[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Führen einer Materialbahn (1),
die zwischen rotierenden Walzen geführt und transportiert. wird.
[0002] Bei der Herstellung und der Verarbeitung von flächenförmigen Materialbahnen werden
diese Bahnen zwischen rotierenden Walzen geführt und transportiert. Für einen Transport
der Bahn wird eine gewisse Zugspannung in Längsrichtung der Materialbahn erzeugt.
Durch diese Zugspannung in Laufrichtung können Falten oder Verwerfungen in Längsrichtung
entstehen, welche unerwünscht sind und die später im Wickel Verdehnungen erzeugen,
die zu einer völligen Unbrauchbarkeit des Materials führen können. Es ist daher notwendig,
die durch die Zugspannung in Längsrichtung hervorgerufenen Falten und Verwerfungen
in der laufenden Materialbahn durch Zugkräfte in Querrichtung glatt und faltenfrei
zu halten.
[0003] Im Stand der Technik sind Vorrichtung zur Breithaltung von Materialbahnen bekannt.
Die US 22 89 196 beschreibt die sogenannte Bananenwalze. Diese zylindrische Walze
ist zumindest an der Oberfläche aus einem gummielastischen Werkstoff und besonders
geformt. Die Walze ist über ihre gesamte Länge gebogen und wird gegen die laufende
Materialbahn gedrückt. Die Formgebung der Walze bewirkt beim Eindrücken der Walze
in laufende Materialbahn eine Breithaltung in Querrichtung. Die dabei erzeugbare Kraftübertragung
von Querkräften und die dabei erreichbare Querbewegung ist aber äußerst gering und
deshalb für viele Anwendungsfälle unbrauchbar.
[0004] In der US 3,807,004 ist ein Verfahren zum Breitstrecken von thermoplastischen Kunststofffolien
beschrieben. Nach diesem Verfahren werden drehbare, zur Folienlaufrichtung schrägstehende
Scheiben als Halterung für die Folienbahnränder eingesetzt. Die Folie wird vor der
Verstreckung in bekannter Weise auf Strecktemperatur aufgeheizt. Beim Auflaufen der
Folienränder auf die Umfangsfläche der Scheiben werden die Ränder derart auf die Umfangsfläche
aufgepreßt, daß Lufteinschlüsse zwischen Folie und Scheibe vermieden werden. Gleichzeitig
werden die Scheiben selbst derart auf eine Temperatur aufgeheizt, daß sich die auflaufenden
Folienränder der Scheibenform anpassen, wodurch die Bahnränder von den Scheiben während
des Breitstreckens kraftschlüssig gehalten werden.
[0005] In der EP 0 009 294 wird ein Verfahren zum Verstrecken einer Materialbahn aus einem
vemetzten Material beschrieben. Nach dem Verfahren wird die Materialbahn seitlich
von Kluppen ergriffen und geführt, die die Bahn in der gewünschten Breite greifen.
Die Kluppen werden derart gesteuert, daß die Materialbahn bis zu einer vorgegebenen
Breite verstreckt wird. Bei Abweichungen von der vorgegebenen Breite werden die Winkel
der Kluppen angepaßt.
[0006] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung
zum Breithalten einer flächenförmigen Materialbahn (1), die über Walzen geführt und
transportiert wird, zur Verfügung zu stellen. Das Verfahren soll sicherstellen, daß
die Materialbahn (1) falten- und verdehnungsfrei in Längs- und Querrichtung geführt
und transportiert werden kann. Hierbei ist es insbesondere von Bedeutung, daß das
Verfahren angepaßt werden kann, d.h. das Verfahren soll bei unterschiedlichen Laufgeschwindigkeiten
der Materialbahn (1), sowie für verschiedene Materialien gleichermaßen erfolgreich
eingesetzt werden. Zudem soll die Vorrichtung wartungsarm und wenig reparaturanfällig
sein.
