[0001] Die Erfindung betrifft einen Lagerstuhl für eine Brennkraftmaschine, bei dem die
Lagerdeckel für die Kurbelwellenlagerung auf der dem Zylinderblock zugewandten Seite
des Lagerstuhls montiert sind.
[0002] Ein derartiger Lagerstuhl ist z.B. aus DE 29609950-U1 bekannt. Der Vorteil für die
Verwendung eines Lagerstuhls liegt grundsätzlich in der erleichterten Montierbarkeit
aufgrund Modulbauweise und in einer wesentlichen Versteifung des dem Brennraum gegenüberliegenden
Endes des Motors. Bei dem aus dem Stand der Technik bekannten Lagerstuhl sind die
Lagerdeckel für die Kurbelwelle mittels beidseitig des Kurbelwellenlagers vorgesehenen
Lagerdeckelschrauben auf der dem Zylinderblock zugewandten Seite des Lagerstuhls angebracht.
An dem Lagerstuhl ist ferner eine außenliegende am Lagerstuhl integrierte Ölgalerie
angeordnet. Von der Ölgalerie ausgehend sind im Lagerstuhl verlaufende Lagerstuhl-Ölbohrungen
vorgesehen, die zu im Lagerdeckel verlaufenden Ölbohrungen führen. Auf diese Weise
kann das Öl der im Lagerdeckel befindlichen Hälfte des Kurbelwellenlagers zugeführt
werden. Allerdings liegt hier die Austrittsöffnung der Lagerdeckel-Ölbohrung relativ
nahe an der zwischen Lagerdeckel und Lagerstuhl verlaufenden Lagerdeckelanlagefläche.
[0003] Aufgabe der Erfindung war es, bei einem Lagerstuhl mit zylinderblockseitig montierten
Lagerdeckeln die Ölversorgung des Kurbelwellenlagers zu verbessern. Diese Aufgabe
wird durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
[0004] Gegenüber dem Stand der Technik ist die Ölgalerie innen im Lagerstuhl auf der von
den Lagerdeckeln abgewandten Seite und diesen etwa gegenüberliegend angeordnet. Dies
hat den Vorteil, dass eine wesentlich größere Freiheit hinsichtlich der Anordnung
der Lagerstuhl-Ölbohrung, welche die Ölgalerie mit der Lagerdeckel-Ölbohrung verbindet,
besteht. Damit kann auch die Lagerdeckel-Ölbohrung entsprechend den Erfordernissen
der Lagerschmierung - in ihrer Lage lediglich begrenzt durch die Lagerdeckel-geometrie
- optimiert gewählt werden.
[0005] Bevorzugt ist die Ölgalerie fluchtend unter den Lagerdeckelanlageflächen, die zwischen
Lagerdeckel und Lagerstuhl verlaufen, angeordnet. Hierdurch wird die Fertigung wesentlich
vereinfacht, weil die Lagerstuhl-Ölbohrung parallel zu der die Lagerdeckelschrauben
aufnehmenden Bohrung ausgeführt werden kann. Insbesondere ist die Lagerstuhl-Ölbohrung
zwischen Kurbelwellenlager und Lagerdeckelschraube vorgesehen, wobei die Lagerstuhl-Ölbohrung
durch die Lagerdeckelanlagefläche hindurchgeht. Die Lagerstuhl-Ölbohrung kann hierdurch
bevorzugt axial (in Kurbelwellenachse) versetzt zur Ebene durch die Lagerdeckelschraubenachsen
angeordnet werden. Dadurch kann ein ununterbrochener Kraftfluß im Lagerdeckel erreicht
werden.
[0006] Insbesondere verläuft die Ölgalerie fluchtend unter den in Kurbelwellendrehrichtung
liegenden Lagerdeckelanlageflächen. Hierdurch wird in Kombination mit dem vorhergehenden
Merkmalen erreicht, dass in Verbindung mit einer entsprechend angeordneten Lagerdeckel-Ölbohrung
das Öl an einem Punkt der Kurbelwelle zugeführt wird, der noch oberhalb der unteren,
im Lagerstuhl befindlichen, Hälfte des Kurbelwellenlagers liegt und erst mit der Drehung
der Kurbelwelle in diese untere Lagerhälfte hineindreht.
