[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft die Zusammensetzung von Legierungen, insbesondere
von naturharten Halbzeug-Legierungen, die in dieser Form als Material für Strukturen
verwendet werden sollen.
[0002] Naturharte Aluminiumlegierungen als Halbzeug für Strukturen (siehe GOST Standard
4784-74) finden in der Metallurgie Verwendung, vor allem jedoch als AMg6-Legierung,
die folgendes enthält (Gew.-%):
| Magnesium |
5,8 - 6,8 |
| Mangan |
0,5 - 0,8 |
| Titan |
0,02 - 0,1 |
| Beryllium |
0,0002 - 0,005 |
| Aluminium |
Rest |
[0003] Eine derartige Legierung weist jedoch nicht ausreichende Festigkeitseigenschaften
auf, insbesondere eine geringe 0,2%-Dehngrenze bei kalt- und warmgeformten Halbzeugen.
[0004] Das Dokument DE-A-198 38 018 offenbart eine schweissbare, korrosionsbeständige hochmagnesiumhaltige
Aluminium-Magnesium- Legierung bestehend aus 5-6 Gew.-% Magnesium (Mg), 0,05-0,15
Gew.-% Zirkonium (Zr), 0,05-0,12 Gew.-% Mangan (Mn), 0,01-0,2 Gew.-% Titan (Ti), maximal
0,1 Gew.-% Silizium (Si), 0,05-0,5 Gew.-% eines oder mehrerer Elemente aus der Scandiumgruppe
und/oder Terbium (Tb), wobei zumindest Scandium (Sc) enthalten ist, 0,1-0,2 Gew.-%,
Kupfer (Cu) und/oder 0,1-0,4 Gew.-% Zink (Zn) sowie Aluminium (AI) und unvermeidbare
Verunreinigungen als Rest.
[0005] Eine naturharte Aluminiumlegierung, die als Halbzeug für Strukturen verwendet wird
(siehe Patent RU Nr. 2085607, IPC-Klasse C22 C 21/06) gehört als Prototyp folgender
chemischen Zusammensetzung ebenfalls zum Stand der Technik (Gew.- %):
| Magnesium |
3,9 - 4,9 |
| Titan |
0,01 - 0,1 |
| Beryllium |
0,0001 - 0,005 |
| Zirkon |
0,05 - 0,15 |
| Scandium |
0,20 - 0,50 |
| Cer |
0,001 - 0,004 |
| Aluminium |
Rest |
[0006] Diese bekannte Legierung zeigt nicht ausreichende statische und dynamische Festigkeit
bei hoher Verarbeitbarkeit während des Herstellungsprozesses, hohe Korrosionsbeständigkeit,
gute Schweißbarkeit und hohe Betriebsfähigkeit unter Tieftemperaturbedingungen.
[0007] Gegenstand der Erfindung ist eine neue naturharte Aluminiumlegierung für Halbzeuge,
die neben Magnesium, Titan, Beryllium, Zirkon, Scandium und Cer zusätzlich aus Mangan,
Kupfer, Zink sowie Eisen und Silizium in folgender Zusammensetzung der Komponenten
besteht (Gew.-%), wobei das Verhältnis zwischen Eisen und Silizium im Bereich von
1 bis 5 liegt:
| Magnesium |
5,0 - 5,6 |
| Titan |
0,01 - 0,05 |
| Beryllium |
0,0001 - 0,005 |
| Zirkon |
0,05 - 0,15 |
| Scandium |
0,18 - 0,30 |
| Cer |
0,001 - 0,004 |
| Mangan |
0,05 - 0,18 |
| Kupfer |
0,05 - 0,15 |
| Zink |
0,05 - 0,15 |
| Eisen und Silizium |
0,04 - 0,24 |
| Aluminium und unvermeidbare Verunreinigungen |
Rest |
[0008] Die technische Wirkung besteht in einer Verbesserung der statischen und dynamischen
Festigkeitseigenschaften der Legierung, wodurch sich die Lebensdauer und Betriebssicherheit
sowie der Gewichtswert der statischen und dynamischen Belastungen ausgesetzten Strukturen,
besonders der Strukturen verschiedener Luft- und
Raumfahrtzeuge - einschließlich solcher die kryogener Treibstoff verbrennen, verbessern.
[0009] Aufgrund des erfindungsgemäßen Verhältnisses zwischen dem chemischen Gehalt und den
chemischen Bestandteilen liegt bei der Legierung eher eine duktile Matrix vor, die
aus einem Mischkristall von gelöstem Magnesium, Mangan, Kupfer und Zink in Aluminium
besteht.
