt, für den Antrieb elektrischer Bahnen, Kabinentaxis, Laufkrane und
dgl. Stromschienen zu verwenden, wenn Freileitungen ausser Betracht fallen. Unter
den Stromschienen haben sich vor allem Stromschienen aus einem Aluminiumprofil mit
einer Edelstahlauflage als Lauffläche für Stromschleifschuhe durchgesetzt.
[0003] Eine wirtschaftliche Herstellung von sogenannten Verbundstromschienen erfolgt im
Strangpressverfahren. In der Schweisskammer des Strangpresswerkzeuges entsteht unter
dem Einfluss von Druck und Temperatur eine metallische Bindung zwischen dem Aluminiumprofil
und der Edelstahlauflage.
[0004] Für Anwendungen von Strangpressprofilen aus Aluminium als Stromschienen in der Elektrotechnik
ist die elektrische Leitfähigkeit der eingesetzten Legierung von Bedeutung. Dies gilt
selbstverständlich auch für Verbundstromschienen aus stranggepresstem Aluminium mit
Edelstahlauflage.
[0005] Kenngrösse von Stromschienen ist die Stromtragfähigkeit. Diese hängt im wesentlichen
vom elektrischen Widerstand pro Längeneinheit ab. Der elektrische Widerstand pro Längeneinheit
ergibt sich als Produkt des spezifischen elektrischen Widerstandes multipliziert mit
der Leiterlänge dividiert durch den Querschnitt des Aluminiumprofils. Aus dieser Beziehung
ergibt sich, dass bei gegebenem Aluminiumprofilquerschnitt dann eine höhere Stromtragfähigkeit
bzw. reduzierte elektrische Verlustleistungen erreicht werden können, wenn ein Werkstoff
mit verbesserten Leitwerten eingesetzt wird. Andererseits kann durch den Einsatz von
Aluminiumlegierungen mit optimierten Leitwerten versucht werden, bei gleichen elektrischen
Eigenschaften des Produktes den Querschnitt des Aluminiumprofil, das Aluminiumeinsatzgewicht
sowie in der Folge die Materialkosten zu reduzieren.
[0006] Bei der werkstoff- und fertigungsseitigen Optimierung von Strangpresslegierungen
für die Elektrotechnik ist grundsätzlich ein Zielkonflikt zwischen mechanischen und
elektrischen Eigenschaften zu berücksichtigen. So ist generell festzustellen, dass
die Verbesserung elektrotechnischer Eigenschaften die Einschränkung mechanischer Werte
wie beispielsweise der Zugfestigkeit, Streckgrenze und Werkstoffhärte zur Folge hat.
[0007] Nach DIN EN 573-3 sind für Anwendungen in der Elektrotechnik hauptsächlich folgende
Legierungen und Legierungszusammensetzungen bekannt:
| Bezeichnung |
EN AW 6101B |
EN AW 6060 |
EN AW 6063 |
| Silizium |
0,30 - 0,6 |
0,30 - 0,6 |
0,20 - 0,6 |
| Eisen |
0,10 - 0,30 |
0,10 - 0,30 |
0,35 |
| Kupfer |
0,05 |
0,10 |
0,10 |
| Mangan |
0,05 |
0,10 |
0,10 |
| Magnesium |
0,35 - 0,6 |
0,35 - 0,6 |
0,45 - 0,9 |
| Chrom |
- |
0,05 |
0,10 |
| Zink |
0,10 |
0,15 |
0,10 |
| Titan |
- |
0,10 |
0,10 |
| Weitere |
| - einzeln |
0,03 |
0,05 |
0,05 |
| - insgesamt |
0,10 |
0,15 |
0,15 |
[0008] Aus GB-A-2 096 172, US-A-4 405 385, US-A-4 065 326 und GB-A-1 511 087 sind Verfahren
zur Herstellung elektrischer Leiter aus einer Aluminiumlegierung vom Typ AlMgSi in
der Form gezogener Drähte bekannt. Die auf Enddicke gezogenen Drähte werden warm ausgelagert.
