[0001] Die Erfindung betrifft einen Kalander mit einem Walzenstapel, der zwei Endwalzen
und dazwischen mehrere Zwischenwalzen aufweist, wobei im Betrieb zwei einander benachbarte
Walzen, die jeweils eine Durchbiegung aufweisen, einen Nip bilden. Ferner betrifft
die Erfindung ein Verfahren zum Behandeln einer Materialbahn, die durch mehrere Nips
geführt und dort mit Druck beaufschlagt wird, wobei jeder Nip durch eine erste Walze
und eine dieser benachbarten zweiten Walze gebildet wird (siehe zum Beispiel das Dokument
FR-A-1 326 392).
[0002] Ein derartiger Kalander wird beispielsweise verwendet, um eine Papierbahn zu satinieren.
Hierbei möchte man über die gesamte Breite der Papierbahn einen möglichst gleichmäßigen
Druckverlauf erreichen, um Dicken- und Qualitätsunterschiede quer zur Laufrichtung
der Papierbahn zu vermeiden. Die zu satinierenden Papierbahnen haben derzeit Breiten
in der Größenordnung von bis zu 10 m. Die entsprechend langen Walzen tendieren daher
dazu, aufgrund ihres Eigengewichts in der axialen Mitte "durchzuhängen", sie weisen
also eine Durchbiegung auf. Auch wenn diese Durchbiegung nicht allzu groß ist, macht
sie sich störend bei der Druckbehandlung der Papierbahn oder einer anderen Materialbahn
bemerkbar.
[0003] Man hat versucht, dieser Erscheinung entgegen zu wirken. So ist es beispielsweise
aus EP 0 679 204 B1 bekannt, die Zwischenwalzen so auszuwählen, daß sie alle die gleiche
Eigendurchbiegung aufweisen, und das Gewicht der Walzen und die sogenannten überhängenden
Lasten, d.h. die mit den Walzen verbundenen Teile, wie Leitwalzen oder Lagergehäuse,
komplett gewichtsmäßig zu entlasten.
[0004] Ein anderer Ansatz, der in DE 198 20 089 A1 beschrieben ist, geht davon aus, daß
man die Streckenlastprofile durch Einleiten von Verformungskräften an den Walzenzapfen
der Zwischenwalze verändert. Dabei wählt man die Verformungskräfte derart, daß die
Zwischenwalzen zur Ausübung von Be- oder Entlastungsdrücken eine im wesentlichen gleiche
Durchbiegung erhalten, wobei ein Grad der Durchbiegung gemäß einer bestimmbaren Veränderung
einer walzenbedingten Streckenlastdifferenz zwischen dem oberen und unteren Nip eingestellt
wird. Die durchbiegungssteuerbaren Walzen an den Enden des Walzenstapels werden dann
an diese Biegung angepaßt. Man kann nun beobachten, daß trotz dieser gleichen Durchbiegungen
die Satinageergebnisse teilweise nicht zufriedenstellend sind.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Belastung im Nip gleichförmig zu gestalten.
[0006] Diese Aufgabe wird bei einem Kalander der eingangs genannten Art dadurch gelöst,
daß sich die Durchbiegungen benachbarter Walzen voneinander unterscheiden, wobei eine
der konvexen Seite einer ersten Walze benachbarte zweite Walzen eine schwächere Durchbiegung
als die erste Walze aufweist.
[0007] Damit verläßt man zwar den bisher verfolgten Ansatz, allen Walzen die gleiche Durchbiegung
zu vermitteln oder die Walzen so auszuwählen, daß sie von sich aus die gleiche Durchbiegung
haben. Man eröffnet sich aber die Möglichkeit, daß die Durchbiegung in den Nips stärker
aneinander angenähert werden können, als bisher. Dabei spielt die Überlegung eine
Rolle, daß man bei der Durchbiegung einer Walze bislang nicht die unterschiedlichen
Effekte berücksichtigt hat, die sich an der konkaven und an der konvexen Seite ergeben.
Wenn man nun die Durchbiegungen unterschiedlich wählt, dann kann man diese Effekte
berücksichtigen.
[0008] Hierbei ist besonders bevorzugt, daß benachbarte Walzen jeweils eine Durchbiegung
aufweisen, bei denen eine Amplitude der Durchbiegung der Mantellinie an der konvexen
Seite der ersten Walze im wesentlichen mit einer Amplitude der Durchbiegung der Mantellinie
der benachbarten zweiten Walze an deren konkaven Seite übereinstimmt. Damit kann man
die Durchbiegungen der beiden Walzen, die den betrachteten Nip bilden, im Nip aneinander
anpassen, so daß der Druckverlauf im Nip über die Breite der Materialbahn wesentlich
gleichförmiger wird. Die Anpassung erfolgt also dort, wo sie erforderlich ist. Dabei
kann man ohne weiteres in Kauf nehmen, daß die Durchbiegungen der beiden Walzen an
sich, d.h. die Durchbiegung an den Achsen, voneinander abweichen. Eine derartige Abweichung
ist sogar Voraussetzung, daß man die Durchbiegungen an den beiden Mantellinien miteinander
in Übereinstimmung bringt.
[0009] Vorzugsweise weist von einander benachbarten Walzen mindestens eine eine Krafteinleitungseinrichtung
auf. Man ist dann nicht mehr darauf angewiesen, Walzen auszuwählen, die von sich aus
die geforderten Durchbiegungen aufweisen. Man kann eine derartige Durchbiegung auch
durch das Einleiten von äußeren Kräften bewirken.
[0010] Vorzugsweise hängt die Amplitude
fEM(i+1) der Durchbiegung der zweiten Walze nach folgender Beziehung von der Amplitude
fEM(i) der Durchbiegung der ersten Walze ab