[0007] Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren zum Breithalten beim Führen einer flächenförmigen
Materialbahn (1), bei welchem die Materialbahn (1) in einer Anordnung von rotierende
Walzen mit einer Bahngeschwindigkeit v
F läuft und die Materialbahn (1) in beiden Randbereichen über mindestens eine Breithalterolle
(2) geführt wird, welche eine Zugspannung in Querrichtung, d.h. quer zur Laufrichtung
der Materialbahn (1) erzeugt, wobei diese Spannung in Querrichtung durch Regelung
der Umfangsgeschwindigkeit v
R der Breithalterolle (2) und durch Steuerung des Winkels und durch Steuerung des Anstellwinkles
α und des Umschlingungswinkels β gesteuert wird und wobei die Umfangsgeschwindigkeit
der Breithalterolle (2) v
R > Bahngeschwindigkeit v
F ist.
Fig. 1 zeigt die Breithalterolle (2) in einer schematischen Querschnittdarstellung,
wobei bg die Gesamtbreite der Breithalterolle (2) und bM die Mantelfläche der Rolle ist.
Fig. 1a zeigt eine besonderen Ausführungsform der Breithalterolle (2) ebenfalls in
einer schematischen Querschnittdarstellung, bei der die Rollenoberfläche (5) nicht
abgerundet und damit besonders breit ist.
Fig. 2 zeigt die Breithalterolle (2) in der seitlichen Aufsicht.
Fig. 3 zeigt die Breithalterolle (2) aus Fig. 1 in einer perspektivischen Ansicht.
Fig. 3a zeigt die Breithalterolle (2) aus Fig. 1a in einer perspektivischen Ansicht.
Fig. 4 stellt die Kontaktfläche (3) der Breithalterolle (2) zur Materialbahn (1) dar.
Fig. 5 stellt schematisch die Positionsmöglichkeiten der Breithalterollen (2) in Abhängigkeit
des Winkels α zur Materialbahn (1) dar. VF stellt die Bahngeschwindigkeit und der angegebene Pfeil die Laufrichtung der Materialbahn
(1) dar.
Fig. 6 ist eine schematische Darstellung in einer Seitenansicht der Materialbahn (1),
die über die Breithalterolle (2) geführt wird. Der Winkel β ergibt sich aus dem Auftreffpunkt
p der Materialbahn (1) auf die Breithalterolle (2) und der gestrichelt dargestellten,
rückbezogenen Verlängerung der Materialbahn (1) hinter der Breithalterolle (2). Die
Eintauchtiefe der Breithalterolle (2) in die Materialbahn (1) wird mit h bezeichnet.
Die Drehrichtung der Breithalterolle (2) sowie die Laufrichtung der Materialbahn (1)
ist durch die Pfeile angedeutet. VR bzw. VF bezeichnen deren Geschwindigkeiten.
Fig. 7 ist eine perspektivische Darstellung der Positionierung der Breithalterollen
(2) zur Materialbahn (1) in Abhängigkeit des Winkels α. Die Anordnung der Sprühelektroden
(4) ist ebenfalls eingezeichnet.
[0008] Die Längsrichtung ist im Sinne der vorliegenden Erfindung die Richtung, in die die
Materialbahn (1) läuft; diese Richtung wird auch als Maschinenlaufrichtung bezeichnet.
Die Querrichtung ist im Sinne der vorliegenden Erfindung diejenige Richtung, die in
einem Winkel von 90°, d.h. quer zur Maschinenlaufrichtung verläuft.
[0009] Bei der Herstellung und der Verarbeitung von flächenförmigen Materialbahnen werden
diese Bahnen in einer Anordnung von rotierenden Walzen geführt. Die Umfangsgeschwindigkeiten
der einzelnen Walzen werden gesteuert und bestimmen zum einen, mit welcher Geschwindigkeit
die Bahn läuft, zum anderen geben die verschiedenen Walzengeschwindigkeiten auch eine
Zugspannung vor, welche in Längsrichtung der Materialbahn eingebracht wird. Diese
Zugspannung in Längsrichtung ist erforderlich, um einen störungsfreien Lauf der Materialbahn
über die Walzen und die in der Walzenanordnung integrierten Folgeeinrichtungen, wie
Dickenmessung, Coronastation oder ähnliches zu gewährleisten.