Als Beispiele für Warmauslagerungsbedingungen sind genannt: 10 Stunden bei 145°C,
5 Stunden bei 164°C, 7 Stunden bei 155°C und 1 bis 12 Stunden bei 220° bis 280°C.
[0009] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen elektrischen Leiter aus einer Aluminiumlegierung
mit hoher Stromtragfähigkeit bei gleichzeitig hoher mechanischer Festigkeit zu schaffen.
Insbesondere soll der elektrische Leiter die folgenden Minimalanforderungen erfüllen:
| Zugfestigkeit |
Rm |
220 MPa |
| 0,2% Dehngrenze |
Rp 0,2 |
200 MPa |
| Dehnung |
A5 |
10% |
| Brinetlhärte |
HB |
75 |
| elektr. Leitfähigkeit |
χ |
32 MS/m |
[0010] Zur erfindungsgemässen Lösung der Aufgabe führt ein Verfahren mit den Merkmalen von
Auspruch 1.
[0011] Der überalterte Zustand T7 kann generell durch eine Wärmebehandlung in einem Temperaturbereich
von 160 bis 230 °C während einer Zeitdauer von 5 bis 30 h erreicht werden. Im allgemeinen
strebt man aus Produktivitätsgründen jedoch eine Minimierung der Glühdauer an.
[0012] Erfindungsgemäss erfolgt die Warmauslagerung hingegen in einem Temperaturbereich
von 165 bis 175°C während 19 bis 21 h.
[0013] Das Profil kann an der Strangpresse beispielsweise mit Wasser abgeschreckt werden.
[0014] Ein bevorzugtes Anwendungsgebiet für den erfindungsgemässen elektrischen Leiter sind
stranggepresste Strom- bzw. Verbundstromschienen.
[0015] Die Vorzüge des erfindungsgemässen elektrischen Leiters gegenüber Leitern nach dem
Stand der Technik ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines bevorzugten
Ausführungsbeispieles.
[0016] In der nachfolgenden Tabelle sind die an einem erfindungsgemässen Leiter im Werkstoffzustand
T7 gemessenen Kennwerte verschiedenen Leitern nach dem Stand der Technik aus den Legierungen
EN AW 6101B T6/T7. EN AW 6060 T66 sowie EN AW 6063 T6 nach DIN EN 573-3 und Eigenschaften
nach DIN EN 755-2 gegenübergestellt. Der erfindungsgemässe Werkstoffzustand T7 wurde
durch eine Glühung bei 170°C während 20 h eingestellt
| Werkstoff |
Zustand |
Rm [MPa] |
Rp0,2 [MPa] |
χ [MS/m] 20°C |
| EN AW 6101B |
T6 |
min.215 |
min. 160 |
min. 30 |
| ENAW6101B |
T7 |
min. 170 |
min. 120 |
min. 32 |
| EN AW 6060 |
T66 |
min. 215 |
min. 160 |
(min. 30) |
| EN AW 6063 |
T6 |
min. 215 |
min. 170 |
(min. 30) |
| Erfindung |
T7 |
min. 220 |
min. 200 |
min. 32 |
[0017] Zusätzlich wurden beim erfindungsgemässen Leiter noch die folgenden Kennwerte ermittelt:
A513,7%, HB=78.
[0018] Die bei vergleichbaren Festigkeitswerten erhöhte Leitfähigkeit des erfindungsgemässen
Leiters ist ohne weiteres erkennbar. Mit der Verwendung des erfindungsgemässen Leiters
lassen sich bei gleicher Profilgeometrie von Stromschienen Spannungsabfälle und Leistungsverluste
in elektrischen Netzen ohne Mehrkosten um rund 5% reduzieren.