wobei
- AB =
- Arbeitsbreite
- MbML =
- Lagerabstand
- D(i) =
- Durchmesser der ersten Walze
- D(i+1) =
- Durchmesser der zweiten Walze
- i =
- Index der ersten Walze
- i+1 =
- Index der zweiten Walze.
[0011] Vorzugsweise weisen benachbarte Walzen unterschiedliche Lagerabstände auf, wenn sie
in mindestens einem Parameter voneinander abweichen. Mit dieser Ausgestaltung erreicht
man nicht nur eine Übereinstimmung der Durchbiegungen, genauer gesagt der Amplituden
der Durchbiegungen an den beiden benachbarten Mantellinien der beiden den Nip bildenden
Walzen, sondern man hat die Möglichkeit, auch gleiche Biegelinien einzustellen. Die
Biegelinien sind bekanntlich nicht nur abhängig von der Amplitude der Durchbiegung,
sondern beispielsweise auch von der Kurvenform der Biegelinie, die über die Schubverformung
zum Beispiel vom Schlankheitsgrad der Walzen abhängt. Wenn man nun die Möglichkeit
hat, die Lagerabstände der Zwischenwalzen zu variieren, dann erhält man die Möglichkeit,
tatsächlich auch die Kurvenform der Biegelinien der Mantellinien, d.h. der beiden
den Nip begrenzenden Linien besser aneinander anzupassen.
[0012] Vorzugsweise liegt die Differenz der Lagerabstände im Bereich von 0,1 % bis 2 % bezogen
auf den größeren Lagerabstand. Eine derartige Abweichung ist durchaus tolerierbar.
Größere Änderungen an der Stuhlung sind nicht erforderlich, weil die Kräfte, die auf
die Stuhlung wirken, keine wesentlich anderen Kraftangriffspunkte erhalten. Trotzdem
lassen sich mit diesen kleinen Änderungen bereits beträchtliche Vorteile erzielen.
[0013] Hierbei ist besonders bevorzugt, daß der Lagerabstand mindestens einer Zwischenwalze
veränderbar ist. Nach dem Austausch der betreffenden Walze läßt sich dann gegebenenfalls
die Biegelinie in die gewünschte Form bringen.
[0014] Hierbei ist bevorzugt, daß die Lagerung aller Walzen symmetrisch zur axialen Mitte
erfolgt. Dies gilt auch für die Zwischenwalze, deren Lagerabstand verstellt wird.
Dies bedeutet zwar, daß man die Verstellung der Lager an beiden axialen Enden vornehmen
muß. Die Biegung der Mantellinie dieser Walze wird dann aber über die gesamte Arbeitsbreite
an die Biegung der entsprechenden zweiten Walze angepaßt.
[0015] Die Aufgabe wird bei einem Verfahren der eingangs genannten Art dadurch gelöst, daß
man die Durchbiegungen der beiden Walzen unterschiedlich wählt.
[0016] Wie oben im Zusammenhang mit dem Kalander erläutert, ist es mit unterschiedlichen
Durchbiegungen der Walzen, d.h. deren Mittellinien, möglich, die Durchbiegungen an
den entscheidenden Stellen, nämlich an den den Nip bildenden Mantellinien aneinander
anzugleichen. Auf diese Weise wird das Satinageergebnis über die Arbeitsbreite, d.h.
die Breite der Materialbahn, drastisch verbessert.
[0017] Hierbei ist bevorzugt, daß man die Durchbiegung der ersten Walze so steuert, daß
die Amplitude der Durchbiegung der Mantellinie an der konvexen Seite der ersten Walze
übereinstimmt mit der Amplitude der Durchbiegung der Mantellinie an der konkaven Seite
der zweiten Walze. Wenn man die Durchbiegungen in Übereinstimmung bringt, erhält man
über die Breite der Walzen ein verbessertes Arbeitsergebnis.
[0018] Auch ist von Vorteil, wenn man bei ungleichen Walzen den Lagerabstand einer Walze