[0010] Das erfindungsgemäße Verfahren beseitigt die Nachteile, die durch die in Längsrichtung
eingebrachte Zugspannung entstehen. Das Verfahren ist für verschiedene flächenförmige
Materialbahnen geeignet und kann überall vorteilhaft eingesetzt werden, wo es zur
Faltenbildung und/oder zu Verwerfungen in Längsrichtung der Materialbahn beim Führen
über und zwischen rotierenden Walzen kommt. Das Verfahren hat sich insbesondere für
Folien aus Kunststoffen, insbesondere aus thermoplastischen Kunststoffen, bewährt.
Folien aus thermoplastischen Kunststoffen sind beispielsweise Folien aus Polyester
und Polyolefinen, wie Polyethylenen, Polypropylenen, Cycloolefinen, Polycarbonat,
Polyamide etc. Derartige Folien können einschichtig oder mehrschichtig aufgebaut sein.
Das Verfahren kann auch für Bahnen aus anderen Materialien angewendet werden, wie
beispielsweise Stoff-, Papier- oder Metallbahnen. Ebenso ist das Verfahren von Vorteil,
wenn es um die Herstellung von Laminaten geht oder beim Führen des Laminats selbst.
Auch für die Laminate sind verschiedene Materialien möglich. Das Verfahren ist insbesondere
für Materialbahnen mit einer Dicke von 0,5 bis 500 µm, vorzugsweise 2 bis 200 µm,
geeignet.
[0011] Die Bahngeschwindigkeit v
F der Materialbahn wird von der angestrebten Produktions- oder Verarbeitungsgeschwindigkeit
bestimmt. Übliche Bahngeschwindigkeiten liegen je nach Materialart zwischen 1 bis
2500 m/min, vorzugsweise 5 bis 1000 m/min. Für Folien aus thermoplastischen Polymeren
sind Geschwindigkeiten von 100 bis 1000 m/min üblich. Die in die Materialbahn einzubringende
Zugspannung in Längsrichtung richtet sich zum einen nach den Materialeigenschaften
(z.B. Materialart) und deren Dicke oder dem Zweck der Folgeeinrichtungen (z.B. Dickenmessung,
Oberflächenbehandlung, Wikkelstation), die in der Walzenanordnung integriert oder
nachgeschaltet sind, und zum anderen hängen die Bahngeschwindigkeit v
F selbst und die aufzubringende Zugspannung in Laufrichtung voneinander ab. Durch die
miteingeschleppte Luft der Materialbahn bilden sich vor den Walzen Luftposter zwischen
Walze und Materialbahn, die durch die in die Materialbahn eingebrachte Zugspannung
abgepreßt werden müssen. Je höher die Bahngeschwindigkeit, desto leichter bilden sich
unerwünschte Luftpolster und desto höher muß im allgemeinen die Zugspannung in Längsrichtung
zum Abquetschen dieser Polster sein. Bahngeschwindigkeit und Zugspannung sind in den
Produktions- und Verarbeitungsprozessen somit vorgegebene Parameter, die nur in einem
begrenzten Bereich variiert werden können, auch wenn es zu Falten und Verwerfungen
in Längsrichtung kommt. Diese Probleme werden durch das erfindungsgemäße Verfahren
wirkungsvoll verhindert, wobei Bahngeschwindigkeit und Zugspannung im gewünschten
Bereich gehalten werden können.
[0012] Daher ist das erfindungsgemäße Verfahren für Produktionen oder Verarbeitungen mit
hohen Bahngeschwindigkeiten besonders vorteilhaft.
