[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs.
[0002] Vorteilhaft werden Lenkflugkörper von beweglichen Abschußvorrichtungen aus gesteuert,
um deren Ortung und Zerstörung zu erschweren. Insbesondere bei der Panzerabwehr mit
Hilfe von hubschraubergestützten Lenkwaffen ist es möglich, die Stellung von Kommandostand
und Abschußvorrichtung, die in diesem Falle mit dem Hubschrauber identisch sind, rasch
zu verändern, sei es um die eigene Schuß-Position zu verbessern oder sei es um fremder
Einwirkung zuvorzukommen oder auszuweichen.
[0003] Einer der gravierendsten Mängel des derzeit aktuellen Systems PARS3/LR besteht darin,
daß sich der Hubschrauber, von dem aus geschossen wird, trotz Mastvisier für den Abschuß
der Panzerabwehrrakete durch Verlassen der Deckung für einige Sekunden exponieren
muß, damit nicht nur der Schütze über das Visier, sondern auch die Munition über ihren
Suchkopf das Ziel zur Einweisung und Zielübergabe sehen kann. Obwohl die Dauer dieses
Vorgangs nur einige Sekunden ist, kann der Gegner dadurch mit einfachen modernen Aufklärungsmitteln
den Hubschrauber orten. Dies bedeutet eine erhebliche Gefahr für den Hubschrauber
und dessen Besatzung.
[0004] Eine bekannte Lösungsmöglichkeit des Problems besteht darin, die Munition auf gleiche
Höhe zu bringen wie das Visier. Das mag bei einem Land- oder Seefahrzeug durch entsprechende
Montage der Abschußbehälter mit Munition anwendbar sein. Aus mechanischen Gründen
ist es aber bei einem Hubschrauber völlig undenkbar, die Munition mit dem Abschußbehälter
auf Visierhöhe, also oberhalb des Hubschrauberrotors zu montieren. Auch hier bildet
der startende Flugkörper eine deutlich erkennbare optische Signatur aus, die die Ortungsgefahr
entsprechend erhöht.
[0005] Aus
DE 41 32 233 A ist ein Panzerabwehrraketensystem für ein Kampffahrzeug bekannt, bei dem mittels
einer auf einem elevierbaren Mast angeordneten hochauflösenden Kamera das Ziel erfasst
wird, die Ziel- und Flugdaten per Lichtwellenleiter an den Flugkörper während des
Fluges übermittelt und letzterer sowohl vom Navigationssystem des Flugkörpers stammende
Kreiselsignale als auch von einer im Flugkörper befindlichen einfacheren Kamera stammende
Bildsignale über den Lichtwellenleiter an den Leitrechner bzw. den Lenkschützen im
Fahrzeug zurückliefert, so dass der Kurs korrigiert werden bzw. letzterer ggf. die
Mission abbrechen bzw. abändern kann.
[0006] Bei diesem System muß der Flugkörper während der ganzen Mission über den Lichtwellenleiter
in Verbindung mit dem Leitrechner bzw. Visiergerät im Fahrzeug sein. Über den größten
Teil der Flugstrecke muß außerdem die auf dem Mast positionierte Kamera mit dem Ziel
in Sichtverbindung sein, wodurch sie entdeckt und sie bzw. ihr Träger Ziel von Gegenmaßnahmen
werden kann.
[0007] Aus
DE 198 28 644 A ist ein System bekannt, bei dem ein an sich mit Hilfe seines Suchkopfs autonom arbeitender
Flugkörper direkt oder indirekt zusätzliche Informationen von einem externen Aufklärungssystem
erhält um die Bekämpfungseffektivität zu erhöhen. Diese Beeinflussung des Flugkörpers
kann sich vom Startsignal bis zur Zielanflugphase erstrecken. Dabei ist zwar die Startvorrichtung
und der Feuerleitstand in Deckung; der das Aufklärungssystem tragende Hubschrauber
ist aber umso auffälliger positioniert.
[0008] Um die genannten Probleme bei dem eingangs beschriebenen System zu beheben, wird
gemäß der Erfindung vorgeschlagen, daß in der Startphase des Flugkörpers sowohl Kommandostand
als auch Startvorrichtung in Deckung verbleiben und der Flugkörper mittels einer Inertial-
oder Lichtleiter-Steuerung von der Startvorrichtung in eine außerhalb der Deckung
liegende, zur Zielerfassung geeignete Einweis-Position gebracht wird, dort mit seiner
eigenen Zielsuchvorrichtung das Ziel erfaßt und anschließend nach Trennung der Startphasen-Steuerung
das erfaßte Ziel selbständig anfliegt.
[0009] Für das Funktionsprinzip des PARS3/LR-Waffensystems ist es nämlich nicht zwingend
notwendig, daß die Munition während des Einweisvorgangs, in dem der Alignment-Prozessor
das Ziel für die Munition definiert, mit dem Hubschrauber verbunden ist. Es kommt
vielmehr darauf an, daß der Suchkopf der Munition das Ziel sieht.
[0010] Beispielsweise aus dem Programm POLYPHEM ist ein Flugkörper bekannt, der über eine
Glasfaser die Bildinformationen des Suchkopfes in Echtzeit zum Kommandostand übermittelt.
Diese Glasfaser dient gleichzeitig zur störungsfreien Übermittlung von Signalen vom
Kommandostand zum Flugkörper.