gegenüber dem Lagerabstand der anderen Walze abweichend einstellt. Wie oben ausgeführt,
läßt sich auf diese Weise nicht nur die Amplitude der Durchbiegung an den beiden Mantellinien
in Übereinstimmung bringen, sondern auch die Kurvenform der Biegelinie.
[0019] Die Erfindung wird im folgenden anhand von bevorzugten Ausführungsbeispielen in Verbindung
mit der Zeichnung näher beschrieben. Hierin zeigen:
- Fig. 1
- eine erste Prinzipskizze zur Erläuterung wichtiger Größen,
- Fig. 2
- eine zweite Prinzipskizze zur Erläuterung weiterer Größen und
- Fig. 3
- eine schematische Darstellung von Biegelinien.
[0020] Fig. 1 zeigt einen Ausschnitt aus einem Walzenstapel eines Kalanders. Dargestellt
ist eine erste Walze i und eine zweite Walze i+1, die zwischen sich einen Nip N bilden.
Durch diesen Nip N wird im Betrieb eine Materialbahn, beispielsweise eine nicht näher
dargestellte Papierbahn, geführt und dort mit Druck und gegebenenfalls auch mit erhöhter
Temperatur beaufschlagt. Hierbei ist es gewünscht, daß die Behandlung. über die gesamte
Breite des Nips N (d.h, die Erstreckung in axialer Richtung der beiden Walzen i, i+1)
gleichmäßig erfolgt. Eine Voraussetzung dafür ist, daß die beiden Walzen i, i+1 den
Nip N auch gleichmäßig ausbilden können.
[0021] Um eine derartige gleichmäßige Ausbildung zu erreichen, weisen die beiden Walzen
i, i+1 unterschiedliche Durchbiegungen auf. Dabei werden die Durchbiegungen nach einer
bestimmten Vorgehensweise gewählt, die im folgenden erläutert werden soll. Ziel ist
es, die Durchbiegung der unteren Mantellinie der oberen Walze i anzupassen an die
Durchbiegung der oberen Mantellinie der unteren Walze i+1. Hierbei wird vereinfachend
davon ausgegangen, daß die Durchbiegung ausschließlich durch die Schwerkraft und die
damit verbundenen Gewichtskräfte an den Walzen verursacht wird. Die Überlegungen gelten
aber grundsätzlich auch dann, wenn die Durchbiegung durch äußere Kräfte oder Momente
verursacht wird.
[0022] Ausgangspunkt für die nachfolgende Betrachtung ist der geöffnete Walzenstapel, d.h.
die Mittelwalzen i, i+1 hängen, in ihren Lagern abgestützt, frei entsprechend ihren
Eigenbiegelinien aus Schwerkraft und Steifigkeit durch. Hierbei ergibt sich zumindest
in erster Nährung die Form einer Parabel. Für die nachfolgende Betrachtung reicht
es aber aus, wenn man die Durchbiegungslinie als Kreislinie ansieht.
[0023] Für den Schließvorgang der Nips ist es als ideal anzusehen, wenn die sich aufeinander
zu bewegenden Berührungslinien der beiden den Nip N bildenden Walzen eine bestmögliche
Anschmiegungsform aufweisen. Die beiden Berührungslinien sind die untere Mantellinie
der oberen Walze und die obere Mantellinie der unteren Walze. Hierbei ist man weitgehend
unabhängig davon, ob im anschließenden Betriebsfall die Walzengewicht teil- oder vollkompensiert
werden.
[0024] Die Anforderung, daß die untere Mantellinie der Walze i in ihrer Durchbiegungsamplitude
fEUi der Durchbiegungsamplitude
fEO(i+1) der oberen Mantellinie der darunter befindlichen Walze i+1 entspricht, läßt sich
bei exakt gleichen Eigendurchbiegungen f
EM benachbarter Mittelwalzen i und i+1 nicht erfüllen, wie sich anhand der Skizze der
Fig. 1 ableiten läßt.
[0025] Aufgrund der gleichen Biegelinien ist die Distanz XR der Walzen an den Ballenrändern