1. Verfahren zur Herstellung eines elektrischen Leiters aus einer Aluminiumlegierung
vom Typ AIMgSi mit hoher Stmmtragfähigkeit,
dadurch gekennzeichnet, dass
eine Legierung mit (in Gew.-%)
| Silizium |
|
0,4 |
bis |
0,6 |
| Eisen |
|
0,15 |
bis |
0,2 |
| Kupfer |
max. |
0,03 |
|
|
| Mangan |
max. |
0,05 |
|
|
| Magnesium |
|
0,4 |
bis |
0,6 |
| Chrom |
max. |
0,01 |
|
|
| Zink |
max. |
0,03 |
|
|
| Titan |
max. |
0,02 |
|
|
weitere Legierungsbestandteile einzeln max. 0,03, insgesamt max. 0,10 und Aluminium
als Rest zu einem Profil stranggepresst und nachfolgend zur Erzeugung des überafterten
Zustandes T7 in einem Temperaturbereich von 165 bis 175°C während 19 bis 21 h warm
ausgelagert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Profil an der Strangpresse abgeschreckt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Profil an der Strangpresse mit Wasser abgeschreckt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Profil als Stromschiene verwendet wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Profil mit einer Auflage aus Edelstahl im Verbund stranggepresst und als Verbundstromschiene
verwendet wird.
1. Method of producing an electrical conductor from an aluminium alloy of the AlMgSi
type with a high current-carrying capacity,
characterised in that an alloy containing (in % by weight)
| silicon |
|
0.4 |
to |
0.6 |
| iron |
|
0.15 |
to |
0.2 |
| copper |
max. |
0.03 |
|
|
| manganese |
max. |
0.05 |
|
|
| magnesium |
|
0.4 |
to |
0.6 |
| chromium |
max. |
0.01 |
|
|
| zinc |
max. |
0.03 |
|
|
| titanium |
max. |
0.02 |
|
|
and other alloying constituents, individually to a max. of 0.03 and in total to a
max. of 0.10, with the remainder aluminium, is extruded to form a section and is then
artificially aged at a temperature in the range of 165 to 175°C for 19 to 21 hours
in order to produce the overaged condition T7.
2. Method according to claim 1, characterised in that the section is press quenched.
3. Method according to claim 2, characterised in that the section is press quenched with water.
4. Method according to one of claims 1 to 3, characterised in that the section is used as a conductor rail.
5. Method according to one of claims 1 to 3, characterised in that the section is co-extruded with a stainless steel support and is used as a composite
conductor rail.
1. Procédé de fabrication d'un conducteur électrique à partir d'un alliage d'aluminium
du type AlMgSi ayant une capacité de résistance à la charge électrique élevée,
caractérisé en ce que l'on extrude en un profilé un alliage avec (en % en poids)
| Silicium |
|
0,4 |
à |
0,6 |
| Fer |
|
0,15 |
à |
0,2 |
| Cuivre |
max. |
0,03 |
|
|
| Manganèse |
max. |
0,05 |
|
|
| Magnésium |
|
0,4 |
à |
0,6 |
| Chrome |
max. |
0,01 |
|
|
| Zinc |
max. |
0,03 |
|
|
| Titane |
max. |
0,02 |
|
|
les autres composants d'alliage constituant chacun au maximum 0,03, pour au total
un maximum de 0,10, et de l'aluminium pour le reste, que l'on stocke ensuite à chaud
dans une plage de températures de 165 à 175°C pendant 19 à 21 h pour produire l'état
survieilli T7.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que le profilé est refroidi sur l'extrudeuse.
3. Procédé selon la revendication 2, caractérisé en ce que le profilé est refroidi à l'eau sur l'extrudeuse.
4. Procédé selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que le profilé est utilisé comme rail électrifié.
5. Procédé selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que le profilé est extrudé en composite avec un placage d'acier inoxydable et qu'il est
utilisé comme rail électrifié composite.