[0001] Die Erfindung betrifft eine Dachentwässerungsanlage, die eine Ablauföffnung aufweist
und an dieser Öffnung mit einer Ablaufleitung verbunden ist, durch die Dachwasser
abführbar ist. Die Erfindung betrifft zudem ein Verfahren zur Dachentwässerung.
[0002] Eine Dachentwässerungsanlage der genannten Art ist zum Stand der Technik aus der
EP-0 681 633 B1 des Anmelders bekannt geworden. Diese ermöglicht insbesondere auf
Flachdächern eine Entwässerung mittels einer sogenannten geschlossenen Strömung. Der
Vorteil einer solchen geschlossenen Strömung besteht insbesondere darin, dass das
hydraulische Leistungsvermögen grösser ist als bei Anlagen ohne eine solche geschlossene
Strömung und dadurch der Durchmesser der Ablaufleitung kleiner bemessen werden kann.
Durch die Vollfüllung der Ablaufleitung entsteht am oberen Ende einer Fallleitung
ein Unterdruck und dieser steht den nachfolgenden horizontalen Leitungen zur Verfügung.
Infolge der hohen hydraulischen Leistung können mehrere Wassersammelmulden über eine
einzige Fallleitung entwässert werden. Ein weiterer Vorteil der geschlossenen Strömung
besteht darin, dass diese eine vergleichsweise geräuscharme Entwässerung ermöglicht.
Eine Schwierigkeit bei dieser Dachentwässerungsanlage wird darin gesehen, dass dynamische
Schwankungen und eine wesentliche mechanische Belastung des Leitungssystems auftreten
kann. Für Anlagen mit höchster bau- und raumakustischer Anforderung ist zudem eine
noch weitergehende Geräuschminderung gefordert. Insbesondere wäre es wünschenswert,
Tropfgeräusche zu vermeiden.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Anlage der genannten Art zu schaffen,
welche die genannten Nachteile vermeidet und die somit noch geräuschärmer ist und
das Leitungssystem mechanisch weniger belastet.
[0004] Die Aufgabe ist bei einer gattungsgemässen Dachentwässerungsanlage dadurch gelöst,
dass wenigstens ein Teilbereich der Ablaufleitung stets mit Wasser gefüllt ist. Bei
der erfindungsgemässen Dachentwässerungsanlage ist in der Ablaufleitung bei Bedarf
stets eine Wassersäule vorhanden. Dieser Wassersäule oben zugeführtes Wasser wird
am unteren Ende der Wassersäule abgeführt. Vorzugsweise ist die Wassersäule so geregelt,
dass sie stets im wesentlichen den gleichen Füllstand aufweist. Die der Wassersäule
zugeführte Wassermenge entspricht dann jeweils der am unteren Ende der Wassersäule
abgeführte Wassermenge.
[0005] Gemäss einer Weiterbildung der Erfindung ist im Abstand zur Dachablauföffnung in
der Ablaufleitung ein Ablaufventil angeordnet und das Wasser bildet über diesem Ablaufventil
eine Wassersäule. Vorzugsweise wird dieses Ablaufventil so gesteuert, dass die Ablaufleitung
über dem Ablaufventil im wesentlichen eine Vollfüllung aufweist. Die Wassersäule erstreckt
sich in diesem Fall somit im wesentlichen vom Ablaufventil bis zur Dachablauföffnung.
Eine besonders einfache und genaue Regelung ist dann gewährleis-tet, wenn gemäss einer
Weiterbildung der Erfindung in der Ablaufleitung zur Überwachung der Wassersäule ein
Füllstandsensor angeordnet ist. Mit diesem Füllstandsensor wird dauernd oder in kurzen
Zeitabständen das Wasserniveau ermittelt und aufgrund dieser Messung wird das Ablaufventil
betätigt. Ist das Ablaufventil ein Regulierventil, so kann die Füllstandhöhe besonders
genau und schnell geregelt werden.
[0006] Das erfindungsgemässe Verfahren zur Dachentwässerung arbeitet mittels einer Ablaufleitung,
die an einem oberen Ende eine Dachablauföffnung und im Abstand zu dieser ein Abflussventil
aufweist, wobei die Ablaufleitung über dem Ablaufventil eine Wassersäule aufweist.
Die Wassersäule ist so geregelt, dass sie stets mit im wesentlichen gleicher Höhe
vorhanden ist. Bei dieser Regelung besteht das Prinzip, dass bei wenig zufliessendem
Wasser entsprechend wenig Wasser wegfliesst. Die mechanische Belastung und auch die
Geräuschentwicklung wird damit minimal gehalten. Die Wassersäule in der Ablaufleitung
verhindert jegliches Tropfgeräusch.
[0007] Weitere vorteilhafte Merkmale ergeben sich aus den abhängigen Patentansprüchen, der
nachfolgenden Beschreibung sowie der Zeichnung.