gleich der Distanz XM der Walzen in der Walzenmitte

d.h. die Walzenspaltdifferenz Δf = XR-XM ergibt sich zu

Zwischen der Durchbiegung f
EM und dem Neigungswinkel α der Eigenbiegelinie am Ballenrand besteht nach bekannten
Formeln eine feste Beziehung (bei Vernachlässigung der Schubverformung)

daraus folgt:

[0026] Weiter gilt:

[0027] Da tan
2α im Vergleich zu 1 immer sehr klein sein wird, gilt als zulässige Vereinfachung:

[0028] Damit wird

[0029] Um die ideale Anschmiegung, d.h. Δf = 0 zu erhalten, muß die Durchbiegung f
EM der Walze i+1 gezielt kleiner sein als die der darüber liegenden Walze i. Wenn die
Amplitude der Durchbiegung der unteren Mantellinie der oberen Walze i mit
fEUi und die Amplitude der Durchbiegung der oberen Mantellinie der unteren Walze i+1 mit
fEO(i+1) bezeichnet wird, dann sollte gelten

[0030] Die Größen
fEUi und
fEO(i+1) lassen sich nach folgenden Beziehungen herleiten

daraus folgt:

[0031] Wenn man diesen Ausdruck nach
fEM(i+1) auflöst, erhält man

wobei
fEUi oben definiert worden ist.
[0032] Damit kann man, wenn man mit der obersten Mittelwalze eines Kalanders beginnt (i
= 2) den ganzen Walzenstapel in Bezug auf seine ideal differierenden Eigendurchbiegungen
berechnen. Dies ist in der folgenden Tabelle niedergelegt, wobei gilt:
AB = 10.000 mm
MbML = 11.700 mm
| Walzenposition |
Nenn-∅ D |
fEM/mm |
fEU/mm |
ΔfEM/mm zu Walze 2 |
| 2 |
760 |
2,37000 |
2,36987 |
0 |
| 3 |
825 |
2,36974 |
2,36960 |
0,00026 |
| 4 |
760 |
2,36948 |
2,36935 |
0,00052 |
| 5 |
825 |
2,36921 |
2,36908 |
0,00079 |
| 6 |
825 |
2,36894 |
2,36880 |
0,00106 |
| 7 |
760 |
2,36868 |
2,36855 |
0,00132 |
| 8 |
825 |
2,36842 |
2,36828 |
0,00158 |
| 9 |
760 |
2,36816 |
2,36803 |
0,00184 |
| 10 |
825 |
2,36789 |
2,36776 |
0,00211 |
| 11 |
760 |
2,36763 |
---- |
0,00237 |
[0033] Der Walzenstapel hat zwölf Walzen, d.h. zwei durchbiegungseinstellbare Endwalzen
und dazwischen Zwischenwalzen an den Walzenpositionen 2-11, die in bekannter Weise
abwechselnd als harte und weiche Walzen ausgebildet sind. Bei den harten Walzen handelt
es sich um Hartgußwalzen mit Durchmessern von 760/410 mm (Außendurchmesser, Innendurchmesser).
Die weichen Walzen sind als GG-Rohrwalzen mit Kunststoffbezug ausgebildet und weisen
einen Durchmesser von 825/800/428 mm (Außendurchmesser mit Bezug, Außendurchmesser
ohne Bezug, Innendurchmesser) auf.
[0034] Man erkennt, daß sich bei der 11. Walze bereits eine Abweichung Δf
EM zur Walze 2 von 0,00237 mm ergeben hat.