[0007] Nach einer weiter bevorzugten Ausführung wird die Lagerstuhl-Ölbohrung wenigstens
teilweise durch eine die Lagerdeckelschrauben aufnehmende Bohrung gebildet. Hierdurch
können die notwendigen Fertigungsoperationen weiter optimiert werden. Insbesondere
kann in Verbindung mit entsprechenden Überströmräumen an der Lagerdeckelschraube selbst
oder an deren Bohrung die Verbindung zwischen Lagerdeckel-Ölbohrung und Lagerstuhl-Ölbohrung
hergestellt werden.
[0008] Nach einer weiter bevorzugten Ausführung sind die nahe der Ölgalerie liegenden Lagerdeckelschrauben
wenigstens teilweise hohl, wobei dieser Hohlraum über Bohrungen in der Lagerdeckelschraube
mit der die Lagerdeckelschrauben aufnehmenden Bohrung verbunden ist und diese einerseits
mit der Ölgalerie, andererseits mit der jeweiligen Lagerdeckel-Ölbohrung verbunden
ist. Durch diese Ausführung werden die am Lagerstuhl notwendigen Bearbeitungsvorgänge
weiter reduziert. Insbesondere kann die Ölgalerie so angeordnet werden, dass mit der
Herstellung der Bohrung für die Lagerdeckelschrauben die Überströmöffnung von der
Ölgalerie zur Lägerdeckelschraubenbohrung erstellt wird. In dem Fall bildet die Ölgalerie,
bzw. die Bohrung für die Lagerdeckelschrauben, selbst die Lagerstuhl-Ölbohrung. Als
weiteres braucht dann lediglich noch die Lagerdeckel-Ölbohrung erstellt werden.
[0009] In einer hierzu weiter bevorzugten Ausführung führt eine der Bohrungen in der Lagerdeckelschraube
durch die dem Schraubenkopf entgegengesetzte Endfläche und axial zur Lagerdeckelschraube
sowie koaxial zu der die Lagerdeckelschraube aufnehmenden Bohrung und mündet am schraubenkopfnahen
Ende der Lagerdeckelschraube in eine Querbohrung, die mit der Lagerdeckel-Ölbohrung
fluchtet. Hierdurch werden auch die an der Lagerdeckelschraube notwendigen Bearbeitungsvorgänge
weiter minimiert. Insbesondere kann die Ölgalerie unmittelbar am unteren Ende der
die Lagerdeckelschrauben aufnehmenden Bohrung angeordnet sein, so dass die Ölgalerie
selbst bzw. die Lagerdeckelschraubenbohrung die Lagerstuhl-Ölbohrung bilden.
[0010] Ausführungen der Erfindung für das Beispiel einer Brennkraftmaschine in Reihenanordnung
werden anhand der schematischen Abbildungen (Fig. 1, 2) erläutert.
[0011] Die Fig. 1 and 2 zeigen schematisch einen Schnitt, der etwa durch die Achsen der
Lagerdeckelbefestigungsschrauben verläuft.