Die Materialbahn (1) wird erfindungsgemäß in ihrem Randbereich über eine oder mehrere
Breithalterollen (2) geführt. Der Randbereich einer Materialbahn (1) ist in der Regel
schmal im Verhältnis zur Gesamtbreite der Bahn. Die genaue Breite eines solchen Randbereichs
wird von der Art des Materials und der Gesamtbreite der Bahn abhängen. Im allgemeinen
versteht man unter einem Randbereich die äußeren Bereiche der Bahn, welche zusammen
bis zu 30% der Gesamtbreite ausmachen können. Im allgemeinen beträgt jeder Randbereich
jeweils 1 bis 10% der Gesamtbreite der Materialbahn. Es versteht sich von selbst,
daß jede endlose Materialbahn zwei Ränder hat, die parallel zur Laufrichtung verlaufen.
Nachstehende Angaben über "den Randbereich" gelten selbstverständlich in gleicher
Weise auch für den jeweils gegenüberliegenden Rand.
[0013] Die Materialbahn (1) wird in dem Randbereich über eine Breithalterolle (2) geführt.
Diese Breithalterolle (2) ist derart dimensioniert, daß ihr Durchmesser im allgemeinen
größer als ihre Breite b
g ist, so daß der Begriff "Rolle" das Element treffender charakterisiert als der Begriff
"Walze". Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, daß auch entsprechend dimensionierte
Walzen einen äquivalenten Zweck erfüllen können. Der Fachmann wird die Größe des Elements
in Abhängigkeit von der Materialbahn (1), der Bahngeschwindigkeit und der Breite des
Randbereiches auswählen. Im allgemeinen hat die Breithalterolle (2) eine Breite b
g von 1 bis 500 mm, vorzugsweise 1 bis 150 mm, insbesondere 1 bis 50 mm. Der Durchmesser
der Breithaltrolle (2) ist im allgemeinen 1 bis 10% der Materialbahnbreite (1). Die
Materialbahnbreite ist abhängig von der Art des Materials und der vorgegebenen Machinendimensionen
und kann daher in einem breiten Bereich variieren. Für Folien aus thermoplastischen
Kunststoffen liegen übliche Bahnbreiten bei der Herstellung der Folie vor der Querverstreckung
zwischen 0,2 bis 2 m, vorzugsweise 0,5 bis 1 m, jedoch nach der Querverstreckung bei
0,5 bis 30 m, vorzugsweise 1 bis 20 m. Entsprechend können die Absolutwerte des Rollendurchmessers
in weiten Grenzen variieren.
[0014] Die Breithalterolle (2) kann prinzipiell aus einem beliebigen Material oder Materialverbund
hergestellt sein, das den Anforderungen entspricht. Die Oberfläche sollte derart gestaltet
sein, daß eine kraftschlüssige Verbindung zwischen der Materialbahn (1) und der Rollenoberfläche
(5) gefördert wird. In einer besonderen Ausführungsform ist es erforderlich, die Oberfläche
auf elektrisches Nullpotential aufzuschalten.
[0015] In einer bevorzugten Ausführungsform ist die Rolle an den Kanten derart abgeschrägt
oder abgerundet, daß die Mantelfläche b
M schmaler wird, so daß die Kontaktfläche (3) zwischen der Materialbahn (1) und der
Rollenoberfläche (5) im Idealfall auf einen Punkt bzw. auf eine Linie reduziert wird.
Im allgemeinen wird die Mantelfläche b
M für abgeschrägt oder abgerundete Ausführungsformen eine Breite von 0 bis 400 mm,
vorzugsweise 1 bis 200 mm, haben. Derartig abgeschrägt oder abgerundete Rollen sind
besonders vorteilhaft, da die Relativbewegung zwischen Mantelfläche b
M und Materialbahn (1) bei abnehmender Mantelfläche immer geringer wird. Zudem bieten
abgeschrägte oder abgerundete Rollen einen gewissen Schutz vor Beschädigungen der
Materialbahn (1).
