Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft ein Beleuchtungssystem, das aus einem elektronischen Betriebsgerät
und mindestens einer Gasentladungslampe mit Wendeln besteht. Insbesondere soll der
Vorheizvorgang der Gasentladungslampen verbessert werden.
Stand der Technik
[0002] In einem elektronischen Betriebsgerät für Gasentladungslampen speist ein Wechselspannungsgenerator
G, der bei einer Frequenz arbeitet die wesentlich höher liegt als die Netzfrequenz,
Energie in einen Lastkreis. In Figur 1 ist dieser Sachverhalt in einem Prinzipschaltbild
dargestellt. Der Wechselspannungsgenerator G ist an einen Lastkreis, bestehend aus
einer Lampendrossel L1, einem Resonanzkondensator C1 und einer Gasentladungslampe
Lp, angeschlossen. Im folgenden wird die Gasentladungslampe kurz Lampe genannt. Meist
bildet, wie in Figur 1 dargestellt, die Lampendrossel L1 und der Resonanzkondensator
C1 einen Serienschwingkreis, der an den Wechselspannungsgenerator G angeschlossen
ist. Die Lampe Lp ist parallel zum Resonanzkondensator C1 geschaltet. Diese Konfiguration
ist nicht nur zum Betrieb der Lampe Lp geeignet, sondern ermöglicht auch die Zündung
der Lampe. Vor der Zündung der Lampe stellt der Lastkreis einen Serienschwingkreis
hoher Güte dar. Wird dieser Schwingkreis mit seiner Resonanzfrequenz angeregt, so
entsteht über der Lampe Lp eine hohe Spannung, die zur Zündung der Lampe führt. Zur
Erhöhung der Lebensdauer der Lampe müssen vor der Zündung die Wendeln W1 und W2 der
Lampe Lp vorgeheizt werden. Zur Realisierung der Vorheizung hat sich die in Figur
1 dargestellte Schaltung bewährt. Der Resonanzkondensator C1 wird nicht direkt mit
der Lampendrossel L1 und dem Wechselspannungsgenerator G verbunden. Vielmehr erfolgt
der Anschluss zur Lampendrossel L1 über die Wendel W1 und der Anschluss zum Wechselspannungsgenerator
G über die Wendel W2. Zum Vorheizen gibt der Wechselspannungsgenerator G eine Spannung
ab, deren Frequenz deutlich über der Resonanzfrequenz des Serienschwingkreises, bestehend
aus der Lampendrossel L1 und dem Resonanzkondensator C1, liegt. Somit führen die Wendeln
W1, W2 bereits vor der Zündung Strom und werden vorgeheizt. Dieser Vorheizvorgang
führt jedoch in ein Dilemma: Zum einen muss der Vorheizstrom stark genug sein, um
die Wendeln in einer Zeit, die im Bereich einer Sekunde sein soll, auf die notwendige
Temperatur aufzuheizen. Dazu darf die Frequenz der Spannung, die der Wechselspannungsgenerators
G während der Vorheizung abgibt, nicht zu hoch gewählt werden. Zum anderen darf während
der Vorheizung die Spannung an der Lampe Lp nicht zu hoch sein, da es sonst zu wendelschädigenden
Glimmentladungen kommt. Dazu darf die Frequenz der Spannung, die der Wechselspannungsgenerators
G während der Vorheizung abgibt, nicht zu niedrig gewählt werden. Maßgeblich dafür
ist die vom Lampenhersteller angegebene Nichtzündspannung. Sie darf während der Vorheizung
nicht überschritten werden. Für viele Lampen gibt es keine Frequenz für die während
der Vorheizung vom Wechselspannungsgenerators G abgegebene Spannung, für die beide
o. g. Bedingungen erfüllt sind. Alle möglichen Frequenzen liegen entweder zu nahe
an der Resonanzfrequenz des Serienschwingkreises, bestehend aus Lampendrossel L1 und
Resonanzkondensators C1, und ergeben somit eine zu hohe Spannung an der Lampe Lp,
oder sie sind zu weit von der Resonanzfrequenz entfernt und ergeben somit einen zu
niedrigen Vorheizstrom.