[0012] Die Brennkraftmaschine 1 besteht in bekannter Weise aus einem Lagerstuhl 2, dem Zylinderblock
3 und dem Zylinderkopf 4. Ölwanne sowie Zylinderkopfabdeckung sind ebenfalls nur schematisch
ausgeführt. Auf dem Lagerstuhl 2 sind Lagerdeckel 5 mittels Lagerdeckelbefestigungsschrauben
51 aufgeschraubt. Zwischen Lagerstuhl 2 und den Lagerdeckeln 5 sind die Bohrungen
52 für die Kurbelwellenlager (Hauptlager) vorgesehen. In etwa die untere Hälfte der
Lagerbohrung 52 ist also im Lagerstuhl, während die obere Hälfte im Lagerdeckel angebracht
ist. Zwischen Lagerstuhl 2 und Lagerdeckel 5 sind die Lagerdeckelanlageflächen 53
ausgebildet. Dabei kann es sich um gefräste Flächen oder - bei während der Herstellung
des Lagerstuhls angegossenen Lagerdeckeln - um Bruchflächen handeln. Ausgehend von
der Bohrung für Kurbelwellenlager 52 sind die Lagerdeckelbefestigungsschrauben 51
etwa symmetrisch zu der Bohrung angeordnet. Die Verbindung zwischen Zylinderblock
3 und Lagerstuhl 2 erfolgt mittels Befestigungsschrauben 6 (Zylinderblockbefestigungsschrauben),
die bevorzugt durch die Bohrungen im Lagerstuhl und im Zylinderblock sowie im Zylinderkopf
bis in diesen hineinreichen. Am Lagerstuhl 2 ist zum Zylinderblock 3 hin eine Dichtfläche
54 zur Montage des Lagerstuhls am Zylinderblock vorgesehen. Diese Dichtfläche 54 erstreckt
sich von der Außenwand 55 des Lagerstuhls in Richtung der Bohrung 52 für das Kurbelwellenlager
etwa senkrecht zu den Zylinderblockbefestigungsschrauben bevorzugt bis über die diese
aufnehmenden Bohrungen. Innen am Lagerstuhl etwa fluchtend unter dem Lagerdeckel ist
eine Ölgalerie 7 angeordnet. Die Ölgalerie 7 verläuft mit ihrer Achse etwa parallel
zur Achse der Kurbelwelle 52. Von der Ölgalerie 7 ausgehend ist eine Lagerstuhl-Ölbohrung
72 vorgesehen, die hier etwa parallel zur Achse der Lagerdeckelschrauben verläuft
und in die Lagerdeckelanlagefläche 53 mündet. Fluchtend zur Lagerstuhlbohrung 72 ist
eine Lagerdeckelbohrung 71' vorgesehen, die mit einer etwa quer verlaufenden Lagerdeckelbohrung
71 verbunden ist. Die Lagerdeckelbohrung 71 mündet in die Lagerdeckelauflagefläche,
die auf der Seite des Lagerdeckels in Drehrichtung (durch den Pfeil angedeutet) liegt.
Hierdurch wird das Öl an einem Punkt der Kurbelwelle zugeführt, der sich oberhalb
der unteren im Lagerstuhl liegenden Lagerhälfte befindet. Durch die im Konstruktionsbeispiel
dargestellte Ausführungsform kann die Lagerstuhlbohrung auch axial versetzt zu der
hier gewählten Schnittebene angeordnet werden. Insbesondere können auch mehrere Lagerdeckel-
bzw. Lagerstuhl-Ölbohrungen angebracht werden.
[0013] Bei dem in Figur 2 dargestellten Ausführungsbeispiel (die in Figur 1 verwendeten
Bezeichnungen gelten weiter) ist eine der Lagerdeckelschrauben 51 teilweise hohl ausgeführt.
Der Hohlraum besteht hier aus einer im wesentlichen axial zur Lagerdeckelschraube
verlaufenden Bohrung 74, die durch das dem Schraubenkopf entgegenliegende Ende hindurchtritt.