[0035] Diese erste Ansatz hat sich bereits weitgehend bewährt. Allerdings werden hierbei
in erster Linie nur die Amplituden der Durchbiegungen aneinander angepaßt.
[0036] Weiter verbessern kann man die Vergleichmäßigung der Belastung im Nip dadurch, daß
man bei den Mittelwalzen unterschiedliche Lagerabstände wählt oder einstellt. Das
Einstellen kann beispielsweise nach einem Wechsel einer Walze erforderlich sein.
[0037] In Mehrwalzenkalandern sind einander benachbarte Walzen in der Regel nicht gleich.
Dies bezieht sich nicht nur auf den ersten und auf den letzten Nip, die in der Regel
von einer Zwischen- oder Mittelwalze und einer Durchbiegungseinstellwalze begrenzt
sind, sondern auch auf die übrigen Nips, die von jeweils zwei Zwischenwalzen begrenzt
werden. Beispielsweise haben die elastischen Walzen, d.h. die Walzen mit einer elastischen
Oberfläche und die harten Walzen, d.h. die Walzen mit einer unnachgiebigen oder harten
Oberfläche, unterschiedliche Schlankheitsgrade und Walzendurchmesser. Der Schlankheitsgrad
ergibt sich aus dem Außendurchmesser Da dividiert durch die Arbeitsbreite AB.
[0038] Die Schubverformung einer Walze ist unter anderem eine Funktion f des Schlankheitsgrades

Die Schubverformung beeinflußt aber auch die Kurvenform der Biegelinie (Fig. 3) gemäß
nachfolgender Gleichung für die Kurvenfaktoren zwischen Walzenmitte (y = 1 bei x =
0) und dem Rand der Arbeitsbreite (y = 0 bei x = ½ AB).

mit MbML als Lagerabstand (Mitte bis Mitte Lager).
[0039] Bei gemeinsamem Lagerabstand MbML von Mittelwalzen mit ungleichem

(Definition weiter unten) ergeben sich zwangsläufig abweichende Kurvenformen ihrer
Biegelinien, wie dies aus der schematischen Darstellung der Fig. 3 zu erkennen ist.
[0040] Auch wenn die Durchbiegungsamplituden in der Walzenmitte übereinstimmen, können sich
unter Umständen die gefürchteten M- bzw. W-Profile im Streckenlastverlauf der Walzenspalte
ergeben. Diese werden zwar bereits abgeschwächt, wenn man die Durchbiegungsamplituden
aneinander anpaßt. Eine Verbesserung ergibt sich jedoch dann, wenn man die Lagerabstände
MbML entsprechend wählt.
[0041] Hierbei wird angenommen, daß die Arbeitsbreite AB für alle Nips N gleich bleibt.
Für zwei Nachbarwalzen i und i+1 gilt dann

oder aufgelöst nach MbML
(i+1) 
[0042] Außer vom Schlankheitsgrad

hängt die Schubverformung noch von der Schubverteilungszahl κ des Walzenquerschnittes,
der Querdehnzahl
µ des Walzenwerkstoffs und dem Durchmesserverhältnis