[0016] Die Breithalterolle (2) braucht nicht zwingend einen selbständig Antrieb. Sie kann
über die laufende Materialbahn (1) angetrieben werden und hat dann eine Umfangsgeschwindigkeit
v
R, die der Bahngeschwindigkeit v
F der Materialbahn (1) unter Berücksichtigung des Anstellwinkels α entspricht. In einer
bevorzugten Ausführungsform ist die Breithalterolle (2) mit einem Antrieb versehen,
über welchen die Umfangsgeschwindigkeit der Rolle V
R gesteuert oder geregelt werden kann. Derartig angetriebene Breithalterollen sind
bevorzugt. Der Antrieb ermöglicht es, die Umfangsgeschwindigkeit der Rolle zu steuern
oder zu regeln und darüber hinaus auch die in Querrichtung erzeugte Spannung zu kontrollieren.
Für angetriebene Rollen wird unter Berücksichtigung des Anstellwinkels α die Umfangsgeschwindigkeit
v
R so eingestellt, daß die Umfangsgeschwindigkeit v
R mindestens genauso groß, vorzugsweise größer als die Bahngeschwindigkeit v
F der Materialbahn (1) ist. Die Voreilung der Umfangsgeschwindigkeit v
R der Rolle wird im allgemeinen so eingestellt, daß es zu keiner Relativbewegung zwischen
der Rollenoberfläche (5) und der Materialbahn (1) kommt.
[0017] In einer weiteren, bevorzugten Ausführungsform hat die Breithalterolle (2) eine elektrisch
leitende Oberfläche, die auf ein elektrisches Nullpotential aufgeschalten ist. Diese
Oberfläche ermöglicht eine besonders vorteilhafte Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Verfahrens, bei welchem eine kraftschlüssige Verbindung zwischen der Kontaktfläche
der Breithalterolle (2) und der Materialbahn (1) durch eine elektrostatische Aufladung
der Materialbahn (1) erzielt wird. Diese Ausführungsform des Verfahrens wird nachstehend
detailliert erläutert.
[0018] Zur Ausführung des erfindungsgemäßen Verfahrens werden die Breithalterollen (2) in
die beiden Randbereiche der Materialbahn (1) positioniert. Die Positionierung der
Breithalterollen (2) an die laufende Materialbahn (1) wird unter maschinenbautechnischen
und ergonomischen Gesichtspunkten gewählt. Angetriebene Breithalterollen (2) werden
so angetrieben, daß sie sich in Laufrichtung der Materialbahn (1) drehen. Für die
Positionierung der Rolle im Verhältnis zur Laufrichtung der Bahn wird ein Anstellwinkel
α eingestellt (s. Fig. 7). Dieser Winkel muß > 0° und < 90° liegen. Im allgemeinen
wird man einen Anstellwinkel im Bereich von 2 bis 50°, vorzugsweise 5 bis 30°, einstellen.
Über die Einstellung des Winkels wird die Rollengeschwindigkeit v
R gesteuert bzw. geregelt. Die Steuerung bzw. Regelung der einzelnen Parameter erfolgt
in Abhängigkeit voneinander. So gilt beispielsweise zwischen dem einzustellenden Anstellwinkel
α und der Umfangsgeschwindigkeit der Rolle v
R der folgende Zusammenhang:

[0019] Somit muß bei größerem Anstellwinkel α eine größere Umfangsgeschwindigkeit v
R gewählt werden, wenn es zu keiner Relativbewegung zwischen Materialbahn (1) und Rollenoberfläche
(5) kommen soll.
[0020] Letztlich erfolgt noch die Positionierung der Breithalterollen (2) in die dritte
mögliche räumliche Richtung. Zunächst muß die Rolle soweit in Richtung der Materialbahn
(1) gebracht werden, daß die Rollenoberfläche (5) in die Materialbahn (1) eintaucht.
Diese Positionierung soll nachstehend auch als Eintauchtiefe h bezeichnet werden (s.
Fig. 6). Über die Eintauchtiefen der Breithalterolle (2) in die laufende Materialbahn
(1) wird bestimmt, wie weit die Materialbahn (1) die Breithalterolle (2) umschlingt.