Zwei quer dazu verlaufende Bohrungen 73 münden in einen Ringraum 75, der mit der Lagerdeckel-Ölbohrung
71 in Verbindung steht. Die beiden Querbohrungen 73 sind hier vorgesehen um einerseits
eine ausreichende Durchflussöffnung zu gewährleisten, andererseits den Tragquerschnitt
der Lagerdeckelschraube nicht zu sehr zu schwächen. Die im Lagerstuhl angebrachte
Bohrung für die Lagerdeckelschraube 71 mündet direkt oder indirekt (über eine Lagerstuhl-Ölbohrung
72) in die Ölgalerie 7. Bei direkter Verbindung zwischen der Ölgalerie 7 und der die
Lagerdeckelschraube aufnehmenden Bohrung bildet letztere selbst die Lagerstuhl-Ölbohrung
72. Die Ölgalerie 7 kann statt direkt fluchtend mit der Lagerdeckelschraubenachse
bzw. der sie aufnehmenden Bohrung auch seitlich versetzt gegebenenfalls in Verbindung
mit einer weiteren Querbohrung in der Lagerdeckelschraube angeordnet sein.
1. Lagerstuhl für eine Kurbelwelle einer Brennkraftmaschine mit Lagerdeckeln für die
Kurbelwelle, wobei die Lagerdeckel mittels beidseitig des Kurbelwellenlagers vorgesehener
Lagerdeckelschrauben auf der einem Zylinderblock zugewandten Seite des Lagerstuhls
angebracht sind und mit wenigstens einer am Lagerstuhl integrierten Ölgalerie, deren
Achse in einer etwa zur Kurbelwellenachse parallel verlaufenden Richtung angeordnet
ist und die mit einer Ölpumpe und mittels im Lagerdeckel verlaufender Lagerdeckel-Ölbohrungen
und mittels im Lagerstuhl verlaufenden Lagerstuhl-Ölbohrungen mit dem im Lagerdeckel
befindlichen Teil des Kurbelwellenlagers verbunden ist,
dadurch gekennzeichnet,daß
die Ölgalerie (7) innen im Lagerstuhl (2), auf der von den Lagerdeckeln (5) abgewandten
Seite und diesen etwa gegenüberliegend angeordnet ist.
2. Lagerstuhl nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,daß
die Ölgalerie (7) fluchtend unter Lagerdeckelanlageflächen (53), die zwischen Lagerdeckel
(5) und Lagerstuhl (2) verlaufen, angeordnet ist.
3. Lagerstuhl nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, daß
je Lagerdeckel (5) die Lagerstuhl-Ölbohrung (72) durch die Lagerdeckelanlagefläche
(53) zwischen dem jeweiligen Kurbelwellenlager (52) und der Lagerdeckelschraube (5)
hindurchgeht.
4. Lagerstuhl nach Anspruch 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Ölgalerie (7) fluchtend unter den in Kurbelwellendrehrichtung liegenden Lagerdeckelanlageflächen(53)
angeordnet ist.
5. Lagerstuhl nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Lagerstuhl-Ölbohrung (72) wenigstens teilweise durch eine, die Lagerdeckelschrauben
(51) aufnehmende, Bohrung gebildet wird.
6. Lagerstuhl nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
wenigstens die Lagerdeckelschrauben (51), die auf einer Seite des Kurbelwellenlagers
(52) angeordnet sind, wenigstens teilweise hohl sind, wobei dieser Hohlraum über Bohrungen
(73, 74) in der Lagerdeckelschraube (51) mit der die Lagerdeckelschrauben (51) aufnehmenden
Bohrung verbunden ist und diese einerseits mit der Ölgalerie (7), andererseits mit
den Lagerdeckel-Ölbohrungen (71) verbunden ist.
7. Lagerstuhl nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, daß
eine der Bohrungen (73, 74) in der Lagerdeckelschraube (51) durch die dem Schraubenkopf
entgegengesetzte Endfläche hindurch gehend axial zur Lagerdeckelschraube (51) und
koaxial zu der die Lagerdeckelschraube (51) aufnehmenden Bohrung und zu der Lagerstuhl-Ölbohrung
(72) verläuft und an ihrem schraubenkopfnahem Ende in wenigstens eine Querbohrung
(73, 74) mündet, die in einen Ringraum (75) der die Lagerdeckelschraube (51) aufnehmenden
Bohrung mündet, der mit Lagerdeckel-Ölbohrung (71) verbunden ist.