Darstellung der Erfindung
[0003] Es ist nun Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Beleuchtungssystem bereitzustellen,
bei dem die Lampen in kurzer Zeit vorgeheizt werden können, ohne dass die für die
Lampen angegebene Nichtzündspannung überschritten wird. Diese Aufgabe wird durch ein
Beleuchtungssystem mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 1 durch die Merkmale
des kennzeichnenden Teils des Anspruchs 1 gelöst.
[0004] Für Beleuchtungssysteme mit mehreren Lampen gilt entsprechend Anspruch 4. Besonders
vorteilhafte Ausgestaltungen finden sich in den abhängigen Ansprüchen.
[0005] Erfindungsgemäß wird der oben beschriebene Resonanzkondensator C1 ersetzt durch ein
Impedanznetzwerk, das folgende Eigenschaften aufweist: Die Impedanzfunktion des Impedanznetzwerks
besitzt eine Nullstelle bei der Frequenz f1. Entsprechend den obigen Ausführungen
zum Stand der Technik, ist das Impedanznetzwerk über die Wendeln W1, W2 in Serie zur
Lampendrossel L1 geschaltet. Die Serienschaltung des Impedanznetzwerks mit der Lampendrossel
L1 besitzt eine Impedanzfunktion mit einer Nullstelle bei der Frequenz f2. Zum Vorheizen
gibt der Wechselspannungsgenerator G nun eine Spannung ab, deren wesentlicher Spektralanteil
bei einer Frequenz liegt, die nahe der Frequenz f1 für die Nullstelle der Impedanzfunktion
des Impedanznetzwerks liegt. "Nahe der Frequenz f1" beschreibt in diesem Zusammenhang
einen Frequenzbereich von 0,8*f1 bis 1,2*f1. Dadurch ist die Spannung an der Lampe
niedrig (unter der Nichtzündspannung) und gleichzeitig ist ein genügend hoher Strom
durch die Wendeln W1, W2 realisierbar, der eine Vorheizzeit unter einer Sekunde erlaubt.
Zum Zünden gibt der Wechselspannungsgenerator G eine Spannung ab, deren wesentlicher
Spektralanteil bei einer Frequenz liegt, die nahe der Frequenz f2 für die Nullstelle
der Impedanzfunktion der Serienschaltung, bestehend aus der Lampendrossel L1 und dem
Impedanznetzwerk, liegt.
[0006] Eine einfache Ausgestaltung des Impedanznetzwerks besteht aus der Serienschaltung
eines Kondensators und einer Spule. Hat der Kondensator die Kapazität C und die Spule
die Induktivität L, so liegt die Nullstelle der Impedanzfunktion bei der Frequenz
f1 = 1/2π

.
[0007] Eine erfindungsgemäße Vorheizschaltung kann auch für Beleuchtungssysteme mit mehreren
Lampen eingesetzt werden. Dabei sind alle Kombinationen aus Parallel-und Serienschaltung
möglich. Bei der Parallelschaltung werden mehrere Lampenkreise, die ein erfindungsgemäßes
Impedanznetzwerk, eine Lampendrossel und eine Lampe enthalten, parallel geschaltet.
Bei der Serienschaltung werden lediglich die Lampen in Serie geschaltet werden. Dann
ist es ausreichend das erfindungsgemäße Impedanznetzwerk mit jeweils einem Wendelanschluss
der ersten und der letzten
[0008] Lampe der Serienschaltung von Lampen zu verbinden.
Beschreibung der Zeichnungen
[0009] Es zeigen:
- Figur 1
- ein Prinzipschaltbild zum Stand der Technik
- Figur 2
- ein Schaltbild eines bevorzugten Ausführungsbeispiels der Erfindung
[0010] Figur 1 wurde bereits in den Ausführungen zum Stand der Technik erläutert.