[0010] Die besonders gute Betriebsfähigkeit der Legierung unter dynamischer Wechselbeanspruchung
ist der hohen Duktilität der Matrix zu verdanken. Sekundäre Ausscheidungen aus feinst
verteilten intermetallischen Teilchen, die Aluminium, Scandium, Zirkon, Titan und
andere in der Legierung vorkommende Übergangsmetalle enthalten, sorgen sowohl für
die hohe statische Festigkeit der Legierung als auch für einen guten Widerstand gegenüber
der Rissausbreitung bei Wechselbeanspruchung. Der Sollwert des Verhältnisses zwischen
Eisen und Silizium optimiert die Morphologie der aus der Erstarrung stammenden primären
intermetallischen Verbindungen, die vornehmlich aus Aluminium, Eisen und Silizium
bestehen und für eine Verbesserung der statischen Festigkeit der Legierung sorgen,
während ihre dynamische Festigkeit und Plastizität aufrechterhalten werden.
Beispiel
[0011] Unter Verwendung von Aluminium A85, Magnesium MG90, Kupfer MO, Zink TsO, binärer
Vorlegierungen wie Aluminium-Titan, Aluminium-Beryllium, Aluminium-Zirkon, Aluminium-Scandium,
Aluminium-Cer, Aluminium-Mangan, Aluminium-Eisen und Silumin als Zusatzstoff wurde
die Schmelze in einem elektrischen Ofen vorbereitet, worauf 165 x 550 mm große und
flache Gussblöcke der erfindungsgemäßen Legierung mit minimalem (Zusammensetzung 1),
optimalem (Zusammensetzung 2) und maximalem (Zusammensetzung 3) Verhältnis der Bestandteile
- einschließlich der über die gegenwärtigen Einschränkungen hinausgehender Verhältnisse
der Bestandteile (Zusammensetzungen 4 und 5) sowie der herkömmlichen Legierung (Zusammensetzung
6) - mit Hilfe halbkontinuierlicher Gießtechniken gegossen wurden (Tabelle 1).
[0012] Wird die Legierung unter metallurgischen Produktionsbedingungen vorbereitet, kann
Schrott aus Aluminium-Magnesium-Legierungen als Zusatzstoff verwendet werden.
[0013] Die Gussblöcke wurden homogenisiert und maschinell bearbeitet, bis auf eine Stärke
von 140 mm. Anschließend wurden sie bei einer Temperatur von 400°C auf eine Stärke
von 7 mm warmgewalzt und dann auf eine Stärke von 4 mm kaltgewalzt. Die kaltgewalzten
Bleche wurden in einem elektrischen Ofen wärmebehandelt. Die wärmebehandelten Bleche
dienten als Untersuchungsmaterial.
[0014] Aus den Blechen herausgearbeitete standardmäßige Querproben wurden zur Bestimmung
der statischen Zugfestigkeit (R
m, R
p0,2, A) und der dynamischen Festigkeit verwendet:
- Bruchlastspielzahl (N) bei Bestimmung der Kurzzeitfestigkeit (LCF), wofür Proben mit
einem Kerbfaktor von Kt = 2,5 und einer maximalen Spannung σmax 160 MPa verwendet werden;
- Rissausbreitungsgeschwindigkeit da/dN in einem Bereich des Spannungsintensitätsfaktors
ΔK = 31,2 MPa√m;
- kritischer Spannungsintensitätsfaktor KC im ebenen Spannungszustand, wobei die Breite (B) der Probe 160 mm beträgt.
[0015] Alle Tests wurden bei Raumtemperatur durchgeführt.
[0016] Die Testergebnisse sind in Tabelle 2 aufgelistet.
[0017] Tabelle 2 belegt, dass die erfindungsgemäße Legierung gegenüber der herkömmlichen
eine höhere statische und dynamische Festigkeit aufweist. Dies ermöglicht einem, das
Gewicht der Strukturen aus der erfindungsgemäßen Legierung um 10 bis 15% zu reduzieren,
um Betriebskosten zu senken, was insbesondere für die Flugzeugindustrie wichtig ist.
Die hohe Betriebsfähigkeit der erfindungsgemäßen Legierung unter statischen und dynamischen
Bedingungen sowie die Tatsache, dass die erfindungsgemäßen Legierung eine naturharte
ist, die eine hohe Korrosionsbeständigkeit und eine gute Schweißbarkeit aufweist,
ermöglicht einem sie für die Konstruktion ganz neuer Luft- und Raumfahrzeuge, Hochseeschiffe,
bodengebundene Fahrzeuge und anderer Fahrzeuge, deren Strukturelemente durch Schweißen
verbunden werden, zu verwenden. Die erfindungsgemäße Legierung kann als Grundmaterial
in geschweißten Strukturen und als Scheißzusatzwerkstoff für Schweißverbindungen genutzt
werden.