[0008] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird anhand der einzigen Figur näher erläutert.
Diese Figur zeigt schematisch eine erfindungsgemässe Dachentwässerungsanlage. Wie
die Figur zeigt, ist auf einem Dach 2, insbesondere einem Flachdach, eine Wassersammelmulde
5 als Dachablauföffnung angeordnet, die im wesentlichen gemäss der oben genannten
EP-0 681 633 B1 ausgebildet sein kann. Es sind aber auch andere Ausführungen denkbar
und insbesondere kann eine erfindungsgemässe Anlage mehrere Wassersammelmulden aufweisen.
Die Wassersammelmulde 5 weist in der Ebene der Oberseite 3 des Daches 2 eine Ablauföffnung
9 auf, die zu einem Bekken 18 führt, das im Dach 2 eingebaut ist und eine Ablauföffnung
9 aufweist. Über dieser Auslauföffnung 9 ist eine untere Platte 8 und über dieser
eine obere Platte 7 angeordnet. Diese Platten 7 und 8 sind an sich bekannt und vermindern
wenigstens teilweise das Ansaugen von Luft. Diese Platten 8 und 7 sind für die Erfindung
jedoch nicht zwingend und können auch weggelassen werden.
[0009] Am unteren Ende der Wassersammelmulde 5 ist eine Ablaufleitung 11 angeordnet, die
über einen horizontalen Bereich 11a und einen fallenden Bereich 11b zu einem Ablaufventil
15 führt. Dieses Ablaufventil 15 ist vorzugsweise ein Absperr- und Regulierventil
und über eine Signalleitung 17 mit einer Steuervorrichtung 14 verbunden, die über
eine Leitung 10 mit einem Pegelsensor 6 verbunden ist. Dieser Pegelsensor 6 ist vorzugsweise
wie ersichtlich in der Sammelmulde 5 angeordnet und dient zur Überwachung einer Wassersäule
12, die sich vom Ablaufventil 15 bis zur Wassersammelmulde 5 erstreckt. Das Ablaufventil
15 ist unten an eine weitere Wasserleitung 16 angeschlossen, die in der Regel zu einem
Strassenkanal führt. Unterhalb des Pegelsensors 6 ist ein weiterer Pegelsensor 20
vorgesehen, der ebenfalls mit der Steuervorrichtung 14 verbunden ist. Mit diesem zweiten
Pegelsensor 20 ist eine untere minimale Füllstandshöhe der Wassersäule 12 feststellbar,
die unterhalb der Öffnung 9 angeordnet ist.
[0010] Wesentlich ist, dass die Leitung 11 über dem Ablaufventil 15 wenigstens teilweise
stets eine Wassersäule 12 aufweist. Das Niveau dieser Wassersäule 12 befindet sich
vor dem Anfallen von Regenwasser auf der Höhe der Einlauföffnung 19 oder unterhalb
dieser. Grundsätzlich könnte das Niveau auch unterhalb der Ablauföffnung 9 angeordnet
sein.
[0011] Zur Schalldämmung kann etwas über dem Ablaufventil 15 zusätzlich ein an sich bekannter
Schalldämpfer 13 angeordnet sein. Vorzugsweise ist das Ablaufventil 15 ausserhalb
eines Schallschutzbereichs des Schalldämpfers 13 angeordnet. Im Schallschutzbereich
ist dann somit stets eine Wassersäule 12 vorhanden. Die unterhalb des Ablaufventils
15 angeordnete Leitung 16, in welcher eine höhere Geräuschentwicklung zu erwarten
ist, befindet sich dann somit ausserhalb des Schallschutzbereichs.
[0012] Nachfolgend wird die Arbeitsweise der Dachentwässerungsanlage 1 erläutert.
[0013] Bei der Inbetriebnahme der Dachentwässerungsanlage 1 wird die Leitung 11 von unten
mit Trinkwasser oder Brauchwasser gefüllt. Die Leitung 11 wird vorzugsweise soweit
gefüllt, dass sich das Niveau etwas unterhalb der Einlauföffnung 19 befindet. Der
Füllstandsensor 6 befindet sich dann somit über diesem Niveau. In der Figur ist dieses
Ruheniveau N mit einer gestrichelten Linie eingezeichnet.