bei Hohlbohrung Di wie folgt ab

[0043] Diese Überlegungen sollen anhand des nachfolgenden Beispiels erläutert werden
| Beispiel |
AB |
= 6.360 mm |
| |
MbMLi |
= 7.500 mm |
| Walze 1: |
Dai |
= 560 mm |
| Werkstoff = |
Dii |
= 250 mm |
| Hartguß |
κi |
= 2,01 |
| |
µi |
= 0,25 |
| Walze 2: |
Da(i + 1) |
= 477 mm |
| Werkstoff = |
Di(i + 1) |
= 327mm |
| Stahl |
κ(i + 1) |
= 2,07 |
| (der elastische Bezug sei unberücksichtigt) |
µ(i + 1) |
= 0,30 |
| Ergebnis |
MbML(i + 1) |
= 7.517,4 mm |
⇒
ΔL ≈ 17,5 mm.
[0044] Man erkennt, daß man einen Abstand in der Größenordnung von 17,4 mm erhält. Dies
ist durchaus eine praktikable Größenordnung.
1. Kalander mit einem Walzenstapel, der zwei Endwalzen und dazwischen mehrere Zwischenwalzen
aufweist, wobei im Betrieb zwei einander benachbarte Walzen, die jeweils eine Durchbiegung
aufweisen, einen Nip bilden, dadurch gekennzeichnet, daß sich die Durchbiegungen benachbarter Walzen voneinander unterscheiden, wobei eine
der konvexen Seite einer ersten Walze benachbarte zweite Walzen eine schwächere Durchbiegung
als die erste Walze aufweist.
2. Kalander nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß benachbarte Walzen jeweils eine Durchbiegung aufweisen, bei denen eine Amplitude
der Durchbiegung der Mantellinie an der konvexen Seite der ersten Walze im wesentlichen
mit einer Amplitude der Durchbiegurig der Mantellinie der benachbarten zweiten Walze
an deren konkaven Seite übereinstimmt.
3. Kalander nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß von einander benachbarten Walzen mindestens eine eine Krafteinleitungseinrichtung
aufweist.
4. Kalander nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß die Amplitude
fEM(i+1) der Durchbiegung der zweiten Walze nach folgender Beziehung von der Amplitude
fEM(i) der Durchbiegung der ersten Walze abhängt

wobei
AB = Arbeitsbreite
MbML = Lagerabstand
D(i) = Durchmesser der ersten Walze
D(i+1) = Durchmesser der zweiten Walze
i = Index der ersten Walze
i+1 = Index der zweiten Walze.
5. Kalander nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß benachbarte Walzen unterschiedliche Lagerabstände aufweisen, wenn sie in mindestens
einem Parameter voneinander abweichen.
6. Kalander nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Differenz der Lagerabstände im Bereich von 0,1 % bis 2 % bezogen auf den größeren
Lagerabstand liegt.
7. Kalander nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Lagerabstand mindestens einer Zwischenwalze veränderbar ist.
8. Kalander nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Lagerung aller Walzen symmetrisch zur axialen Mitte erfolgt.
9. Verfahren zum Behandeln einer Materialbahn, die durch mehrere Nips geführt und dort
mit Druck beaufschlagt wird, wobei jeder Nip durch eine erste Walze und eine dieser
benachbarten zweiten Walze gebildet wird, dadurch gekennzeichnet daß man die Durchbiegungen der beiden Walzen unterschiedlich wählt.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß man die Durchbiegung der ersten Walze so steuert, daß die Amplitude der Durchbiegung
der Mantellinie an der konvexen Seite der ersten Walze übereinstimmt mit der Amplitude
der Durchbiegung der Mantellinie an der konkaven Seite der zweiten Walze.
11. Verfahren nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, daß man bei ungleichen Walzen den Lagerabstand einer Walze gegenüber dem Lagerabstand
der anderen Walze abweichend einstellt.
1. Calender having a roll stack which has two end rolls and a plurality of intermediate
rolls in between, two mutually adjacent rolls which each exhibit a deflection forming
a nip during operation, characterized in that the deflections of adjacent rolls are different from one another, one of the second
rolls adjacent to the convex side of a first roll exhibiting a smaller deflection
than the first roll.
2. Calender according to Claim 1, characterized in that adjacent rolls in each case exhibit a deflection in which an amplitude of the deflection
of the envelope line on the convex side of the first roll substantially coincides
with an amplitude of the deflection of the envelope line of the adjacent second roll
on its concave side.
3. Calender according to Claim 1 or 2, characterized in that, of mutually adjacent rolls, at least one has a force-introducing device.
4. Calender according to one of Claims 1 to 3,
characterized in that the amplitude
fEM(i+1) of the deflection of the second roll depends on the amplitude
fEM(i) of the deflection of the first roll in accordance with the following relationship:

where
AB = working width
MbML = bearing spacing
D(i) = diameter of the first roll
D(i+1) = diameter of the second roll
i = index of the first roll
i+1 = index of the second roll.
5. Calender according to one of Claims 1 to 4, characterized in that adjacent rolls have different bearing spacings if they differ from one another in
at least one parameter.
6. Calender according to Claim 5, characterized in that the difference in the bearing spacings lies in the range from 0.1% to 2%, based on
the larger bearing spacing.
7. Calender according to Claim 5 or 6, characterized in that the bearing spacing of at least one intermediate roll can be varied.
8. Calender according to one of Claims 1 to 7, characterized in that all the rolls are mounted symmetrically with respect to the axial centre.
9. Process for treating a web, which is led through a plurality of nips and has pressure
applied to it there, each nip being formed by a first roll and a second roll adjacent
to the first, characterized in that the deflections of the two rolls are chosen to be different.
10. Process according to Claim 9, characterized in that the deflection of the first roll is controlled in such a way that the amplitude of
the deflection of the envelope line on the convex side of the first roll coincides
with the amplitude of the deflection of the envelope line on the concave side of the
second roll.
11. Process according to Claim 9 or 10, characterized in that, in the case of non-identical rolls, the bearing spacing of one roll is set differently
from the bearing spacing of the other roll.
1. Calandre, comprenant un empilement de rouleaux, qui présente deux rouleaux d'extrémité
et plusieurs rouleaux intermédiaires entre eux, deux rouleaux voisins, qui présentent
chacun une flexion, formant une ligne de contact pendant le fonctionnement, caractérisée en ce que les flexions de rouleaux voisins sont différentes l'une de l'autre, un deuxième rouleau
voisin du côté convexe d'un premier rouleau présentant une flexion inférieure à celle
du premier rouleau.
2. Calandre selon la revendication 1, caractérisée en ce que des rouleaux voisins présentent à chaque fois une flexion, une amplitude de flexion
de la génératrice au niveau du côté convexe du premier rouleau coïncidant essentiellement
avec une amplitude de flexion de la génératrice au niveau du côté concave du deuxième
rouleau voisin.
3. Calandre selon la revendication 1 ou 2, caractérisée en ce que, parmi les rouleaux adjacents l'un à l'autre, au moins l'un présente un dispositif
d'introduction de force.
4. Calandre selon l'une quelconque des revendications 1 à 3,
caractérisée en ce que l'amplitude
fEM(i+1) de la flexion du deuxième rouleau, conformément à la relation suivante, dépend de
l'amplitude
fEM(i) de la flexion du premier rouleau

avec
AB = largeur de travail
MbML = distance de support
D(i) = diamètre du premier rouleau
D(i+1) = diamètre du deuxième rouleau
i = index du premier rouleau
i+1 = index du deuxième rouleau.
5. Calandre selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, caractérisée en ce que des rouleaux voisins présentent des distances de support différentes lorsqu'ils se
distinguent les uns des autres par au moins un paramètre.
6. Calandre selon la revendication 5, caractérisée en ce que la différence entre les distances de support est comprise dans la plage de 0,1% à
2% par rapport à la plus grande distance de support.
7. Calandre selon la revendication 5 ou 6, caractérisée en ce que la distance de support d'au moins un rouleau intermédiaire peut être modifiée.
8. Calandre selon l'une quelconque des revendications 1 à 7, caractérisée en ce que le support de tous les rouleaux s'effectue de manière symétrique par rapport au centre
axial.
9. Procédé de traitement d'une bande de matériau qui est guidée à travers plusieurs lignes
de contact et qui y est sollicitée en pression, chaque ligne de contact étant formée
par un premier rouleau et un deuxième rouleau adjacent à celui-ci, caractérisé en ce que l'on choisit des flexions différentes pour les deux rouleaux.
10. Procédé selon la revendication 9, caractérisé en ce que l'on commande la flexion du premier rouleau de telle sorte que l'amplitude de flexion
de la génératrice au niveau du côté convexe du premier rouleau coïncide avec l'amplitude
de flexion de la génératrice au niveau du côté concave du deuxième rouleau.
11. Procédé selon la revendication 9 ou 10, caractérisé en ce que l'on ajuste la distance de support d'un rouleau de manière à ce qu'elle s'écarte
de la distance de support de l'autre rouleau lorsque les rouleaux ne sont pas identiques.