[0011] In Figur 2 ist der Wechselspannungsgenerator G als Halbbrückenwechselrichter ausgeführt.
Diese Schaltung hat sich für Betriebgeräte für Lampen wegen ihrer niedrigen Kosten
und ihrer Zuverlässigkeit verbreitet. Sie besteht im wesentlichen aus einer Serienschaltung
zweier Schalter S1 und S2. Sie wird gespeist von einer Gleichspannungsquelle DC. Soll
die Halbbrücke an einem Wechselstromnetz betrieben werden, so sind zwischen Netzanschluss
und Halbbrücke geeignete Schaltungen einzufügen, die eine Gleichspannungsquelle nachbilden.
In der Praxis können für die Schalter S1 und S2 alle Halbleiterschalter wie z.B. Bipolartransistor,
FET oder IGBT eingesetzt werden. Die Schalter S1 und S2 werden abwechselnd ein- und
ausgeschaltet. Damit steht am Verbindungspunkt der Schalter S1 und S2 eine Wechselspannung
zur Verfügung. An diesem Verbindungspunkt ist die Serienschaltung bestehend aus einer
Lampendrossel L21, einer Lampe Lp und einem Koppelkondensator C22 angeschlossen. Das
andere Ende dieser Serienschaltung ist mit dem Plus- oder Minuspol der Gleichspannungsquelle
DC verbunden. Da die Lampe die Wendeln W1 und W2 beinhaltet, besitzt sie vier Anschlüsse;
zwei für jede Wendel. Jeweils ein Anschluss einer Wendel wird für die Serienschaltung
mit Lampendrossel L21 und Koppelkondensator C22 verwendet. Zwischen den jeweils anderen
Anschlüssen ist erfindungsgemäß ein Impedanznetzwerk bestehend aus der Serienschaltung
eines Kondensators C21 und einer Spule L22 geschaltet. Der Kondensator C22 dient zum
Abtrennen des Gleichanteils der von der Halbbrücke gelieferten Wechselspannung. Zum
Vorheizen wird nun die Halbbrücke so getaktet, dass sie eine rechteckförmige Wechselspannung
mit einer Frequenz f1 abgibt, die nahe bei der Resonanzfrequenz des Serienschwingkreises
bestehend aus dem Kondensator C21 und der Spule L22 liegt. Für ein Beleuchtungssystem
mit einer 20W Leuchtstofflampe sind folgende Werte geeignet:
Lampendrossel L21: 1,7mH
Kondensator C21: 2,7nF
Spule L22: 1,8mH
Koppelkondensator C22: 100nF
Vorheizfrequenz f1: 65kHz
1. Ein Beleuchtungssystem, das ein elektronisches Betriebsgerät und eine Gasentladungslampe
mit Wendeln enthält, dadurch gekennzeichnet, dass von jeder Wendel ein Wendelanschluss mit einem Impedanznetzwerk verbunden ist, dessen
Impedanzfunktion eine Nullstelle bei einer Frequenz aufweist, die nahe einer Frequenz
ist, die das elektronische Betriebsgerät vor der Zündung der Gasentladungslampe erzeugt.
2. Ein Beleuchtungssystem gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Impedanznetzwerk eine Serienschaltung eines Kondensators (C21) und einer Spule
(L22) enthält.
3. Ein Beleuchtungssystem gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das elektronische Betriebsgerät einen Halbbrückenwechselrichter enthält.
4. Ein Beleuchtungssystem, das ein elektronisches Betriebsgerät und mehrere in Serie
geschaltete Gasentladungslampen mit Wendeln enthält, dadurch gekennzeichnet, dass von der ersten und der letzten Gasentladungslampe der Serienschaltung jeweils ein
Wendelanschluss mit einem Impedanznetzwerk verbunden ist, dessen Impedanzfunktion
eine Nullstelle bei einer Frequenz aufweist, die nahe einer Frequenz ist, die das
elektronische Betriebsgerät vor der Zündung der Gasentladungslampe erzeugt.