Je höher der Umschlingungswinkel β desto mehr Kontaktfläche (3) entsteht zwischen
der Rollenoberfläche (5) und der Materialbahn (1).
[0021] In einer weiteren, besonders vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung wird die
kraftschlüssige Umschlingung der Rolle durch eine elektrostatische Aufladung der Materialbahn
(1) unterstützt. Hierfür wird, in Laufrichtung der Materialbahn (1) gesehen, im Bereich
des Auftreffpunktes P der Materialbahn (1) auf die Breithalterolle (2), eine Sprühelektrode
(4) angebracht (s. Fig. 6 und 7). Über diese Sprühelektrode (4) wird in einem kleinen
Bereich, eine elektrische Ladung auf die Materialbahn (1) aufgebracht. Läuft die so
geladene Materialbahn (1) anschließend über eine elektrisch leitende und auf elektrisches
Nullpotential geschaltete Breithalterolle (2), so wird die Materialbahn (1) von der
Oberfläche der Breithalterolle (5) angezogen. Dies führt zu einer besonders guten,
kraftschlüssigen Verbindung zwischen der Materialbahn (1) und der Kontaktfläche (3),
gegebenenfalls auch zu einem größeren Umschlingungswinkel β. Hiermit wird dem Fachmann
ein weiterer Parameter an die Hand gegeben, über welchen er die Krafteinwirkung in
Querrichtung dosieren kann. Je höher die Aufladespannung desto größer wird die Kontaktkraft
und gegebenenfalls der Umschlingungswinkel β, womit letztlich der mögliche Schlupf
zwischen Materialbahn (1) und Kontaktfläche (3) eliminiert wird und über eine Voreilung
der Breithalterolle (2) eine Querkraft aufgebaut werden kann.
[0022] Die Erfindung eröffnet einen einfachen Weg, eine Zugspannung in die Querrichtung
einer laufenden Materialbahn einzubringen. Diese Verfahren ist besonders vorteilhaft,
da es verschiedene Möglichkeiten bietet, diese Zugspannung in Querrichtung zu steuern.
Die Zugspannung kann durch Steuerung des Rollendurchmessers, durch den Anstellwinkel
α, durch die Eintauchtiefe h, durch die Ausgestaltung der Rollenoberfläche, durch
die Umfangsgeschwindigkeit, durch die Positionierung der Breithalterolle zur Materialbahn,
durch die statische Aufladung kontrolliert werden. Damit ist eine sehr feine Dosierung
der in Querrichtung wirkenden Kräfte über verschiedene Vorgaben möglich. Das erfindungsgemäße
Verfahren ist äußerst flexibel und für unterschiedlichste Materialien und Produktions-
oder Verarbeitungsverfahren vorteilhaft einsetzbar. Es ermöglicht, Materialbahnen
faltenfrei zwischen rotierenden Walzen zu führen und eine kontrollierte Zugspannung
in Querrichtung aufzubauen, so daß Verwerfungen oder andere Störungen, die durch die
Spannungen in Längsrichtung entstehen können, sicher vermieden werden.
1. Verfahren zum Breithalten beim Führen einer flächenförmigen Materialbahn (1), bei
welchem die Materialbahn (1) in einer Anordnung von rotierende Walzen mit einer Bahngeschwindigkeit
vF läuft, die Materialbahn (1) in ihrem Randbereich über eine Breithalterolle (2) geführt
wird, welche eine Zugspannung in Querrichtung, d.h. quer zur Laufrichtung der Materialbahn
(1) erzeugt, dadurch gekennzeichnet, daß diese Spannung in Querrichtung durch Regelung der Umfangsgeschwindigkeit vR der Breithatterolle (2) und durch Steuerung des Anstellwinkels α und des Umschlingungswinkels
β gesteuert wird und wobei die Umfangsgeschwindigkeit vR > Bahngeschwindigkeit vF ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß die Materialbahn (1) eine Materialbahn aus einem thermoplastischen Kunststoff, vorzugsweise
Polyester, Polyethylen, Polycarbonat, Polypropylen oder ein Cycloolefinpolymer ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und/oder 2 dadurch gekennzeichnet, daß die Materialbahn (1) eine Dicke von 0,5 bis 500 µm, vorzugsweise 2 bis 200µm hat.
4. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Bahngeschwindigkeit vF der Materialbahn (1) 1 bis 2000 m/min beträgt.
5. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Randbereich jeweils 1 bis 10% der Gesamtbreite der Materialbahn (1) ist.
6. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Breithalterolle (2) einen Durchmesser im Bereich von 1 bis 500 mm und der Durchmesser
größer als die Breite der Breithalterolle (2) ist.
7. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Oberfläche der Breithalterolle (5) aus einer metallischen, leitenden Oberfläche
besteht und ein elektrisches Nullpotential aufgeschaltet ist.
8. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Breithalterolle (2) abgeschrägte oder abgerundete Kanten aufweist.
9. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Breithalterolle (2) mit einem Antrieb verbunden ist, der eine Regelung der Umfangsgeschwindigkeit
VR der Breithalterolle (2) ermöglicht.
10. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens zwei Breithalterollen (2) in den beiden gegenüberliegenden Randbereichen
der Materialbahn (1) positioniert werden und einen Winkel zum Rand der Materialbahn
(1) bilden, welcher > 0° und < 90°, vorzugsweise 2 bis 50°, beträgt.
11. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 10 dadurch gekennzeichnet, daß die Breithalterolle (2) derart in die Materialbahn (1) eingetaucht wird, daß die
Materialbahn (1) die Breithalterolle (2) mindestens teilweise umschlingt.
12. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, im Bereich des Auftreffpunktes auf die Breithalterolle (2) eine Sprühelektrode (4)
derart angeordnet ist, daß die Materialbahn (1) mit einer Ladung beaufschlagt wird
und die Breithalterolle (2) eine leitende Oberfläche (5) aufweist.
1. A method for spreading when guiding a planar material web (1), in which the material
web (1) runs at a web speed vF in an arrangement of rotating rolls, the material web (1) being guided in its edge
region over a spreader roller (2), which generates a tensile stress in the transverse
direction, i.e., transversely to the running direction of the material web (1),
characterized in that this stress in the transverse direction is controlled by regulating the peripheral
speed vR of the spreader roller (2) and by controlling the clearance angle α and the wrap
angle β, the peripheral speed vR being greater than web speed vF.
2. The method according to Claim 1,
characterized in that the material web (1) is a material web made of a thermoplastic, preferably polyester,
polyethylene, polycarbonate, polypropylene, or a cycloolefin polymer.
3. The method according to Claim 1 and/or 2,
characterized in that the material web (1) has a thickness from 0.5 to 500 µm, preferably 2 to 200 µm.
4. The method according to one or more of Claims 1 through 3,
characterized in that the web speed vF of the material web (1) is 1 to 2000 m/minutes.
5. The method according to one or more of Claims 1 through 3,
characterized in that each edge region is 1 to 10 % of the total width of the material web (1).
6. The method according to one or more of Claims 1 through 5,
characterized in that the spreader roller (2) has a diameter in the range from 1 to 500 mm and the diameter
is greater than the width of the spreader roller (2).
7. The method according to one or more of Claims 1 through 6,
characterized in that the surface of the spreader roller (5) comprises a metallic, conductive surface and
is connected to an electrical zero potential.
8. The method according to one or more of Claims 1 through 7,
characterized in that the spreader roller (2) has beveled or rounded edges.
9. The method according to one or more of Claims 1 through 8,
characterized in that the spreader roller (2) is connected to a drive which allows regulation of the peripheral
speed vR of the spreader roller (2).
10. The method according to one or more of Claims 1 through 9,
characterized in that at least two spreader rollers (2) are positioned in the two diametrically opposing
edge regions of the material web (1) and form an angle to the edge of the material
web (1) which is > 0° and < 90°, preferably 2 to 50°.