[0011] Für eine Kampfwertsteigerung wird also nach der Erfindung der Flugkörper für die
Startphase mit einer entsprechenden Daten-Übertragung per Lichtleiter ausgerüstet.
Die Glasfaser muß nur so lang sein, daß während der ersten Flugphase eine zuverlässige
Einweisung möglich ist. Für den erforderlichen Zeitraum von ein bis zwei Sekunden
ergibt das eine Lichtleiter-Länge von etwa 500 m. Der Flugkörper selbst ist zweckmäßig
mit einem zuverlässigen Navigationssystem ausgerüstet; damit wird er etwa auf die
Höhe der Visierlinie gelenkt. Die Anforderungen an die Navigation sind verhältnismäßig
gering und können im Bedarfsfall noch durch Bildverarbeitung des Visierbildes, wie
es aus dem System HOT bekannt ist, unterstützt werden.
[0012] Ferner muß der Suchkopf zum Starten des Einweisungsvorganges ausreichend gut ausgerichtet
werden. Hierfür werden zweckmäßig beispielsweise gute Lagekreisel eingesetzt.
[0013] Der weitere Ablauf der Zieleinweisung kann nahezu unverändert zum bisherigen Prinzip
ablaufen mit dem einzigen Unterschied, daß die Munition dabei bereits unterwegs ist.
Während der Einweisphase ist der Flugkörper mit dem Kommandostand noch über das Kabel
verbunden; hierüber kann störungssicherer Datenaustausch in beiden Richtungen erfolgen.
[0014] Als weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens ergibt sich, daß ein Schuß
deutlich schneller abläuft als bisher, da die Startsequenz des Flugkörper-Triebwerks
parallel zur Einschaltsequenz des Suchkopfes erfolgen kann.
[0015] Ferner entfällt weitgehend der Parallaxeneffekt zwischen der Visierachse und der
Sichtlinie des einzuweisenden Suchkopfes, der derzeit insbesondere bei niedrigen Flughöhen
des Hubschraubers die Leistungsfähigkeit des PARS3-Systems beeinträchtigt.
1. Verfahren zur Übergabe eines Zieles an einen Flugkörper, bei dem das Ziel mittels
eines Visiers bestimmt, der Flugkörper von einem Kommandostand aus gestartet und in
Richtung Ziel auf den Weg gebracht und dann von einem im Flugkörper angeordnete Suchkopf
selbsttätig ins Ziel gelenkt wird,
dadurch gekennzeichnet,
- daß in der Startphase des Flugkörpers sowohl Kommandostand als auch Startvorrichtung
vollständig in Deckung verbleiben,
- dass der Flugkörper mittels einer Inertial- oder Lichtleiter-Steuerung von der Startvorrichtung
in eine außerhalb der Deckung liegende, zur Zielerfassung geeignete Einweis-Position
gebracht wird,
- dass Bildinformationen vom Suchkopf des Flugkörpers zum Kommandostand über den Lichtleiter
in Echtzeit übertragen werden und die Bildinformationen vom Suchkopf und die Bildinformationen
von Startvorrichtung bzw. Visier mit einem Bildverarbeitungsverfahren korreliert und
verglichen werden und Zielposition und Zielgröße automatisch an den Suchkopf übergeben
werden,
- dass der Flugkörper mit seiner eigenen Zielsuchvorrichtung das Ziel erfaßt und anschließend
nach Trennung der Startphasen-Steuerung das erfaßte Ziel selbständig anfliegt.
1. A method of relaying a target to a missile, wherein the target is identified by means
of a sight, the missile is launched from a control station and directed towards the
target and is then automatically guided to the target by a seeker head arranged in
the missile,
characterised in that
- both the control station and the launching device remain completely in concealment
during the launching phase of the missile,
- in that the missile is brought by means of an inertial or fibre-optic guidance system of
the launching device into a homing-in position lying out of concealment and suitable
for target detection,
- in that image data are transmitted in real time from the seeker head of the missile to the
control station via the fibre-optic guide, and the image data from the seeker head
and the image data from the launching device or sight are correlated and compared
using an image processing method, and the target position and target size are automatically
relayed to the seeker head,
- in that the missile detects the target with its own target-seeking device and then automatically
flies towards the detected target after disconnection of the launching-phase guidance
system.
1. Procédé pour transmettre une cible à un missile, dans lequel la cible est déterminée
au moyen d'un viseur, le missile est lancé à partir d'un poste de commande et est
mis sur la voie en direction de la cible, puis est guidé automatiquement sur la cible
par un autodirecteur disposé dans le missile,
caractérisé en ce
- que dans la phase de lancement du missile, aussi bien le poste de commande que le dispositif
de lancement restent totalement à couvert,
- que le missile est amené par le dispositif de lancement, au moyen d'une commande inertielle
ou par guide d'ondes optiques, dans une position de guidage située à l'extérieur de
la couverture, adaptée à la détection de la cible,
- que des informations d'image sont transmises en temps réel par l'intermédiaire du guide
d'ondes optiques de l'autodirecteur du missile au poste de commande et les informations
d'image de l'autodirecteur et les informations d'image du dispositif de lancement
ou du viseur sont mises en corrélation et comparées par un procédé de traitement d'image
et la position et la taille de la cible sont transmises automatiquement à l'autodirecteur,
- que le missile détecte la cible par son propre dispositif de recherche de cible puis
s'approche de façon autonome de la cible détectée après séparation de la commande
de phase de lancement.