[0014] Steigt bei einem Regenfall, der auch sehr heftig und plötzlich sein kann, das Wasserniveau
auf dem Dach 2 an, so wird dieser Anstieg vom Füllstandsensor 6 festgestellt und über
die Steuerung 14 wird das Ablaufventil 15 geöffnet und damit Wasser der Wassersäule
12 in die Leitung 16 abgelassen. Das auf dem Dach 2 anfallende Wasser wird somit über
die gefüllte Leitung 11 dauernd abgeführt. Vorzugsweise wird hierbei das Ablaufventil
15 soweit geöffnet, dass eine maximale Stauhöhe H nicht überschritten wird. Diese
maximale Stauhöhe beträgt beispielsweise 50 mm. Das Ablaufventil 15 kann hierbei so
geregelt sein, dass der Durchlass entsprechend dem Wasseranfall auf dem Dach 2 geöffnet
wird. Bei geringem Wasseranfall und somit bei geringem Niveauanstieg wird entsprechend
das Ablaufventil 15 nur wenig geöffnet, während bei einem starken Anstieg des Wasserniveaus
das Ablaufventil 15 entsprechend weit geöffnet wird. Geeignete Füllstandsensoren 6,
mit denen sehr präzise unterschiedliche Niveaus messbar sind, sind dem Fachmann an
sich bekannt.
[0015] Ist nach einem Anfall von Regenwasser das Niveau N wieder erreicht, so wird über
die Steuerung 14 das Ablaufventil 15 wieder geschlossen. Bis zum nächsten Anfall von
Regenwasser bleibt somit die Wassersäule 12 mit dem Niveau N erhalten. Wie bereits
oben erläutert, können an die Leitung 11 mehrere Wassersammelmulden 5 angeschlossen
sein. Hierbei ist es hinreichend, wenn lediglich eine dieser Wassersammelmulden 5
mit einem Füllstandsensor 6 ausgerüstet ist, da sämtliche Wassersammelmulden 5 an
das gemeinsame Ablaufventil 15 angeschlossen sind. Auch vergleichsweise grosse Dachentwässerungsanlagen
können somit mit vergleichsweise einfachen und kostengünstigen Mitteln reguliert werden.
[0016] Denkbar ist auch eine Dachentwässerungsanlage mit mehreren Dacheinläufen, bzw. Ablauföffnungen
9, die zu einer gemeinsamen Leitung führen können. Vorzugsweise sind diese Dacheinläufe
jeweils mit wenigstens einem Sensor 6 ausgerüstet. Dadurch kann trotz Dachunebenheit
und Verschmutzung eine erhöhte Sicherheit erreicht werden. Die Regelung des Ablaufs
erfolgt besonders einfach und sicher nach der an sich bekannten Fuzzilogic.
1. Dachentwässerungsanlage, die eine Ablauföffnung (9) aufweist und an dieser Öffnung
(9) mit einer Ablaufleitung (11) verbunden ist, durch die Dachwasser abführbar ist,
dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Teilbereich der Ablaufleitung (11) stets mit Wasser (12) gefüllt ist.
2. Anlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass im Abstand zur Dachablauföffnung in der Ablaufleitung (11) ein Ablaufventil (15)
angeordnet ist, und dass das Wasser (12) über diesem Ablaufventil (15) eine Wassersäule
bildet.
3. Anlage nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass ein Regelsystem (6,14,15) vorgesehen ist, das die Füllstandshöhe des Wassers (12)
im wesentlichen konstant hält.
4. Anlage nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass an einem oberen Ende der Ablaufleitung (11) zur Überwachung der Wassersäule ein Füllstandsensor
(6) angeordnet ist.
5. Anlage nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Füllstandsensor (6) etwas unterhalb der maximalen Stauhöhe (H) angeordnet ist.
6. Anlage nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Ablaufventil (15) ein Regulierventil ist.
7. Anlage nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Ablaufventil (15) ausserhalb eines Schallschutzbereichs (13) angeordnet ist.
8. Anlage nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass eine Wassersammelmulde (5) über der Ablauföffnung (9) angeordnet ist und wenigstens
eine Platte (8) aufweist.
9. Anlage nach einem der Ansprüche 4 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Ablauföffnungen (9) vorgesehen sind und dass jeder Dacheinlauf mit einem
Füllstandsensor (6) versehen ist.
10. Anlage nach einem der Ansprüche 4 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass für die Erfassung einer minimalen Füllstandshöhe ein zweiter Füllstandssensor (20)
vorgesehen ist.
11. Anlage nach einem der Ansprüche 2 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Ablaufventil (15) ein Balgenventil ist.
12. Verfahren zur Dachentwässerung mittels einer Ablaufleitung (11), die an einem oberen
Ende eine Ablauföffnung (9) und im Abstand zu dieser ein Ablaufventil (15) aufweist,
wobei die Ablaufleitung (11) über dem Ablaufventil (15) eine Wassersäule (12) aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass die Wassersäule (12) so geregelt wird, dass sie stets im wesentlichen mit gleicher
Höhe vorhanden ist.
13. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Höhe der Wassersäule (12) mittels eines Füllstandsensors (6) überwacht wird.
14. Verfahren nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Regelsystem (6, 14, 15) den Regenwasserablauf nach der Fuzzilogic steuert.