11. The method according to one or more of Claims 1 through 10,
characterized in that the spreader roller (2) is dipped into the material web (1) in such a way that the
material web (1) wraps at least partially around the spreader roller (2).
12. The method according to one or more of Claims 1 through 11,
characterized in that an emission electrode (4) is positioned in the region of the point of incidence on
the spreader roller (2) in such a way that the material web (1) has a charge applied
to it and the spreader roller (2) has a conductive surface (5).
1. Procédé en vue d'élargir lors du guidage d'une bande de matériau (1) en forme de surface,
dans lequel la bande de matériau (1) passe dans un agencement de cylindres en rotation
avec une vitesse de bande VF, la bande de matériau (1) étant guidée dans sa zone de bordure par l'intermédiaire
d'un rouleau d'élargissement (2) qui génère une tension en traction dans la direction
transversale, c'est-à-dire transversalement à la direction d'avance de la bande de
matériau (1), caractérisé en ce que cette tension est commandée dans la direction transversale par réglage de la vitesse
périphérique vR du rouleau d'élargissement (2) et par commande de l'angle d'incidence α et de l'angle
d'enroulement β et la vitesse périphérique vR étant supérieure à la vitesse de la bande vF.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que la bande de matériau (1) est une bande de matériau en un matériau plastique thermoplastique,
de préférence, en polyester, en polyéthylène, en polycarbonate, en polypropylène ou
en un polymère de cyclo-oléfine.
3. Procédé selon la revendication 1 et/ou 2, caractérisé en ce que la bande de matériau (1) possède une épaisseur comprise entre 0,5 et 500 µm, de préférence
2 et 200 µm.
4. Procédé selon l'une quelconque ou plusieurs des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que la vitesse vF de la bande de matériau (1) est de 1 à 2000 m/min.
5. Procédé selon l'une quelconque ou plusieurs des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que chaque zone de bordure représente à chaque fois 1 à 10 % de la largeur totale de
la bande de matériau (1).
6. Procédé selon l'une quelconque ou plusieurs des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que le rouleau d'élargissement (2) possède un diamètre dans la région comprise entre
1 et 500 mm et le diamètre est supérieur à la largeur du rouleau d'élargissement (2).
7. Procédé selon l'une quelconque ou plusieurs des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que la surface du rouleau d'élargissement (5) se compose d'une surface métallique conductrice
et qu'un potentiel zéro électrique est interposé.
8. Procédé selon l'une quelconque ou plusieurs des revendications 1 à 7, caractérisé en ce que le rouleau d'élargissement (2) présente des arêtes biseautées ou arrondies.
9. Procédé selon l'une quelconque ou plusieurs des revendications 1 à 8, caractérisé en ce que le rouleau d'élargissement (2) est relié à un entraînement qui permet un réglage
de la vitesse périphérique vR du rouleau d'élargissement (2).
10. Procédé selon l'une quelconque ou plusieurs des revendications 1 à 9, caractérisé en ce qu'au moins deux rouleaux d'élargissement (2) sont positionnés dans les deux zones de
bordure opposées de la bande de matériau (1) et forment un angle par rapport à la
bordure de la bande de matériau (1) supérieur à 0° et inférieur à 90°, de préférence
compris entre 2 et 50°.
11. Procédé selon l'une quelconque ou plusieurs des revendications 1 à 10, caractérisé en ce que le rouleau d'élargissement (2) est introduit dans la bande de matériau (1) de sorte
que la bande de matériau (1) enroule le rouleau d'élargissement (2) au moins partiellement.
12. Procédé selon l'une quelconque ou plusieurs des revendications 1 à 11, caractérisé en ce que dans la zone du point d'impact sur le rouleau d'élargissement (2), une électrode
d'émission (4) est disposée de sorte que la bande de matériau (1) soit sollicitée
par une charge et que le rouleau d'élargissement (2) présente une surface conductrice
(5).